V »■•7*^ v-^ m ^'i ■ -«t:}. ^^4 'MA ..-«,„, -S ^'Jr* i&*ai> r;fT^'rfX flls*i m. t^ ^ «fl » -«*»i >^^ -r^ -C \X:^ V. ;> ^^1^ ^^^ / V X. ■%»».. .t *<^v J* E?*-»« *^'^V^ '^i m. ».•*>•»' h^i^ .^ V. Botanischer Jahresbericht SjsteBiatiscli EeorWes Repeiloim der Botaiiisclien Literatur aller Länder. Unter Mitwirkung von Afcherfon in Berlin, Afkenafy in Heidelberg, Batalin in St. Petersburg, Engler in München, F lückiger in Strafsburg, Focke in Bremen, Geyler in Frankfurt a. M., Kanitz in Clausen- burg, Kny in Berlin, Kuhn in Berlin, Levier in Flonnz, Loew in Berlin, Lojka in Pefth, ^. Mayer in Heidelberg, H. Müller (Thurgm), H. Müller in Lippftadt, Peyritfch in Wien, Pfitzer in Heidelberg, J, Schröter in Raftatt, Sorauer in Proskau, Strasburger in Jena H. de Vries in Amfterdam, A. Vogl in Wien, Warming in Kopenhagen, herausgegeben von Dr. Leopold Just, ausseroidentliclifim Professor am Polytechnikum in Karlsruhe. Ei:ster Jahrgang (1873). BERLIN, 1874. Gebrüder Borntraeger. Ed. Eggers. Alle Rechte vorbehalten. Vorrede. Die botanische Literatur ist in den letzten Jahren in einer Weise angewachsen, dass es gradezu unmöglich ist, auch nur einen Theil derselben beherrschen zu können. Ausserdem finden sich die botanischen Abhandlungen und Mittheilungen etc. in solchem Grade durch zahllose Zeitschriften und Publicationen wissenschaftlicher Gesellschaften zerstreut, dass es dem Einzelnen nur schwer gelingt, sich auch nur die für seine Specialstudien wichtigen literarischen Erscheinungen zugänglich zu machen. Jeder Botaniker musste es mehr und mehr beklagen, dass es ihm unmöglich werde, von derjenigen Literatur, die seinen speciellen Forschungen nicht nahe steht, auch nur das Wichtigste kennen zu lernen. Dieser Sachlage gegenüber fasste ich den Plan , ein Organ zu begründen, welches jährlich Uebersichten über die gesammte botanische Literatur bringen sollte. — Es wird wohl jeder Botaniker die Erfahrung gemacht haben, dass man häufig in die Lage kommt, sehr umfangreiche Abhandlungen, unter vielem Zeitaufwand, durchlesen zu müssen, nur um nachher einen Zeitverlust beklagen zu können. Anderseits ereignet es sich oft genug, dass sehr wichtige Abhandlungen in solchen PubKcationsmitteln auftreten, in denen sie grade nicht vom grössern botanischen Publicum gesucht werden, so dass sie oft Jahre lang ungekannt und unbenutzt hegen bleiben. — Um dem vorliegenden Bedürfniss wirklich Pvechnung zu tragen, mussten die zu begründenden Literatur- übersichten so eingerichtet werden, dass sie dem botanischen Publicum ein möglichst treues Bild der in einem bestimmten Zeitraum erschienenen botanischen Literatur geben konnten. Es kam also darauf an, die neu erscheinende Literatur so vollständig wie möglich zur Besprechung zu bringen. Jedoch musste dabei der Gedanke leitend bleiben, vollkommen unwichtige Erscheinungen, wie sie jährlich in Menge auftreten, entweder gar nicht zu berücksichtigen oder nur mit einer kurzen Notiz abzufertigen, wichtige Arbeiten hingegen in ausführlicher Weise zur Besprechung zu bringen. Der erste Band des „Botanischen Jahresberichts" sollte die Literatur des Jahres 1873 behandeln. Es Ist selbstverständlich, dass die Ausführung eines derartigen Planes nur durch die Vereinigung einer gewissen Zahl von Fachleuten möglich sein IV konnte. Es gelang mir, eine Reihe competenter Mitarbeiter zu gewinnen, welche je einzelne Abtheilungen zur Bearbeitung übernahmen. Indem ich nun hiermit den ersten Band des „Botanischen Jahresberichts" dem Publicum übergebe, ist es mir eine Genugthuung, hier einer angenehmen Pflicht Rechnung tragen zu können und meinen Herren Mitarbeitern , die mich zumeist durqh fleissige , zuverlässige Arbeiten unterstützten , meinen aufrichtigen Dank zu sagen. Ohne eine solche treue und verlässliche Hilfe wäre mir die Durchführung meines Plans unmöglich gewesen. - Was die Anordnung der Referate betrifft, so kam es mir darauf an, einerseits diejenigen Dinge, die in bestimmte Abtheilungen der botanischen Wissenschaft gehören, möglichst vollständig zusammenzubringen, anderseits auch möglichst treue Bilder der einzelnen Arbeiten zu geben. Um letzterm Zweck Rechnung zu tragen , wurde im Allgemeinen die Form des Einzelreferats gewählt, d. h. es wurde über jede Arbeit ein ])esonderes Referat geliefert. Um ersterm Zweck zu genügen, konnten bei der Einordnung der Einzelreferate nur grössere wissenschaftHche Abtheilungen als Eintheilungsprincip angewendet werden. Für die Umgrenzung dieser Abtheilungen war mir im Allgemeinen das Sachs'sche Lehrbuch massgebend. Da jedoch häufig Arbeiten vorkommen, welche Dinge aus den ver- schiedensten botanischen Abtheilungen behandeln, so war es nicht zu vermeiden, dass solche Arbeiten zerstückelt und an verschiedenen Orten besprochen werden mussten. Einige Zweige der botanischen Wissenschaft werden der Natur der Sache nach wenig in besondern Monographieen behandelt, sondern finden vielmehr ihre Berücksichtigung durch sehr kleine Theile von Arbeiten, die sich im Uebrigen auf andern Gebieten bewegen. — Um nun für derartige Abtheilungen nicht eine ermüdende Aneinanderreihung einer Menge kleiner Notizen zu bringen, erschien es vortheilhafter, für solche Fälle die Form des Gesammtreferats zu wählen. So hat z. B. Herr Professor Dr. Pfitzer die Morphologie der Zelle in zusammenhängender Darstellung gegeben. In ähnlicher Weise wurde die Morphologie der Monocotyledonen und Dicotyledonen durch Herrn Dr. Warming, die Ernährung niederer Organismen durch Herrn Dr. Adolf Mayer behandelt. Vor diesen Abtheilungen befinden sich Verzeichnisse air derjenigen Arbeiten, aus denen die Referate zusammengestellt wurden. Im Text weisen dann Nummern in ( ) auf jene Titelverzeichnisse hin. — Ich habe keinen Anstand genommen , über solche wichtigere Arbeiten, die mit gleichem Recht in diese oder jene Abtheilung gehören, von dem Bearbeiter jeder derartigen Abtheilung ein Referat zu bringen, da die Vollständigkeit der einzelnen Gebiete dadurch ja nur gewinnen konnte. Bei weniger wichtigen Arbeiten habe ich mich damit begnügt, in der einen Abtheilung unter einfacher Anführung des Titels einen Hinweis auf das Referat in einer andern Abtheilung zu geben. — Für die Form der Darstellung wurde eine möglichste Objectivität festgehalten; jedoch ist es nicht immer möglich, die Kritik ganz auszuschliessen, oft ist die Anwendung derselben sogar nothwendig. — Ueberdies kommt in dieser Hinsicht die Eigenart des einzelnen Referenten so sehr in's Spiel, dass es schwer ist, hierbei eine Gleichartigkeit der Referate zu erzielen. — Das zu bearbeitende Material wurde unter die Herren Mitarbeiter in folgender Weise vertheilt: Pflanzengeographie und europäische Floren Prof. Dr. Ascherson. Algen Dr. Askenasy. Russische Literatur Dr. Batalin. Systematische Monograpliieen und ausser- europäisclie Floren Dr. Engler. Pharmaceutische Botanik Prof. Dr. Flückiger. Hybridation. Entstehung neuer Arten . Dr. Focke. Paläontologische Botanik Dr. Geyler. Chemische Physiologie Prof. Dr. Just. Ungarische Literatur Prof. Dr. Kanitz. Gefässkryptogamen Dr. Kuhn. Italienische Literatur Dr. Levier. Morphologie der Gewebe Dr. Loew. Flechten Dr. Lojka. Ernährung niederer Organismen . . . Dr. A. Mayer. Befruchtungs-undAussäungseinrichtungen. ) Oberlehrer Dr. H. Müller Verbreitungsmittel der Pflanzen . . . . i (Lippstadt). Moose Dr. H. Müller (Thurgau). Bildungsabweichungen Dr. Peyritsch. Morphologie der Zelle. — Bacillariaceen . Prof. Dr. Pfitzer. Pilze Oberstabsarzt Dr. J.Schroeter. Pflanzenkrankheiten Dr. Sorauer. Morphologie der Coniferen und Gnetaceen Prof. Dr. Strasburger. Technische Botanik Prof. Dr. A. Vogl. Physikalische Physiologie und holländische Literatur Dr. H. de Vries. Mci-phologiederMonocotylenundDicotylen Dr. E. Warming. Von den Referenten der einzelnen wissenschaftlichen Unterabtheilungen wurde die deutsche, französische und englische Literatur gemeinsam behandelt, während für die Literatur anderer Sprachen besondere Referenten gewonnen wurden. — Leider ist es mir nicht möglich gewesen, in diesem ersten Band die dänische, schwedische und norwegische Literatur mit zu berücksichtigen. Ich konnte trotz vielfacher Bemühungen nicht zeitig genug einen Referenten für diese Abtheilung gewinnen. In den nächsten Jahren jedoch wird auch diese Literatur durch Herrn Dr. Pedersen einen geeigneten Vertreter finden. Ebenso wird das wichtige Capitel der Bildungsabweichungen erst im nächsten Jahr bearbeitet werden; Herr Dr. Peyritsch wird dann über die Literatur des Jahres 1873 und 1874 berichten. Ich bin mir nun wohl bewusst, dass dieser erste Band des „Botanischen ■Jahresberichts" vielfache Mängel hat. Abgesehen von einigen andern Punkten muss ich zumal bedauern, dass in einigen Abtheilungen die wirklich vorhan- VT dene Literatur nur sehr unvollständig zur Besprechung gekommen ist. Das Versäumte soll im nächsten Jahrgang nach Möglichkeit nachgeholt werden, (In Betreff der Abthoilung der Lichenen theile ich mit, dass in Zukunft Herr Dr. A. Minks in Stettin die betreffenden Referate abfassen wird). — Ich kann mich nur mit einer captatio benevolentiae an die Herren Fachgenossen wenden, indem ich die sehr grossen Schwierigkeiten , die sich grade bei der Begründung eines solchen Unternehmens geltend machen , zu berücksichtigen bitte. Ueberdies giebt es viele Punkte, die sich nicht a priori entscheiden lassen, bei denen erst die Erfahrung das Richtige lehren muss. Sicher werde ich stets bereit sein, sich geltend machende Mängel zu beseitigen ; ich nehme hiermit Veranlassung, an die Herren Botaniker die Bitte zu richten, mich stets auf vortheilhafte Aenderungen in der Bearbeitung des Jahresberichts aufmerksam zu machen. — Von mancher Seite wurden mir solche Rathschläge schon bei der Bearbeitung dieses ersten Bandes zu Theil, was ich hiermit dankend anerkenne. Zu besonderm Dank bin ich in dieser Hinsicht Herrn Hofrath Professor Dr. Sachs , wie Herrn Oberstabsarzt Dr. Schroeter verpflichtet. — Ich wünsche und hoffe, mit der Bearbeitung des „Botanischen Jahres- berichts" einem vorhandenen Missstand abgeholfen zu haben. Es soll mich freuen, wenn ich aus der Zustimmung der Herien Fachgenossen ersehe, mich hierin nicht getäuscht zu haben, und dadurch die Anregung zur Fortsetzung des Unternehmens gewinne. — Carlsrnhe, im November 1874. L. Just Inhalts -Verzeichniss. Seite Algen 1-36 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 1 — 2 Schriften, die sich über mehrere Algeugruppen verbreiten 2-6 1. erste dt. — System der Pilze liichenen und Algen , 2 2. Wood. — Fresh water algae of North-Amerioa 3 3. Langenbach. - Meeresalgen der Insrln Sicilien und Pantellaria 3 4. Rein. — Vegetationsverhältnisse der Bermudasinselii 4 5. Santer. — Algen des Herzogthums Salzburg 4 6. Magnus. — Botanische Ergebnisse der Pommerauiacxpedition 4 7. Jessen. — Bericht über die Pommeraniaexpcdition 5 8. Lenz. — Anhang zu den Berichten über die Pommeraniaexpedition .... 5 9. Zell er. — Algen der zweiten deutschen Nordpolfahrt 5 10. Raben hör St. — Algen Europas (Dec. 232 n. 233) 5 11. Algen Europas (Dec. 234 u. 235) 5 12. Zeller. — Algen aus Arracan und British Burma 5 13. Kuy. — Parasitische Algen 5 14. Archer, W. — On parasitie algae 6 Characeae 6 15. Han stein. — Vertheilung der plastischen und assimilirten Substanzen in der Chara 6 Florideae . 6— 16 16. Kny. — Ueber Axillarknospen bei Florideen . 6 17. Magnus. — Verzweigung und Wachsthum einiger Floridecn 8 18. Kny. — Bedeutung der Florideen in morphologischer und liistologischer Be- ziehung 9 19. Sirodot. — Etudes sur la famille des Lemaniacees '9 20. — — lieber Classification und Entwicklung von Batrachospermum .... 11 21. Janczewski. — Ueber Porphyra 13 22. KoBchtßug. — Entwicklung von Callitamnion Davi«sii und Porphyra laciniata 13 <^^37J vni Seite 23. Eischawi. — Zur Entwicklungsgeschichte von Porphyra leucosticta, Thur . 15 24. Askenasy. — Eine aieue Meeresalge 16 25. Holmes, E. M. — New british Algae 16 26. New british Nitophyllum 16 Phaeosporeae le— 19 27. Priugsheim. — Morphologische Differenziruug in der Sphacelarienreihe . . 17 28. Magnus. — Morphologie der Sphacelaricae 18 29. Janczewski. — Brutknospen von Sphacelaria cirrhosa 19 CMorosporeae 19—22 30. Juranyi. — Zur Morphologie der Oedogonieen 19 31. Magnus. — Verzweigungserscheinungeu bei Cladophora 21 32. Haustein. — Lebenszähigkeit der Vaucheriazelle 21 33. Parfitt. — Botrydium granulatum 21 34. De la Rue. — Developpement de Sorastrum Kg 22 Phycochromaceae und Palmellaceae .... 22 35. Cohn. — Clathrocystis und Cylindrospermuni 22 36. Reinhardt. — lieber einige Palmellaceen 22 « CoDJiigatae 23 37. Delponte. — Specimen Desmidiac. subalpin 23 Bacillariaceae 23—36 38. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 23—25 (Vergl. daselbst Titel der Arbeiten.) 39. Bau, Entwickelungsgeschichte, Lebeuserscheinungen 25—32 40. Systematik 32—35 41. Verbreitung 35-36 Pilze 36-140 Vorbemerkungen 36— 4i Floristisches 41— 46 42. H. F. Bon Orden und L. Fuckel. — Pilze, gesammelt auf der zweiten deutschen Nordpolfahrt 41 43. M. C. Cooke. — British Fuugi ' 42 44. Charles B. Plowright. — Two species of Fungi observ^d in Norfolk. . . 42 45. C. Cooke. — Spilocaea pomi 42 46. Fungus foray of the Woolhope Club ' 42 47. M. J. Berkeley and C. E, Broom'e. — Notices of British fungi .... 42 48. C. A. J. A. Oudemans. — Aanwinsten voor de flora mycologica van Nederland 42 49. Materiaux pour la Acre mycologique de la Nerlande 42 50. G. Winter. ■— Pilze im Jahre 1869 in der Flora von Giessen gesammelt . 43 IX 8elte 51. G. Winter. — Mycologische Notizen 43 52*. R. Schmidt. — Schwämme der Umgegend von Gera 43 53. 0. Weberbauer. — Pilze Norddeutschlands, zumal Schlesiens 43 54. Schroeter. — Die im Breslauer botan. Garten beobachteten Pilze 43 55. Fuckel, L. — Symbolae mycologicao 44 56. Reichard. — • Mycologische Miscellen 44 57. Wallner, J. — Pilzflora Niederösterreichs 45 58. Poetsch und Schiedermayr. — Samenlose Pflanzen des Erzherzogthums Oester- reich ob der Enns 45 59. Hazslinsky. - Einige neue Arten der Pilzflora des südöstlichen Ungarns ... 45 60. Saccardo. -- Fungi veneti novi vel critici 45 61. Arcangeli - Sopra alcuni funghi raccolti in Livorno e nei sui cotorni .... 45 62. Berkeley. — Notices of North-American fungi 45 Sammlungen 46—47 63. Rabenhorst. — Fungi europaei exsiccati. Centuria XVII 46 64. Fuckel, L. — Fungi rhenani exsiccati .46 65. T hürnen. F., v. — Fungi austriaci exsiccati 46 66. Thümen, F., v. — Herbarium mycologicum oeconomicnm 47 67. Rehm. — Ascomyceten 47 68. Plowright, B. — Sphaeriacei britannici 47 69. Vice, J. E. — Fungi britannici 47 70. Arnoldi, E. W. — Sammlung plastisch nachgebildeter Pilze 47 Schriften allgemeinen oder vermiscliten Inhalts . . 47—56 71. Grisebach u. Reinke. — Oerstedts System der Pilze, Lichenen und Algen . . 47 72. Hartig, R. — Vorläufige Mittheilnngen über Parasiten der Waldbänme .... 49 73. — — Wichtige Krankheiten der Waldbäume 49 74. Ahles, W. — Vier Feinde der Landwirthschaft 51 75. Richter, H. E. - Die neuern Kenntnisse von den krankmache nden Schmarotzer- pilzen 51 76. Hoff mann, K. PI. — Ueber den Gährungsprocess vom medicinisch- chemischen Standpunkt 51 77. Coulier, A. — Kurze Geschichte äov Gährungslehre 51 78. Schneider, W. G. — Die in und an Inspcten schmnrotzi ndeu Pilze 51 79. Salisbury, F. H. — Vegetations found in thc blo(^d of patients suffering with Erysipelas 51 80. Weisflog, G. — Beiträge zur Kenntniss der Pilzeinwanderung auf die menschliche Haut 51 81. Hallier, E. - Neue Kranldieit der Kartoffel 52 82. — — Parasiten der Infectionskrankheiten 52 83. Seh netzler, J. B. — De la resistance ' des Champignons de la leviire et des moi- sissures aux agents chimiques et physiques 52 84. Trommer, C. — Lebenszähigkeit von Pilzsporen 52 85. Werner, H. — Verhalten einiger Säuren zur Vegetation der Schimmelpilze . . 53 86. Blass, J. C. — Schimmelbüdung in organischen Säuren 53 87. Schneider, W. G. — Rother Farbstoff in Pilzen 53 88. Sorby, H. C. — Comparative vegetable Chroinatology 53 88. Wiesner. — Einfluss der Temperatur auf die Entwicldung von Penicillium glaucum 53 90. Müggenburg, Schulzer, v. — Mykologische Beobachtungen 54 91. Thümen,;.*F., v. — Mykologische Notizen 54 Seite 92. Thümen, F., v. — Standorte seltener Pilze 55 93. — — Pilzausstellung im Museum des botanischen Gartens in Breslau . . 55 94. Goeppert. — Trüffelverkauf in Karlsbad 55 95. Cienkowsky. — Mycoderma vini, Penicillum viride Fres. und Dematium jml- lulans De Bary 55 Myxomycetes . ....... 56-64 96. Rostafinski, Th., v. — Versuch eines Systems der Mycetozoen .... 56 97. Famintzin u. Woronin, M. — Ceratium liydnoides Alb. et Schw. und Cerci- tium porioides Alb. et Schw 60 98. Famintzin, A. - Zur Kenntniss der Myxomyceten 61 99. Roumeguere. — Singuliere reproduction d'une Myxogastree 61 100, — — Nouvelles observations sur le devoloppement d'un Stemonitis ob- longa Fr 61 101, — — Observations sur l'aijparition spontanee et la semis repCt^ du Ste- monitis oblanga. Fr 61 102, Cienkowsky, L. — Ueber einige protoplasmatische Organismen 61 Neu aufgestellte Arten der Myxomyceten 62—64 Schizomycetes 64-72 103. Cohn, Ferd. — Biologische Mittheilungen über Bacterien 64 104. Onimus. — Einwirkung der Kälte auf Bacterien 64 105. Bechamp, A. — Les microzymas normaux du lait 64 106. — — Faits pour servir a, l'histoire des mycrozymas et des bacteries ... 65 107. Gayon, U. — Sur les alterations spontanees des oeufs 65 108. Bechamp, A. — Sur la glairine Motily 65 109. Pasteur, L. Etüde sur la biere 65 110. Knieriem, W. v., u. A. Mayer. — Ursache der Essiggährung 66 111. Wiebecke. — Ueber Infectionskrankheiten 66 112. Faye, F. C. — Nosogcnie und Panspermie 66 113. Eberth. — Bacterien im menschlichen Schweiss 66 114. More, J. — Ueber Snrciiif 67 115. Chauvau, A. — Die Rolle der Bacterien bei Entstehung der Gangräne . . 67 116. Schenk. — Mikrokokken der Vaccinelymphe 67 117. Klebs. — Ueber Infectionskrankheiten 67 118. Wolff, M. — Injection von Wundsecieten 68 119. Kissner. — Unabhängigkeit deletärer Wirkung septischer Flüssigkeiten von Bacterien 69 120. Birch-Hirschfeld. — Untersuchungen über Pyaemie 69 121. — — Ueber Pyaemie 69 122. Obermeier. — Organismen im Blut von Recurrenskranken ...... -70 123. Spirochaete im Blut von Recurrenskranken 70 124. Obermeier. — Ueber Spirochaete 70 125. Cohn, F. — Krankheitender Seidenraupen 70 126. Engel, F. — Ueber die Obermeier'schen Recurrens-Spirillen 71 127. Weigert. — Ueber die Obermeier'schen Recurrens-Fäden 71 128. Letzerich. — Ueber die Lungenmycose beim Keuchhusten 71 129. — — Ueber den Diphtheritispilz 71 130. Burkart, A. — Ein Fall von Mycosis intestinalis 71 131. Fraenkel, B. — Ein Fall von Mycosis des Pharynx 72 XI Seite 132. Pasteur. — Note relative ä im rapport de M. Cornalia sur les educations tle vers ä soie "^2 133. Raulin. — Sur la maladie dos vers ä soie 72 134. Gibelli. Maestri e Colombo. — Esperienze sulla propagazione artificiale dei corpuscoli del CDViialia 72 135. Neu aufgestellte Arten der Schiz omyceten 72 Phycomycetes 73—84 Chytridieae 73 136. Magnus, P. — Ueber Chytridium tumefaciens 73 137. Scliroeter, J. — Ueber Syncliytrium fulgens 73 Saprolegüieae 73—77 138. Cornu, M. — Monographie des Saprolegniees 73 139. Pringslieim. — Zur Morphologie und Systematik der Saprolegnieen ... 74 Mucorineae 77—82 140. Van Tieghem et G. Le Monnier. — Recherches sur les Mucorinees . . 77 141. Brefeld, 0. — Mucor racemosus und Hefe; nebst Bemerkungen zur Systematik der Pilze 80 142. Brefeld, 0. — Untersuchungen über die Alkoholgährung 81 143. Fitz, A. — Alkoholische Gährung durch Mucor Mucedo 82 144. Trecul, A. — Reponse ä M. Pasteur concernant l'origiiie de la levüre de biere 82 145. Nouvelle reponse concernant l'origine de la leviire de biere ... 82 Peronosporeae 82 146. Kühn, J. — Der Mehlthau der Runkeküben 82 Entomophthoreae 82 147. Cornu, M. — Note sur une nouvelle espece d'Entomi.phthora 82 148. Neu aufgestellte Arten der Phycomyceten 83—84 IJstilagineae 84—86 149. Wolff, R. — Beitrag zur Kenntniss der Ustilagineen 84 150. — — Der Brand des Getreides, seine Ursachen und seine Verhütung 84 151. Kühn, J. — Anwendung dos Kupfervitriols als Schutzmitt^^l gegen den Stein- brand des "Weizens 86 152. Duval-Jouve, J. — Une doformation de Zostera nana Roth, due ä la presence d'un Champignon 86 153. Körnicke, Fr. — Ustilago Kramcri, ein neuer Brandpilz 86 154. Kühn, J. — Auftreten verschiedener Ustilagineen 86 155. Schroeter. — Eine neue Ustilago; U. intermedia 86 156. Neue Arten der Ustilagineen 86 Uredineae 87-90 157. Magnus, P. — Zusammengehörigkeit von Aecidium Urticae und Puccinia Caricis 87 158. Schroeter, J. — Entwicklungsgeschichte einiger Rostpilze 87 159. Schneider, W. G. — Aecidium pallidum n. sp 87 160. Ueber Puccinia Helianthi 87 161. Schroeter, J. ~ Ueber einige schlesische Rostpilze 87 162. Magnus, P. — Mykologische Bemerkungen 88 163. Körnicke, Fr. — Ueber Uredo auf Cichoria Endivia 88 XII ' Seite 164. Durieu de Maisonueuve. - Pucciuia Malvacearum 88 165. Decaisne. - Puccinia Malvacearum 88 166. lioze. — Puccinia Malvacearum 88 167. Roper, F. C. S. — Puccinia Malvacearum 88 168. Nachriclit über Puccinia Malvacearum in England 88 169. Schröter, J. — Bemeikungen über eine neue Malvenkrankheit .... 88 170. Magnus, P. — Ueber Einwanderung zweier Rostpilze 89 171. Kühn, J. — Uromyces Betae. — Aecidium abietinae 89 172. Neu aufgestellte Arten der Uredineae 89- 90 Basidiomj^cetes 90~109 Tremellineae 90— 92 173. Tulasae, Gebrüder. — Nouvelles notes sur les fungi Tremellini et leurs alliöes 90 174. Neu aufgestellte Arten der Tremellineae 91— 92 Hymenoniycetes 92—106 175. Schnetzler, J. B. — Sur le soit-disant genre Rhizomorpha ..... 92 176. Braun, A. — Monströse Bildung von Agaricus lepideus Fr 93 177. Hartig, R. — Ueber den Parasitismus von Agaricus melleus und dessen Rhizomorpheu 93 178. Fries, Elias. — Observations on Gonnermann and Rabenhorst's Myco- logia europaea 93 179, Kritische Bemerkungen zu W. G. Smith „Mycological Illustra- tions Part II 93 180. Duo agavici novi anglici 93 181. Icones Hymenomycetum selectae specierum nondum delineatarum 93 182. Decas Hymenomycetum novorum 93 183. Worthing G. Smith. — New hymenomycetous fungi from stoves ... 94 184. Lactarius minimus 94 185. New British fungi 94 186. Ueber Russula emetica 94 187. Rabenhorst. — Hydnnm Stohlii n. sp 94 188. Hartsen. — Zusammensetzung von Agaricus fasciculatus 94 189. Sacc. — Analyse de l'Agaric fetide 94 190. Kalchbrenuer, G. — Icones selectae Hymenomycetum Hungariae ... 94 191. Harsling, Fr. — Fortschritte der Mycologie in Ungarn 94 192. Fuckel. — Mykologische Notizen 94 193. Neu aufgestellte Arten der Hymcuomycetes 95—106 Gasteromycetes 106—109 194. Cesati, V. — Sulla stoppt rta della Battarrea phalloides Pers. per la flora Neapolitona ^*^Ö 195. Nuovi cenni sulla Battarrea phalloides 106 196. De Bary. — Battarrea Steveni; B. phalloides; B. Gaudichaudii .... 106 197. Duchartre. — Spiralgefässe bei Battarrea phalloides 106 198. Roumeguere, C. — Sur un nouvel habitat. des Clathrus cancellatus Mich. et hirudinosus Tul. et quelques mots relativement h la premiere es- pece de ces champigrions ^06 199. Hoffmann, H. — Ueber Geaster coliformis P 106 XIII Seito 200. "Wortliington, G. Smith. — British Geasters 107 201. Chiirch, A. H. — Ou the composition of Lycoperdon giganteum .... 108 202. Müller, J. — Lysnrns Clarazianus 108 203. Neu aufgestellte Arten der Gasteromycetes 108—109 Ascolii} cetes ...... 109—135 Discomycetes. Tubcracei. Labo ulbeniacei . . . 109 — 123 204. Karsten, P. A. — Mycologia fennica. — Discomycetes 109 205. Philipps, William. — On the bhie reaction given by jodine in certain fungi 117 206. Cooke, M. C. — Bemerkung zu vorstehender Mittheilung 117 207. Worthingten, G. Smith. — Tv/o spccies of Peziza 117 208. — — New Ascomycetous fungi 117 209. Kuehn, J. — Exoascus alnitorqua auf Alnus incana 117 210. Brefeld, 0. — Kurze Notizen über Penicillium crustaceum' 117 211. Chatin, A. — Observations pour servir ä l'histoire de la truffe .... 118 212. De Seynes. — Trüffeln in einer Pflanzung von Pinus halpensis .... 118 213. Tom aschek, — lieber die Trüffel 119 214. Schroeter, J. — lieber die badischen Trüffeln 119 215. Peyritsch, J. — lieber einige Pilze aus der Familie der Laboulbenien . 119 21G. Neuere Untersuchungen über die Laboulbenien . 119 217. Neu aufgestellte Arten 120—123 Pyrenomycetes 123—131 218. Winter, Georg. — Vorläufige Mitthcilungen über die Gattung Sordaria . 123 219. ~ — Die deutschen Sordarien 123 220. — — Sordaria lignicola 125 221. Niessl, G., v. — lieber Sordaria ai)pendiculata Auwd. und S. curvula De Bary 125 222. Plowright. Ch. B. — Fuckels Classification of the Sphaeriacei .... 125 223. Cooke, C. — Bemerkung zu vorstehender Arbeit 125 224. — — Parasit auf Peziza hemisphaerica 125 225. Gibelli , G., et L. Gr iffini. — Sul polimorfismo della Pleospora herbarum Tul. 125 226. Neu aufgestellte Arten 126—131 A p h a n g. Protomycetes. Hyphomycetes. Tubercularini. Cytisporei. Sphaeropsidei 131—135 Protomycetes 131 227. Neu aufgestellte Arten 131 Hyphomycetes etc 132—135 228. Cooke, M. C. — Two British moulds 132 229. Neu aufgestellte Arten 182—135 Ernährnng niederer Organismen . . 135— 140 230. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten. (Vergl. daselbst die Titel.) 135 Einleitung 136 231. Ernährung niederer Organismen durch organische Substanzen . 136 232. Ernährung niederer Organismen durch Aschenbestandtheile . 137 233. Athmung niederer Organismen 137 234. Allgemeine Lebensbedingungen niederer Organismen 140 XIV Seit« Flechten ui-is? 235. Arnold, F. — Lichenologische Ausflüge in Tyrol. (Umhausen, Bozen, Roveredo und Riva.) 141 236. — — Lichenologische Ausflüge in Tyrol. (Der kleine Rettenstein.) . . 141 237. — — Lichenologische Aus&üge in Tyrol. (Serlos-Gruppe; Sonnenwendjoch.) 142 238. — — Die Lichenen des fränkischen Jura 142 239. Poetsch, J. S., und Schiedermayer, K. B. — Systematische Aufzählung der im Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns bisher beobachte- ten samenlosen Pflanzen 142 240. Stein, B. — Flechten der Babia göra 144 241. Stricker. — Flechten von Istrien und dem Trnovaner Wald und der Um- gegend von Görz 144 242. Lojka, H. — Bericht über eine lichenologische Excursion in's Banat und nach Siebenbürgen 145 243. Körb er, G. W. — Lichenes selecti Germaniae Nr. 361—420 145 244. Stein, B. — Proskau's Flechten 146 245. — — Nachträge zur Flechten- Flora Schlesiens. III 146 246. Barth, F. — Lichenes Traussylvaniae exsiccati. (Nr. 1—50.) 146 247. Weddell, H. A. — NouveUe revue des lichenes du jardin public de Blossac ä Poitiers 147 248. Crombie, J. M. — Additions to tlie british Liehen -Flora. III 147 249. — — New british Lichens 147 250. — — Lichens of Sowerby's Herbarium ' . . . 147 251. — — On the rarer Lichens of blair Athole 148 252. New british lichens 148 253. Leighton, W. A. — Lichenological memorabilia. III 148 254. Phillips, W. — Lichens in North-Wales 149 255. Stirton, J. — Two Lichens from Ben Lawers 149 256. Additions to the liehen -flora of Great-Britain 149 257. Krempelhuber, A., v. — Chinesische Flechten 149 258. Nylander, W. — Observata lichenologica in Pyrenaeis orientalibus ... 150 259. — — Addenda nova ad lichenographiam europaeam 150 260. — — Addenda nova ad lichenographiam europaeam 151 261. Arnold. — Lichenes exsiccati 151 262. Crombie, J. M. — Note on Lecanora Ralfsii 151 263. — — Note on Scolorina bispora 152 264. Minks, A. — Leptogium corniculatum 152 265. Borne t, E. — Recherches sur les Gonidies des Lichens 152 266. Weddell, H. A. — Les lichens du massif granitique de Liguge au point de vue mineralogique 155 267. — — Sur le röle du substratum dans la distribution des lichens saxi- coles 155 Moose 157-169 Morphologie und Physiologie 157— 158 268. Leitgeb. H. — Zur Morphologie der Metzgeria furcata 157 269. Kienitz-Gerloff, F. — Beiträge zur Entwicklungsgeschichte des Leber- moos-Sporogoniums 157 270. Ruths, R. — Durch Bastardbefruchtung entstandene Laubmoosfrüchte zwi- schen Orthotrichum anomalum Hedw. und Orth. stramineum Hornsch 158 XV Seite Systematik 158— leo 271. Jäger, August. — Genera et Species muscorum systematice disposita . . 158 272. Venturi. — lieber Orthotrichum 158 273. Braithwaite. — Recent additions to the moss flora 159 274. Duby. — Nouveau geiire de mousses propre ä la Nouvelle-Caledonie . . 160 275. Müller, K. — Sechs neue Laubmoose Noi'damerika's 160 276. Ruthe, R. — Eine neu unterschiedene Art der Laubmoos-Gattung Dicranella 160 277. Venturi. — Ueber Orthotrichum Shawii 160 278. Ruthe, R. — Ueber Orthotrichum Shawii 160 279. Boswell, H. — Eurhynchium praelongum 160 280. Braithwaite. — Note on Sphagnum neglectum 160 Verbreitung 160— 169 281. Hegelmaier, F. — Moosvegetation des schwäbischen Jura 160 282. Warnstorf, C. — Beiträge zur märkischen Laubmoosflora 161 283. Geheeb, A. — Ueber Barbula simiosa Wils 161 284. Juratzka, J. — Bryologische Notizen 161 285. Geheeb, A. — Kleine bryologische Notizen 162 286. Holbirk, P. C. — On the mosses of the west riding ofthecounty of York 162 287. Carrington. — New british Hepatice 162 288. Braithwaite. — A new british Riccia 162 289. Moore, D. — Anthocerus laevis in Irland 162 290. A new Scotch Sphagnum 162 291. Braithwaite, R. — Dicranum uudulatum 162 292. Müller, K. —Laubmoose, gesammelt während der zweiten deutschen Nord- 162 polfahrt 162 Oef ässkryptogamen . . . . 169-173 293. Baker, J. G. •— A new genus of Ferns of the tribe Asplenicae from the Salomon Islands 169 294. Prentice, Charles. — On Lindsaya linearis Sw. with descriptions of two new species 169 295. Fournier, E. — Einige neue Farnpflanzen aus Nicaragua 170 296. Baker, J. G. — New ferns from Lord Howe's Island 170 297. Luersseu, Chr. — Ueber die Spaltöffnungen von Kaulfussia Bl 171 298. Ueber centrifugales, locales Dickenwachsthum innerer Parenchym- zellen der Marattiaceen 171 299. Aschers on, P. — Hymenophyllum tuubridgense Sm 171 300. Ahles, — Ueber Ophioglossumo vulgatum 172 301. Baker, J. G. — Ueber Cyathea insignis 172 302. Luerssen, Chr. — Beitrag zur Farnflora der Palaos- oder Pelew-Inseln . 172 803. — Ueber die Farnflora der Cooks- oder Hervey-Inseln 173 804. Frankhauser, J. — Ueber den Vorkeim von Lycopodium 173 Morphologie der Zelle . . 174-186 305. V erzeichniss der besprochenen Arbeiten 174—176 (Vergl. daselbst die betr. Titel.) 306. Untersuchungsmethoden 176 307. Protoplasma 176 308. Zellbildung 178 XVI Seite 309. Zellwand 178 310. Aleuron inul Proteinkrystalloide 182 311. Chlorophyll und andere Farbstoffe 182 312. Stärke. Zucker. Fette. Gerbstoff. 184 313. Krystalle 184 Morpliologie der Gewetoe . 186-200^ 314. Allgemeine Vorbemerkungen 186 315. Sanio, K. — Anatomie der gemeinen Kiefer 187 316. Delbrouck, C. — lieber Stacheln und Dornen 191 317. Uhlworm, 0. — Beiträge zur Entwickelungsgescbichte der Trichome . . 192 318. Suckow, S. — Ueber Pflanzenstachehi und ihr Verhältniss zu Dornen . . 192 319. Zingeler. — Spaltöffnungen der Carices 193 320. Stahl, E. — Entwickelungsgescbichte und Anatomie der Lcuticellen . . . 194 321. Duval-Jouve, J. — Diaphragmes vasculiferes des Monocotyledones aquatiques 19.5 322. Reinke, J. — Zur Kenntniss des Rhizoms von Corallorhiza und Epipogon 197 323. Finger, F. — Anatomie und Entwi( kelungsgeschichte von Mirabilis .Talapa L. 198 324. Schumann, C. — Dickenwachstlium und Canibium 199 325. Briosi, Giovanni. — Ueber allgemeines Vorkommen von Stärke in den Siebröhren 199 Specielle Morphologie der Coiiifereii 201-207 326. Eichler, A. W. — Sind die Coniferen gymnosperm oder nicht? .... 201 327. Strasburger, E. — Sind die Coniferen gymnosperm oder nicht? .... 202 328. Skrowiszewski, Wl. — Ueber die Entwickelung des Embi-yo bei der Weymuthskiefer 204 329. Stenzel. — Beitrag zur Kenntniss des Blüthenbaues der Nadelhölzer . . 204 330. Meehan, Th. — On numerical ordre in the branching of some Coniferae 204 331. Dc-la-Rue, Eug. — Zur Histologie der Coniferen -Markscheide .... 204 332. Reinke, J. — Beitrag zur Kenntniss der Gymnospermenwurzel .... 205 333. Meehan, Th. — On the axial origin of socalled Pine needles 207 Morphologie der Monoeotyledonen und Dicotyledoiieii . . . . , 208-251 334. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 209-211 (Siehe daselbst die genauere Titclangabe.) Blütlien 210-221 335. Braun, A. — Monoecische Form des Hanfes 210 336. — — Ueber Darlingtonia Californica 211 337. Koehne, E. — Blüthenbau und Blüthenentwickelung bei Cuphea. ... 211 338. Warming, E. — Blüthenentwickelung bei Daucus Carota und Hypericum. 211 339. Urban. — Entwickelung der Bltithe bei Medicago 211 340. Finger, F. — Blüthenentwickelung von Mirabilis Jalapa 212 341. Baillon, H. — Recherches sur l'organogenie florale des Noisetiers .... 212 342. Hieronymus. — Entwickelung der Blüthen bei den Centrolepideen .... 212 343. Eichler. — Ueber den Blüthenbau von Canna 213 844. Glos, D. — Du Cahce dans les Gentianees et les Eortulacees 214 xvn Seit« 345. Warming, E. — Blütheuentstehung bei den Compoeiten 214 346. Chat in, A. — Organogenie de l'audrocee des Labiees, des Globulari^es et des Scrophularinees und Organogenie comparee de l'androcee . . 215 347. Warming, E. — Untersuchungen über Polleu bildende Phyllome und Kaulome 215 348. Hieronymus, — Aiithere der Centrolepideeu 216 349. Warming, E. — Dichotom verzweigte Staubblätter 217 350. Trecul. — De la theorie carpellaire d'apres des Papaveracees 217 351. De la theorie carpellaire d'apres des Eeuonculacees 217 352. Sur la theorie carpellaire d'apres des Amygdalees 218 353. Dune an. — On the Development of the gynaecium and the method of impregnation in Primula vulgaris 219 354. Barcianu, D. P. — Ueber den Fruchtknoten der Onagraceen 219 355. Huisgen, F. — Untersuchungen über die Entwickelung der Placenten . . 219 356. Warming, E. — Entwickelung einiger Ovula 219 357. Hieronymus. — Das Ovulum der Centrolepideeu 220 358. Duval-Jouve. — Sur la fecondation du Zostera marina 220 359. __ _- Particularites des Zostera 220 360. Duchartre. — Sur la fecondation du Zostera marina 220 361. Roper. — Notes on the genus Lemna 221 Keimbildung. Frucht .... 221—226 362. Urban. — Keimbiklung bei der Gattung Medicago 221 363. Hieronymus. — Keimbildung von Centrolepis 221 364. Schar lock. — Ueber die dreifach gestalteten Samen von Atriplex nitens . ^ 222 365. Urban. — Frucht der Gattung Medicago 222 366. Steinbrink. — Ueber die anatomischen Ursachen des Aufspringens der Früchte 222 367. Majewsky, P. — Ueber gewebeartige Pflaiizenhäute 224 368. Hildebrand. — Ueber den Bau der Schleuderfrüchte 224 369. Hieronymus. — Bau der Früchte von Centrolepis 226 Keimung. Bau der Keimpflanze . . 226—228 370. Urban. — Keimung von Medicago 226 371. Irmisch. — Keimung bei Aconitum Anthora 226 372. Drude. — Keimung bei Monotiopa Hypopitys . 227 373. Hoffmann, H. — Keimung bei Rhaphanus 227 374. Schenk. — Berichtigung zu vorstehender Mittheilung 227 375. Hieronymus. — Keimung bei Centrolepis 227 376. Reinke. — Keimung bei Guuuera 227 Wurzel 228—230 377. Reinke. — Wurzeln von Gunnera 228 378. Drude. — Wurzeln von Monotropa Hypopitys L. und Neottia nidus avis L. 228 379. Duval-Jouve. — Wurzeln von Zostera marina L. et nana Roth .... 229 380. Hieronymus. — Wuizelu der Ceutrolepideen 229 381. Reinke. — Knollen der Ophrydeen 230 Stengel 230—241 382. Reinke. — Uebergang zwischen Stengel und Wurzel von Gunnera . . . 230 383. Warming. — Recherches sur la ramiiication des Pbanerogames .... 230 384. Pedersen, R. — Theilimg der Vegetatiousspitze bei der Verzweigung der Phanerogamen 234 B \ xvm Seit« 385. Veiten. — Vitis viuifera und Ampelopr^is hederacea 235 386. Kiiy. — lieber Axillarknospen bei Florideni 235 387. Magnus. — Zur Morphologie der Spliacelariaceen 235 388. Keinke. — Axelkuospen von Gunnera 236 389. Warming, E. — Accessoriscbe Knospen 236 390. Koehne. — Verzweigung von Cuphea 236 391. Hieronymus. — Verzweigung der Centrolepideen 237 392. Duval-Jouve. — Verzweigung bei Zostera marina L. et nana Roth .... 237 393. Reinke. — Verzweigung von Corallorhiza und Epipogon 237 39^. Drude. — Knospenbildung von Keottia nidus avis 237 395. Ascherson, Magnus, Braun, Bouche. — Knospenbildung auf den Blättern von Cardamine pratensis 237 396. Dickie. — Notes on the buds developed on tlie leaves of Malaxis 237 397. Urban. — Perenniren der Gattung Medicago 238 398. Lestiboudois. — Structure des heterogenes 238 399. — — Sur quelques Lianes anomales 238 400. Finger. — Stengelbau von Mirabilis Jalapa 239 401. Reinke. — Stanimbau von Gunnera 239 402. Duchartre. — Quelques observations sur les caracteres anatomiques des Zostera et Cymodocea 240 403. Drude. — Stengelbau von Monotropa, Neottia, Goodyera und Epipogium . . . 241 404. Hieronymus. — Stengelbau der Centrolepidaceen 241 Blüthenstand 241—245 405. U.rban. — Blüthenstand der Gattung Medicago 241 406. Warming. — Das Cyathium von Euphorbia 242 407. Eichler. — Blüthenstand von Canna 24'd 408. Bentham, G. — On the homology of the perigynium in Carex and Uncinia . . 243 409. Towusend, F. — On some points, relating to the morphologic of Carex . . 243 410. Hieronymus. — Blüthenstand der Centrolepideen 244 411. Reinke. — Anatomie des Blütheustandes von Gunnera 244 412. Hieronymus. — Anatomie des Blüthenstandes der Centrolepideen 244 Blätter 245—248 418. Reinke. — Vegetationsorgane von Gunnera 245 414. Warming. — Blattbildung bei den Phanerogamen 245 415. Reinke. — Abortus von Blättern bei Gunnera 245 416. Ascherson. — Trimorphie der Blätter von Populus euphratica 245 417. Ascherson und Magnus. — Schwimmblätter von Ranunculus sceleratus L. und Flammula 246 418. Braun, A. — Blätter von Darlingtonia Californica . . . ■ 246 419. Reinke. — Blätter von Gunnera 246 420. Hieronymus. — Blattbau der Centrolepideen 247 421. Duval-Jouve. — Blattbau bei Zostera und Cymodocea 247 422. Hieronymus. — Blattstellung der Centrolepideen 247 423. Reinke. — Morphologie der Vegetationsorgane von Gunnera 247 424. — — Ueber die Functionen der Blattzähne und die morphologische Werthig- koit einiger Ijaiibblattnectarien 248 425. Duval-Jouve. — Sur une forme de cellules epidermiques , propres aux Cyperac^es . , 249 XIX Seite Schleimorgaue, Nectarien 248—219 426. Reinke. — Schleiraorgane von Gunnera 248 427. Ju eigens, H. — Ueber den Bau und die Verrichtung derjenigen Blütheiitheile, welche Honig oder andere zur Befruchtung nöthige Säfte aussondern . 249 Arteiten, welche im Vorhergehenden zerstückelt v/orden sind 249—251 428. Hieronymus. — Zur Kenntniss der Centrolepidaceen 249 429. Reinke. Morphologie der Vegetationsorgane von Gunuera 250 430. War min g. — Recherches sur la ramification des Phanerogames principaiement au point de vue de la partition du point vegetatif 250 gie . . 252-289 Molekularkräfte in den Pflanzen. — Allgemeine Lebensbedingungen der Pflanzen. — Mechanik des Wachsens. — Periodische und Reizbewegungeii ausgewachsener Organe. 431. Veiten, W. — Bewegung und Bau des Protoplasmas 252 432. Bert, P. — Recherches experimentales sur l'influence que les changements dans la pressioa barometrique exerceut sur les phenomenes de la vie . . . 252 433. Boussingault, J. — Sur la rupture de la pellicule des fruits exposes a une pluie continue. Endosmose des feuilles et des racines 253 434. Vries, H., de. — Ueber das Welken abgeschnittener Sprosse 253 435. Du Breuil. — Effets d'une decortication partielle sur des marroniers d'Inde . 254 43G. Faivre, E. — Nouvelles recherches sur le transport ascendant, par l'ecorce, des matieres nourricieres 254 437. Baranetzky, J. — Untersuchung über die Periodicität des Blutens der kraut- artigen Pflanzen und deren Ursachen 255 438. Eine Mittheilung über die Periodicität des Blutens bei den krautartigeu Pflanzen und deren Ursachen 255 439. Barthelemy, A. — De l'exhalatiou aqueuse des plantes dans l'air et dans l'acide carbonique 256 440. Müller, N. J. C. — Untersuchungen über die Difi'usion der atmosphärischen Gase und die Gasausscheiduug unter verschiedenen Bedingungen . . . 257 441. Barthelemy, A. — Du passage des gaz ä travers des membraues coUoidales d'origine vegetal 257 442. Stahl, E. — Entwicklungsgeschichte der Lenticellen 258 443. Merget, A. — Sur des phenomenes de thermodiffusion gazeuse, qui se produisent dans les feuilles, et sur les mouvements circulatoirs qui eu resultent dans l'acte de la respiration chlorophyllienne 258 444. T huret, G. — Experiences sur des grains de diverses especes plouges dans l'eau de mer 258 445. Sorauer, P. — Einfluss der Wasserzufuhr auf die Ausbildung der Gerstenpflanze 259 446. Morren,E. — L'energie de la Vegetation, ou application de la theorie mechanique de la chaleur ä la physiologie des plantes 259 447. Haberland t, Ir. — Die Keiujfähigkeit der Getreidekörner, ihre Dauer und die Mittel ihrer Erhaltung 259 448. Kerner. — Ueber die zum Keimen der Pflanzensaamen nothwendig;:' Temperatur 261 B* XX Seit« 449. Krasan, F. — Beiträge zur Kenntnis? des Waclisthums der Pflanzen. III. Sa- lix nigricans 261 4f)U. Ebermayer, E. — Die physikalischen Einwirknngen des Waldes auf Luft und Boden 262 451. Goeppert. — lieber die Wirkung der Kälte auf tropische Pflanzen .... 263 452. Famintziu, A. — Wirkung des Lichts auf die Zelltheilung 263 453. Carbonier, P. — Ueber den Einfluss des Mondlichtes auf die Vegetation im Wasser 264 454. Chautard, J. — Exangen spertroscopique de la clorophylle dans les residus de la digestion 264 455 _ _ Modifications du spectre de la chlorophylle sous l'influence des alcalis . 264 45f;_ _ _ Influence des rayons de diverses couleui'S sur le spectre de la chloro- phylle 265 457. — _ Classifications des bandes d'absorption de la chlorophylle; raies acci- dentelles 265 458, Examen des difterences, presentees par le spectre de la chlorophylle, selon la nature du dissolvant 265 459. Piecherches sur le spectre de la chlorophylle 265 460. Millardet, A. — Observations relatives ä une conimunication recente de M. Chautard, sur les bandes d'absorption de la chlorophylle 265 461. Ger land, E. — Ueber die Rolle des Chlorophylls bei der Assimilationsthätigkeit der Pflanzen und das Spectrum der Blätter 266 462. Pfeffer, W. — Wirkung der Spectralfarben auf die Kohlensäurezersetzung in den Pflanzen 266 463. Godlewski, E. — Abhängigkeit der Sauerstoffausscheidung der Blätter von dem Kohlensäuregehalt der Luft 267 464. Boehm, J. — Ueber den Einfluss der Kohlensäure auf das Ergrünen und Wachs- thum der Pflanzen 268 465. _ — Ueber die Bildung von Sauerstoff durch grüne , in kohlensäurehaltiges Wasser getauchte Landpflanzen 268 466. Schuetzenb erger, P., et Quinquaud, E. — Sur la respiration des vegetaux aquatiques immerges 269 467. Kny. — Einfluss der Schwerkraft auf die Conifereublätter 269 468. Bourdon Sanderson. — Ueber elektrische Vorgänge im Blatte der Dionaea muscipula 269 469. Pfeffer, W. — Untersuchungen über Oeffnen und Schliessen der Blüthen . . 270 470. Ueber Oeffnen und Schliessen der Blüthen 270 471. Batalin, A. — Die Ursachen der periodischen Bewegungen der Blumen- und Laubblätter 272 472. Charlet, G. — Sur le mouvement des etamines dans les Ruta 272 473. Frank, A. B. — Zur Frage über den Transversalgeotropismus und Heliotropismus 273 474. Vries, H., de. — Die vitalistische Theorie und der Transversalgeotropismus. . 273 475. Sachs, J. — Ueber das Wachsthum der Haupt- und Nebenwurzeln 274 47G, Sachs, J. — Ueber Wachsthum und Geotropismus aufrechter Stengel .... 277 477. Krasan, F. — Beiträge zur Kenntniss des Wachsthums der Pflanzen .... 278 478. Reinke, J. — Untersuchungen über die relative Geschwindigkeit des Längen- wachsthums der Pflanzen in kurzen Zeiträumen 279 479. Vries, H. de. — Üver eenige mechanische eigenschapen van groeijende planten- stengels 279 480. _ _ Längenwachsthum der Ober- und Unterseite sich krümmender Rauken . 280 481. Zur Mechanik der Bewegungen von Schlingpflanzen 281 482. Famintzin. — Beitrag zur Keimung der Kresse 283 483. Prantl, K. ~ Ueber den Einfluss des Lichts auf das Wachsthum der Blätter . 283 XXI Seite 484. Koch, L. — Abnorme Aeiiderungen v;achsender Pflanzenorgaue durch Bc- scliattung 283 485. Tieghem, Ph., van. — Rccherches physiologiques sur la germhiation .... 284 486. Prantl, K. — Untersuchungen über die Regeneration des Vegetationspunktes an Angiospennenwurzeln 285 487. Haustein. — lieber die Lebenszäliigkeit der Vaucheriazelle und das Repro- düctiünsverniögen ihres ])rotopksmatischen Systems 28G 488. Askenasy, E. — Vorläufige Mittheihmg über eine neue Methode, das Wachstimm der Pflanzen zu beobachten 286 489. Simmler. — Apjiareil pour etudier la germination 286 490. Pfeffer, W. — Untersuchungeu über]" Reizbarkeit der Pflanzen 28(J Ciiemische Physiologie .... 289-300 Pflanzenzusammensetzung. — Pflanzenstoff o. — Eigenschaften wichtiger Pflanzenstoffe. — Stof fmetamorphoseu. — Stoffwau- derung. — Abhängigkeit des Pflanzenlebens von äusseren chemi- schen Einflüssen. — Athmung. 491. Neubauer, C. — Beiträge zur qualitativen Analyse des Weinlaubes .... 290 492. Piccard, J. — lieber einige Bestandtheile der Pappelknospen 290 493. Bourgoin und Verne. - Bestandtheile der Blätter des Boldo 290 494. Oxley, J. — Gemeinsame Bestandtiieile dir Ericeen 29 (J 495. P^raser, R. -- Das Kombe, ein afrikanisches Pfeilgift 290 496. Hartsen, M. — Sur la substance colorante des baies rouges 291 497. Duclaux, E. •— Gegenwart des Kupfers in der Cacao . . .' 291' 498. Eocke, W. 0. — Vorkommen von Litliium im Pflanzenreich 291 499. Schneider, C. — Vertheilung des Stickstoflgehalts in einigen Strolisorteu . . . 292 500. Hlasiwetz und Haberraann. — lieber die Proteinstoffe 292 501. Bechamp, A. — Recherches sur l'isomerie dans les raatiers albuminoides . . . 293 502. Mathieu et V. llrbain. — Du role dos gaz dans la coagulation de l'albumine . 294 503. Ritt hausen. — lieber die Asparagin- ähnliche Substanz im Wickensamen . . 294 504. Henschen, S. — Vorkommen des Amygdalins 295 505. Bach, 0. — Ueber das Solanin 295 506. Kallen, J. — Ueber Heleuin und Alantkampher 295 507. Baltzer. — Ueber den natürlichen Verkohlungsprocess 295 .508. Bouchardat, C. — Milchzucker im Pflanzenreich 296 509. Boussignault. — Ueber den Sorbit 296 510. Muentz, A. — Sur la matiere sucree contenue dans les Champignons .... 296 511. Petit, A. — Siu" le sucre contenu dans les feuilles de vigue 297 512. Girard, Aime. — Sur une uouvelle matiere sucree volatile , extraite du caoutschouc de Madagascar 297 513. Scheibler. — Ueber das Vorkommen vom Arabinsäure in den Zuckei'rüben und über den Arabinzuckor 298 514. Müller, H. — Ueber den Grasv^urzelzucker und über das Triticiu, ein neues Kohlenhydrat im Rhizom von Triticum repens L 299 515. Thumbach. — Zuckergehalt der Spargel 300 516. Barföd, C. — Nachweisung des Traubenzuckers neben Dextrin und verwandten Körpern 301 517. Grote, A., v. und To Ileus, B. — Ueber eine beim iiehaudein von Rohrzucker mit verdünnter Schwefelsäure entstehende Säure 301 518. Sachsse, R. — Ueber einige stickstoffhaltige Verbindungen des Milchzuckers . 302 XXII Seite 519. Eother. — Stärke und Eiweiss 802 520. Seil u etzenb erger. — Uelier das Verhalten der sogenannten Kohlenhydrate und ähnlicher Körper zu wasserfreier Essigsäure 302 521. To Ileus, B. — üeber Verbindungen von Stärke mit Alkali 30?- 522. Haberlandt, Fr, — Vorkommen der fetten Oele in den Getreidekörnern . . . 3CK'> 523. Kraus, G. — Mittheil, über Arbeiten des Dr. Briosi, das Vorkommen von Oel in den Chlorophyllkörnern einiger Strelitziaarten betreffend 304 524. Briosi, G. — Ueber normale Bildung fettartiger Substanz im Chlorophyll . . 304 525. Ficinus, 0. — Fettgehalt des Mutterkorns 305 526. Morren, E. — Introduction ä l'ötude de la nutrition des plantes 305 527. Peligot, E. — Sur la rrpartition de la potasse et de la soude dans les vegetaux 305 528. Thenard, P. — Mittheilungeu zu vorstehender Abhandlung 307 529. Mayer, C. F. — Ein aus sich selbst Nahrung ziehender Baum 307 530. Hei SS e. — Pflauzenphysiologisches 308 531. Reinke, J. — Ueber Gummischleim und Stärke im Rhizom von Corallorhiza und Epipogon 308 532. Prillieux, E. — Sur la coloration et le verdissement du I''eottia Nidus-avis . 308 533. Mer, E. — La glycogenese dans le regne vegetal 309 534. Kraus, Gregor. — Bemerkungen über die Erscheinung der Sommerdürre unserer Baum- und Strauchblätter 316 535. Godlewski, E. — Abhängigkeit der Stärkebildung in den Chlorophyllkörnem von dem Kohlensäuregehalt der Luft 318 536. Ilcrsford, E. N. — Reduction der Kohlensäure zu Kohlenoxyd durch Eisen- phosi)hat ...:•> 319 537. Boutiu, A. — Sur la presence d'une proportion considerable de nitre dans l'Amaranthus Blitum 319 538. Mayer, A., und Koch, L. — Aufnahme von Ammoniak durch oberirdische Pflanzentheile 320 539. Pfeffer, W. — Ueber die Beziehung des Lichts zur Regeneration von Eiweiss- stoffen aus dem beim Keimungsprocess gebildeten Asparagin 321 540. Henneberg, W. — Ueber das genetische Verhältniss der Asparaginsäure zum Eiweiss 323 641. V/ibel und Zacharias. ~ Eine neue Gattung kalkfällender Pflanzen .... 324 542. Deetz, R. — Untersuchungen von Lulium perenne in verschiedenen Stadien der Entwicklung 324 543. Feska, M. — Beziehungen der stofflichen Zusammensetzung eines durch einen continuirlichen Wasserstrom gewonnenen Bodenextracts gegenüber den Stofl'en, welche eine Pflanze in gleicher Zeit dem Boden entzieht , sowie den Stoffen, welche der Boden an concentrirte Salzsäure abgibt . . . 327 544. Gimbert. — Sur les secretions de la fleur de l'Eucalyptus globulus .... 328 545. Kraus, C. — Studien über die Herbstfärbung der Blätter und über Bildungsweise der Pflanzensäuren 328 546. — — Ueber die Ursache der Färbung der Epidermis vegetativer Oigane der Pflanzen 332 547. Sorby, H. C. — Die Farben der Pflanzen 333 548. N essler, J. — Aschengehalt des Holzes verschieden gedüngter Reben .... 335 549. Heinrich, R. - Beiträge zur Kenntniss der Einwirkung verschiedener Dünge- mittel auf die relative Entwickelung der Pflanzenorgane . . , . . . Joö 550. Fitt bogen, J. — Untersuchungen über das für eine normale Production der Haferpflanze nothwendige Minimum von Bodenfeuchtigkeit, sowie über die Aufnahme von Bestandtheilen des Bodens bei verschiedenem Wassergehalt desselben 338 XXTIT Seit« 551. Rittauseii, H., und Pott, E. — Ijutersuchungen über den Eiufluss einer an Stickstoff und Pliosphorsäure reichen Düngung auf die Zusammensetzung der Pflanze und der Samen von Sommerweizen 343 552. Wolff, E. V., — Ueber den Einfluss verschiedener Mengen von l'hosphorsäure auf die Entwickhing der Haferpflanze 346 553. Erhardt, C. — Ueber äul)cutane Injection bei Pflanzen 347 554. Vogel, A., und IIa ab, Ludw. — AVirkung des Camphers auf das Pflanzeuleben 350 555. Calvert, Crace. — lieber filuluisswidrige Materien 352 556. Boehm, J. — üebor die Respiration von Landpflauzen 352 557. Schuetzenberger et Quinquaud, E. — Sur la respiration des vegetaux aqua- tiques immerges 357 558. Heintz, A. — Athmung der Rübeuwurzeln 358 Bef nicht Uli gs- und Aiissäungseiiirichtiiiigeii. Yerbreitnngsinittel 360-384 559. Einleitung 360 560. Müller, H. — Die Befruchtung der Blumen durch Insecten und die gegen- seitigen Anpassungen beider 361 561. Godrou, A. — Ueber das Blühen der Gramineen 367 562. Kerner, A. — Schutzmittel des Polleus gegen die Nachtheiie vorzeitiger Dislo- cation und gegen die Nachtheile vorzeitiger Befruchtung 372 563. Müller, Fr. — Bestäubungs versuche au Abutilon 375 564. — — Geschlechtliche Verhältnisse der Termiten 37(> 565. Riley, Ch. V. — Befruchtung der Yucaarten 37G 566. White, 11. — Einfluss der Insecten auf Verth eilung der Pflanzen 377 567. Redfiel d, John H. — Blütheneinriclitung von Asartnn canadense 377 568. Meehan, Thoraas. — Windblüthigkcit des Spargels 378 569. Kitchener. — Blütheneinrichtungen von Mimulus moschatus und Achimcnes . 378 570. Bennet, A. W. — Hart, W. E. — Kitchener. — Befruchtung von Viola tricolor - . . . . 378 571. Müller, H. — Beft-uchtung von Viola tricolor 378 572. Meehan, Thomas. — Gentry, G. Thoraas. — Befruchtung von Pedicularis canadensis : 378 573. Hart. W. E., und Farrer. — Staubgefasse von Lotus corniculatus 378 574. Hart, W. E., und Oudemau.s. — Blüthen von Xepetii Glechoma Bentli. . . . 378 575. Müller, H. (Lippstadt). — Ueber Anagraecum sesquipedalc 378 576. Hildebraud, Fr. — Verbreituugsmittel der Pflanzen 378 Hybridität 335- 386 577. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 385 (Siehe daselbst die genauen Titel.) 578. Specielle Referate 385 Entstehung der Arten ... 386-391 579. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 386 (Siehe daselbst genaues Titelverzeichniss.) 580. Specielle Referate 886 XXIV Seit« Systematische Monographieen und aiissereiiropäische Floren 392-421 581. Bentham, G., und Hooker, J. D., ' — Genera plantarum isd exomplaiia imprimis in herbariis kewensibus servata. definita 393 582. De Candolle. — Prodomus systematis universalis regni vegeiabilis . . . 39i 583. Eichler, A. W. — Flora Brasiliensis 400 584. Warming, E., Symbolae ad floram Brasiliae centralis cognoscendam . . . 403 585. Triana et Planchon, J. E. — Prodromus florae Novo - Granatensis etc. . 404 586. Baillon, H. — Histoire des plantes 405 587. Seemann, Bertb. - Flora Vitiensis 407 588. Koernicke, "Fr. — Monograi)bie der Rapateaceae 407 589. Böckeier, 0. — Cyperaceen des Königl. Herbariums in Berlin .... 408 590. Hiern, W. P. — Mouograpb of ICbenaceae 409 591. Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum Japoniae et Alaudschuriae . . 409 592. Regel, E. — Descriptiones plantarum novarum in regionibus Tuikestanicis etc. 411 593. Urban, Ign. — Prodromus einer Monographie der Gattung Medicago L. . 412 594. Conspectiis generis Medicaginis 414 595. Haussknecht, C. — Zur Kenntniss der Gattung Fumaria 414 596. Wunschmann, E. — lieber die Gattung Nepenthes 416 597. Philip pi, R. A. — Bemerkungen über die chilenischen Arten von Edwardsia 417 598. Buchenau, Vr. — Ueber einige von Liebmann in Mexico gesammelte Pflanzen 417 599. Koehne, E. — Bemerkungen über die Gattung Cuphea 417 600. Kurz, S. — On a few new plants from Yunan 418 601. Hook er, J. D. — On Melianthus Trimenianus H. f. and the affinities of Greyia Sutherlandi 418 602. Ernst, A. — ElateriopsiS; eine neue Cucurbitaceen-Gattung aus Caracas . 418 603. Boeckeler, 0. — Zwei neue Cyperaceen-Gattungen etc 419 604 Hance, H. F. — Ueber Erythrostaphyle 419 605. Baker, J. G. — Synopsis of the East Indian species ofDracaena and Cordyline 419 606. Miers, J. — On Marupä, a new genus of Simarubaceae 419 607. Baker, J. G. — On Schizobasis, a new genus of Tiliaceae 420 608. Hiern, W. P. — On Physotrichia, a new genus of Umbelliferae .... 420 609. Kurz, S. — Three new species of Porana 420 610. Decaisne, J. — Note sur trois especes d'Hydnora 420 611. — — Descriptions de trois genres nouveaux de plantes recueillies en Chine 420 612. — — Remarques sur les especes du genre Eryngium 421 613. Morren, E. — Notice sur le Bilbergia pyramidalis Lindl. et le Bilbeigia thyrsoidea Mart 421 Pliytopalaeontologie . . . 422-434 614. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten . . . = 422—428 Primäre Formationen' 429—456 615. Cambrysches System 429 616. Silur und Devon ....'. 429 617. Carbonformation 430—456 618. Ursa 430 619. Bergkalk 432 620. Culm 432 621. Unter-Carbon im Allgemeinen 432 XXV Seit« 622. Kohlenkalk und Culm 432 623. Steinkohle (productivc) * 432 624. Deutschland 432 625. Oesterreichische Staaten 433 626. Italien 433 627. Belgien 433 628. Frankreich 433 629. England 434 630. Nord-Amerika 434 631. Pilze 435 632. Farne 435 633. Calamiteen 436 634. Aunularia 437 635. Cingularia 438 636. Calamodendreen (Asterophyllites) 438 637. Spheuophyllum 439 638. Fructification der Calamarien 440 639. Lepidodendreen 441 640. Sigillarieen 443 641. Gymnospermen 445 642. Fruchtstadien 446 643. Equisetaceen 446 644. Filices 447 645. Lycopodiaceen 447 646. Sigillarieen , 447 647. Noeggerathieen 448 648. Conifereu 448 649. Gramineen 448 650. Steiukohlenharze 448 651. Steinkohle und Dyas 448 652. Palaeozoische Flora 452 653. Dyas 453 654. Farne 455 Secundäre Formationen 456-464 655. Buntsandstein 456 656. Obere Trias 456 657. Lias 457 658. Jura 457 659. Wealden 460 660. Kreide 460 661. Liburnische Stufe 463 Tertiäre Formationen 464—481 662. Eocen 464 663. Fossile Palmenhölzer 466 664. Nulliporen des Pflanzenreichs 466 665. Oligocen 467 666. Ligurische Stufe 467 667. Tongrische Stufe , 471 668. Aquitanische Stufe 471 669. Bernsteinflora , , 476 XXVI Seite 670. Miocen . . . . ^ 478 671. ' Mainzer Stufe 478 672. Helvetische Stufe 478 673. Oeninger Stufe 479 674. Pliocen 479 675. Quartale Schichten 481-483 Anhang. 676. Ueber Blattskelette. Pharmaceutische Botanik . . . 484-496 677. Triana, J. — Nouvelles etudes sur les Quinquinas 484 678. Weddell, H. A. — Notes sur les Quinquinas 489 679. Hasskarl. — Bericht über die Cultur der Cinchoneen auf Java 490 680. Berichte über Chinaculturen 490 681. Sandahl. — Ueber Chinaknollen 490 682. Carl es. — Alkaloide der Chinarinden 491 683. Jobst, J. — Alkaloidgehalt der Chinarinden 491 684. Hesse, 0. — Studien über die Alkaloide der Chinarinden 491 685. Vollrath. - Senföl aus Reseda 491 686. Loewe, J. — Quercetin und Quercitriu im Catechu und Sumach 491 687. — — Ueber Sumacligerbsäure 491 688. Lefort. — Atropingehalt der Blätter von Atropa Belladonna L 491 689. Hildwein. — Ditarinde und das Ditain 492 690. Christ, H. — Ueber die Frucht von Catha edulis 492 691. Triana, J. — Les Condurangos 492 692. Jackson. — Safran aus Lyperia crocea . . 492 693. Chappellier. — Ueber Crocus sativus L 492 694. Jackson. — Notiz über Aplotaxis Lappa Dec 493 695. Hance, H. F — On the Ch'ing muh shiang, or green putchuk of the Chinese . 493 696. Jackson, J, R. — Ueber Milchsaft liefernde, südamerikanische Bäume. . . . 493 697. Kaveret-Wattel. — Die Pflanzengattung Eucalyptus 493 698. Ullersperger. — Australische Arzneipflanzen 494 699. — — Ueber Anacardium occideutale 494 700. Willkomm. — Stammpflanze der „Flores Ciuae levauti(;;e" 494 701. Flückiger. — Kheum officinale 494 702. Hanbury. — Abstammung der Pareira brava 494 703. Land er er. — Meerzwiebel in therapeutischer Beziehung 495 704. Batka, J. H. — Abstammung des Weihrauchs 495 705. Flückiger. — Harzgewinnung im Bad. Schwarzwald 495 706. — — Die Koloquinte als Nährpflanze 495 707. — — Die Frankfurter Liste 495 708. — — Grundlagen der pharmaceutischen Waarenkunde 496 709. Jäger, H. — Der Apothekergarten 496 Technische Botanik 497-500 710. Wiesner, J. — Rohstoffe des Pflanzenreichs . . . . • 497 711. Vogl, A. — Untersuchungen über die Farbhölzer des Handels 498 712. Schlesinger, R. — Miki'oskopische Untersuchungen der Gespinnstfasern . . . 499 713. Jagor, F. - Reisen in die Philippinen 499 714. Thozet. — Gewächse des nördl. Queensland .... * 499 XXV II Seite 715. Richthofen, Fr., v. — Pflanzenproducte China's -499 716. Cazzuola, F. ~ Untersuchungen über Fasern 500 Forstwlrlhscliaftliclie Bot.aiiik . . 500 sie 717. Hartig, K. — lieber Rindenj)roduction der Kiefer 500 718. Sanio, K. — Ueber Herbst- und Früblingsholz in der Kiefer 502 719. — — Abnormitäten in der Bildung der Jahrringe 502 720. Beling. — Standgewäcbse der Mistel 502 721. Fischer, Fr. — Viscum album L. auf der Eiche 503 722. Beliug. — Blitzschläge an Bäumen 503 723. Baur. — Der Blitz als Waldverderber 503 724. Mühlen, Ferd., v. — Rationeller Betrieb der Ausästung 504 725. Göppert. — Folgen äusserer Verletzungen der Bäume 505 726. Zemann, Jul. — Der Kieferndreher 505 727. Hartig, R. — Wichtige Krankheiten der Waldbäunie 505 728. Grunert, Th. — Eigenthümliche Krankheitserscheinungen an Waldbäumen . . 505 729. Schroeder, Jul. — Schädliche Wirkung des Hütten- und Steiukohlenrauchs auf Waldbäume 505 730. Ebermayer, Ernst. — Ursache der Schüttekrankheit junger Kiefernpflanzen . 506 731. Von hausen. — Untersuchungen über den Rindenbrand 506 732. Thielau, Fr., v. — Wälder, Luftmeer, V\^asser 507 733. Hartig, Th. — Temperatur der Baumluft 507 734. Weber, Rud. — Beitrag zur Lärchenfrage 508 735. Fliphe, F. — Grandeau, L. — Einfluss der chemischen Zusammensetzung des Bodens auf das Wachsthum von Pinus Pinaster 515 736. Möller, L. — Die Holzgewächse in Nord- und Mitteldeutschland 517 Pflanzenkrankheiten 519 -568 Krankheiten durch ungünstige Bodenverhältnisse 519—520 737. Neue Kartoffelkrankheit 519 738. Kalender. — Bildung des Honigthaues 519 739. Kraus. — Sommerdürre unserer Baum- und Strauchblätter 520 740. Boussingault, J. — Versuche über endosmotische Erscheinungen bei Früchten etc. 220 741. Godron. — Melanges de Teratologie vegetale 520 742. Warming. — Ueber Fasciationen 520 Schädliche atmosphärische Einflüsse . . . 520-531 743. Wittmack. — Der sogenannte aestige . Roggen 520 744. Sorauer. — Ueber das Lagern des Getreides .521 745. Prillieux. — Blaufärbung der Blütlien einiger Orchideen unter dem Einfluss der Kälte 521 746. — — De l'influence de la congelation sur le poid des tissus vegetaux .... 521 747. Goeppert. — Tod von Bäumen durch verspätete Nachwirltung des Frostes . . 521 748. Fischer, Carl. ~ Das Eingehen der Obstbäume 522 749. Magenau. -- Schutz der Rebe gegen Frost 522 750. Goeppert. — Die Pflanzenwelt im vergangenen Winter 523 751. Bouch e. — Verspätete und beschleunigte Entwicklung von Blüthen im Winter 1872 .523 752. Vries, H., de. — Einfluss zu hoher Temperatur auf das Pflanzenleben . . . 524 753. Ebermayer. — Ursache der Schüttkrankheit 525 754. Famiutzin, A. — Beitrag zur Keimung der Kresse 525 xxvm Seite 755. Koch, Ludw. — Abnorme Aenderungen wachsender Pflauzenorgane durch Be- schattung 525 756. Boehm, J. — Einfluss der Kohlensäure auf das Ergrünen und Wachsthum der Pflanzen 526 757. Godlewski. — Abhängigkeit der Stärkebildung in den" Chlorophyllkörnern von dem Kohlensäuregehalt der I^uft 526 758. Schröder, J. — Einwirkung der schwefligen Säure auf die Pflanzen .... 526 759. Einwirkung der schwefligen Säure auf die Pflanzen 527 760. Freitag. — Einwirkung des Hüttenrauchs auf die Vegetation 528 761. Focke. — Schweflige Säure als pilztödteudes Mittel 528 762. Boehm, Jos. — Einfluss des Leuchtgases auf die Vegetation ,528 763. Spaeth. — Meyer. — Einfluss des Leuchtgases auf die Vegetation .... 529 764. Caspary. — lieber vom Blitz getroffene Bäume 529 765. Colladon, T). — Wirkung des Blitzes auf die Bäume 530 Venvunduiigen 531-537 766. Goeppert. — lieber Hexenbesen 531 767. Mayer, C. F. — Ein aus sich selbst Nahrung ziehender Baum 531 768. Kühn, J. — Neue Kartoffeln in den alten 531 769. Paulsen, W. — Versucli über den Einfluss des Krautabsclineidens auf den Er- trag und die Qualität der Kartoffel 531 770. Breitenlohner, J. — Einfluss des Abblattens auf Ertrag und Gehalt der ; ■! Zuckerrübe 532 771. Du Breuil. — Wirkungen theilweiser Entrindung der Kastanienbäume . , . . .532 772. Prantl. — Regeneration des Vegetationspunktes an Angiospermenwurzeln. . . 5B2 773. Goeppert. — Innere Zustände der Bäume nach äusseren Verletzungen . . . 532 774. Tramnitz, A. — Schneiden und Aufasten 536 775. Richter-Schreitlacker. — Zweckmässigkeit des Beschneidens der Wurzelenden 536 770. Magnus. — Einfluss des Edelreises auf die Unterlage 537 777. Zen. Erzeugung neuer Rosenvarietäten durch Veredlung 537 Krankheiten durch verschiedene Ursachen ... 537 778. Sorauer, P. — Einige Beobachtungen über Gummibildung 537 Phanerogame Parasiten etc 538 779. Verbreitung und Vertilgung der Klecseide 538 780. Feldfruchtbeschädigung durch Pappeln 538 Kryptogauie Parasit,en 538—567 781. Magnus. — Chytridium tumefaciens 538 782. Kühn, J. — Mehlthau der Runkelrübe 538 783. Fish. — Kartoffelkrankheit 539 784. Spraggon. — Kartoffelkrankheit ,539 785. Thompson. — Kartoffelkrankheit 539 786. Wolff, Reinh. — Der Brand des Getreides 589 787. Kühne, J. — Kupfervitriol als Schutzmittel gegen den Brand 541 788. Dreisch, E. — Einfluss des Kupfervitriols auf die Keimung des Weizens . . . 541 789. Magnus. — Einwanderung zweier Rostpilze 542 790. Schröter, J. — Bemerkungen über eine neue Malvenkrankheit 543 791. Magnus. ~ Zusammengehörigkeit von Aecidium Urticae mit Puocinia Caricis . 544 XXIX Belte 792. Aecidium Berberidis 544 793. Magnus. -- Mykologische Bemerkungen 544 794. T hürnen, v. — Mykologische Notizen 544 795. Niessl, v. — Beiträge zur Kenutniss der Pilze 544 796. Rabenhorst. — Fungi europaei exsiccati 544 797. Middeldorpf. — Drelnvüclisige Kiefern 546 798. Hart ig, R. — Vorlaufige Mittheilungen über den Parasitismus von Agaricus mel- leus und dessen^Rhizomorphen 546 799. Wichtige Krankheiten der Waldbäume 546 800. Oudemans. — Sur une espece speciale de tubes existant dans le tronc du Bu- reau etc 564 801. Berkeley, M. J. B. — lieber Faden -Melilthau der Theepflanzen 564 802. Leuchten faulen Holzes 564 803. Mach, E. — Ueber ein dem Traubenpilz ähnliches Vorkommen auf Obstbäumen 564 804. Burghard. — Pechkranldioit der Reben 564 805. Saut er. — Pechkrankheit der Reben _. 565 806. König, L. — Eine neue Fichtenkrankheit 565 807. Philipps, Const. — Ueber Astauschwellungen an der Rosskastanie .... 565 Anhang. 808. Kny. — Ueber parasitische Algen 567 809. Grunert. — Krankheitserscheinungen an Waldbäumen 567 Holländisclie Literatur .... 568-570 810. Surin gar, W. F. R. — Beobachtungen einiger Missbildungen bei Pflanzen . . 568 811. Treub, M. — Notice sur l'aigrette des Composees 569 812. Bruyn, de A. 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Ludwig, F. — Neue Standorte der Flora hennebergica 625 930. ilampe, E. — Flora Hercynica 625 931. Fisch er-Benzou. R., v., und Steinvorth, J. — Flora vou Hadersleben . 625 932. Prahl, P. — Zur Flora vou Schleswig 625 933. Buchenau, F. — Seltene Pflanzen der Umgegend von Bremerhafen .... 626 934. Arngast und die Oberahn'schen Felder 626 935. Focke, W. 0. — Zur Kenntniss der Flora der ostfriesischeu Inseln .... 626 936. Wilms. - Skizze der Flora einiger Punkte des Sauerlands 627 937. Spiessen, v., Fr. -- Beiträge zur Flora von Westphalen 627 938. Mels heimer, M. — Beiträge zur Flora von Neuwied 627 939. Uechtritz, R., v. — Hieracium pallescens 628 940. Thielens, Arm. — Relation d'un voyage au Laacher See 628 941. Onzieme herborisation de la Societe royale de Belgique 628 942. Du Mortier, B, C. — Note sur le caractere botanique de l'Eifel 628 943. Thilens, Arm. — Neuer Standort von Selagiuella helvetica 628 944. Dosch u. J. Scriba. — Flora des Grossherzogthums Hessen 628 945. Schultz, F. — Beiträge zur Flora der Pfalz 628 946. Schultz, F. — Ueber Juncus nigritellus. Koch non Don 629 947. Jaubert, Cmte. -- Ledum palustre im Wasgenwald 629 948. Buchinger. Ledum im Elsass 629 949. Caf lisch, J. Fr. Zur Flora von Schwaben und Neuburg 629 950. Juratzka, J. -- Botrychium virginianum Sw 629 951. Grisebach. — Hieracium pleophyllum Schur, in Böhmen 630 952. Celakovsky, L. — Ueber Epilobienbastarde 630 953. Phytographische Beiträge. Pastinaca urens Req 630 954. Mayer, A. C. — Crypsis alopecuroides Schrad. am Eibufer bei Leitmeritz . . 630 955. Dedecek, Jos. — Neue Beiträge zur Flora der Prager Umgegend 631 956. Uechtritz, R., v. — Hieracium Engleri Uechtr 631 957. Ascherson, P. — Vorzeigung einiger Pflanzen aus der Umgegend von Teschen 631 958. Schiedermayr, K. — Eine Granitinsel im Kalkalpen-Gebiete Oberösterreichs. 631 959. Reuss, v.. fil. — Zur Flora von Niederösterreich 631 960. Haläcsy, E., v. — Neue Standorte zur Flora von Niederösterreich .... 631 961. Vierhapper, Fr. — Neue Standorte zur Flora von Niederösterreich .... 632 962. Wiesbauer, J. S. J. — Zur Flora vou Niederösterreich 632 963. Engelt haier, H. — Standort vou Crocus vernus Wulf. 632 &64. Haussknecht, C, — Neue Standorte zur Flora der Umgegend von Wien . . 632 xxxra Seit« 965. Kerner, A. — Anchusa Gmelini Ledeb. bei Wien 632 966. Berroyer, A. — Neuer Standort von Draba memorosa L 632 967. Kalb runner, H. — Zur Kalkflora Niederösterreichs 632 968. Kr zisch, Jos. — Berichtigung zu Pflanzenstandorten bei Wiener-Neustadt . 632 969. Woloszczack, Eust. — Zur Flora des südöstlichen Schiefergebietes Nieder- österreichs 632 970. Strobl, P. Gabr. — Auf der Höhe des Lichtmessberges 633 971. Baenitz, C. — Einige Fundorte aus Kärnten 633 972. Stricker. — Ein neuer Primel-Bastard 633 973. Tommasini, v. — Die Flora des südlichsten Tlieils von Istrien 634 974. Grembich, P. Jul. — Seltnere Pflanzen des Volderthals bei Hall 634 975. Kemp. H. S. J. — Zur Flora des Illgebiets von Vorarlberg 634 976. Huter, Eup. — Botanische Mittheilungen 634 977. ValdeLievre. — Zur Kenntniss der Ranunculaceen-Formen der Flora Tri- dentina 634 978. Christ, H. Die Rosen der Schweiz ^ . . 635 Niederlande 638—642 979. Bruyn, A. J. de. — Bydrage over Rumex Steinii Becker etc 638 980. Hall, H. C., van. — Fundorte einiger seltener Pflanzen der Niederlande . . 638 981. Thielens, Arm. - Acquisitions de la flore beige 638 982. — -- Les Orchidees de la Belgique 639 983. Baguet, Ch. -— Sur le Sedum rubens croissant sur le massif silurien du Brabant 640 984. Bamps Const. — Les plantes rares des environs de Hasselt 640 985. Crepin, F., Baguet, Gh., Gillert, Ch. — Session extraordinaire de la societe de Bot. de Belgique et de la societe botanique de France 640 986. Durand, Theoph., et Donckier, Henri. — Sur la flora de la province de Liege 640 987. Koltz, J. P. J. — Prodrome de la flora du grand-duche de Luxembourg . . 641 Britische Inseln 662-646 988. 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Janka, V. v. — Plantarum novarum Turcicarum breviarium II 658 1057. Cesati, V. de. — Notizie sulla flora del Balkan 659 1058. Uechtritz, R. v. — Botanische Notizen 659 Karpatenländer 660-666 (Ungarn mit den Nebenläudern, excl. croatisches Littorale, Galizien, Buckowina, Rumänien.) 1059. Kerner, A. — Vegetationsverhältnisse des mittleren und östlichen Ungarns und angrenzenden Siebenbürgens 660 1060. Freyn, J. — Botanische Notizen 662 1061. Holuby, Jos. L. — Brombeeren der Flora von Podhrad in Ungarn .... 662 1062. Wessely, Jos. — Der europäische Flugsand und seine Cultur etc 662 1063. Uechtritz, R. v. — Hieracium Jankae 662 1064. Kerner. A. — Botanische Notizen 662 1065. Ritter v. Reuss, A. — Botanische Notizen 663 1066. Csatö, J. V. — Potentilla nivalis Lapeyr. in Siebenbürgen 663 1067. Uechtritz, R. v. — Bemerkungen zu Knapps Pflanzen Galiziens und der Bucko- wina 663 1068. Reh mann, A. — Diagnosen der in Galizien und der Buckowina bisher be- obachteten Hieracien 664 Russland 666-667 1069. Martjanoff, N. — Verzeichniss von Pflanzen, welche in der Umgegend von Zarskoje-Selo in den Jahren 1868—71 gesammelt sind 666 1070. Schmalhausen, J. — Verzeichniss der im Sommer 1872 in den Kreisen Luga und Gdow gesammelten Pflanzen 666 1071. Kurilin, M. — Verzeichniss der in den Umgebungen von Narva, Gdow und Jamburg im Jahre 1871 gesammelten Pflanzen 666 1072. Brotherus, V. F. — Reise in's russische Lappland 666 1073. Kaleniczenko. — Encore quelques mots sur le Daphne Sophia 666 1074. Gornitzky, C. — Gefässpflanzen in den Jahren 1870—72 gesammelt .... 666 1075. Sredinsky, N. — Materialien zur Flora von Neurussland und Bessarabien . . 667 1076. Clerc, 0. — Ueber einige Pflanzen aus dem Ural 667 XXXVI 1077. Clerc, 0. — Üet)er das Herbarium und Verzeichuiss der im jalire 1852 von J. Nesterowski bei Slatoust gesammelten Pflanzen 667 1078. Meyer, C. Ä. — Clerc, 0. — Notiz über Rubus humilifolius 6G7 V Nachtrag: I. (Zu Seite 619.) 1079. Aschersou, P. — Atriplex laciniatum L 6G7 1080. Crepin, F. — La synonymie de l'Atriplex laciniatum L 668 1081. Du Mortier, B. C. — Note sur l'Atriplex laciniata de Linne 668 1082. Ascherson, P. — Notiz über Atriplex oblongifolium W. K 668 1083. Doscb, L. — Scriba, J. — Flora der Blüthen- und höheren Sporenpflanzen des Grossherzogthums Hessen und der angrenzenden Gebiete .... 668 1084. Ascherson, P. — Hieracium Garckeanum 670 Nachtrag II. (Zur russischen Literatur.) 1085. Willkomm, M. ~ Der botanische Garten der kaiserlichen Universität Dorpat 670 1086. Regel, G. — Animadversiones de plantis vivis nonnullis horti botanici imperialis Petropolitani 671 1087. Trautvetter, E. Pi. v. — Enumeratio plantarum anno 1871a. Dr. G. Radde in Armenia rossica et Turciae districtu Kars lectarum 671 1088. Beschreibungen neuer Pflanzen 671 Ein Verzeichniss von Druckfehlern, die vor der Benützung dieses Bandes zu be- richtigen sind, findet sich hinter dem Namenregister. KRYPTOGAMEN. Algen. Referent Askenasy. (Mit Ausnahme der Bacillarieen.) Yerzeicliniss der besprochenen Arbeiten. 1. Archer W. A, Resume of recent observations on parasitic algae — Quarterly Journal of microscop. science. Octob. 1873. p. 3061. 2. Askenasy. Ueber eine neue Meeresalge. Botan.-morphol. Studien. Heidelberg 1872. 3. Cohn. Ueber Clathrocystis persicina und Cylindrospermum Kirchueriauum s. JSTo. 24_ 4. Delponte. Speeimen Desmidiacearum subalpinarum auctore J. B. Delponte. (Extr. dalle Memorie della Reale Academia delle Scienze di Torino, serie II, tom. XXVIII). — 5. Hanstein. Ueber die Vertheiluug der plastischen und assimilirten Substanzen in der Chara. Niederrheinische Ges. für Natur- und Heilkunde; phys. Section Sitz. v. 15. Juli 1872. Botan. Ztg. 1873 p. 694. 6. Derselbe. Ueber die Lebenszähigkeit der Vaucheriazellen und das Reproductions- vermögen ihres protoplasmatischen Systems. (Niederrh. Ges.- Sitz. v. 4. Nov. 72. Bot. Ztg. 1873. S. 697. 7. Holmes E. M., New Brittisch Algae. Grevillea July 1873 vol. 2 S. 1. 8. Janczewski Ed. Etudes anatomiques sur les Porphyra et sur les propagules du Sphacelaria cin-hosa. Annales des sc. nat. Tom. XVII. 1873. S. 241. 9. Jessen. Botanische Untersuchungen vom 3.-24. Aug. nebst Untersuchungen an der Ostküste von Nordschleswig. Expedition zur Untersuchung der Ostsee. Berlin. Wie- gand und Hempel. 10. Jurauyi Ludw. Beiträge zur Morphologie der Ocdogonieae Pringsh. Jahrb. Bd. IX. 11. Kny. Ueber einige parasitische Algen. Ber. der Berl. Ges. naturf, Frd. vom 19 Nov. 1872 und Bot. Ztg. 1873. S. 139. 12. Derselbe. Ueber die Bedeutung der Florideen in morphol. und histol. Beziehung. Bot. Ztg. 1873. S. 433. 13. Derselbe. Ueber Axillarknospen der Florideen (Abdr. aus der Festschr. der Berl. Ges. naturf. Fr. Berlin. Dümmler 1873.) 14. Koschtsug. Entwickelungsgeschichte von Callithamnion Daviesii Lyngb. und Por- phyra laciniata Ag. (Abhandlungen der neurussischen naturf. Gesellschaft 1. Bd. 1. Abth. Odessa 1872 in russ. Sprache.) 1 2 Algen. 15. Lano-enbach. Gustav. Die Meeresalgen der Inseln Sicilieu und Pantellaria. Berlin W. Weber. 1873. 16. Lenz. Algen der Traveniünder Bucht. Pommerania-Exped. Anhang IJ. 17. Magnus P. Zur Morphologie der Sphacelarieae nebst Bern, über die Ablenkung des Veo'etationspunktes der Hauptaxe durch nahe am Scheitel angelegt werdende Tochter- sprossen. (Abdr. aus der Festschr. der Berl. Ges. naturf. Freunde. Berlin. Dümm- 1er 1873.) 18. Derselbe. Ueber Verzweigungserscheinungen bei den Cladophoren. Berl. Ges. naturf. Freunde; Sitzung vom 15. April 1873. Bot. Ztg. 1873. 19. Derselbe. Ueber die botanischen Ergebnisse der Expedition der Pommerania vom 16. Juni — 2. Aug. 1871. (Expedition zur phys.-cheni. und biolog. Untersuchung der Ostsee im Sommer 1871. Berlin, Wiegand und Hempel 1873.) 20. New. Brittisch Nitophylkim. Grevillea No. 1. Jan. 1873. 21. Oerstedt A. S. System der Pilze, Lichenen und Algen, aus dem Dan. von A. Griese- bach und J. Reinke. Leipzig. Engelmann 1873. 22.' Parfitt. Botrydium granulatum. Grevillea No. 7. Jan. 1873 p. 103 ff. mit Taf. 7. 23. Pringsheim. Ueber den Gang der morphol. Differenzirung in der Sphacelarieen- reihe. (Separatabdr. aus den Abhandl. der koenigl. Acad. der Wissensch. Berlin 1873.) 24. Rabenhorst. Algen Europas. Decade 232 und 233. Dresden 1873. Bericht dar- über in der Hedwigia 12. Bd. 1873. S. 58 ff. 25. Derselbe. Decade 234 u. 235, Hedwigia 12. Bd. 1873 S. 138 ff. 26. R e i n. Ueber die Vegetationsverhältnisse der Bermudasinseln. Jahresber. der Senkenb. Ges. in Frankf. a. M. 1872/73. 27. Zur Entwickelungsgeschichte von Porphyra leucosticta Thur. — Schriften der neurusöischen Gesellschaft der Naturforscher. Bd. II. S. 150. — Odessa. 28. L. Reinhardt über einige Palmellaceen. Verhandl. der bot. Sect. d. IV. russ. Natur- forscherversammlung zu Kasan 1873. 29. Rue de la Eug. ä Charkow. Sur le developpement de Sorastrum Kg. Ann. d. sc. nat. Bot. tome XVII. S. 400. 30. Sauter, Flora des Herzogthums Salzburg VI. Algen. (Abdr. aus d. Mitth. der Ges. für Salzburger Landeskunde XIII. Bd. 1873.) 31. Sirodot. Etüde anatomique, organogenique et physiologique sur les Algues d'eau douce de la famille des Lemaneacees. Ann. des sc. nat. Bot. Ser. V. Tom. XVI. 82. Derselbe. Nouvelle Classification des algues d'eau douce du- genre Batrachos- permum. Comptes rendus de l'acad. des Sciences. Tom. 76. S. 1216 u. 1335. 33. Wood Horatio C. A. contribution to the history of the fresh water algae of North- America. Washington city 1873. 34. Zell er.- Algen der 2. deutschen Nordpolfahrt (2. deutsche Nordpolfahrt 2. Bd. 1. Abth. S. 83. f. Leipzig F. A. Brockhaus.) 35. Derselbe. Algen gesammelt von Dr. S. Kurz in Arracan und Brit. Burma, bestimmt und systematisch geordnet von Zeller in Stuttgart. Journal Asiat, soc. of Bengal. Vol. XL IL Ser. p. 175. Daraus in Hedwigia 12. Bd. 1873 S. 168 und 189. 1. Schriften, die sieh üher mehrere Algengriippen verbreiten. 21. Oerstedt, System der Pilze, Lichenen und Algen. Neues enthält der von den Algen handelnde Abschnitt dieses Buches nicht, ja man kann nicht gerade sagen, dass er in Bezug auf das Alte trotz der anerkennenswerthen von Reinke herrührenden Zusätze der deutschen Ausgabe, durchweg auf der Höhe der Wissenschaft steht. Der Verfasser sucht zwar die bessere Einsicht, welche man neuer- dings in der Entwickelungsgeschichte vieler Algen gewonnen hat, für die systematische Algen. 3 Eintlieilung zu verwerlhen, indem aber die Farbe durchaus als oberstes Eintheiluugsprinzip festgehalten wird, entstehen mancherlei Wunderlichkeiten. So stehen die Diatomeen mit den Fuceen, Ectocarpeen, Phaeosporeen und noch andere Familien in einer grossen Abthei- lung als Melanophyceae. 33. Wood, fresh water algae of North-America. Das von der Smithsonian Institution in schöner Ausstattung veröffentlichte Werk bietet die erste Zusammenstellung der in Nordamerika bisher aufgefundenen StissM'asser- algen mit Ausschluss der Bacillariaceen. Die beschriebenen Arten wurden zum grössten Theil vom Verfasser selbst in der Umgebung seines Heimathsortes Philadelphia und auf einigen weiteren Excursionen gesammelt, theils von Anderen ihm eingesandt. Wie aus der am Schlüsse des Werkes gegebenen geographischen Zusammenstellung hervorgeht, sind vorwiegend die an der Ostküste des €ontinents gelegenen Staaten der Union durch Funde vertreten. In der systematischen Anordniuig des Stoffes schliesst Verfasser sich eng an Ra- benhorst's Flora europaea algarum aquae dulcis et submarinae an. Diesem Werke sind auch die Diagnosen der grösseren und kleineren Gruppen fast ganz, diejenigen der Gat- tungen zum Theil entlehnt. Bei Behandlung der Arten ist das Bestreben unverkennbar, dieselben soweit als thunlich mit europaeischen Arten zu identificiren, wobei dem Verfasser seine reiche Litteraturkenntniss sehr zu Statten kommt. Immerhin ist die Zahl der für Nordamerika neu aufgestellten Species eine sehr ansehnliche. Die Behandlung fast jeder Gruppe wird durch die klare und gedrängte Darstellung des Wichtigsten, was über ihre Entwickelungsgeschichte gearbeitet worden eingeleitet, wobei kaum etwas von Bedeutung unberticksichtigt geblieben ist. Der Zusammenhang zwischen den Flechtengonidien und den ihnen ähnlichen Algenformen wird im Sinne der Schwendenerschen Theorie besprochen. Auffallend ist, dass die von Cohn bei Oscillaria nachgewiesene Zusammensetzung des Phycochrom's aus Chlorophyll und Phycocyan für zweifelhaft betrachtet wird, ebenso, dass es dem Verfasser nicht gelungen ist, die Bewegung der Macrogonidien von Ilydrodic- tyon und das Ausschlüpfen der Schwärmsporen von Vaucheria zu beobachten. Eigene Untersuchungen, welche zur Entwickelungsgeschichte der Algen wichtige Beiträge lieferten, sind mit Ausnahme dessen, was über die als Schizomeris Leibleiuii Ktz. ? beschriebene ülvaceee gesagt wird, in dem Werke nicht enthalten. Als neue Gattungen sind Nostochop- sis (Rivularieen) und Pagerogalla (Palmellaceen) aufgestellt. Die Linksche Gattung Oedo- gonium ist in Oedogonium, Pringsheimia und Androgj'uia gespalten; die erste enthält die Hermaphroditen, die zweite die dioecischeu, die dritte die androgynischen Arten. Die dem Werke beigegebenen 21 colorirten Tafeln sind sauber in ihrer Ausführung; doch ist die Farbengebung nicht immer durch Naturtreue ausgezeichnet. Kny. 15. Langenbach, Meeresalgen der Inseln Sicilien und Pantellaria. Die verdienstliche Arbeit liefert eine vollständige Zusammenstellung der Meeres- algen, welche an den Küsten der oben genannten beiden Inseln bisher gesammelt und dem Verfasser entweder durch Originalexemplare oder durch frühere Veröffentlichungen bekannt geworden sind. Von letzteren wurde insbesondere Philippi's Abhandlung in Wiegmanns Archiv, die Werke Kützing's und Ardissone's Enumerazione delle Alghe di Sicilia benutzt. Das Material für eigene Verarbeitung lieferten die vom Referenten im Golf von Palermo im Winter 1869/70 begonnenen und vom Verfasser an diesem sowie au anderen Pimkten der Ivüste Siciliens (besonders in Trapani) und auf der Insel Pantellaria fortgesetzten Sammlungen. Die Anzahl der aufgeführten Arten beträgt im Ganzen 263. Von diesen sind 50 für die sicilische Algenflora neu, und 5 Arten werden zum ersten Mal als dem Mittelmeer angehörig constatirt. Kritische Bemerkungen finden sich mehrfach eingestreut, besonders bei den Gattungen Valonia, Bryopsis, Udotea, Codium, Ulva, Porphyi'a, SchizjTneuia. Das Streben des Verfassers ist im Ganzen darauf gerichtet bei polymorphen Formenreihen die übermässige Zahl der von verschiedenen Autoren aufgestellten Arten möglichst zu be- schränken. Doch steht damit nicht in Uebereinstimmung , dass bei Cladophora die zahl- reichen Kützing'schen Species adoptirt werden. Bei den Ulvaceen hält sich Verfasser an die von le Jolis in dessen Liste des Algues marines de Cherbourg 1863 gegebene Ein- theilung. Kny. 1* 4 Algen. 26. Rein Vegetationsverhältnisse der Bermudasinseln. Dieser Aufsatz enthält u. a. ein Verzeicliniss der vom Verfasser während eines längeren Aufenthaltes auf den Bermudas gesammelten und bestimmten Algen. Die Bestim- mungen wurden von Harvey revidirt. Zugleich werden auch die von Kemp im Canadian Naturalist and Geologist. Montreal May 1857 angeführten Algen mit aufgezählt, obwohl Verfasser über das Vorkommen mancher von Kemp angeführten Art gegründete Zweifel hat. Wie Verfasser bemerkt, steht die Algenflora Bermuda's ganz unter dem Einflüsse des Golfstroms, schliesst sich in ihrem Character eng an diejenige der Bahamas-Inseln und der Floridariffe an, ist reich an schönen zarten Formen, bietet nichts Eigenthümliches und weicht von derjenigen der ostatlantischen Inseln unter gleicher oder geringerer Breite fast ebenso ab, wie die Landfloren verschieden sind. Die Laminarien und Fucusarten, welche zum Theil an der ostatlautischen Küste bis in die Nähe des Wendekreises gedeihen, fehlen ganz, und werden durch Sargassum (5 Species) vertreten. Das nach Harvey Nereis Boreali- Americana geordnete Verzeichniss enthält 109 Arten, darunter 23 Melanospermeae, 50 Rho- dospermeae und 36 Chlorospermeae. Bemerkenswerth ist namentlich der Reichthum an Siphonaceen und verwandten Formen, insbesondere kommen 4 Caulerpen vor C. prolifera, Lam. mexicana, Sond, plumaris Ag. und clavifera Ag. 30. Sauter, Algen des Herzogthum Salzburg. Verzeichniss von 72 Diatomeen und 185 anderen Algen, die theils vom Verf. selbst, theils von Anderen in dem Herzogthum Salzburg gefunden Mairden, darunter auch einige vom Verf. zuerst gesammelte neue Arten. Wir heben Folgendes hervor: Hypheothrix cobaltina Wulf bekleidet überonnene Kalkfelsen mit einer kobaltblüthfarbigen Haut, Sym- ploca Frieseana Ag. (vom Verf. entd.), Zonotrichia chrysocoma Rth. (desgl.), Prasiola flu- viatilis Smmf. (Sauteri Mng.) desgl. Stephanosphaera pluvialis Cohn, in den Weihbrunn- schalen der Grabsteine bei Salzburg (hier von Zambra zuerst aufgefunden). Cladophora aegagropila L. f. Sauteri Ag., früher im Zeller See. 19. Magnus, bot. Ergebnisse der Pommeraniaexpeditiou. Verfasser nahm an der Reise der Pommerania von Kiel nach Arendal, von dort nach Stockholm u. Gotland, dann von Memel über Pillau nach Danzig theil, worauf er von Prof. Jessen abgelöst wurde. Während der Fahrt wurden an zahlreichen Stellen Algen gesam- melt, theilweise mit Hülfe des Schleppnetzes. Wie Verf. angiebt, lässt sich die Flora der nneren Ostsee in Bezug auf Vorkommen und Verbreitung der Pflanzen in 3 Gruppeni sondern. Die erste umfasst echte Meeresbewohner, die auch in minder salzreichem Wasser leben können, sie bilden den grössten Theil der Flora, verkümmern je weiter nach Osten immer mehr, um im bottnischeu Busen ganz zu verschwinden. Ihre wahre Heimath ist die salzreiche Nordsee und vordere Ostsee. Ein anderer Theil der Flora besteht aus Brackwasserpflanzen, die in schwachsalzigem Wasser am besten gedeihen. Dahin gehören die Ruppiaarten, vielleicht auch die ZannicheUien, Ohara baltica, crinita, Nitella nidifica, Bangia atropurpurea, Ulothrix penicilliformis , ferner wahrscheinlich die Rhizoclonien und vielleicht einige Cladophoraformen. Den dritten Theil bilden die aus dem süssen Wasser ins Meer einwandernden Formen. Hierzu gehören Potamogetou pectinatus und marinus, einige ZannicheUien, Najas major, ferner Ohara fragilis, Cladophora fracta und glomerata, Zygnema, Spirogyra. Im Norden des bottnischen Busens treten nach Krok nur Süsswasser- formen auf. Der grösste Theil der in der Ostsee auftretenden Arten findet sich auch in der Nordsee, oder in den süssen Gewässern, die in die Ostsee münden. Nur 3 Arten, näm- lich: Castagnea Baltica Aresch, Monostroma balticum Aresch, Myrionema Henschei Casp., sind bis jetzt allein in der innern Ostsee gefunden worden. Verfasser giebt ein Verzeichniss der von ihm, wie auch von anderen Forschern in der innern Ostsee angetroffenen Formen, Darunter sind 6 Phanerogamen , 3 Characeae, 36 Florideae, 17 Phaeozoosporeae, 4 Fuca- ceae, 12 Chlorosporeae, 2 Conjugatae, 7 Phycochromaceae. Viele Florideen und Phaeo- zoosporeen wachsen in ziemlich bedeutender Tiefe, so Callithamnion Plumula 20—27 Faden tief, Furcellaria fastigiata bis 15 Faden, Iridaea edulis 20—27 F., Delesseria sangidnea 5—15 F., Delesseria sinuata 20—27 F., Polysiphonia violacea 1—27 F., Algen. 5 Cruoria pellita bis 27 F. u. s. f. Viele aus grosser Tiefe durch das Schleppnetz hinauf- gebrachte Algen waren aber nicht an Ort und Stelle gewachsen, sondern lediglich durch Strömungen angetrieben. Auf der Fahrt von Memel bis Danzig wurden keine frischen an Ort und Stehe gewachsenen Algen augetroffen, offenbar wegen Mangels an steinigem Grund. Da ein reicher Algenwuchs die erste Vorbedingung zur Entwicke- lung einer reichen Thierwelt ist, so empfiehlt der Verfasser die Schonung steinigen Grundes, ja die künstliche Bildung eines solchen durch Beischaffung von Steinen. Die morijhologischen Untersuchungen des Verfassers in Bezug auf einige der von ihm gesammelten Algen finden sich in den Sitzungsber. der Berliner Ges. uaturf. Freunde, Jahrg. 71—73, sowie in der bot. Ztg. 9. Der Bericht Jessen's, der sich während des zweiten Theils der Reise an Bord der Pommerania befand, enthält lediglich ein Verzeichniss von 57 Algen und 4 Characee nebst den Fimdortcn. die auf der Reise von Danzig bis Kiel, sowie bei der zu Boote durch- geführten Untersuchung der schleswigschen Ostküste gesammelt wurden. Bei den einzelneu Arten wird jedesmal die östliche Grenze der Verbreitung angegeben. Das Auffischen von Steinen mittels Steinhacken erwies sich an allen flacheren Küstenstrecken als die geeignetste Methode zum Sammeln von Algen. 16. Lenz in Lübeck gibt in einem Anhang zum Bericht über die Pommeraniaexpedition ein Verzeichniss von 82 Species nebst einigen Subspecies von Algen und 37 Diatomeeenarten, die bisher in der Travemüuder Bucht beobachtet wurden. 34. Zeller, Algen der zweiten deutschen Nordpolfahrt. Nur 17 an der grönländischen Küste gesammelte Algen, die meist schon früher aus jener Gegend bekannt waren, die Mehrzahl stammt vom Cap Wyen und der Sabine- insel. Ueber die näheren Verhältnisse des Standortes wird nur wenig angegeben. Zeller führt folgende Arten als noch nicht aus diesen Gegenden bekannt an : Rhizoclonium littoreum Kg., Stypocaulon scoparium Kg., Laminaria Phyllitis Lamx. 24. Rabenhorst, AJgen Europas, Dec. 232 u. 233. Unter den 20 Nummern sind besonders bemerkenswerth die von Colin eingesandten Clathrocystis roseo persicina und Cylindrospermum Kirchneriauum; vgl. No. 3. 25. Derselbe, Algen Europas, iTec. 234 und 235. Enthält ausschliesslich Algen aus Birma, d. h. den brittisch-ostindischen Provinzen Pegu und Arracan, siehe übrigens die folgende Nummer. 35. Zeller, Algen von Dr. S. Kurz in Arracan und Brittisch Burma gesammelt. Die zahlreichen neuen Arten, deren Diagnosen mitgetheilt werden (an die 60) gehören meist zu den Phycochromaceen und Chlorospermeen, auch einige Zygnemaceen und Desmidiaceen finden sich darunter, ferner 1 Chantransia, 1 Batrachospermum, 1 Hilden- brandtia und 1 Gongroceras, die Mehrzahl besteht aus Süsswasseralgen. 11. Kny, über einige parastische Algen. Verfasser beobachtete im September 1872 in Helgoland auf an den Strand geworfeneu Exemplaren von Delesseria sanguinea bräimliche Streifen und Flecken. Diese bestanden aus gegliederten, verzweigten, dicht anliegenden Fäden; der protoplasmatische "Wandbeleg der Zellen war bräunlich goldgelb gefärbt. Die Fäden dringen auch in das Innere des Gewebes ein, der Verlauf ist immer streng intercellular. Dieselben Fäden fanden sich auch auf und in andern Florideen,' ebenso auf Laminaria saccharina. Sie scheinen zu den Phaeosporeen zu gehören, doch wurden keine Fructificationsorgane beobachtet. Ganz ähn- liche Fäden mit rothem Inhalt, wohl zu den Calhtliamnieeu gehörig, fand Verfasser im Innern von Polyides rotundus. In andern Exemplaren der letztgenannten Pflanze wiu-den ovale grüne Zellen innerhalb des Riudengewebes gefunden; diese Zellen sind schon früher von Anderen beobachtet worden, und werden von Thuret als Ruhesporen von Cladophoreu bezeichnet. 6 Algen. 1. Archer W., on parasitic algae. Vorliegender Aufsatz reproducirt im Wesentlichen die Abhandlung Cohns : „Ueber parasitische Algen" in dessen Beiträgen zur Biologie der Pflanzen, Heft II. S. 87 und- schliesst hieran eine Darstellung derjenigen Algen, welche in jüngster Zeit an thierischen und menschlichen Haaren gefunden worden sind, wie Pleurococcus Bradypi, PI. Choloepis, Zoogloea capillorum u. a. Kny. II. Characeae. 5. Hanstein, Vertheilung der plastischen und assimilirten Substanzen in der Ohara. Die langen engröhrigen Rindenzellen der Chara fragilis entwickeln zeitig in ihrem Primordialschlauche Chlorophyllkörner, die sich durch Theilung vermehren. Bald erscheinen in denselben Stärkekörnchen, die nicht sehr stark an Grösse zunehmen. Auch im Primor- dialschlauche der Centralzellen bilden sich Chlorophyllkörner, in deren jedem ein Stärke- korn entsteht, das mit dem Alter der Zelle in steigender Progression an Grösse zunimmt, so dass schliessHch eine kaum erkennbare dünne Schicht des Chlorophyllkörpers das Stärke- korn überkleidet. Bei der nun eintretenden starken Streckung der Internodialgüeder ver- schwindet die gesammte Stärke aus dem Protoplasma derselben, während das Chlorophyll wiederum sichtbar wird. Die Rindenzellen sterben darauf ab und werden abgeworfen, während die Centralzelle noch lange lebenskräftig bleibt. Die Stärkekörner, welche sich in der Centralzelle ursprünglich entwickeln, sind viel zu gross, als dass sie das Product eigner assimilatorischer Thätigkeit dieser Zelle sein könnten, wogegen die Stärkekörner der Rindenzellen in diesen selbst erzeugt werden. Man muss also annehmen, dass die in den Rindenzellen fortwährend neu erzeugte Stärke in gelöster Form in die Centralzelle wandert und damit die Masse der ursprünglich daselbst gebildeten Stärkekörner vermehrt. Bei der Streckung wird dann die so angehäufte Stärke zur Bildung der CoUulose verbraucht. Die Phyllodien (Blätter oder Hauptstrahlen) dürften dabei mehr für den Hauptstengel als für sich arbeiten. Die allmählige Anlagerung des kohlensauern Kalks erfolgt ausnahms- los in den Intercellularkauälen , die zwischen zwei Rindenzellen und der Axenzelle ver- laufen; an der Aussenwand der letzteren treten die Krystalle zuerst auf, sie sind meistens nicht rein, „sondern durch organische Beimengungen zu gemischten Krystalloiden umge- staltet". Die Gipfelzellen der Haupt- und Nebenstrahlen ebenso wie gewisse an den Knoten hervorragende, vom übrigen Gewebe unterschiedene Einzelzellen sind dadurch ausgezeichnet, dass ihr Chlorophyll früher seinen arbeitsfähigen Zustand erhält und deshalb auch weit früher als das der andern benachbarten Zellen Stärke ausbildet. Man kann darum diese Zellen den Nebenblättern der höheren Pflanzen vergleichen, die ammenähnlich die zugehö- rigen Blattorgane grossziehen helfen (nach des Verf. früheren Unters, bot. Ztg. 1868). So stellt Chara ein sehr klares und einfaches Vorbild der Arbeitstheilung eines phanero- ganischen Sprosses dar. m. riorideae. 13. Kny. Ueber Axillarknospeu bei Florideen. Mit 2 lith. Tafeln. Verfasser hatte bereits früher das Vorkommen von Achselsprossen bei Chondriopsis coerulescens nachgewiesen (Monatsber Berl. Acad. Juni 1870); Magnus beschreibt dann die Axillarsprossen der Polysiphonia byssoides. In vorliegender Schrift berichtet Kny genauer über die Bildungsweise solcher Sprosse bei Chondriopsis tenuissima und mehreren Polysi- phoniaarten. Ch. tenuissima wächst durch eine Scheitelzelle, die nach unten Gliederzellen ab- scheidet. Die Scheidewände sind nicht genau horizontal, sondern in Richtung des Ortes, aus welchem später das Blatt hervorsprosst, emporgerichtet. Jedes Glied erzeugt ein Blatt, die Blätter stehen in einer links umläufigen Spirale mit ziemlich genau -j., Divergenz. Auch die Blätter wachsen durch eine Scheitelzelle. Sie erzeugen an ihren Gliedzellen in alter- nirend opponirter Stellung Zweigstrahlen, welche wiederum Zweigstrahlen höherer Ordnung entwickeln. Sämmtliche Auszweigungen des Blattes liegen in einer zur Hauptaxe tangen- Algen. fj tialen Ebene. Die weiteren Theilungen in Stamm - und Blattzelleu übergehen wir. Die Blätter entstehen zeitig am Stammscheitel und eilen dem Stamme in ihrer Ausbildung weit voraus. Kurz nach vollendeter Ausbildung fallen sie ab, eine noch lange Zeit er- kennbare Narbe zurücklassend. Jedes Blatt kann einen Axillarspross erzeugen , doch kommt dieser nicht in allen Fällen zur Ausbildung. Jeder solche Spross entsteht durch Auswachsen der untersten ersten Gliedzelle des Blatts, die niemals einen Zweigstrahl er= zeugt. Nachdem der junge Zweig durch eine Scheidewand von der Basalzelle geschieden worden, wächst er durch seine Scheitelzelle in bekannter AVeise weiter. Mit seinem vierten Gliede beginnt an ihm die Bildung von Blättern. Das erste Blatt tritt seitlich und zwar auf der zur Hauptaxe katadromen Seite hervor. Die Blattspirale des Axelsprosses hat dieselbe Divergenz wie die der Hauptaxe und ist derselben homodrom. In Bezug auf den Ort des ersten Blattes und die Richtung der Blattspirale verhalten sich die Achsel- sprossen aller von Kny untersuchten Florideeu, wie die von Choudriopsis tenuissima. Ausser den Achselsprossen besitzt Ch. tenuissima auch Adventivsprossen, die an der Basis jener aus einem der ersten 3 Glieder ihren Ursprung nehmen. Ch. coerulescens stimmt mit Ch. tenuissima überein. Wahrscheinlich besitzt auch Acanthophora Delilei Lamx. Achsel- sprossen ähnlicher Entstehung wie Choudriopsis. Polysiphonia tibrata Dillw, Brodiaei Dillw, fibrillosa Dillw, sertularioides Grat, besitzen alle axillare Sprossen, die aus der Ba- salzelle der Blätter entspringen. Die Blätter fallen später oberhalb dieser Basalzelle, die allein Farbstoff enthält, ab, letztere als Narbe zurücklassend. Aus diesen Narben entwickeln sich bei P. librata adventive Sprossen. Die Blätter stehen bei den oben ge- nannten Arten in einer links umläufigen Spirale; die Divergenz ist bei P. fibrata, fibril- losa und sertularioides ^j^ , bei P. Brodiaei ^'j. Im erwaclisenen Zustand sind die Blätter mehrfach pseudodichotom getheilt.. P. fibrata, Brodiaei und fibrillosa entwickeln aus jedem Glied ein Blatt , Avährend bei P. sertularioides zwischen zwei blatttragenden Gliedern mehrere sterile liegen, ohne dass dadurch die Regelmässigkeit des Divergenzwinkels irgend wie gestört würde. Die von der Scheitelzelle abgeschiedenen Wände sind in der Richtung der künftigen jungen Blattanlage aufgerichtet , bei P. sertularioides haben die blatttragenden Glieder geneigte, die sterilen horizontale Scheidewände. Die Anlage des jungen Axillarsprosses ist meist gegen die Mediane des Blattes in katadromer Richtung verschoben, am wenigsten bei P. Brodiaei, wo sie zuweiJen genau median ist, am stärk- sten bei P. sertularoides. Nicht alle Blätter entwickeln Achselsprossen, ohne dass in der Stellung der letzteren eine bestimmte Regel zu beobachten wäre. Polysiphonia byssoides Good. u. Woodn. weicht in mehrfacher Hinsicht von den eben besprochenen vier Arten ab. Jede Gliedzelle erzeugt ein Blatt; Divergenz ziemlich genau 2/^. Die Blätter, deren Zellen alle rothen Farbstoff besitzen, persistiren auch nach dem Abschluss ihrer Ent- wickelung am Mutterspross. Jedes Blatt erzeugt aus seiner Basalzelle einen Achselspross, indem diu'ch eine seitliche schiefe Wand ein Stück aus derselben herausgeschnitten wird, das sofort zum Zweigspross auswächst, letzterer steht an der katadromen Seite des Blattes, so dass dieses später wie bei P. sertularioides ihm selbst, nicht dem Hauptspross anzu- gehören scheint. Polysiphonia elougata Huds. gehört zu jenen Arten, bei denen nach der von Nägeli aufgestellten Regel Zweigspross an Stelle eines ganzen Blattes steht; Blätter und Aeste aber Glieder derselben Spirale sind. Im frühesten Zustande sind beiderlei seit- liche Gebilde nicht zu unterscheiden, während später der Unterschied deutlich hervortritt. Jedes Stammglied trägt entwed'fer ein Blatt oder einen Spross; Divergenz 74- Auch hier tritt das erste Blatt auf der katadromen Seite des Seitenzweigs hervor, und ist die Spirale des letzteren der des Hauptsprosses homodrom. Dasya coccinea iHuds. scheint auf den ersten Blick sich ähnlich wie Choudriopsis zu verhalten, weicht aber in Wirklichkeit we- sentlich von dieser ab. Die Hauptaxe des scheinbar monopodial verzweigten Stämmchens besteht nämlich aus den Basaltheilen der aus einander hervorgehenden Sprossgenerationen, ist also ein Sympodium. Jeder Spross hat ein begränztes Längenwachsthum , bildet aber aus seiner zweiten oder dritten Gliedzelle einen Zweig, welcher das Sympodium fortsetzt. An diesem wiederholt sich der gleiche Vorgang, der dann unausgesetzt wiederkehrt, indem die neuen Sprossgenerationen immer abwechselnd rechts und links auseinander hervorgehen. 8 Algen. Die zur Seite gedrängten Enden successiver Sprosse treiben noch weiter zwei oder drei Zweige; der dritte und vierte Zweig bleibt gewöhnlich ohne Aeste, der zweite kann sich aber zum secundären Sympodium ausbilden. In Bezug auf die weiteren Theilungen der Gliedzellen, die Bildung der mehrfachen Kindenschicht aus Berindungsfäden verweist Ee- ferent auf den Originalaufsatz. Adventivzweige entstehen aus den peripherischen Stamm- zellen später auch aus beliebigen Zellen der Berindungsfäden. Dasya Würdemanni Bailey schliesst sich in allen wesenthchen Punkten an D. coccinea an. Unter den höheren Flori- deen zeigt das von Nägeli (neuere Algensyst. S. 228) untersuchte Plocamium coccineum die nächste Analogie mit Dasya. Zum Schluss vergleicht Verfasser die bei den Florideen beobachteten Thatsachen, mit dem was bisher über die Bildung der Seitenzweige der höheren Pflanzen bekannt ist. Er kommt zu dem Resultat, dass bei der Mehrzahl aller Pflanzen, Normalsprosse und Blätter am Mutterstamme bestimmte Beziehungen zeigen, und dass unter den verschiedenen Stellungsverhältnissen beider die Stellung des Seiten- sprosses in der Blattachsel die im Pflanzenreich bevorzugte ist. Den Unterschied von Blatt und Stamm hält er nicht für einen absoluten, indem er die Blätter zunächst als metamorphosirte Kurztriebe ansieht. Gegenüber dem von einer Seite erhobenen Einwurfe, dass es unstatthaft ist bei Florideen von Blättern zu sprechen, kann Referent nur sein volles Einverständniss mit der Terminologie des Verfassers erklären. Die von ihm Blätter genannten seitlichen Organe der Florideen stimmen in allen morphologisch wesentlichen Punkten mit den Blättern (Phyllomen) höherer Pflanzen überein, Sie sind ein eminenter Beweis dafür, dass analoge Gestaltungsvorgänge, die Diiferenzirung entsprechender Organe unabhängig von einander in mehreren Entwickelungsreihen vor sich gehen konnten. Hier- mit werden freilich jene nicht tibereinstimmen, welche die Quelle jeder solchen gemein- samen Gestaltung in einem gemeinsamen Stammvater suchen, obwohl mit der Annahme eines solchen, wenn man darunter nicht ein einzelnes Individuum versteht, eigenthch nichts gewonnen ist. 17. Magnus bringt in seiner Arbeit über die Sphacelarieae auch Notizen über Verzweigung und Wachsthum einiger Florideen (S. 18.) Ballia callitricha Ag. Die Scheitelzelle scheidet die (später Aeste tragenden) Glied- zellen durch nach unten stark convexe Scheidewände ab. Dann werden beiderseits durch eine von den abfallenden Seiten der convexen Scheidewand schräg nach aussen an die Mitte der Seitenwand des Gliedes verlaufende Wand, die Mutterzellen der künftigen Zweige abgeschieden. An den spitzen Enden der Axen mit deren Bildung das Längenwachsthum erlischt, werden die Gliedzellen durch horizontale, ebene Wände abgeschieden. Diese Glied- zellen tragen keine Zweige. Die mit dem Hervortreten seitlicher TTieile in Zusammenhang stehende Neigung der unteren AVand der Scheitelzelle wurde bereits von Nägeli bei Callithamnion seminudum abgebildet, von Gramer bei Ceramium und Bonnemaisonia asparagoides beschrieben, Kny fand sie bei den früher erwähnten Chondriopsis und Polysiphoniaarten, ferner bei Calli- thamnion Borreri, Dasya Wui'demanni und coccinea, Magnus bei Polysiphonia fastigiata, byssoides, pennata, parasitica; ferner bei Callithamnion scopulorum Ag. Magnus findet die Ursache dieser Erscheinung in dem Einfluss des Wachsthumstrebens der abgeschiedenen Gliedzelle auf die Gestaltung der sie abscheidenden Scheidewand, Diese Ausdrucksweise ist dem Referenten nicht ganz verständlich, denn da die Scheidewand innerhalb der Scheitel- zelle entsteht, so kann deren Gestalt eben nur mit dem früheren Wachsthum der Scheitel- zelle selbst in Zusammenhang stehen. Kny sieht in der genannten Erscheinung (Axillar- knospen der Florid. S. 2. Anm. 2.) einen Uebergang zwischen jenen Fällen, wo die Scheitel- zelle nach unten durch eine genau horizontale Scheidewand abgegrenzt wird, zu jenen mit dreiseitig pyramidaler oder zweischneidiger Scheitelzelle wie Fontinalis, Polytrichum, Metz- geria u. a. Magnus beschreibt ferner das Wachsthum von Dasya coccinea Ag. (Trichotham- nion coccineum Kg.), wo er zuerst die sympodiale Bildung der Hauptaxe erkannt hat (vgl. Sitzungsber. Ber. Ges. naturf. Fr. 1873. S. 41). Wir haben darüber schon oben nach den ausführlicheren Angaben Kny's berichtet. Aehnliche Ausbildungen beobachtete Magnus an Algen. 9 Dasya subsecvinda Suhr., dagegen soll die Section Rhodonema des Genus Dasya sich nach Magnus anders, monopodial, ausbilden. 12. Kny, die Bedeutung der Florideen in morphologischer und histologischer Beziehung. Vei'fasser weist darauf hin, dass die Florideeu, welche Zellflächen und Zellkörper bilden, den Uebergang zwischen dem Hyphengewebe der Pilze und dem echten Gewebe- körper höherer Pflanzen darstellen. Er bespricht dann specieller den eigenthümlichen Fall, dass sich aus Zellen der älteren Rinde gegliederte wurzelartige Fäden entwickeln, welche sich zwischen die andern Zellen des Gewebes eindrängen und deren ursprüngliche Anord- nung stören. Bei Dasya coccinea und Hypnea pupiu-escens vermögen diese Fäden die Membranen älterer Zellen an der Basis des Stämmchens zu diu'chbohren und den Innen- raum mit ihren Verzweigungen auszufüllen. 31. Sirodot, Etudes sur la famille des Lemauiacees. Durch die Untersuchung Wartmann's (Beiträge zur Anatomie und Entwickelungs- geschichte der Algengattung Lemania, St, Gallen 1854) war die Gruppe der Lemaneaceen in den Hauptzügen des Baues und der vegetativen Entwickelung bekannt geworden ; doch musste ihre Stellung im System so lange zweifelhaft bleiben, als nicht die Organe der Fortpflanzung und ihre Function ermittelt waren. Im Mai 1870 hatte Sirodot in den Comptes rendus der Pariser Academie eine Mittheilung veröffentlicht, welche diese Lücke auszufüllen bestimmt war. Vorliegende schöne durch 8 vorzüglich ausgeführte Kupfer- tafeln illustrirte Abhandlung, die Frucht mehrjähriger Untersuchungen, umfasst die Ent- wickelung sämmtlicher dem Verfasser in seinem Heimathsdepartement (Ille et Vilaine) im lebenden Zustande zugänglicher Arten, und unternimmt es am Schluss, die gewonnenen Ergebnisse systematisch zu verwerthen. Die Zugehörigkeit der behandelten Gruppen zu den Florideen wird dadurch ausser Zweifel gestellt. Die Lemaneaceen sind sämmtlich Bewohner des süssen Wassers und kommen nur an Stellen vor, wo dasselbe in rascher Strömung begriffen ist, der in Cascaden herabstürzt. Verfasser vertheilt die von ihm beobachteten Arten auf Grund einer Reihe anatomischer und entwickelungsgeschichtlicher Unterschiede in die beiden Gattungen Sacheria und Lemanea. Bei der ersteren sind die meist verästelten, seltener einfachen fruchttragenden Axen cylindrisch und tragen in kurzen Zwischeiu'äumen Wirtel warzenförmiger Hervorragungen. Hieher gehören S. fluviatilis Sirodot , S. ciliata Sdt., S. rigida Sdt., S. fucina Sdt., S. mamillosa Sdt. In der Gattung Lemanea bleiben diejenigen Arten vereinigt, deren Fäden in regelmässigen Abständen ring- förmige Anschwellungen zeigen, wodurch der Faden ein rosenkranzförmiges Aussehen erhält. Es sind dies : ^L. catenata Kg., L. annulata Kg., L. torulosa Sdt., L. rudosa Kg., L. parvula Sdt. Die Entwickelung hebt, wie Wartmann zuerst beobachtet hatte, mit Bildung eines fädigen Protonemas an, welches mit dem der Muscineen sprechende Analogieen darbietet. Verfasser erklärt sich gegen die Deutung als Vorkeim und bezeichnet das Gebilde als „Thallus". Uns will es scheinen, dass beide Auffassungen sich gegenseitig nicht aus- schliesseu. Die Entstehung des Protonema aus der Spore konnte nicht ermittelt werden. Bei S. ciliata ist es aus regellos verästelten Zellreihen zusammengesetzt. Gegen die Spitze der Zweige werden die Gliederzellen allmählig kürzer und tragen hier auf kleinen seithchen Basalzellen 1—3 einzellige zarte Härchen, Aus den unteren Zellen gehen gegliederte Wurzelhaare hervor. Sobald diese ein zur Anheftung geeignetes Substrat erreicht haben, bilden sie an ihrer fortwachsenden Spitze fortan nur kurze Zellen, die sich gegenseitig pseudoparenchymatisch abplatten. Aus der durch sie gebildeten gewebeartigen Schicht (tissu proembryonnaire) können neue aufrechte Protonemastrahlen hervorgehen. Die andern untersuchten Sacheria-Arten weichen in der Bildung des Protonemas nur wenig von S. ciMata ab. Bei Lemanea ist dasselbe grösser und sehr reich verästelt. Die oben erwähnten Härchen wurden hier niemals beobachtet. Jedes Protonema bringt der Regel nach mehrere fruchttragende Axen hervor. Dieselben entspringen als seit- liche Auszweiguugen an einer der Gliederzellen, wachsen durch wiederholte Quertheilung der Scheitelzelle in die Länge und sind von den Zweigstrahlen des Protonemas durch grösseren Querdurchmesser der Gliederzelleu und die sehr bald auftretenden Längswände 10 Algen. auf den ersten Blick zu unterscheiden. Je nach den einzehien Arten gehören die frucht- tragenden Axen mehr dem obern oder dem untern Theil des Protonemas an. Bald nach ihrem Hervortreten beginnen die fruchttragenden Axen sich selbständig zu bewurzeln. Das Protonema 'kann seine Entwickelung dabei ungehindert fortsetzen, indem es ober- halb der Insertion der Fruchtaxe neue Wurzelhaare bildet. In ausgiebigster Weise findet dies bei den Arten der Gattung Lemanea statt. Bei L. catinata und L. par- vula wird auf diese Weise der Vorkeim bis zur Zeit der Fruchtreife erhalten. Sirodot wird durch seine Beobachtungen zur Annahme geführt , dass die zu einer pseudoparenchy- matischen Gewebeschicht vereinigten kleinen Zellen der Wurzelhaare an ihren Standorten perenniren und jeden Winter neue Protonemastrahlen und auf diesen neue Fruchtaxen erzeugen. Jede der breiten Gliederzellen, welche an den jungen Fruchtaxen durch wieder- holte Quertheilung der Scheitelzelle abgetrennt werden, bildet sich zu einem der am er- wachsenen Stämmchen äusserlich hervortretenden Segmente und die in grosser Regelmässig- keit auf einander folgenden Theilungen wurden vom Verfasser bei S. ciliata und Lem. catenata genau verfolgt; da sich dieselben aber ohne Zeichnungen nicht wohl klar machen lassen, so beschränken wir uns darauf, ihr Resultat im Bau der fertigen Axe darzustellen. Bei der Gattung Sacheria ist die Structur am einfachsten. Die Axe stellt eine hohle Röhre dar, deren Wandung aus 3 Schichten zusammengefügt ist. Die Zellen der inner- sten Schicht sind verhältnissmässig gross und stehen nur in lockerem seitlichen Verbände; die der äussersten Schicht sind klein, fest in einander gefügt, und mit dunkel vio- lettem Inhalt erfüllt. Die mittlere Schicht hält in Grösse und Inhalt der Zellen zwischen beiden etwa die Mitte. Durch die Axe der Höhlung geht ein Faden, dessen schlanke cy- lindrische Gliederzellen ebenso lang sind wie je ein Stammsegment. An der Vereinigungs- stelle ist die jeweilige untere Zelle etwas angeschwollen. Etwas weiter abwärts, genau in der Mitte zwischen zwei Wirtein äusserer warzenförmiger Erhebungen entspringen 4 hori- zontal gerichtete, übers Kreuz gestellte Zellen. An der innersten Schicht der Rinde ange- langt, entsenden dieselben je einen Zweig nach oben und unten, der sich mehrmals gliedert. Zwei dieser peripherischen Fäden gabeln sich gewöhnlich unterhalb der Kreuzung, aber meist nicht in gleicher Höhe, so dass auf Querschnitten 4, 5, oder 6 peripherische Zellen getroffen werden. Auf dem Niveau der ofterwähnten äusseren Wirtel von Erhebungen be- gegnen sich die einander entgegengerichteten peripherischen Fäden und erreichen hier ihren Abschluss. Ihre Gliederzellen stehen mit je zwei rechts und links sich ihnen an- schmiegenden Zellen der inneren Rindenschicht in enger Verbindung. Lemanea zeigt einen etwas complicirteren Bau. Jede der 4 in der Mitte der Stammglieder von der axilen Zellreibe übers Kreuz entspringenden ' Zellen endet in kurzer Entfernung der inneren Wandschicht und tritt mit dieser durch eine birnförmige Zelle in Verbin- dung. Aus ihrem Ende entsendet jede 3 oder 4 gegliederte Fäden, 1 oder 2 nach oben, 2 nach unten, deren Glieder durch je 2 (seltener 3) birnförmige Zellen an die innerste Wandschicht gekettet sind. Der gewöhnlichste Fall ist der, dass 2 gegenüberliegende Zellen des Kreuzes je 2, und die beiden mit ihnen abwechselnden je einen gegliederten Faden nach oben entsenden, der sich in geringer Entfernimg von seinem Ursprünge gabelt; durch eine gelegentliche Gabelung kann die Zahl der peripherischen Fäden auf 9 steigen. Jede der kreuzförmig angeordneten Zellen entsendet ausserdem nahe ihrem Ursprung nach unten einen gegliederten meist verzweigten Faden, der mit dem andern zusammen die axile Zellreihe mit einem Fadenbündel umgiebt. Bei L. parvula entspringen diese Fäden auf der Oberseite der Kreuzzellen und wachsen nach oben. Aehnliche Fäden entspringen auch von den birnförmigen Zellen, welche die peripherischen Zellreihen mit der innern Schicht der Wandung in Verbindung setzen. Die Antheridien bedecken bei Sacheria die warzenförmigen Erhebungen der Stammglieder. Die äussere Rindenschicht besteht hier aus cylindrischen , blassen, seitlich freien, wenn auch zusammenhängenden Zellen, welche auf ihrem Scheitel eine (seltener 2) cyhndrische Antheridienzellen tragen. Bei der Reife platzt die Membran am Scheitel und der Inhalt schlüpft hervor. Auf andern dieser Rindenzellen bilden sich einzellige zarte Härchen, von Sirodot als sterile Antheridienzellen gedeutet. Besonders an den erst im April und Mai zur Geschlechtsreife kommenden Exemplaren treten diese häufiger auf. Nach Algen. 11 Schwinden der entleerten Zellhäute anfangs nehmen die blassen Rindenzellen, welche die Antheridien producirten eine dunklere Färbung an. Bei einigen Arten ist die Umfärbung von einer Vergrösserung des Umfanges begleitet, wodurch oft bedeutende warzenförmige Erhe- bungen entstehen. Bei der Gattung Lemanea bedecken die Antheridien die mittlere Zone der oben erwähnten ringförmigen Erhebungen. Ihr Bau ist im Wesentlichen derselbe wie bei Sacheria. Die Trichophor-Apparate (rameaux gynogines) entspringen in der Regel au der Aussenseite der peripherischen Fäden, seltener an einer der Zellen, welche diese mit der Wandung verbinden. Nachdem die Mutterzelle sich durch eine Wand abgetrennt hat, wird sie durch wiederholte Quertheilung zu einem weniggliedrigen Aestchen, das sich in das im jugendlichen Zustande noch lockere Gewebe der Wandung eindrängt. Die Endzelle tritt als Trichogyn über die Aussenseite der Rindenschicht hervor. Durch seinen eigenthümlich lichtbrechenden Inhalt ist der Trichophor-Apparat von dem umschliessenden Gewebe der Wandung leicht zu unterscheiden. Die Form des Trichogyns ist zuweilen sehr unregel- mässig; die Länge desselben ist stets eine geringe. Die Befruchtung wird dadurch bewirkt, dass Antheridienzellen (Spermatozoiden) einzeln oder zu mehreren sich an die Spitze des Trichogyns anheften und ihren Inhalt, wie es Sirodot schien, mit dem seinigen vermischen. Bei den Sacheria-Arten treten in Folge hiervon an der dem Trichogyn zunächst benach- barten Zelle des Trichophorapparates mehrere (meist 4) seitliche Auswüchse hervor, von denen jeder zu einem gegliederten. büschelförmig verzweigten Faden wird. Die oberen GliederzeUen, welche anfangs tounenförmig sind und von einer Gallertscheide zusammen- gehalten werden, nehmen später kuglige oder ellipsoidische Gestalt an und trennen sich von einander. Jede wird zu einer Spore. Bei Lemanea betheiligen sich an der Bildung des Sporenbüschels ausser der dem Trichogyn zunächst gelegeneu Zelle die zweite und aus- nahmsweise selbst die drittnächste. Die (aallertscheide ist hier besonders stark entwickelt. Bald nach erfolgter Befruchtung verschwindet das Trichogyn ohne eine Spur in der Rinde zurückzulassen. Den Schluss der Abhandlung bildet eine sorgfältige Beschrei- bung der oben namhaft gemachten, vom Verfasser im Departement Ille et Vilaine gesam- melten, zum Theil neu von ihm aufgestellten Arten. Kny. 32. Sirodot, über Classification und Entwickelung von Batrachospermum. In dem ersten Theile dieser Arbeit bespricht Verfasser die systematische Classification des Genus Batrachospermum. Die zahlreichen Arten der Species algarum Kützing's wurden von Rabenhorst (Flora europ. alg. aquae dulc. et subm.) unter Annahme eines sehr weit gehenden Polymorphismus auf zwei reduzirt. Nach Besprechung des bekannten vegetativen Baues, sowie der von Solms-Laubach nnd Thuret beschriebenen geschlechtlichen Befruchtung, gelangt der Verfasser zu der von ihm aufgestellten systematischen Eintheilung der Formen von Batrachospermum in 4 Sectionen, welche auf die Gestalt des Trichogyns gegründet ist. Das weibliche Organ besteht hier nämlich aus einer Zelle, die in zwei ungleiche durch eine Einschnürung getrennte Theile sich gliedert. Der untere kleinere Theil hat stets dieselbe Form, während die Gestalt des oberen, von Sirodot Trichogyn genannten, Theiles, bei verschiedenen Arten verschieden ist. In der ersten Abtheilung, welche den grössten Theil der bisher zu B. moniliforme Rth. gerechneten Formen umfasst, ist das Trichogyn angeiförmig, claviforme d. h. von der Basis bis zum Gipfel sehr unregelmässig ange- schwollen, der grösste Durchmesser ist auf ^/^ der Höhe; wenn nicht befruchtet, ver- längert sich der obere enge Theil zu einem Cylinder. Das Trichogyn wird dann flaschen- förmig (lageniforme). Die zweite Section, einen Theil der Varietäten von B. vagum umfas- send, hat ein sehr regelmässig cylindrisches, verlängertes Trichogyn. Die dritte Section begreift die Formen, auf welche Bory de St. Vincent sein B. helmintosum gegründet hat. Hier ist das Trichogyn nur durch eine enge Einschnürung vom unteren Theil des weiblichen Organs getrennt und von eiförmiger Gestalt, das breite Ende nach unten. Die vierte Section besteht aus Batrachospermimiformen von kleinen Dimensionen und grüner Farbe, bisher zuB. moniliforme gezählt. Das cylindrische Trichogyn ist durch eine ziemlich lange Einschnü- rung von der Basis getrennt, also scheinbar gestielt. Die Grenzen dieser 4 Sectionen sind sehr scharf. Sirodot theilt die erste Section (Moniliformia) in zwei weitere Unterabtheilungen ; 13 Algen. in der einen sind die Zweigwirtel selir deutlich, gesondert sichtbar, in der andern sind sie undeutlich auf 4 — 5 kurze Zellen reduzirt. Im ersten Falle ist dann ferner die Form der Wirtel scheibig (discoide), oder globulos, ersteres wenn dieselben einander sehr genähert sind; letzterenfalls kann die Dicke der die Axe umhüllenden Rindenschicht verschieden sein, bei grosser Dicke derselben persistiren die primären und secundären Axen der Pflanze und bedecken sich das nächste Jahr mit jungen Zweigen. Wir erhalten also folgende zwei Schema: Trieb ogy ■! Batrachospermum. claviform oder lageniform. Moniliformia regelm. cylindrisch (trouconique) eiförmig oder ellipsoidisch I cylindrisch u. gestielt. l Turfosa (2 monoec. Arten). Helmintosa (3 Arten 1 monoec. 1 dioec. 1 pohgam). Virescentia 3 Arten (2 dioec. 1 monoec. 1 zweifelh.). wohl ausgebildete Wirtel diese. Moniliformia < elobulos 1 primäre Axen — abfallend — Eumoniliformia — 3 od. 4 monoec. Arten. . j primäre Axen persistireud — V prolifera — 1 monoec. Art. discoid. — discoidea — 1 monoec. Art. wenig entwickelte Wirtel capillacea — 2 dioec. Arten. Die vom Verfasser bei den Lemaneaceen beobachteten Thatsachen finden bei den Batrachospermen ihre vollständige Analogie. Batrachospermum hat eine erste geschlechts- lose Generation, welche sich durch einzellige Vermehrungsorgane vom Verfasser sporulae oder propagula genannt fortpflanzt „Chantransia". Sie wurde bisher für einen besonderen Organismus angesehen. Zweitens hat B. eine sexuelle Generation mit männlichen und weiblichen Organen, aus deren Zusammenwirken die Sporen entstehen. Aus der Kei- mung dieser Sporen geht eine Chantransia hervor; nachdem diese sich eine Zeit lang durch propagula vermehrt hat, erzeugt sie die sexuelle Generation (Batrachospermum) als einen heteromorphen Zweig, welcher sich dann durch gegliederte Fäden, die als Wurzelhaare f unctioniren , an den Boden befestigt. Die Untersuchung der Entwickelung wird dadurch erschwert, dass gerade die bekanntesten Batrachospermumarten (Sect. Monileformia) perenniren, wobei entweder die Hauptaxen ausdauern, oder, was öfter geschieht, ein System von Wurzel- haaren zurückbleibt, wenn die ganze annuelle Pflanze verschwindet. Kaum hat sich das junge Batrachospermum an der Chantransia entwickelt, so bildet es ein System von AVurzelhaaren, aus welchem sicli neue Pflanzen entwickeln, die dann einen Rasen erzeugen. Auch bei der 2ten Section Turfosa sucht man in den meisten Fällen vergebens nach der Chantransiaform. Hier erhält sich das Batrachosp, erstens durch das unbegrenzte Wachsthum einer zarten Gewebeschicht, — dem Wurzelsystem, zweitens aber durch einzellige Propagula, die denje- nigen der Chantransiaform ganz ähnlich sind. Leicht zu beobachten ist der Generations- wechsel an der Sect. Helmintosa, welche lauter einjährige Formen enthält. Die sexuelle Generation (Batrachosp.) verschwindet am Ende der Vegetationszeit vollständig, die Ent- wicklung der Chantransien beginnt im Herbst. Im Laufe des Winters können die ersten Anfänge der Batrachospermum -Form an denselben beobachtet werden. Sehr gut eignen sich auch die Arten der 4. Section Virescentia zur Untersuchung der Ent- wickelung, weil hier der heteromorphe Zweig oft an der Spitze der Chantransia-Zweige steht. Sirodot glaubt indessen nicht, dass alle bisher zu Chantransia gerechneten Formen zu Batrachospermum gehören. So fand er, dass eine sehr kleine parasitisch auf Batracho- spermum wachsende Alge die von Lenorraand zuerst gesammelte Chantransia investiens der Species algarum Kützing's sich in ihrer Jugend durch propagula vermehrt. Später aber erzeugen dieselben Individuen geschlechtliche Organe, sitzende Antheridien an den Spitzen Algeu. 13 der Hiuptzweige , lange fadenförmige Trichogyne an der Spitze einzelliger Seitenzweige. Nach der Befruchtung wird die vom Trichogyn gekrönte Zelle Mittelpunkt eines strauss- förmigen Zweigsystems; an der Spitze dieser Zweige sitzen die Sporen. Unter den Chan- transien sind also auch Formen, welche von den zu Batracliospermum gehörigen sehr ver- schieden sind. 8. Janczewski Ed., über Porphyra. Verfasser untersuchte Porphyra leucosticta Thur. und laciniata Ag. in Bezug auf die Entwicklung der Sporen und Antheridien. P. leucosticta ist einjährig, hermaphrodit. Die An- theriden stehen in nach dem Rande strahlig verlaufenden Reihen, vom sporenbildenden Gewebe eiugefasst. Das vegetative Gewebe ist immer einschichtig, die gemeinsame Zellhaut oben und unten stark verdickt und mit dünner Cuticula versehen. Die auf die Fläche des Laubes senkrecht stehenden Wände der Zellen nennt Verfasser Netz (reseau). Bei der Reife wandelt sich der ganze Rand des Laubes in Sporen und Antheridien um. Die Sporen entstehen aus einer vege- tativen Zelle, die anschwillt, Protoplasma anhäuft, dann sich durch eine der Fläche des Laubes parallele Wand theilt. Jede der so gebildeten neuen Zellen vergrössert sich und zer- fällt dann durch kreuzförmige Theilung in eine Gruppe von 4 Zellen. Aus jeder Sporen- Mutterzelle entsteht somit eine Octospore, nämlich acht in zwei Stoclrwerken übereinander stehende Zellen. Während die Wände des Netzes sich stark verdicken, bleiben die Zwi- schenwände der Octosporen dünn. Die Sporen gelangen ins Freie, indem die Aussenfiäche der Fi'ons erweicht und verschleimt , während Cuticula und Netz unverändert bleiben. Auch die Zwischenwände der Octospore verschleimen, und nun tritt der ganze Sporenhaufen einzeln oder in Verbindung stehend hervor, indem er durch den Schleim zwischen Cuticula und Netz hindurchgleitet. Die Sporen bestehen aus Protoplasma ohne Zellhaut mit etwas undeutlich begrenztem Farbstoffkörper. Sie besitzen keine AVimpern, zeigen aber eine amöbenartige wiewohl langsame Bewegung, wobei ihre Gestalt sich fortwährend ändert. Die Sporen gelangen endlich zur Ruhe, nehmen sphärische Gestalt an, umgeben sich mit einer Zellhaut und keimen, indem sie zu einem cylindrischen Schlauche auswachsen. Antheridien nennt Verfasser den Complex von Spermatozoiden (Antherozoiden) , der aus einer Mutterzelle des Laubes hervorgeht. Die Entwickelung ist anfangs die gleiche wie bei den Sporen. Nachdem jedoch die 2 Stockwerke von je 4 Zellen gebildet worden sind, theilen sich die Zellen zum zweiten mal parallel der Fläche des Laubes. Das Antheridium besteht dann aus 16 Zellen in 4 Stockwerken. Alle Zellen theilen sich noch- mals übers Kreuz, so dass das reife Antheridium aus 64 Zellen in 4 Stockwerken besteht. Während dieser Theilung schwindet der Farbstoff immer mehr ; in dem reifen Antheridium sieht man nur eine ganz geringe Menge desselben um den Zellenkern jeder Zelle gehäuft. Die Spermatozoiden treten auf dieselbe Art wie die Octosporen ins Freie. Sie bilden kug- lige primordiale Zellen, die aus farblosem Protoplasma bestehen und nur um den Zellkern schwach gefärbt sind. Sie zeigen keine Spui' spontaner Bewegung. P. laciniata ist gewöhnlich dioecisch und weicht nur wenig von P. leucosticta ab. Das sporenbildende Gewebe ist nicht homogen, sondern enthält auch vegetative Zellen, Die Keinmng der Sporen wurde hier vom Verfasser bis zum Austreiben längerer sich 2—3 mal durch Querwände theilender Schläuche verfolgt. Aus dem INIitgetheilten schliesst Verfasser, dass die Porphyreen von den Florideen, denen man sie bisher zutheilte in Bezug auf die Bildung ihrer Fortpflanzungsorgane bedeutend abweichen. Die mit Antheridien, Tetrasporen und Polysporen versehenen Dictyoteae würden einen Uebergang zwischen Florideen und Porphyreen darstellen. Verfasser spricht nicht nur den Porphyreen, sondern auch den Dictyoteen den Besitz sexueller Organe geradezu ab, ein wie Referent meint etwas gewagter Ausspruch. 14. Koschtsug, Entwickelung von Callithamnion Daviesii und Porphyra laciniata. Verfasser hat fast gleichzeitig und unabhängig von G. Janczewski die Entwicke- lung von P. laciniata (am schwarzen Meer) untersucht. Die jüngsten von ihm untersuch- ten Exemplare bestanden aus einem gegliederten Zellfaden, der anfangs durch eine nach unten Glieder abscheidende Scheitelzelle wächst. Später ti'eten auch Längswände auf, 14 Algen. deren Bildung etwas unterhalb des Scheitels beginnt und dann nach oben und unten vor- schreitet, so dass der Faden jetzt zweireihig wird. Währenddem beginnen die zuerst aus dieser Theilung hervorgegangenen Zellen sich auch durch quere Wände- zu theilen; es fol- gen dann noch weiter Quer- und Längswände, die das Wachsthuni der Pflanzen in die Länge und Breite bedingen. Dieses Wachsthmn ist am lebhaftesten etwas unterhalb des Scheitels, das durchweg einschichtige Laub hat einen ungefähr eiförmigen Umriss. Sj^äter wird das Wachsthum unregelmässig, einzelne Zellen im Innern theilen sich durch Quer- und Längswände, während andere ungetheilt bleiben. Am Rande bleibt das Wachsthum am längsten regelmässig, später findet aber auch an einer oder einigen Stellen ein Nach- lassen desselben statt, wodurch mehr oder weniger tiefe Einbuchtungen entstehen. Durch ungleiches Wachsthum im Innern bilden sich zuweilen unregelmässige blasige Auftreibungen des Laubes. Aus der untersten (hintersten) Zelle des primären Zellfadens bildet sich durch verschiedene Theilungen, die nicht alle in derselben Ebene liegen, das vom Verfasser Fuss genannte Haftorgan der Porphyra. Im erwachsenen Zustand hat dieser Fuss die Ge- stalt eines Seiles, das aus den, zu langen dünnen hyalinen Schläuchen ausgewachsenen Enden der Porphyra-Zellen besteht und nach oben allmählig in die Zellen des Laubes übergeht. P. laciniata ist einjährig und erreicht im Laufe eines Jahres eine Länge bis zu ^/^ Elle. Gegen das Ende der Vegetationszeit wandeln sich die Zellen des Laubes in An- theridien und Oogonien um. Die Bildung dieser Organe beginnt am Rande und schreitet von dort nach innen vor. Die Zellen, welche Antheridien bilden sollen, hören auf sich zu theilen. Sie sind dann durch ihre Grösse leicht kenntlich. Ihr Inhalt ist minder intensiv gefärbt; man bemerkt darin zahlreiche kleine stark lichtbrechende Pigmentkörner. Dieser Ixahalt theilt sich in 2 (primordiale) Zellen; durch fortgesetzte Theilung zerfällt er in 8 in einer Ebene liegende Zellen, zuletzt theilt sich jede derselben parallel der Fläche, aber nicht vollständig, so dass das reife Antheridium 16 Primordialzellen enthält, von denen je 2 zu einem Paare verbunden sind. Die Oogonien entstehen aus gewöhnlichen vegeta- tiven Zellen, deren Inhalt körnig wird und die Vacuolen verliert, ihre Gestalt unter- scheidet sie in keiner Weise von den vegetativen Zellen. Anfangs stehen die Fortpflanzungs- organe ohne Ordnung am Rande des Laubes, später bilden sie Streifen von verschieden- artigem Umriss , wobei die Streifen der Oogonien gewöhnlich von den männlichen eingefasst werden. Wenn die Antheridien reif sind, entsteht an einer ihrer beiden freien Flächen eine kreisförmige Oeffnung durch Auflösung der Membran, durch welche die acht Paar Primor- dialzellen entweichen; die Paare theilen sich darauf in zwei Zellen, welche sich trennen und Kugelform annehmen. Verfasser nennt diese Kugeln Bildungskugeln der Antherozoiden ; anfangs liegen sie ruhig, beginnen dann nach einiger Zeit sich schwach zu schaukeln und schwimmen endlich energisch im Wasser umlier. Ihre Bewegung erfolgt stossweise, bald liegen 'sie ruhig an einem Platz, bald schwimmen sie so rasch, dass man mit dem Auge kaum folgen kann. Während dieser Bewegung trennen sich die Antherozoiden (Samen- körper) von der Bildungskugel ab, indem ein Theil des Körpers der letzteren, mit einem Pigmentfleck versehen, sich zu bewegen anfängt und sich langsam von der übi'igen Masse trennt. Zuweilen trennen sich mehrere Antherozoiden gleichzeitig an derselben, zuweilen an verschiedenen Seiten der Bildungskugel ab. Die freien Samenkörper haben einen eiför- migen Umriss, der wegen der Durchsichtigkeit der Masse schwer wahrzunehmen ist, mit einem grösseren Pigmentfleck an einer Seite, sie bewegen sich im Wasser frei irniher und sind wahrscheinlich mit einer Wimper versehen. Ob sich die ganze Bilduugskugel in An- therozoiden verwandelt, oder nur ein Theil derselben, konnte Verfasser nicht ermitteln. Nach Verlauf einiger Zeit wird die Bewegung der Antherozoiden allmählig langsamer, sie vereinigen sich zu Gruppen und sterben ab. Die reifen Oogonien der Porphyra öffnen sich und entlassen ihren Inhalt als nackte Protoplasmakugel (Befruchtungskugel), die sich dann amöbenartig bewegt und ihre Gestalt ändert. Die im Wasser schwimmenden An- therozoiden haften sehr bald an der Oberfläche der Befruchtungskugel an und befruchten dieselbe. Zuweilen sitzen viele Antherozoiden an einer Befruchtungskugel und bewii'ken eine schwach schaukelnde Bewegung derselben. In zwei Fällen konnte Verfasser eine drehende Bewegung beobachten, ähnlich der von Thuret bei Fucus Tesiculosus beschrie- Algen. 15 benen. (Auffallend ist Refer,, dass der Verf. den hier geschilderten Vorgang der Befruch- tung nicht reichlicher durch Abbildungen erläutert hat). Nach erfolgter Befruchtung um- giebt sich die Befruchtungskugel mit einer zarten Membran. Ausser den eben besclirie- benen hat Verfasser keine weiteren Fortpflanzungs- oder Vermehrungsorgane an Por- phyra beobachtet. Die von Kützing und Thuret Tetrasporen genannten Organe sind nach ihm entweder vegetative Zellen oder entsprechen seinen Oogouien. Die Oosporen der Porphyra wachsen sofort aus, indem sie einen cylindrischen Schlauch treiben. Schon am vierten Tage wird dieser Schlauch durch eine Querwand getheilt, und findet dann fort- dauerndes Wachsthum an der Spitze und Bildung von Querscheidewänden statt. Einige Schläuche verzweigen sich, einige bilden kurze Aeste, mit denen die bisher freischwimmen- den Pflanzen sich an das Substrat befestigen. Die weitere Entwickelung wurde nicht verfolgt. Der erste Theil der Arbeit des Verfassers handelt von der Entwickelung des Calli- thanmion Daviesii Lyngb. (Trentepohlia Daviesii Pringsh. , Chantransia Daviesii Thur.) und bringt namentlich ausführliche Angaben über die Vermehrimgsorgane dieser Algen, welche Verfasser (nach des Referenten Ansicht mit Unrecht) Zoosporangien nennt. Sie stehen an den Enden der Haupt- und Nebenzweige seitlich und terminal und sind von eiförmiger Gestalt. Bei der Reife öffnet sich die Wand des Zoosporangiums oben diu'ch ein kreis- förmiges Loch und der aus roth gefärbtem, nacktem Protoplasma bestehende Inhalt schlüpft heraus. Derselbe zeigt dann deutlich eine amöbenartige Bewegung und Gestaltänderung und wird aus diesem Grunde vom Verfasser Zoospore genannt. Nach der Entleerung wächst die Tragzelle oft in die leere Hülle des Zoosporangiums hinein und erzeugt ein neues Sporangium (Refer. hat ein ganz analoges Auswachsen der unter der Spore liegen- den Zelle au den Sporen der Ch. Hermanni beobachtet.). Nach Abschluss der über eine Stunde dauernden Bewegungsperiode zieht sich die Zoospore ziu- Kugel zusammen, umgiebt sich mit einer dünnen Zellhaut, flacht darauf ihre Gestalt etwas ab und haftet als flache Scheibe unmittelbar an dem Substrat. Sie wird dann durch einige auf der Ebene des Sub- strats senkrechte Wände in 3 oder 4 Zellen getheilt: aus der mittleren wird durch eine dem Rande der Scheibe parallele Wand ein dreiseitiges Segment herausgeschnitten, welches nach oben zu einem Schlauch auswächst, der die Scheitelzelle der neuen Pflanze bildet. Die Theilung der Zellen der Scheibe durch senkrechte Wände dauert auch nach Bildung der ersten Scheitelzelle fort, die neugebildeten Zellen wachsen zu Scheiteln neuer Sprossen aus. Später treten 4n der Mitte der Scheibe auch Wände auf, die der Fläche des Substrats parallel sind. 27. Zur Entwickelungsgeschichte von Porphyra leucosticta Thur, Von L. Rischawi. Im Anfang dieser Arbeit stellt der Verfasser die Literaturangaben über die Gatlimg Porphyi'a zusammen, von Harwey an und bis zu den Untersuchungen von Thüi'et. Dann referirt er über die zwei letzten Arbeiten über diese Gattung, von denen die erste von Ed. Janczewsky herrührt (in Memoires de la societe nation. des scienc. natur. de Cherbourg. Tome XVI. 1872), die zweite in russischer Sprache von Kostschug geschrieben und gleich- zeitig mit jener erschienen ist. („Entwickelungsgeschichte von Porphyra laciniata Ag." in den Schriften der Neurussischen Geseilschaft der Naturforscher. Band I., Heft I. 1872.). Die Resultate, zu denen Janczewsky und Kostschug gekommen sind, sind ziemlich verschie- den; die Tetrasporen der Autoren dieser Algen (welche Janczewsky Octosporen nennt, da sie im 8-Zahl sind) hält Janczewsky füi' die ungeschlechtliche Vermehrungsart und sieht den Grund dafür in dem Umstände, dass diese Octosporen, aus der gemeinschaftlichen Mem- bran herausgegangen, amöbenartige Bewegungen darstellen und später ohne Befruchtung keimen. — Janczewsky sah nur das erste Stadium der Keimung, da die Keimlinge sehr bald abstarben. Janczewsky sah auch und verfolgte die Entwickelungsgeschichte der Ante- ridien und Antherozoiden, aber den Befruchtungsact beobachtete er nicht, er verneint sogar das Vorhandensein der weibUchen Organe. Kostschug hält die Tetrasporen der Autoren (=Oogonien nach ihm) für weibliche Organe und die von Thüret beschriebeneu Anthero- zoiden für die Bildungskugeln, aus denen sich die monadeuähulichen Antherozoiden entwickeln. 16 Algen. Er beschreibt den Befruditungsact, indem er sagt, dassjeinige vegetative Zellen des Thallus sich zu den Oogonien umbilden, deren Inhalt aus der Zellenmembran herausgehe und sich amöbenartig bewege und durch die Antherozoiden befruchtet werde. Also nach den An- sichten von Koschtsug geht hier die Befruchtung ausserhalb der Pflanze vor sich, wie bei den Fncaceen. Aus dem Ebengesagten folgt, dass Koschtsug die Tetrasporen für weibliche Organe hält, Janczewsky aber für ungeschlechtliche Propagation. Diese Verschiedenheit der Ansichten bewog Rischawi einige Untersuchungen zu unternehmen, um die Richtigkeit der Beobachtungen beider P^orscher zu prüfen. Diese Untesuchung gab solche Resultate, dass Rischawi alle Angaben von Janczewsky bestätigt und die Beobachtungen von Koschtsug als irrthümlich betrachtet. Er zeigte auf experimentale Weise, dass die Octosporen ohne Befruchtung keimen können, indem er kleine Stücke vom Thallus mit unreifen Tetrasporen abschnitt und in einen Tropfen reinen Meerwassers legte; die Octosporen befreiten sich bald, bewegten sich und keimten später ohne Befruchtung. Alle Angaben von Janczewsky über den anatomischen Bau des Thallus von Porphyra bestätigt er auch, Batalin. 2. Askenasy, über eine neue Meeresalge. Diese sehr kleine Alge, vom Verfasser Rhodopeltis Scyleri genannt, wurde an der Aussenfläche eines grossen von der peruanischen Küste stammenden Codium gefunden. Das Laub ist am Rande einschichtig, weiter hinten mehrschichtig; der Zellinhalt ist roth gefärbt. Das Wachsthura geschieht am Umfang durch zweischneidige Scheitelzellen, die nach rechts und links durch abwechselnd geneigte Wände sich theilen. Aus älteren Segmentzellen wer- den neue Scheitelzellen durch eine schiefe Wand herausgeschnitten ganz so, wie dies Kuy für Metzgeria angiebt (Pringsh. Jahrb. Bd. IV.) Doch tritt das von den neuen Scheitel- zellen erzeugte Gewebe nicht als deutlich geschiedener Zweig hervor, so dass man am fort- wachsenden Rande immer zahlreiche Seheitelzellen findet. Kny hat auch (Sitzungsbericht Berl. Ges. naturf. Fr. 1872) bei Rhodophyllis dasselbe Wachsthum wie bei Metzgeria ge- funden. Doch weicht die Zelltheilung und das ganze Aussehen der Rhodophyllisarten, die Verfasser vergleichen konnte, beträchtlich von der hier beschriebenen Alge ab. Immerhin wäre es möglich, dass sie zu Rhodophyllis gehört; jedenfalls ist aber der Name Rhodo- peltis zu streichen, da er von Harvey bereits einer australischen Alge beigelegt worden ist, die mit der hier beschriebenen nichts gemein hat. 7. Holmes E. M- new. Brit. Algae. Callithamniou hormocarpum n. sp. von Scirospora Griffithiana, der es zunächst steht, besonders durch die Färbung und durch die seitliche Stellung der Scirosporenbüschel verschieden. (P^irpoint bei Plymouth.). — Nitophyllum thysanorhizans n. sp. Diese Art ist nicht neu, wie Verfasser meint, sondern identisch mit Nitophyllum venulosum Zanardini aus dem adriatischen Meer. Referent hatte selbst Gelegenheit, die Alge im September 1869 an dem von Holmes angegebeneu Fundorte (Mount Edgicombe bei Plymouth) zu sammeln und die Identität mit der Mittelmeerform durch Vergleichung eines ihm freundlichst von Prof. Zanardini übersandten Originalexemplars ausser Zweifel zu stellen (cf. Zanardini, Jconographia phycologicia mediteranneo-adriatica, vol. 2, p. 33.). Kny. 20. New. British Nitophyllum. Nitophyllum litteratum J. Ag. Diese von Mrs. Griffiths an der englischen Küste gesammelte und von J. C. Agardh in dessen „Bidrag tili Florideernes Systematik" auf- gestellte Art ist von N. Hilliae, mit dem sie bisher verwechselt wurde, besonders durch ihr dickeres Laub und die verlängerten Sori verschieden. Kny. IV. Phaeosporeae. Thur. Die Gruppe der Sphacelarieae, deren Anatomie und Wachsthum zuerst von Geyler genauer untersucht worden ist (vgl. Geyler „Zur Kenntniss der Sphacelarieae Pringsh. Jahrb. f. wiss. Bot. Bd. IV), war in letzter Zeit Gegenstand mehrfacher Untersuchungen. Kny's und Magnus' Bemerkungen über die Zweigbildung der Sphacelarieae, welche in den Sitzungsber. der Berl. Ges. natiu'f. Fr. und in der bot. Ztg. enthalten sind, übergehen wir, da sie in den zu besprechenden 2 grösseren Arbeiten mit berücksichtigt worden sind. Algen. 17 23. Fringsheim. Heb. d. Gang der morphol. Differenzirung in der SpTiacelarienreihe. In dieser mit 11 sehr schönen lith. Tafeln versehenen Arbeit behandelt Verfasser ausführlich die Entwickelung von Cladostephus vertioillatus und Sphacelaria olivacea, zieht aber auch andere Gattungen zum Vergleiche hinzu. Unter denjenigen Wuchstypen der Thallophyten, welche deutUche Uebergänge zur cormophytischen Sprossbildung zeigen, bildet die Gruppe der Sphacelarieen und Ectocarpeen eine sehr entwickelte Reihe, die, mit confervenartigeu Formen beginnend (Ectocarpus) , ihr Endglied in der Gattung Clado- stephus findet. Die ersten Verschiedenheiten, welche in der Verzweigungsform dieser Reihe hervortreten, beruhen abgesehn von den Fruchtanlagen in dem Auftreten trichomartiger Spitzen und selbstständiger Trichome, beides modificirte Zweige oder Zweigtheile (Ectocarpus). Später treten noch andere Verschiedenheiten hinzu. Zweige mit früher und Zweige mit später erlöschendem Wachsthum, Kurz- und Langtriebe; so bei Chaetopteris , Halopteris, Stypocaulon. Bei den Cladostephusarten treffen wir endhch normale Verzweigungen und Adventivsprosse, Blätter und Fruchtblätter, Fruchtäste, Haare und Wurzelfäden, als durch- aus individualisirte und streng geschiedene Thallomformen , deren jede ihre gesonderte Ursprungsstelle besitzt. Stämme und Blätter von Cl. verticillatus wachsen durch aufeinander- folgende Theilungen ihrer Scheitelzellen durch horizontale Wände. Die Gliedzellen theilen sich weiter in secundäre Gliedzellen, dann folgt Quadrantentheilung und Bildung von Rinde und Centralgewebe ganz nach dem allgemeinen Sphacelarien-Typus. Doch wachsen die Stammglieder hier später noch in die Länge. Die Bildung normaler Zweige (Dichotomie) erfolgt in der Weise, dass ein Stück der Scheitelzelle durch eine seitliche schiefe Scheide- wand abgeschieden wü-d; darauf folgt eine zweite jener ersten aufgesetzte entgegengesetzt, geneigte Wand. Die 2 neuen Zellen sind die Scheitelzellen der beiden Gabeläste, während der untere Rest der alten Scheitelzelle eine beiden gemeinsame Basis, den späteren Ver- zweigungsknoten, bildet. Verfasser fasst den ganzen Vorgang als eine Erschöpfung der ursprünglichen Scheitelzelle unter Bildung zweier neuer Scheitelzellen und des Verzweigungs- knotens, als eine ächte Dichotomie auf; unter demselben Gesichtspunkt betrachtet er auch die Verzweigung der Polysiphonieae und Ceramieae, im Gegensatz zu Gramer, der bei letzterer Gruppe monopodiale Verzweigimg annimmt (vgl. Pflanzenphys. Untersuchungen von Nägeli und Gramer 4. Heft. S. 2.). Die Adventivsprossen von Cladostephus nehmen ihren Ursprung in secundären Gliederzellen, wobei in einem der ursprünglichen Quadranten die Rindenzellenbildung unterbleibt. Eine solche Quadrantzelle bezeichnet Verfasser als Brutzelle. Die Blätter hingegen bilden sich aus den ersten peripherischen Zellen (Rinden- zellen) der Glieder. Indem diese emporwachsen, werden sie zu Scheitelzellen, die auf die bekannte Art Glieder bilden. Aus den unteren Theilzellen derselben peripherischen Zellen geht gleichzeitig die primäre Rinde hervor. Gewöhnlich entsteht aus jeder Randzelle ein Blatt. Die Entwickelung der Blätter entspricht streng der Altersfolge der Randzellen, der obere Blattwirtel jedes primären Stammgliedes wird vor dem unteren angelegt. Die secundäre Rinde entsteht durch Wucherung der primären Rindenzellen; durch das lang andauernde Wachsthum der äussersten Zellschicht werden die Blätter tief in das secundäre Rindengewebe eingesenkt. Die Haarbildung der Blätter ist auf die Achsel der Blattzipfel beschränkt, die Mutterzelle des Haarbüschels wird vor jeder GUedanlage abgeschieden. Die Fruchtblätter entstehen durch das Auswachsen der äussersten peripherischen Zellen der alten Internodien nach bereits vollendetem Dickenwachsthum; sie bleiben daher un- überwallt. Aus den Brutzellen der Fruchtblätter gehen die Sporangien tragenden Frucht- äste hervor. Die Sporangien sind entweder uniloculär oder multiloculär. Beide Formen sind streng auf verschiedene Individuen vertheilt. Die uniloculären Sporangien sind endständig, die Stützzelle reproducirt aber nach Entleerung des alten Sporangiums zu wiederholten Malen ein neues. Der gesammte Zoosporenhaufen verlässt, in eine gemeinsame Gallerte eingehüllt, das Sporangium. Kurz darauf zerstreuen sich die Zoosporen. Die multiloculären Sporangien stehen eudständig, theils am Fruchtast selbst, theils an Zweigen desselben. Es sind Zellcomplexe , deren einzelne Zellen je eine Schwärmspore entwickeln. Diese treten nach den Beobachtungen des Verfassers unmittelbar aus den zugehörigen Mutter- fächern hervor. Die Zoosporen der beiderlei Sporangien lassen in Bezug auf Grösse und Botanischer Jahresbericht I. 2 18 -A-lgea- Gestalt keine wesentlichen Unterschiede erkennen. Sie keimen erst mehrere Wochen nach Beendigung des kurzen beweglichen Stadiums. Die Cladostephus-Ai-ten sind mehrjährige Gewächse mit regelmässiger Vegetationspause. Letztere dauert bei Cl. verticillatus im Meerbusen von Genua von Ende November bis Anfang Februar. Bei dem Eintritt der Ruheperiode kann die Scheitelzelle unverändert bleiben und später weiter wachsen, oder sie kann sich in einen zelligen Körper umwandeln, wobei das Wachsthum des Sprosses entweder völlig erlischt oder später durch Adventivsprosse erneuert wird. — Sphacelaria olivacea Dillw. bildet ihre Haare unmittelbar an der Scheitelzelle der Zweige (nicht des Hauptstamms), worauf letztere fortwächst, aber von ihrer ursprünglichen Wachsthums- richtung abgelenkt wird. Die normalen Zweige gehen aus den Brutzellen der Glieder her- vor. Gewöhnlich unterbleibt die Theilung der primären Gliedzellen in secundäre bei S, olivacea wie bei anderen Arten derselben Gattung. Die allein mit Sicherheit bekannten uniloculären Sporangien von S. olivacea stehen an den Enden wenigzelliger Zweige. Ob auch multiloculäre Sporangien vorkommen ist zweifelhaft. Der Unterschied dieser beiden Sporangienformen ist übrigens, wie die niedern Glieder der Reihe z, B. Ectocarpus granu- losus und siliculosus beweisen, kein absoluter. Verfasser erklärt die früher von ihm für Antheridien gehaltenen Organe als durch Chytridien veranlasst, in Ueberein Stimmung mit den Angaben Kny's (Sitzungsber. Berl. Ges. naturf. Fr. 21. Nov. 71). Ausser den bekannten endständigen Sphacelen kom.men bei S. olivacea auch seitenständige vor. Ferner bildet sich in den Scheitelzellen unverzweigter Hauptstämme zuweilen ein wandstäudiges Mutter- zellnetz; aus jeder solchen Mutterzelle geht ein Schwärmer hervor. Die drei bis vier- strahligen Brutknospen der Sphacelarien entstehen nach den Untersuchungen des Ver- fassers durch Trichotomie oder Polytomie der Scheitelzellen kurzer Zweige; für das Nähere des Vorgangs verweisen wir auf den Originalaufsatz. Ausser diesen eigentlichen Brut- knospen kommen bei Sph. olivacea noch seitliche traubige Brutkörnerhaufen vor, welche aus den Brutzcllen der Glieder, auch aus den Scheitelzellen der Aeste hervorgehen. Zum Schluss fasst Verfasser die Ergebnisse seiner Untersuchung in nachfolgenden drei Sätzen zu- sammen: 1. Mit der grösseren Vollkommenheit und Complicirung des anatomischen Baues und der morphologischen Differenz wächst gleichzeitig die Beständigkeit der Bildungsregel. 2. Die morphologischen Differenzen der Verzweigungsformen gehen aus gleichartigen Sprossungen dui'ch zunehmende Wachsthumsabweichungen hervor, die offenbar mit dem Ursprung der Verzweigungsformen in Beziehung stehen und sich allmählig durch Trennung ihrer Ur^pruugsstellen immer schärfer fixiren. 3. Die anatomische und morphologische Differenzirung führt noch innerhalb der Sphacelarienreihe vom einfachen confervenartigen Wuchs (bei Ectocarpus) bis zum sprossartigen Aufbau (bei Cladostephus). Wenn nun dieser letztere Satz für die Descendenztheorie, für die Annahme eines genetischen Zu- sammenhangs der verschiedenen Formen günstig ist, so glaubt Verfasser doch keineswegs, dass die natürliche Zuchtwahl ausreicht, um die Entstehung der verschiedenen Formen zu erklären; er ist vielmehr der Ansicht, dass bei der Bildung dieser Formen innere rich- tende Kräfte wesentlich mitgewirkt haben. 17. Magnus P., zur Morphologie der Sphacelarieae. Verfasser hat über den vegetativen Aufbau der Sphacelarieae eine Ansicht , welche von derjenigen Cramer's, Geyler's, Kny's und Pringsheim's weit abweicht. Nach ihm beruht die Haarbildung von Sphacelaria und Chaetopteris, die Astbildung von Cladostephus, Stypocaulon, Halopteris der Anlage nach auf der Abscheidung des obersten Theiles der Scheitelzelle als Segment, der dann zur Mutterzelle des Haars oder Astes wird, während die untere Tochterzelle der Scheitelzelle sich als Fortsetzungsspross weiter entwickelt und eine scheinbar directe Fortsetzung der früheren Axe darstellt. Die so gebildete scheinbare Hauptaxe ist aber ihrer Entstehung nach ein Sympodium. So findet Verfasser z. B. den Vorgang bei Sphacelaria cirrhosa. Nach Theilung der Scheitelzelle durch eine schief- geneigte Wand in eine obere und eine untere Tochterzelle wachsen beide aus, so dass sie bald durch eine tiefe Furche von einander getrennt sind, die kleinere Mutterzelle des Haars erscheint dann als eine abgetrennte Ausbuchtung der grösseren sich zu einer neuen Algen. 19 Scheitelzelle entwickelnden Tochterzelle. Durch stärkeres Wachsthum der letzteren rückt die Basalwand der Haarmutterzelle immer mehr auf die Seite und wird schliesslich fast senkrecht gerichtet. Verfasser fasst also das Haar als den Scheitel der ursprünglichen Hauptaxe auf. Die Entwickelung der Zweige beschreibt Verfasser bis auf einige Einzel- heiten, ganz so wie Geyler. Auch in Bezug auf die Bildung der Brutknospen stimmt er mit Geyler, Janczewski und Priugsheim im Wesentlichen übeieiu. Bei Chaetopteris plumosa hat Verfasser auch Haare beobachtet, die sich in derselben Weise bilden wie die von Sphacelaria cirrhosa. Die Verzweigung der Kurztriebe (Blätter Pringsh.) von Clado- stephus Myriophyllum und spongiosus entspricht nach dem Verfasser vollkommen der oben besprochenen Haarbildung der Sph. cirrhosa. Die Haare in der Achsel der secundären Kurztriebe sind die wahre Fortsetzung (die dritte Generation) der ursprünglichen Scheitel- zelle. In dem gleichen Sinne fasst Verfasser die Verzweigung der Hauptaxen von Clado- stephus auf, deren jüngste Zustände er aber nicht beobachtet hat. Ganz das Gleiche gilt von Stypocaulon und Halopteris. Verfasser erklärt Geyler's Abbildung der Zweigbildung von Stypocaulon in Pringsh. Jahrb. Bd. IV, welche für die monopodiale Natur der Ver- zweigung entscheidend wäre, als durch einen Irrthum veranlasst. Bei Halopteris hat Verfasser mehrfache Fälle von Adveutivsprossenbilduug beobachtet, die manche Eigen- thümlichkeiten darbieten. Zum Schluss sucht Verfasser seine Auflassung der Verzweigung der Sphacelarieae durch Vergleichung mit Horideen und Phanerogamen zu begTünden. 8. Janczewski, Ed., über die Brutknospen von Sphacelaria cirrhosa. Frühere Untersuchungen dieser Organe (Geyler, Pringsh. Jahrb. Bd. IV Taf. 36 f. 15. 16. 17.) werden nicht erwähnt. Die Brutkuospen stehen zu zwei bis drei an den Seitenzweigen, sie entstehen durch Auswachsen einer peripherischen Zelle, die nach unten vier bis fünf Gliedzellen abscheidet. Die unterste Gliedzelle (Sterigma) theilt sich nicht weiter, die andern erfahren Quer- und Längstheilungen. Die Scheitelzelle scheidet an der Spitze eine kleine Zelle ab, aus der später das centrale Haar hervorgeht; dann sprossen rings um diese Zelle nacheinander drei seitliche Auswüchse, die durch drei schiefe Scheidewände von der alten Scheitelzelle abgetrennt werden. Aus ihnen wachsen durch fortwährendes Spitzenwachsthum die drei Strahlen der erwachsenen Brutknospe hervor. Diese trennt sich bei der Keife vom Sterigma ab, welches letztere noch eine zweite und dritte Brutknospe nach dem Abfallen der ersten erzeugen kann. Die Brutknospen keimen auf andern Algen , an denen sie mit der Spitze eines Strahles oder des Stieles haften. Aus der Endzelle dieses Strahles oder Stieles sprossen dann einige kurze, verzweigte, ein sternförmiges Schild bildende Haftfasern, die sich dem Substrat fest anlegen. Sie theilen sich durch Längs- und Querwände und bilden eine Art Prothallium, denn aus einer peripherischen Zelle dieses Körpers erhebt sich schliesslich ein Seitenspross , dessen End- zelle zur Scheitelzelle einer jungen Sphacelaria-Pflanze wird. T. Clilorosporeae. 10. Juranyi, Ludwig, Beiträge zur Morphologie der Oedogonieen. Verfasser untersuchte ein Oedogonium , das im Wasserbehälter des botanischen Gartens in Pesth wuchs und dass er Oed. diplandrum genannt hat. Dieses Oed. hat drei wesentlich verschiedene Fadenformen , nämlich geschlechtslose, männliche und weibliche. Die ersten, aus lauter gleichgestalteten Zellen bestehend, erzeugen Schwärmsporen, die beim Keimen entweder geschlechtslose oder geschlechtliche Individuen hervorbringen. Die männlichen Fäden, anfangs den geschlechtslosen ähnlich, erzeugen später Antheridien in der von Pringsheim beschriebenen Weise. Jede Zelle eines solchen Fadens bildet sich durch Theilung in durch gelben Farbstoff ausgezeichnete Antheridien um. In jedem An- theridium entsteht ein Schwärmer, mit gelbem Farbstoff, hyaliner Mundstelle und Wimpern- kranz; er ist von gleicher Grösse und Gestalt, wie die geschlechtslosen Schwärmer. Nach V2 — 1 stündiger Bewegung gelangen diese Schwärmer zur Ruhe, indem sie sich an den Oogonien oder an Zellen, welche diesen benachbart sind, festsetzen und mit fester Zellhaut umgeben. Sie stellen einzellige Zwergmännchen dar und sitzen gewöhnlich zu mehreren an 2* 20 ^Igea. einem Oogoniutn. Nact einer Ruhepause theilt sich der protoplasmatische Inhalt des Zwergmännchens in zwei übereinanderliegende Hälften, deren jede sich zum Spermatozoid ausbildet. An den weiblichen Individuen treten schon frühe die für sie characteristischen Oogonien auf. Diese sind mit dunkelgrün gefärbtem Protoplasma erfüllt. Zur Zeit der Geschlechtsreife bildet sich an dem obern Ende des Oogoniuminhalts ein Fleck hyalinen farb- losen Protoplasmas (Eifleck). Dann reisst plötzlich die Wand des Oogouiums durch einen Querriss auf. Ein Theil des Protoplasmas tritt durch die so gebildete Oelfnung aus und ver- breitet sich im Wasser, während oben an der freien Oberfläche des im Oogonium ver- bliebenen Protoplasmas jene (aus Cellulose bestehende?) Hülle auftritt, die Pringsheim Befruchtungsschlauch genannt hat. Nach Bildung dieses Schlauches zieht sich das Proto- plasma wieder zurück, der hyaline Fleck verschwindet, die ganze Masse des Oogoniura- inhaltes ist bis auf eine äusserst schmale Hautschicht an der Seite, welche der Oeffnung des Oogonium zugekehrt ist, wieder dunkelgrün gefärbt. Der Inhalt contrahirt sich nun zur Befruchtuugskugel. Für die genaue Beobachtung der Einzelheiten des Befruchtungsactes ist Oed. diplandi-um sehr geeignet. Das Zwergmännchen öffnet sich indem sich oben eine Klappe durch einen Riugschnitt ablöst; darauf schlüpft zuerst das obere, dann das untere Spermatozoid heraus; beide haben die gewohnte Gestalt der Oedogonium-Spermatozoideu. Die Mundstelle mit dem Cilienkranz liegt ursprünglich bei den zwei Spermatozoideu desselben Zwergmännchens auf der'selben Seite ; beim Austreten macht aber jedes eine halbe Umdrehung , und zwar in entgegengesetzter Richtung, so dass die freien Samenkörper wiederum gleich- förmig orientirt, dabei aber um eine ziemliche Strecke von einander entfernt sind. Hier- durch soll nach Ansicht des Verfassers bewirkt werden, dass eines von beiden mit grösserer Sicherheit an die Oeffnung des Oogoniums gelangt, wobei es von der Stellung des Zwerg- männchens am Oogonium abhängt, ob das obere oder untere begünstigt wird. Die Spermatozoideu bewegen sich nur langsam und schwerfällig , herumtastend , zuckeud- zitternd, sie umgehen eine Zickzacklinie beschreibend das Oogonium, bis sie die Oeffnung des Befruchtungsschlauches gefunden haben oder zu Grunde gehen; sie sind stark contractu und ändern während des Schwärmens, das 2—3 Stunden dauert, fortwährend ihre Gestalt. In Folge dieser Contractilität vermag auch das Spermatozoid durch die enge Oeffnung des Befrachtungsschlauches einzudringen. Während dieses Eindringens sind die Cilien in Bewegung, bis erst sie, dann die Mundstelle die Befruchtungskugel berührt und mit der- selben verschmilzt. In demselben Augenblick erhellt sich diese an der BerühruDgsstelle und ein deutlicher Fleck hyalinen Protoplasmas (Keimfleck?) wird hier wiederum sichtbar. Sofort nach Auftreten desselben beginnt die Vereinigung des Spermatozoideu mit der Masse der Befruchtungskugel, wobei das laugsame Hineingleiten des ersteren und die starke Con- traction der letzteren deutlich beobachtet werden kann. Die befruchtete Eizelle scheidet nach 4-6 Stunden eine doppelt conturirte Zellmembran aus, verliert dann bald ihre grüne Farbe und nimmt eine intensiv orangerothe an. Ihre Ruhezeit ist nur kurz; sicher ist wenigstens, dass die Keimung noch vor Beginn des Winters erfolgt. Vor dem Austreten des Inhalts wird die Oospore grösser, dann quillt ihre Wand auf der Innenseite auf und zwar zunächst an dem der Oeffnung des Oogonium abgewandten hinteren und unteren Theile der Wand. Dadurch wird der Inhalt der Eizelle stärker zusammengedrückt und dem vor- deren oberen Theile der Wand genähert (nicht aber findet, wie Verfasser meint, an dieser Stelle »im Sinne des Parallelogramms der Kräfte« ein grösserer Druck statt, da der halb- flüssige Inhalt den Druck jedenfalls nach allen Richtungen gleichmässig fortpflanzt). Die Wand der Oospore reisst dann etwa an der Stelle auf, wo vor der Befruchtung die Wand des Oogoniums sich geöffnet hatte. Durch weiteres Fortschreiten der Quellung der Oosporenmembran gedrängt, tritt der Inhalt mit breitem Ende aus der Oeffnung hervor, liegt anfangs als primordiale Zelle im Wasser, umgibt sich aber schon nach V2 — 1 Minute mit einer äusserst zarten, dicht anliegenden Hülle. Die so entstandene Zelle schwingt pendeiförmig hin und her, während sie sich zugleich um ihren Längsdurchmesser dreht. Darauf theilt sich der Inhalt in drei in der Längsaxe liegende Tochterzellen , von denen die mittlere sich nochmals durch eine Längswand in zwei Zellen theilt. Der ganze Theilungsvorgang ist in 3—4 Minuten vollendet. Die neuentstandenen Zellen bilden sich Algen. 21 zu Schwärmern aus, welche sich von den gewöhnlichen Schwärmern durch ihre rothe Farbe unterscheiden. Die gemeinsame Hülhnembran erweicht, zerfliesst an einzelnen Stellen, die Schwärmer eilen durch die so entstandenen Oeffuungen davon. Nachdem sie ^2 — ^/4 Stunden geschwärmt, kommen sie zur Ruhe und keimen unmittelbar darauf; sie entAvickelu sich ohne Ausnahme zu geschlechtslosen Individuen. Die Keimung des 0. dipland- rum unterscheidet sich von jener der Bulbochaete durch die unmittelbar nach dem Austritt des Inhalts der Oospore erfolgende Theilung und die Anordnung der neu entstehenden Theilzellen. Cleve, der einzige, der bisher die Keimung der Oosporen bei Oedogonium beobachtete (Ofvers. af. k. Vet. Acad, 1863 Nr. 4 p. 249) gibt an , dass sich der Inhalt der Oospore nach Verfluss der Ruhezeit noch im Innern der letzteren in vier Portionen theilt, welche in einer gemeinsamen Hülle aus dem Oogonium austreten und sich nach Befreiung von dieser zu Schwärmern gestalten, deren jeder nach Ende der Schwärmzeit aus seinem Inhalte einen neuen Schwärmer bildet. Die weiteren Schicksale des letzteren blieben unbekannt. Auch Jurauyi hat das Zerfallen des Inhaltes der Eizelle in vier Theile noch innerhalb der Wandung der letzteren beobachtet, hält diesen Vorgang aber für abnorm. 18. Magnus, über Verzweigungserscheinungen bei Cladophora. Bei Cladophora rupestris sind von den auf einem Gliede fächerig stehenden Aasten die beiden mittleren nicht selten an ihren untersten Gliedern eine Strecke weit hinauf ver- wachsen, während die seitlichen, später entstandenen ihrem ganzen Verlaufe nach frei bleiben. Eine unbestimmte Cladophora der Kieler Bucht zeigte bei jeder Verzweigung ganz constant zwei mehr oder minder hoch hinauf verwachsene Aeste. Die Entwickelungs- weise dieser Bildungen konnte Verfasser nicht ermitteln. 6. Hanstein, Lebenszähigkeit der Vaucheriazelle und Reproductionsvennögen ihres Proto- plasmas. Verfasser machte seine Beobachtungen an einer nicht bestimmten Vaucheriaspecies. Wird durch Knickung oder anderweitige Eingriffe ein Theil des Protoplasmaleibs einer Vaucheria verletzt, so zieht sich das dahinter liegende Protoplasma augenblicklich zusammen und sucht die Wundränder, soweit diese gesund geblieben sind, an einander zu fügen; haben diese Fühlung gewonnen, so verschmelzen sie und suchen sich in einer nach aussen gewölbten Curve zu verfestigen, was zuweilen schon nach Minuten, selbst Secunden ein- treten kann. Dann bildet sich eine scharfe Aussengrenze , die seitlich, in die der Zellhaut anliegende Fläche des übrigen Protoplasmas übergeht. Nun beginnt an dieser Aussenfläche Ausscheidung von Cellulose, die seithch der Innenfläche der alten eingefügt wird und mit ihr verschmilzt. Wird ein Faden mehrfach zerschnitten oder gedrückt, so vollzieht sich die Heilung doch, selbst bei ganz kurzen Stücken. Jedes heil gebliebene Stück schliesst sich nach beiden Seiten durch Wandreproduction wieder ab. Solche Bruchstücke pflegea dann seitlich neben der Vernarbungstelle wieder auszuwachsen und fortzuvegetiren. Un- mittelbar nach der Verwundung beginnen sämmtliche Chlorophyllkörner sich von der Wund- stelle nach der Mitte des unverletzten Fadenstückes hin zurückzuziehen. Erst nach vol- lendeter Ausheilung kehren sie wieder zurück und erfüllen auch gleichmässig die Vernar- bungscurve. Verfasser hat ferner beobachtet, dass die Chlorophyllkörner überhaupt nie- mals während des Lebens der Vaucheria sich in Ruhe befinden, auch wenn der Faden nicht wächst. Unausgesetzt schieben sie sich hin und her und verändern ihre gegenseitige Stel- lung. Man muss desshalb annehmen, dass der ganze Protoplasmaschlauch in allen seinen Theilen in steter abwechselnder Zusammenziehung und Dehnung begriffen ist. Am Schluss beschreibt Verfasser noch eine zu den eben besprochenen Versuchen geeignete feuchte Mikroskopkammer. 22. Parfitt, über Botrydiimi granulatum Desv. (mit 1 Tafel). Verfasser, dem die Untersuchungen Kützing's, A. Braim's und Lawson's über diese Alge unbekannt sind, beschreibt sie als der Regel nach streng einzellig. Von den im Bo- den sich verzweigenden cyhndri sehen Stämmchen entspringen nach aufwärts kuglige oder ovale, mit wandständigen Chlorophyllkörnern reich versehene Blasen, welche über das Ni- veau des Bodens hervortreten. In einzelneu derselben entstehen, den Beobachtungen des 22 Algen. Verfassers zufolge, grössere uabewegliclie Plasmaklürap clien , in andern kleine Schwärra- sporen (Spermatozoiden) , welche sich durch die unterirdischen Stämmchen hin- durch mit ersteren vereinigen und sie befruchten. Der Befruchtmigsvorgang wird ebenso- wenig, wie Form und Bewegungsart der Schwärmsporen näher beschrieben. In einer Nach- schrift zum Aufsatze spricht W. Archer sehr begründete Zweifel gegen die Richtigkeit der Parfitt'schen Deutung aus. Kny. 29. De la Rue, sur le devoloppement de Sorastrum Kg. (mit 1 Kupfertafel). Die kugligen Colonieen des Sorastrum spinulosum Naeg. bestehen meist aus 8 oder 16 radial angeordneten Zellen. Der Vermehrung geht meist eine Trennung der Colonie in ihre einzelnen Zellen voraus, welche letztere sich entweder sofort mit einer derben Mem- bran umkleiden, oder erst nach wiederholter Zweitheilung, wobei die Form allmälig oval wird. Innerhalb dieser „Cysten" entstehen nun die jungen Colonieen, indem der Inhalt in eine entsprechende Zahl von Portionen zerfällt. Die derbe Membran wird entweder ge- sprengt oder löst sich allmälig auf. Seltener entstehen junge Colonieen in Zellen, welche noch zur Muttercolonie vereinigt sind. Kny. YI. Phycochromaceae und Palmellaceae. 3, Cohn, über Clathrocystis und Cylindrospermum (vgl. Nr. 24). Cohn giebt von Clathrocystis roseopersicina, die er für Rabenh. Algen Europas eingesandt hat, eine verbesserte Gattuugs- und Arteudiaguose nebst Notizen über die Entwickelung. Für diese höchst interessante, freilich längst bekannte Chroococcacee sind die überaus zierlichen hohlkugligeu oder gitterförmig durchbrochenen Colonieen, zu denen die Zellen vereinigt sind, überaus charakteristisch. — Cylindrospermum Kirchnerianum Cohn. — Verfasser giebt die Diagnose dieser neuen Ai't. Sie steht dem C. majus Ralfs, am nächsten, unterscheidet sich von diesem ausser durch das Vorkommen in grossen dick gallertartigen Lagern durch die Gestalt der Sporen (sporis rarissimis cylindraceo oblougis) und den constanten Cilienkranz am Grunde derselben. Thuret, der die Art als C. majus bereits abgebildet hat (Mem. de Cherb. Tom. VI. 1857), hält diesen Cilienkranz für Para- siten, während ihn Cohn als durch eine eigenthümliche Auflösung der Scheide entstanden ansieht. 28. üeber einige Falmellaceen, von L. Reinhardt. Aus dieser vorläufigen Mittheilung entnehmen wir folgende Thatsachen : 1) Euglena viridis und E. sanguiuea haben keinen Mund, obwohl Stein dessen Vorhandensein beweist. 2) Schizochlamys gelatinosa A. Br. vermehrt sich mit Macro- und Microgonidien und hat einen Ruhezustand. Diese Gattung muss man mit der Gattung Palmella vereinigen, da die Zerplatzung der Zellhaut in 2 oder 4 ganz gleiche Theile, die das Gattungsmerkmal ist, nicht immer beobachtet worden ist und von den äusseren Verhältnissen abhängt. 3) Bei Botryococcus Brauuii Ktz. sind Macro- und Microgenidien sowie auch Ruhezustand ge- funden worden; die austretenden Gonidien sind mit einer gemeinschaftlichen Membran versehen, welche später sich löst und die Gonidien frei macht. 4) Raphidium polymorphum Fresen. hat ausser der schon bekannten Vermehrung durch Theilung auch solche, welche an das Austreten der Zoosporen bei Ophiocytium Arbuscula A. Br. erinnert. 5) Bei Polyedrium tetraedricum Näg. beobachtete der Verfasser die Theilung des Inhalts in 4 Theile, welche, die Membran der Mutterzelle zerreissend, als 4 neue aber kleinere Organismen erscheinen. 6) Die Gonidien von Chlamydomonas pulvisculus Ehrb. paaren sich auf dieselbe Weise, wie dies Pringsheim bei Pandorina morum Bory. beobachtete, aber der Verfasser konnte nicht entscheiden, ob die Paarung jene Bedeutung hat, welche ihr Pringsheim zuschreibt. 7) Die Verfolgimg der Entwickelungsgeschichte der Anthe- rozoiden bei Volvox minor Stein und Eudorina elegans bestätigte die von Pringsheim be- strittenen Angaben über diesen Gegenstand von Cohn und Carter. 8) Bezüglich Colocium stentorinum Ehrb. muss man bemerken, dass pulsirende Vacuoleu bei der Theilung dieser Pflanze an neuen Orten erscheinen, indem ältere Vocuolcn einige Zeit vor der Theilung verachwinden. B a t a 1 i u. Algen. 23 TII. Conjugatae. 4. Delponte, Specimen Desmidiac. subcalpin. Die von 6 sorgfältig ausgeführten lithographischen Tafeln begleitete Abhandlung giebt eine Zusammenstellung italienischer Desmidiaceen welche Verfasser fast sämmtlich im kleinen Lago di Candia (westl. von der Eisenbahn zwischen Tui-in und Ivrea) gesammelt hat. Nur solche, die von ihm selbst untersucht worden sind, haben Aufnahme gefunden. Die Einleitung bildet eine Schilderung des genannten Sees, seiner geographischen Lage und seinen geognostischen Verhältnissen nach. Hierauf folgt eine lateinisch geschriebene Charakteristik der Familie, der sich weiterhin ausführliche Erläuterungen in italienischer Sprache anschliessen. Im Wesentlichen geben dieselben eine Zusammenstellung dessen, was frühere Beobachter über den Bau und die Entwickelung der Desmidiaceen ermittelt haben; hin und wieder sind aber auch neue Beobachtungen eingefügt. So beschreibt Verfasser bei Hyalotheca dissiliens Kalfs. neben der gewöhnlichen Ai't der Copulation eine andere Form derselben, wobei die Vereinigung nicht zwischen Zellen verschiedener Fäden, sondern zwischen benachbarten Zellen desselben Fadens stattfindet. Doch ist die zur Veranschaulichung beigegebene Figur (Taf. I. Fig. 3) nicht recht verständlich, da sich aus dem Inhalt von vier Zellen nicht zwei, sondern drei Zygosporen gebildet haben. Was es mit der vom Verfasser erwähnten Gonidieubildimg, welche neben Zweitheilung und Copu- lation die Vermehrung der Desmidiaceen bewirken soll, für eine Bewandtniss hat, ist nach den kurzen und nicht ganz klaren Bemerkungen schwer zu sagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um abnorm veränderte Chlorophyllkörner. Uebrigens hält der Ver- fasser selbst seine Deutung nicht für zweifellos. Li einer kurzen systematischen Uebersicht werden zwanzig 'Gattungen charakterisirt , aber nur die ersten zehn von ihnen, mit 35 Arten werden ausführlicher behandelt. Unter diesen befinden sich mehrere neu auf- gestellte, wie Aptogonum Actragonum, A. digonum, Sphaerozosma spinulosum, Xanthi- diastrum paradoxum, Euastrum ambiguum, E. subtetragonum, E. spinulosum, E. iater- medium, E. nummularium, E. Rabenhorstii, E. candianum. Kny. VIII. Bacillariaceae. Referent: E. Pfltzer. 1. Archer, on the Conjugation of Stauroneis Phönicenteron. Quarterly Journal ofMicro- scopical Science vol. XL p. 32L Ref. S, 31. 2. „ on the conjugated State of Navicula serians. Ebenda, vol. XII. p. 86, Ref. S. 31. 3. „ the conjugated State of Cocconema cj'mbiforme. Ebenda, p. 422. Ref. S. 31. 4. Babcock, Chicago Hydrant AVater. Lens 1872. Grevillea. I. p. 13. Ref. S. 35. 5. Blake, on Diatoms in hot Springs. Californ. Acad. of Sc. Auszug in Monthly Microsc. Journal v. IX. p. 71. Ref. S. 35. 6. Borscow, die Süsswasser-ßacillariaceen (Diatomaceen) des südwestlichen Russlands, ins- besondere der Gouvernements Kiew, Cernigow und Poltawa. 1. Lieferung. Historisches. Allgemeine Charakteristik der Bacillariaceen. Mit 2 chromolitho- graphirten Tafeln. Kiew 1873. Ref. S. 26 ff. 7. Brebisson, A. de, de la structure des valves des Diatomacees. Paris 1872. 8. „ Diatomacees de la Mousse de Corse. Mit 1 Tafel. Revue des seiences naturelles par Dubreuil et Heckel. Tome I. p. 188. Ref. S. 35. 9. Castracane degli Antelminelli, Conte Fr. Esame mikroskopico e note critiche su un campione di fango atlantico ottenuto nella spedizione del „Porcupine" nell auno 1869. Atti del Acaderaia Pontificale de Nuovi Lincei XXIV. Ref. S. 33—35. 10. „ le Diatomee e la geologia nelle formazione marine. Ebenda XXV. 11. „ sulla Struttura delle Diatomee. Ebenda vol. XXVL Sess. 2. Ref. S. 26, 28, 30. 12. „ le Diatomee del Litorale dell' Istria e della Dalmazia. Ebenda vol. XXVL Sess. 6. Con una Tavola. Ref. S. 32—35. 13. Cleve, P. T. Examination of Diatoms found on the surface of the Sea of Java. With 3 Plates. Bihang tili K. Svenska Vet. Acad. Handlingar L Nr. 11. Ref. S. 33—35. 24 Algen. 14. Cleve, on Diatoms of the Arctic Sea. With 4 plates. Ebeuda. I. Nr. 13. Ref. S. 32—35. 15. Cohn, F. Conspectus familiarum cryptogamarum secundum metliodum naturalem dis- positarum.' Jahresbericht d. schl. Gesellsch. f. vaterl. Cultur 1872 p. 83. Ref. S. 32. 16. „ über die Filterbassins des Breslauer Wasserhebewerks. Ebenda. 1873. Ref. S. 35. 17. Donkin, the natural history of the british Diatomaceae. 1873. Besprochen von Kitton. Grevillea 11. p. 69. 18. Edwards, dimorphic Diatoms. Grevillea 1872. p. 15. Ref. S. 32. 19. „ Remarks ou Triceratium fimbriatum, Monthly microsc. Journal vol. X. p. 137. 20. „ on diatomaceous Deposits in America. Ebenda p. 234. Ref. S. 35. 21. Ehrenberg, C. G. Das unsichtbar wirkende Leben der Nordpolarzone. Mit 4 Tafeln. Im Bericht über die zweite deutsche Nordpolfahrt in den Jahren 1869/70, IL Theil. 1. Abtheilung. Ref. S. 33—35. 22. „ Mikrogeologische Studien über das kleinste Leben der Meerestiefgründe aller Zonen und dessen geologischen Eiufluss. Monatsber. d. Berliner Acad. 1872. p. 265 (22 m.) und Abhandl. der Berliner Acad. 1873 p. 131 mit 10 Tafeln (22 a). Ref. S. 32—35. 23. Flögel, über dieStructur der Diatomeenschale. Tageblatt d. Versamml. deutscher Natur- forscher u. Aerzte zu Leipzig 1872. Botan. Zeitung 1872. S. 741. Ref. S. 27, 28, 29. 24. Guinard et Bleicher, note sur un gisement nouveau des diatomacees dans le terrain quaternaire des environs de Rome. Revue d. scienc. naturell. I. p. 315. Ref. S. 35. 25. Hansen, ein kleiner Beitrag zur Kenntniss der Diatomeen der dänischen Beilande. Videnskabelige Meddelelser Kjöbenhavn 1872. Ref. S. 35. 26. n Liste der im Herzogthum Schleswig gefundenen Diatomeen. Botanisk Tidsskrift utg. af d. botan. Foren, i. Kjöbenhavn 1873. 1. Ref. S. 35. 27. Hauck, Diatomeen des Seeschleims der Adria. Oesterr. botan. Zeitschr. 1872. S. 253. 331. Ref. S. 35. 28. Hoff mann, Diatomeen von Giessen. Bericht d. oberhess. Gesellsch. f. Natur- u. Heil- kunde 1873. Ref. S. 35. 29. Kitton, F., on Prof. Smith's Conspectus of the Diatomaceae, Monthly microsc. journ. vol. IX. p. 165. Ref. S. 32. 30. „ the new Conspectus of the Families and genera of Diatomaceae by Prof. H. L. Smith. Grevillea I. p. 63. Ref. S. 32. 31. „ Conspectus of Diatomaceae by H. L. Smith. The genus Amphora. Grevillea II. p. 24. Ref. S. 32. 82. „ on guano Diatoms. Monthly microsc. journ. vol. IX. p. 106. Ref. S. 35. 33. „ remarks on Aulacodiscus formosus, Omphalopelta versicolor etc. with description of a new Species of Navicula. Ebenda, vol. X. p. 6. Ref. S. 29. 34. 34. „ a description of some new species of Diatomaceae. Ebenda, vol. X. p. 205. Ref. S. 33 — 35. 35. „ Strange habitats of some species of Diatomaceae. Science Gossip 1873. October. 36. „ on an australian diatomaceous deposit. micr. Journal 1872. Ref. S. 36. 37. Lager stedt, N. G. W., Sötvattens-Diatomaceer frän Spetzbergen och Beeren Eiland. Med 2 Taflor. Bihang tili K. Svenska Vet. Acad. Handlingar. Band I vol. 14. Ref. S. 35. 38. Lang, F. H., On Prof. Smith 's Conspectus of the Diatomaceae. Monthly micr. Journ. vol. IX p. 165. Ref. S. 32. 39. Langenbach, G., dieMeeresalgenderlnselnSicilienundPantellaria. Berlinl873. Ref.S.35. 40. O'Meara, E., Recent Researches on the Diatomaceae. Journal of Botany vol. X. p. 66. 149. 203. 302. 360. vol. XI. p. 228. 291. Abgedruckt Quarterly Journ. of micr, Science vol. XII. p. 240. 384. vol XII. p. 9. Ref. S. 26. 41. „ on some new species of the genus Amphiprora. Quarterly Journ. of microsc, Science, vol XI. p. 21. Ref. S. 33. 42. „ on Melosira varians, in which the Endochromplates were very obvious. Ebenda vol XII. p. 314. Ref. S. 30. 43. „ on some peculiar forms of Navicula from the Sulu Archipel. Ebenda vol. XII., p. 283. Ref. S. 34. Algen. 35 44. O'Meara, on Diatoraaceae from australian Cautshouk. Ebenda vol. XII. p. 211. Ref. S. 36. 45. „ New Species of Mastogloia. Ebenda vol. XIII. p. 319. Ref. S. 34. 4G. Müller, 0., lieber den Bau der Zellwaud von Triceratiura Favus. Sitzungsber. der Ge- sellsch. naturforsch. Freunde z. Berlin 1871. S. 74. Ref. S. 23, 29. 47. „ Ueber den feineren Bau der Zellwand der Bacillariaceen , insbesondere des Triceratium Favus Ehrbg. und der Plcurosigmen. Mit einer Tafel. Reichert und Dubois-Reymond Archiv. 1871. Heft 5. 6. Im Auszug Botan. Zeit. 1872. S. 242. Ref. S. 27. 28, 29. 48. „ Ueber die Zellwand der Bacillariaceeu-Gattung Epithemia. Sitzungsber. der Gesellsch. naturf. Freunde z. Berlin 1872. p. 68. Ref. S. 26, 28. 49. Oersted, A. S., System der Pilze, Eichenen und Algen. Aus dem Dänischen von Grisebach und Reinke. Leipzig 1873. Ref. S. 32. 50. Pfeffer, W. Siehe Schmidt. Ref. S. 27. 51. Schmidt, A., Ueber die Mittellinie besonders der Naviculaceen. Tagebl. d. Vers, deutsch. Naturf. u. Aerzte. Leipzig 1872. Mit Bemerkungen von Pfeffer. Abgedruckt Botan. Zeitg. 1872. S. 741. Ref. S. 27. 52. „ Ueber Navicula Weissflogii und Navicula Gründleri. Mit einer Tafel. Zeit- schrift t d. ges. Naturwiss. Bd. 40. S. 403. Ref. S. 34. 53. Schmitz, Fr., Die Bildung der Auxosporen von Cocconema Cistula Ehrb. Botan. Zeitg. 1872. S. 217. Uebersetzt in Quart. Journ. of microsc. Science vol. XIII. S. 145. Ref. S. 32. 54. Slack, on the Structure of the valves of Eupodicus Argus and Isthmia enervis, showing that their siliceous deposit conforms to the general plan of deposition in simpler form. Mouthly microsc. Journal VIII. 1872. 256. vol. I. 123. 186. Ref. S. 29. 55. Smith, H. L., New Conspectus of the families and genera of Diatomaceae. The Lens 1872. Ref. S. 32. 56. > Prof Smith's Conspectus of the diatomaceae. Monthly microsc. Journ. vol. IX. p. 219. Ref. S. 32. 57. Stephenson, W., J., Observation on the optical Appearances presented by the inner and outer Layer of Coscinodiscus, when examined in Bisulfide of Carbon and in Air. With 1 Plate. Monthly microsc. Journ. vol X. p. 1. Ref. S. 29, 30. 58. Tomaschek, 0., Ueber das Entwicklungsgesetz der Diatomaceen. Botan. Zeitg. 1873. S. 273. Ref. S. 26, 27. 59. Waltz, über Schwärmsporen bei den Diatomaceen. Verband, d. russ. Naturf. Vers. 1871. Vgl. Botan. Zeitg. 1872. S. 422. Ref. S. 32. 60. Weiss, A., Zum Baue und der Natur der Diatomaceen. Mit 2 Tafeln. Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. z. Wien 1871. Ref. S. 27, 28, 29, 30. 61. Wells, S., The structure ofEupodiscus Argus. With 1 Plate. Monthly microsc. Journ, vol. IX. p. 110. Ref. S. 29. 62. Witt, Untersuchungen über Diatomaceen-Gemische. Ein Beitrag zur Flora der Südsee. Mit 1 Tafel. Journal des Museum Godeffrey. Band I. S. 63. Ref. S. 35. Die mit Nr. 7, 10, 17, 25, 26, 28, 55 und 62 bezeichneten Schriften waren dem Bef. nicht zugänglich. 1. Bau, Entwicklungsgeschichte und Lebenserscheinungen. Es sei dem Referenten gestattet, hier etwas weiter zurückzugreifen, als bis zum Beginn des Jahres 1873, nämlich bis zu der 1871 erschienenen Abhandlung, in welcher derselbe seine Auffassung vom Bau und der Entwicklung der Bacillariaceen ausführlich dargelegt hat*). Es erscheint dieselbe nicht allein an und für sich als ein passender Aus- gangspunkt, sondern sie ist auch gerade 1873 mehrfach zum Gegenstand genauerer Erörte- rungen gemacht worden, welche so am besten besprochen werden möchten. Wie bekannt, beruht die Vorstellung, welche Referent über den Entwicklungsgang der Bacillariaceen dargelegt hat, auf der Beobachtung der Zweischaligkeit der Zellhaut der- *) Untersuchungen über Bau und Entwicklungsgeschichte der Bacillariaceen. Botan. Abhandlung, beraasgegeb«u von Hanstein, Heft 2, 1871. 26 -^Igen. selben und der durch viele Gründe unterstützten Voraussetzung, dass die Zellen sich bei der Theilung stetig verkleinern und dann durch die Auxosporenbildung die Normalgrösse wieder erreichen. Sehen wir zunächst zu. welche Beurtheilung diese Grundtheorie, wenn dieser Ausdruck erlaubt ist, inzwischen gefunden hat. Einmal hat O'Meara in einer Reihe von Aufsätzen (40) den Hauptinhalt der citirten Abhandlung des Referenten dem englischen Publikum zugänglicher gemacht. Er erklärt die von dem Referenten vertretene Ansicht für eine sehr natürliche Vermuthung, die jedoch noch der Bestätigung bedürfe (40, 68.), da sie nur auf Biddulphia und die verwandten Gruppen gegründet sei. Dem gegenüber ist hervorzuhoben, dass schon Referent die Zwei- schaligkeit der Membran in den allermeisten Gruppen constatirt hat, und dass dessen Beo- bachtungen in dieser Hinsicht inzwischen bei den Naviculaceen , Eunotia. Cymbella, Gram- matophora und Coscinodiscus von Graf Castracane (11, 4), bei Epithemia von Müller (48, 70). im Allgemeinen von H. L. Smith (Monthly mikrosk. Journal VHI. 34) und Tomaschek (58) bestätigt worden sind. Ferner hat Borscow, der in russischer und deutscher Sprache die Resultate der oben erwähnten Abhandlung des Referenten mit den älteren Beobachtungen zusammenge- stellt, dieselben durch eigene Beobachtung vielfach vermehrt und zum Theil einer ein- gehenden Kritik unterzogen hat, die von dem Referenten beigebrachten Beweise für nicht unbedingt stichhaltig erklärt (6, 16). Es ist Borscow namentlich, selbst bei grossen Suri- rayen nicht gelungen, eine Zwcischuligkeit der Membran zu beobachten, so dass er nach wie vor die beiden Gürtelbänder für ein einheitliches Gebilde hält. Nur grosse Pinnu- larien gaben ihm Bilder, welche der Anschauung des Referenten „sehr nahe stehen". Da es sich hier lediglich um Constatirung einer mikroskopisch wahrnehmbaren Structur han- delt, so kann Referent dazu nur bemerken, dass ausser den oben genannten Specialforschern auf diesem Gebiet auch andere gewiss geübte Beobachter, wie Caspary, Hanstein, Hofmeister, Pringsheim die Sache genau so sehen, wie er. Borscow führt dann ferner einige Beobach- tungen an, die direct gegen die Zweischaligkeit der Membran sprechen sollen. Da sie an leeren, längst abgestorbenen, zum Theil klaffenden Schalen gemacht sind (6, 45), so wür- den sie, selbst wenn sie genau richtig wären, über die normalen Verhältnisse der lebenden Zellen nichts beweisen. Auch die sonst (6, 47) gemachten Einwände, welche sich darauf stützen, dass an jungen, eben gebildeten Schalen keine Gürtelbänder zu sehen seien, be- weisen nichts gegen die Zweischaligkeit der Zellmembran. Referent hat ausdrücklich aus- gesprochen, dass die Gürtelbänder erheblich später entstehen, als die zugehörigen Schalen. Borscow führt ferner an, dass in der Arbeit des Referenten keine einzige Beobach- tung vorhanden sei, auf deren Grund man berechtigt sei, zu schliessen, dass es demselben gelungen sei, das Auseinanderweichen der Schalen, z. B. bei dem Theilungsvorgang, unmit- telbar zu verfolgen. Die Tafel 2 der genannten Abhandlung stellt aber die Verschiebung bei Pinnularia in fünf Stadien dar. Wenn nun auch nicht alle Figuren nach demselben Exemplar gezeichnet sind, so wird doch Niemand bezweifeln, dass wir es hier mit einer zusammenhängenden Entwickelungsreihe zu thun haben — übrigens hat Referent die Ver- schiebung bei der Theilung vielfach unmittelbar 'gesehen. Wenn dann Borscow bei dos Referenten Besprechung der Auxosporenbildung detaillirte Angaben über das Aus- einanderweichen der Gürtelbänder vermisst, so kann der Letztere nur bemerken, dass man doch einmal besprochene Dinge nicht bei jeder Gelegenheit von neuem darstellen kann. Dass endlich ^ein Gebilde, das aus zwei übereinandergeschobenen Ringen besteht, so auseinanderweichen könne, dass dieselben sich an dem einen Rande noch berühren, am andern nicht, was Borscow bezweifelt, kann ein Versuch mit einer beliebigen Pa])p- schachtel lehren. Referent müsste fürchten, den Leser zu sehr zu ermüden, wenn er hier die son- stigen, theilweise nur durch Missverstehen der entgegenstehenden Ansicht hervorgerufenen Einwände Borscow's detaillirt wieder geben wollte. Nur zwei seien hier noch hervorgehoben. Borscow greift den Beweis an, Avelchen der Referent in der welligen Begrenzung der Bänder von Himantidium, Fragilaria dafür gefunden zu haben glaubt, dass die Zellen nicht in die Länge wachsen. Borscow meint, diese wellige Begrenzung sei nicht allen Algen. 27 Formen eigen, und sie könne auch durch das ungleiche Wachsthum verschiedener Zellen eines Fadens zu Stande kommen. Gegen Ersteres ist zu erwidern, dass die Deutlichkeit dieser welligen Begrenzung der Natur der Sache nach sehr von der Dicke der Gürtelbänder abhängt, also bei Formen mit äusserst dünnen Gürtelbändern schwer wahrnehmbar ist. Was den zweiten Punkt anlangt, so könnte durch Borscow's Voraussetzung wohl eine be- liebige Unregelmässigkeit in der Breite des Fadens, nicht aber die ganz regelmässig ab- und zunehmende Breite desselben erklärt werden. Dass Referent die Zellen bald in gerader, bald in schiefer Lage, und darum bald länger, bald kürzer gesehen habe, wie Borscow meint, muss Ersterer denn doch in Abrede stellen, da er einem so groben Irrthum nicht unterworfen zu sein glaubt. Was Borscow dagegen sagt, dass die relative Constanz der Riefenzahlen bei kleinen und grossen Schalen mit der Voraussetzung, die letzteren seien aus den ersteren durch Wachsthum hervorgegangen, unvereinbar sei, ist dem Referenten nicht ganz ver- ständlich geworden, so dass er auf das Original verweisen muss. Wenn Borscow endlich gegen die Zweischaligkeit der Membran Flögel's Abbildungen von Pleurosigma-Querschnitten anführt, so ist zu bemerken, dass einmal damals, als Flögel seinen Aufsatz schrieb, die in Rede stehende Hypothese noch nicht bekannt war, und dass andererseits von Müller (47, 22) ausgesprochen worden ist, dass diese Abbildungen nicht als durchaus genau zu betrachten seien. Tomaschek (54) hat, indem er des Referenten Beobachtungen über die Zweischalig- keit der Zellmembran bestätigt und die gegen die Annahme des Längenwach sthums der Bacillariaceenzelle beigebrachten Beweise für unläugbar erklärt, das Gesetz der Grössen- abnahme bei der Zelltheilung etwas präciser ausgesprochen. Während Referent die Grössen- verhältnisse der Tochterzellen nur für einige wenige successive Theilungen angegeben hatte, führt Tomaschek aus, dass sich dieselben nach dem Binomialtheorem für jede beliebige Anzahl von Theilungen entwickeln lassen. Die dabei beiläufig gemachte Bemerkung, die neu entstandene Scheidewand spalte sich in zwei Lamellen (58,274), steht mit dem von Borscow (6,23) bestätigten Beobachtungen des Referenten, wonach von Anfang an zwei ge- sonderte Schalen entstehen, in Widerspruch. Die von Weiss (60) und Castracane (11,9) aufgestellte Ansicht, die Zellmembran der B aciliar iaceen sei aus kleinsten, miteinander gewebeartig verbundenen Zellchen, die nach Weiss sogar Zellkerne haben, zusammengesetzt, bedarf wohl kaum der Widerlegung. Auch Borscow spricht sich (6.21) gegen dieselbe aus, und gerade bei Triceratium Favus, auf welches Weiss seine Hypothese vorwiegend gründet, ist inzwischen von Müller (47) vollkommen überzeugend nachgewiesen worden, dass es sich nicht um einzelne Zellen, sondern um nach aussen geöifnete Vertiefungen handle. Wenden wir uns nach diesen Erörterungen über den allgemeinen Bau der Membran zu der Structur derselben bei einzelnen Gruppen und Formen , so ist namentlich über die Naviculeen viel veröffentlicht worden, leider auch Manches, was nicht als ein Fortschritt angesehen werden kann. So finden wir bei Borscow zunächst die durch Querschnitte längst direct widerlegten Auffassung, als wären die neben der Längslinie und am Mittelknoten gelegenen Theile der Schale, selbst das Mittelband von Stauroneis verdünnte Stellen, während sie gerade am dicksten entwickelt sind, was auch Weiss (60,8) fand, der, wie früher Smith, beobachtete, dass diese Theile bei Behandlung mit Flusssäure sich zuletzt lösen. Schmidt (51) hält die Längsspalten der Naviculeen für immer durch eine feine Membran geschlossene Furchen vorzugsweise wegen eines Pleurosigma- Präparats, das zum Theil nur „innere Schalensubstanz und auf dieser keine Spur einer Mittellinie wahrnehmen lässt." Er erklärt dieselbe für ein „Wassergefässsystem" , wogegen Pfeffer (50) opponirt hat. Flögel (23) betonte, dass auf Collodiumabdrücken eine derartige Furche nicht nach- weisbar und dass bei Pleurosigma selbst eine starke, nach innen vorspringende Rippe vorhanden sei. Borscow erklärt sich, wie Schmidt, gegen das Vorhandensein durchgehender Spalten in der Membran. Seine Einwendungen stützen sich jedoch nicht auf bestimmte eigene Beobachtungen, sondern sind Deductionen aus den Angaben des Referenten über diesen Punkt, welche Borscow, wie es scheint, missverstanden hat. 28 ^gen. Was den sonstigen Bau der Naviculaceen-Schale anlangt, so bestätigte Borscow (6. 60 ff.) die von dem Referenten beobachteten eigenthümlicben Symmetrieverhältnisse und tritt auch hinsichtlich der Auffassung des Riefenbaus bei Pinnularia dem Referenten bei. Flögel (23) hat über die letztgenannten Verhältnisse Beobiichtungen mit Collodium-Abdrücken gemacht, aus welchen wohl eine Durchbrechung der Membran der vertieften Riefen, welche Flögel für nach aussen durch Membran geschlossen hält, nach innen hin angenommen werden darf. O'Meara (40,204) bestätigte, dass das von Schumann angenommene zweite Riefensystem der Pinuularien nicht existire. Ueber den Bau von Pleurosigma hat Müller (47) nach Einsicht der Flögel'schen Querschnittpräparate genauere Abbildungen gegeben. Müller spricht sich dahin aus, dass diese Querschnitte nicht beweisen, dass die von Flögel als Ursache der Sechsecke an- genommenen Kammern nach aussen geschlossen seien, sondern dass vielmehr ein Netzwerk voii Leisten, deren Vereinigungspunkte aussen knopfförmig verdickt sind, die Zeichnung bedinge. Auch die Erscheinungen, welche die Schale bei Ueberfiuthung mit stark brechenden Medien zeige, stimmten wohl mit dieser, nicht mit der Flögel'schen Auffassung , welche dagegen der Letztere dadurch stützt, dass nach seiner Angabe (23, 742) Collodiumabdrücke von Pleurosigma ganz glatt sind. Bei den mit zwei rechtwinklig sich kreuzenden Streifen- systemen versehenen Pleurosigmen schliesst Müller aus dem Querschnitt und aus üeber- fluthungsversuchen, dass die Sättel zwischen je zwei solchen Knöpfen in Richtung senk- recht auf die Raphe niedriger sind, als in der derselben parallelen Richtung. So erkläre sich auch, dass man in letzterer Richtung gewissermassen Fäden isoliren kann, und dass die Erfüllung der Hohlräume bei der Ueberfluthung parallel der Raphe in den Reihen vor- schreitet. (47, 637). Hinsichtlich der physiologischen Bedeutung der Pleurosigma-Zeich- nungen spricht Castracane die Vermuthung aus, dass durch derartigen Bau bei geringem Substanzverbrauch eine relativ grosse Festigkeit der Membran erreicht werde (11. 9). Borscow glaubt die Zeichnung von Pleurosigma auf Differenzirung von Areolen grösseren und geringen Wasser- und Kieselgehaltes zurückführen zu sollen (6, 54). Durch das Schwinden der ersteren Stellen könnten dann später auch Unebenheiten der Membran entstehen (6, 124). Die auf den Gürtelbändern der Naviculeen auftretenden Nebenlinien hält Borscow für verdickte Stellen der Membran von anderem Kieselgehalt (6, 57). Bei Achnanthes zeigten sie eine feine Querstreifung (6, 57), wie sie bei Pinnularia, Cymbella auf dem ganzen Mittelband vorkomme. Ueber Epithemia liegen Untersuchungen von Otto Müller (48) vor, nach welchem die sogenannten „Canaliculi", die nach ihm, wie nach Weiss (60) und dem Referenten, nach innen vorspringen, ziemlich weit in den Zellraum hineinragen, und ausserdem bei denjenigen Arten, welche auf den Gürtelbandflächen an den Enden der breiten Querrippen kopfförmige Anschwellungen zeigen, noch besondere innere, den Schalen annähernd parallele durch- brochene Diaphragmen vorhanden sind. Die inneren Ränder derselben tragen zahnartige einander gegenüberstehende Fortsätze, die sich jedoch nicht vollkommen erreichen (48, 70). Bei Synedra nimmt Borscow nach innen vorspringende, aus an einander gereihten prismatischen Körnchen bestehende Verdickungsleisten der Membran an (6, 54): die Durch- brechung der Flügelränder der Surirayen mittelst enger Spalten, wie sie Referent fand, stellt Borscow in Abrede (6, 56). Besonders eingehend sind dann noch einige Formen der centrisch gebauten Bacilla- riaceen untersucht worden, namentlich Triceratium Favus in einer vortrefflichen Arbeit von Otto Müller (46, 47), dessen Resultate von Flögel (23) bestätigt worden sind, und die entgegenstehende Auffassung von Weiss (60) als ganz irrig erscheinen lassen. Nach Müller und Flögel erhebt sich auf der Schale von Triceratium nach aussen ein System von schmalen Leisten, welche sechsseitige Felder begrenzen. Jeder Leiste ist dann am oberen äusseren Rande eine zweite senkrecht so aufgesetzt, dass beide zusammen im Querschnitt T artig erscheinen. Die oberen, der Schalenfläche parallelen Leisten umschliessen kreis- runde Oeffnungen. Der Grund der so gebildeten nach aussen offenen Hohlräume zeigt dann noch feine, von Müller für minder dichte Stellen der Membran gehaltene (47, 636) Algen. 29 Punkte, die in Reihen geordnet sind, welche nach dem Schalenrande schwach convergiren. Wo drei der zur Schalenfläche senkrechten Leisten zusammenstossen , findet sich noch je ein kurzer, nach aussen vortretender Dorn. Müller hat seine im Allgemeinen durch ver- schiedene Einstellung und Betrachtung der Schalen in verschiedenen Medien gewonnene Anschauung auch unmittelbar durch Beobachtung von Schalenquerschuitten bestätigt. Die an den Ecken der Schalen stehenden glockenförmigen Hörner werden bis zur Hälfte von dem immer niedriger werdenden eben geächilderten Leistensystem überzogen. Ihre Wand ist nach imten ziemlich stark verdickt, an der Spitze dünner und hier mit kleinen Dornen besetzt. Ob dieselbe durchbrochen sei, lässt Müller bei Triceratium un- entschieden, bezweifelt es aber bei Eupodiscus kaum. Das Leistensystem geht auch über die Ränder der Schale, wo es sich zu einem einfachen, von ovalen Oeifnungen durch- brochenen Grad erhebt, der nach Müller wahrscheinlich durch seitliche Verschmelzun? ursprünglich hammerförmiger Elemente entsteht. Diese Untersuchungen sind um so interessanter, als man wohl von dieser grossen, einfach gebauten Art wenigstens im All- gemeinen auch auf die feineren , noch nicht so genau erforschbaren Formen schliessen darf. Coscinodiscus gehört nach Flögel (23, 741) demselben Grundtypus des Baus an wie Triceratium, nur scheine es hier Formen zu geben, bei denen Uebergänge zum Geschlossensein der Oeifnungen stattfinden. Die Resultate, welche Stephenson (57) bei Coscinodiscus Oculus Iridis erhielt, würden mit Flögeis Angaben vollkommen übereinstimmen, wenn nicht Stephenson gerade der Innern Lage der Schale die Structur zuschriebe, die man nach Flögel bei den äussern erwarten sollte und umgekehrt. Nach Stephenson besteht nämlich die äussere Lage aus tiefen sechsseitigen »Zellen««, die ungefähr 1^2 mal so tief als breit sind und welche, nach den positiven Bildern zu schliessen , die sie von äusseren Objecten geben , entweder beider- seits oflen oder durch nahezu ebene Membranen geschlossen sind. Letzteres wird durch das Auftreten kleiner Vertiefungen im Grunde der Zellen, deren Rand ausgebuchtet er- scheint, wahrscheinlicher. Die innere Lage erscheint dagegen nach Stephenson als eine dünne in sechsseitige Areolen getheilte Platte, welche in der Mitte jedes Sechsecks eine kreisrunde Oeffnung hat. Slack (54, 124) giebt an, dass ihm derselbe Coscinodiscus wirk- liche Vertiefungen und ein wirkliches vorspringendes Leistensystem zeigte, beide aus kleinen kugeligen Körpern zusammengesetzt. Ueber Isthmia sagt Flögel (23, 741), dass der Querschnitt eine dünne Membran mit schwachen punktförmigen Erhebungen auf der Aussenseite zeige. Slack (54, 256) nimmt auch hier eine Zusammensetzung der Membran aus kleinen Kugeln an. Dieselbe Structur fand der Genannte bei Eupodiscus Argus, der nach Flögel (23) seinem allgemeinen Bau nach vielleicht auch noch zum Triceratium-Typus gehört. Die von Wells (61) gemachten Beobachtungen stimmen damit überein — der Letztere fand unregelmässig begrenzte Ver- tiefungen auf der Schale, welche durch eine Membran am Grunde geschlossen und durch Leisten getrennt sind, die am Rande rauh sind. Die Innenseite der Schale zeigte zahl- reiche runde Punkte. Ueber Omphalopelta und Aulacodiscus hat Kitton (33) einige Be- merkungen veröfi'entlicht , die auch hier auf das Vorhandensein zweier superponirter Platten deuten. Verlassen wir hiemit die Fortschritte, welche in unserer Kenntniss des Schalen- baus gemacht worden sind, und wenden uns zur Substanz der Schale, so ist auch hierüber Neues beigebracht worden. Weiss (60) giebt an, dass Schizonema und Synedra- Arten bei längerem Liegen in JodkaHum-Lösung , Achnanthes und Rhoicosphenia nach 48stündiger Behandlung mit Jodlösung die Cellulosereaction zeigten, indem die Membran sich bläulich, bläulichgrün oder blassrosa färbt. Bei den letztgenannten beiden Gattungen waren nur die innerste Lage und die einspringenden Leisten deutlich blau gefärbt, die äusseren gelb bis gelbbraim, als nähme die Infiltration mit Kieselsäure in den äussersten Membranschichten successive an Intensität zu. Bei Podosira fehlte die Kieselsäure stellen- weise ganz, bei Actinocyclus, Eupodiscus soll sie gewissermassen „die Cuticula des darunter liegenden Zellgewebes bilden" (60, 9). Weiss wie Borscow (6) sprechen stets von einer Imprägnation der Membran mit 30 ^^S^^' Kieselsäure, obwohl nocli gar niclit nachgewiesen ist, dass das Silicium gerade als solche in der Membran enthalten sei. Borscow zweifelt nur, ob die lüeselsäure ein- gelagert, oder chemisch mit der Cellulose verbunden sei (6, 66). Das von Kützing in den Bacillariaceen nachgewiesene Eisen kommt nach Weiss's Versuchen in der Membran und zwar als unlösliche Oxydverbindung vor, namentlich deut- lich bei Naviculaceen, Cymbellaceen , Nitzschia. Bei Melosira und Cyrabella fand Weiss mittelst Rhodankaliums dasselbe in gleicher Form auch im Zellinbalt. Den von Frankland angenommenen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Braunfärbung der Schalen beim Erhitzen und dem Eisengehalt hält Weiss für begründet (60, 10). Ferner theilt Castracane (11,8) mit, dass nach einer Analyse von Dupre in Pesaro mit Salzsäure und Salpetersäure behandelte und vollständig ausgewaschene reine Bacilla- riaceen die Silicate von Thonerde und Natron, wenig Eisensilicat und Spuren von Kalk-, Magnesia- und Kalisilikaten, sowie geringe Spuren von Phosphaten erkennen Hessen. Gegenüber den bisherigen Beobachtungen giebt Weiss (60) an, die Bacillai-iaceen- Schalen polarisirten das Licht. Castracane (11, 10) führt die Farben, welche Heliopelta und Omphalopelta nach ihm in stark polarisirtem Licht zeigen, auf eine Schichtung der Membran zurück. Den Brechungsindex der Bacillariaceen-Membranen fand Stephenson (57, 2) dadurch, dass er dieselben in Schwefelsäure bestimmter Concentration gerade verschwinden sah, zu 1,434, somit viel niedriger als beim Quartz. Um den festen Zusammenhang der bandförmigen Bacillariaceen zu erkläi'en, nimmt Borscow (6, 33) einen Verschleimungsprocess einer äussersten Zellhautlamelle an. Die Trennung der Zellen erfolge, wenn die Verschleimung bis zur Verflüssigung fortschreite. Auf denselben Process führt Borscow die Neigung lebender Bacillariaceen, sich mit einer bestimmten Fläche festzuheften , zurück (6, 40). Bei Cocconeis , Frustulia konnte er eine dünne gallertartige Hülle unmittelbar wahrnehmen. Aus derselben Gallerte bestehen nach Borscow auch die Fäden, an welchen bisweilen fremde Körper von bewegten Zellen nach- geschleppt worden (6, 42). Die Gallertpolster, Gallertstiele und -Röhren sieht Borscow gleichfalls als verschleimte Theile der Membran an. Als Auscheidungsproducte könnten sie nicht gelten, weil jene Gebilde organisirt und wachsthumfähig seien und weil dieselben oft eine nachträgliche Differenzirung ihrer Substanz zeigen. Aus dem Umstand, dass bei der Sporenbildung meist eine gallertige Masse aus den geöffneten Zellen austritt, schliesst Borscow, dass auch die innerste Lawelle kaum kieselhaltig und stark quellbar sei. (6, 65 ff.) Die Beobachtungen, welche Referent in seiner oben genannten Abhandlung über den inneren Bau der Zelle mitgetheilt hat, werden von 0,Meara (40) einfach referirt, von Borscow (6, 68) in den meisten Punkten bestätigt. Bei den Cymbellaceen fand Bors- cow vier Endochromplatten. Wahrscheinlich hatte er Zellen kurz vor der Theilung vor Augen, bei denen, was nicht normal ist, die Endochromplatten am Mittelknoten unter- brochen waren. Hinsichtlich der von dem Referenten gegebenen Darstellung des inneren Baus von Suriraya spricht Borscow einige Zweifel in Einzelnheiten aus (6, 79). Bei Synedra — die Art ist nicht genannt — weichen seine Angaben über die Theilung der Endochrom- platten von denen des Referenten ab, insofern nach Borscow die Endochromplatten zu- nächst auf die Gürtelbänder der Tochterzellen wandern und dort transversal in 4—6 Por- tionen sich zerklüften, deren jede sich dann longitudinal spaltet. Die über einander liegenden Portionen verschmelzen dann nach Borscow und gehen auf die Schalen der Tochterzellen über (6, 81). Bei Melosira vermisste 0,Meara (42) die vom Referenten an- gegebene strahlige Gestalt der Endochromkörner, welche in der That nicht immer vor- handen ist. Wenn Weiss (60) behauptet, das Endochrom der Bacillariaceen bestände aus „grösseren unregelmässigen Concrementen" oder komme als „krümliche Masse" vor, so hat er für diese Schlüsse gewiss keine lebenden Zellen vor Augen gehabt. An dem Extract der Bacillariaceen fand Weiss die Spectrallinien des Chlorophylls, sowie dessen Fluorescenz. Derselbe giebt ferner melirere Farbenveränderungen an, welche Algen. gl das Endochrom bei Behandlung mit verschiedenen Reagentien zeigt (60,34). Auch bei Borscow finden sich einige hierauf bezügliche Notizen (6, 68). Die Frage, oh sich die Endochromplatten activ bewegen, oder vom farblosen Plasma verschoben werden, beantwortet Borscow im ersteren Sinne, namentlich, weil bis- weilen Platten und farbloses Plasma sich gleichzeitig in verschiedenen Richtungen bewegten. Hinsichtlich der Bewegung der Zellen selbst betont Borscow, dass für das Fortgleiten derselben im Wasser es gleichgültig sei, welche Kante oder Fläche nach oben oder unten gerichtet sei, dass daher die Bewegung nicht als ein Kriechen aufzufassen sei. Vielmehr betrachtet Borscow die Bewegungen als durch Diosmose hervorgerufen, da weder die stoss- weissen Bewegungen durch ein Kriechen erklärt werden könnten, noch auch jemals eine Bewegung stattfände, wenn nur eine äusserst dünne Wasserschicht vorhanden wäre. Ausserdem sei das hervortretende Plasma, wie es namentlich Schnitze annehme, noch nicht direct beobachtet und könne , da die Membranen stets ringsum geschlossen seien, überhaupt nicht existiren. Ueber die Zelltheilung hat Borscow bei Navicula cuspidata und Melosira varians selbstständige Beobachtungen augestellt. Abgesehen von den durch seine Annahme der Einheit der Zellmembran herbeigeführten Abweichungen stimmt Borscow's Darstellung bei N. cuspidata mit derjenigen des Referenten bei N. ambigua überein. Nur scheint bei ersterer die Zerklüftung der Endochromplatten etwas später zu erfolgen (6, 85 ff.). Bei Melosira findet nach Borscow — abweichend von den Angaben des Referenten — die Bil- dung kleiner lutercellularräume zwischen den Rändern der entstehenden Tochterzellen schon beim Beginn der Einschnürung statt (6,88). Die Theilung des Kerns bestätigt Borscow, doch sah er sie nicht stets dem Beginn der Einschnürung der Zelle voraus- gehen (6, 89). Die bei der Auxosporen-Bildung beobachteten Vorgänge bringt Borscow in fol- gende Uebersicht: I. eine Mutterzelle, 1. directe Vei'jüngung einer Mutterzelle zu einer Auxospore a) innerhalb der alten Membran: Melosira. b) ausserhalb derselben: Orthosira, Cyclotella, Biddulphia, Achnanthes subsessilis. 2. Verjüngung einer Mutterzelle zu zwei Auxosporen: Rhabdonema. II. Zwei Mutterzellen, 1. directe Copulation: Cocconeis, Himantidium, Suriraya, Cymatopleura. 2. Berührung der ungetheilten Plasmakörper beider Zellen: Naviculaceae, Gomphonemeae. 3. Copulation von Tochterzellen der beiden Mutterzellen: indirecte Copulation a) illegitime, zwischen den Tochterzellen derselben Mutterzelle: Cocco- nema Cistula (nach Borscow), b) legitime, zwischen je zwei einander gegenüber liegenden Tochterzellen verschiedener Mntterzellen : Epithemia u. A. Aus eigenen Beobachtungen hat Borscow zur Auxosporenbildung von Melosira va- rians (Mai, Juni), Cocconeis, Cocconema Cistula (Juni), Cymbella affiuis, Amphora ovalis (Juli) Beiträge geliefert, üeber Cocconema Cistula ist ausserdem in dieser Hinsicht von Schmitz (53) eine ausführliche Darstellung gegeben worden. Die oben (1, 2, 3) citirten Notizen Archer's über Cocconema cymbiforme, Navicula serians und Stauroneis Phoenicen- teron bringen nichts wesentlich Neues bei, bestätigen jedoch, dass zwei Mutterzellen zwei Auxosporen bilden. Bei Melosira stimmt Borscow, gegenüber den Angaben von Lüders, Schmitz und dem Referenten darin bei, dass Copulationserscheinungen durchaus fehlen, und weicht seine Darstellung von der durch die genannten früher gegebenen nur unbedeutend ab. Bei Coc- coneis kommen Borscow's Beobachtungen mit den von Carter, Lüders und dem Referenten gemachten darin überein, dass hier eine wii-kliche Copulation stattfindet, aus der nach Borscow nur eine Auxospore hervorgeht. Hinsichtlich der Gattung Cocconema vertritt 33 -^Igei- Borscow mit Lüders gegen die gleich näher zu besprechende Darstellung von Schmitz, dass jede Mutterzelle ihr Plasma in zwei Portionen theile, die dann wieder zusammenfliessen sollen, ohne dass Borscow jedoch das Ijetztere direct gesehen hätte. Bei Cymbella affinis constatirte er nur, dass zwei Mutterzellen zwei Auxosporen bilden. Schmitz (53) stellt bei Cocconema jede Copulation entschieden in Abrede: nach ihm nähern sich die beiden Plasma- massen nicht einmal bis zur Berührung; es ist selbst gleichgültig für die Auxosporenbil- dung, wenn eine der beiden Zellen abstirbt, ehe sie noch ihre Schalen abgeworfen hat. Auch beobachtete Schmitz mehrfach, dass in einer Gallerthülle drei Zellen sich zu Auxo- sporen entwickelten und in einem Fall sogar, dass eine einzelne Zelle sich mit einer Gallert- hülle umgab und ihr Plasma zu einer ellipsoidischen Masse abrundete. Ein Perizonium ist bei Cocconema nach Schmitz vorhanden: durch Auflösung der Gallerthüllen werden die Erstlingszellen endlich frei. Bei Amphora theilt sich nach Borscow gleichfalls jede Mutterzelle der Quere nach in zwei Primordialzellen, deren jede dann mit der gegenüberliegenden Tochterzelle der an- deren Mutterzelle verschmilzt, was Borscow direct beobachtete. Seine Betrachtungen (6, 115), dass stets die rechte Schale abgeworfen werde, wenn die Mutterzellen sich öffnen, scheinen dem Referenten nicht zutreffend, da eine Amphora wohl ein vorn und hinten, aber kein oben und unten, also auch kein rechts und links unterscheiden lässt. Hinsichtlich der Weiterentwicklung der Auxosporen schliesst sich Borscow der An- sicht an, dass die Erstlingszellen sich einfach durch Theilung vermehren. Das Vorkommen von Schwärmsporen, in neuerer Zeit noch behauptet von Walz (59) und ebenso von Castracane (12, 12), hält Borscow für unbewiesen. Die von Castracane in dieser Richtung bei Striatella gemachten Beobachtungen sind auf Bewegungen des Plasmas, Bildung von Plasmafäden und Veränderungen in der Lage der Endochromkörner zurückzuführen. Von Schmitz (53, 226) wurde beobachtet, dass bei Cocconema Cistula kleine Zellen sich bisweilen mit Gallerte umgeben, als ob sie Auxosporen bilden wollten, dann aber sich mehrfach theilen und so eine besondere Art von „Cysten" entwickeln. Cleve (14, 9) sah in ei- ner grösseren leeren Schale von Biddulphia eine kleinere eingeschlossen, die er für eine Sporangial-Form hält. Vielleicht handelt es sich hier um zweimalige Membraubildung um dieselbe Plasmamasse, analog den Craticularzuständen anderer Formen. Der von Edwards erwähnte Dimorphismus von Bacillariaceen (18) beruht auf ein- fachen Species-Variationen. Vgl. dazu auch Q. J. of M. Sc. XH, p. 313. 3. Systematik. Wenn schon die Darstellung der Fortschritte in unserer Kenntniss des Baus und der Entwicklung der Bacillariaceen als absolut vollständig nicht betrachtet werden darf so gilt dies in noch höherem Maass von dem auf die Systematik bezüglichen Theile. Gerade die Hauptarbeit, eine von H. L. Smith veröffentlichte neue Anordnung der Bacillariaceen- Gruppen und Gattungen (55) war trotz aller Mühe nicht zu erhalten und hofft Referent nur das Versäumte im nächstjährigen Bericht nachholen zu können. So wäre nur zu berichten, dass Cohn (15), wie Borscow {Q) die Stellung der Bacillariaceen unmittelbar neben denDesmidia- ceen beibehalten haben, während Oersted die ersteren unter die Melanophyceae neben die Phaeosporeen, Ectocarpeen und Fucoideen bringt (49, 170j. Die systematische Anordnung der Bacillariaceen, wie sie Referent gegeben hatte, wird von O'Meara (40) einfach referirt, nur an einzelnen Stellen, so bei Frustulia, Anomoeoneis, Amphipleura äussert derselbe Bedenken. Den dort aufgestellten Naviculaceen-Gattungen fügt Cleve das genus Libellus (auf N. Libellus begründet) hinzu (14, 18). Die von Lang und Kitton über Smith's Conspectus gemachten Bemerkungen (29, 30, 31, 38) finden wohl am besten ihre Stelle bei einer späteren Besprechung der Smith'schen Arbeit. Von Gattungen, welche auf neuerdings erst aufgefundene Formen neu begründet wurden, sind zu nennen: 1. Actinogramma Ehrb. sehr nahe stehend Asteromphalus Ehrb. (22m, 277.) 2. Auricula Castracane, eine sehr räthselhafte, vielleicht als asymmetrische Amphiprora aufzufassende Form. (12, 21 Taf. VII. f. 2) Algen. 33 3. Lauderia Cleve, den Striatelleen nahestehend (13, 8 Taf. I. f. 7) 4. Mesasterias Ehrb., nahe verwandt mit Asteromphalus (22m, 277) 5. Moelleria Cleve, zwischen Eucampia und den Striatelleen stehend (13, 7 Taf. I. f. 6). 6. Symblepharis Ehrb., nach der Abbildung (22a, VI, 2 f. 9, 10) wohl. den Bid- dulphieen nahestehend. 7. Thalassiosira Cleve, wohl den Melosireen sich anschliessend. (14, 6 T. I. f. 1). An neuen Arten sind dem Keferenten die folgenden bekannt geworden. Bei den mit " bezeichneten ist bisher keine Abbildung, bei den ein f tragenden nur diese, keine Diagnose gegeben worden. 1. Achnanthidium arcticum Cleve 14, 25. 2. „ groenlandicum Cleve 14, 25. 3. Actinogramma Jupiter Ehrbg 22 m, 295, Abb. 22 a. IX. 3. 4. „ Saturnus Ehrbg „ „ 5. 5. „ Sol Ehrbg „ „ 6. 6. 5, Stella Ehrbg „ „ VI. II. 7. 7. „ Venus Ehrbg „ „ IX. 4. 8. Amphicampa aequatorialis Cleve 19, 12. 9. Amphiprora biseriata O'Meara 41, 23. 10. „ Diadema O'Meara „ 11. „ longa Cleve 14, 20. 12. „ membranacea Cleve 13, 12. 13. „ Nitzschia O'Meara 41, 22. 14. „ ? nitzschioides Cleve 14, 20. 15. „ rimosa O'Meara 41, 22. 16. „ sulcata O'Meara „ 17. Amphitetras? mammillaris Ehrbg 22 m 295, Abb. 22 a. IX. 9. 18. Amphora Eunotia Cleve 14, 21. 19. Asterolampra hexactis Ehrbg 22 m 295. Abb. 22 a. IX. 1. 2. 20. " Asteromphalus Jeffreysianus Castracane 9, 8. * 21. „ reticulatus Cleve 13, 5. 22. Aulacodiscus superbus Kittov 34, 205. 23. Auricula Amphitritis Castracane 12, 21. 24. t Campylodiscus aralensis Ehrbg 22 a. XII. I. 16. 25. t „ caspius Ehrbg „ XII. I. 11. 26. „ groenlandicus Cleve 14, 13. 27. „ polaris Ehrbg 22 m, 29G, Abb. 22, III. 5. 28. „ Sabinii Ehrbg „ „ 22, III. 6. 29. Chaetoceras aequatoriale Cleve 13, 10. 30. „ atlanticum Cleve 14, 6. 3L „ decipiens Cleve „ 32. „ distans Cleve 13, 9. 33. „ diversum Cleve „ 34. „ Impücans Ehrbg 22 m, 294, Abb. 22 a, VI. II. 3. 4. 35. „ javanicum Cleve 13, 10. 36. „ paradoxum Cleve „ 37. „ pelagicum Cleve 14, 6. 38. „ Ralfsii Cleve 14, 10. 39. „ secundum Cleve „ 40. Climacidium Monodon Ehrbg 22 m, 297. 41. „ Zygodon Ehrbg 22 m, 297, Abb. 22, II. 10. 42. Cocconeis arctica Cleve 14, 14. 43. „ decipiens Cleve „ 44. « glacialis Cleve „ 45. „ groenlandica Ehrbg 22 ni, 297, Abb. 22, III. 1. BotauiBcber Jahresbericht I. n 34 Algen. 46 ° Coscinodiscus ? annulatus Castracane 19, 7. 47] ^ caspius Ehrbg 22m, 297, Abb. 22 a, XII. I. 14. 4g crenulatus Castracane 9, 7. 49' " heteroStigma Ehrbg 22 m, 297 Abb. 22, II. 22. 50] '' Nebula Ehrbg 22 m, 297, Abb. 23 a. XII. I. 15. 51. Craspedodiscus Discoplea Ehrbg „ Abb. 22, II. 28. 52. Cymbella stauroneiformis Lagerstedt 37, 45. 53. Denticella mobiliensis Ehrbg 22 m, 297 Abb. 22 a, VI. II. 8. 54. Dicladia groenlandica Cleve 14, 12. 55. Diploneis mesolia Ehrbg 22 m, 298, Abb. 22, IL 1. 56. Fragilaria oceanica Cleve 14, 22. 57. „ pelagica Ehrbg 22 m, 298, Abb. 22, III. 10-11. 58. Glypbodesmis adriatica Castracane 13, 22. 59. Hemiaulus Heibergii Cleve 13, 6. 60. „ membranaceus Cleve 13, 6. 61. Hemidiscus inornatus Castracane 19, H. 62. t Insilella amphicentra Ehrbg 22 a. VI. II. 6. 63. „ ? tenuis Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22, IL 65. 64. „ ? verticillata Ehrbg „ „ 64. 65. Isthmia? vitrea Kitton 34, 206, 66. Lauderia annulata Cleve 13, 8. 67. ö Mastogloia costata O'Meara 45, 319. 68. Mesasterias Abyssi Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22 a. IX. 7. 69. Moelleria cornuta Cleve 13, 7. 70. Navicula arctica Cleve 14, 16. 71. „ bipunctata O'Meara 43, 286, 72. „ bisulcata Lagerstedt 37, 31. 73. „ Chimmoana O'Meara 43, 285, 74. % Clevei Lagerstedt 37, 34. 75. „ fasciata Lagerstedt „ 76. „ Gründleri A, Schmidt 52, 24. 77. „ intermedia Lagerstedt 37, 23. 78. ö „ Perryana Ritten 33, 9. 79. „ phyllophaena Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22 a, VI. HL 10. 80. „ plutonia O'Meara 43, 286. 81. „ polaris Lagerstedt 37, 26. 82. „ spiraüs O'Meara 43, 286. 83. „ Suluensis O'Meara 43, 285. 84. Nitzschia decora Eitton, 34, 206, 85. „ ventricosa Eitton „ 86. Pinnularia complanata Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22, IL 54. 87. „ glacialis Ehrbg „ „ 57. 88. „ hyperboraea Ehrbg „ „ 61. 89. Pleurosigma longum Cleve 12, 19. 90. t Ponticella caspia Ehrbg 22 a. XII. I. 17. 91. Rbabdonema Torelli Cleve 14, 24. 92. Rhoicosigma arcticum Cleve 14, 18. 93. Stauroneis minutissima Lagerstedt 37, 39. 94. „ obtusa Lagerstedt 37, 36. 95. „ polymorpha Lagerstedt 37, 39. 96. „ undosa Ehrbg 22 m, 300, Abb. 22, n. 31. 97. „ Wittrockii Lagerstedt 38, 38, 98. Stauroptera neptunia Ehrbg 22 m, 300, Abb. 22, II. i5. 99. Stictodiscus Crozierii Kitton 34, 205. Algen. 100. t Symblepharis Clara Ehrbg 22 a, VI. II. 9. 10. 101. t Syndendrium brasiliense Ehrbg 22 a, VI. II. 13. 102 " Synedra Brebissonii Castracane 9, 13. 108. „ Thalassiothrix Cleve 14, 22. 104. Thalassiosira Nordenskiöldii üleve 14, 6. 105. Triceratium uebulosum Ehrbg^22m, 300. 106. Tryblionella conspicua Kitton 34, 207. 107. „ ? ovata Lagerstedt 37, 48. 108 t Zygoceras sigmoides Ehrbg 22 a, VI. II. 5. Die fettgedruckten Ziffern zeigen die betreffende Arbeit, di« kleinen Ziffffn' die Seita an. t 3. Terbreitung. Wir haben hier zunächst Ehrenberg's Studien über die Meerestiefgründe zu nennen, welche Alles zusammenfassen , was dieser unermüdliche Forscher in den Tiefen aller Meere an Bacillariaceen — und andern kleinen Organismen — beobachtet hat, und in welchen er weiteres Material aus dem atlantischen Ocean (meistens von der Kabellegung herrührende Proben), dem indischen Ocean, dem rothen Meer, Mittelmeer, dem schwarzen, asowschen und caspischen Meer, dem Aralsee, dem ochotskischeu, weissen und nördlichen Polarmeer, dem japanischen und chinesischen Meer und der Südsee veröffentlicht. Die Hauptliste, welche auch im Allgemeinen zum Nachschlagen für die von Ehrenberg aufgestellten Arten sich empfiehlt, da sie stets den Ort der Liagnose und Abbildung anführt, enthält nahezu 600 Formen von Bacillariaceen, obwohl Küstenformeu absichtlich fortgelassen sind. Eine Grundprobe des atlantischen Oceaus aus 2434 Faden Tiefe untersuchte auch Graf Castra- cane (9) und fand darin 40 Bacillariaceen-Arten , jedoch kein Anzeichen , dass eine derselben in der genannten Tiefe selbst gelebt habe. Speziell auf die Nordpolarzoue bezieht sich eine zweite Abhandlung Ehrenbergs, welche die von der zweiten deutschen Nordpolexpedition unter Kapitän Koldewey herrüh- renden Materialien behandelt, und in welcher 78 marine und 41 Süsswasserformen auf- geführt und zum Theil auch abgebildet werden (21, Taf. 2, 3). Aus derselben Zone liegen ferner Beobachtungen von Cleve (14) über die von mehreren schwedischen Expeditionen von Spitzbergen und Grönland mitgebrachten Materialien vor. Derselbe nennt, einschliesslich einiger früher von O'Meara beobachteter Formen, 181 Bacillariaceen aus dem arktischen Meere. Viele Arten sind den Tropen und dem Nordpolarmeer gemeinsam — als charak- teristisch für das Letztere nennt Cleve das Fehlen der sonst so häufigen *Achnanthes lon- gipes, Actiuoptychus uudulatus, *Suriraya lata, S. fastuosa, *Biddulphia pulchella, *Tri- ceratium Favus, von welchen die mit * bezeichneten auch von Ehrenberg dort nicht ge- funden wurden. Süsswasserarten von Spitzbergen hat dann ferner Lagerstedt (37) unter- sucht und in schwedischer Sprache beschrieben. (Vgl. den Bericht über die Fortschritte der Botanik in Schweden.) Aus der nördlichen gemässigten Zone veröffentlichte Hoffmann (28) Beobachtungen über die Bacillariaceen um Giessen , Hansen gab eine Liste der in Schleswig (26) und den dänischen Beilandeu (25), Sauter der im Salzburgischen (vgl. S. 4) vorkommenden Formen. Cohn (15) gab einige Notizen über das massenhafte Vorkommen von Bacillariaceen auf den Filtern des Breslauer Wasserhebewerks. Graf Castracane (12) publicirte eine Liste der an den dalmatischen und istrischen, Langenbach der an der sicilianischen Küste (39) vorkom- menden Ai'ten, während Brebisson (8) die im sogenannten Helmintochorton (kleinereu Tangen des Mittelmeers), Hauck die im Schleim des adriatischen Meers von ihm beobachteten For- men aufzählt (27). Aus den Tropen analysirte O'Meara (43) Material vom Sulu-Arcliipel, Kittou solches von der südamerikanischen Küste (30, 34) welches viele, bisher nur aus dem Guano bekannte Formen lebend enthielt, während Witt (62) Bacillariaceen der Südsee, Blake solche aus einer heissen Quelle (163'-' Fahr.) Califoruiens beschrieb (5), Babcock die Arten der Wasserleitung von Chicago untersuchte (4). Kiu Lager fossiler Bacillariaceeu wurde beschriebeu vou Guinard und Bleicher aws 36 Pilze. der Umgegend von Rom (24), sonst haben Edwards (20) auf ähnliche Vorkommen in Nord- amerika, Kitton (36) auf ein ausgedehntes Lager in Australien aufmerksam gemacht. Einzelne Bacillariaccen hat auch O'Meara (44) in dem sogenannten australischen Cautschouk (Cooron- gite) aufgefunden. Ueber die Vertheilung der Bacillariaceen nach den verschiedenen geologischen Perioden hat Ehrenberg eine Zahlenübersicht gegeben (22 a) , welche aber in ihren Ziffern auch wirkliche Infusorienformen mit umschliesst. Die Tabelle , welche Borscow (6, 29) über die Vertheilung der Bacillariaceen- Familien in Süss- und Salzwasser giebt , beruht auf unrichtigen Grundlagen , insofern sie nach Rabcnhorst's Flora europaea aquae dulcis et submarinae entworfen ist , die sehr viele eigentliche Mecresformen ausschliesst. So kommt es denn, dass Borscow gegenüber 10 Süss- wasser-Coscinodisceen nur G Formen dieser Familie aus dem Meer aufführt, während beispielsweise Ehrenberg's Liste schon allein 46 Arten von Cosciuodiscus nennt , wozu dann noch viele andere artenreiche Gattungen kommen. Die Gesammtzahl der in Europa gefundenen Bacillariaceen-Arten schätzt Borscow auf 1100, welche Zahl bei Weitem zu niedrig ist, wenn man die Meeresformeu hinzunimmt. Pilze. Referent J. Schroeter. I. Torbemerkungen. " Berichte über die neuerschienenen mykologischen Arbeiten sind lange Zeit von Herrn Professor H. Hoffmann in jährlich wiederkehrenden Heften mit solcher Vollständig- keit zusammengestellt worden, wie sie nur der erreichen kann, der die Gesammtliteratur des Gebietes auf das Sicherste beherrscht und dem alle einschlagenden Quellen reichlich zufliessen. Leider sind diese Berichte seit zwei Jahren nicht mehr erschienen, und es ist dadurch eine Lücke entstanden, welche die folgenden Referate vielleicht in etwas aus- füllen können. Gern hätte ich mich mit denselben unmittelbar an die erwähnten Arbeiten angeschlossen, der verfügbare Raum gestattete aber nicht, die vor dem Jahre 1873 er- schienene mykologische Literatur ausführlicher zu besprechen; einige früher publizirte Werke, welche in deutschen botanischen Blättern auch zuerst im vergangeneu Jahre an- gezeigt worden sind, habe ich nicht übergehen können. Von Prof. Hoffmann's mykologischen Berichten bin ich in Anordnung und Wiedergabe der Referate in zwei Punkten besonders abgewichen. Ich habe dieselben, soweit es möglich war, ohne die Berichte über die ein- zelnen Arbeiten zu zerreissen, nach dem Gegenstand, den diese enthalten, geordnet zu- sammengestellt, und habe die systematischen Schriften mit eingehenderer Ausführlichkeit besprochen. Die Absicht des vorliegenden Jahresberichtes ist es, keine Kritiken, sondern Berichte über die erschienenen Arbeiten zu geben. Um Erstere möglichst auszuschliessen und nicht in unnützes Aufzählen von Namen zu verfallen, schien mir eine umfangreichere Wiedergabe des Inhalts unerlässlich. Im Allgemeinen habe ich bei den Beschreibungen vermieden, durch referirende Umschreibungen den Schein selbstständiger Arbeit hervorzurufen, vielmehr habe ich die in den floristischen und systematischen Arbeiten neu aufgestellten Arten in den einzelnen Abtheiluugen am Schlüsse zusammengestellt, und die Diagnosen, soweit sie mir zugänglich waren, in abgekürzter Form beigefügt. Dass es gerechtfertigt ist, in einem Bericht über das Gesammtgebiet der Botanik so sehr ins Specielle zu gehen, glaube ich durch praktische Rücksichten vertheidigen zu können. Die Pilzkunde ist augenblick- lich in eine Entwickelung getreten, die, gegen frühere Jahre, weithin Theiluahme erregt. iDie vielfachen Formen werden genauer untersucht, und bei dem Maugel umfassender Pilie. 37 neuerer systematischer Werke, besonders solcher, welche die mikroskopischen Verhältnisse mit berücksichtigen, ist es natürlich, dass Jeder, der sich mit Untersuchung von Pilzen befasst; solche findet, die er nach den ihm zugänglichen Quellen nicht bestimmen kann und als neue Arten aufstellt. Durch Nichtbeachtung dieser Thatsache wird die Zahl der unnöthigen Synonymen fortwährend vermehrt werden, während es vielleicht möglich ist durch periodische Wiedergabe der neuaufgestellten Arten jedem Beobachter die ControUe zu erleichtern. Ich bemerke, dass ich fest überzeugt bin, dass der grösste Theil der in der diesjährigen Uebersicht als neu angeführten Arten, (wenigstens derer aus Deutschland) schon früher beschrieben gewesen ist. Für ein kleines Gebiet, das ich augenblicklich ziemlich genau übersehe, möchte ich dies z. B. behaupten: Von den 17 als neu auf- geführten Uredineenarten scheinen mir 9, also über die Hälfte, nicht für neu, oder nicht gut begründet, und ich erwähne dabei speciell, dass ich glaube auch die von mir auf- gestellte Pucc. Corrigiolae ist schon früher bekannt gewesen, da eine P. Corrigiolae D. C, wie ich später gefunden, schon von Wallroth citirt wird. Bei den Referaten habe ich die floristischen Arbeiten vorangestellt, weil in dem systematischen Theile öfter auf sie zurückgewiesen werden musste. Der Inhalt derselben lässt sich eigentlich durch kein Referat wiedergeben, denn in ihnen sind grade die Einzel- heiten das Wichtige. Selbst die dem ünbetheiligten vollständig gleichgültigen Namen- aufzählungen der in einzelnen Gebieten gefundenen Pilze sind oft dem Bearbeiter eines grösseren Werkes von Wichtigkeit; wir haben die Aussicht, die vielen Angaben über deutsche Localfloren in einer für die nächste Zeit verheissenen Ausgabe der Kryptogamen- flora Deutschlands von Dr. L. Rabenhorst verwerthet zu sehen. Ob es eine selbst- ständige geographische Vertheilung der Pilze gicbt ist bekanntlich manchmal aus mehrereren Gründen bezweifelt worden, erstlich darum, weil viele Pilze als Schma- rotzer eigentlich nur an die Verbreitung ihrer Nährpflanzen geknüpft sind, zweitens weil man viele Pilze so Aveit verbreitet findet, als man ihnen nur überhaupt nach- gespürt. Die Literatur dieses Jahres liefert für diese Fragen einige sehr interessante Be- obachtungen. Erstlich ist die Wanderung einiger Puccinien sehr bemerkenswerth. Pucc. Helianthi, die durch Woronin's Untersuchung schnell bekannt geworden , ist in langsamer Wanderung von Russland nach Westen zu begriffen, sie ist jetzt schon in Ungarn und Schlesien auf Helianthus anuuus, wo sie (wenigstens in Schlesien) vorher nicht beobachtet war, angetroffen, weiter nach Westen aber noch nicht vorgedrungen. Dagegen hat sich Pucc. Malvacearum Mont., die wie es scheint, erst seit Kurzem aus Chili in Europa ein- geführt worden ist, in überraschender Schnelligkeit während des vergangenen Jahres durch Spanien, Frankreich, England bis in das westliche Deutschland auf Malven, besonders Malva silvestris und Althaea rosea verbreitet. Andererseits hat uns das Ergebniss der letzten deutschen Nordpolexpedition die überraschende Thatsache zur Kenntniss gebracht, dass selbst im höchsten Norden Hutpilze, wie Amanita, Sphaeriaceen und Uredineen zur Reife kommen. Aus der südlichen Halbkugel werden indess einige neue Pilze bekannt gemacht, von denen wenigstens der Eine (Lysurus aus Patagonien) von den in unseren Breiten vorkommenden Pilztypen bedeutend abweicht. Das Bedürfniss, ein den Stand der gesammten Pilzkunden darstellendes Werk zu liefern, haben Griesebach und Reinke durch Uebersetzung des Oerstedt'schen Buches über Sporenpflanzen zu erfüllen gesucht. Für Viele wird dies erreicht sein, zumal die zugefügten Anmerkungen von Reinke die Ergebnisse der neueren deutschen Arbeiten zufügen. Füi' spätere Leser wird diese Doppelgestalt des Buches etwas störend erscheinen, der Haupt- werth wird wohl darin erhalten bleiben, dass die vielseitigen mycologischen Untersuchungen des verstorbenen Oerstedt , die in Deutschland im Original gar nicht verbreitet waren, hier wenigstens literarisch und auszugsweise mitgetheilt werden. Für Aerzte giebt E. H. Richter in Schmidt's Jahrbüchern eine Zusammenstellung der mycologischen Arbeiten, der neueren Zeit im Allgemeinen, und im Speciellen soweit es Mediciner interessirt. — Für Forstmänner hat R. Hartig in seinem Werke über die Krank- heiten der Waldbäume eine Uebersicht über die Hauptpunkte der Pilzkunde zusammen- 38 Pi^»e- gestellt. "Das Unfertige unseres Pilzsystems zeigt sich in den sich immer wiederholenden Vorschlägen zu seiner Verbesserung. In diesem Jahre hat Brefeld neue Ideen für ein künf- tiges Pilzsj-^stem mitgetheilt (96). Er gründet dasselbe auf Fruetification und Sexualität, d. h. auch oft auf das, was man darüber bei einzelnen Klassen vermurhet. Es dürfte z. B. (S. 61) noch nicht gewiss sein, dass die Schizomyceten keine Fruetification haben, und an- dererseits darf die Sexualität bei TJredineen und Hymenomyceten noch nicht sicher als be- kannt angesehen werden. Neu dürfte in diesem Systeme die Auffassung sein, dass die Cby- tridiaceen als Anhang zu den Peronosporeen gestellt werden, die Entomophthoreen und Ustilagineen, die als nahe Verwandte angesehen werden, als Anhang zu den Saprolegnieen. Von wichtigen systematischen Arbeiten über grössere Abtheilungen der Pilze, beziehungs- weise Monographien einzelner Gattungen möchten besonders Folgende zu erwähnen sein: Versuch eines Systems der Mycetozoen von J. T. Rostafinski (54), der Vorläufer eines umfassenden Werkes, dessen demnächstiges Erscheinen angekündigt ist. van Tieghem et G. Le Monier Recherches sur les Mucorinees (95). P. A. Karsten. Mycologia Fennica Pars I. (148), eine durchgearbeitete Systematik der meisten Ordnungen und Gattungen der Discomyceten. G. Winter. Die deutschen Sordarien (159). Wie nöthig solche monographische Arbeiten sind, um Ordnung in der Systematik zu erhalten, zeigt sich z. B. in dem kleinen Umstände, dass der Verfasser in dieser noch nicht lange bekannten Gattung 60 Synonymen für die 22 von ihm anerkannten Arten aufführen kann, — In Betreff der Specialarbeiten müs- sen die einzelnen Referate berichten. Vielleicht ist es aber für die Uebersichtlichkeit von Nutzen, den Inhalt einiger der hauptsächlichsten Arbeiten vorweg kurz zusammen- zustellen. Ich habe die Myxomyceten zu Anfang des Pilzsystems gestellt. Man wird sie wohl schwerlich an einer anderen Stelle des gesammten Systems der Organismen besser unter- bringen können, so lange man die Pilze nicht eben bedeutend enger begrenzt, als es selbst nach Ausschluss der Myxomyceten geschehen sein würde. Die Annahme des Voi'schlages von Famintzin und Woronin (5), diese Klasse ganz aufzulösen und die einzelnen Formen in die Pilzordnungen, welche ihre Fruchtträger nachahmen, zu vertheilen, würde die Pilz- systematik in die Anfangszeit ihrer Entstehung, wo nur der Habitus beachtet wurde, zu- rückführen. Der wesentliche Inhalt der Entdeckungen Famintzin's und Woronin's über Ceratium als Schleimpilz und über dessen Sporen- und Fruchtkörperbildung ist schon durch eine vorläufige Mittheilung im vorigen Jahre bekannt geworden. Dieses Jahr ist die ausführliche Darstellung der Untersuchungen erfolgt (55). Berichtiget wird dabei, dass der früher für Polysticta reticulata gehaltene Schleimpilz, Ceratium porioides Alb. et Schw. ist. Weitere Untersuchungen von Famintzin haben nun gelehrt, dass auch bei anderen Myxomyceten Fruchtkörper und Sporen in derselben Weise gebildet werden wie bei Ceratium, speciell also die Sporen nicht durch freie Zellbildung um vorhergebildete Kerne. Cienkowsky beschreibt einen sehr einfach organisirten Schleimpilz (60), der im Fructificationszustande nur aus Sporen ohne gemeinschaftliche Hülle besteht (Guttulina rosea), und einige neue Amöben, die gewissermassen den einfachsten Typus eines Schleimpilzes darstellen. Es scheint sich demnach eine immer engere Verwandtschaft der Myxomyceten mit den gewöhnlichen Amöben herauszustellen. Ich gehe nun zu den Arbeiten über Schizomyceten über. Für Begründung der Ver- wandtschaft zwischen Schizomyceten und Phycochromaceen bringt Prof. Ferd. Cohn, der überhaupt zuerst diese Verwandtschaft betont hat, neue Unterstützung, indem er in einer vorläufigen Mittheilung (61) zwei neue Spaltpilze beschreibt, die den Phycochromaceen- Gattungen Nostoc und Scytonema entsprechen. In demselben Aufsatze tlieilt er die That- sache mit, dass kuglige Gonidien (Dauersporen?) eine regelmässige Erscheinung im Ent- wickelungskreise der Fadenbacterien sind. Ich habe geglaubt, die Untersuchung Bechamps über Microzyma diesem Abschnitt des Berichtes einfügen zu müssen, da ich glaube, dass es sich bei denselben trotz B's. verschiedener Auffassung um Beobachtungen über Schizo- myceten handelt. Die neueren Untersuchungen über die Microzyma der Milch und deren freiwilliges Gerinnen (63), sowie die über Microzyma im Darmkanal und Verwandlung der^ Pilze. 39 selben zu Bacterien, können, glaube ich, bei unbefangener Auslegung sehr gut in diesem Sinne gedeutet werden. Dass Schizomyceten von den freien Oeffnungen der Körperhöhlen in diese eindi-ingeu, also hier von den Oeffnungen der Zitzen in die Euter, von Mund und After in den Verdauungscanal ist aus vielen Gründen nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Die Milch findet die Organismen, die ihre Gerinnung veranlassen, eben schon im Euter vor. Bei weitem die grösste Zahl der Arbeiten dieses Abschnittes ist durch die jetzt immer allgemeiner anerkannte Ansicht hervorgerufen , dass die Infections- krankheiten auf Einwanderungen von Schizomyceten zurückgeführt werden müsse. — Eine der wichtigsten Thatsachen zur Begründung dieser Lehre ist die Entdeckung des so bald nach derselben verstorbenen Obermeier über das Vorkommen spiraliger Fäden (Spiro- chaete) im Blute von Recurrensfieberkranken während des Fieberanfalls (79— 81). Die That- sache erscheint nach der Constatirung derselben durch viele genaue Beobachter, besonders auch durch die Bestätigung durch Prof. Ferd. Cohn (82) unzweifelhaft. Es scheint hier also eine Entdeckung gemacht zu sein, die sich an Wiclitigkeit der früheren Entdeckung der Milz- brandbacteridien durch Davaisne an die Seite stellen lässt. Von ferneren umfassenden Arbeiten sind die Untersuchungen von Klebs (74) über Culturen von Infectionsstcifen her- vorzuheben. Ich habe dieselben nicht im Original nachlesen können. Nach den Auszügen scheint es, dass K. Resultate erhielt, die zum Theil von den bis jetzt bekannten myko- logischen Thatsachen sehr abweichen. Mykrococcen gingen in den Culturen theils in Bacterien, theils in gelbe amöbenartige Gebilde „contractile Pigmentkörper" über. Die Resultate seiner Untersuchungen über Pyämie, die Birch-Hirschfeld in mehreren Aufsätzen mittheilt (77, 78) sind sehr übersichtlich. Er fand, dass man pyämische und putride Infec- tion streng auseinander halten müsse. Die verschiedenen Gruppen der als Phycomyceten zusammengefassten Organismen haben zu zahlreichen Aufsätzen, einzelne Abschnitte derselben zu grösseren monographi- schen Bearbeitungen, Veranlassung gegeben. Von M. Cornu ist eine Monographie der Saprolegniaceen erschienen (93), in welcher besonders die Kenntniss der als Schmarotzer in Saprolegnieen lebenden Chytridieen gefördert wird. Er bringt dieselben in 3 verschie- dene Gattungen und beschreibt mehrere neue Arten. Zur allgemeinen Stellung der Chytridieen bemerkt er, dass sie in ihren Jugendzuständen denen der Myxomyceten ähn- lich sind, und dass letztere in die Nähe der Chytridieen xu stellen sind. Die Dauersporen ist er geneigt für sexuell gebildete Sporen zu halten, durcli Copulation von Schwärm- sporen erzeugt, indess hat er dies nicht direct beobachtet. — Die Darstellung, die er von den Saprolegnieen giebt, ist besonders durch die eingehende Weise, mit der die bisherigen Kenntnisse und Ansichten über die Sexualität der einzelnen Arten wieder gegeben werden, interessant. Eine grössere Arbeit Pringsheim's (94) über Saprolegnieen bringt eine Fülle neuer und wichtiger Beobachtungen und Anschauungen. Der Befruchtungsvorgang erscheint als ein über die gewöhnliche Copulation hinausgehender Vorgang, zusammengesetzt aus einer Verbindung weiblicher Copulationswarzen mit den Antheridien. Die Erklärung für viele vorher missverstandene Vorgänge fand er darin, dass die Oosporen auch parthenogenetisch ohne Mitwirkung von Antheridien gebildet werden können. Die Anschauungen über das Verhältniss der Hefe zu den Mucoriueen haben in den letzten Jahren so viel gewechselt. 0. Brefeld stellt sie in einer neueren Arbeit (96) wieder als niederste Form in die Nähe der Mucoriueen. Seine Ansicht gründet sich be- sonders auf den Vergleich mit der sogenannten hefeartigen Sprossung von Mucor race- mosus, die er genau untersucht und in ihrer Bedeutung aufgeklärt hat, so wie auf die De- finition des Ascus nach den neuesten Forschungen, welcher die endogene Sporenbildung der Hefe ohne Mitwirkung von Ascogon und Pollinodium nicht entspricht. — Ueber die Wachsthumsverhältnisse der Hefenzelle selbst, ihre Verhältnisse zum Sauerstoff und zur Alcoholbildung hat derselbe an einem andern Orte (97) seine Untersuchungen veröffentlicht. Schliesslich muss hier noch eine grössere Arbeit von v. Trieghem und G. L. Monnier über Mucorinen genannt werden (95). Besonders aufzuführen aus derselben ist, dass Verfasser die Zygosporen von Phycomyces nitens auffanden, die sich im Allgemeinen wie die anderer Mucorineen verhielten, doch zwischen denen von Mucor Mucedo und i'iptoce 40 ^^«en. phalis etwa die Mitte haltend. Eigenthümliche verzweigte Fäden auf den Trägerzellen charakterisiren die Sporen, und in der ungleiclimässigen Ausbildung derselben macht sich eine schwache Differenz der beiden Copulationszellen bemerklich. Die Sporen von Chaeto- cladium und Piptocephalis betrachten sie als den übrigen Mucorineen analog in Sporangien gebildet, bei Ch. einsporig, bei Pipt. reihenweise. Die Arbeit enthält ausserdem eine Fülle einzelner Beobachtungen. Ueber die Entwickelung der Ustilaginneen haben die Untersuchungen von R. Wolf (103. 104) neue Thatsachen ergeben, die sich besonders auf die Einwanderung und auf das Vordringen des Mycels beziehen. W. fand, dass die Infection immer nur von einer bestimmten Stelle des ersten Scheidenblattes erfolgen kann, dass der Keimschlauch mit einem feinen Fortsatz die Zellmembran durchdringt, in der Zelle selbst den Inhalt derselben als eine Art Scheide vor sich herstülpt. Die weitere Verbreitung des Mycels erfolgt nicht nach der Continuität der Gewebe, sondern dadurch, dass es direct das Blatt quer durchsetzt, über den freien Zwischenraum auf das zweite Blatt überspringt, ebenso weiter bis zum Halm. Bei der Streckung werden die einzelnen Theile getrennt. Die Kenntniss der Uredineen ist besonders dadurch wieder etwas gefördert worden, dass einige weitverbreitete Arten als heteröcische Species erkannt wurden, die zu ihnen gehörige Aecidien wurden in gleichfalls längst bekannten Formen gefunden. Es sind Puccinia Caricis DC, deren Zusammengehörig- keit mit Aecidium Urticae Schum. wohl durch die sich ergänzenden Beobachtungen von Magnus (107, 108) und des Referenten (109) als gesichert anzusehen ist, und Uromyces Dactylidis Otth. durch dessen Uebertragung auf Ranunculas-Arten Referent (109) Aecidium Ranunculacearum DC. erzielte. Tulasne's haben ihre weiteren Erfahrungen über Tremellinen in einer zweiten Ab- handlung über diese Pilzklasse niedergelegt (122). Es werden einige neue Arten derselben bekannt gemacht, besonders interessant ist aber die Beobachtung, welche ich im vorigen Jahre hier ebenfalls machte, dass einige für Telephora bzgl. Corticium gehaltene Pilze ganz gleichen Fruchtbau wie die ächten Tremellinen zeigen. Es wird aus einer Uebergangs- form der Schluss gezogen, dass diese Arten von den wirklichen Corticien nicht zu trennen seien. Andererseits wird hervorgehoben, dass Hypochnus purpureus Tul. bei fadenartigem Gewebe ganz den Fruchtbau der Auricolarineen zeige, und auf dessen Analogie mit den Promycelien von Puccinia hingewiesen. Meiner Ansicht nach wird dieser Aufsatz dazu beitragen, die Klasse der Tremellinen in ilu-er j-^^zigen Pp'-'-änzung nnfzuheben. Die gallertartige Beschaffenheit des Fruchtkörpers ist nur eine habituelle Eigenthümlichkeit. Die jetzigen Tremellinen mit ihren nicht gallertigen Verwandten zerfallen in zwei weit- getrennte Gruppen, von denen die Eine: Auricularineen (Hypochnusus purp., Pilacre, Ptycho- gaster) in die Nähe der Uredineen, die Andern: Tremellacei, (Dacryomycetes) in die un- mittelbarste Nähe der Hymenomyceten zu stellen ist. Ueber die Entwickelung der Hymenomyceten sind einige neue Untersuchungen bekannt gemacht worden. Dahin sind besonders die von R. Hartig (32) über Agaricus melleus und Trametes pinl zu rechnen. Nach der Beobachtung, die er an dem Ersteren machte, würde die erste Anlage des Hymeniums bei den beschleierten Agaricineen nicht wie bei den Gasteromyceten im Innern der schon geschlossenen Fruchtkörper erfolgen, sondern noch vor der Ausbildung des Schleiers an einer nach aussen offenen Furche. In der Entwickelungsgeschichte von Trametes Pini, wie sie H. berichtet, ist besonders das selbstständige Wachsthum der die Fruchtschicht bildenden Hyphen im Gegensatz zu denen, welche den Fruchtkörper einschliesslich der Röhren bilden, neu. Die Rhizomorphen, so lange als steriles Mycel von Ascomyceten angesehen, werden mehr und mehr in den Ent- wickelungskreis von Hymenomyceten gezogen. Hartig führt den Nachweis, dass Rh. fra- gilis Roth als Mycelkörper zu Agaricus melleus gehört, Fuckel glaubt die Fruchtkörper der Rhizom. subcorticalis in einer neuen Nyctalis-Art gefunden zu haben, und Schnetzler erklärt es für wahrscheinlich, dass eine Rhizom. putealis der sterile und entartete Fracht- träger von Agaricus tubaeformis ist. Eine ganz neue Thatsache berichtet Fuckel. Er fand, dass ein Polyporus vor der Ausbildung der eigentlichen Hymenien ein reichfruchtendes Conidienlager entwickelte. Er hält den Zusammenhang und die Zusammengehörigkeit der Pilze. ' 41 beiden Fruchtforraen für ganz unzweifelhaft, da er selbst aber die Tbatsacbe nur in einem einzigen Falle beobachtete, bleibt es immerhin erwünscht, dass sie durch weitere Er- fahrungen bestätigt werde. F. hält auch die allbekannte Aegerita Candida für die Conidienform des ebenso häufigen Corticium lacteum Fr., die beide vielfach zusammen oder nach einander vorkommen und ein ganz gleiches Mycel besitzen. Von den Arbeiten über Gasteromyceten ist hier nur eine Untersuchung H. Hoff- mann's über Geaster coliformis P. zu erwähnen (144). Die morpholo.aischen Elemente des jungen und ausgebildeten Fruchtkörpers werden sehr genau mitgetheilt. Leider wurde das bei den Gasteromyceten so interessante Verhältniss von Sporen und Basidien nicht sicher ermittelt. Die grosse Abtheilung der Ascomyceten hat viele systematische imd floristische, aber nur wenige entwicklungsgeschichtliche Arbeiten veranlasst. Brefeld hat seine Untersuchung über Penicillium abgeschlossen und dieselbe ist augenblicklich bereits in ihrer Vollständigkeit veröifentlicht erschienen. Schon aus der im Jahr 1873 erschienenen auszüglichen Mittheilung (152) erfahren wir, wie B. Schritt fiU' Schritt und mit Sicherheit die Entwicklung von kleinen Sclerotien aus den Hyphen von Penicillium, durch Zusammentreten eines schraubenförmigen Ascogons und fädiger Pollinodien (geschlechtliche Generation), darauf in den Sclerotien die Bildung der achtsporigen Schläuche (ungeschlechtliche Generation), verfolgte. Aus den Schlauchsporen erzog er wieder Peni- cillium (Propagationsorgane). — Die Stellimg von Penicillium wird zwischen Tuberaceen und Eurotium gefunden. Eine eigenthümliche Abtheilung der Ascomyceten bilden die Laboulbeniaceen, die Peyritsch (156, 157) in älteren, Avohl jetzt aber erst bekannt gewordenen und in neueren, erst durch Mittheilung der Acad. der Wissensch. zu Wien angekündigte Untersuchungen, erforscht hat. Der Bau der schlauchführenden Perithecien schliesst sich an die der Eurotiaceen an, die Befruchtung erfolgt durch Berührung von Pollinodien und Trichogyne. Letztere wird nach der Befruchtung abgeworfen. Von den Arbeiten über Sphäriaceen ist hier nur die Untersuchung von Gibelli und Griffini über Polimorphismus der Pleospora herbarum aufzuführen (164). Das Resultat vorsichtiger Cultiu-en war, dass ein so weitreichender Polymorphismus, wie ihn manche Autoren diesem Pilze zuschreiben, nicht nachzuweisen ist. Selbst nicht alle die Formen, welche Tulasne's in den Kreis des Pilzes ziehen, sind mit Sicherheit als dahin gehörig, zu erweisen. Pleosp. herb, zeigte sich als zwei Formenkreisen angehörig, von denen für die eine, PI. Sarcinulae genannt, eine sarcineartige Conidienform, Macrosporium Sarcinula, und eine Pycnidenform : Phoma, für die andere nur eine Conidienform : Alternaria tenusis Nees. mit Sicherheit aufzufinden war. II. Floristisches. Nordpolarländer. 1. H. F. Bonorden and L. Fackel. Pilze, gesammelt aaf der zweiten deutschen Nordpolfahrt, (Die zweite deutsche Nordpolfahrt in den Jahren 1869 und 1870. II. Band I. Abth. Botanik S. 88-96.) Bonorden bestimmte die von der Expedition aus Ostgrönland zurückgebrachten Fleischpilze und konnte unter denselben Lycoperdon fuscum Bon., Lic. Bovista Fr. und Paxillus griseo-tomentosus Fr. sicher bestimmen. Nicht genauer zu bestimmen waren zwei rothsporige Agarici (A. sinuatus Fr.? und ein Ag. der Gruppe Leptonia), 1 Lactarius, 1 Ag. der Gruppe Clitocybe und 1 Psalliota (vielleicht Ps. campestris). — Ein in Südgrön- land gesammelter Pilz schien Ag. vaginatus Fr. zu sein. Fuckel bearbeitete die auf den gesammelten phauerogami sehen Pflanzen und Stämmen vorgefundenen Pilze. Er bestimmte 13 Arten: Melampsora salicina Tul. auf Salix arctica, Pleospora hyperborea n. sp., PI. arctica a. sp,, PI. paucitrichia u. sp., PI. Dryadis u. sp., PI. herbarum Tul., Polemonium 42 Pilze. humile, Sphaeria nivalis n. sp. , Sph. arctica n. sp., Ceratostoma foliicolum n. sp., Cytispora capitata (Valsae n. sp.), Phoma Drabae (Sphaer. n. sp.), Rhizomorpha arctica n. sp , Xylo- grapha arctica n. sp. Das Material, auf welchem die eiidophytisclien Pilze gefunden wurden, war nicht zu mykologischen Zwecken aufgenommen worden. — Ausser den aufge- führten Arten wurden noch viele unentwickelte Vorformen und Mycelien nachgewiesen. F. fielen bei den untersuchten Schlauchpilzen, die im Verhältniss zu den Perithecien meist sehr grossen Schläuche und Sporen auf, „ähnlich wie dem ersten Besucher der Alpen die grossen Bliithen der meisten Alpenpflanzen auffallen.** Finnland. (s. Nr. 148.) Norwegen. (s. Nr. 22.) England. 2. M. C. Cooke. British Fang!. (Grevillea Nr. 1—11). C. giebt in dieser Aufzählung eine Ergänzung zu seinem Handbook of British Fungi. Seit dasselbe erschienen, sind ihm noch 158 weitere Pilze in England vorkommend bekannt geworden, von denen kurze Beschreibungen gegeben werden. Neu sind davon: Protomyces Ari, Volutella roseolum, Peziza (Humaria) schizospora, P, stereicola, P. candi- data, P. flaveola, P. incarcerata, Sphaeria (Ceratostoma) crinigera, Ceratostoma Helvellae, Chaetomium griseum, Ch. funicolura. 3. Charles B. Plowright. Two species of Fungi recently observed in Norfolk. (Grevillea JI. S. 48). 1) Puccinia Asteris Fuckel auf Aster Tripolium (= Pucc. Tripolii Wallr. und nach dem Herausg. d. Grev. Pucc. asterum Schweiz.). 2) Macrospora Scirpi Fuckl. auf Typha (Grevillea II. S. 57). Labrella (Schizothyrium) Ptarmicae Desm. ist neuerdings in England gefunden worden. 4. C. Cooke. Spiiocaea pomi. (Grevillea IL S. 61.) Der Pilz ist in vergangenem Herbst in England sehr häufig aufgetreten und hat einige Ernten fast vernichtet. C. erklärt ihn für ausserordentlich ähnlich mit Cladospo- rium dendriticum, von dem er vielleicht nur eine Vegetationsform sei. 5. Fungus foray of the Woolhope Club. (Grevillea Bd. II. S. 96.) Aufzählung einiger für England neuer oder seltener Pilze, welche auf Excursionen des Field Club, eine Gesellschaft, welche sich bemüht, den essbaren Pilzen weitere Geltung zu verschaffen, bei Hereford gesammelt wurden. 6. M. J. Berkeley and C. E. Broome. Notices of British fungi. (Ann. and Mag. of Nat. Hist. Mai 1873.) Fortsetzung der von den Verfassern früher mitgetheilten Verzeichnisse brittischer Pilze, die Nummern 1385 bis 1401 umfassend. Darunter 20 neue Arten. (Nach dem Aus- zuge in Hedw. 1873 Nr. 11, S. 167—168). S. a. unter Nr, 22, 25, 27, 28, 118, 119, 127, 130-132, 145, 150, 151, 163. Frankreich. (Nr. 115—117, 143, 153.) Niederlande. 7. Dr. C. A. J. A. Oudemans. Aanwinsten voor de flora mycologica van Rederland. (Ne- derl. Kruidk. Archief. 2 B. I. Heft, 3 St. S. 252-267, Taf. VIII-XIII.) 8. Ders. Materiaux pour la flore mycologique de la Necrlande. (Archives Neerlandaise« T. Vni. p. 1—71. PI. IV— XIH.) Dem Verzeichniss der in Holland vorkommenden Pilze, welche Ou. im J. 1867 ge- geben, fügt er weitere 360, theils von ihm selbst, theils von Dr. Spr6e in H. neu aufge- Pilze. 43 fundener Arten hinzu. Die Zahl sämmtlicher aus Holland hekannter Pilze belauft sich jetzt auf 1846, nämlich 628 Hymenomycetes . 100 Gasteromycetes (darunter 63 Myxog.), 476 Coniomycetes (darunter 273 Sphaeronemei, Melanconiei, Torulasei), 181 Hyphomycetes, 18 Physomycetes (Antennariei, Mucorini), 443 Ascomycetes. — Als neue Arten werden auf- geführt: Stemonitis heterospora, Hendersonia Caricis, H. Typhae, Piggotia atronitens, Sep- toria Rhamni. Gloeosporium Lychnidis, G. Platani, G. Tiliae, Lecythea Phragmitidis, Pro- tomyces Calendulae, Cylindrosporiura Heraclei, Jsariopsis carnea; diesellien, sowie eine grössere Zahl anderer meist vom Verfasser in früheren Schriften aufgestellte Coniomyceten, sind ausführlich beschrieben. Auf den Tafeln werden Sporen und Schläuche von Como- myceten und einigen Ascomyceteu abgebildet. Deutschland. 9. Georg Winter. Verzeichniss der im Jahre 1869 in der Flora von Giessen gesammelten Pilze. (Bericht der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Giessen 1873. S. 46—58.) 164 Species, meist Pflanzeuparasiten mit Angabe ihrer Nährpflanzen und genauer Bezeichnung des Fundortes. 10. Derselbe. Mycologisohe Notizen. (Hedwigia 1873. Nro. 10. S. 145—147.) Mittheilung einer Anzahl interessanter mycologischer Befunde aus der Umgegend von Halle, Leipzig und Eisleben. Es wurden hier die meisten Sporormia-Arten, auch Sp. fimetaria De Not, und eine neue Art, der Sp. heptamera Awd. ähnlich, viele Ascobolus- Arteu, ein neues Eurotium (E. insigne Wint, zu welchem Gliocladium penicilloides Cda. gerechnet wird) , Melanospora Zobelii Cda. (auf Mist) , Gautiera morchellaeformis etc. ge- funden. Angefügt ist eine Notiz über Sphaeria caudata Currey. 11. Dr. R. Schmidt. Nachtrag, die Schwämme von Gera's Umgegend betreffend. (14. und 15. Jahresbericht der Ges. von Freunden der Natur in Gera. S. 20.) Eine Seite, grössere Pilze betreffend. Dr. Ascherson. 12. Otto Weberbauer. Die Pilze Nord-Deutschlands mit besonderer Berücksichtigung Schle- siens. I. Heft. Breslau 1873. Mit 6 col. Tafeln. Gr. fol. 10 S. Der Verfasser hat sich die Aufgabe gestellt, das Resultat seiner mycologischen Forschungen zur Begründung einer speciell schlesischen Pilzflora in ungezwungenen Heften, deren jedes Jahr wenigstens 2 erscheinen sollen, zu veröffentlichen. Das 1. Heft bringt 16 Arten von Peziza (darunter 3 neue Arten), 1 Verpa, 5 von Helvella, 3 von Morchella, meist grössere und noch nicht oder doch selten abgebildet, und was Zeichnung und Colori- ruug betrifft, vorzüglich wiedergegeben. Von mikroscopischem Detail sind Sporen und Schläuche mitgetheilt. Der Text enthält ausführliche Diagnosen, Synonymen und genaue Angabe der schlesischen Standorte. 13. Dr. Schroeter. Zusammenstellung der im Breslauer botanischen Garten beobachteten Pilze. (Bericht über die Thätigkeit der botanischen Section der Schlesischen Gesell- schaft i. J. 1872. S. 29-43.) Der mitten in der Stadt gelegene Garten besitzt eine reiche Pilzvegetation, die be- sonders dadurch von Interesse ist, dass sie ziemlich constant ist, sich leicht immer wieder auffinden lässt und damit leicht zugängliches Material für entwicklimgsgeschichtliche Unter- suchungen bietet. Alle Hauptklassen der Pilze sind hier vertreten, es werden 16 Myxomy- ceten, 16 Phycomyceten, 2 Ustilagiunen, 33 Uredineen, 2 Tremellaceen, 80 Hymenomyceten, 8 Gasteromycefen, 59 Ascomyceteu aufgeführt. Synchytrium Mercurialis und Syn. puncla- tum kommen in grösster Menge auf einzelnen Gruppen ihrer Nährpflanzen vor. Ustilago antherarum ist seit langen Jahren auf denselben Stöcken von Melandrium album beobachtet. Zahb-eiche Uredineen konnten in ihrer ganzen Entwickelung auf denselben Nährpflanzen verfolgt werden, z. B. Puccinia Menthae, P. Allii, P. Umbellifernrum, P. obtusa. — Viele zeigten sich dadurch interessant, dass sie auf fremdländische Pflanzen überwanderten, z. B. Uromyces appendiculatus , ü. striatus, ü. punctatus, Puccinia Allii, Menthae, Caryophyl- 44 Pilze. learutn. Roestelia cancellata fand sich reichlich auf Pirus Michauxii; diesen Bäumen gegenüber durch ein Wasser getrennt, stand einer Gruppe von Juniperus sabina. Prof. Goeppert bemerkt dazu, dass sich diese dicht mit Gymnosporangium bedeckt fanden, wo- durch der Juniperus abstarb ; hierauf blieb auch die Roestelia aus. Eine Ciavaria, wohl eine neue Species, fand sich jedes Jahr auf der Erde der Töpfe ein, in welchen Cibotium cultivirt wurde. Polyporus sulphureus fand sich nach Prof. Goeppert 3 Jahre lang au demselben Stamme ein. Im Winter 1871 wurde er durch Gefrieren bei einer Kälte von — 10" getödtet und kehrte nicht wieder. Ag. cirrhatus wurde aus dem auf Ag. fascicula- ris gebildeten Sclerotium fungorum reichlich gezogen. Hymenargium carneum und Hyme- nogaster Klotschii finden sich, wie in anderen botanischen Gärten, auch hier in Menge in den Gewächshäusern, auch Endogone macrocarpa, von Hoffmann bekanntlich als Conidien- form von Hymenog. Klotschii betrachtet, kommt vielfach vor, aber nicht auf dem Hymenog. entsprechenden Stellen. Von den zahlreichen Helvellaceen machte sich besonders Helvella elastica jährlich auf den Grasplätzen in Menge auftretend bemerklich. Von Sphaeriaceen sei Nectria Pandani erwähnt, die nach Prof. Goeppert auch im Winter 1871 wieder auftrat und einen Stamm von Carica hastifolia tödtete (S. denselben Bericht S. 2.), ferner eine auf AVeidenstämmen wachsende, noch nicht näher bestimmte Torrubia. S. a. unter Nr. 22, 23, 25, 26, 110-112, 120, 121, 155. Deutschland und Schweiz. 14. L. Fuckel. Symbolae mycologicae. Beiträge zur Renntniss der Rheinischen Pilze. Zweiter Nachtrag. (Jahrbücher des Nassauischen Vereins f. Naturk. Wiesbaden 1873. S. 1—99. 1 Taf.). Bekanntlich zieht Verfasser in das Bereich seiner Durchforschungen das ganze Stromgebiet des Rheines , von seinen Quellen an. Der jetzige Nachtrag zählt 180 seit 1871 in diesem Gebiet neu aufgefundene Arten auf, ausserdem werden viele neue^ Standorte der schon früher aufgezählten Pilze, und viele neue Beobachtungen über Wachsthums-Eigenthümlichkeiten und Fruchtformen mitgetheilt. Besonders sind diesmal einzelne Theile der Schweiz berücksichtigt, in denen der Verfasser selbst (St. Gallen, Graubündten) und Dr. Morthier (Neufchatel) eifrig gesammelt. Die neuen Arten und neuen Beobachtungen in diesem Berichte sind die bei den einzelnen Abtheilungen der systematischen Mykologie aufgeführten. Unter den Berichtigungen früherer Angaben ist die Revision der Myxomyceten von J. T. von Rostafinski besonders hervor- zuheben (S. 67—76), weil sie den Besitzern der Fuckel'schen Sammlungen durch R. be- bestimmtes Material sichert. S. 45 — 47 wird das Ergebniss einer Durchsuchung der Rhein- wälder bei Rüdesheim auf Trüffeln mitgetheilt. Die Expedition, vom Landrath des Kreises Rüdesheim angeregt, von der Regierung pecuniär unterstützt, fand unter Leitung des Verfassers und mit Zuziehung eines bewährten Trüffeljägers aus dem Amte Dillenburg, vom 6. bis 28. November statt. Es wurden nur auf dem linken Rheinufer einige Exemplare von Tub. aestivum gefunden. Verfasser legt den schlechten Erfolg nur zeitweiligen, un- günstigen Umständen zur Last. S. a. Nr. 23. Oesterreich-Ungarn. 15. Dr. H. W. Reichard. Miscellen. (Verhandl. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien 1872. S. 737—741.) 44. Ueber das Vorkommen von Exobasidium Vaccinii Wor. (im südlichen Böhmen) und von Calyptospora Goeppertiana Küehn (am hohen Priel) in Oesterreich. (45. Eine neue Polystictusart. P. Vitiensis von den Fidschi-Inseln.) (46. Ueber den Fundort von Heufleria alpina Awd. — Auf Bl. von Elyna spicata am Sanetsch-Pass in den Berner Alpen.) 47. Ueber das Vorkommen des Endophyllum Sempervivi Lev. in Nieder-Oesterreich- — Auf Semp. hirtum am Geissber^. Pilze. 45 16. Joseph Wallner. Beitrag zur Pilzflora Nieder ■ Oesterreichs. (Oesterreichische Bot. Zeitsclir. 1873. Nr. 9. S. 280-283.) Als Fortsetziuig früherer im Jahre 1871 i. d. Zeitschr. gegebener Verzeichnisse führt W. die Namen von weiteren 143 Pilzen auf, die grösstentheils bei Wien und Schott- wien gefunden worden sind. 17. Dr. J. L. Poetsch und Dr. K. B. Schiedermayr. Systematische Aufzählung der im Erzherzogthame Oesterreich ob der Enns bisher beobachteten samenlosen Pflanzen. (Wien 1873.) Es werden darin 1207 Pilze aufgezählt, die in Oesterreich ob der Enns bisher gefunden worden sind, darunter 24 Peronosporeen, 15 Phyllosticten , 15 Depaceen, 36 Aecidien, 40 Puccinien, 454 Hymenomyceten , 23 Gasteromyceteu , 2 Tuberaceen, 163 Pyrenomyceten. 173 Discomyceten. Sie sind grösstentheils von Dr. Schiedermayer, der die Pilze zusammengestellt, v. Heufler und Dr. Sauter aufgefunden worden. 18. Prof. Fr. Uazslinsky. Einige neue oder wenig bekannte Arten der Pilzflora des süd- östlichen Ungarns. (Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. Sitzung v. 4. Juni 1873. Separatabdr. 8 S.) Von bekannten Pilzen werden aufgeführt Agar, bombycinus Schaeff., A. (Panus) Sainsonii Lev, Polyporus frondosus (Schrank), dessen Exemplare in den Kerzesorer Alpen 30—50 Hüte entwickeln, Geaster rufescens, in Ungarn der verbreitetste Erdstern, Ustilago Ischaemi Fuck, Puccinca inquinans WH., Echinops banaticus, Uromyces apiosporus (ein neuer Name für Urom. primulae DC), Tilletia sphaex'ococca (Wllr.), Raphidospora disse- minans Rbh. auf Verbascum phlomoides, Pleospora pellita Rbh. auf Verbascum, Hender- sonia Zeae Gurr., Leptosphaeria complanata Tode, L. aquita an Grashalmen, Cucurbitaria elongata Tul., Valsa Vitis Fckl., Heterosphaeria Patella (Grev), Helotium fructigenum. Als neue Arten werden mitgetheilt und beschrieben: Rosellinia aspera, Pleospora Echinops, Didymosphaeria alpina, Rosellinia horrida, Myrmecium lophiostomum , Phacidiopsis alpina, Pyrenopeziza fusco-atra. Aus Gibbera Vitis Schulzer. wird eine neue Gattung : Echusias gebildet (Perithecia mycelio acolyto libere insidentia, sparsa vel gregaria, nunquam circa cytisporam efoetam Stromati imposita, nee stromati inclusa. Nucleus ascis et paraphysibus farctae. Asci sti- pitati polyspori. Sporae valseae. S. a. u. Nr. 22, 24, 25, 137, 138, 154. (S. Nr. 22.) Spanien. Italien. 19. Saccardo fungi veneti novi vel critici. (Nuovo Giomale botanico italiano dir. da T. Caruel. Vol. V. Nr. 4. Oct. 1873.) Diagnosen der neuen e. c. Arten, welche in des Verfassers zur Publication voi'- bereiteten Werke Specimen Mycologiae venetae enthalten sein wei-den. 20. Arcangeli. Sopra alcuni funghi raccolti in Livorno e nei sui cotorni. (Annah dei R. Instituti da marina etc. di Livorno p. 163—183. Livorno 1873.) S. a. u. Nr. 22, 139, 140. Nord-Amerika. 21. M. J. Berkeley Notices of North-American ftingi. (Grevillea 1873. Nr. 3—5, 10—18.) Fortsetzung der Aufzählung nordamerikanischer Pilze, in Annais of Nat. Hist. 1853 u. 1859 begonnen, die der Verfasser im Laufe der Jahre von Curtis zugeschickt er- halten hat. Bis jetzt führt er in dem vorliegenden Verzeichniss 627 Pilze auf, darunter 301 neue Arten. Es sind 448 Hymenomyceten (mit 206 neuen Arten), 34Tremellinen (dar. 14 neu), 47 Gasteronomyceten (19 neu), 65 Myxomyceten (35 neu), 33 Sphäropsideen (27 neu). Die bekannten Arten sind grossentheils dieselben, welche auch im gemässigten Europa vorkommen und schon in v. Schweiuiz: Synopsis fungor in Amer. bor. med. degentium 46 Pike. aufgeführt. Im Allgemeinen scheint die Pilzflora der nördlichen Staaten|der von Deutsch- land ausserordentlich ähnlich zu sein. Die der südlicheren Staaten weicht wohl schon mehr ab. Von hier stammen die meisten neu aufgestellten Arten, besonders auch einige mit einem von den von unseren Pilzen abweichenden Typus, wie Secotium, Mitremyces. Erfreulich ist es, aus der grossen Zahl derer, die fast aus allen Theilen (wenigstens dem Osten) der vereinigten Staaten Beiträge gesammelt, zu sehen, dass die systematische Pilz- kunde auch in diesen Ländern viele Freunde findet. Besonders treten die Mittheilungen des verstorbenen Curtis und die von Kavenel aus Süd-Carolina und Georgien hervor. Beide haben auch in Gemeinschaft mit B. einen Theil der neuen Arten bearbeitet, resp. beschrieben und benannt. Süd-Amerika. (S. Nr. 147.) Australien. (S. Nr. 15.) III. Sammlungen. 22. L Rabenhorst. Fungi earopaei exsiccati. Centuria XVII. (Dresdae MDCCCLCCIU.) Nr. 1601—1700 bringen von Myxomyceten 1, Chytridieen 4, Peronosporeen 2, Usti- lagineen 5, Uredineen 24, Hymenomyceteu 9, Discomyceten 17, Erysipheen 3, Sphaeriaceen 22. Protomyceten 2, Hyphomyceten, Sphaeropsideen , Sclerotien 11 Formen. Gesammelt sind dieselben von Rabenhorst, (b. Dresden) Delitzch, Winter (b. Leipzig), Kunze (b. Eis- leben), A. Braun (im Harz), Magnus (b. Berlin), Fischer (b. Stralsund), Rehm (in Franken), Kemmler (in Würtemberg), Jack, Schröter (in Baden), v. Niessl (in Mähren), Sauter (in Salzburg), Kiaer (b. Christiania), Broome (in England), Passerini, Carestia, de Cesati, Pedi- cino (in Italien), Loscos (in Spanien). Ein Inhaltsverzeichniss der Sammlung ist mit- getheilt in Hedwigia 1873 Nr. 9 und 10 S. 139—144 und 149-153. Als neu sind 17 Arten aufgestellt: Synchytrium fulgens Schrt., Synch. Bupleari Knze., Ustilago intermedia Schrt., Puccinia Corrigiolae Schrt., Pucc. Stachydis Passeri., Pucc. Berkeleyi Passer., Uromyces Rabenhorstii Kunze, Dothidea Amorphae Rbh., Cuburbitaria nigrella Rbh., Sphaeria invo- lucralis Passer., Melogramma Jackii Rbh., Peziza aureüa Rbh., Protomyces Limosellae Knze, Protomyces? filicinus Niessl, Diplodia Linariae Rbh., Dipl. Tamaricis Rbh., Depacea Pini A. Br. — Den neuen Arten sind meist ausführliche Beschreibungen, vielen auch er- läuternde Zeichnungen von Schläuchen und Sporen beigegeben, auch bei anderen interes- santen Formen sind Bemerkungen über die Entwicklungsgeschichte zugefügt. 23. L. Fuckei. Fungi rhenani exsiccati. (Fascic. XXV et XXVI. Hortrihiae 1872.) In dem 2. Nachtrag zu des Herausg. Symbolae mycologicae sind die in dieser Sammlung, die jetzt bis auf Nr. 2600 fortgeschritten ist, neu aufgestellten Arten beschrie- ben. In Nr. 27 der Bot. Zeitg. 1873 werden die Namen dieser Formen mitgetheilt. 24. F. V. Thümen. Fungi austriaci exsiccati. (Teplitz.) Diese schnell fortschreitende Sammlung österreichischer Pilze ist gegenwärtig schon bis zur Nr. 1000 gelangt, alle Familien der Pilze sind reichhaltig in ihr vertreten, am reichsten, wie wohl in den meisten Exsiccatensammluugen blätterbewohnende Pilze: Peronosporei, üstilaginei, Uredinei, Eryspheen, Sphaerellen, Depacea-, Septoria-Arten u. s. w., aber auch die Uymenomyceten sind durch circa 180, die Gasteromyceten durch 6, Helvella- ceen und Phacidiaceen durch circa 50 Nununern vertreten. Den grössten Theil dieser Pilze hat der Herausgeber selbst in Nieder-Oesterreich und Böhmen gesammelt, es erhöht aber gerade die Manigfaltigkeit der Sammlung nicht wenig, dass verschiedene namhafte Mykologen Oesterreichs und aus den verschiedensten Theilen des Staates Beiträge geliefert haben: Heufler aus Tyrol. Juratzka, Rössler, Leitgeb, Waller und Boller aus Nieder-Üesterreich, Stojtzaer aus Slavonien, Sauter aus Salzburg, Kirchner und Eichler aus Böhmen, Schieder- mayer aus Oberösterreich, Tauscher und Kalchbrenaer aus Ungarn, Lojka und Barth aus Filze. 47 Siebenbürgen, Bei-rayer aus Steyermark.^Es folgt schon aus dem|ümfange . den die Samm- lung gewonnen liat, dass sie zahlreiche, seltene ^und interessante Arten enthält, in den letzten Lieferungen wurden einige neue Formen aufgestellt, es sind: Melasmia Berberidis Thm. et Wint., Cytispora Hypophaes Thm., Puccinia australis Krnk., Coleosporiuui Tele- kiae Thm., Pleospora Rudbeckiae Kirchn., Rhaphidospora Betonicae Kirchn., Sphaeria Echii Kirchn., Septoria Hellebori Thm., Phyllosticta 'Calami Thm., Marasmius Kirchner! Thm., Sphaeria Eupatorii Kirchn., Sphaerella Cicutae Kirchn., Septoria Althaeae Thm. 25. F. V. Thümen. Herbariam mycologicam oeconomicum. Die für die Land-, Forst- und Hauswirthschaft , den Gartenbau und die Industrie schädlichen, resp. nützlichen Pilze in getrockneten Exemplaren. Die Sammlung ist bis jetzt zu 150 Nummern vorangeschritten. Sie umfasst Pilze aus den verschiedensten Famihen, grösstentheils Schmarotzer unserer Kulturpflanzen, aber auch andere dem in dem Titel ausgedrückten Programme entsprechende Pilzformen, z. B. Sacharomyces-Arten (worunter Sachar. Pasteurianus Rees), Botrytis Bassiana Balz, essbare und schädliche Hymonomyceten, z. B. Ag. campestris, Merulius lacrimans F., u. s. w. Unter den Pflanzenschmarotzern sind mehrere neue Pilzarten aufgestellt; Ustilago Sorghi Passerini, Hypoderma macrosporum Hartig, der^ Erzeuger der Fichtennadelbräune , Ustilago Crameri Körnike, ein Brandpilz auf Kolbenhirse , Puccinia Endiviae Passerini , Uromyces Trigonellae Pass., Asteroma vini- perda Thm., ein ne«er Schmarotzer des Weinstocks, nach Angabe des Herausgebers wohl kein Asteroma, aber ein Pilz. — Ausser dem Herausgeber selbst haben Heldreich (aus Griechenland), z. B. Uredo Sorghi Pass., Dr. Fauscher (aus Ungarn), z. B. Pucc. Helianthi Schwz., A. Boller, Dr. Rössler, J. Walluer und J. Juratzka (N. Oesterreich), Dr. Schneider (Schlesien), F. Körnicke (Rheinpreussen) , Dr. Sorauer (Schlesien), Ferd. Cohn (Schlesien), Prof. G. Passerini (Parma), L. Kirchner (Böhmen), G. Winter (Sachsen), P. Magnus (Berlin), J. E. Vize und C. B. Plowright (England), Behrens (Lübeck), R. Hartig (Prov. Brandenburg, Parasiten der W^aldbäume), J. Paul (Mähren), Beiträge für die Sammlung geliefert, und gerade durch diese Betheiligung von verschiedenen Gegenden her wird ihre Mannigfaltigkeit erhöht. Den Exemplaren sind häufig Bemerkungen über Nutzen oder Schädlichkeit der betreffenden Pilze beigefügt. 26. Rehm. Ascomyceten (fasc. lU. und IV. Nr. 101—200). Verzeichniss des Inhalts in Plora 1873 Nr. 13, 28, S. 207, 208, 447, 448. Neu sind davon: Ciboria pseudotuberosa Rehm, Helotium Rhododendri Rehm, Dasyscypha late- bricola R., D. fuscosanguinea R., Pezizella tyrolensis R., Blitridium Arnold! R., Stictis foveolaris R., Sphaerella arenosa R., Melanconis alniella R., Tapesia maculavs R., Peziza rosea R., P. spicarum R., P. calycioides R., Pezizella Aconit! R., Melanomma Rhododendri R., Rhaphidospora compressa R., Rh. Echii R., Leptorchaphis accrina R. Die Sammlung ist durch den Herausgeber Dr. Rehm in Windsheim (Bayern) zu beziehen. 27. Charles B. Plowright. Sphaeriacei Britannici (London 1873). 100 Soecies. Ein Nameusverzeichniss derselben findet sich in Grevillea II. S. 58— üO und Hedwigial873 Nr. 7, S. 100, 101. 28. J. E. Vice. Fangi Britannici. 100 Arten, Uredineen, Mucedineen und Erisipheen (Angezeigt in Grevillea II. S. 78). 29. £. W. Arnold!. Sammlang plastisch nachgebildeter Pilze. (Mit Beschreibung. 3te Lieferung. 12 Stück. Gotha.) IV. Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. 30. i. Griesebach and J. Reinke. A. S. Oersted's System der Pilze, Lichenen and Algen. (Aus dem Dänischen, Leipzig 1873.) Pilze 91 S. mit 50 Holzschnitten. A. Griesebach hat Oersted's im Jahr 1871 erschienene Schrift „Lövsporenplauterne" aus dem Dänischen übersetzt, und J. Reinke hat diesen Text durch Ergänzungen aus neueren, namentlich deutschen Arbeiten erweitert. Dadurch ist ein Werk entstanden, 48 Pil«e. welches eine Uebersicht geben soll, geeignet, in das fcJtudium der kryptogamischen Gewächse und besonders auch in das der Pflanzenkrankheiten einzuführen. Der Inhalt ist aus zwei ganz geschiedenen Theilen zusammengesetzt, der Bearbeitung des Oersted'schen Textes und den Zusätzen von Reinke. Ersterer ist keine reine Uebersetzung des erwähnten Originals, sondern dasselbe ist nach einer den "Verfassern von Oersted handschriftlich mitgetheilten Bearbeitung der Pilze erweitert, theilweise auch, im Ausdruck und durch Weglassung ei- niger, wie Verf. hervorhoben, für irrig gehaltener Einzelheiten, abgeändert. Der im Jahre 1872 erfolgte Tod Oersted's lässt es besonders werthvoU erscheinen, dass seine Ansichten über das System der Pilze, wobei seine persönlichen Forschungen besonders berücksichtigt wurden, freilich in sehr zusammengedrängter Form, vorgelegt werden. Er theilt die Pilze in I. Schleimpilze Myxomycetes. IL Eigentliche Pilze Mycetes. III. Phycomycetes. — I. Von den Schleimpilzen wird die Entwicklung und die Charakteristik einiger Genera kurz mitgetheilt. — 11. Bei den eigentlichen Pilzen werden die Formen des Mycels {Sclerotium stercorarium Mycel von Coprinus niveus, Sei. durum von Peziza clavata), die perennirenden Fruchtträger (wozu die von Polyporus asquamosus gerechnet werden, die 7 Fuss im Um- fang und 30—40 Pfund Gewicht erreichen sollen), Sporenbildung und Copulation, Sper- mogonien , praktische Wichtigkeit , besprochen. Sie werden eingetheilt in 1) Eypodermü 2) Ascomycetes und 3) Basidiomycetes. — Verhältnissmässig ausführlich werden die 1) Hypodermii (auf 19 S.) besprochen, und dabei des Verfassers Arbeiten über Roestelia und Phelonitis hervorgehoben. Der Schaden, den die Pilze durch perennirendes Mycel veranlassen (Peridermium Pini, dem die Entstehung der Hexenbesen zugeschrieben wird, Podisoma, Puccinia Tragopogonis, Anemones, Adoxae etc.), oder dadurch, dass die Sporen alljährlich massenweise wiederkehren (Beschädigung der Birnbäume auf Seeland durch Roestelia nach der Einführung von Juniperus Sabina) wird besprochen. In diese Klasse werden a) Brandpilze (Ustilagineae) und b) Rostpilze (Uredineae) gestellt. Die Aeci- dienfrüchte der Letzteren werden als Sporocarpien bezeichnet. Als schädlichsten Rostpilz führt Oe. die Puccinia straminis den „Weizenrost" an, der sich auf die Spelzen und das Ovarium des Weizens verbreitet und Verschrumpfen der Körner veranlasst. — Im Jahre 1862 soll der Schaden, den der Rost in Dänemark herbeiführte, mehrere Millionen Reichs- thaler betragen haben. 2) Die Scblaachpilze (Ascomycetes) werden in A. Gymnoasci (hierzu Gymnoascus, Taphrina, Exoascus und Endomyces), B. Mehlthaupilze ; Erysiphei (hierher auch Eurotium gerechnet.). C. Kernpilze (Pyrenomycetes), D. Scheibenpilze (Discomycetes) , E. TrülETeln (Tuberacei) eingetheilt. — Von dem über die Erysiphei Augeführten mag erwähnt sein, dass E. communis auch die Getreidearten angreift (Oidium Tritici.). — Die Schilderung der Befruchtung ist nach de Bary's Forschungen, die Eintheilung der Untergattungen von Erysiphe nach Leveille gegeben. — Bei den Pyrenomyceten wird die mannigfache Bildung von Knospensporen, die für einige Formen nachgewiesene Befruchtung und die von Oe. selbst beobachteten und als männliche Befruchtungsorgane aufgefassten kugelförmigen Zellen am Ende von Zellfäden erwähnt und einige Gattungen nach den Systemen von Fries, Tulasue und Nitschke kurz charakterisirt. — Die Discomyceten werddR in a) Phaci- diacei, b) Discomycetes genuini (aa. Sphaerioidei , z. B. Tympanis, bb. Pezizei, cc. Tre- melloidei), c) Disc. hymenomycetoidei (Helvellaeci) eingetheilt und die Hauptgattungen be- schrieben. 3) Die Basidiomycetes werden als die vollkommensten Pilze angesehen. Die Sporen werden zu 4 oder mehr (bis zu 8 bei Geaster) von der Basidie abgeschnürt. Das Sporo- carpium bildet sich in Folge einer Befruchtung. Sie werden eingetheilt in A. Exobasidiei. B. Bauchpilze (Gasteromycetes) : a) Eigentliche Bauchpilze (Lycoperdacei). b) Becherähnliche Bauchpilze (Nidulariacei), wozu auch Sphaerobolus gerechnet wird), c) Hutpilzähnliche Bauch- pilze (Phalloidei). C. Gallertpilze (Tremeiliui). D. Hutpilze (Hymenomycetes) : a) Keulenpilze (Clavariacei). b) Rindenpilze (Thelephorei). c) Eigentliche Hutpilae (Hymenophorei). Hier wer- den überall Gattungen und Untergattungen durch Aufführung ihrer morphologischen Merkmale beschrieben. Vollständigkeit ist dabei wohl weder in der Aufzählung noch in der Beschrei- bung beabsichtigt worden. — III. In der Abtheilimg der Phycomycetes werden Mucorineae . PiUe. 49 2) Perenosporeae (nach der in dem Werk festgehaltenen Schreibweise), 3) Saprolegniaceae und 4) Chytridiaceae besprochen, und gewisscnnaassen als Anhang zu den Ersteren, die krankheitserregenden Pilzformen: Entomophthora, Achoriou e. c, die Gährungspilze und Schizomyceten behandelt. Keinke hat in kurzen Bemerkungen dem Oerstedt'schen Text einige Erläuterungen eingefiochten, die durch ein besonderes Zeichen [] als solche kenntlich gemacht sind. 31. R. Hartig. Vorläufige Mittheiluogen über Parasiten der Waldbäame. (Bot. Zeitg. 1873 Nr. 23. S. 353-357. 32. R. Hartig. Wichtige Krankheiten der Waldbäume. (Berlin 1874. 127 S. mit 160 Zeichnungen auf 6 Doppeltaf.) Der vorläufigen Mittheilung des Verfassers über einige der wichtigsten durch Pilz- parasiten veranlasste Krankheiten der Waldbäume ist noch im Jahre 1873 das Werk ge- folgt, welches die Untersuchungen ausführlich bringt. Da ein eingehendes Referat über dasselbe in einer anderen Abtheilung dieses Berichtes (Pflanzenkrankheiten) erfolgen soll, genügt es hier, den mykologischen Inhalt kurz mitzutheilen. Zunächst giebt Verfasser auf 11 Seiten eine zur Orientirung für practische Forst- leute bestimmte Uebersicht über die Wachsthumsverhältnisse der Pilze , wobei die zu dem später folgenden Text gehörenden Zeichnungen als erklärende Beispiele benutzt werden. Es werden darauf folgende Pilze mit den von ihnen hervorgerufenen Krankheiten be- sprochen : 1. Agaricus (Armillaria) melleus L, Der Hallimasch, Erzeuger des Harzstickens, der Harzüberfülle, Wurzelfäule oder des Erdkrebses der Nadelhölzer. H. findet, dass Rhizomorpha fragilis Roth, als Mycelkörper zu diesem Pilze gehört, sowohl in ihrer rinden- bewohuendeu, als in ihrer unterirdischen Form (s. a. Nr. 124), er beschreibt ihre Ent- wicklung wesentlich übereinstimmend mit De Bary, während er zuerst den Zusammenhang der Rhizomorpha mit Ag. melleus auffand. — Die junge Rhizomorpha hat einen dem reifen Fruchtträger gleichen Geruch und phosphorescirt im Dunkeln auf weite Entfernung hin kenntlich. Die Entwicklung des Hutes erfolgt ebenso wie bei den nicht verschleierten Agaricineen; es bildet sich am oberen Theile des jungen Fruchtkörpers eine anfangs offene Ringfurche, die erst später durch die nachwachsenden Hyphen des Schleiers überzogen wird. Im Hymenium stehen neben den Basidien meist kleinere Zellen, die wohl nur ver- kümmerte Basidien sind, sie verlängern sich zuweilen und bilden dann die PoUiuarien Hoffmann's. Lässt man einen Schnitt durch das Hymenium in Wasser liegen, so keimen sowohl Basidien als sogenannte Pollinarieu oft zu ein bis ilrei Keimschläuchen aus, die Septirung und Schnallenzellen zeigen können. Die Sporen sah H. einmal bald nach der Reife keimen, in späteren Versuchen konnte keine Keimung mehr erzielt werden. An Laubhölzern, wo der Pilz ebenfalls sehr häufig ist (besonders an Rothbuchen), lebt er nur als Saprophyt und wird nicht gefährlich, an Nadelhölzern (vielleicht auch an Prunus- Stämmeu) tritt er als ächter Parasit auf und veranlasst direct das Erkranken und Ab- sterben. Die Art, wie dieser Angrift' erfolgt, wird genau verfolgt. 2. Trametes Pini Fr., Erzeuger der Rothfäule, Rind-, Ring- oder Kernschäle der Kiefer. Die Krankheit ist verschieden von der Rothfäule der Fichte. Das Mycel des Pilzes tritt als fädiges, im Innern der Holzzellen vegetirendes Geflecht oder in Gestalt grösserer verfilzter Pilzkörper und Pilzhäute auf. Die Fruchtkörper treten immer nur an verletzten Stellen der Aeste zu Tage, weil das Mycel nicht in den Splint eindringt. Die alten Fruchtträger wachsen periodisch dadurch nach, dass sich die Hyphen an ihrer Spitze, die oft abgebrochen imd von dem jungen Faden durchsetzt wird, verlängern, und so eine neue Schicht bilden. Ein Alter von 50—60 Jahren ist sehr oft mit Sicherheit für einen Fruchtkörper nachzuweisen. Die Basidien bilden sich erst im etwas cacli oben gelegenen (mehrjährigenj Theile der Fruchtröhren. Die basidientragenden Hyphen wachsen in den Röhren von oben nach und vex-stopfen dadurch schliesslich den oberen Theil derselben. Botaniseher Jahresbeiicht I, /J. 50 Pzbe- Das Mycel greift die Holzzellen an, und verwandelt es in feines trockenes Mehl, im Holze entstehen förmliche Löcher und Höhlungen u. s. w. 3. Trametes radiciperda R. Hartig n. sp. Bei vielen plötzlich abgestorbenen Bäumen, Laubbäumen wie Nadelholz, fand sich an den Wurzeln ein bisher unbeschriebener Pilz, dem Verfasser das Absterben der Bäume zuschreibt. Oft sitzen die Fruchtkörper 1—2 dm. unter der Erde an Seitenwurzeln, weit entfernt vom Wurzelstock. Sie sind gelblich-weiss und haben einen von Trametes Pini verschiedenen Bau. 4. Aecidium (Peridermium) Pini Pers., Erzeuger des Kiefernadelrostes, des Krebses, Brandes oder der Räude der Kiefer und des Kienzopfes. Die Spermogonien , bisher nicht näher untersucht, bilden flachkegelförmige Erhabenheiten, die später mit einem Längsrisse aufbrechen, die Spermatien abschnürenden Hyphen entspringen aufrecht von einem flachen Pseudoparenchym, und neigen sich mit ihren Spitzen an einander. Sie wurden auch in der Rindenform (an einem Aste von Pinus Strobus) gefunden. H. neigt sich der Ansicht zu, dass die Rinden bewohnende Form und die Nadeln bewohnende selbstständige Arten sind. 5. Caeoma pinitorquum A. Br. Der Kieferndreher. Das Mycel, im jungen Rinden- parenchym, auch wohl im Bastkörper und in den Markstrahlen sich intercellular verbreitend sendet kurze Fortsätze (Haustorien) in die Zellen. Die Spermogonien sind im Mai und Juni anzutreffen. Sie liegen zwischen Cuticula und Epidermis und bestehen aus kegelförmig zusammengeneigten, sehr langen Hyphen, an der Spitze Spermatien abschnürend. Die Caeoma-Lager werden in der zweiten oder dritten Reihe der Parenchymzellen gebildet. Die Sporen werden reihenweise abgeschnürt und sind anfangs durch platte Membranlamellen getrennt. — H. konnte die Keimung der Sporen nicht künstlich erzielen, fand aber einmal gekeimte Sporen in der Nähe der Sporenlager auf der Rinde. 6. Caeoma Laricis R. Hartig. Der Lärchennadelrost ; eine neue Rostform, die an den Nadeln der Lärche, wie es scheint, noch selten auftritt. Spermogonien, denen von Periderm. pini gleich gebildet, gehen voran. Die Uredolager treten fast nur auf der Unter- seite der Nadeln auf. Die Sporen werden in kurzen Ketten abgeschnürt, durch kleine Membranlamellen von einander getrennt. Im Umfange des Lagers stehen sterile Basidien. Einzelne Stromata sind ganz steril, nur von Basidien (Paraphysen) gebildet. 7. Peziza Willkommii R. Hartig. Der Lärchenrindenpilz. Der Pilz, welcher nach Willkomm's Untersuchung die Krankheit der Lärche veranlasst, ist nicht, wie dieser an- gegeben, Corticium amorphum, auch nicht, wie später Hoffmann verbesserte, Peziza calycina Schum. auf Abies, sondern ein, der Letzteren zwar selu' ähnlicher, aber durch bedeutendere Grösse der Sporen und Schläuche unterschiedener Becherpilz ; P. Willkommii n. sp. 8. Hysterium (Hypoderma) macrosporum R. Hartig. Der Fichtem-itzenschorf, Er- zeuger der Fichtennadelbräune, Nadelröthe und Nadelschütte. — Der Pilz wurde bisher für identisch mit Hyster. nervisequium DC. auf Weisstannen angesehen, unterscheidet sich aber durch die Grösse der Sporen. Den Perithecien gehen kleine Organe voran, Spermo- gonien (?), die keine Decke haben und kleine elliptische Spermatien an der Spitze aufrechter Hyphen bilden. Die Paraphysen in den schlauchführenden Perithecien schnüren an der Spitze ebenfalls stäbchenförmige Organe ab. Die Schlauchsporen sind mit einer Gallert- hülle umgeben, durch deren Aufquellen wahrscheinlich der Schlauch zerreisst. Sie keimen bald nach dem Austreten. 9. Hysterium (Hypoderma) nervisequium DC. Der Weisstannenritzenschorf, Er- zeuger der Weisstannennadelbräune und Nadelschütte. 10. Melampsora salicina Lev. Der Weidenrost. Das Mycel wandert selbst aus den Blättern in die Rinde und veranlasst Absterben der Zweige. Die Infection der Blätter von Salix acutifolia durch die Uredo-Sporen von derselben Weide ist H. ausnahmslos geglückt, etwa am achten Tage zeigten sich auf den inficirten Blättern die neuen Uredo-Häufchen. Doch schlugen Infectionsversuche von Uredo-Sporen auf Salix acutifolia, auf zahlreiche andere Weideuarteu, fehl. Pilze. 51 32b, Dr. W. Ahles. Vier Feinde der Landwirthschaft. Wandtafeln der Pflanzen- krankheiten. Diese Pflanzentafeln sollen einige der bekannteren parasitisch lebenden Pilze ver- anschaulichen, die den Entstehungsgrund für die Kartoffelkrankheit, das Mutterkorn, den Rost des Getreides und die Traubenkrankheit abgeben. Jede Tafel ist 58 Centimeter hoch und 75 Centimeter breit. 33. Dr. H. E. Richter. Die neueren Kenntnisse von den krankmachenden Schmarotzer- pilzen. 4. Artikel. (Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin. Bd. 159. 1873. Nr. 8. S. 1G9-218.) Verfasser giebt eine Uebersicht über die in den Jahren 1871 bis 1873 erschienenen mykologischen Arbeiten, soweit sie für den Arzt von Interesse scheinen. Eine Uebersicht über die allgemeinen Sätze der Mykologie ist besonders nach der oben citirten Bearbeitung des Oerstedt'schen Handbuches zusammengestellt. Der Stoff ist in folgende Abschnitte ge- ordnet: Die Kryptogamenkunde. — Pilzkunde im Allgemeinen. — Vorkommen, Allgegen- wart der Pilze. — Physiologisches, Lebensbedingungen der Schmarotzerpilze. — Hefen und Gährungen. — Infection, Contagium, Miasma. — Hören wir auch einen Gegner. — Zur Forschungsmethodik. — Specieller Theil: A. Menschenkrankheiten. B. Thierkraukheiten. C. Pflanzenkrankheiten. — Schutz und Heilung. Verfasser äussert sich dahin, dass er alles zusammenstellt mit dem Bestreben, jedem Einzelnen sein Recht und seine Gedanken möglichst unparteiisch zu wahren. Im Eingange wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Lehre von den krankmachenden Schmarotzerpilzen in den letzten zwei Jahren in eine ganz neue Phase getreten ist, indem die pathologischen Anatomen in Masse zu ihr übergetreten sind. 34. Dr. K. H. Hoffmann, lieber den Gährungsprocess vom medizinisch-chemischen Stand- punkte. (Mittheilung des ärztlichen Vereins zu Wien. 1873. Mai, Juni, Bd. II. Nr. 10, 11, 12.) Uebersicht über die verschiedenen Gährungstheorieen. — Verfasser entscheidet sich für die katalytische Theorie nach Berzelius (cit. aus Richter Nr. 33. S. 188). 35. Dr. A. Coulier. (Gaz. hebd. 1873. Nr. 30—32.) Kurze Geschichte der Gährungslehre. Er unterscheidet Bier-, Butter-, Essig-, Wein- säure-Gährung durch organisirte Fermente verursacht, wogegen Glycose-Gährnng durch organisirte Fermente bedingt sei. (Richter. S. 187.) 36. W. G. Schneider. Die in und an Insecten schmarotzenden Pilze. (Jahresbericht der Schi. Gesellsch. für vaterl. Cultur. 1872. Breslau. 1873. S. 17G— 182.) Als Schmarotzerpilze auf Insecten werden aufgeführt und besprochen: Botrytis ßassiana. — Isaria farinosa; J. strigosa. — Cordyceps militaris; C. cinerea; C. entomorrhiza ; C. Robertsii; C. sphecocephala; C. myrmecophila. — Melanospora parasitica. — Empusa Muscae; E. radicans; E. Aulicae. — Tarichium sphaerospermum ; T. Aphidis. — Laboulbenia Muscae; L. Nycteribiae; L. Nebriae. 37. F. H. Salisbury. Vegetations found in the blood of patients suffering with Erysipelas (Zeitschrift für Parasitenkunde 1873. S, 1—5.) Bericht über vier Fälle von Erysipelas. Bei dem Ersten fand er im Fibrin des frischen Blutkuchens Mycelfäden und eben solche, in dem frisch entzogenen Blute, in einem gut verschlossenen Gefässe bei 75" Fh. ausgesetzt, als ein Penicillium, dessen Fruchtäste zu 4 von dem Fruchtträger abgingen »P. quadritidum« fructificirend. In einem zweiten Falle fand er im Blute die Sporen eines Fusisporiums, ähnlich dem auf Kartoffeln, im dritten Falle die von Peronospora infestans, im vierten wieder Penicillium quadritidura. Dazu T. 1 f. I, 38. Dr. Gustav Weisfiog. Beiträge zur Kenntniss der Filzeinwanderung auf die mensch- liche Haut. 111. Artikel. (Zeitschrift für Parasitenkunde 1873. S. 12-32.) Der Verfasser behauptet L, Impetigo ist eine Mykose und schliesst dies daraus, dass 52 ^il«e- die Krankheit durch blosse Anwendung pilztödtender Stoffe in sehr kurzer Zeit heilt, hei Anwendiuig anderer Mittel einer unbestimmt langen Zeit bedarf. II. Das Eccem im Sinne Hebra« sei ebenfalls eine Mykose. Er findet in demselben, nachdem das Product mehrere Tage mit Kalilauge behandelt worden, Pilzelemente in Hefeform >vom punktförmigen Mikrococcus aufwärts bis zur Zelle mit deutliciiem Kern«, oft hängt an den Zellen ein punktförmiges Tochterzellchen. Aus den Sporen erzog er sehr verschiedenerlei Pilze, die Taf. II. F. 1—5 abgebildet werden. Er schliesst dai'aus, dass Eccem ein Sammelbegriff für ähnliche, aber durch verschiedene Pilze veranlasste Affectionen ist. Ernst Hallier, Notizen zu den Zeichnungen , welche die Arbeit des Herrn Dr. Weis- flog begleiten , nach von ihm eingesendeten mikroscopischen Präparaten (dessen Zeitschrift S. 44—47). Er erklärt die erste Form, F. 1 für einen Mucor, ungefähr wie Mucor Mucedo. F. 2 für eine Stachylidium- oder Acrostalagmus-Form. F. 3 für eine Stachylidium-, F. 4 für eine Schizosporangium-Form, etwa der Gattung Stemphylium entsprechend, F. 5 ebenso, nur grösser. 39. Ernst Hallier. Eine leue Krankheit der Kartoffel. (Zeitschrift für Parasitenkunde S. 48-55.) Die Kartoffeln werden von einer krebsartigen fressenden Krankheit befallen. Es zeigt sich an ihnen ein filziges purpurrothes Mycel und schwarze Pünktchen. Letztere sind Sclerotien. Die Mycelfäden dringen nicht durch die Oberhaut, das Innere der Kartoffel ist in Fäulniss begriffen »überall finden sich ungeheure Massen von Mikrococcus«, theil- weise in Theilung, theilweise zu kleinen Mycelfäden ausgewachsen. Die Sclerotien bilden ■ich unter der Oberhaut und überall, wo sie sich finden, vegetirt das Mycel auch unter der Oberhaut, ohne jedoch tiefer in die Kartoffel einzudringen. — 40. Ernst Hallier. Die Parasiten der Infectionskrankheiten. Fortsetzung. (Zeitschrift für Parasitenkunde S. 56—60.) Weitere Mittheilungen über den Typhus-Parasiten : Hefeartige Zellen aus Urin von Typhuskranken keimen und bilden Cladosporium herbarum. — Der Parasit einer milzbrand- ähnlichen Krankheit: Mikrococcus, grössere hefeartige Zellen, die sehr schnell in ein My- cel auswachsen. Schliesslich nach langer Zeit bildete sich ein Ustilago, der U. interrupta genannt wird. — Zur Texas-Rinderpest: Es wurden dieselben Resultate wie früher er- halten. 41. J. B. Schnetzler. De la resistance des Champignons de la levure et des moisissores anx agents chimiques et physiques. (Bulletin de la Societe Vaudoise des sciences na- turelles 20 S. Vol. XI. Nr. 68. Lausanne 1873 p. 342—346.) In Fruchtsäften, welche auf 100** C. erwärmt waren, bildete sich doch Schimmel. Most, der bei einer Winterkälte von 15—160 mehrere Tage gefroren gewesen, gährte nach dem Aufthauen langsamer, aber vollständig aus. Hefe wurde zerrieben und zu einer gährungs- fähigen Flüssigkeit gesetzt. Nach 48 Stunden trat Gährung ein (bei Zusatz gewöhnlicher Hefe nach 3 Stunden). Einzelne Hefezellen waren lebend geblieben. Die Wirkung einiger chemischer Stoffe auf Schimmelsporen und Hefe stellte sich folgendermassen heraus: Alko- hol tödtet frische Hefe durch Wasserentziehung, trockene Hefe nicht. Einprocentige Lösung von unterschweflichtsauren Natron, Chininlösung verhinderten Schimmelbildung nicht. Ein Procent Carbolsäure verhindert jede Gährung und Schimmelbildung. 42. C. Trommer. (Industriebl. 1873 Nr. 21.) Verfasser bemerkt, dass die Zellen der Hefenpilze, die Keimkörner oder Sporen anderer niederer Pilze (Rost , Brand) selbst durch anhaltendes Kochen oder durch die Ver- dauung nicht zerstört werden, sondern unverändert mit den Darraexcrementen abgehen (z. B. die Hefepilze der Schlempe). Er schliesst daraus , dass die sehr dünneu Wandungen dieser Zellen aus einer andern als der gewöhnlichen Cellulose bestehen (c. u. Richter Kr. 33, S. 183). Pilxe. 5S 43. Hermann Werner. Verhalten einiger Säaren znr Tegetation der Schimmelpilze. (Archiv der Pharmacic. Juni 1873. S. 522—527). Bericht über die Thätigkeit d. bot. 8ect. der Schi. Ges. 1873 S. 4-7.) In einer Lösung von Oxalsäure fanden sich grosse Massen von Schimmel vor. In einer frischbereiteten Lösung der Säuren (0,4 in 1000 Theilen destillirteu Wassers) stellte sich bald wieder Schimmelbildung ein, die in fünf Wochen die Oxalsäure vollständig ver- zehrt hatte. Kalkwasser brachte keine Trübung hervor, es war also weder Oxalsäure noch Kohlensäure vorhanden, beim Verdampfen der Lösung blieb kein Rückstand. — In Lösungen von Bernsteinsäure und Citronensäure (1 : 1000) entwickelte sich ebenfalls Schimmel, zehrte aber die Säuren nicht ganz auf. — In Gerbsäure- und Weinsteinsäure-Lösuugen von gleicher Concentration stellt sich nur geringe, in solchen von Benzoesäure und Pyrogallus- säure gar keine Pilzbildung ein. 44. J. C. Blass. üeber Schimmelbildong in den wässrigen Lösangen der organische! Sauren. (Archiv der Pharmazie. October 1873. S. 306 — 314.) In Citi'onensäure bildete sich ein Schimmel, der bei schwachen Lösungen nicht an die Oberfläche kam, liei specifisch schwereren Lösungen an die Oberfläche trat und fructificirte , in Lösungen von mehr als 20 Procent Säure sehr abnahm. Verfasser nimmt an, dass die Sporen des Schimmels innerhalb der Fäden des Mycels kettenartig gebildet wurden. Oxalsäure, in Lösungen von 1 — 10 auf 100 Theile Wasser begünstigte ebenfalls Schimmelbildung. Die Säure wurde durch den Pilz vollständig verzehrt. Bernsteinsäure und Weinsteinsäure verhielten sich ähnlich, sie wurden durch den Schimmel nicht voll- ständig zersetzt. Verfasser nimmt an, dass Oxalsäure in wässerigen Lösungen auch ohne Schimmelbildung zersetzt wird, und dass die andern angeführten Säuren nur desshalb nicht vollständig verzehrt wurden, weil die dichte Schimmelbildung eine schützende Decke gegen Einwirkung der Luft auf die Säure gebildet hatte. 45. W. G. Schneider (Bericht über die Thätigk. der bot. Sect. der Schles. Gesellschaft. 1873. S. 9.) berichtet über einen rothen Farbstoff, welcher in einigen Pilzen vorkommt, aus einer Ciavaria (Cl. grisea?) und Ilelvella esculenta Hess sich derselbe durch Glycerin, Wasser und Alcohol ausziehen, in letzterem Extract erscheint er orangeroth, roth fluores- cirend. Spectrosc. untersucht zeigt er. eine Verdunkelung des Spectrums nach roth und Auslöschen des Violett. 46. H. C. Sorby. ComparatiTO ?egetable Chromatology. (Proceedings of the Royal Society Nr. 146. vol. XXVI. Kurzer Auszug in Grevillea II. S. 79.) Daraus die Bemerkung: Die färbenden Substanzen der Pilze entsprechen denen in den Apothecien der Flechten. Die Pilze müssen demnach als Früchte, nicht als Laub eines niederen Pflanzentypus aufgefasst werden. 47. Prof. Dr. Wiesner. üeber den Einfluss der Temperatur auf die Entwicklung von Penicillium glaucum Lk. (Kaiserliche Academie der Wissensch. in Wien. Sitz, der mathem.-naturw. Cl. v. 14. April 1873.) Die Haupt-Ergebnisse der Untersuchung sind Folgende : Die Keimung der Sporen erfolgt zwischen 1.5 und 43" C, die Entwicklung der Mycelien zwischen 2,5 und 40" C, die Ausbildung der Sporen zwischen 3 und 40 ^ C. In der Nähe der oberen und unteren Nullpunkte wird die Keimung e. c. unsicher. Die Keimungsgeschwindigkeit nimmt bis 22 " C. continuirlich zu und von da an ab, anfänglich continuirlich, dann discontinuirlich. Die Geschwindigkeit der Mycel-Entwickluug steigt vom unteren Nullpunkt bis 20 " C. continuirlich und vermindert sich, anfangs gleich- massig, dann nicht continuirlich bis zum oberen Nullpunkte. Die Entwicklungsgeschwindig- keit der Sporen nimmt in gleicher Weise zu und ab und erreicht bei 22 » C. ihr Maximum. Der Zeitpunkt des Eintrittes der Sporenbiklung ist nicht nur von der Temperatur abhängig, bei welcher das Mycelium fructificirt, sondern auch von jener Temperatur, bei welcher 54, Pilze. sich das Mycelium entwickelte. — Mycelien, welche bei einer Temperatur t in der Zeit n Sporen bilden, bringen — innerhalb der Grenzen continuirlicher Geschwindigkeitsänderungen — , der höheren Temperatur t' ausgesetzt, nicht nach der Zeit n', in welcher das Mycelium bei der Temperatur t ' fructificirt Früchte , sondern nach Ablauf der Zeit = n -|- n ' n " <^ ^ n' — Mycelien hingegen, die bei einer Temperatur t in der Zeit n 2 fructificiren, bilden — innerhalb der früher genannten Grenzen — bei der niederen Tem- peratur t ' ihre Früchte nicht nach der Zeit n ', nach welcher das Mycelium fortwährend unter dem Einflüsse von t ' Sporen hervorbringt , sondern nach Ablauf der Zeit = n -j- n' n " ^ <;^ n '. — Mycelien also, welche bei einer die Sporenbildung verzögernden 2 Temperatur entstanden sind, bei einer Temperatur cultivirt, welche die Fructification be- schleunigt, zeigen eine Förderung ihrer Fruchtbildung und umgekehrt. (Bot. Zeitung 1873. Nr. 22. S. 348 und Oestr. Bot. Zeitschr. 1873. Nr. 6. S. 198 u. 199.) 48. Stefan Schulzer v. Müggenburg. Mykologische Beobachtungen. (Aus den Verhand- lungen d. k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 1872. Sep. S. 405-424.) Verfasser zieht aus seinen Beobachtungen, besonders über das Zusammenvorkommen einzelner Pilzformen, einige Schlüsse, die hier, so wie sie dort gegeben werden, aufgeführt werden: Tubercularia und Melanconium gehören mit Miainomyces (der habituell einer Tele- phora gleicht) in denselben Formenkreis. Ilelvella fastigiata Krbh. und Peziza repanda Wahl, beide zusammen vorkommend, besitzen fast ganz denselben Fruchtbau und es drängt sich die Frage auf, ob nicht etwa dieselbe Spore auf dem faulen Holze die Peziza, im Humusboden aber die Helvella zu erzeugen vermöge. Stysanus strictus Schultzer und Leptonema strictura Cda. scheinen nur verschiedene Fructificationsformen desselben Pilzes zu sein. — Cephalothecium roseum C. Trichothecium roseum Lk. wuchs zusammen mit einem einfachen Hj'phomyceten mit kleinen cylindrischen Sporen : Chiomosporium gri- seum Schulzer. Beide gehören wohl zusammen. Eine neue Art von Anixia, A. minuta si- mulirt bei ihrem Vergehen eine "kleine Peziza. Sie wächst gesellig mit Sporodum deci- piens, dessen Hyphen in die A. eindringen. Das Spor. erzeugt Actinonema minutum und Amphisphaeria Carpini Schulz; CoUarium lyococcum Fr. und Oidium fructigeuum Knze., sind höchst wahrscheinlich derselbe Pilz. An einem abgestorbenen Aprikosenbaum, der von Polyporus hirsutus, Irpex prunorum Schulz, und Telephora umbrina bewohnt war, wurde die Bemerkung gemacht, dass die Sporen dieser Pilze in den Behältern von Melan- conium und Cryptospora keimten und sich von dort weiter entwickelten. Wahrscheinlich boten die Sphäriaceen den Sporen den bequemsten Weg, in den Bast einzudringen. Das stete Zusammenvorkommen einiger Hymenomyceten (Thelephora, Polyporus und Lenzites) ist allerdings kein Beweis für Identität, aber immerhin ein zur Untersuchung mahnender Fingerzeig der Natur. Epochnium rhizophilum Schulz, bildet auf ähnliche Weise das Sclecrotium varium P., wie die Sphacelia das Sei. Clavus. — Coryneum decipiens Schulz, wird mit einer ganzen Reihe von Hyphomyceten in Beziehung gebracht. — Lanosa nivalis Fr., die nach dem Schmelzen des Schnee's sehr häufige Ueberzüge über den Boden bildet, ist nicht, wie man glaubte, sporenlos, sondern besitzt kuglige Sporen, durch welche sie zu Sporotrichum zu rechnen ist: Sporotrichum Lanosa Schulzer. Gleichzeitig finden sich in den Hyphen Sporen von 4 anderen Schimmelpilzen, die vielleicht nur Parasiten der La- nosa sind. — Graphium Cucurbitae Schulz., ein aus verflochteneu Fäden gebildeter Pilz, bat als kleine »Nothfructification« einen aus einfachen Fäden gebildeten Schimmel, der als Monosporium Bon. anzusehen 'sein würde. — Stachylidium Link. 'Acrostalagmus Cda. und Botryosporium Cda. sind nicht generisch verschieden. Die Hülle, welche nach Fries bei B. die Sporen umhüllen soll, ist nicht vorhanden. 49. F. V. Thümen. Mykologische Notizen. (Hedwigia 1873 Nr. 8 S. 113.) Mittheilung über einige neue oder seltene Pilze: Puccinia Endiviae Passerini n. sp., Ustilago Sorghi Passerini, Protomyces violaceus Ges., welcher in der Lombardei die Mal Pilze. 55 di Falchette der Maulbeerbäume veranlasst, zum erstenmale jenseits der Alpen von Dr. Eichler in Teplitz aufgefunden. Ilydnum Schiedermayeri Heufler, bisher nur von einem Standort bekannt, wurde von v. Th. im nördlichen Böhmen an Apfelbäumen gefunden. 50. Derselbe theilt ebds. (Nr. 4 S. 63) einige neue Staudorte seltener Pilze mit: Trametes Kalchbrenneri fand er im Erzgebirge. — Geaster triplex Jungh., vorher nur aus Java be- kannt, erhielt er aus der Gegend von Harlem zugesandt und von demselben Standort Plecostoma fornicatum Cda. Myriostoma coliforme Desv. ; Geaster striatus Fr. und Tulasno- dea mammosa Fr. 51. Prof. Dr. Goeppert. Ueber die Pilzausstellung im Museam des botanischen Gartens in Breslau. (Bericht über die Thätigkeit der bot. Sect. der Schlesischen Gesellschaft 1872, S. 43-49.) Anknüpfend an die Aufstellung von essbaren und giftigen Pilzen in Exemplaren, Modellen und Abbildungen (an 140 verschiedene Gegenstände), welche Verfasser in dem Museum des bot. Gartens vereinigt, bespricht er vom praktischen Standpunkte aus die als Volksnahrungsmittel so wichtigen fleischigen Pilze. In Betreff der giftigen Pilze warnt er vor Vertrauen auf die volksthümlichen Prüfungsmittel. Ag. muscarius und Ag. phal- loides hat er z. B. wiederholt mit Zwiebeln gekocht, ohne die angebliche Farbenänderung zu bemerken. Uebrigens seien „die Pilze besser als ihr Kuf". Fast alle constatirteu Fälle von Pilzvergiftung mit tödtlichem Ausgange seien auf 3 Arten zurückzuführen: Agar, mus- carius, Ag. phalloides und Ag. emeticus. Bei Besprechung der Trüffeln wird auch Hyme- nangium virens als essbar erwähnt. Scleroderma vulgare bringt vollkommene Vergiftungs- erscheinungen hervor, welche z. B. in eclatanter Weise von Dr. Krocker beobachtet wur- den. — Unter den essbaren Boleten wird Boletus sulphureus, oft 15—20 Pfund schwer, auf- geführt. Das Verzeichniss der auf dem Breslauer Markte zum Verkauf kommenden Pilze ist ziemlich gleich dem der für Prag und Wien von Krombholz und Reichard aufgestellten Verzeichniss. Ausser den schon 1871 (Jahresber. S. 148 und 149) mitgetheilten Arten wurden 1872 noch: Peziza venosa, P. acetabulum, Hydnum imbricatum, Boletus circinans, B. luridus, Polyporus ovinus, P. confluens, Morchella esculenta, M. bohemica, M. conica, Helvella esculenta, H. gigas, Ciavaria aurea, Hymenangium virens, im Ganzen 38 Arten zum Verkauf ausgeboten gefunden. 52. Prof. Dr. Goeppert. lieber den Trüffelverkaut in Carlsbad. (Ebendas. S. 49-50.) Unter den Pilzen, welche in Carlsbad als Trüffeln verkauft werden, findet sich keine Spur von Tuber cibarium, sondern sehr verschiedene Pilze: Boletus edulis, andere Boletus-Arten, Morchella esculenta, Cantharellus cibarius, Pisolithus arenarius, Alles ver- schiedentlich zugeschnitten. Die weisse Trüffel (Chaeromyces maeandriformis), welche ver- dient „als Gegenstand des Handels" eingeführt zu werden, könnte diese Verfälschungen verdrängen. Es wird empfohlen, sie nicht als Surrogat der schwarzen Trüffel, sondern direct als „Oberschlesische weisse Trüffel" dem Verkehr zu übergeben. Die Orte und die Art ihres Vorkommens in Oberschlesien werden genau angeführt. 53. lieber den genetischen Zusammenhang zwischen Mycoderma vini, Fenicillium viride Fres. und Dematium pullulans De Bary, von Prof. L. Cienkowsky. (Verb, der bot. Section der IV. russ. Naturforscherversammlung, gehalten zu Kasan 1873. — Russisch. — ) Um den das Mycoderma vini erzeugenden Pilz aufzufinden, verfolgte der Verfasser die Entwicklungsgeschichte einiger sehr verbreiteter Pilze. Die Conidien von Penicillium viride Fres. , auf Objektträger in Obstdecoct gesäet, unter dem Deckgläschen, geben Myce- lium, welches durch Abschnüruug Gruppen der Mycoderma-ähnlichen Zellen erzeugt. Während der Sprossenbildung bleibt das Mycelium zuerst unzertrennt, aber später zerfällt es in einzelne Glieder. Die vom Mycelium abgeschnürten ovalen Zellen fangen bald an, neue Sprossungen an ihren Polen zu erzeugen, einzeln oder gruppenweise auf beiden Enden, sie können dabei sich isoliren oder nicht. Bei reichlicher Ernährung können die einzelnen Myceliumglieder oder Sprossen wieder in Schläuchen keimen, welche ihrerseits in einzelne sprossenbildende Glieder zerfallen. Diese Myceliumbildung, ihr Auseinanderfallen und 56 Pilze. Sprossenbildung gehen so energisch vor sich, dass in wenigen Tagen der ganze Tropfen dichte Massen der Keimprodukte darstellt. Diese rasche Vermehrung der sprossenbildenden Zellen und die grosse Verbreitung von Penicillium machen die Vermuthung über den gene- tischen Zusammenluiüg zwischen Mycoderma und Penicillium sehr wahrscheinlich. An den Früchten und anderen pflanzlichen Substraten kommt sehr häufig das schwarze Mycelium vor, welches De Eary Dematium pullulans genannt hat, und welches, wie aus den Angaben von De Bary und Loew zu ersehen ist, sehr leicht sprossenbildende Zellen macht. Vermit- telst der Cultur in hängenden Tropfen überzeugte sich der Verfasser, dass aus diesem schwarzen Mycelium die Hyphen, mit für Penicillium viride characteristischen Fructifica- tiouen, hervorsprossen, und dass also beide Organismen identisch sind. Die Frage über die Entstehung des Mycoderma wifd nur dann endgültig gelöst sein, wenn in den Sprossen von Penicillium die sogenannten Endosporeu aufgefunden werden. A. Batalin. V. Myxomycetes. 54. Joseph Thomas von Rostafinski. Versach eines Systems der Mycetozoen. (Inaugural- Dissertation, Strassburg 1873. 21 S.) Verfasser hat die Mycetozoen einer grossen Zahl von öffentlichen und Privat- SammluDgen untersucht, um nach Originalexemplareu ein System dieser Organismen aufzu- stellen. In der vorliegenden Dissertation giebt er zunächst eine Charaktei'isirung der Gruppen und Gattungen als Vorläufer einer bald verheissenen grösseren Arbeit. Der Name Mycetozoen soll ihm bezeichnen: »Die Mycetozoen sind ebenso den Pilzen wie den ächten Thieren verwandt.« Er setzt sie desshalb als Verwandte der Monaden in das Reich der Protisten als besondere Klasse. Das System wird auf die von De Bary, Cicukowski, Woronin und Famintzin gewonnenen entwicklungsgeschichtlichen und die von dem Ver- fasser gewonnenen anatomischen Momente gegründet und gestaltet sich demnach folgender- massen : Classis: Mycetozoa De Bary. Im Jugendzustande nackte, ihre Gestalt vielfach än- dernde bewegliche Plasmamassen (Plasmodien). Zur Fruchtzeit in unbewegliche 'nackte oder von einer Haut umschlossene Früchte (Sporangien) übergehend. Sporangien ver- schieden gestaltet , bisweilen durch Verschmelzung Fruchtkörper (Aethalien) erzeugend. Aethalien nackte oder von einer gemeinschaftlichen Haut (Rinde) umschlossene, unregel- mässig gestaltete Körper vorstellend. Sporen im Inneren der Sporangien durch freie Zell- bildung oder auf der Oberfläche durch Theilung gebildet. Ihr Inhalt bei der Keimung in einen nackten, mit Nucleus, contractiler Vacuole und einer langen Cilie versehenen be- weglichen Schwärmer übergehend. Diese durch massenhafte Verschmelzung die frucht- bildenden beweglichen Plasmodien erzeugend. Cohors I. Exosporeae. Sporen auf der Oberfläche der Sporangien, durch Theilung entstehend. — Sporeninhalt bei der Keimung durch successive Zweitheilung in acht Schwärmer übergehend. Plasmodien aus einer glashellen, im Wasser zerfliessenden Substanz und einem körnigen Plasma bestehend. Das Plasma bei der Fruchtreife dicht unter die Oberfläche der Gallertsubstanz hinwandernd, dort sich in einzelne kleine, polygonale Portionen auflösend. Diese sich abrundend, von eiiiem aus Gallertsubstanz gebildeten Stiele getragen, zu Sporen werdend. Ruhezustände unbekannt. TribttS 1. Ceratiaceae. Gattungen: Ceratium Alb. Schw. Aethalien von baumartig verzweigten Sporangien gebildet. Polysticta (Nees) Aeth. aus leistenförmigen , zu Netzen verschmolzenen Sporangien gebildet (S. 54). Cohors II. Endosporeae. Sporen durch freie Zellbildung, im Innern der Sporangien entstehend. Sporeninhalt bei der Keimung in 1—2 Schwärmer übergehend. Schwärmer durch Zweitheilung sich vielfach vermehrend. Sporangiumwand keine Zell- »tructur zeigend, häufig mit Kalkabsonderung versehen. Sporangien entweder ausschliesB- Pike. 50^= lieh mit Sporen erfüllt oder diese mit Eöhren oder soliden Strängen (Capillitium) unter- mischt. Capillitiura aus einzelnen entweder netzförmig anastomosironden , freien oder der Sporangiumwand angewachsenen Luft-, seltener kalkführenden Röhren oder soliden Strängen gebildet. Sporangium bisweilen in der Mittelaxe von einer mächtigen luft- oder kalk- führenden Blase (Columella) durchzogen.. Euhezustände für einzelne Schwärmer (Microcy- sten), junge (derbwandige Cysten) und alte Plasmodien (Phlehomorpha) bekannt. Ordo I. Enteridieae. Unregelmässige, verschieden grosse, kalk- lose, von einer doppelhäutigen Rinde umgebene Aethalien. Einzelne Sporangien nicht durch Wände von einander getrennt. Capillitium aus verästelten, immer luftführenden Röhren bestehend. Columella fehlend. Tribos 1. Lycogalaceae De Bary. Ber Raum zwischen beiden Riiidenhäuten von einem lockeren Geflechte ästiger , hohler, mit einer dicken gallertartigen Scheide umgebener Fasern angefüllt. Einzelne derselben durchbrechen an zahlreichen Stellen die innere Rindenhaut, um sich im Aethaliumkörper als Capillitium zu verzweigen. Capillitium aus cylindrischen oder schwach plattgedrückten verästelten, an den Knoten häufig bauchig aufgetriebenen, immer lufthaltigen Röhren bestehend. Ihre Zweige dicho- tomisch oder ordnungslos verästelt, miteinander anastomosirend und in viele einzelne freie stumpfe Enden auslaufend. Lycogala (Mich.). Hierher auch Reticularia flavo-tusca (Ehr.). Ordo II. Anemeae. Capillitium und Kalkablagerung fehlend. Spo- rangienhaut homogen. Sporen olivengrün, schmutzig ockergelb oder hyalin. Columella fehlend. Trlbas 1. Dictyosteliaceae. Sporangien regelmässig kugelig, gestielt. Stiel vielkammerig. Dictyostelium Brfd. Tribus 2. Liceaceae. Sporangien einzeln, stiellos. Licea Schrad, Sporangien einzeln, unregelmässig gestaltet. Tubulina Pers. Sporangien dicht nebeneinanderstehend, cylindrisch. Tribus 3. Licaethaliaceae. Unregelmässig gestaltete, von ge- meinschaftlicher Rinde umgebene Aethalien. Lindbladia Fr. Sporangien durch gemeinschaftliche Wände vollständig getrennt. Licaethahalium Rost. Einzelne Sporangien durch grosse Löcher in den gemein- schaftlichen Wänden communicirend (Reticularia olivacea Fr.). Ordo III. Heterodermeae. Capillitium und Kaikablager ungeu fehlend. Sporangiumwand bei der Reife wenigstens zum Theil unvollständig sich auflösend in ein- zelne lebhaft gefärbte, flache Verdickungen. Diese angelagert der Innenfläche einer zarten, hyalinen, verschwindenden Haut. Sporen und Verdickungen der Sporangiumwand in einem und demselben Sporangium immer gleichmässig gefärbt, Columella fehlend. Tribus 1. Cribrariaceae. Sporangien gestielt, einzeln stehend. Obere Partie der Sporangiumwand sich theilweise in netzförmige Verdickungen auflösend. — Cribraria Schrad. Sporangiumwand in der oberen Hälfte in ein Netzwerk von soliden Strängen aufgelöst. — Heterodiction Rost. Sporangiumwand in der unteren Hälfte in plattgedrückte Stränge aufgelöst, an der oberen Hälfte in ein Cribraria-artiges Netzwerk übergehend. Dictydium Schrad. Sporangiumwand fast bis zur Basis aufgelöst in platt- gedrückte, parallel verlaufende, durch feine Querstränge verbundene Platten. Tribus 2. Dictydiaethaliaceae. Sporangien ungestielt, dicht neben einander auf gemeinschaftlicher Unterlage stehend. Ihre Wand oben solid glocken- förmig in einzelne parallel vom Scheitel bis zur Basis verlaufende und mit einander nicht verbundene Stränge aufgelöst. — Dictydiaethalium Rost (Reticularia plumbea (Schum). 5S Pila». Ordo IV. Reticalarieae. Unregelmässige, verschieden grosse, kalklose Aethalien, immer von gemeinschaftlicher Rinde umgeben. Einzelne Sporangien nicht durch Wände von einander getrennt, Columellen der einzelnen Sporangien mit einander ver- schmolzen, dadurch baumartig verzweigte, der Basis des Aethaliumkörpers angewachsene Stöcke bildend, am Scheitel in ein unregelmässiges Gewirr von lufthaltigen Capillitium- röhren übergehend. Tribos 1. Reticalariaceae. Columellen band- bis walzenförmig. Ihre Wand vielfach durchlöchert. Reticularia Bull, (verändert) (Reticularia umbrina Fr.) Ordo V. Amaurochaeteae. Sporen, Capillitium und fast immer vor- handene CoUumella dunkelviolett bis schwarzbraun gefärbt. Keine Ablagerungen von Kalk. Einzelne Sporangien oder Aethalien. Tribus 1. Stemonitaceae. Sporangiumwand äusserst zart, ver- gänglich. Columella als Stielsverlängerung die Mittelaxe des Sporangiums durchziehend; von ihr entspringt ein reiches Netzmaschen-System von Capillitiumfasern, deren Zweige letzter Ordnung mit der Sporangiumwand in Verbindung stehen. Immer einzelne Sporangien. — Stemonitis Gled (verändert). Sporangien walzenförmig ; Capillitiummaschen sehr locker. Zweige letzter Ordnung zu einem oberflächlichen, der Sporangienwand parallel verlaufendem Netz verbunden. — Comatricha Preuss (verändert). Sporangien walzenförmig bis fast kuglig. Capillitiummaschen meist sehr dicht, kein oberflächliches Netz bildend. Sporangienwand meist zart abfallend. — Lamproderma Rost. Sporangien kuglig. Wand metallglänzend. Capillitium von der Columella büschelweise entspringend. (Physarura columbinum Pers.) Tribus 2. Echinosteliaceae. Sporangien gestielt. Verschmä- lerte Stielspitze ohne Columellabildung direct in einzelne Capillitiumstränge übergehend. Capillitiumstränge nur am Scheitel mit einander verbunden. Echinostelium de Bary. Tribus 3. Enerthenemaceae. Sporangien gestielt. Stiel zur Columella verlängert, an der Spitze des Sporangium scheibenförmig ausgebreitet. Capillitium nur aus dieser Scheibe entspringend, mit entgegengesetzten Enden frei in die Sporenraasse eindringend. — Enerthenema Bowm. (Stemonitis mammosa Fr.) Tribus 4. Amaurochaetaceae. Von gemeinschaftlicher Rinde umgebene Aethalien. Einzelne Sporangien nicht durch Wände von einander getrennt. Columellen der einzelnen Sporangien mit einander verschmolzen, dadurch baumartig ver- zweigte, der Basis des Aethaliumkörpers angewachsene Stöcke bildend. Capillitien aller einzelnen Sporangien ein lockeres Netzmaschenwerk von Comatricha-artigem Capillitium bildend. — Amaurochaete Rost. (Reticularia atra (Alb. et Schw.) Tribus 5. Brefeldiaceae. Nackte oder von gemeinschaftlicher Rinde umgebene Aethalien. Sporangien und Columellen wie bei Tribus 4, Capillitium Didymiumartig. Die Capillitiumstränge der einzelnen Sporangien an der Grenze derselben mit einander verschmolzen. — Brefeldia Rost. (Reticularia maxima Fr.) Ordo VI. Calcareae. Sporen violett bis braunviolett gefärbt. Auf oder in der Sporangiumwand und öfters in dem Capillitium Ablagerungen von Kalk in Form von amorphen Körnchen oder Krystalldrusen. Columella sehr häufig ausgebildet. Einzelne Sporangien, seltener Aethalien. Pil*e. ^ m> Tribus 1. Cienkowskiaceae. Spoiangiumwand einfach. Kalk- tablagerimgen nur in Form von amorphen Körnchen. Capillitium aus soliden, dünnen netz- förmig verbundenen, an den Knoten dreieckig verdickten Strängen bestehend. Einzelne Stränge häufig gabelig getheilt und in ein bis zwei lange, gekrümmte, spitze Enden frei auslaufend. Kalkblasen mächtig entwickelt. Columella fehlend. — Cienkowskia Rost. (Diderma reticulatum (Alb. et Schw.). Tribus 2. Physaraceae. Sporangiumwand einfach oder doppelt. Kalkablagerungen nur in Form von amorphen Körnchen. Capillitium aus dünn- wandigen, hyalinen, farblosen Röhren gebildet. Diese meist netzartig verbunden, lufthaltig, nicht selten zum Theil oder vollständig Kalkkömer führend. Columella meist fehlend oder durch einen mächtig entwickelten Capillitiumknoten vertreten. Badhamia Brk. (verändert). Sporangiumwand sehr zart, einfach, mit Kalk- ablagerung. Capillitinmröhren überall gleichmässig an die Wand angewachsen; anastomo- sirend, Netze bildend, überall mit Kalkkörnern. Sporangien einzeln, unregelmässig auf- springend (Physarum hyalinum Pers). Trichamphora Jungh. (verändert). Von Vorigem durch das Capillitium ver- schieden, das breit, unverzweigt ist. Columella immer fehlend. — Tilmadoche Fr. Wie Voriges. Sporangium gestielt, unregelmässig aufspringend. Capillitiumröhren von der basalen Sporangiumwand büschelweise entspringend. Sich immer weiter verzweigend. Knoten nur sparsam zu Kalkblasen entwickelt. Columella fehlend (Physarum nutans Pers). Physarum (Pers.) (verändert). Sporangien sitzend oder gestielt. Wand kalk- haltig, einfach oder doppelt. Capillitium überall gleichmässig an die Wand angeheftet, Netze bildend. Columella fehlt. ~ Craterium (Trent). Sporangien deckelartig aufspringend. Untere Wandpartie becherförmig ausdauernd. Wand doppelt. Capillitium physarumartig. Columella durch einen mächtigen, kalkführenden Knoten vertreten. — Leocarpus Lk. (verändert). Sporangien unregelmässig aufspringend. Sonstwie Craterium. — Crateriachea Rost. Sporangien unregelmässig aufspringend. Unterer Theil der Wand becherförmig ausdauernd. Columella, cylindrisch, kalkführend. Capillitium aus dieser entspringend, dicht netzförmig, farblos, wenig Kalk führend. — Fuligo Hall, (verändert). Aethalien von unregelmässiger Gestalt und wechseln« der Farbe. (Aethalium septicum (L.). Tribus 3. Dldymiaceae. Sporangiumhaut einfach oder doppelt. Ab-, Zwischen- oder Einlagerungen in Form von Krystalldrusen oder amorphen Körnern, die oft zu dicken, spröden Krusten angehäuft werden. Capillitium aus soliden, meist violett gefärbten, seltener hyalinen, immer sehr dünnen Strängen bestehend. Der Columella an- gewachsen, verlaufen sie nach der Peripherie der Sporangiumwand immer parallel, einzeln oder durch sparsame, unter sehr spitzem Winkel entspringende Zweige miteinander ver- bunden. Im ganzen Verlauf gleich dick. Kalkablagerungen in den Capillitiumsträngen nur ausnahmsweise und dann nur in Form von Krystalldrusen vorhanden. Columella immer vorhanden. Leangium Lk. (verändert). Sporangiumhaut einfach, dick, zweischichtig, nach der Reife in 5— 8 fast gleiche Lappen aufspringend. (Diderma floriforme (Bull.). — Didymium (Sehr ad z. Th.) Sporangien unregelmässig aufspringend. Wand einfach oder doppelt, beide einschichtig, die äussere mit zahlreichen Kalkkrystalldi'usen bedeckt. — Lepidoderma de By. Sporangienwand einfach, mit zahlreichen glänzenden Schüppchen bedeckt, aus Kalkdrusen bestehend, von einer zarten Haut umschlossen. (Di- dymium tigrinum Schrad.) — Chondrioderraa Rost. Wand einfach oder doppelt; äussere mit amorphen Kalkkörnern bedeckt, die innere zart. (Diderma testaceum (Schrad.). — 60 Pilze. Tribus 4. Spumariaceae. Einzelne Sporangien oder Ae- thalien. Von der centralen cylindrischen Columella verläuft nach der Perii^herie zu ein coraatrichaähnliches Capillitium. Diachea Fr. Sporangien einzeln, gestielt. — Spumaria Pers. Aethalien von einer schwammigen, kalkhaltigen, abfallenden Rinde umgeben. Sporangien mit einander vollständig verschmolzen. — Ordo VIl. Calonemeae. Kalklose oder nur ausnahmsweise in der Haut, nie aber im Capillitium kalkführende Sporangien. Columella immer fehlend. Sporangiumwand, Capillitium und Sporen in einem Sporaugium meist gleichmässig gefärbt. Sporangien gelb bis braunroth, seltener oliveugrün oder grauweiss gefärbt. Capillitium meist mächtig entwickelt. Einzelne Fäden oder zusammenhängende Netze. Ihre Haut meist mit nach aussen vorspringenden Verdickungen. Tribas 1. Trichiaceae. Kalklose, sitzende oder gestielte Sporangien, meist unregelraässig aufspringend. Wand einfach oder doppelt. Die innere (wenn überhaupt vorhanden) die Sporenmasse von der Stielhöhle vollständig abschliessend, immer glatt. Capillitiumröhren dünnwandig, mit spiralförmiger Verdickung. Sporen meist doppelt dicker als die Breite der Capillitiumröhren. Trichia Hall (verändert). Capillitiumröhren einfach, frei. — Hemitrichia Rost. Capillitiumröhren zu Netzen verwachsen. Trichia clavata Pers.; Tr. serpula (Scop.). Tribas 2. Arcyriaceae. Kalklose, meist gestielte, seltener stiellose Sporangien. Meist ringsumschnitten aufspringend . . . Capillitiumröhren m.eist dick- wandig, eng, netzartig verwachsen, mit ringförmigen, querleistenförmigen, warzigen oder netzförmigen Verdickungen versehen. Sporen meist nicht dicker als die Breite der Capil- litiumröhren. — Arcyria Hill, (verändert). Sporangium gestielt, ringsumschnitten aufspringend. Capillitium-Netze mit einigen Enden an den Stielröhren angewachsen oder lose eingeklemmt. — Lachn Obolus Fr. (verändert). Sporangien regelmässig, gestielt oder stiellos, unregelmässig aufspringend. Netze überall gleichmässig an die Sporangiumwand angewachsen. (Arcyria circinans Fr.). — Cornuvia Rost. Sporangien unregelmässig, stiellos, unregelmässig aufspringend. (Trichia nitens Lib.) — Trlbus 3. Ferichaenaceae. Sporangien sitzend, in der Haut kalkführend, meist deckelartig aufspringend. Wand doppelt. Capillitiumbildung sehr unterdrückt, Verdickungen nicht vorhanden. Perichaena Fr. 55. A. Famintzin und M. Woronin. Ueber zwei neue Formen von Schleimpilzen : Ceratium hydnoides Alb. et Schw. und Ceratium porioides Alb. et Schw. (Memoires de l'Aca- demie Imperiale des sciences de St. Petersbourg VH. ser. Tom. XX. Nr. 3, 16 Seit., 3 Taf.) Die Entwicklungsgeschichte der beiden Myxomyceten, deren Hauptsache Verfasser als vorläufige Mittheilung in vorigem Jahre (Bot. Zeitg. 1872, Nr. 34) veröffentlicht haben, wird hier ausführlich gegeben. Der damals als Polysticta reticulata Fr. angesehene Pilz wird jetzt als Ceratium porioides Alb. et Schw. angegeben. Die Entwicklung der Sporen, die Theilung der aus ihnen ausgetretenen Myxoamöbe in 8 Theile, die Zusammensetzung der Plasmodien aus einem gallertartigen unbeweglichen und einem körnigen , allein beweglichen Piasmatheile, wird so wie in der vorläufigen Mittheilung beschrieben und der Vergleich mit anderen Schleimpilzen weiter ausgeführt. Die Sporenbildung bei Ceratium wird noch als von anderen Schleimpilzen abweichend dargestellt, indem die zur Sporenbildung bestimmte Plasmamasse aus der Gallerte vorgedrängt und zu einer von einem langen Stiele getragenen Spore umgebildet wird. — Eine längere Betrachtung widmen die Verfasser dem Vergleich der Schleirapilze mit den übrigen Pilzen. Sie nehmen vier Type» von Schleimpilzen an: Pilze. 61 1) Gasteromyceten- Typus (Myxomyceten), 2) Mucorinen-Typus (Dictyostelium), 3) Hydnum- Typus (Ceratium hydnoides), 4) Polyporus-Typus (Ceratium porioides.)- — Sie neigen sich der Ansicht zu, dass ein so fundamentaler Unterschied der schwärmsporen-, resp. plasmodien- bildenden und hypheubildenden Pilze, wie Viele annehmen, nicht besteht, weil z. B. bei Peronospora Schwärmsporen und Hyphenbildung in derselben Gattung vorkommt, und be- trachten das Plasmodium als ein Analogon des Myceliuras, dessen Eigenthümlichkeit nur darin beruhe, dass die Umhüllung des Plasmas während der ganzen Entwicklung gallert- artig bleibe, keine feste Membran bilde. Sie erklären dann schliesslich als naturgemässer, einen jeden der vier Typen der Schleimpilze dem ihm entprechenden Typus der Hyphen- pilze anzureihen, als aus den Schleimpilzen eine besondere Gruppe zu bilden. Sie erwarten, dass auch zahlreiche andere, den Hyphenpilzen entsprechende Schleimpilze aufgefunden werden, und dass, wenn nicht bei allen, doch vielen Pilzformen sich zwei Unterabtheilungen 1) der mit Hyphen versehenen und 2) Hyphen entbehrenden, mit Plasmodium versehenen Gebilde sich unterscheiden lassen werden. — Auf den 3 Tafeln werden in vorzüglicher Ausführung die verschiedenen Entwickelungsphasen der zwei besprochenen Ceratium-Arten wiedergegeben, 56. Prof. A. Famintzin. Beitrag zar Kenntniss der Myxomyceten. (Botanische Zeitung 1873, Nr. 42. S. 662—664.) Zweck der Arbeit ist zu zeigen, dass die Entwicklung, wie sie von Famintzin und Wo- ronin bei Ceratium beobachtet wurde, bei anderen Myxomyceten ebenfalls vorkommt. — Ein dickes, gallertartiges Polster, aus welchem sich das Plasma als vereinzelte Sporangien her- aushob, beobachtete F. als abnorme Entwicklimg des Hypothallus, eines unzweifelhaften Myxomyceten (Physarum?). Ebenso kam er durch Zerdrücken unreifer Sporangien von Physarum, Stemonitis und Lycogala zu dem Schluss, dass auch hier immer die Sporen nicht durch freie Zellbildung um vorhergebildete Kerne entstehen, sondern dadurch, dass das Plasma vollständig in einzelne Segmente zerfällt, und diese wieder in die einzelnen Sporen, die zur Zeit ihrer Isolirung noch der Membran entbehren. 57. C. Roumeguere. Siaguliere reproduction d'aae Myxogastree. (Bulletin- de la societe botanique de France 1873, p. 9—11.) 58. Derselbe. Nouvelles observations sar le developpement d'un Stemonitis oblonga. (Daselbst p. 32—34.) 59. Derselbe. Observations sar l'apparition spontanee et le semis repete dn Stemonitis oblonga Fr. (Memoires de la societe nationale des sciences naturelles de Cherbourg 1873, p. 198—202.) Stemonitis oblonga Fries hatte sich auf Oelfarbe und einem darin steckenden Pinsel aus Tannenholz entwickelt. Bei Toulouse, wo Verfasser dies beobachtete, war der Myxo- mycet vorher noch nicht bekannt gewesen. Es wurde auf ein Brett aus Taimenholz ein Theil der Oelfarbe (Mischung von Leinöl und Bleiweiss) aufgetragen, und (im Januar) Sporen des Stemonitis darauf ausgesäet. Nach 10 Tagen erschienen blutrothe Stromata, am nächsten Tage bildeten sich die Stiele und fertige Stemonitis, 14 Stunden nach Erscheinen der Stromata. — Auf eine neue Aussaat (im Februar) erschien der Myxomycet 12 Tage nach der Aussaat und brauchte 52 Stunden bis zu seiner völligen Reife. R. beobachtete dabei 7 Entwicklungszustände, indem die Plasmodien zuerst weiss, sitzend, kuglig, isolirt waren, dann gelblich, rosenroth, violett, endlich braun, dabei allmälig oval und gestielt wurden, — Es werden schliesslich die Schlüsse gezogen, dass die Sporen von Stem. obl. zur Keimung keine Ruhepause nöthig haben, dass sie beim Verlassen des Capillitiums reif sind, und dass Keimung und Entwicklung des Stemonitis unabhängig vom Licht sind. 60. L. Cienkowsky, üeber einige protoplasmatische Organismen, (Verhandl, der bot. Sect, der IV. russischen Naturforscher-Vers, zu Kasan 1873,) Die unten beschriebenen Organismen stellen den einfachsten Typus der Myxomy- ceten dar. Der erste, vom Verfasser Guttulina rosea geuauut, ist am meisten den Myxo- 62 Pilze. myceten ähnlich ; er erscheint als ein mikroskopisch kleiner Tropfen von rosenrother Farbe, der eine Länge von 0,07 mill. erreicht und auf ebenso langem Fusse sitzt. Guttulina be- steht aus einer Anhäufung der Zellen, die mit einer gemeinschaftlichen Membran nicht bedeckt sind. Im Kopfe sind die Zellen kugelig, im Fusse sind sie enger gelegt und stellen keilförmige Einzelheiten dar. Alle Zellen enthalten rothes Plasma und einen Zell- kern; im Wasser geht der gesammte Inhalt aus den Zellen heraus und erscheint in der Form einer der Amöba limax Duj. ähnlichen Amöbe, deren Verschmelzung er nicht beob- achtete; im Jugendzustande theilen sie sich. Aus diesen Angaben ist zu ersehen, dass Guttulina rosea einen Organismus darstellt, welcher dem Dictyostelium mucoroides Brefl. ähnlich ist, aber ohne gemeinschaftliche Membran, und die Amöben hier nur sich anhäufen, Cysten oder Sporen bilden und nicht verschmelzen. Aehnliche Erscheinungen zeigen die von C. gefundenen Mistamöben, welche auf dem Pferdemiste wohnen und Mucor-ähnliche Anhäufungen (Bläschen) bilden; diese farblosen Amöben sammeln sich ia einer regel- mässigen Kugel, der auch eine gemeinschaftliche Membran fehlt; bei der Berührung und im Wasser zerfliessen sie und an den Grenzen des Tropfens sammeln sie sich wieder. Diese Amöben haben auch die Eigenthümlichkeit, sich in einen langen Fuss zu verjüngen, mit welchem sie sich auf dem Substrate unbeweglich befestigen, das andere Ende ihres Körpers in die Luft richtend. — Zuletzt beschrieb der Verfasser zwei neue Amöben, deren Cysten mit einem Fusse befestigt sind ; im Wasser gehen aus diesen Cysten die Amöben hervor, welche sich theilen und ihrerseits neue Cysten bilden. Wenn weitere Unter- suchungen zeigen werden, dass dies der vollständige Entwickelungscyclus ist, so würden diese Amöben die einfachsten Myxomyceten darstellen , deren Plasmodium aus einer Amöbe und deren Frucht aus einer Cyste besteht. A. Batalin. Neu aufgestellte Arten. In Nr. 21. S. 52. 340. Reticularia affinis B. et. C. Effusa tenuis papiUosa atropurpurea margine tenui; sporis oblongis; capillitio brevi ramoso. — Car. Inf. 341. Spumaria Micheneri B. Effusa reticulata gilva; sporis globosis magnis laevibus Penns. 342. Diderma ochroleucum B. et C. Gregarium congestum sessile, peridio exteriore ochroleuco, interiore albo; columella nuUa; sporis atris; floccis albis. — Penns. 343. Diderma concinnum B. et C. Sessile laevissimum candidum nitidum fragilissimum intus rufulum; columella obscura, sporis aterrimis. — Car. Inf. 344. Didymium erythrinum B. Stipite aequah peridioque globoso cinnabarino sporis atris, floccis albis. 345. Did. proximum B. et C. Stipite subaequali rufo penetrante e basi orbiculari oriundo; peridio globoso granulato albo, floccis albis. — Car. Inf. S. 63. 346. Did. Ravenelii B. et C. Stipite subaequali laevi brunneo; peridio globoso umbrino ; floccis sporisque nigris. — Car. Sup. 347. Did. pusillum B. et C. Stipite sursum attenuato luteo, peridio nutante globoso farinaceo, columella nuUa, floccis albis parcis; sporis atropurpureis laevibus. — Car. Inf. 348. Did. chrysopeplum B. et C. Stipite niveo leviter sulcato sursum attenuato e basi orbiculari oriundo; peridio globoso, exteriore furfuraceo fulvo, interiore metallico ; floccis albis; sporis nigris. — Car. Int. 349. Did. megalosporum B. et C. Stipite gracili rufo ; sursum attenuato; peridio umbi- licato subhemisphaerico rufo albo-pulverulento; floccis parcis albis; sporis majoribus fttscis. — Car. Inf. 350. Did. obrusseum B. et C. Hypothallo tenuissimo scarioso; stipite aureo deorsum incrassato hyaliuo; peridio albo vel citrino, floccis candidis, sporis atris. -— Texas, New-Orleans. Pike. ^ S. 65. 351. Didym. Curtisii B. Sessile, obovatum fuscum, sparsum Tel lateraliter congestum glabrum, columella distincta; floccis albis, sporis nigris. — Car. Inf. 352. Did. lateritium B. et R. Globosum vel subreticulatum , ex hypothallo membra- naceo repente oriundum, lateritium granulatum, floccis albis, sporis atris. — Car. Inf 353. Did. neqtriaeforme B. et C. Sessile, fasciculatum obovatum; fuscum pulvere luteo sparsum; sporis nigris. — New-Eng. 354. Physarum pulcherrimum B. et. R. Stipite brevi purpureo; peridio globoso floccisve lilacinis. — Penns. 355. Ph. cupripes B. et R. Primum luteo-viride mucosum; stipite sursum attenuato penetrante cupreo; peridio globoso lilacino-caeruleo, floccis luteis, sporis atris. S. 66. 356. Ph. Peter sii B. et C. Stipite aequali lateritio peridio globoso luteo; floccis sub- flavis; sporis atris. — Alabama. 357. Ph. chryso trieb um B. et C. Sessile, subglobosum peridio floccisque fulvis. — Alabama. 358. Ph. Schweinitzii B. Gregarium nitidum flavum, floccis parcis sporisque globosis granulatis concoloribus = Polyangium vitellinum Schwein. 359. Badhamia papaveracea B. et Rav. Peridiis globosis brevissime stipitatis utplu- rimum congestis albis rugosis, floccis reticulatis niveis; sporis atris. — Car. Inf. 360. Trichamphora oblonga B. et C. Stipite lateritio compresso sursum attenuato flexuoso ; peridio oblonge apice demum hyante umbrino particulis nitentibus consperso. — Penns. S. 67. 361. Craterium minimum B. et C. Pedunculo brevissimo, peridio cyathiformi minimo, basi rufo, margine albo. — Car. Inf. 362. Cribraria elegans E. et C. Stipite sursum attenuato fusco; peridio globoso, pur- pureo basi leviter venoso; capillitio reticulato angulis incrassatis sporisque concoloribus. — Car. Inf. 363. Cr. minima B. et C. Stipite filiformi peridio globoso nutante umbrino subtiliter striato; capillitio laxo pallido ad angulos dilatato. 364. Cr. microscopica B. et C. Stipite brevi peridio obovato basi evenoso capillitio laxo, angulis non incrassatis. — Car. Inf. 365. Arcyria pallida B. et C. Stipite sulcato; peridio oblonge sporis capillitioque pallid. — Car. Inf. S. 68. 366. Licea stipitata B. et R. Stipite communi crasso sulcato; peridiis in caput hemi- sphaericum conglomeratis ; sporis laete umbrinis cymbiforraibus. — Car. Inf. 367. L. microsperma B. et C. Couglomerata laete umbrina, sporis cymbiformibus minoribus. — New-Jersey. 368. L. spermoides B. et C. Effusa gregaria tenuis olivacea albo-pulverulenta sporis olivaceis. — Alabama. 369. L. Lindheimeri B. Effusa, extus nigra, intus rhabarbai'ina, sublateritia, sporis globosis. — Texas. 370. Perichaena artocreas B. et R. Deplanata circumscissa subfulva; sporis conco- loribus fusiformibus. — Car. Inf. 371. Perichaena irregularis B. Peridiis congestis irregularibus, floccis granulatis, sporis e globosis late ellipticis. — Car. Inf. 372. Ophiotheca umbrina B. et C. Peridiis umbrinis serpentibus, floccis crenatis pallidis, sporis globosis. — Car. Sup. S. 69. 373. Stemonitis tenerrima B. et C. Stipite filiformi, peridio toto percurso cylindrico fusco; capillitio pallido tcnerrimoi sporis carueis. — Car. Inf. 64 Pä*e- 374. St. porphyra B. et C. Stipite gracili nigro; peridio globoso columbino; capillitio porphyro. — Stemonitis heterospora Oudemans (8). Differt a. St. fusca et S. ferrugiuea sporis laevibus nee reticulatis, porro statura et pedunculis minoribus et a S. typhoide, quae etiam sporis laevibus gaudet, sporarum magnitudiiie admodum Variante. Sporae in S. typhoide — — mill, in S. fusca et S. ferruginea — — (i. S. het. - — ^j mill in diametro habent. — Perichaena picea B. et Br. (6). Peridio atro-fusco, hemisphaerico, demum circumscisso; sporis coffeatis, subglobosis floccisque fuscis laevibus. Guttuliua rosea Cienkowsky (60). Fruchtträger sehr klein rosenroth, gestielt, aus Sporen bestehend, die nicht von gemeinschaftlicher Membran umschlossen sind. VI. Schizoinycetes. Allgemeines. 61. Ferd. Cohn. Biologische Mittheilungen über Bacterien. (Bericht über die Thätigk. der bot. Sect. der Schles. Ges. 1873. S. 42-45.) Die Bacterien zeigen dieselben Lebenserscheinungen und sind denselben Lebens- bedingungen unterworfen, die auch sonst bei lebenden Zellen beobachtet werden. — Sicher ist, dass auch die Bact. Sauerstoff absorbiren; Bact. Termo bildet an der Obez'fläche der Nährflüssigkeit, in der es cultivirt wird, 1—2 Cent, dicke ölig schleimige Schichten, in den tieferen Schichten finden sich wenig Bacterien. — Jndess vermehren sich gewisse Bacterien auch bei möglichstem Abschluss. Darauf beruht das Verderben von nach der Appert'schen Methode in Blechbüchsen eingelegten Nahrungsmitteln. Decoct von weissen Rüben mit etwas Käse wurde 10—20 Minuten in einem Kölbchen erhitzt, dabei die Spitze des Kölb- chens zugeschmolzen. Der meiste Sauerstoff war hier ausgetrieben, dennoch dauerte die Fermentwirkung der Bacterien, die sich durch Aufsteigen von Gasblasen bemerklich machte, noch Wochen lang fort. — Hieran knüpfte Vortrag. Mittheilungen über die durch Bact. gebildeten Pigmente. Er erhielt neuerdings rosenrothe Milch zugeschickt, deren Färbung, wie das charakteristische Spectrum erwies, durch das Pigment der Monas pro- digiosa, nicht, wie man früher annahm, durch Blutfarbstoff gebildet wurde. Er hat später das rothe, sowie ein grünes lösliches Pigment auch in Breslau in der Milch sich bilden sehen. — Hervorgehoben wird die Verwandtschaft der Bacterien mit den Schizosporeen (Phycochromaceen), und es werden einige neue Formen mitgetheilt, Myconostoc, gregarium Cohn. an Nostoc und Cladothrix dichotoma Cohn au Leptothrix erinnernd. — Endlich wird das Vorkommen stark lichtbrechender ovaler Gonidien als regelmässiger Entwicklungs- zustaud der Fadenbacterien (Bacillus) festgestellt. 62. Onimus (Soc. de biol. 17. Mai 1873. Gaz. de Paris Nr. 22). behauptet, dass anhaltendes Gefrieren die eigentlichen Lebeusbewegungen der Vibrionen und Bacterien des faulenden Blutes tödte. Durch Wiederaufthauen entstehen zwar lebhafte Bewegungen der kleineren von diesen Organismen, diese haben aber nur den Charakter der Brown'schen Molecularbewegung. (c. a. Nr. 33.) Fermentwirkung der Schizomyceten. 63. A. Bechamp. Sur les microzymas normaux du lait Gomme cause de la coagulation spontanee et de la fermentation alcoolique , acetique et lactique de ecliquide. (Compt. rend. Bd. 77. Nr. 10 p. 654-656.) B. sucht auszuführen, dass alle genannten Veränderungen der Milch sogenannten Microzymen zuzuschreiben seien, die sich von selbst aus den Colostrum-Kugeln unter Ausscheidung von Fett bilden. Um sie deutlich zu sehen, müsse laan frische Milch mit Mze. 65 dem 5— Gfacheu Volumen Kreosotwasser verdünnen, filtriren, mit Aether auswaschen; kohlensaures Natron, darauf destillirtes Wasser zusetzen, dann sieht man bei 500-facher Vergrösserung sehr deutlich und regelmässig Microzyma mit Kernen und Zellresten ver- mischt. — Um zu zeigen, dass die Gerinnung der Milch allein den Mic, nicht der Be- rührung mit der Luft und den in dieser enthaltenen Organismen zuzuschreiben sei, wurde Milch unter Abschluss durch Kreosotwasser frisch aus dem Euter entnommen und ab- geschlossen stehen gelassen. Die Milch gerann am dritten Tage, und im Augenblicke der Gerinnung und Ausscheidung der Molke waren keine anderen Organismen nachzuweisen als Microzyma. — Nach den mitgetheilten Analysen des Verfassers enthält die Milch schon im frischen Zustande Alcohol und Essig, beide nehmen beim Gerinnen stark zu. Die Bildung derselben wird den Milchmicrozymen zugeschrieben, die sich darin den anderen Microz. gleich verhielten. 64. Derselbe. Faits pour servir ä l'histoire des microzymas et des bacteries. Trans- formation physiologique des bacteries en microzymas et des microzymas en bacteries, dans le tube digestif da meme animal. (Ebd. Nr. 188. S. 1143—1145.) B. untersuchte den Verdauungscanal frisch getödteter Hunde auf Microzymen und Bacterien und fand dabei constant Folgendes: Im Magen findet man bei der Verdauung normal Microzyma frei, besonders aber in Verbindung zu kleinen bewegten Bacterien, grossen Bacterien, Bacteridien e. c. Jenseits des Pylorus giebt es keine Bacterien mehr, nur Microzyma. In der Nähe der Ileocöcalklappe treten einzelne sehr kleine Bacterien auf. Im Dickdarm finden sich solche von allen Längen, besonders in grossen Mengen da, wo eine Irritation stattfindet, z. B. um die Tänien herum. Verfasser deutet dies als einen der besten Beweise für die Umwandlung der Microz. in Bacterien, und eines der besten Beispiele der alternirenden Generationen, die bei den Pflanzen und niederen Thieren so häufig sind. 64b, U. Gayon. Sur les alterations spontanees des oeufs. (Compt. rend. Bd. 77. S. 214—217.) A. Becbamp. Reflexions sur les generations spontanees; ä propos d'une note de U. Gayon sur les alterations sp. des oeufs etc. (Ds. S. 613—617.) In der Sitzung vom 27. Januar 1873 hatte Gayon die Vermuthung aufgestellt, dass die Organismen, welche Ursache des Verderbens der Eier seien, in das Ei gelangen, wäh- rend dasselbe durch den Eileiter wandert. In den Eileitern frisch getödteter Vögel fand er nun Bacterien und Schimmelsporen. Die Menge derselben vermindert sich, wenn man sich von der Kloake entfernt, 10—15 Cm, von der Mündung derselben entfernt, in einer Höhe, wo sich die Schale des Eies erst bildet, konnten noch Bacterien nachgewiesen werden. Dem entspricht, dass man nach vorsichtiger Entleerung von Eiweiss und Dotter in gereinigte Gefässe diese oft monatelang frisch erhalten kann, wenn sie nämlich keine Bacterien resp. Schimmelsporen aus den Eileitern mitführten. Im anderen Falle trat Fäulniss (Bakterienbildung) oder Schimmelbildung ein. B. tritt dieser Darstellung entgegen und behauptet, die verderbenden Organismen bildeten sich normaler Weise aus den im Ei enthaltenen Mikrozymen. G. habe nur durch die Anwendung von Karbolsäure ihre Entwicklung gestört. 65. A. Bechamp. Faits pour servir ä l'histoire de la Constitution histologique, de la fonction chimique, de la glairine Motily. (Ebendas. T. 76 p. 1484.) Er findet in der glairine, die sich aus dem Wasser auscheidet, und die er von der baregine unterscheidet, Microzyma in langer Rosenkranzform, die sich in Bacterien und kleine Körperchen, ähnlich den Cornaliaschen Körperchen, umwandelt. 66. L. Pasteur. Etüde sur la biere; nouveau procede de fabiication pour la rendre inal- terable. (Compt. rend. hebd. e. c. T. 77. p. 1140-1198.) Das schnelle Verderben des Bieres und der Hefe rührt nach Pasteur's Unter- suchungen von der Entwicklung und Vermehrung mikroskopischer Organismen „Krankheits- keimen" her, die, wie jetzt die Biauerei betrieben wird, in jeder Hefe und in jeder Bier- Botanischer Jahresbericht l, U QQ Pilzei würze nachzuweisen sind. Die Keime werden durch die Luft herbeigeführt und wenn ihr Zutritt ausgeschlossen wird, so bleibt das Bier unveränderlich. — Auf diese Sätze hin schlägt Pasteur ein neues Verfahren zur Bierbereitung vor, darauf berechnet, die „Krank- heitskeime" auszuschliessen. Die Bierwürze soll bis zur Siedhitze erwärmt, dann von der Luft abgeschlossen, abgekühlt werden. Darauf wird „reine" liefe zugesetzt, da aber alle gebräuchliche Hefe unrein ist, muss man sie erst züchten, indem man zu diesem Zweck von dem Umstände Gebrauch macht, dass Hefe bei Sauerstoffzufuhr besser gedeiht als in Kohlensäure, das Krankheitsferment aber umgekehrt. — Die Gährung muss wieder unter Abschluss vor sich gehen, indem die nöthige Luft vor ihrem Eintritt in den Gährbottig durch gebogene Röhren geleitet wird, wo sich die kleinen Organismen absetzen. 67. W. V. Knieriem und Adelf Mayer, lieber die Ursache der Essiggährung. (Die land- wirthschaftliche Versuchsstation h. von Dr. Fr. Nobbe. 1873. S. 305—329.) Da über die Ergebnisse dieser Untersuchung in einer anderen Abtheilung dieser Berichte ausführlicher referirt wird, genügt es hier das wiederzugeben, was über den der Essiggährung zu Grunde liegendem Organismus gesagt wird. Derselbe als Mycoderma aceti bekannt, ist vermuthlich zu den Bacterien zu rech- nen, indem er sich durch einfache Quertheilung vermehrt. Er besitzt einen beweglichen und einen unbeweglichen Zustand. — Bei schwacher Säuerung erscheinen die Organismen als unbewegte gekrümmte Stäbchen von 4,5 Mic. Länge. Bei lebhafter Säuere-Bildung sind sie lebhaft bewegt. — Sie finden sich auch auf den zur Schnellessigfabrication ver- wendeten Buchenspänen. Versuche durch Harn -Bacterien Essiggährung hervorzurufen schlugen fehl. Schizomyceten in Beziehung zum menschlichen und thierischen Organismus. 68. Dr. Wiebecke. Ueber Infectionskrankhcitcn. (Vierteljahrsschrift für gerichtliche Me- dicin. 1873. S. 356—370.) Es werden sehr ausführliche Auszüge aus den in den letzten Jahren erschienenen Arbeiten über Schizomyceten gegeben, namentlich aus denen, welche über Bacterien als Krankheitserreger handeln. „Die ganze Lehre von der Infectiou, sagt er am Schluss, würde zu ihrem Abschluss neigen; für jede Infectionskrankheit wäre der specifischc, mit besonderer Lebens- und Ent- wicklungsfähigkeit begabte Pilz gefunden, die weiteren Krankheitserscheinungen würden als mechanische und chemische Vorgänge resultiren und jede theoretische Frage hätte ihre Antwort bekommen." — Doch beschränkt er sich selbst, indem er hinzufügt: „Vorläufig werden aber die Zweifel nicht verstummen, die Proceduren schliessen keineswegs die Mög- lichkeit von Verunreinigung aus, auch scheinen die (von Klebs) beobachteten Formen nur zufällige Anordnungen in Gestalt, Farbe etc. zu sein. — Weitere Untersuchungen werden das Wahre von dem Falschen zu scheiden haben. — Noch immer ist die Frage nach der Natur der Infectionsstoffc erst mit einiger Wahrscheinlichkeit beantwortet und noch viele Aufgaben harren ihrer Lösung." 69. Prof. Dr. F. C. Faye. Kosogenie und Fanspermie. (Norsk. Magazin. Bd. 3, Heft 7, S. 338.) üebersicht einiger, hauptsächlich deutscher Arbeiten über die Rolle der kleinen Schmarotzer bei Infectionskrankheiten (Blattern, Pyämie u. A.), wobei er auch besonders über die norwegischen Beobachtungen an Puerperalfieberkranken berichtet (c. a. Nr. 33). 70. Eberth. (Centralblatt f. d. medic. Wissensch. XI. 1873. Nr. 20) fand im menschlichen Schweissc constant Bacterien, sowohl in dem normalen als in dem pathologischen, gelben Schweisse. Sie klebten sich manchmal zu Knötchen zu- sammen, die Eberth für identisch mit Zoogloea Beigeliana hält, auch bilden sie wohl einen Pilze. 6t Ueberzug über die Haare. Die Knötchen fand er au den Haaren in der Achselhöhle bei einem orangefarbenen Achselschweisse, und an den Haaren der Brust, hier waren die Bac- terieu mit Wollfasern vermischt. — Allzulauges Tragen wollener Unterziehjacken war hier die Ursache der Bacterienbildung, und dieselbe Ursache hält er auch iür die gewöhnliche Veranlassung der Chloasmen. 71. Dr. James More (Lancet 1873, 4. Jan.) stellte bei einem an Sarcina-Erbrechen leidenden Pat. Beobachtungen über diese Pilze an. Die Flüssigkeit war immer stark sauer. Wohlverstöpselt erhielt sie sich wochen- lang. Dann verloren die Sarcinen ihre quadratische Form und degenerirten zu einer gra- nulirten Masse. Dasselbe geschah im Magen des Pat., als dieser sich verschlimmerte, Eiter und faule stinkende Materien ausbrach, welche alkalisch reagirten. Nun fanden sich gar keine Sarcinen mehr vor (H. E. Richter 1. c. S. 182). 72. lieber die Rolle der Bacterien bei Entstehung von Gangräne, von A. Chauvau. Verfasser hat sehr beweiskräftige Experimente gemacht. Durch den bei den Thierärzten unter dem Namen Bistournage bekannten Process (mehrfache 'Umdrehung des Samenstrangs um seine Achse, ohne Hautverletzung, subcutan mit der Hand vollführt) tödtete er bei Widdern einen Hoden. Derselbe ging allemal ohne Fäulniss in Fettdege- ueratiou über (Necrobiose). Wenn vor dem Bistourniren dem Widder fauliger Eiter, aus einem Abscess desselben Thieres genommen, in die Jugularvene eingespritzt wurde, so wurde der Hode allemal brandig. Wenn man den besagten Eiter filtrirte, so entstand Gangräne, nicht durch Infection der abfiltrirten Flüssigkeit, sondern nur durch die zurückgebliebenen Bac- terien. (Compt. rend. 76. Mai p. 1092; Soc. de biol Avr. 19. 1873; Gaz. hebd de med. et de chir. Avr. 25. 1B73.) 73. üeber Die Mikrokokken der Vaccinelymphe, von Kreisarzt Dr. Schenk. (Vierteljahrs- schrift f. öffentl. Gesundheitspflege 1873. Bd. V. S. 267.) Verfasser hat Untersuchungen mitgetheilt , welche um so beherzigenswerther sind, da sie eine unmittelbare Anwendung der mikroskopischen Ergebnisse auf die Schutzkraft einer bestimmten Lymphe gestatten. Schenk fand in der Lymphe alle Formen der Mikro- kokken, von den feinsten, kaum mikroskopisch erkennbaren Kügelchen und Pünktchen bis zu den Gallerten, Sporoiden, Fäden und Fadenfilzen, letztere um so reichlicher, je älter die Lymphe war und je mehr sie mit dem Luftsauerstoff in Berührung gekommen war. In demselben Masse, wie die letzteren, entwickelteren Formen sich mehren, nimmt die Zuver- lässigkeit der Schutzlymphe ab. Verdünnung mit Glycerin (etwa zu 1 : 1 oder l:2j conser- virt die Kokken, wahrscheinlich durch Luftabhaltung, kann jedoch auf längere Zeit nicht gegen das Abnehmen der Schutzkraft sicher stellen. (M. E. Richter 1. c, 197.) 74. Klebs. üeber Infectionskrankheiten. (Cit. aus Dr. Wiebecke, Nr. 68, S. 369, 370.) Verfasser ist in diesem Jahre mit neuen Beobachtungen hervorgetreten, denen zu- folge Vertheilung, Anordnung und Grösse der Mikrokokken der verschiedensten Infections- krankheiten sehr auffallende Abweichungen von einander darbieten sollen. Er bemühte sich zuerst, die septischen Mikrosporen durch öfteres FjltL-iren mittelst Thoncylinder, Waschen etc., also mittelst einer Procedur, „die doch mindestens einige Stunden währt", rein darzu- stellen. Dann wurden frisch ausgezogene und fein zugespitzte Capillarröhren auf den Bo- den der pilzhaltigen Flüssigkeit eingesenkt, dort die Spitze abgebrochen, das herausgezogene Röhrchen wieder zugeschmolzen und in eine pilzfreie Vegetationsflüssigkeit (2 pc. Lösung von weinsaurem Ammoniak), die sich unter einer Oelschicht in einer Stöpselflasche befand, wiederum zerbrochen. Nachdem hier die Vegetation in der von ihm und Tiegel schon früher beschriebenen Weise vollendet war, wurde dieselbe Procedur nochmals wiederholt („fractionirte Cultur"). Auf diese Weise verschwanden selbst morphologisch nicht so leicht zu unterscheidende Körper, Hierauf suchte er durch eine sehr complicirte Culturmethode 5* 68 P^lze. den Vorgang der Vermehrung und Weiterentwicklung mit starken Vergrösserungen direkt zu beobachten. Die cultivirten Keime wurden in mikroskopische Glaskammeru übertragen, die wieder mit besonderen Vorsichtsraassregeln zu reinigen waren; nach der Uebertragung wurden sie sofort zugeschmolzen. Auch die in diesen Apparaten als Culturboden verwand- ten Leimgallerten wurden zu jeder Versuchsreihe besonders bereitet, um sie vollkommen frei von körperlichen Bestandtheilen zu erhalten. In den gänzlich mit Leimgallerten ge- füllten Kammern trat eine Entwickelung der eingeführten Keime überhaupt nicht ein, viel- mehr war die Anwesenheit atmosphärischer Luft eine wesentliche und unumgängliche Wachsthurasbedingung. Bei der Entwickelung des Microsporon septicum stellten sich in der Eeihe der Bacterien, Monaden etc. bisher noch gänzlich unbekannte Vorgänge dar. Der Process der Proliferation ging von der stäbchenförmigen, unbeweglichen Körperform aus, den Bacterien, welche sich wahrscheinlich nur in der Längsachse spalten. Geht die Theiluug lebhaft vor sich, so verschwinden in den Gruppen die einzelnen Bacterien, es entsteht eine körnige Masse, die zuerst eine zackige Form besitzt, dann in rundliche Ballen zerfällt, während die Enden des Körpers noch spitz zulaufen. Solche Ballen lösen sich von der Hauptmasse los oder entstehen aus kleineren abgelösten Keimen (körnige Plasmaballen). Mit der Vergrösserung und fortgesetzten Theilung dieser letzteren tritt eine Differenzirung ihres Inhalts ein, indem die einen sich immer deutlicher zu Bacteriencolonieen umgestalten, während die anderen, kleineren und spärlicher auftretenden Ballen hängen bleiben, matt- glänzend und gelblich gefärbt sind. Die hervorstechendste Eigenschaft dieser „gelben Kör- per" ist die Bildung von Protoplasmafortsätzen nach Art der amöboiden Zellen und das Eintreten contractüer Bewegungen von allerdings grosser Langsamkeit aber auffallenden Resultaten. Sie werden als contractile Pigmentkörper bezeichnet. Das vierte Stadium be- steht in der Verschmelzung dieser beiden letzteren Formen zu einer homogenen Masse, in der weder Pigmentkörper noch Bacteriencolonien vorhanden sind. Eingeleitet wird dieser Process durch die Ablösung erwachsener Bacterien von den Rändern der letzteren, die mit langsamer und vielfach unterbrochener Bewegung sich den gelben Körpern annähern, z. Th. in ihre Substanz aufgehen, dann aber an ihrer Oberfläche zu einer homogenen Plasmaschicht verschmelzen, in die endlich auch die Pigmentkörner sich auflösen (Plasmaschichtj. Von diesen letzteren kann nun von Neuem derselbe Entwickelungsgang vorgehen wie von den zuerst eingeführten Keimen. Zu anderen Resultaten gelangte Klebs bei der Cultur des diphtherischen Micrococcus. Es bilden sich bald braune Körperhaufen, die bei reichlicher Anwesenheit von Leim grosse zusammenhängende Couglomerate bilden; von diesen lösen sich kleinere Theile ab, welche zur Grösse von rothen Blutkörperchen heranwachsen, sich dann in Körnerhaufen umwan- deln, ähnlich den erst entstandenen. Endlich zerfällt die ganze Masse in freie Körner und lebhaft bewegliche, sehr kleine Bacterien, während der Leim vollkommen verflüssigt wird. Bei den Masernmicrococcus bildeten sich zuerst blasse Körnerhaufen, dann wandel- ten sie sich zum Theil zu Bacterien um, die zur Peripherie wandern, in der Richtung des Durchmesser hier einen Stäbcheuzaun darstellten. Hieraus entstanden neue Haufen und bewegliche Bacterien. Die Körner der Micrococcenhaufen der Schutzpockenlymphe waren wie die der Sarcine zu je 4 gruppirt. 75. Max Wolff (Centralbl. für die medic. Wissenschaften 1873 Nr. 32). Verfasser verglich bei Meerschweinchen die Wirkung des unter die Haut injicirten Wundsecrets von Pyämischen, resp. Septicämischen mit derjenigen der aus diesen Secreten in einer Nährflüssigkeit (1 Proc, weinsauren Ammoniak mit Zusatz von phosphorsaurem Kali) gezüchteten und ebenfalls subcutan injicirten Pilzen und erhielt folgendes Resultat: von 12 Meerschweinchen, denen Eiter von Pyämikern in der Dosis von 1—2 Cio. subcutan injicirt worden war, gingen 11 Thiere unter den Erscheinungen localer Phlegmonen mit weitverbreitetem blutig-serösem Oedem, in kurzer Zeit zu Grunde; dagegen sind von 12 Meerschweinchen, denen die Bacterienflüssigkeit injicirt wurde, 8 am Leben geblieben, — Ein ähnliches Verhältniss zeigte der Vergleich der Wirkung des Secrets jauchig gangränöser (septischer) Wunden mit derjenigen der daraus gezüchteten Pilzflüssigkeit. Dass die letztere Pilze. 69 rein war. d. h. eben die in dem pyämischen oder septischen Secret enthaltenen Bacterien und keine anderen enthielt, wnrde durch Controlversuche , sowie durch directe niik. Unter- suchungen sicher gestellt. Die letztere erwies übrigens sowohl in den infectiösen Secrclen wie in den Züchtungsflüssigkeiten multiple Pilzformen, sowohl Kugel- wie Stäbchenbacterien. Aus diesen Versuchen schliesst Verfasser, dass die gezüchtete pyämische und septische Pilze enthaltene Flüssigkeit bei weitem weniger deletär wirkt als das Wundsecret selbst, dass daher den Bacterien in den Wundsecreten zum mindesten nicht ausschliesslich die deletäre Wirkung zuzuschreiben ist, die ihnen jetzt vielfach zuertheilt wird. Ebensowenig darf, wie Verfasser auf Grund der erwähnten microsk. Untersuchung sich ausspricht, einer bestimmten Gattung von Bacterien (Kugelbacterien-Cohn), ausschliesslich die pathogene Wirkung zugeschrieben werden. 76. Kissner spricht sich auf Grund von Experimenten noch viel entschiedener für die Unabhängigkeit der deletären Wirkung septischer Flüssigkeiten von den Bacterien aus. Microscopische Untersuchungen ergaben dem Verfasser zunächst, dass das sogenannte Microsporon septicum für septische Processe keine specifischc Pilzform sein kann; er fand es nicht nur in septischen und pyämischen Flüssigkeiten, sondern auch in peritonitischen> nicht septischem Exsudat, in Eiter aus gewöhnlichen und unbedeutenden Abscessen etc. Verfasser stellte sich nun ferner ganz bacterienfreie Filtrate von Jauche, pyämischen Eiter von Exsudat puerperaler Peritonitis dadurch her , dass er dieselbe durch einen Glastrichter, in welchem eine doppelte Lage sehr dichten Fliesspapiers sich befand, und dessen Hals mit ausgekochter Baumwolle dicht verstopft war, filtrirte. Die Einspritzung dieser Fil- trate hatte ganz denselben Erfolg wie die bacterienhaltigen Substanzen: Tod in kurzer Zeit, ebenso war der Sektionsbefund ganz derselbe: jauchige resp. eitrige Infiltration in der Umgebung der Eiustichsstelle. Verfasser glaubt daher, dass die Wirkung der inficirten Flüssigkeiten ausschliesslich auf chronischen Zersetzungsprocessen beruhe, die unabhängig von den Bacterien erfolgen. (Berliner klinische Wochenschrift. 1873. Nr. 41. S. 491.) 77. Birch-Hirschfeld. Untersuchungen über Pyämie. (Archiv d. Heilk, Bd. XIV. p. 193 usf.) Resultate dieselbe wie in Nr. 78. 78. Dr. Birch-Hirschfeld. Ueber Pyaemie. (Jahresbericht der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden. Dresden 1873. S. 85-93.) Nach Besprechung der früheren Theorien von Piorry (von dem der Name her- stammt) Virchow, Bergmann, über das Wesen der Pyaemie und der Parasiten-Theorie, der Anschauungen und Untersuchungen von Halber, Pasteur, F. Cohn. Klebs, über parasitäre Infections-Organismen, legt Birch seine eigenen Beobachtungen vor, als deren Schlüsse er folgende Sätze aufstellt: 1) Die im Eiter Pyämischer (resp. im Eiter von Wunden, die sich in Localitäten befinden, wo die Pyämie endemisch herrscht) vorkommenden Bacterien gehören derjenigen Form an, welche F. Cohn als „Kugelbacterien" bezeichnet, sie unterscheiden sich also von denjenigen Bacterien, welche in faulenden Substanzen auftreten (B. termo, lineola etc.). Zwar können auch die letztgenannten Formen im Eiter gefunden werden, doch finden sich dieselben weder überall in pyämischen Wunden, noch scheint ihr Vorkommen in massiger Zahl von erheblicher Bedeutung zu sein (leichtes septicämisches Fieber). 2) Eiter, welcher die bezeichneten Kugelbacterien in irgend erheblicher Anzahl enthält, erzeugte in geringen Dosen (selbst '/^ Tropfen) Kaninchen subcutan beigebracht, nach einer nahezu fieberfreien Incubation von 3—5 Tagenein intermittirendes oder remit- tirendes Fieber, local entsteht eine sich weit verbreitende Zellgewebsvereiterung , welche am 4. bis 14. Tage zum Tode führt. In der Lunge und der Leber der gefallenen Thiere fanden sich wiederholt metatastatische Eiterungen. Der Grad der Infectionskraft eines sol- chen Eiters ist parallel der Menge der Kugelbacterien, welche es enthält, darnach richtet sich auch die Dauer der Incubation. 3) Putride Massen (Blut, Muskelinfus.) in gleicher Menge wie die erwähnten, riQ Pilze. aber subcutau iuficirt, bewirken eine sofort nacb der Infection beginnende Temperatur- Steigerung, welche in 12—20 Stunden zur Norm herabgebt, in den meisten Fällen bleiben dann die Thiere gesund, indem sich nur an der lufectionsstelle eine Verhärtung aus- bildet. Grössere Mengen putrider Substanz erzeugen eine jauchige Phlegmone. Auch hier hängt der Grad der Wirkung von der Menge der Bacterien (bes. Bact. termo) ab, welche in der inficirten Substanz enthalten war. 4) Pyämischer Eiter, welcher im frischen Zustande stark inticirte, verliert bereits nach lOtägigem Stehen seine specifische Wirkung, bei weiter fort2:eschrittener Fäulniss ruft er die Erscheinungen putrider Vergiftung hervor; dieselbe Wirkung zeigt ein Eiter, welcher frisch bereits zahlreichere Individuen von B. termo enthielt, doch kann derselbe, wenn er zugleich Kugelbacterien enthält, später noch das Bild der erwähnten pyämischen Infection hervorrufen. 5) Reichliche Kugelbacterien im Wundsecret deuten auf die drohende Gefahr der Pyämie, doch hängt das Eintreten derselben, resp. der schnellere oder langsamere Verlauf davon ab, ob die localen Verhältnisse der Wunde die Resorption begünstigen oder hindern. Erische Amputationswunden scheinen in dieser Beziehung die schlechtesten Verhältnisse darzubieten. 6) Bei rapidem Verlauf der Pyämie und entsprechend der Schwere der Infection finden sich Kugelbacterien im Blut, welche zum Theil den weissen Blutzellen anhaften. Bei langsamerem Verlauf (also bei ungünstigen Resorptionsbedingungen) ist die Zahl der im Blut vorhandenen Bacterien stets eine geringere. Es ergibt sich aus diesen Sätzen: I. dass die Pyämie und die Septicämie, insofern man letztere mit der putriden Infection identificirt, verschiedene Processe sind. II. Für die Pyämie besteht ein entschiedener Parallelismus zwischen dem Auf- treten der Kugelbacterien im Wundsecret und Blut mit den localen und allge- meinen Symptomen der Infection. (Die Debatte über diesen Vortrag ebendas. (S. 101—107) liefert nichts Neues.) 79. Obermeier (Berliner klinische Wochenschrift 1873, Nr. 13, S. 152) macht in der Berliner medicinischen Gesellschaft, Sitzung vom 26. Febr. 1873 die Mit- theilung, dass er im Blute von Recurrens-Kranken fadenförmige Gebilde mit grosser Con- stanz beobachtet habe. Schon bei der im Jahr 1867—68 in Berlin herrschenden R.-Epi- demie habe er sie bemerkt, habe aber jetzt die Ueberzeugung gewonnen, dass sie specifisch und constant bei diesem Krankheitsprocess seien. Nur im Fieberanfall treten sie auf und verschwinden gegen die Zeit der Krisis. — Es sind unmessbar dünne, ungegliederte Fäden, die in fortwährender schwingender und spiraliger Bewegung begriffen sind. 80. Derselbe (Berl. Medic. Ges. S. vom 26. März und Berl. klinische Wochenschrift 1873. Nr. 83. S. 391) berichtet über die an einigen 20 Recurrens-Kranken neuerdings angestellten Beobachtungen. Er erklärt den Befund der fadenförmigen Gebilde für specifisch für die Fieberzeit des Recurrens. Er beschreibt sie sehr ausführlich und erklärt sie für eine Spirochaete (Cohn), 81. Derselbe (Medic. Ges. S. v. 11. Juni. Berl. kl. W. 73. S. 455) macht darauf aufmerksam, dass zum Leben der Spirochaete alualische oder neu- trale Beschaffenheit der Flüssigkeit und Anwesenheit von atmosphärischer Luft nöthig sei und bestreitet die von M. Wolff aufgestellte Behauptung, dass Sp. in faulenden Flüssig- keiten vorkomme. 82. Prof. Ferd. Cohn (Sitzungsberichte der schlesischen Gesellschaft für vaterl. Cultur. Naturw. Sect. 26. März 1873, berichtet über die seit 4 Decennien beobachteten Krankheiten der Seidenraupen. Es sind 3 verschiedene Epidemieen, 1) die durch Botrytis Bassiana, 2) die durch Nosema Bombycis, 3) die jüngste seit 5 Jahren bekannte Krankheit : Schlafsucht, flacciderma, morts-flats , bei Pilze. 71 welcher Pasteur Bacterien im Darme und Habcrland Krystalle in den Malpighisclieu Ge- fässeu o-efimdeii. Vortragender ist mit Untersuchung der letzten Krankheit beschäftigt. Anknüpfend hieran bestätigt er die Obermeier'sche Entdeckung über das Vor- kommen von Spiralfäden im Blute von Recurrens-Kranken. Er hat sie im Blute von R.-Kranken im Breslauer Allerheiligen-Hospital gesehen und für Spirochaete erkannt. Ob sie identisch sind mit Sp. plicatilis, die er vor 20 Jahren in Teichschlamm und im vorigen Jahre im Zahnschleim fand, bleibt unentschieden. 83. Franz Engel, üeber die Obermeier'schen Recurrens-Spirillen. (Berl. klin. Wochschr, 1873. Nr. 35. S. 409-412.) Bei 18 auf der Frerichsschen Klinik in Berlin behandelten Recurrens-Kranken wurde das Blut in 25 Anfällen untersucht. Während des Anfalls wurden die Spirillen aus- nahmslos, in der fieberfreien Zeit niemals gesehen. Sie sind blass , homogen, ungetheilt, ihre Länge beträgt das 6-26fache eines rothen Blutkörperchens. Sie sind korkzieher- artig gewunden. — Sie bewegen sich in dreifacher AYeise, 1) in wellenförmiger Schlängelung in der Längsrichtung des Fadens, 2) durch Biegungen der Axe, 3) in langsamerer Orts- bewegung. Man sieht sie zuerst 12—14 Stunden nach dem ersten Auftreten der Krankheit, dann 1-4 Tage hindurch, 24 Stunden nach dem Beginn des ersten Anfalls sind sie sicher zu sehen, 24 Stunden vor dem Anfall sicher verschwunden. Die Zahl und Grösse der Spirillen steht im Connex mit der Intensität des An- falls. — Jnfectionen von spirillenhaltigem Serum in das Blut von Hunden ergaben keinen Erfolg. — Wie die Sp. verschwinden ist unbekannt; in den Secreten der Haut, Speicheldrüse und Nieren finden sie sich nicht. In defibrinirtem Blute, ebenso in Kochsalzlösung hielten sie sich 1-2 Tage, ver- längerten sich sogar. — Chinin, Carbolsäure, Kali hypermang, Jod, verdünnte Kalilauge hoben die Bewegung nicht auf, dagegen erlischt dieselbe durch Zusatz von Glycerin, und Lösungen von Hydrarg muriat. und Hg. nitricum 1 : 3000. 84. Dr. Weigert (Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur. Medic. Sect. Sitzung vom 12. Sep- tember 1873) berichtet über seine Erfahrungen in Betreff der Obermeierschen Recurreusfäden. Er be- stätigt die Beobachtungen des Entdeckers durchaus. Er fand die Fäden mehrmals un- mittelbar beim Beginn der Temperatursteigerung. In den Leichen fand er sie nie. — Die Fäden besitzen eine sehr geringe Resistenz gegen Reagentien, Kalilauge macht sie augenblicklich verschwinden, selbst destillirtes Wasser hebt die Bewegung sofort auf. 85. Letzerich. Ueber die Lungenmycose beim Keuchhusten. (Virchow's Archiv. Bd. LVU. Heft 3 u. 4.) Als Ursache des Keuchhustens sieht Verfasser einen die Schleimhaut des Kehl- kopfes und der Luftröhre überziehenden Pilz an. Bei Kindern, die an Complicationen des Keuchhustens gestorben, finde sich der Pilz, der zarter als der Diphteritis-Pilz sei , in den Lungenalveolen. — Chiningebrauch (local) wird als sehr wirksam empfohlen, da dadurch dio Pilze getödtet wurden. Wenn dasselbe 8—10 Tage angewendet worden war, war in allen Fällen keine Pilz- oder Sporenbildung in dem Auswurf zu finden, das einzig sichere Zeichen der Heilung. 86. Derselbe (ebeudas. Bd. LVIII. Taf. 8 und Tagebl, der Naturforscher-Vers, zu Wiesbaden. N. 6. p. 70) theilt seine Beobachtungen mit über die Einwanderung und Verbreitung des Diphtherie- pilzes durch die Epithelien hindurch in die Gewebe, Gefässchen und Follikel der Schleim- haut. Er findet sie ganz analog mit dem bekannten Eindringen der Blattpilze durch die Oberhaut der Pflanzen (i. nach C. M. Richter Nr. 33. S. 198.). 87. Dr. A. Burkart. Ein Fall von Mycosis intestinatjs. (Berl. kl. Wochenschr. 1873. Nr, 13. S. 145-148.) Ein Kranker war im Katharinenhospital in Stuttgart fast unter den Symptomen 72 Pilze. f, der Cholera gestorben. Schon bei deu Darmontleerungen des Kranken waren eine Masse Pilzelemente aufgefunden worden. Bei der Section fanden sich in dem Darm, in den Epi- thelien desselben, in den Venen und den geschwellten Lymphdrüsen zahllose theils freie, theils in Klumpen zusammengeballte Bacterien und Micrococcen. — Der Fall wird mit anderen ähnlichen Fällen , die von Waldeyer, Buhl, v. Recklingshausen und Wahl beobachtet worden sind, verglichen. 88. B. Fraenkel (Berlin, medic. Gesellschaft. Berl. kl. Wochschr. 1873. Nr. 8. S. 94) stellte einen Fall von gutartiger Mycosis des Pharynx vor. Weisse Erhabenheiten auf Tonsillen und Zungengrund bestanden aus bewegten runden Körperchen und Stäbchen. — Der Fall hätte mit Diphterie verwechselt werden können. 89. Pastenr. Note relative ä un Rapport de M. Cornalia sur les edacations de ver ä soie en 1872. (Compt. rend. B. 77, p. 461-463.) 1872 war durch den regnerischen Mai und Juni sehr ungünstig für die Seiden- cultur, aber die Verbreitung der Corpuskel-Infection hat seit 1867, dem ersten Jahre, seitdem man in Italien die von P. vorgeschlagene selection cellulaire anwendet, bedeutend abgenommen: „keine Zucht mit graine cellulaire hat durch Pebrine gelitten. Nur durch Flacherie wurden einige Opfer gefordert." In Japan dagegen hat die Corpuskel-Krankheit zugenommen. „Die Verbesserung der Seidenzucht verdankt man der ausgebreiteten An- wendung des Mikroskops und der fortgesetzten selection cellulaire." 90. Raulin. Sur la maladie des vers ä soie. (Ebd. S. 471—473.) Der Verfasser beschäftigte sich damit, festzustellen, welchen Einfluss das Aus- kriechen der Seidenraupen in bestimmten Jahreszeiten auf die Krankheit der morts-flats hat. Raupen, die im Juni ausgekrochen, starben an Flacherie; erst die, welche nach*dem 15. August ausgekrochen, bilden wieder Coccons. Die Sterblichkeit der Raupen an Flache- rie je nach der Zeit, in der sie ausgekrochen sind, lässt sich durch eine Curve ausdrücken, die am 15. April am geringsten, am 15. Juni am grössten. — Diese Thatsachen recht- fertigen den Gebrauch , die Eier so früh wie möglich im Jahre zur Incubatiou zu legen, und zeigen, warum man auch im Herbst Erfolg in der Zucht haben konnte. Mycologische Angaben werden nicht gemacht. 91. Gibelli, Maestri e Colombo. Esperienze sulla Propagazione artiüciale dei Corpuscoli del Cornalia. (Rendiconti del R.-Instituto Lombarde Ser. IL Vol. VI fasc. XIV 8 S.) Die Verfasser stellten im Laboratorium für kryptog. Botanik zu Parma Versuche an, um festzustellen, ob Seidenraupen, welche mit Pleospora herbarum inficirte Maulbeer- blätter verzehrten, an der Corpuskelkrankheit erkranken würden. Die zur Fütterung bestimmten Blätter wurden mit Pleospora herbarum (Schlauchfrucht), Cladosporium herba- rum, Fumago salicina, Rhizopus nigricans und mit zerriebenen Seidenraupen, die an Pe- brine zu Grunde gegangen waren, bestrichen und diese 5 Proben in 5 verschiedenen Ab- theilungen Raupen zur Nahrung gegeben, die man für völlig gesund halten konnte. In keinem Falle bildeten sich im Innern des Raupenkörpers Cornaliasche Körperchen. Der Unterschied dieser Körperchen von den Stylosporen von Pleospora herb, wird genauer ausgeführt. Es gelang den Beobachtern durch mehrere Monate hindurch fortgesetzte Culturen bei Ersteren nie eine Spur von Keimung zu erzielen. Neu aufgestellte Arten. Myconostoc gregarium Cohn. (45.) Auf der Oberfläche des Wassers schwimmende, zu Gallertmassen vereinigte Kugeln aus verschlungenen Bacterienfäden gebildet. Calothrix dichotoma Cohn, (Ds.) Farblose Leptothrix-Fäden , durch falsche Dichotomie wie Scytonema und Rivularia scheinbar dichotom verzweigt. Pilze. 78 VII. Phycomycetes. Chytridieae. 92. P. Magnus. (Sitzimgsber. der Gesellsch. naturf. Freunde zu Berlin v. 19. Nov. 1872.) Magnus fand in den Wurzelhaaren von Ceramium flabelligerum und C. acantliono- tum ein CTiyti'idium, das er Ch. tumefaciens nennt, zu 1—6 in einer Näbrzelle. Es gehört zu Olpidium A. Br., ist kuglig, von Ch. sphacelarum Kny morphologisch nicht zu unter- scheiden. Zur Entleerung der Zoosporen sendet es 1—2 Fortsätze durch die Wand der Nälirzelle. Einmal wurde das Einschlüpfen der Zoosporen in die Nährzellen beobachtet.— Ch. sphacelarum beobachtete Vortr. häufig bei Helgoland auf Cladostephus spongiosus und auf Sphacellaria cirrhosa bei Apenrade, Ch. Plumulae F. Cohn auf Callitharaniura Plumula bei Roesnaes auf Seeland. — Auf CoUithamnium sind die Chytridien sehr verbreitet, von vielen früheren Beobachtern abgebildet, aber verkannt, für Sporen oder Antheridien der Nährpflanzen gehalten worden. 92 b. J. Schroeter (22 No. 1656). Auf Oenothera biennis fand S. bei Rastatt reich- lich ein Synchytrium, dessen Entwicklung, Schwärmsporen- und Dauersporen-Bilduug ver- folgt wurde. Es steht in jeder Beziehung dem Synch. Taraxaci De By. et Wor. nahe , es gelang aber nicht, mit Schwärmsporen von Synch. fulg. Pflanzen von Taraxacum zu inficiren. Saprolegnieae. 93. Max Cornu. Monographie des Saprolegniees. (Annal. d. Scienc. nat. Bot. V. Ser. T. XV. Par. 1872. p. 5—198, pl. 1—7.) Verfasser stellt im ersten Theile der Abhandlung das zusammen, was bisher über Systematik und Biologie der Saprolegniaceen bekannt wurde und theilt dabei seine eigenen neuen Beobachtungen mit. Nach der Art der ungeschlechtlichen Fortpflanzungsorgane bringt er sie in zwei Gruppen, a) Saprolegnieen ohne Einschnürungen: Saprolegnia, Achlya, Aphanomyces , Dictyuchus , Pythium , und b) solche mit Einschnürungen : Leptomitus, Achlyogeton, Myzocytium, Rhipliidium n. gen., Monoblepharis n. gen. Die letztere Form unterscheidet sich von allen anderen äcliten Saprolegnieen dadurch, dass die Schwärmsporen nur eine Cilie haben, und dass die Zellwände keine cellulose Reaction zeigen. Die Vor- gänge bei der Bildung der geschlechtlichen Sporen werden mit grösster Ausführlichkeit behandelt, die Bedeutung der sogenannten Vacuolen bei den vielsporigen Saprolegnieen vor der Ausbildung der Gonospbären wurde durch die Beobachtung nicht aufgeklärt, doch fest- gestellt, dass sie nicht die Kerne der künftigen Sporen bilden, denn ihre Zahl entsprach bei directer Beobachtung eines Oogons nicht der der später entwickelten Sporen. Der Befruchtungsvorgang wurde bei Pythium gracile Schenk., durch anhaltende Beobachtung in Zwischenräumen von wenigen Minuten untersucht. Es konnten keine Antherozoiden be- merkt werden, der Inhalt des einzelnen Antheridiums entleerte sich allmählich im Verlauf einiger Stunden und die Ausbildung der Gonosphären zu Sporen beanspruchte etwa einen Tag. Die Theorie von Pringsheim über die Befruchtung der Achlya dioica wird bekämpft und dann ein eigenthümlicher Befruchtungsvorgang bei Monoblepharis geschildert. Hier entstehen Antherozoiden in kleinen gesonderten Sporangien, sie haben die Form von Zoo- sporen und befruchten die Gonosphäre , indem sie mit ihr verschmelzen. Es bildet sich nur eine Spore im Sporangium. Nach der Gestalt*' der Sporangien und der Stellung der Antheridien werden zwei Arten: M. sphaerica und M. polymorpha unterschieden. Die Frage über den Befruchtungsvorgang bei den Saprolegnieen, die keine Seiten- äste tragen, wird nicht entschieden, doch denkt sich Verfasser denselben so, wie er ihn für Monoblepharis schildert. — Keimung der Oosporen beobachtete Verfasser reichlich bei Saprolegnia spiralis, einmal bei Apodya (Leptomitus) brachynema. Im zweiton Theile der Abhandlung werden die verschiedenen Chytridineen bespro- chen, welche parasitisch auf Saprolegnieen leben. Dieselben werden in drei Gruppen ge- ordnet. 1) Arten, wo die einzelnen Parasiten ganz frei sind : Olpidiopsis. 2) Alten, wo sie mit der Wand ihres Wirthes verwachsen sind : Rozella. 3) Arten, wo sie untereinander zu Sori vereinigt sind, wie bei Synchytrium: Woroninia. Die Zoosporen sind bei allen diesen 74 Pil«e. parasitischen Arten gleichartig, stähchenförmig, ohne Kern, am hinteren Ende mit einer einzigen Cilie versehen, in blossem Wasser keimen sie nie. In ihren Jugendzuständen liegen die Parasiten als membranlose Protoplasmakörper in dem Protoplasma ihres Wirthes, und gleichen so den Plasmodien der Myxomyceten. Auch durch die Form und die eigen- tliümliche Bewegung der Zoosporen, welche schliesslich amöbenartig wird, erscheinen die Chytridiaceen als nahe Verwandte der Myxomyceten. Die Dauersporen sind mit einer braunen, mit Wai'zen besetzten Haut umgeben. C. glaubt aus der Analogie mit Algen und Saprolegniecn, besonders Monoblepharis , schliessen zu dürfen, dass diese Art der Sporen durch Befruchtung gebildet wird, welche vielleicht, wie bei Pandorina, in einer Copulation der Schwärmsporen besteht. Er hält es für wahrscheinlich, dass die Copulation eintritt, nachdem die Schwärmsporeu in die Nährpflanze eingedrungen sind. Darauf hin deutet er eine Beobachtung, die er an Synchytrium Stellariae machte. Er sah sehr oft in einer Nährzelle zwei junge Synchytriumkörper, später war nur einer vorhanden , aus dem sich die Dauerspore bildete. Bei Olpidiopsis findet man auch an den reifen Dauersporen eine kleine leere Zelle angeklebt, welche vielleicht als Antheridium zu deuten ist. Bei Beschreibung der einzelnen Gattungen und Arten bemüht sich C. besonders ausführlich die parasitische Natur dieser Organismen nachzuweisen gegenüber der Annahme, dass man sie für Organe der Nährpflanze halten könute. In Rozella wird ein merkwüi-diges Beispiel aufgeführt, dass die Zellwand eines fremden Organismus mit der seines Wirthes so vollständig verschmilzt, dass Beide nur als eine Schicht erscheinen. Eozella septigena ist nach der Darstellung des Verfassers ein Parasit in Saprolegnia, dessen Sporangien den Fäden der Nährpflanze das Aussehen geben, als ob er durch Quer- wände getheilt wäre. Sie sind es besonders, die früher für Antheridien erklärt wui'den. Sie ähneln in mancher Beziehung dem Olpidium simulans De By. et Wor. in den Zellen von Taraxacum oö". Bei Woroninia werden die Sori ganz wie bei Synchytrium durch Theilung eines Plasmakörpers gebildet. Die gemeinschaftliche Haut verschmilzt mit der Membran der Nährpflanze. Durch eiue Papille entleeren sie sich. Bei den Sori von Synchytrium Stellariae fand C. ebenfalls eine kreisrunde Stelle in der gemeinschaftlichen Membran, die durch Chlorjodür röthlich gefärbt wurde. Er hält dieselbe für eine Papille , welche dazu dient, die Membran der Nälu-zelle zu durchdringen. C. schliesst seine Untersuchung mit folgenden Betrachtungen : Wir können schlies- sen, dass die geschlechtliche Fortpflanzung bei den Saprolegnieen nur nach zwei Typen vor sich geht. In einem Falle erfolgt die Befruchtung durch Seitenäste, im anderen durch Antherozoiden, die den Schwärmsporen ähnlich sind. — Von einem etwas allgemeinen Standpunkte aus betrachtet sind beide Typen kaum verschieden, bei dem einen wird das unbewegliche männliche Element durch das männliche Organ in die Gonosphäre ergossen, bei dem anderen ist es mit Cilien versehen, dringt ohne Hülfe eines Organes in das Oogo- nium und senkt sich in die Gonosphäre. In beiden Fällen ist das männliche Element plasmatisch; es bewirkt, dass sich um die Gonosphäre eine Cellulosemembran bildet und dass sich diese Kugel in eine Oospore verwandelt. 94. N. Pringsheim. Weitere Nachträge zur Morphologie uod Systematik der Saprolegnieen. (Pringsh. Jahrb. f. wissensch. Bot. Bd. IX. Heft 2. S. 191-234. Taf. XVII-XXII.) Die Erfahrungen, welche Pringsheim seit seinen letzten Veröffentlichungen über die Saprolegnieen (1857) über diese Familie gesammelt, theilt derselbe zur Klärung der viel- fach inzwischen aufgestellten Ansichten mit. Er theilt den Stoff in di-ei Abtheilungen: 1) lieber die Parthenognensis bei den Saprolegnieen. — Bei den Saprolegnieen ohne Nebenäste war die Befruchtung lange zweifelhaft geblieben. Die Gebilde, welche P. früher für männliche Organe derselben ansah, erkennt er jetzt ebenfalls für Parasiten. Jetzt er- klärt er die S. ohne Nebenäste für parthenogentische Formen der Arten mit Nebenästen. Die Form, welche vielsporige und durchlöcherte Oogonien besitzen, werden sämmtlich zu Saprolegnia ferax vereinigt, mögen an ihnen männliche Aeste vorkommen oder nicht, es finden sich alle Uebergänge zwischen ihnen. Die Löcher in den Sporangien haben nicht den Werth von Eintrittsstellen für Samenkörper. Es giebt eine Form, Jjei der sich unmittelbar unter dem Oogonium eine Zelle bildet, die befruchtende Aeste durch die Scheidewand in das Pilze. 75 Oogoniura schickt; bei anderen Formen wachsen die Ooj^onien in aiideroil Schlauchen von ihrer Membran dicht umhüllt, und die Sporen reifen dennoch. — Unzweifelhafte Fälle von Parthenogenesis finden sich bei Achlya polyandia Ilild., deren Oogonien undurchlöchert sind. Auch hier finden sich Uebergänge von Formen mit reichen Nebenästen zu dentni, wo diese ganz fehlen, und bei diesen reifen die Sporen dennoch und keimen auch. Ein Unterschied zwischen den befruchteten und nicht befruchteten Oosporen findet sich niclit. Beide haben einen kleinen, excentrischen vacuoleartigen Fleck (kein Zellkern). — Aus den parthenogenetischen Sporen sowohl als aus den befruchteten gehen Scliwärmsporeu-Genera- tionen hervor, die sich nicht unterscheiden lassen. — Die parthenogenetischen Oosporen keimen früher als die befruchteten, oft ohne jede Ruhepause. — Verfasser hält es für annehmbar, dass bei manchen Cryptogamen Parthenogenesis ohne begleitende sexuelle Zeu- gung vorkommt. Spirogyra mirabilis Hassal, Cyclotella, Orthosira, Melosira scheinen rein parthenogeuetische Arten zu sein. Unter den Saprolegnieen scheint Leptomitus hierher zu gehören, denn L. brachynema Hild., (viell. nur fructificirender Zustand von L. lacteus) bildet Oosporen, ohne dass er Nebenäste besitzt. 2) Ueber die Bedeutung der hellen Stellen im Protoplasma der Oogonien und übeir den Modus des Befruchtungsactus bei Saprolegnia und Achlya. Die Beobachtungen über die bezeichneten hellen Stellen, sowie über die fraglichen. Samenkörper machte Verfasser an Saprolegnia ferax, Achlya prolifera und Achlya racemosa. Die charactej istischen Eigenthümlichkeiten der letzteren Art (zu der er auch A. lignicola Hild., rechnet) findet er in der constant tiefern Färbung der Oogoniummembran und darin, dass die Nebenäste immer dicht unterhalb des Oogoniums oder aus dessen unterem Theile selbst entspringen. Uebergänge zu den anderen Arten werden auf Bastardirung zurück- geführt, die er direct beobachten konnte. — Bei allen drei Arten finden sich die hellen Stellen, und zw;ir unmittelbar an der Peripherie unter der Oogonienwand. an den Punkten, wo sich später Löcher, Papillen, auch wohl stärker hervortretende sterile Aeste bilden,, sie sind weder Kerne noch Vacuolen, sondern von Protoplasma leere Stellen, in welchen dje inneren Schichten der Oogonienwand Zweige durch die äusseren Schichten zu treiben be- ginnen, diese stellen weibliche Cooulationsäste dar, die sich mit den Antheridien copuliren. Gewöhnlich erfolgt die Copulation, indem das Antheridium die äussere SporangiumwanA durchbricht, ehe der warzenförmige weibliche Copuhitionsapt aus der Wand hervorgetreten ist, der dann verschwindet, wenn er nicht befruchtet wird, seltener wächst dieser zit Papillen aus. Bei den Arten mit durchlöcherten Oogonien brachen die Copulationswarzen an der Spitze auf und bilden so die Löcher. Nur wenn das Antheridium mit einer Co- pulationswarze zusammengetroffen ist, sendet es einen Befruchtungsschlauch in das liniere des Oogoniums. Die Wand der Copulationswarze . die vom Antheridium berührt wird,. wird resorbirt. Dieses schickt also, ohne weiter eine Membran durchbohren zu müssen, seinen Befruchtungsschlauch in's Innere, welcher bis zur Oospore vordringt, sich aber nie mit Sicherheit in das Innere derselben verfolgen lässt. Verfasser hält es, gegenüber Cornu, für sehr wahrscheinlich, dass sich die Befruchtungsschläuche in unmittelbarer Nähe der Oospore an ihrer Spitze frei öffnen und ihren Inhalt hervortreten lassen. Ausser einigen anderen Umständen spricht dafüi- das Verhalten der ausserhalb der Oogonien gebildeten Schläuche, wie sie sich an Antheridien bilden, die sich an kein Oogonium angelegt haben, aber auch an ganz normalen Antheridien, an der vom Oogonium abgeweiideten Wand; hier sieht man direct, wie der Schlauch sich an seiner Spitze öffnet und der Inhalt stossweise mit Gewalt herausgeschleudert wird. — Die überaus kleinen Körperchen des Inhalts hält Verfasser unbedingt für die. den Samonkörpern entsprechenden, befruchtenden Elemente. Der ganze Befruchtungsvorgang cr^c^'^int als eine Zwischenbildung zwischen Zeugung ver- mittelst ganz vollständiger Spermazoiden und Copulation. Als Analogon für die Copulationswarzen führt Verfasser den eigenthümlichen Be- fruchtungsschlauch bei Oedogonium ciliatum auf, den er jetzt für einen rudimentären weib- lichen Befruchtungsschlauch erklärt. Am nächsten steht dieser Befruchtung der Vorgang bei Dudresnaya. Bei beiden entstehen nach der ersten Copulation erst die wahren Befruchtungsschläuche. 76. Pilze. 3) lieber Dictyuchus Leitg. und Diplanes Leitg. und die generische und specifische Abgrenzung der Saprolegnien-Formen überbaupt. Das Vorbandensein oder Feblen von Nebenästen bedingt keine Speciesunterscheidung. Ebenso ist es eine nicbt specifische Ei- geuthümlichkeit, dass sich die männlichen' Aeste oft sehr verlängern, ja ganz auf anderen Individuen als die Oogonien entstehen. Diplanes Leitg. und Dictyuchus Leitg. scheinen gewiss keine selbstständigen Gat- tungen zu sein. Die Häutung der Zoosporon ist von ganz unwesentlicher Bedeutung und erfolgt unter wechselnden Formen. Zellnetz-Sporangieu und gewöhnliche Achlya-Sporangien finden sich ganz sicher an demselben Faden und zwar erstere auch bei Achlya polyandra, A. racemosa und Sapr. ferax. Dictyuchus- und Diplancs-Formen werden nur als ein Bei- spiel auftretender Dimorphie der Zoosporenbildung bei den Saprolegnieen und daher nur als eine zweite Form der Achlya- und Saprolegnia-Species, zu denen sie gehören, betrach- tet. — Die Form der Sporangien und Oogonien bedingt ebenfalls keine specifische Unter- scheidung. — Bei allen Arten kann es ebenfalls eintreten, dass die Sporangien steril blei- ben und dabei die seltsamsten Formen annehmen, sich isoliren und wieder auskeimen. Diese Gebilde werden als Reihen- und Dauersporangien bezeichnet. — Bei Pythien traten dieselben Reihen- und Dauersporangien auf. Achlya und Saprolegnia sind wohl fest und sicher begrenzte Gattungen. Es gelang dem Verfasser nie, aus vorsichtig übertragenen Schwärmsporenköpfchen von Achlya eine Saprolegnia-Form zu erzielen, es bildete sich immer nur wieder Achlya. ' Ebenso constaut hielten sich die Gattungen bei der Keimung der Oosporen. — Die Keimung eifolgt in zwei verschiedenen Weisen. Es bilden sich entweder kleine Pflänzchen, die am Fadenende oder an Seitenästen Sporangien bilden, oder der Keimschlauch bildet sich direct in ein Sporangium um. Auch in diesem letzteren Falle entleerten sich bei Sa- prolegnia die Sporen einzeln, während sie bei den Keimschläuchen der Achlya-Sporen als Köpfchen vor der Mündung liegen blieben. Ob die Befruchtung einen Einfiuss auf die Bestimmung der verschiedenen Keimungs- weisen hat, ist unbestimmt, doch bilden sich aus den unbefruchteten Sporen, die schon kurz nach ihrer Bildung keimen, immer nur Sporangien. Schliesslich fasst Verfasser das Resultat seiner Untersuchungen in folgende Sätze zusammen : I. Der männliche Geschlechtsapparat der Saprolegnieen wird in der ganzen Fa- milie in wesentlich gleichartiger Weise von den bekannten, an die Oogonien herantretenden oder ihnen ursprünglich schon anliegenden Antheridien gebildet. IL Diejenigen Saprolegnieen, welchen sowohl männliche Aeste als anliegende Antheridien fehlen, sind nicht — wie mau bisher annahm — besondere Arten mit abweichendem Befruchtungsacte , sondern parthenogenetische Formen, deren Befruchtungskugeln ohne Befruchtung reifen und keimen. III. Es existirt bei den Saprolegnieen nur eine Art von Befruchtungskugeln , d. h. die sich parthenogenetisch entwickelnden und die später befruchteten sind identisch und zeigen keinerlei ursprüngliche Differenz. Die parthenogenetisch entstandenen Oosporen keimen aber früher und leichter als die befruchteten. IV. Der eigentliche Befruchtungsvorgang der Saprolegnieen geht mit alleiniger Ausnahme der niedrigsten Glieder der Familie über die einfache Copulation hinaus. Er ist ein combiuirter Act, zusammengesetzt aus einer Copulation der Antheridien mit eigenthümlichen, in vielen Fällen nur rudimentären, weib- lichen Copulationswarzen oder Copulationsästen und dem davon getrennten, eigentlichen Befruchtungs vorgange zwischen Befruchtungsschläuchen und Be- fruchtungskugeln. V. Eine Reihe untergeordneter Eigenthümlichkeiteu bei der Bildung und Ent- leerung der Zoosporen, die zu Gattungsmerkmalen erhoben worden sind, -be- gründen weder generische noch specifische Differenzen, sondern sind Andeu- tungen einer bei einigen Species auftretenden, bald mehr, bald weniger Pilze. y^ Constanten Dimorphie, die sich in den verschiedenen Reifungsstadien der Zoosporeuentwicklung ausspricht. VI. Ebenso können die verschiedensten Formen der Geschlechtsvertheihing bei derselben Species auftreten. Sie sind daher gleichfalls nicht als Species- charactere verwendbar. Mucorineae. Hefe. 95. Van Tieghem et G. Le Monnier. Recherches sar les Mucorinees. (Ann. d. Scienc. nat. V. Ser. Bot. T. XVII. p. 261-399. PI. 20-25.) Die Culturen für die vorliegenden Untersuchungen wurden in doppelter Weise an- gestellt. Erstlich wurden die Aussaaten im Grossen bei reichlichem Nährstoff ohne be- sonderen Schutz gemacht, sodann die einzelnen Sporen in einer geschlossenen Zelle in ihrjer ganzen Entwicklung verfolgt. Dabei wurden verschiedene Lösungen: Orangensaft, ange- säuerte Zuckerlösung, Mistabkochung, Lösung von anorganischen Nährsalzen als Nähr- stoffe zugesetzt. Es stellte sich heraus, dass die verschiedenen Nährstoffe durchaus keinen Einfluss auf die Umwandlung der Formen ausüben. Ein Polymorphismus der Muco- rineen, wie ihn manche Autoren annehmen, besteht überhaupt nicht. Die verschiedenen Fruchtformen, welche in den Entwicklungskreis von manchen Mucor- Arten gezogen wurden stammen von Verunreinigungen. An zwei Beispielen wird dies gezeigt, Mucor romanus Carnoy (der für identisch mit Phycomyces nitens Kunze erklärt wird), hat nach Carnoy eine grosse Reihe von Nebenformen, besonders eine Botrytisf orm , die bei der Aussaat auf Orangen nicht wieder Botr., sondern Mucor hervorbringt. Dies erklärt sich daraus, dass Botrytis-Sporen in Orangensaft überhaupt nie keimen, bei gemischter (verunreinigter) Aus- saat von Mucor und Botrytis entwickelt sich also hier nur reiner Mucor. Ebenso werden die Metamorphosen, welche Klein bei Piloholus beobachtet hat, durch Verunreinigung der Culturen erklärt. Ueber allgemeine Wachsthumsverhältnisse der Mucorineen wird besonders Folgen- des angeführt: Das Mycelium entsteht immer aus einer ungeschlechtlich gebildeten Spore, die geschlechtlich gebildete Spore bildet, wie bei den meisten anderen Pilzen und den Mus- cineen direct einen ungeschlechtlichen Fruchtkörper. Das Mycel ist einzellig, erst bei der Entleerung des Protoplasma's treten Scheidewände auf. Manchmal heftet es sich an andere Pilze an und lebt als Parasit, doch ist der Parasitismus nur facultativ, niemals zur Vege- tation noth wendig. Alle Mucorineen bilden ungeschlechtliche Sporangien, die bei einzelnen Gattungen oft sehr zahlreiche (bis 50,000) Sporen (Mucor , Phycomyces) , bei an- deren eine Reihe von Sporen enthalten (Piptocephalis, Syncephalis), bei anderen endlich einsporig sind (Chaetocladium). Eine andere Form ungeschlechtlicher Früchte sind die Chlamydosporen , die im Mycel, bald am Ende bestimmter Aeste, bald in der Continuität der Mycelfäden gebildet werden. Die Oosporen bilden sich durch Copulation zweier Aeste, indem am Ende von jedem eine Oosph. entsteht, die verschmelzen uhd sich mit einer zarten Haut umgeben. Die Membran der Copulationsäste bleibt erhalten und überzieht die Zygo- spore. Um zu keimen, muss die Oospore ausgetrocknet sein und eine Ruhepause gehabt haben. Sie bilden bei der Keimung direct einen ungeschlechtlichen Fruchtkörper. Die Fruchtfolge von Oosporen (0), Sporangien (S), Mycelium (M) und Chlamydosporen (Ch), lässt sich folgendermassen darstellen: f S. M !S. M. { l Ch. M f S. M Ch. M. J I Ch. M Nicht bei allen Mucorineen sind alle drei Fruchtformen bekannt, bei allen kennt man Sporangien (Mucor - Früchte) , bei sehr vielen die Zygosporen noch nicht. Daher ziehen Verfasser die Bezeichnung Mucorineen dem Namen Zygomycetes vor. Zwischen Chlamydosporen und Zygosporen scheint eine Art ausschliessendes Verhältniss zu bestehen. Da wo man Zygosporen kennt (Sporodinia, Mucor fusiger, Mucor Mucedo, ßhizopus, Phy- 7g Pflze. comyces, Chaetocladium, Piptocephalis) hat man noch keine Chlamydosporen, dagegen dort, wo mau diese aiigetroften (Pilobolus, Mortierella, Mucor bifidus) noch keine Zygosporen gefunden. Speciell wird zuerst Phycomyces nitens Kunze besprochen. Er findet sich durch- aus nicht blos auf öligen Substanzen, sondern z. B. auch auf Mist, in Cochenillelake. Die ungeschlechtlichen Sporen verlieien sehr bald (schon nach 3 Monaten) ihre Keimfähigkeit. Daraus erklärt sich die Seltenheit und das schnelle Verschwinden des Pilzes an Orten, wo er keine Zygosporen bildet. Die Spore schwillt vor der Keimung auf das Doppelte ihres Volumens au und bildet dann ein Mycel, das sich durch zahlreiche Luftäste und dichte, dornigen Haaren ähnliche Aeste auszeichnet. Die Fruchtäste bilden sich bündelweise aus keulig angeschwollenen Zweigen, und haben am Grunde gewöhnlich kurze, wurzelartige Fäden. Die Länge der Sporangienträger ist je nach dem Alter der Culturen, die sich nach und nach erkräftigeu, verschieden und erreichte selbst in den Zellculturen 7—8 Centimeter, bei der Cultur im Grossen 30 Centimeter. Die Sporaugien können bis 1 Mm. breit werden, die Zahl der Sporen beträgt bis zu 80,000. Die Zygosporen wurden nur an dem in Coche- nillelösung wachsenden Pilze gefunden. Sie bilden sich am Mycel au kurzen Aesten, die am Grunde eine Strecke weit aufrecht neben einander verlaufen, dann sich zangenförmig gegeneinander krümmen und mit den Enden berühren. An der Membran der beiden Träger- zelien bilden sich dornige, mehrfach dichotom verzweigte Stacheln, welche schliesslich die Zygosporen einhüllen. Die Stacheln der einen Zelle entwickeln sich früher als die der an- deren, man kann daraus auf ein verschiedenes Alter der beiden Zellen schliessen, ein erstes noch schwach ausgeprägtes Zeichen von Sexualität. — Keimung wurde nicht beobachtet. Bei Besprechung der Keimung geschlechtlicher Sporen von Mucor Mucedo wird hervorgehoben, dass das sogenannte Exosporium der Zygosporen nichts anderes ist als die Membran der Copulationszellen, ferner, dass sich bei der Keimung die Wachsthumsaxe des neuen Wesens senkrecht auf die des alten stellt, ganz so wie bei den entsprechenden Algen. Unter dem Namen Circinella wird eine neue Mucorineen-Gattung eingeführt, welche dadurch charakterisirt wird, dass die fruchttragenden Aeste bischofsstabförmJg eingekrümmt sind, so dass das Sporangium nach unten steht. Ihr Wachsthum ist rankenförmig unbe- grenzt. Die Sporangien reisseu bei der Reife in der Mitte ki-eisförmig durch, die Sporen sind klein, kuglig. Es werden drei Arten dieser Gattung beschrieben: C. umbellata, C. spinosa und C. glomerata. Helicostylium elegans Corda, scheint seit seiner Entdeckung nicht mehr aufgefunden worden zu sein, C. fand ihn auf faulem Holz, Verfasser auf Katzenmist. Der Pilz besitzt zwei verschiedene Arten von Sporangien, grosse, endständige, mit Columella versehene Mucor-Sporangien und kleine, an seitenständigen, eingeki'ümmten Aesten stehende, ohne Columella. Die beiden Formen können auf denselben oder auf verschiedenen Fäden isolirt vorkommen, in letzterem Falle gleichen die grossen Sporangien ganz einem Mucor, Zell- culturen zeigen aber, dass sich aus ihnen wieder Helicostylium entwickeln kann. In der Conti- uuität bilden sich manchmal Chlamydosporen. Untergetaucht und vom Luftzutritt abge- schlossen schwellen die Sporen stark au, und bilden kuglige Sprossungen, die sich in gleicher Weise vermehren. Zygosporen sind unbekaunt. Thamnidium elegans Link, von De Bary und Woronin als eine Vegetationsform von Mucor Mucedo angesehen, erklären Verfasser nach ihren Zellculturen für eine selbst- ständige Form. Auch hier sind zwei verschiedene Sporangienformen vorhanden, endständige grosse Mucorsporaugien, und kleinere, die an den Enden wirtelständiger, mehrfach dicho- tom verzweigter Seitenäste gebildet werden. Auch hier kann jede Sporangienform auf gesonderten Fäden vorkommen und daher können die gi'ossen Sporangien mit Mucor verwechselt werden. Untergetaucht bilden die Sporen rosenki-anzförmige Sprossungen wie Helicostyüum. Chaetostylum g. uov. hat ebenfalls 2 Arten von Sporangien wie die 2 vorhergehen- den Gattungen. Es unterscheidet sich von diesen durch die Seitenzweige, die mit einer sterilen Spitze enden und an einer Anschwellung wirteiförmige Fruchtäste tragen. Der Pilz scheint schon von Fresenius entdeckt worden zu sein, die Species, die die Verf. be- obachteten, wird daher Ch. Fresenii genannt. Wahrscheinlich ist auch Bulbothamnidium elegans Klein, dieselbe Mucoriuee, Pilze. 79 Cliaetocladium Fres., erschien den Verf. in Zellculturen als selbständige Form , wie es Brefeld annimmt. Von der Ansicht Brefekl's über den Pilz unterscheidet sich die der Verf. in wenigen wesentliclien Punkten. Die Sporen worden niclit als acrogene Conidien angesehen, sondern als einsporige Sporangien. Sie stützen sich auf die Möglichkeit, die Membran der Sporangien zu sprengen, worauf die Spore austritt, wie bei den oft vorkom- menden einzelligen Sporangien von Tharanidium. Den Parasitismus von Ch. haben sie eben- falls beobachtet, aber aus dem Umstände, dass der Pilz auch in reinen Zellculturen ohne Anwesenheit von Mucor gedeiht und fructificirt, schliessen sie, dass Ch. nur gelegentlich, niclit nothwendiger Weise Parasit ist. Es werden zwei Arten unterschieden, die sich durch die verschiedene Grösse der Sporen unterscheiden, Ch. Jonesii Fres., und Ch. Brefeldii, welchen Brefeld beobachtete. Mortierella Coemans besitzt kurze Fruchtfäden, die am Grunde bauchig aufgetrie- ben, am Ende von einem grossen kugligen Sporangium ohne Columella geschlossen werden, unterhalb des Endsporangiums bilden sich auf Seitenzweigen kleinere Sporangien. Die Sporen besitzen deutliche Kerne. Das Mycelium ist sehr zart und bildet vielfache Anasto- mosen. Interessant ist bei diesen Formen das Vorkommen grosser endständiger Chlamydo- sporen, die einem Sepedonium ähnlich sind und von Harz auch als Sepedonium mucorinum beschrieben worden sind. Bekannt war aus dieser Gattung M. polycephala Coemans und M. crystallina u. echinulata Harz, die Verf. haben noch drei andere Formen: M. reticulata, M. candelabrum und M. simplex beobachtet. Bei Piptocephalis bilden sich nach den Anschauungen der Verfasser die Sporen nicht, wie Brefeld annimmt, in roseukranzförmigen Reihen auf Basidien, sondern in lang- cylindrischen Sporangien, in denen sie einreihig geordnet sind. Wiewohl sie in reinen Cul- turen Piptocephalis noch nicht erziehen konnten, glauben sie doch aus der Analogie mit Syncephalis schliessen zu dürfen, dass auch hier der Parasitismus nur facultativ, wenn auch sehr forderlich ist. Die Gattung wird um zwei neue Arten: P. repens und P. arrhiza vermehrt. Syncephalis gen. nov. verhält sich zu Piptocephalis wie Mucor zu Sporodinia. Der Fruchtträger ist am Ende kopfförmig angeschwollen. Auf der Anschwellung stehen dicht nebeneinander kleine Trägerzellen, deren Form nach der Species wechselt, und auf diesen bilden sich die Sporen in cylindrischen, resp. stäbchenförmigen Sporangien, wie bei Pipto- cephalis. Es wurde beobachtet, dass Syncephalis, mit anderen Mucorineen zusammenwach- send, sich an diese anlegt, Saugäste in die Fäden einsendet und das Protoplasma aussaugt; dieselbe Species kann aber auch in Nährflüssigkeit ohne jede andere Mucorinee wachsen und fructificiren. Es werden 5 Arten dieser Gattung beschrieben: S. cordata, asymmetrica depressa, cornu und minima. Die Art, in welcher die Verfasser die von ihnen angenommenen 13 Gattungen von Mucorineen begrenzen, wird in folgender synoptischen Tabelle dargestellt: / dick und nicht / / , . , r, j. ^ . , I . |einf:u'li/am Grunde u. uütev dem feporaug. aufgetrieben Pilobohisf. begrenz?. nurvonl juicbt aufgetrieben. "^angonförm. gekrümmt rnicht- einer / ) l initdichotomenStucUoln Pljycomyces'''. träger Art. j (BefruchtungsapparatJ ^^^^^ ^^^ „^.^^t Mucor n. fdichotom . Sporodinia"-. l grade Chaetostylum, j li. A_t einfach ) von doppelter Art. ) ( eingerollt • Helicostylum f. dicbotom Thamuidium f. einsporig ,.,... Chaetocladium''' vielgporig Bhizopus '-''. o o DD O o A o anastomosirend, Wachstbum der fruchttragenden Fäden un- ",; begrenzt. Frucht- träger Art. ou do Träger der Sporangiolen grad. Sporangien! fein und anasto- mosirend. Wachs- tbum der frucht- tragenden Fäden , begr. Sporangiea eingekrümmt Circinella. kuglig, direct durch den Fruchtträger getragen Mortierella f. einfach Syncephalis. schlauchförmig, auf einem Köpfchen, welches auf dem Fruchtträger auf- l sitzt, dieser ist ( dicbotom Piptoceplialis '•', * bezeichnet die Gattungen, in welchen Zygosporen, f die, iu welchen Chlamydosporen bekaout siud, 80 P«ze. Als Anhang werden einige weniger bekannte Hyphomyceten , die nicht zu den Mucorineen gehören, genauer beschrieben : Kickxella alabastria Coemans, Coemansia reversa n. gen. u. spec, der Martensella pectinata Coem. ähnhch. Die Abbildungen stellen in 140 Figuren die Wachsthumsverhältnisse der besproche- nen Pilze dar. 96. Dr. 0. Brefeld. Mucor racemosus und Hefe nebst einigen Bemerkungen zur Systematik der Pilze. (Flora 1873, Nr. 25, S. 385—400.) Verfasser beschreibt die Bildung der rundlichen, stark lichtbrechenden Zellen im Mycel von Mucor racemosus, die schon 1838 von Berkeley gesehen wurden, genauer. Sie tritt ein, wenn das Mycel in Flüssigkeit versenkt wird. Die Gliederung des Mycels durch Scheidewände tritt bei allen Mucorinnen vor der Fruchtbildung auf, aus jedem abgeglieder- ten Myceltheile bildet sich ein Fruchtträger. Diesem Vorgange entsprechen auch obige Theilzellen des Mycels, werden sie an die Luft gebracht, so bildet sich aus jeder direct ein kleiner Fruchtträger mit Sporangium ; sie sind zur Fructificatioa bestimmte Myceltheile, welche in einen Dauerzustand überzugehen vermögen, 'Wenn sie nicht normal fructificiren können. — Der Uebergang in den Ruhezustand tritt ein, wenn sie in der Flüssigkeit ohne Nahrung gelassen werden. Werden sie weiter ernährt, so sprossen sie aus und bilden wie- der rundliche Zellen, die allmählich in eine hefenai'tige Sprossung übergehen. — Die hefe- artige Sprossung ist die Folge von übermässiger, durch die Lebensthätigkeit des Mucor gebildeter Kohlensäureentwicklung. Beobachtet man in einem dazu geeigneten Apparat die Keimung der Sporen, indem man mehrere Tage lang Kohlensäure über die Nährflüssigkeit leitet, so sieht man direct hefeartige Sprossung eintreten, wird Kohlensäure durch Wasser- stoff ersetzt, so erfolgt wieder normale Keimung. — Mucor Mucedo und andere Mucorineen sprossen nicht untergetaucht oder durch Kohlensäureeinfluss hefeartig aus. In Citronensaft bilden sich aus den Sporen von M. Mucedo, M. elegans etc. enorme Kugeln, die wieder zu Kugeln auskeimen. Wird Ammoniak zugesetzt, so keimen sie wieder regelmässig aus. Die wirkliche Hefe nimmt unter keinen Verhältnissen Fadenform an. Doch scheint M. racemosus der Hefe in systematischer Beziehung nahe zu stehen. Beide sprossen, in Flüssigkeiten untergetaucht, ordnungslos aus, die Sprossen theilen sich und trennen sich und sprossen dann wieder. Kommen sie an die Luft, so bilden sie Sporangien. Es herrscht, wie Verfasser weiter ausführt, „vollkommene Uebereinstimmung im Entwicklungs- gange beider Pilze" und er glaubt sich auf Grund derselben genügend berechtigt, den Sacharomyces in die Nähe der Mucorineen zu stellen und zwar als einfachste Form. Frei- lich glaubt er, dass Hefe und M. rac, wenn auch aus einer und derselben Entwicklungs- reihe hervorgegangen, durch viele verloren gegangene Zwischenglieder getrennt seien. — Der Auffassung, dass Sacharomyces zu den Ascomyceten zu rechnen sei, wird entgegen- gestellt, dass bei der Hefe die Schlauchfrüchte nicht, wie bei den bis jetzt untersuchten Ascomyceten, durch geschlechtlichen Act unter Mitwirkung eines Ascogons gebildet würden, und dass die zweite ungeschlechtliche Generation fehle. Bei der Hefe ist die Sporenbildung ungeschlechtlich, die Zellbildung im Schlauche ist ganz gleich der im Mucorsporangium_ Auch bei Entomopthora Muscae hat Verfasser nie geschlechtliche Fortpflanzung gefunden. Er sieht diese Pilze als nahe Verwandte der Ustilagineen an. Gemeinsam ist ihnen die Lebensweise, Sporen- und Mycelbildung. Von den Uredineen, die er nach ihrer „unzweifelhaft geschlechtlich" gebildeten Fruchtform Aecidineen nennt, sind sie weit ver- schieden. Schliesslich gruppirt er die Pilze in folgender Weise: Schizomyceten: einzellige Pilze ohne Fructification und Sexualität; Sacharomyces und Mycoderma: einzellige Pilze mit Fructification ohine Sexualität; Zygomyccten: Fadenförmige Pilze mit Fructification und Sexualität. Fäden un- gegliedert, einzellig, Sexualität ohne sexuelle Differenz der sich befruchtenden Zellen. Saprolegnieen und Peronosporeen einerseits, Ascomyceten andererseits mit sexueller Differenairung der befruchtenden Zellen schliesscn sich an. üstilaginoen und Entomoph- o B » Pilüe. gl thoreen werden als Anhang zu den Peronosporeon . Chytridieen als Anhang zu den Sapro- legnieen gestellt. Basidiomyceten: Fruchtkörper unzweifelhaft geschlechtlichen Ursprungs, Basidio- myc. mit reihenweiser (Aecidieen) und solche mit einmaliger Sporenabschnürung (Gasteromy- cetes, Tremellini, Hymenomycetes). Das vorgeschlagene Pilzsystem wird in Form eines Stammbaums folgendermaassen zusammengestellt : Saccharomyces und Mycoderma. Schizomyceten. Zygomyceten: Mucorini, Piptocephalideen, Chaetocladiaceen. Peronosporeen: Saproleg-nieen: Anhang: üstilagin. und Entomophth. Anhang: Chytridieen. Ascomyceten: Gymnoasci. Erysiphei. Tuberaceen. Pyrenomyceten. Discomyceten. Basidiomyceten: Aecidieen, Gasteromyceten, Tremellini, Hymenomyceten. M. Reess (Bot. Zeitung 1873, Nr, 49, S. 780) erklärt bei Besprechung der vor- stehenden Arbeit, dass er jetzt im Ganzen die Ansicht von Brofeld über die Stellung der Hefe theile, doch sei die Frage noch nicht spruchreif, denn die Sporenbilduug von Saccharomyces entspricht der Sporenbildung bei Gymnoascus und die Sprossung der Keimung der Sporen von Taphrina. — Wenn ausser dem bekannten Entwicklungszustand Saccharomyces keine weiteren Formen besitzt, sei er allerdings kein Ascomycet. 97. 0. Brefeld. Untersuchungen über die Älkoholgährung. (Phys. medic. Gesellschaft zu Würzburg, 26. Juli 1873. S. 163-178.) Brefeld beobachtete das Wachsthum und die Entwicklung der einzelnen Hefezelle in verschiedenen Lebensbedingungen und namentlich unter absolutem Ausschlüsse von Sauerstoff, indem er über die in einer feuchten Kammer cultivirteu Hefezellen wochenlang einen Strom von absolut sauerstofffreier Kohlensäure streichen Hess, — Die Ergebnisse der Untersuchung werden kurz so zusammeugefasst: 1) Die Alkoholhefe hat, wie alle Pflanzen, zu ihrer vegetativen Entwicklung und Vei'mehrung die Einwirkung des freien Sauerstoffes nöthig. 2) Bei Luftabschluss, beim Abschlüsse von freiem Sauerstoff kann die Hefe nicht wachsen. 3) Es ist unrichtig, anzunehmen, dass die Hefe statt freien, gebundenen Sauer- stoff für ihre Entwicklung und Vermehrung aus sauerstoffreichen Verbindungen z. B. Zucker entnehmen kann. 4) Es ist weiter unrichtig, dass auf dieser der Hefe zuerkannten Eigen- thümlichkeit von gebundenem Sauerstoff zu vegetiren, zu wachsen, der Process der Gährung beruht, 5) Die nicht wachsende, vom Zutritt des freien Sauerstofl's abgeschlossene, lebende Hefezelle erregt in Zuckerlösung alkoholische Gährung. 6) Die Gährung ist hier der Aus- druck eines abnormalen, unvollkommenen Lebensprocesses, bei welchem die zur Ernährung der Hefe nothwendigen Stoffe, Zucker, stickstoffhaltige und mineralische Bestandtheile und freier Sauerstoff, nicht alle gleichzeitig und harmonisch zusammenwirken zum Wachsthum der Hefe. Der hierzu allein oder im Missverhältnisse zu den übrigen Nährsubstauzen auf- genommene Zucker wird von der Hefezelle in Kohlensäure, Alkohol etc. zersetzt wieder ausgeschieden. Die Hefe vermag diesen abnormalen Lebensprocess unter langsamer Ab- schwächung ihrer Lebenskraft wochenlang fortzusetzen. 7) Die Hefezelle hat eine grosse Anziehung zum freien Sauerstoff, sie vermag in Kohlensäure zu wachsen, die weniger als Veooo Volumen freien Sauerstoff enthält und den Sauerstoff vollständig aufzunehmen. Diese Anziehung zum freien Sauerstoff kommt den niedern Pilzen, mit Ausnahme des Mucor racemosus und seinen nächsten Verwandten, nicht zu. Die Hefe ist durch diese Eigen- Botauiscber Jahresbericht J. Q 82 PÜM. Schaft als ein äusserst feines Reagenz auf Sauerstoff anzusehen. 8) Durch die starke An- ziehung der Hefe zum freien Sauerstoff, verbunden mit ihrer Eigenthümlichkeit, in Flüssig- keiten zu leben , sehr schnell sich zu vermehren und zu wachsen, tritt in den flüssigen Medien, worin die Hefe wächst, leicht Mangel an freiem Sauerstoff und damit die Erschei- nung der Gährung ein, wie z. B. in den Brauereien in der Technik. 9) Es können daher in einer Flüssigkeit Gährung und Wachsthum der Hefe zugleich eintreten, wenn auch ihre Oberfläche mit der freien Luft in directer Berührung steht. — Weder vom theoretischen noch vom praktischen Gesichtspunkte aus ist die Möglichkeit ausgeschlossen, dass Gährung und Wachsthum in einer Hefezelle zugleich stattfindet , dass also die wachsende Hefezelle den im Missverhältnisse zum gebotenen freien Sauerstoff aufgenommenen Zucker vergähre. 98. Alb. Fitz, lieber alkoholische Gährung dirch Mucor Mucedo. (Berichte, der deutschen chemischen Gesellschaft 1873, 2, S. 48—58.) Die alkoholische Gährung, welche durch die unter Flüssigkeit vegetirenden Mucor- Mycelien (nach V. Mucor-Mucedo) veranlasst wird, wird nach ihrer chemischen Seite hin untersucht. 99. A. Trecul. Reponse ä M. Pasteur concernant rorigine de la levüre de biere. (Compt. rend. h. Bd. 77 p. 1313-1320, 1396-1399, 1441—1444, 1445.) 100. Derselbe. Nouvelle reponse ä M. Pasteur, concernant l'origine de la levure de biere. (Ebendas. p. 1512—1519.) Tr. sucht auf's Neue, aber ohne neue Beweisgründe vorzuführen, seine Ansicht über den Zusammenhang von Penicillium und Wein- und Bierhefe zu stützen. — Pasteur bricht den Streit ab. Neue Thatsachen werden nicht mitgetheilt. Peronosporeae. 101. J. Kühn. Der Mehlthau der Runkelrüben. (Zeitschrift des Landw. Centralvereins der Provinz Sachsen 1872, Nr. 9 und 10. Bot. Zeitung 1873 Nr. 32, S. 499—502.) Der die Krankheit verursachende Pilz Peronospora Betae (P. Schachtii Fuckel) überzieht die jungen Blätter vollständig, an den grösseren erscheint er nur fleckenweise. Erstere bleiben klein und bilden nestartige Verkrümmungen am Kopfe der Rübe. Das Mycel verläuft zwischen den Parenchymzellen , es entsendet durch die Spaltöffnungen die Fruchtträger. Diese sind baumförmig verzweigt, die Sporen oval, im Wasser leicht keimend. Oosporen unbekannt. Die Fortpflanzung über den Winter geschieht durch Fortdauer des Mycels am Kopfe der Rübe, daher tritt der Pilz jedes Jahr an den Samenrüben zuerst auf. — Die Krankheit trat früher nur sehr vereinzelt auf, zuerst wurde sie von Kühn 1854 in Schlesien beobachtet. Seitdem ist sie besonders in Sachsen häufig geworden. Um sie zu bekämpfen, muss mau die erste Entwicklung des Pilzes im Frühjahr verhindern. Entomophthoreae. 102. Maxime Cornu. Note sur une nouvelle espece d'Entomophthora. (Bulletin de la societe botan. de France, 1873, p. 189, 190.) In Blattläusen auf Sambucus, die sich durch ziegelrothe Farbe von den gesunden schwarzen Individuen unterschieden, wurde eine Entomophthora gefunden, der E. Muscae ähnlich, die E. Planchoniana genannt wird. Die^Sporen sind von der Form eines Brumm- kreisels, sie keimen in feuchter Luft, bilden secundäre Sporidien, die weit fortgeschleudert werden können. In ausgepresstem Saft der Blattlaus keimen die Sporen und bilden Keim- schlauche mit Scheidewänden und secundären Sporen. — In die Körper der in der Unter- leibshöhle liegenden Jungen drang der Parasit nicht ein. — In den Raupen von Chelonia Hebea wurde ebenfalls eine Ent. gefunden. Die Raupen wurden dadurch mumificirt. — Ein ähnlicher Parasit fand sich in einer Tenthredo auf Alchemilla alpioa. Pilze. 83 Neu aufgestellte Arten. Chytridium tumefaciens Magnus (92). "Von Chytrid. sphacelarum Kny morphologisch nicht zu unterscheiden. — In den Wurzelhaareu von Ceramiumarten. Synchytrium (Eusynchytriura) fulgens Schröter 22 (Nr. 1656). Dem Synch. Taraxaci sehr ähnlich. — An Oenothera biennis. Synchytrium Bupleuri Kunze (Ds. Nr. 1658). An Blättern von Bupleurum falcatum. Chytridium xylophilum Cornu (93. S. 116), Sporangien eiförmig, zugespitzt, oft flaschenförmig. Schwärmsporen kuglig. — Auf Holz im Wasser. Olpidiopsis n. gen. Cornu (Ds. S. 127), Sporangien frei in der Substanz der Nähr- pflanze. Die Schwärmsporen treten durch eine schlauchförmige Mündung aus. Dauersporeu kuglig mit stachligem Episporium. Ol. Saprolegniae (A. Br.), Sporangien kuglig, mit einem einzigen Ausführungs- schlauch. Dauersporen mit sehr kleinen Stacheln, von einer glatten kleineren Zelle be- gleitet. Ol. Index C, Dauersporen feinstachlig, seitenständige leere Zelle ebenfalls stach- lig. Sporangien elliptisch. Ol. incrassata C. Dauersporen oral, Membran nicht stachlig. Ol. fusiformis C, Sporangien sehr verlängert, spindelförmig. Dauersporen kug- lig mit grossem stachligem Epispor. Ol. Aphanomycis C, Fast wie Ol. Saprol. Ausfühfungsschläuche sehr weit. Rozella n. gen. Cornu (Ds. S. 148), Sporangiumwand mit dem Faden der Näbr- pflanze verschmolzen. Dauersporen kuglig, stachlig. R. Monoblepharidis polymorphae C, Sporangienwand vollständig mit der Wand der Nährpflanze verschmolzen. Dauersporen kuglig, stachlig. R. Rhiphidii spinosi C. R. Apodyae brachynematis. C. Membran der Dauersporen mit kürzeren Stacheln als bei R. Rhiphidii. R. septigena C, auf Achlya und Saprolegnia. Die Sporangien füllen den Faden der Nährpflanze aus und bilden in demselben das Ansehen, als ob er durch Scheidewände getheilt wäre. Woroninia n. gen. Cornu (Ds. S. 176), Sporidieu unter einander zu einem Sorus verschmolzen wie bei Synchytrium. Die Sori gehen aus der Theilung eines Plasmakörpers hervor. W. polycystis C, Membran der Dauersporen mit einem Netz von pyramiden- förmigen Hervorragungen besetzt. — Lebt in Saprolegnia und Achlya. Chytridium glomeratum Cornu (Ds. S. 187). Sporangien nicht bekannt. Dauersporen mit stachligem Epispor. — In Vaucheria sessilis. Circinella van Tieghem et Le Monnier (95, S. 298). Fruchtäste bischofsstabförmig eingekrümmt, Sporangien kuglig, mit grosser Co- lumella, bei der Reife in der Mitte zerreissend. Sporen kuglich, klein. — Wachsthum rankenförmig unbegränzt. Circinella umbellata v. T. et Le M. Sporangien in Dolden zu 2—20 an der Seite des Fadens. C. spinosa v. T. et Le M. Sporangien einzeln, am Grunde mit einem unfrucht- baren, dornigen Zweige. C. glomerata v, T. et Le M. Sporangien knäulförmig, zu 100 beisammen. Chaetostylum van Tieghem et Le M. Ch. Fresenii v. T. et G; Le M. S. N. 95. Chaetocladium Brefeldii v. T. et G. Le M. (Ds. S. 342) — Chaetocladium Jo- nesii bei Brefeld. Sporangien bläulich 3—5 Mik. im Dchm. (bei Ch. Jonesii 6—10 Mik.). Mortierella reticulata v. T. et Le M. (M. S. 350). Sporen mit dickein, netz- förmigen Epispor. 6* 94 Pi^^e. M. Simplex v. T. et Le M. Fruchtträger immer nur mit einem grossen Spo- rangium. M. Candelabrum v, T. et Le M. Fruchtträger mit seitenständigen armleuchter- artigen Aesten. Piptocephalis repens v. T. et Le M. (Ds. S. 364). Das Mycel bildet Ranken. Fruchtäste gelb, am Grunde mit Wurzelzweigen. Letzte Verzweigung abstehend. P. arrhiza v. T. et Le M. (Ds. S. 366). Fruchtäste ohne Wurzeläste am Grunde, zuletzt rosenroth, letzte Verzweigung anliegend. Rhiphidium n. gen. Cornu (93 S. 15). Saprolegniee. Fäden mit Einschnürungen wie Leptomitus. Sporangien oval. Schwärmsporen wie bei Pythium. Gonosphärie stern- förmig, einzeln. Membran der reifen Sporen ebenfalls sternförmig. Rh. Interrupt um. Fäden mit zahlreichen Einschnürungen. Rh. continuum, nur mit einer Einschnürung am Grunde des Fadens, Rh. elongatum, Oosporen mit wellenf. Epispor. Rh. spinosum, Sporangien mit langen Spitzen versehen. Monoblepharis Cornu (Ds.) Schwärmsporen miteiner einzigen Cilie, die geschlecht- liche Fortpflanzung geschieht durch Oogonien und Antherozoiden. Letztere sind gleich den Schwärmsporen. M. sphaerica, Oogonien kuglig, isolirt am Ende des Fadens, mit einem einzigen darunter stehenden Antheridium. M. prolifera, Sporangien sprossend wie bei Pythium proliferum De By. M. polymorpha, Oogonien verschieden gestaltet. Antheridien von veränderlicher Zahl und Stellung. Entomophthora Planchoniana Cornu (102). Sporen von der Form eines Brummkreisels, sonst wie E. Muscae. -- In den Körpern einer Blattlausart. Till. Ustilagineae. 103. Dr. Reinhold Wolff. Beitrag znr Kenntniss der Ustilagineen. — Der Roggenstengel- brand. (Bot. Zeitung 1873, Nr, 42—44, S. 657-661, 673-677, 689-694. Taf. VIL) 104. Derselbe. Der Brand des Getreides, seine Ursachen und seine Verhütung. (Halle 1874 (als Dissert. 1873). 37 S., 5 Taf. Die Schrift über den Brand des Getreides, in allgemein verständlicher Sprache ab- gefasst und zum Gebrauch für Landwirthe bestimmt, bringt die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen des Verfassers und die wissenschaftlich begründeten Thatsachen über die behandelten Fragen in kurzer und klarer Darstellung. Es werden besprochen: der Flug- brand, Ustilago Carbo Tul; der Hirsebrand, Ustilago destruens Schlecht.; der Maisbrand, Ustilago Maydis DC, der Roggenkornbrand. Ust. Seealis Rbh. ; der Kornbrand des Weizens, Tilletia Caries DC, und T. laevis Kühn; der Roggenstengelbrand, Urocystis occulta Rbh. Ueber den Flugbrand wird mitgetheilt, dass derselbe alle Getreidearten, am seltensten Spelz, befällt, von Wiesengräsern Arrhenath. elatius, Festuca pratensis und Lolium perenne. Die Sporen behielten die Keimfähigkeit drei Jahre lang. Das Promycel theilt sich durch zarte Querwände in 3—4 Theile, deren jeder nach einander mehrere Sporidien treibt und dadurch allmählig seinen Inhalt erschöpft. Meist keimen die Abtheilungen aber ohne Sporidienbil- dung. Die Copulation der Promyceliumglieder und der Keimschläuche wird als unwesent- liche Zufälligkeit bezeichnet. Eine wichtige Eigenthümlichkeit der keimenden Brandsporen ist, dass sich das Promycel immer senkrecht von der Unterlage in die Luft aufrichtet, so dass Sporidien und Promycel-Glieder leicht vom Winde fortgerissen werden. — Der Hirse- brand, durch Ust. destruens. Schi, veranlasst, ergreift nur die Rispenhirse, Panicum mi- liaceum. Die Keimung der Brandsporen ist gleich der von Ust. Carbo, nur copuliren hier fast regelmässig zwei benachbarte Promycelstücke, — Der Maisbrand ist au den ergriffenen Pilze. as Pflanzen schon im frühen Stadium durch eine weissliche Verfärbung der Nährpflanze kenntlich, und an diesen Stellen ist die Bildung der Sporen aus dem vegetativen Mycel leicht zu verfolgen. Die Keimung der Sporen konnte vom Verfasser nie beobachtet werden, sie wird nach den Untersuchungen von Kühn mitgetheilt. Der Roggcnkornhrand ist seit 1849, wo Rabenhorst den Pilz, der ihn veranlasst (Ustilago Seealis), zuerst beschrieb, nicht mehr beobachtet, die Keimung und Entwicklung der Sporen ist noch zweifelhaft. — Der Kornbrand des Weizens wird durch zwei verschiedene Pilze veranlasst, Tilletia Caries (DC) und T. laevis Kühn, die sich nur durch die Beschaifenheit der Sporenmembran unter- scheiden. Er kömmt auf allen Weizenarten und auch auf der Quecke vor. Die Keimung erfolgt erst nach 2—3 Tagen. Bei untergetauchten Sporen verlängert sich der Keimschlauch grade aufwärts, bis er an die Oberfläche des Wassers gelangt, und verästelt sich, wenn er aus der senkrechten Lage gebracht wurde. Sobald die Spitze an die Luft gelangt, beginnt die Bildung der Kranzkörperchen. Die Copulation derselben wird nicht als wesentlich betrachtet. Urocystis occulta Rabh. kümmt nach Verfasser bei uns nur im Roggen, in Australien auch auf dem Weizen vor. Die Keimung der Sporen erfolgt erst nach 3 — 4 Tagen. Bildung von 2—8 Sporidien erfolgt am Ende des Keimschlauches, in der schon bekannten Weise. Copulation der Sporidien ist selten. Sie keimen, ohne sich vorher ab- zulösen, und ohne secundäre Sporidien zu bilden. — Der einzige Theil, wo Verfasser stets das Eindringen der Brandkeime in die Nährpflanze finden konnte, war das erste Scheiden- blatt, doch gelingt die Inficirung nur zur Zeit, wo das erste grüne Blatt die Spitze der Scheidenblätter noch nicht durchstossen hat, und nur an der Stelle von 8—10 Millim. über dem primären Wurzelknoten bis zur Spitze. Inficirte Pflanzen, im Zimmer und in Nähr- stoiflösung aufgezogen, wurden bis zur Reife der Brandsporen beobachtet, die bei Uroc. occulta schon nach 8—9 Wochen eintrat, und zwar zuerst in den Blättern (als Uroc. parallela), später in den Stengeln. — Die Sporidien und Keimfäden der Promycelstücke setzen sich lest an die Epidermis und durchdringen die Zellwand mit einem feinen Fort- satze. Der weiterdringende Faden stülpt dann den Inhalt der Zelle vor sich her, der ihn wie eine Scheide umgiebt. Bei Ust. Carbo, destruens, Tilletia findet diese Scheidenbildung am ganzen jungen Mycel statt, bei Uroc. occulta nur in der ersten Epidermiszelle. Das Mycel theilt sich durch viele Querwände, nur die Spitze wächst weiter. Uroc. occ. sendet oft seine Fortsätze in das Innere der Zellen. Das M. wächst quer durch das Scheiden- blatt und tritt, nachdem es dasselbe durchsetzt, dii'ect heraus und in das anliegende erste grüne Blatt über, oft vcrhältnissmässig grosse freie Räume überspringend. Ebenso geht es jetzt quer durch in das zweite Blatt u. s. w., und gelangt ebenso in die Nebeutriebe und den jungen Halm. Durch dieses Wachsthum erklärt es sich, dass man in den heran- gewachsenen Blättern so wenig Mycel findet; in den Knoten ist es stets reichlich vorhanden. Bei der Fruchtanlage verzweigen sich die Mycelien reichlich ; sie sind jetzt ohne Querwände, von einer zarten Membran umgeben. Das Gewebe der Nährpflanze wird resorbirt. Bei Ustilago Carbo schwellen die Fäden gallertartig au, in ihrem Verlauf bilden sich in ihm eine Reihe Kerne, um diese herum später Membranen und auf diese Weise die Sporen. — Bei Ustil. Maydis geschieht dies ähnlich, doch werden die Sporen in traubenförmigen Aus- stülpungen der Fäden gebildet. — Bei Tilletia bilden sie sich einzeln in den Enden zahl- reicher Aeste. — Bei Uroc. occulta verzweigen sich die Mycelien reichlich. Wo Zweige aufeinandertreffen , verschlingen sie sich untereinander und bilden knäuelförmige Körper, die sich später mit einer gemeinschaftlichen Membran umgeben, nachdem der Inhalt der Fäden zusammengeflossen. Oft setzt sich die Membran nach innen fort und bildet mehrere fest an einander haftende Theile. Nachdem die Sporen gebildet, beginnt erst die Entwicklung der sporenartigen Anhängsel, die aus den Fäden des umgebenden Mycels entstehen. — Als Schutzmittel gegen den Brand werden aufgeführt : 1) trockene und frühe Saatzeit, damit möglichst schnell das erste Scheidenblatt über den zur Infection nöthigeu Entwicklungs- zustand hinweggeführt wird. 2) Sorgfältige tiefe Bedeckung des Saatgutes, besonders auch um das junge Scheidenblatt möglichst zu schützen. 3) Verwendung des Strohes zu Stall- streu. 4) Einbeizen des Saatgutes, am besten in Kupfervitriollösung, von dem empfohlen wird, es obligatorisch zu machen. Die Tafeln bringen Keimung, Eindringen und Mycel, 86 Pilze. Entwicklung und Sporenbildung der besprochenen Brandarten, grösstentheils nach des Ver- fassers eigenen Untersuchungen. Vergr. 600 : 1. 105. Jalius Kühn. Die Anwendung des Kupfervitrioles als Schutzmitt5l gegen den Stein- brand des Weizens. (Botanische Zeitung 1873. Nr. 32 S. 502—505.) Die tabellarische Zusammenstellung einer Anzahl von Versuchen ergiebt, dass schon nach halbstündiger Einwirkung einer halbprocentigen Lösung von Kupfervitriol auf Weizenkörner, welche die Keimfähigkeit derselben nicht beeinträchtigt, die Keimfähigkeit der Sporen von üstilago Carbo und Tilletia laevis aufgehoben wird. Alaun, Schwefelsäure und Eisenvitriol zeigten sich selbst nach zehnstündigem Einbeizen unwirksam. 106. J. Doval-Jonve. Snr une deformation dn zostera nana Roth , dne ä la presence d'un Champignon. (Bulletin de la societe botanique de France 1873. p, 48, 49.) Die Blätter einer bei Palavas gefundenen Zostera nana waren am Grunde zwieblig verdickt. In diesen Knoten befand sich ein brauner Sporenstaub, augenscheinlich eine Üstilago, Die Zweige am Ende des Ehizomes standen sehr dicht bei einander , fächerförmig ausgebreitet. — Cornu macht auf die an Scirpus parvulus gefundenen Üstilago marina Tul. aufmerksam. 106a. Fr. Körnicke (14 S. 11, 12) hat einen neuen Brandpilz (Üstilago Krameri Körn.) ge- funden, der in Gärten bei Zürich und Poppeisdorf die Fruchtknoten des Kolbenhirses (Se- taria italica) zerstörte, (S. n. A.) 106b. J. Kühn (S. 22 Nr. 1695, 1697, 1698, 1699) giebt in Eabenhorst's fung. eur. üstilago hypodytes Fr. auf Triticum repens, Tilletia laevis, üstilago urceolorum auf Sciri)us caespi- tosus, u, Sorisporium Junci Sehr, aus, und knüpft an die drei letzteren ausführliche Erör- terungen. — Tilletia laevis Kühn (S. n. A.) fand K. zuerst an Weizen aus Niederschlesien, dann sehr verbreitet in der Umgegend von Tegernsee. Seit 1867 cultivirte er ihn im ökon, bot. Garten des landwirthsch. Instituts zu Halle auf den verschiedensten Weizen- sorten. — üstilago urceolorum fasst Kühn in einem sehr weiten Sinne, indem er zu der- Belben nicht blos die auf Carex vorkommende Form, sondern auch Ust. Montagnei und diese neue Form auf Scirpus rechnet, die er auf dem Brockenfelde auffand, — Sorisporium Junci ist um Halle sehr häufig und veranlasst oft vollständiges Verkümmern der Stöcke von Juncus bufonius. 106c. Dr. Schroeter (22 Nr. 1696). Exemplare und Beschreibung einer neuen üstilago (ü. intermedia) in den Blütheu von Scabiosa Columbaria, von üst. flosculorum Fr. sehr verschieden. (S, n, A.) Neu aufgestellte Arten. üstilago Krameri Körnicke (14 S, 11, 12.— 23 Nr. 2511)Paniculaplantaenutricis non deformata; sporidiis germine et basi palearum cum illo coalita tenui inclusis, subglobo- sis, laevibus, globosis 8-9 Mik. diam., reliquis 10—12. Mik. long, 6—7 er. — Auf Setaria italica P, B, üstilago intermedia Schroeter (22 Nr, 1696) Sporenpulver dunkel-violett, Sp. kuglich oder kurz elliptisch (13) 11—13,5 mik, i, Dchm, Episporium hell violett mit netzf. engmaschigen Erhabenheiten. In den Blütheu von Scabiosa Columbaria, Tilletia laevis Kühn. (22 Nr. 1697) Tilletia sporis laevibus, heteroideis globosis 14—20 Mik. diara. reliquis 17—25, 5 Mik. long, 14—18 lat. Geruch, Keimung u. s. w. wie bei Tilletia Caries, Auf Triticum, üstilago Sorghi Passerini, (25 Nr. 63, 49 S, 114.) Ovarium occupans; cujus tegumenta inflat et interdum in clavimodum extendit. Sporae globosae, echinulatae, fuliginoso atrae, illis U. Ischaemi siraillimae et vix minores, - Parmae. — Pilze. gy IX. Uredineae. 107. P. Magnos. (Verhandlungen des bot. Vereins derProv. Brandenburg f. 1872 S. XI.) 108. Derselbe. (Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde 1873. S. 75, 76.) M. beobachtete, dass im Thiergarten bei Berlin Aecidium Urticae und eine Puc- cinia auf Carex hirta jedes Jahr in nächster Nachbarschaft auftraten. Er vennuthete da- raus die Zusammengehörigkeit der beiden Pilze und säte Sporen von Aecidium Urticae auf Carex-Blätter aus. Schon die ersten im Frühjahr 1872 angestellten Versuche, über die M. in der Wanderversammlung des bot. Vereins der Prov. Brandenburg a. 22. Mai 1872 berichtete, hatten einen positiven Erfolg (der Bericht erschien erst Ende 1873 im Druck). Ebenso erzielte er durch dieselben Aussaaten im Frühjahr 1873 Uredo. M. schliesst da- raus, dass Aecidium Urticae in den Entwicklungskreis von Puccinia Caricis De. auf Car. hirta gehört. Ob die auf anderen Carex-Arten vorkommenden Puccinien zu derselben Species gehören und ihr Aecidium ebenfalls auf Urtica entwickeln, erscheint ihm nach seinen Ver- suchen zweifelhaft. 109. J. Schroeter. Entwicklungsgeschichte einiger Rostpilze. (Bericht über die Thätigk. der bot. Sect. der Schlesischen Gesellsch. 1873. S. 29, 30.) Referent hat, ohne von den vorstehenden Beobachtungen Kenntniss zu haben, den Zusammenhang von Puccinia Caricis Dl. und Aecidium Urticae Schum. auf einem andern Wege gefunden. Im Januar und Februar 1873 wurden Sporen von Pucc. Car. auf Carex hirta im Zimmer zum Keimen gebracht und auf ebenfalls im Zimmer cultivirte Pflanzen von Urtica dioica ausgesät. Es wurde beobachtet, dass die Sporidien einkeimten, indem sich Mycel im Blattpai'enchym entwickelte, etwa 14 Tage nach der Aussaat erschienen in den wiederholten zahlreichen Versuchen Spermogonien und später Aecidien auf den inficirteu Blättern. — Zu gleicher Zeit wurde Uromyces Dactylis, auf Dactylis glomerata, auf Pflanzen von Rauunculus repens und R. bulbosus ausgesät, da Referent das gesellschaftliche Vor- kommen beider Pilze in vielen sehr auffälligen Fällen beobachtet hatte. Auch hier recht- fertigte der Erfolg die Vermuthung von der Zusammengehörigkeit der beiden Uredineen. 10 Tage nach der Aussaat erschienen auf den inficirteu Blättern beider Ran.-Arten Spermo- gonien, bald darauf die Aecidienbecher. Referent glaubt daraus schliessen zu können, dass das auf Ranunculus-Arten vorkommende Aecidium Ranunculacearum die Aecidium-Frucht von Uromyces Dactylidis Otth. ist. — Die auf Clematis, Isopyrum, Actaea, Thalictrum und anderen Ranunculaceeu vorkommenden Aecidien gehören vielleicht zu anderen Rostpilzen. 110. Dr. W. G. Schneider. Aecidiam pallidum n. sp. (Bericht über die Thätigkeit der botanischen Section der Schlesischen Gesellschaft 1872. S. 3.) Von Prof. Goeppert bei Hünern bei Breslau auf Lythrum Salicaria gefunden. 111. Derselbe, üeber Puccinia Helianthi Schw. (Ebendas. S. 98, 99.) Der Pilz wurde im October 1872 von H. Gerhard in einem Garten bei Liegnitz auf Helianthus annuus in der Teleutosporenform gefunden. 112. Dr. Schroeter. Mittheilung über einige schlesische Uredineen. (Ebendas. S. 72, 73.) 1) Von dem vielverbreiteten, auch in Schlesien häufigen Uredo auf Melandrium album fand Referent bei Spandau und Rastatt die Teleutosporenform, die als neue Species: Uromyces verruculosus beschrieben wird. — 2) Uromyces Valerianae wurde auf Valeriaiui dioica bei Habelschwerdt gesammelt. Es wird vor Verwechslung der Nährpflanze mit Prunella gewarnt. — 3) Phragmidium Tormeutillae Fckl, welches in Schlesien bisher nur in derUredoform beobachtet wurde, wurde auch in der Teleutosporenform gefunden und ausführlich beschriebea. 88 ^i^z«- 113. P. Magnus. Mykologische Bemerkangen. (Iledwigia 1873 Nr. 4 S. 49-5?..). Der im Herb, inycol., herausg. vOii v. Thümen Nr. 24 als Uredo Cichoriace.arum ausgegebene Uredo, wird dort als Stylosporeiiform zu Puccinia Chondrillae gezogen, gehört aber nicht dahin (S. 114), sondern vielmehr zu Pucc. Compositarum Shlecht. Von Letzterer ißt Verfasser geneigt, die auf Crepis vorkommende Puccinia als selbstständige Art loszu- trennen, weil die Aecidien nicht in begrenzte Flecken gestellt, sondern gleichmässig über die ganze Blattfiäche verstreut sind. — Der von Oudemans in Rabenhorst fung. eur. Nr. 1592 aufgestellte Uromyces Sonchi wird als identisch mit Pucc. Sonchi Rob. erkannt. — Cronartium Ribicola Fischer (Rabh. f. eur. N. 1595), beobachtete Verfasser im Juli 1872 in einem Garten bei Kiel auf Ribes aureum. Es wird als ein neuerdings erst aus Amerika eingeschleppter Pilz angesehen. — Von Pnccinia Liliacearum Duby hat Verfasser das zu- gehörige Aecidium seit längerer Zeit beobachtet. Es erscheint gleichzeitig, aber stets auf anderen Blättern als die Puccinia. Die Becher sind tief eingesenkt. Uredosporen kommen nie vor. Beide Fruchtformen werden von Spermogonien begleitet. Der Pilz gehört also in die Abtheilung Pucciuiopsis. — Bei Aecidium rubellatum aui Rumex Hydrolapathum liegen in der Mitte des Fleckes die Spermogonien einzeln im Blattparnechym , die Aecidien rings herum in einem gemeinschaftlichen Stroma aus parallelen senkr-echt zur Blattfläche verlaufenden, dicht neben einanderstehenden Hyphen gebildet. 114. Fr. Köraicke. (Hedwigia 1873. Nr. 5. S. 80.) V. verwahrt sich dagegen, dass er d. Uredo auf Cich. Endivia zu Puccinia Chon- drillae gezogen habe, er habe vielmehr in der Sitzung der niederrh. Ges. für Natur- und Heilkunde vom 2. December 1872 schon die Vermuthung ausgesprochen, dass d. U. höchst wahrscheinlich zu Pucc. Compositarum gehöre. 115. Durieu de Maisonneuve. (Societe Linneenne de Bordeaux XXIV. 2. liv. 1873 ) V. berichtet, dass seit Mitte April 1873 in der Nähe von Bordeaux eine Puccinia auf Malva silvestris gefunden worden sei, die der von Bertero in Chili auf Althaea offici- nalis gefundenen Puccinia Malvacearum Montagne gleich sei. Erst im August fand sie sich auf derselben Pflanze im bot. Garten von Bordeaux ein und verbreitete sich dann auf Althaea rosea, Malva nicaeensis, M. arborea, M. rotundifolia, Lavatera Olbia und Lav. mauritanica. 116. Decaisne. (Bulletin de la Societe botanique de France. 1873. S. 160, 161.) V. legte in der Sitzung der Soc. bot. de France vom 13. Juni 1873 Blätter von Althaea rosea vor, die von derselben Puccinia befallen waren. Sie wurde seit dem April in Montpellier beobachtet. Sie findet sich, wie er berichtet, auf den Blättern der meisten Malva- und Althaea-Arten, die in dem Garten des Museums cultivirt werden. 117. Roze. (Ebds. S. 187.) V. theilt in der Sitzung vom 27. Juni mit, dass er P. Mal. am 22. Juni auf Malv. silvestris gefunden habe. 118. F. C. S. Roper. (Journal of Botany. 1873. S. 340.) V. hat die Puccinia an verschiedenen Orten Englands im Herbst 1873 an Malven so reichlich angetroffen, dass sie der Beobachtung nicht entgehen konnte. 119. The Hollyhock Disease. (Grevillea 1873. Bd. II. S. 47.) Die Pappelrose (Althaea rosea) ist an vielen Orten Englands seit dem Juni des Jahres von einer Krankheit ergriffen worden, die vielen Schaden angerichtet hat. Ursache ist Puccinia Malvacearum Mont., die in diesem Sommer noch in England auf M. silvestris gefunden worden ist. 120. J. Schröter. Bemerkungen über eine nene Malvenkrankheit. (Hedwigia 1873. Nr. 12. S. 183—186.) Ref. beobachtete seit October 1873 bei Rastatt in Baden auf Malva eine Puccinia, die früher in der Gegend nicht voigekonunen war. Sie scheint mit der in Frankreich und Pilze. 89 England beoliachteteu Pucc, Malvacearum Moiit. idc^ntisch. Sie bildet Pusteln au den Blättern und entwickelt bald nach der Sporcnreifo nuf dei- lebenden Näliipflanze Sporidien, die schnell die Nachbarstöcke inficiren. Anfangs war sie nur an Malva silvestris und nur an einigen Localitcäten zu finden, später ging sie auf Malvu neglccta und endlich auf Al- thaea rosea über, und schliesslich war sie so häufig, dass in der Nähe von Rastatt kaum ein Stock von Malva silv. zu finden war, auf dem die Puccinie nicht vorgekommen wäre. Bis in den December verbreitete sich der Pilz noch und wurde durch die ersten Fröste nicht getödtet. 121. P. Magnus. Ueber die Einwanderung zweier Rostpilze. (Sitzungsber. d. Gesellsch. naturforsch. Freunde z. Berlin. 1873. S. 134-138.) M. berichtet über das Auftreten der Pucc. Malvacearum Mont. in Frankreich und England, von welcher er durch Ch. B. Plowright Exemplare erhalten, die zu Lynn in Nor- folk auf J'falva silvestris gesammelt wurden. Ferner bespricht er das Auftreten von Cronartium Ribicola Dietrich (1856) in der Umgegend von Berlin. Im bot. Garten in Schöneberg fand sich der Pilz zuerst auf einem Strauche von Ribcs aurcum, den er stark schädigte und ging dann auf einen benachbarten Strar.ch von Ribes nigrum über. Auch im Fiiedrichshaine und im zoologischen Garten bei Berlin ist er auf Ribes aureum ge- funden worden. Magnus glaubt aus dem beständigen Vorkommen des Pilzes in Gärten schliessen zu können, dass das C. auf Ribes aureum aus Amerika nach Europa eingewandert ist, und jetzt auch auf einheimische Ribes- Arten übergehen kann. Bei Pucc. Helianthi auf Hei. annuus ist seiner Meinung nach der umgekehrte Fall eingetreten , er glaubt, dass dieselbe identisch sei mit Pucc. Discoidearum Schlecht., d'e von den einheimischen Pflanzen auf die angebaute Pflanze übergegangen sei. 121a. J. Kuhn theilt in Rabenhorst (f. e. Nr. 1393 b) Beobachtungen über Aecidium- Bildung von Uromyces Betae mit. Das Aec. stellt sich sowohl auf den Blättern ein, die aus nachgelegten Samen erwachsen, im offenen Lande überwinterten, als auf denen die aus den Winter über eingemieteten Rüben hervorgegangen sind, und wurde vom April bis Mitte Juni gefunden. Derselbe fand (ds. Nr. 1676) Aecidium abietinum Alb. et Schw. bei Kreuth an einer umgebrochenen Fichte in Gesellschaft von Aecidium Conorum Piceae Rees. Nur ein Theil der Zapfen war mit dem letzteren Aecidium besetzt. Die Nadeln der zapfen- tragenden Aeste des Wipfels waren besonders reich mit dem Aec. abiet. befallen. ~ Neu aufgestellte Arten. Uromyces (Hemiuromyce s) verruculosus Schroeter. (112.) Sper- mog. und Aecid. nicht bekannt. — Uredo braun, Epispor. stachlig. — Uromyces in schwarzbraunen Flecken Sporen leicht abfallend, eifg. oder elliptisch, kurz gestielt, 20—26 Mik. 1., 17—20 br. Membran dunkelkastanienbraun, am Scheitel etwas verdickt, mit Keim- porus ; überall, besonders dicht am Scheitel, mit feinen stumpfen Wärzchen bedeckt. — An Melandrium album. — Lecythea Phragmitidis Oudemous (8 p. 260.) Differt. a. L. Baryi Berk., soris numerosissimis, cystidiorum vesicula terminaH sensim neque abrupte in pedicellum contracta , sporis plurimis angulosis , piriformibus. — Sporae aurantiacae , subtilissime echinulatae, ca. 0,03 mm. longae, latae, 0,16. Auf Phragmites vulgaris. Puccinia Endiviae Passerini (49). Uredosporae globosae echinulatoscabrae. — Teleutosp. stipite longissimo, sporas saltem superante. — AP. Chundrillae Crda et P. Compos. Schi. not. allotis diti'. vid. — An Cich, Endivia. — Puccinia montana Fuckel (14 S. 14). I. F: hymeniiferus (Aecidium) Cupu- lis in maculis discoloribus dense aggregatis. II. F. stylosporif: Spor. laevibus, fuscis, 28 Microm. III. F : teleutosp. Sporis ovatis, medio parum constrictis antice minute apicu- latis pedicello brevi, fuscis 48 Mik. 1. 32 er. — An Centaurea montana u. phrygia. Puccinia Rubiae Fuckel (14). Acervulis stylosporiferis sparsis , minutis, ochraceis; stylosporis globosis, spinulosis, 24 Mik, diam. — Acervulis teleutosporiferia 90 Pilze. obscure fiiscis; teleutosporis ovatis, utrimque obtuse-rotundatis, raedio constrictis, fuscis, stii)ite brevissimo hyaline, 32 Mik, long, 20 er. An Rubia tinctorum. Pucc. Ampbibii Fuckel (ebd.). Pucc. Polygonorum auf Polygonum amphibium. — Als Unterschied von der Normart wird angegeben, dass die Stylosp. etwas grösser, die Teleutosp. anfangs von der Oberhaut bedeckt und kürzer gestielt seien. Pucc. Anthoxanthi Fuckel (ebd.). Soll sich durch breitere (25 Mik. 1., 16 br.) und am Grunde abgerundete Teleutosporen von Pucc. Graminis unterscheiden. — Auf Anthoxanthum odoratum. Pucc. Hordei Fuckel (ebd.) Der Pucc. straminis nahestehend. Als Unterschied wird angeführt, dass das untere Fach der Teleutosp. stets breiter, an der Basis abgerundet sei. — An Hord. murinum, Pucc. caricicola Fuckel (ebd.). Uredo wie bei Pucc. Caricis. Teleutosp. theils einzellig (als Mesosporen bezeichnet) mit an der Spitze verdickter Membran, 38 Mik. 1., 17 br., theils zweizeilig am Scheitel abgerundet, in der Mitte wenig zusammengeschnürt, 42 Mik. 1., 16 br. — An Carex supina. Puccinia australis Koernicke (24 Nr. 842). A Pucc. Moliniae Tul. differt uredine aurantiaco nee obscure fusco, teleutosp. brevius stipitatis, apice minus rotundatis; a P. arudiuacea uredinis forma et colore , teleutosporis brevioribus stipite lougiore. An Molinia serotina. Coleosporium Telekiae Thümen. (24.) — An Telekia speciosa. — Wie Gel. Petasitidis. Aecidium pallidum Schneider (110). Pseudoperidiis plerumque dispersis, rarius gregariis, plerumque hypophyllis, rarius epiphyllis, brevibus flavidis, margine subintegro ; sporidiis hyalinis, junioribus flavescentibus, angulato-globosis. — Auf Lythrum Salicaria. Puccinia (Leptopucc inia) Corrigiolae Schröter (22 Nr. 1678). Der Pucc. Caryophyllearum WUr. sehr ähnlich, nur in den Grösscnverhältnissen etwas ver- schieden. — Auf Corrigiola littoralis. Puccinia Staehydis Passerini (ds. Nr. 1682). Wie Rabenhorst (Hedw. S. 143) bemerkt schon von De Candolle unterschieden. — Auf Stachys recta. Puccinia Berkeleyi Passerini (ds. Nr. 1686) -Puccinia Vincae Berk., von P. Vincae Gast., durch sehr kurz gestielte Teuleutosporeu verschieden. Uromyces Rabenhorstii Kunze, a. Fungus stylosporiferus : Uredo Lilii Rbh b. Fungus teleutosporif erus : teleutosporis fuscis, globosis vel obovatis, breviter pe- dicellatis, siccis longitudinalitcr plicatis, apice hyalino-apiculatis, 26 mikr. diam, s. 35 mkr. 1. 24 mikr. er. — An Lilium caudidum. Caeoma Laricis R. Hartig (Nr. 32, S. 93). Spermogonien kugelförmig. — Caeoma: Lager 1—5 Mm. lang, von keuligen Paraphysen umgeben, orangenroth. Sporen in kurzen Ketten abgeschnürt, durch kleine Lamellen getrennt, 20—22 Mik. im Dchm. Membran warzig. — An den Nadeln der Lärche. X. Basidiomycetes. 1. Tremellineae. 122. M. M. Tulasne's. NoQvelles notes sur les Fungi Tremellinl et lears alliees. (Annales des Sciences naturelles V. Ser. Botan. Tome XV. Par. 1872. p. 215-235, pl. 9—12.) Die Kenntniss der kleinen Gruppe der Tremellineen, die sich vorzugsweise auf die in dem ersten Memoire über diese Pilze mitgetheilten Untersuchungen der Verfasser stützen, wird durch die vorliegende Schrift nach jeder Richtung hin erweitert. In jede Pilze. 91 der drei Gruppen dieser Klasse werden einige uene Arten eingereiht, zum Theil solche Pilze, deren Bau früher nicht erkannt worden war. Für die Gruppe der Dacryomyceten, bekanntlich durch an der Spitze gegabelte Basidien und mit Querscheidewänden versehene Sporen Charakter isirt, wird ein neuer Be- fund aufgeführt: Dacryomitra pusilla, ein kleiner Pilz von der Gestalt einer Mitrula, im Bau des Sporenlagers aber mit Dacryomyces übereinstimmend. CaJocera wird, überein- stimmend mit andern Mycologen, z. B. De Bary, ebenfalls hierher gestellt. Guepinia hel- velloides Fr. unterscheidet sich von Guep. Peziza Tul. dadurch, dass das Fruchtlager auf der unteren Seite befindlich ist. Die Basidien sind anfangs länglich eiförmig, dann zwei- getheilt und verlängern sich in zwei lange Sterigmen und bilden an der Spitze nieren- förmige Sporen. „Zu den eigentlichen Tremellen", mit kugligen Basidien, die sich in vier Theile spalten, von denen jeder zu einem langen Sterigma auskeimt, gehören auch zwei vorher nicht untersuchte Pilze: Tremella frondosa Bull, und Tr. albida Huds. — Ferner eine sehr unscheinbare, als Parasit auf Sphaeria strumella Fr. vorkommende Art, die als Tr. neglecta u. sp. beschrieben wird. — Hydnum gelatinosum Scop., welches ähnliche Ba- sidien besitzt wie Tremella und desshalb von Currey zu einer neuen Gattung, Hydnogloea, erhoben worden ist, möchten Verfasser nicht gern von den anderen Hydnum-Arten trennen. — Zwei Pilze, welche bisher zu Corticium gerechnet wurden, Tlielephora (Corticium) in- crustans Pers. und Corticium caesium Pers., besitzen ebenfalls fast kuglige Basidien. die sich später in 2 bis 3 Segmente theilen, von denen sich jedes in ein langes Sterigma ver- längert. Die Sporen keimen sehr leicht imd bilden oft wieder secundäre Sporen. — Diese beiden Pilze werden zu einer neuen Gattung: Sebacina Tul. vereinigt. Auch sie möchte Verfasser nicht zu fern ab von Corticium stellen, denn es findet sich in Corticium incarna- tum l''r. (pinicola) ein Uebergang von den echten Cort.-Arten zu den Tremellinen, da bei ihm die Basidien kuglig, und die vier auf ihnen sitzenden Sterigmen am Grunde bauchig angeschwollen sind. — Die dritte Gruppe „Auricularini" ähnelt in Bezug auf ihre Keimung sehr den Te- leutosporen von Puccinia und Podisoma. Analog verhält sich auch Hypochuus purpureus Tul., dessen Fruchtäste gewunden sind wie ein Bischofsstab, und diesen ähnlich. sind wie- der die schneckenförmigen Fruchtäste von Pilacre Fr. und Ptychogaster albus Crda. Bei Tremella Cerasi Schum. wurde sehr ausgezeichnete Spermatienbildung beobachtet. Sie sind cylindrisch. bogenförmig gekrümmt, werden zu 3- bis 4 vereinigt an den keulenförmig angeschwollenen Hyphenenden in besonderen pezizenförmigen Behältern gebildet. Endlich wird noch der Thatsache erwähnt, dass Dacryomyces deliquescens in einer besonderen Form manchmal ganz in Gemmen oder Conidien zerfällt. Ein ähnliches Verhalten wurde an einem Pilze auf Salix Caprea beobachtet, der als Dacryomyces purpercus n. sp. beschrieben wird. Bei diesem ist die Sporenbildung noch nicht gefunden worden. Gegenüber der An- sicht Fuckel's, der alle Tremellinen als unvollkommene Fruchtformen von Schlauchpilzen auffasst, halten T. die selbstständige Natur der ächten Tremellinen aufrecht; dass Coryne sarcoides zu einem ächten Ascomyceten gehört, ist kein Grund, dies auch für die Tremellen anzunehmen, denn sie besitzt einen, von den eigentlichen Tremellen sehr verschiedenen Bau, ähnelt ihnen also nur in äusserlichen Merkmalen. — Ceratium hydnoides Alb. et Schw. wird von den Tremellinen ausgeschlossen: Es wird berichtet, dass die Sporen mit dicken Keimschläuchen keimen. Abgebildet sind von Guepinia Peziza, G. helvelloides, Dacryomitra pusilla, Hypochuus purpureus, Corticium incarnatum, Sebacina incrustans, Tre- mella Cerasi, Ptychogaster albus, Pilacre Habitusbilder, Fruchtbau, Sporen und Keimung. Neu aufgestellte Arten. Dacrymyces macr osporus B. et Br. (6). Gelatinosus, tuberculatus , roseus; floccis septatis, apice sporiferis; sporis primariis oblongis, 3—5 septatis, articulis con- strictis; sporis secundariis ellipticis, utrinque apiculatis; conidiis concatenatis. 92 Pilze. Berkeley: North-American Fung!. Grevillea IL S. 5 und 18-20. S. 5. 802. Guepinia petaliformis B. (?t C. Pileo flabelliformi margiue crispato tuberculoso, hymenio supra uudo infra venoso. — Alabama. S. 18. 308. Exidia obliqua B. et C. Nigra obliqua expansa subtus velutina hymenio laevi. — New-Engl. 309. E. picea B. et C. Erumpeus, pedunculo cylindrico brevi, hymenio cupulae-formi subtus laevi. ~ A. Betula lenta. — Car. Inf. S. 19. 310. Exidia pedunculata B. et C. Stipite distincto sulcato, hymenio expanso lobato demum deflexo. — A. Pinus. — Car. Inf. 311. Hirniola scutelliformis B. et C. Minuta, orbicularis, subtus Candida, hymenio fusco. — A. Asimia. — Alabama. 312. Tremella gigantea B. et C. Maxima, pallide ferruginea, foliacea, firma. — Alabama. 313. T. dependens B. et C. Sacciformis subclavata, viridi-flava dependens. — A. Lirio- dendrum. — Alabama. 314. T. marmorata B. et C. Magna cerebriformis compacta granulata nigra intus mar- morata. — A. Eiche. — Car. Inf. S. 20. 315. T. enata B. et C. Erumpens, convexa, tuberculiformis, rufa; floccis dichotomis erectis. — A. Alnus serrulata. — Car. Inf. 316. Dacrymyces chrysosperma B. et C. Erecta clavato-lobata aurantiaca; sporis aureis 4-6 septatis. — New-Eng. 317. D. syringicola B. et C. Erumpens plana epidermide cincta, pallida; conidiis ob- longis curvulis grandoque furcatis. — A. Syringa. — Car. Inf. 318. D. destructor B. et Rav. Erumpens epidermide cincta, tuberculata pallida: coni- diis oblongis curvulis grandoque furcatis. — A. Pinus. — Car. Inf. 319. Coryne gyrocephala B. et C. Stipite cylindrico rufe demum sulcato, capite fusco gyroso. — Car. Inf. S. 33. 320. Coryne Ellisii B. Fusca stipite cylindrico sulcato capitulo ovato. New- York. Dacryomitra pusilla Tulasne (122 S. 217). Fungillus dilute luteus, natura Tremellarum aemulus, forma autem Mitrularum 8—10 millim. altus. Basidia sterigmata dua acuta exserunt. Sporae cylindricae et curvulae, septis tribus transversis dividuntur 0.013 mm. 1., 0.003 er. — An Castanea vesca. Tremella neglecta Tul. (Ds. S. 222.) Tremella pulvinulis perexiguis, sordide albidis ; basidiis globosis aut nonnihil piriformibus , postea ad basim usque quadripartitis. — Parasitatur in cespitibus obsoletis Sphaeriae strumellae Fr. Dacryomyces purpureus Tul. (Ds. S. 231.) pulvinulis exiguis, natura pulposis totisque fere e conidiis s. cellulis ovatis, levibus, simplicibus et primum catenatis, catenis autem abunde ramosis. — An Rinde von Salix Caprea. 2. Hymenomycetes. 123. J. B. Schnetzler. Sur le soit-disant genre Rhizomorpha. (Bulletin de la Society Vau- doise des sciences naturelles. 2. Ser. Vol. XL Nr. 68. Lausanne 1873, p. 324-326.) Ein Exemplar von Rhizomorpha putealis, M^elches in einem eisernen Wasserbehälter gewachsen war, wird genau beschrieben. Am Ausgange der Wasserleitung, wo die Rh. be- ständig von Wasser von 8" Wärme bespült wurde, wandelte sich ihr Gewebe in eine mar- kige Substanz um, die von gallertartiger Masse umgeben war. An manchen Stellen des Pilzes wurden lose aufsitzende .rundliche Zellen gefunden, die Seh. für Conidien erklärt, eine andere Fructification wurde nicht bemerkt. — Die Rhiz. hatte Aehnlichkeit mit den Gebilden, die als Ciavaria thermalis DC, Cl. lignaria Dikson und Gl. ceratoides Holmsk. ^fee. 93 beschrieben worden sind und die nach De CandoUe nichts anderes sind als eine unter Ein- fluss von Wasser eingetretene . strangartige Umwandlung der Fruchtträger von Agaricus tubaeformis. 123a. A. Braun (Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde z. Berlin v. 16. Dec. 1873. S. 125—127) erläuterte ein merkwürdiges Exemplar eines in einem Brunnenschachte zu Berlin gefundenen Pilzes. Es bestand aus einem Bündel hornförmiger, schlangenförmig gewundener Gebilde und ist eine monströse Bildung von Agaricus (Lentinus) lepideus Fr. Diese Missbildung ist schon 1667 von Ulysses Aldrovandus unter dem Namen Fungus gallipes und anguinus, später von Anderen als Ciavaria coruuta Retz., Ramaria ceratoides Ilolmsk., Elvella serpentiformis Batsch beschrieben und abgebildet worden. Das vorliegende Exemplar zeichnete sich vor Allen durch seine bedeutende Länge (0.57 M.) und dadurch aus, dass zwei der Sprossen ausgebildete Hüte trugen, so dass die Zusammengehörigkeit der hörn- und schlangenförmi- gen Gestalten mit den hutbildenden ersichtlich wird. 124. R. Hartig. Vorläufige Mittheilung über den Parasitismus von Agaricus melleus und dessen Rhizomorphen. (Botan. Ztg. 1873 Nr. 19, S. 295—297.) Agar, melleus bildet eine den 5 — 30 jährigen Nadelholzpflanzungen gefährliche Krankheit, den „Erdkrebs", „Harzüberfülle", und veranlasst das Absterben ganzer Baum- gruppen. Am Wurzelstock zeigt sich starker Harzerguss, und in der benachbarten Erde braune runde Rhizomorphen, die in die Wurzel zwischen Holz und Rinde eindringen und dann in ein weisses fächerförmiges Mycel übergehen. Auch an Ijaubbäumen (Prunus avium, Sorb. Aucup., Crathaegus, Fagus, Betula) ist die Krankheit beobachtet worden. An allen getödteten Stöcken fanden sich die P'ruchtträger von Ag. melleus, oft zu 100 zusammen an. Sie sitzen auf dem fächerförmig ausgebreiteten Mycel, oft auch direct auf den Rhizomor- phen auf. — Der Pilz zeigt ächten Parasitismus, er geht von getödteten Stöcken radial auf vorher gesunde Bäume über, und ergreift zuerst die Wurzeln und Wurzelstöcke. — In den abgestorbenen Stöcken lebt er noch jahrelang als Saprophyt fort. Die alten Stöcke müssen daher beseitigt werden, um die Krankheit zu unterdrücken. 125. Elias Fries. Observations on Gonnermann and Rabenhorst's Mycologia europaea. (Grevillea Bd. H S. 27.) Berichtigung einiger Bestimmungen von Hymenomyceten, die auf T. 1—11 des ge- nannten Werkes dargestellt sind. 126. Derselbe. Kritische Bemerkungen zu W. G. Smith. Mycolügical lUustrations Part. 2. (Grevillea Bd. J S. 127, 128.) Kurze Bemerkungen über die Ausführung der Abbildungen und Berichtigung einiger Bestimmungen in denselben. 127. Derselbe. Duo Agarici novi anglici. (The joumal of botany Nr. 127, S. 204 und 205.) Zwei von W. G. Smith und Saunders unter anderen Namen abgebildete Agarici werden als neue Arten erkannt, und die Diagnose derselben mitgetheilt (S. n. A.). 128. Derselbe. Icones Hymenomycetum selectae specierum nondum delineatarum. Fase. V— Vni. (Bot. Ztg. 1873 Nr. 30, S. 477 u. 478.) Prof. Elias Fries giebt das Verzei3hmss der in den Heften V— VHI seines Werkes abgebildeten Pilze, zusammen 116 Agaricus-Arten. Mit Heft IX u. X, die Arten von My- cena, Pleurotus und Hyporrhodius bringen sollen, soll die erste Serie des Werkes ein ab- geschlossenes Ganze bilden. — Verfasser theilt gleichzeitig mit, dass er mit der Redaction einer vermehrten Auflage seiner Epicrisis beschäftigt ist. 129. Derselbe. Decas Hymenomycetum novorum. (Oefversigt af Kongl. Vetenscaps-Acad©» miens Förhandlingar. 1873. Nr. 5.), (cit. in Bot. Ztg. 768 R.) 94 Pilze. 130. Worthington G. Smith. Newhymenomycetons fang! from Steves. (The Journal of botany No. 123, S. 65-67 u. Tab. 129 u. 130.) Agaricus acutesquamosus Wn., und Ag. cepaestipes Sow., obschon sonst in England selir selten, sind in den Treibhäusern dort sehr häufig und kaum auszurotten. — Als neue nur in Treibhäusern vorkommende, wahrscheinlich eingeführte exotische Arten werden da- rauf 4 Species von Agaricus, 1 von Radulum, 1 Ciavaria, 1 Pistillaria beschrieben (S. n. A.) — Abgebildet sind diese neuen Arten und Polyporus xanthopus Fr. 131. Derselbe. Lactarius minimus Sp. n. (Das. Nr. 127. S. 205 mit 1 T.). S. n. A. 132. Derselbe. New-British-Fungi. (Das. S. 335-337.) Unter 20 Hymenoniyceten , welche als für England neu aufgeführt werden, sind 7 als neue Arten beschrieben. S. n. A. 133. Derselbe berichtigt (das. S. 340) einen Irrthum, welcher sich in den Handbüchern von Berkeley und von Cooke bei der Beschreibung von Russula emetica eingeschlichen hat. Das Fleisch unter der Oberhaut des Hutes ist immer roth, nicht weiss, wie dort ge- sagt wird. 134. Ralienhorst. Hydnum Stohlii n. sp. (Hedwigia 1873. Nr. 8. S. 113), von Dr. Stohl bei Salzburg entdeckt. — S. n. A. 135. Hartsen. Zusammensetzung von Agaricus fusclculatus. (Compt. rend. hebd. Bd. 76. Nr. 6, S. 385.) Hartsen hat aus Ag. fasciculatus eine in Aether lösliche, beim Eindampfen in Na- deln krystallisirende Substanz ausgezogen, die er mycorhaphine nennt und einen anderen, in Aether und Wasser löslichen Stofi', der sich in nierenförmigen Körnern abscheidet, von ihm als mycostearine bezeichnet. 136. Sacc. Analyse de l'Agaric fetide. (Comptes rend. hebd. Bd. 76. Nr. 8, S. 505, 506.) Ag. foetidus, im October in einem Eichenwalde gesammelt, hatte folgende Zusam- mensetzung : Wasser 67,2, Mannit 0,60, Pectinsäure 0,09, Fibrin 4,66, ßassorin 1,55, holzige Stoffe 20,09; Fett, Säure, färbende und riechende Bestandtheile 0,68; Asche 5,13. 137. C. Ealcbbrenner. Icones selectae Hymenomycetum Hungariae per St. Schulzer et C. Kalchbrenner observatorum. I. Heft. Pestini 1873. Das Werk erscheint unter den Anspielen der Ungarischen Academie der Wissen- schaften in der Form der Fries'schen Icones selectae Hymenomycetum, mit lateinischem und ungarischem Text. — Das erste Heft bringt auf 10 Tafeln die Abbildung von 21 Agaricus-Arten, von denen 17 neu sind. 138. Fr. Harsling. Fortschritte der Mykologie in Ungarn. (Flora 1873, Nr. 9, S. 147.) Eine Ankündigung des vorstehenden Werkes. 138a. Fackel (14.) beobachtete in der Schweiz das Vorkommen von Exobasidium Vac- cinii an Rhododendron. Es verursacht kuglige Auftreibungen , die „Saftäpfel" genannt werden. Diese Gebilde sind früher für Insecten-Gallen, und von Beckeley für die Producte eines Ascomyces gehalten worden. — Derselbe fand oft Aegerita Candida Pers. in Gesell- schaft von Corticium lacteum Fr,, und sah, dass die Erstere von Hyphen entspringt, die denen von Gort. lact. ganz gleich sind. Er schliesst daraus, dass Aeg. c. eine Conidien- fruchtform von Gort, 1. ist. — Auch bei einem anderen neu entdeckten Hymenomyceten : Polyporus metamorphus n. sp. fand er reichliche Conidienbildung an den dem ausgebildeten Pilze vorangehenden Hyphen, ,,meines Wissens der erste unzweifelhafte Nachweis des Vor- kommens von Conidien bei Polyporus". — Von Xylostroma corium Rbh., das bisher nur Steril bekannt war, fand er die ausgebildete Fruchtform in einem Polyporus (P. xylostro- matis n. sp.), der sich also dem P. vitreus Fr. analog verhält. Er verursacht in dürrem Eichen- und Birkenholz Aushöhlungen, von den Holzarbeitern werden die Stämme dann a,ls „bienrissig" bezeichnet. — Eine kleine Nyctalis (N. Rhyzomorpha u. sp.) traf er in Pilze. Ö5 "Verbindung mit einer Rhizomorpha, die der Rh. subcorticalis, wie sie De Bary beschreibt, sehr ähnlich war. Er ghiubt daher, dass diese das sterile Mycel der Nyctalis bilde. — Fusi- dium Kühnii Fuck., glaubt er als die Conidienfruchtform von Agaricus (Crepidotus) variabilis P. ansehen zu müssen, und ein sehr ähnliches Fusidium als die von Agaricus (Mycena) corticola Schum, Neue Arten. Polystictus Vitiensis Reichart. (15.) Stipes lateralis, niger, pileus reni- formis, coriaceo-membranaceus , zonatus niger. — Hymenium albidum, poris minutissimis brevibus, regularibus, obtusis. Sporae cllipticae, laeves, albidae. — Vidschi-Inseln. Hydnum Stohlii Rabenhorst (134) H. laete et pulcherrime aurautio - ful- vum, sessile, basi angustatum, antice flabellif. dilatat., superficie laeve, aculeis subdensis, 1—2"' longis, intense aurantiis, apice integris. — Dem H. fulgens Fr. ähnlich, durch die ganzrandigen Stacheln unterschieden. — An Laubholz. Lactarius minimus W. G. Smith. (131.) Alle Theile blass thonfarben. Hut 1/^ bis */g Zoll im Durchmesser. Rand eingerollt. Lamellen etwas herablaufeud massig entfernt. Stiel sehr kurz, gewöhnlich exceutrisch. Milch reichlich, weiss, mild. Sporen stachlig, 0.003 Zoll im Durchmesser. Marasmius Kirchner! Thümen. (24 Nr. 909.) M. pileo carnosulo-pallide fusco- albido, lamellis sparsis, albido-fuscis, subdecurrentibus, stipite 1—1 V2 ^^^- !•) brunneo, fili- forme, glabro. (M. scorodon. var n. Kalchbrenner.) Nyctalis Rhizomorpha Fuckel. (14 S. 85.) Pileo carnoso, albicante flocculoso- pruinoso, cinereo, gibboso, V2 unc. lato, lamellis concoloribus, inaequalibus, stipite centrali, valde sulcato, albo, 1 uuc. alto. — Fungillus basi fibrillis rhizomorphaeformibus obsitus. Polyporus Xylostromatis Fuckel, (Ds. S. 86.) Resupiuatus, effusus, coria- ceo-carnosus , candidus, submarginatus ; poris junioribus subtilissime sed dense tomentosis, plerisque obliquis, longissimis, hexagonis, margine integro, media magnitudine. Pol. metamorph US Fuckel. (Ds. S. 87.) Fungillus conidiophorus. Hyphis ramosis, septatis, mox aureo-coloratis ; conidiis solitariis, ovatis breviter pedicellatis, laevi- bus, aureis 8—10 Mik. 1. 6 Mik. er. — Fung. hymeniophorus e poris resupinatis late effusis tantum constat, ambitu plus minusve sterili, albo, villoso; poris pro ratioue amplis, 1 — 3 lin. long, prirao candidis demum ceraceis, valdc irregulariter angulatis, ore laciniato-inciso ; basidiosporis cylindraceis, rectis, continuis, hyalinis 8—10 Mik. 1. 3 Mik. er. — Auf einem Eichenstumpfe. Irpex hypogaeus Fuckel. (Ds. S. 88.) Mycelio sterili longe disperso, candido, hymeniophoro reflexo, primo candido demum pallide fusco-ochraceo , hymenio proprio defi- ciente, sed aculeis in bysso ipso ortis ijiordinate dispositis, aculeis 1 — 3 lin. long, forma valde varia. — Bis ^/j Fuss tief in lockerem Waldboden wuchernd. Agaricus (Entoloma) AVynnei B. et Br, (6.) Pileo primum piano, fuli- gineo, velutino, dein convexo, squamuloso, hygrophano; margine striato, saepe undulato; stipite fuligineocaeruleo, compresso, basi gossypino; lamellis latis, trausversim costatis, pal- lidis, margine crenulatis; odore cimicino. Hygrophorus Clarkii B. et Br. (Ds.) Fragilis; pileo convexo, subumbonato, livido cinereo, viscoso; margine laevi; stipite concolori, cavo; lamellis latis, distantibus, crassis, adnatis, albis. Hyg. Houghtoni B, et Br. (Ds.) Pileo convexo, laeticolori, centro demum de- presso, striato, cum stipite fulvo-flavo, transversimJ_undulato , viscosissimo ; lamellis decur- rentibus, tenuibus, gilvis. Corticium lacunosum B. et Br. (Ds.) Molle, late effusum; hypothallo lanoso, fulvo, lacunoso; hymenio pulverulento. Agaricus Worthingtoni Fries (127 S. 204). Psalliota pileo leviter carnoso, e campanulato convexo, viscido (?) laevi, aureo; stipite fistuloso, gracili, subflexuoso cyaneo: lamellis adnatis fusco-ferrugineis. Ag. Saundersii Fries (Ds.) Entoloma pileo carnoso, marginem versus teaui, 94 Pilze- convexo, glabro, viscido (?), albicante; stipite solido, firrao, aequali, glabro, albo; lamellis leviter adnexis. latis, distantibus, incarnatis. Agaricus (Pleurotus) gadinoides Worth. G. Smith (130). Alle Theile weiss, Haut fleischig, zart, halbirt, mit feinem angedrücktem Flaum bekleidet. Stiel klein, seitlich oder fehlend: Lamellen ziemlich dicht; Sporen weiss 0.00027 x 0.0001 Zoll. — Au Far renkraut- Stämmen in Warmhäusern. Agaricus (Naucoria) echinosporus W, G. Sm. (Ds.) Hut anfangs etwas kleiig, fett, wässrig, citronengelb mit mattgrünem Rande, abblassend; Stiel röthlich-braun, voll, knorplig, mit weissen Schuppen bekleidet; Lamellen citronengelb, entfernt stehend. Sporen roth, stachlig 0.0003 x 0.00025 Zoll. Marasmius subulatus W. G, Sm. (Ds.) Hut trocken, anfangs glatt, dann am Rande gestreift. Lamellen ziemlich dick, bauchig, etwas verzweigt oder aderig verbunden, anfangs angewachsen, entfernt von einander; Stiel hornartig, pfriemlich, elas- tisch, an der Spitze weiss , am Grunde tief braun , nach unten verschmälert, fein pulverig, Geruch scharf. Sporen 0.00027 x 0.0001 Zoll. Mar. aratus W. G. Sm. (Ds.) Hut lebhaft braun, glatt, runzlig; Stiel voll, dicht flaumig; Lamellen braun, dick, manchmal wie b. M. Rotula vereinigt, — Spo- ren 0.00027 X 0.0001 Zoll. Radulum Cyatheae W. G. Sm. (Ds.) Krustenförmig, blass. ocherf. Höcker anfangs rundlich, später stumpf, an der Spitze flockig-zottig, später, cylindrisch, unregel- mässig gekerbt. Sporen 0.00025 x 0.00017 Zoll. Ciavaria cervina W, G. Sm. (Ds.) Zart, wenig verzweigt, Aestchen stumpf, lohfarbeu, unten braun, voll. Sporen ocherfarben. Pistillaria purpurea W. G. Sm. (Ds.) Eiförmig, keulenf., Keulen stumpf oder spitz, glatt, purpurn; Stiel voll, abgesetzt, manchmal karminroth gefleckt. Sporen klein, fast kuglig 0.0001 " Dchm. Agaricus (Clitocybe) subinvolutus W. G. Smith. (132.) Hut flach, flei- schig, Rand etwas eingerollt; Lamellen breit, herablaufeud ; Stiel voll, fast knollig; der ganze Pilz rahmfarben, später an allen Theilen gefleckt. Ag. (Flammula) inauratus W. G. Sm. (Ds.) Hut fleischig, oder mehrere Zoll breit, feucht, glatt, mit deutlichem Schleier; Lamellen breit, angewachsen, mit einem Zahne herablaufend, blassgelblich thonfarben; Stiel mit eingewachsenen Schuppen bekleidet, — Der ganze Pilz schwefelgelb. — An Weiden. Ag. (Flammula) juncinus W. G. Sm. (Ds.) Hut fleischig, schwefelgelb mit dunkelbrauner Scheibe; Schleier fehlt; Lamellen breit, sehr dünn, rothbrauu; Stiel 4 Zoll lang, dünn. Geschmack bitter, unangenehm. — An abgestorbenen Binsen. Lactarius exsuccus W. G- Sm. (Ds.) Der Beschreibung nach wie L. vellereus, aber milchlos. Russula subfoetens W. G. Sm. (Ds.) Sehr ähnlich R. foetens. Stiel weniger stark. Geruch etwas unangenehm, Geschmack etwas scharf. — Von Fries als Var. von R. fragilis betrachtet. Nyctalis caliginosa W. G. Sm. (Ds.) Hut sehr fleischig, trocken weiss, flockig, feucht wie Ag. butyraceus gefärbt. Rand eingerollt. Lamellen dick, verzweigt herab- laufend, Stiel fest, flockig, am Grunde nackt. Geruch und Geschmack wie von Polyporus squamosus. — Auf der Erde. Cyphella Gatilla W. G. Sm. (Ds.) Fast häutig, ausgebreitet, Rand kraus und wellig. Hymenium adrig, grau. — Oft dachziegelförmig. — Auf Moos und dürren Blättern. Cyphella pallida B. et Br. (Ds.) Cupulis primum orbicularibus, deraum irre- gulariter lobatis, planis, tomentosis vel hispidulis, sessilibus; hymenio demum rugoso, pal- lide ochraceo. Pilzö. 97 Tfametes radiciperda R, Hartig (No. 82, S. 62). Fruclitkörper weiss oder gelblich weiss, gerandet. Sporen kleiüer als bei Tram. Pini, weisse Fruchtschiclit ohne Haare, — An den Wurzeln verschiedener Bäume. Berkeley. Notices of North-Araerican Fungi Grevillea (Bd. l. S. 33). Lentinus omphalodes Berk. et Curt. Pileo iufuudibuliformi tenui; stipite gracili sursum incrassato, basi fibrilloso spongiosoque ; lamellis integris, angustis, decurren- tibus. — Pennsylv. 103. Lentinus haematopus B. Pileo umbilicato depressove, ochraceo, glaberrimo; stipite brevis^imo, cruento lamellis decurrentibus, margine laceratis. 102. Lentinus Micheneri B. et C. Pileo umbilicato, ochraceo, glabro; margine lo- bato; stipite basi spongioso, umbrino; lamellis acie serrulatis. — Pemis. 104. Lentinus pallidus B. et C. Pileo convexo-plano, margine fortiter inflexo; stipite sursum glabro, deorsum furfuraceo; lamellis decurrentibus, margine lacmiatis. S. 34. 105. Xerotus viticola B. et C. Pileo tenui nigro ramoso-sulcato scabro; margine pal- lidiore; lamellis latiusculis. — Car. inf. 106. Lenzites glaberrima B. et C. Pileo suberoso, dilatato, e disco orbiculari oriundo, sursum sulcato-zonato, albido, glaberrimo; lamellis poroso-anastomosantibus; intersti- tiis angustissimis. — Santee Piiver, S. 35. 107. Lenzites rhabarbarina B. et C. Pileo rheniformi, zonato, rugoso, e velutino subglabrato, rhabarbarino, fasciis rubris demum picto; lamellis subramosis, rhabarbarinis, acie laceratis. — Car. Inf. 108. Boletus Spraguei B. et C. Pileo convexo, flavo, coccineo-squamuloso ; stipite flavo, coccineo-notato ; poris viridi-flavis, amplis, angulatis, decurrentibus; velo tenui albo-evanescente ; carne e flavo purpurascente. — New. Eng. 109. Boletus Curtisii B. Pileo hemisphaerico, viscoso; stipite tenui, sursum attenuato- polito, reticulato; poris umbrinis, liberis. — Car. Inf. 110. B. hemichrysus B. et C. Pileo convexo, crasso, aureo-pulverulento ; stipite subconcolore, deorsum pulveraceo; mycelio luteo; poris amplis, decurrentibus. — Car. Inf. 111. B. Ravenelii B. et C. Pileo convexo, stipite tenui veloque sulfureo-pulverulentis; poris planis, umbrinis. — Car. Inf. S. 36, 112. Boh auriflammeus B. et C. Pileo convexo, stipiteque sursum attenuato, aureo-pul- verulentis; poris liberis, amplis, ore cinnabarinis. — N. Car. 113. B. r etipes B. et C. Pileo convexo, sicco, luteo-pulverulento ; stipite subaequali, usque ad basin reticulato, deorsum pulverulento ; poris luteis adnatis. — Car. Sup. 114. B. Murraei B. et C. Pileo hemisphaerico, crassissimo, vivide rubro, granulato; carne flava; stipite clavato, flavo, laevi; poris angustissimis, decurrentibus, flavis. — New Eng. 115. Polyporus (Mesopus) dibaphus. B. et C. Pileo orbiculari, atropurpureo, sub- tiliter tomentoso, glabroscente, lineis pallidis hie illic radiato; stipite gracili, subcon- colore, deorsum pruinato; poris decurrentibus, ochroleucis, angulatis, parvis. — Ala- bama. S. 87. 116. P. (M.) dependeus. B. et C. Pileo turbinato, ferruginco, sericeo-striato, stipite brevi, villoso, e basi spongiosa oriundo, porisque angulatis, parvis, concoloribus. — Car. Inf. 117. P. (M.) luridus B. et C. Pileo orbiculari, umbilicato, fusco, pulverulento, margine incurvo; stipite cylindrico, subconcolore; poris ciuerois, parvis, angulatis. — Wiscon- sin. Conn. SoUuiscber Jahresbericht I. 7 98 Pilze. 118. P. (M.) persicinus B. et C. Pileo molli, tomentoso. pulviuato, atropurpui'eo ; stipite crasso, coucolore; poris angulatisj carne rubida, subcuticula atropurpurea, quandociue zonata. — Car. Inf. 119. P. (M.) delicatus B. et C. Pileo orbiculari, ochraceo, tomentoso; margine tenui, acuto; stipite brevi, radicante; poris angulatis, dissepimentis tenuibus, usque ad basin de- currentibus. — Alabama. S. 38. 120. P. (M.) flavo-virens B. et Eav. Pileo molli, irregulari, piilvinato, vel depresso, subtiliter tomentoso, flavo-viridi; stipite pallido, subconcolore, crasso, poris irregula- ribus, dissepimentis tenuibus flavis. — New Eng. 121. P. (M.) cupulaeformis B. et C. Pileo cupulaeformi demum reflexu, rufo tomentoso; stipite brevissimo; poris minimis concoloribus. — Car. Inf. 122. P. (Pleuropus) Ravenelii B. et C. Pileo sub-flabellif ormi , demum lobato, zo- nato, albido, lineato-sericeo; stipite albo, pruinato, poris ochroleucis, minimis. — Car. Inf. 123. P. (P.) mutabilis B. et C. Pileo flabelliformi , zouato, postice pallido, antice rufo, sericeo-striato ; stipite variabili; poris minimis ochroleucis. — Car. Inf. S. 39. 124. P. (P.) fractipes B. et C. Ocbraceus; pileo reniformi, irregulari, rugoso, tomentoso, hie illic hispidulo; stipite irregulari distorto, quandoque postice adnato pulverulento; poris minimis. — Car. Inf. 125. P. (P.) dealbatus B. et C, Pileo convexo, zonato, quandoque sulcato, dealbato; sti- pite elongato, distorto, pruinoso; hymenio concavo, albido; poris microscopicis, — Santee River. S. 49. 126. P. (P.) AmygdalinusB. etRav. Olidus; pileo carnoso, subimbricato , laterali, luride-flttvo, hie illic squamis omnino adnatis, obscurioribus notato; stipite obsoleto; poris sinuosis, irregularibus, parvis, albis. — Car. Inf. 127. P. (Merisma) subgiganteus B. et C. Pileo dilatato, lobato, flexuoso, rugoso-un- dulato, villoso-scabro, margine inflexo; poris irregularibus; dissepimentis tenuibus.— Conn. S, 50. 128. P. (Anodermei) semisupinus B. et C. Ochraceus, pileo e resupinato reflexo, tenui, fibris paucis, brevibus, ornato, postice laccato-glabrato, poris minutis, dissepimen- tis tenuibus. — New Eng. 130. P. (Ä.) Lindheimeri B. et C. Pileo albido, subcinereo, floccoso substrigoso; hy- menio cinereo; poris minutis, angulatis. — Texas. 129. P. (A.) cerifluus B. et C. Ochroleucus; pileo sessili, dimidiato, angusto, hie illic laccato-glabrato; hymenio cribroso; poris angulatis, dentatis, minutis. — Car. Inf. 131. P. (A.) Spraguei B. et C. Pileo imbricato pruinoso scabro, rugoso; margine lobato, intus zonato, umbrino fibroso, rigescente; hymenio concavo; poris minutis. — New Eng. Murray. 132. P. (A.) fissilis B. et C. Albus; pileo dimidiato, vertice elongato rugoso hie illic acu- leato-setoso; intus fibroso, fissili, zonato, poris subrotundis, acie obtusiusculis. — Car. Sup. S. 51. 133. P. (Placodermei) novae angliae B. et C. Pileo reniformi, disco pulvinato af- fixo, ferrugineo, velutino; hymenio concolore; poris parvis; dissejnmentis rigidis. — New Eng. 134. P. (Plac.) cucullatus B. et C. Pileo minuto angulaef ormi , e ferrugineo tomen- toso, nigroglabro; poris parvis; hymenio primum margine breviter porrecto, limitato. — New Eng. 135. P. (Plac.) palustris B. et C. Pileo pulvinato, cuticula laevi ochroleuca vestito; hymenio convexulo; poris parvis, angulatis, — Santee River. Pilze, gg 136. V. (lüodermei) Sartwellii. B. et C. Dimidiatus, postice decurrens; pileo al- bido, zonato, velutiüo strigoso; poris angulatis elougatis nigris. — New- York. S. 52. 137. P. (J.) scarrosus. B. et C. Ocliraceus; pileo dimidiato, postice decurrente, fibria radiantibus stuppeo; poris decurrentibus ; elongatis, angulatis. — Car. Sup, 138. P. (J.) ectypus B. et C. Pileo flabelliformi, lobato, zonato picto, postice rufo, an- tice pulverulento, pallido; hymenio ochraceo; poris minutis. — Car. Inf. 139. P. (J.) Halesiae B. et C. Pileis imbricatis, postice decurrentibus, pallidis serieeis margine tenui, inflexo; hymenio cinereo; poris minutis. — Ober-Georgia. A. Halesia. 140. P. (J.) Jlicincola. B. et C. Pileo flabelliformi, pallido, glabrato nitido radiato ru- guloso; poris pallidis sinuatis. — Alabama. S. 53. 141. P. (Resupinati) favillaceus. B. et C. Brevis, sparsiis ; margine liberato, tomen- toso; hymenio cinereo; poris minimis. — New Eng. 142. P. (R.) aurantio-pallens. B. et C. Suborbicularis ; margine elevato obtuso cinc- tus; poris parvis. — Car. Inf. 143. P. (R.) Chrysobaphus B. et C. Totus resupinatus, immarginatus, aureo-olivaceus; poris elongatis obliquis; sporis ferrugineis. — Alabama. 144. P. (R.) barbaeformis. B. et C. Totus resupinatus margine tenui albo; bymenio fulvo; poris parvis, elongatis, dissepimentis tenuibus. — Alabama. S. 54. 145. P. (R.) clathratus. B. et C. Niveus, effusus, late cribrosus; parietibus cribrorum laccato-laevibus ; poris punctiformibus , dissepimentis crassis obtusis. — Louisiana. 146. P. (R.) Lindbladii B. Pileo resupinato, rigido; margine tomentoso albo demum li- bero; hymenio griseo, fuscescente; poris angulatis. — Car. Inf. 147. P. (R.) limitatus. B. et C. Totus resupinatus rigidus albidusj margine nigrescente rimoso; poris angulatis. — Car. Inf. 148. P. (R.) Salviae. B. et C. Effusus, moUis, albus; fere totus e poris minimis flexuosia constitutus; dissepimentis tenuibus. — Car. Inf. 149. P. (R.) incrustans. B. et C. Mollis, albus; quisquilias incrustans; mycelio gossf- pino; poris brevibus angulatis; dissepimentis tenuibus. — New Eng. S. 65. 150. P. (R.) vesiculosus. B. et C. Late effusus alutaceus; poris pezizaeformibus veluti e vesiculis ruptis enatis. — Alabama. 151. P. (R.) minimus. Ravenel. Pulvinatus fere totus e poris moUibus ceraceis candidis elongatis minimis constitutus. — Car. Inf. 152. P. (R.) fatiscens. B. et Rav. Totus resupinatus, albus tenuissimus pulveraceus; poris serius enatis primum punctiformibus dein angulatis. — Car. Inf. 153. P. (R.) tenerrimus B. et Rav. Totus resupinatus, tenerrimus, fulvus, aquosus; poris minimis, dissepimentis tenuibus. S. 66. 154. Trametes Lindheimeri B. et C. Pileo dimidiato, applanato, fulvo, floccis molli- bus, strigosis, spongioso-implicatis vestito; margine tenui; poris demum umbrinis mediis, dissepimentis dentato-elongatis. — Texas. 155. Tr. Peter sii. B. et C. Pileo applanato subtiliter tomentoso pallide fulvo marginem versus subsulcato-zonato, poris minimis punctiformibus, dissepimentis ab initio ri- gidis. — Alabama. 156. Tr. limitata. B. et C. Suborbicularis, applanata, pallida subtiliter tomentosa zo- nata; poris minimis concoloribus ; dissepimentis tenuibus; margine sterili acute. — N. Mexico. 157. Tr. Ohiensis B. Pileo pulvinato, angusto, zonato, ochroleuco, tomentoso, demum laccato-glabrato, contextu tenui subconcolorc; hymenio concavo candido; poris puncti- formibus 5 dissepimentis rigidis latis. — Ohio. 7* 100 ^^^^• S. 67. . ^ 158. Daedalea glaberrima. B. et C. Pileo reiiiformi candido, polito leviter sulcato; stipite laterali brevi obtuso; poris demum sinuosis. — Saiitee River. 159. D. puberula. B. et C. Pileo molli-suberoso, irregulari, dimidiato, hic-illic tuber- culoso, puberulo, ocbraceo; margine tenui; poris parvis demum sinuatis. — Penns. S. 68. 160. D. Ravenelii. B. Ferruginea, pileo postice decurrente, tomentoso aetate spadiceo; poris irregularibus , primum pubescentibus. — Car. Inf. 161. Hexagona carbonaria. B. et C. Tota resupinata, fulvo-fusca margine nuUo, subtus fulva tomentosa; poris rigidis, dissepimentis.acutis. — Car. Inf. 162. Favolus Curtisii B. Pileo orbiculari umbilicato tenuissimo margine ciliato; stipite centrali deorsum incrassato setuloso; poris oblongis mediis. — Car. Sup. S. 69. 163. Merulius haedinus. B. et C. Pileo dimidiato candido gkberrimo, bymenio rugu- loso. — Alabama. 164. M. Wrigbtii B. Pusillus reniformis extus furfuraceus, bymenio albido, poris radian- tibus. — Texas. 165. M. ambiguus B. Orbicularis, margine demum reflexo-sulcato villoso plicis radian- tibus demum reticulatis. - Car. Inf. 166. M. Ravenelii B. Orbicularis totus resupinatus, margine tomentoso albo; bymenio poroso ex alutaceo-rufo demum spadiceo. — Car. Inf. 167. M. ceracellus B. et C. Totus resupinatus margine tenui; bymenio primum laevi ceraceo, dein reticulato-poroso alutaceo. — Car. Inf. 168. M. bell US. B. et C. Elf usus sub-byssoideus irregularis; hymenio alutaceo poris ab initio distinctis brevibus. — Alabama. S. 70. 169. M. patellaeformis B. et C. Pusillus orbicularis totus resupinatus fuscus; hymenio poroso. — Car. Inf. 170. M. spissus B, Poris primum pallidis brevibus dein fuscis elongatis e Strato mem- branaceo oriundis. — Car. Inf. 171. Arrhytidia fulva B. et C. Pusilla horizontalis, spatbulata, fulva. — Car. Inf. 172. Porothelium hydnoideum. B. Effusum niveum pulverulentum , verrucis primum pruinosis, dein lutescentibus, demum fuscis. — Car. Inf. S. 71. 173. Fistulina pallida. B. et Rav. Pileo reniformi pallido-rubente stipite laterali tubis decurrentibus. — Car. Inf., Alabama. 174. F. spatbulata. B. et C. Pileo tenui, spatliulato in stipitem gracilem basi attenua- tum cum tubulis decurrente. — Alabama. 175. Hydnum Curtisii B. Fuligineo-fuscum; pileo orbiculari laevi; margine inflexo; sti- pite centrali sursum attenuato, aculeis elongatis acutis integris. — Car. Inf. S. 97. 176. Hydnum (Apus) glabrescens B. et Rav. ümbrinum, pileo dimidiato, glab- rato, concentrice sulcato; aculeis elongatis, acutis, demum compressis. — Car. Inf. a. Carya. 177. H. (A.) plumarium B. et C. Pileo conchiformi minuto, candido, villoso, aculeis acutis tomentosis. — Car. sup. a. Viburnum. S. 98. 178. H. (Resupinatum) subvelutinum B. et C. resupinatum, breviter reflexum süb- velutinum ferrugineum, aculeis compressis apice pallidioribus subvelutinis. — Penns. 179. H. (Res.) amplissimuui B. et C. Crassum suberosum, effusum, intus pallidum fibrosum; aculeis subulatis acutis rufis. — New Eng. a, Cerasus. 180. H. (Res.) xanthum B. et C. Totum .resupinatum tenue margine subtiliter tomen- toso ceraceo, aculeis xauthis sparsis compressis subdivisis ceraceisr — Car. luf. a. Cas- taixea vesca, Pilze. 101 181. H. (Res.) Hai ei B. et C. Tenue crustosum, aculeig brevissimis flavis demum ob- tusatis. Louisiana a. Liriodendron, 182. H. (Res.) chrysellum B. et C. Totum resupinatum hie illic interruptum subiculo candido; aculeis elongatis flavis acutis. — Louisiana. 183. H. (Res.) chrysodon B. et C. Totum resupinatum tenue subiculo e fibiUoso creaceo; aculeis paucis parcis elongatis acutis flavis. — Auf Eichenbolz. Car. Inf. S. 99. 184. H. (Res.) fascicularia B. et C. Totum resupinatum ceraceum pallidum; aculeis fasciculatis brevibus obtusis quandoque apice ciliatis. — Car. Inf. a. Nyssa. 185. H. (Res.) Cookei. B. Tenue, subliberum, subiculo membianaceo, hie illic byssoideo, fibrilloso; hymenio isabellino; aculeis brevibus obtusis. — Car. Inf. a. Li- quidambar. 186. H. (Res.) laeticolor. B. et C. Late effusum, margine demum separabili sub- byssoideoj aculeis laete ochraceis compressis subvelutinus apice dentato-laceratis. — Alabama, a. Eiche. S. 100. 187. H. (Res.) velatura B. et C. Subiculo tomentoso, albo demum aculeis ceraceis brevibus subfasciculatis obducente. — Car. Inf. a. Pinus. 188. H. (Res.) n u d u m B. et C, Subiculo fere nuUo, vel tenuissimo , farinaceo ; aculeis sparsis ceraceis subulatis. — Car. Inf., Wisconsin. — a. Polyporus, Patellaria, Pinus. 189. H. (Res.) caryophylleum B. et C. Totum resupinatum pulveraceum; aculeis in asciciüos subdigitatos connatis. — Car. Inf. 190. H. (Res.) fragilissimum B. et C. Fragile subiculo byssoideo, hie illic fibrilloso« repente; hymeuio ceraceo aculeis brevibus subulatis. — Car. Inf. 191. H. (Res.) Nyssae B. et C. Subiculo eximie pulverulento ; aculeis elongatis subula- tis acutis quandoque apice fimbriatis. — Car. Inf., Penns. 192. H. (Res.) parasitans B. et C. Parasiticum aculeis brevibus compressis obtusis. Alabama, a. XJlmus americana. 193. H. (Res.) setulosum B. et C. Subiculo candido lacteo, membranaceo; aculeis flexuosis subulatis acutis subtiliter setulosis. — Alabama. — a. Liquidambar. S. 101. 194. H. (Res.) Murraii B. et C. Subiculum häutig, dünn, weiss; Stacheln zerstreut, pfriemlich, spitz; röthlich ocherf. — New Engl. 195. H. (Res.) Micheneri B. Subiculo e floccis intertextum hie illic fibrillis repenti- bus; aculeis verrucaeformibus brevibus apice subciliatis. — Penns. 196. H. (Res.) ischnodes B. Subiculo e floccis intertextum hie illic fibrillis repentibus ; aculeis subulatis gracilibus. 197. Irpex coriaceus B. et Rav. Pileo dimidiato postice decurrente imbricato taba- cino concentrice sulcato tomentoso; dentibus ferrugineis compressis. — Car. Inf, 198. I. tabacinus B. et C. Breviter reflexus subzonatus pubescens postice longe decur- rens laete tabacinus. Hymenio concolore; dentibus compressis. — Car. Inf., Texas. 199. I. pityreus B. et C. Parvus, brunneus; pileo conchiformi subvelutino sericeo, ezo- nato; hymenio concolore; dentibus compressis. — Rhode Island. 200. I. S c h w e i n i t z i i B. et C. Resupinatus, subiculo membranaceo, separabili, margine sterili, brevi, byssoideo; dentibus carneo-griseis compressis. — Alabama. S. 145. 201. I, fimbriaeformis B. et C. Totus resupinatus immarginatus , dentibus e basi triangulär! subulatis seriatis. — Penns. 202. I. discolor B. et C. Totus resupinatus; subiculo tenui albo, cito poroso; dentibus fasciculatis compressis subulatis. 203. Radulum pallidum B. et C. Totum resupinatum, laete ochraceum; margine Buperiore tomentoso; dentibus brevibus cylindricis sparsis. — Car. Inf. a. Carya. m Pilze. S. 146. 204. R. spinulosum B. et C. Effasura, isabellinura, margiue elevato tomentoso, denti- bus minutis sparsis spinulosum. — Alabama. 205. Benuettii B. et C. Totum resupinatura pallidum riraosum, tuberculius brevibus ex- asperatum. — Rhode Island. 206. Phlebia orbicularis B. et C. Primura orbicularis fasca demum lateraliter con- fluens fusco-purpureum , mai'gine elevato, venis e centrali puncto x'adiantibus. — Car. Inf. 207. Ph. zonata B. et C. Fusca secernibilis subtus zonata scbtomentosa, venis depressia radiantibus. — Car. Inf. 208. Pb. rubiginosa B. et Rav. Mai'gine reflexo rubiginoso tomentoso ; bymenio fusco; venis elevatis. 209. Ph. anomala B. et Rav. Tota resupinata, margine e ßtrato inferiore adnato pal- lido; hymenio e rufulo fusco; venis obscuris. 210 Grandinia alutacea B. et R. Laete alutacea late effusa, papillis sparsis. — Car. Inf. S. 147. 211. Gr. tuberculata B, et C. Crassiuscula paUida, papillis magnis ceraceis, obtusis. — Car. Inf. — a. Carya. 212. Kneiffia tessulata B. et C. Pallida adnata resupinata rimosa; margine tenuis- simo sterili; granulis irregularibus, — Car. Inf. — a. Eiche. 213. KneiffiacandidissimaB. etRav. Candidissima primum corticiridea, sero granulis frequentibus apiculatis sparsa, — Car. Inf. — a. Juniperus virginiana. 214. Odontia lateritia B. et C. Effusa immarginata lateritia, matricem tingens. — Alabama. 215. Craterellus lateritius B. Pileo profunde umbilicato lobato stipite deorsura an- gustato hymenioque radiato venoso lateritüs. — Alabama. Ohio. S. 148. 216. Craterellus unicolor Rav, Pallide fuscus, umbilicatus; stipite sursum incrassato in hymenium rugosum effuso. 217. Thelephora regularis Schwein. M, S. S. Pileo cyathiformi demum parce fisso; stipite cylindrico. — Car. Inf. 218. Th, Ravenelii B. Pileo cyathiformi lobato fisso pallido lineato subtiliter tomen- toso; stipite brevi cylindrico pallido; hymenio demum fusco. — Car. Inf. 219. Th. pteruloides B. et C. Pileo primum infundibuliformi ochraceo, demum in lacinias acutas fisso; stipite compresso. — Car. Inf. 220. Th. filamentosa B. et C. Pileis filiformibus pallidis e mycelio lato communi oriundis. — Alabama. 221. Th. hiscens B. et Rav. Pileo lobato fissoque tomentoso pallido; stipite brevi to- mentoso, hymenio riraoso. — Car. Inf. S. 149. 222. Th. tephroleuca B. et C. Pileo primum subinfundibuliformi late lobato albido rugoso, hymenio fusco. •— Penns., Car. Inf. 223. Th. aculeata B. et C. Infundibuliformis, lata; margine laciniato ; superficie aculeata; hymenio pallidiore. — Car. Inf, 224. Th. granosa B. et C. Efi'usa tenuis fusca; mycelio byssoideo; hymenio grauulato. — Car. Inf. — a. Eiche. S. 150. 225. Th. Murraii B. et C. Efi'usa carnoso-crustacea ; margine angusto tomentoso pallido; hymenio rimoso granulato; ex albido subcarneo-griseo. — New Eng,, Cuba. S. 161. 226. Lachnocladium semivestitum B. et C. Delicatum repetiter furcato ramosum, ramis tomentosis; apice glabris. — Penns, 227. L. subsimile B. Delicatum repetiter ramosum, flexuosum deorsum tomentosum. — New-Jersey. Pilze. 103 228. L. Micheneri B. et C. Repetiter ramosura furcatum fuscum e caudice cylindricoca subdiviso; basi albo-tomentosum. — Penns. 229. Stereum pergamenum B. et C. Püeo cyathiformi, nifo vixzonato subtiliter lineato; margine tenui deutato laceratove; stipite cylindrico hymenioque albidis. — Alabama. S. 162. 230. St. Kavenelii B. et C. Gregarium e communi mycelio oriundum; pileo cyathi- formi fusco; margine pallidiore plicato stipite gracili tomentoso hymenioque pallidis. — Alabama. 231. St. tenerrimum B. et Rav. Pusillum, pileo cyathiformi cito lacerato tomentoso pallido glabrescente ; stipite filiformi. — Car. Sup, 232. St. rugosiusculum B. et C. Pileo dimidiato umbrino plicato subtiliter rugoso; margine incurvo, hymenio fusco. — New Eng. 233. St. moricola B. Pileo reflexo postice decurrente pubescente albido; hymenio fusco. — Car. Inf. 234. St. Micheneri B. et C. Pileo coriaceo umbrino spongioso-tomentoso convexo latera- liter connato v. libero; hymenio laevi ochraceo-nitido. — New Eng. S. 163. 235. St. er is tat um B. et C. Parvum flabelliforme v. cyathiforme pallidum subzonatum, postice fibris pallidis cristatum. — Car. Inf. 236. St. sulfuratumB. et Rav. Pileo reflexo lobato crispato sulfurato hispido sub- spongioso; hymenio pallido undiilato. — Cotoosa-Quellen, Cuba, Venezuela. 237. St. bizonatum B. et C. LougituJinaliter effusum utrinque reflexum pallidum subtiliter tomentosum bizonatum hymenio e rufe fusco ; margine albido. — Car. Inf. S. 164. 238. St. coffeatum B. et C. Primura orbiculare, dein postice decurrens antice reflexum zouatum umbrinum rugosulum coriaceum; hymenio pallido. 239. St. Curtisii B. Effusum primum orbiculare ferrugineum; margine tenui sub- byssoideo pallidiove, quandoque utrinque libero; hymenio rugoso. — Car. Sup. — A. Clethria u. Ribes aureum. 240. St. umbrinum B. et C. Subirabricatum supra breviter reflexum, margine subiculo- que luteis spongioso-tomentosis ; hymenio umbrino, — Car. Inf. 241. St. dissitumB. Parvum pallidum, primum orbiculare, margine elevato-tomentoso ; hymenio ex albo, ochraceo subfuscescente, — Texas. 242. St. versiformeB. etC. Fuscum primum orbiculare; margine tenui elevato, hy- menio hie illic papillato. — Penns. S. 165. 243. Hymenochaete cervina B. et C. Irregularis resupiuata umbrino-cervina ; mar- gine tenuissimo concolore. — Car. Inf. 244. H. corticolor B. et Rav. Irregularis dura lignea coffeae-color demum hie illic liberata. — Car. Inf. 245. H. insularis B. Tota resupiuata rubiginosa, primum orbicularis; margine angusto tomentoso candido ; hymenio rimoso. — A. Castanea vesca. 246. H. setosa B. et C. Laete ferruginea, continua, resupiuata, setis eximiis exasperata. — Alabama. S. 166. 247. Corticium Nyssae B. et C. Adnatum, pileo utrinque reflexo ochroleuco velutino; margine inflexo; hymenio laevissimo laetiori. — Penns. a Nyssa. 248. C. Oakesii B. et C. Primum pezizaeforme margine erecto inflexo candido tomen- toso, demum confluens; hymenio pallide cervino. — Rhode Island, Alabama, New- York. 249. C. deglubens B. et C. Tenue papyraceura secernibile subtus candidum; hymenio laevissimo ochraceo. — Alabama — a. Juniperus. 104 Pilze. 250. C. auriforme B. et C. Auriforme; pileo zonafo postice albido rugoso glabrcs- cente antice umbiino velutino; hymenio rimoso exochraceo rufo. — Car. Inf. S. 177. 251. C. polyporoideum B. et C. Subiculo tomentoso candido marginem angustum for« Diante; liymenio pulverulento, pallide alutaceo. — Alabama. 252. C. siparium B et C. Subiculo spongioso tomentoso pallido; hymenio ochraceo demum fuscescente. — Alabama. — a. Liquidambar. 253. C. venös um B. et Rav. Late effusum; subiculo tomentoso; hymenio livido-pallido, e fibrillis subiculi parce et late reticulato. 254. C. Petersii B. et C. Subiculo tenui tomentoso, pallido hie illic in fibrillas compacte; hymenio alutaceo hie illic lateritio. — Alabama. S. 178. 255. C. glabrum B. et C. Subiculo radiante byssoideo cito evanido lateritio; hymenio glabro nee velutino concolore. — Car. Inf. 256. C. chrysocreas B. et C. Subiculo parco flavo; hymenio ex albido fulvo papillato. — Car. Inf., Alabama. 257. C. crocicreas B. et C. Subiculo amplo, tomentoso, lateritio; hymenio tenui flavo. Alabama. — A. Wein. 258. C. epi chlor um B. et C. Subiculo tenui viridi-luteo marginem angustum formante; hymenio olivaceo umbrino demum rimoso. — Alabama. — A. Vaccinium. 259. C. filamentosumB. etC. Subiculo molli tomentoso fibrilloso pallido; hymenio pulverulento ochraceo, vel subolivaeeo. — Alabama. 260. C. ephebium B. et C. Subiculo tomentoso pallido; margine secernibili velutino; hymenio ex ochroleuco rufulo setuloso. — Alabama. 261. C. flavidum B. et C. Subiculo obsoleto; hymenio e floccis repentibus ramosis apice sporas flavidas subglosa botryoideas ferentibus. — Penns. S. 176. 262. C. vag um B. et C. Subiculo arachnoideo reticulato flavido subfulvo; hymenio e floccis repentibus apice sporiferis enato, fibrillas ambiente. — A. Pinus. 263. C. 1 i V a s c e n s B. et C. Subiculo albo floccoso fibrillas hie illic emittente ; hymenio pulverulento olivaceo-luteo hie illic margine albo. — Boston. 264. C. prasinum B. et C. Subiculo parco arachnoideo; hymenio continuo tenui fragili prasino; margine albo. — Alabama. 265. C. chlorinumB. etC. Tenue fragile olivaceum demum granulatum. — Alabama. — A. Abies. 266. C. hypopyrrhinum B. et C. Subiculo pyrrhino marginem hie illic tenuissimum formante; hymenio albido. — Car, Inf. 267. C. cervicolor B, et C. Subiculo delieato byssoideo; hymeuioque cervinis. — Alabama. 268. C. martianum B. et C. Subiculo tenuissimo fulvo; hymenio croceo. — Boston. 269. C. dryinum fB. et C. Subiculo vix distincto; hymenio crassiusculo rhabarbarino- rufo. — Alabama. S. 180. 270. C. hepaticum B. et C. Latissime effusum; margine hie illic reflexo tenui subtus albido; hymenio continuo hepatico. — Pemis. — A. Esche. 271. C. tremellinum B. et Bav. Tremelloideum albidum, siecum rufescens ambiens. Wisconsin. 272. ds. var reticulatum. Fuciforme faseiculatum reticulatum. — Penns. 273. C. cremoricolor B. et C. Mycelio albo iunato; hymenio immarginato ramoso areolato, hie illic papillato. — Alabama. — A. Hex. 274. C. lilacino-fuscum B. et C Effusum; margine angusto albo; hymenio lilacino fusco demiim rimoso. — Connect. Pilze. 105 275. C. molle B. et C. Effusum immarginatum armeuiaco-rufum ; subiculo pallidiore; hymeiiio glaberrirao niticlo. — Car. Inf., Alabama, Cuba. — A. Wein. Bd. IL S. 3. 276. C. diminuens B. et C. Album stratosum, bymenio cretaceo diminuente. — Alabama. 277. C. subgiganteum B. Effusum rigidum cremoricolor marginem versus subfuscum; bymenio e velutino glabro. — A. Magnolia. 278. C. scariosum B. et C. Tenue secernibile membranaceum immarginatum; hymenio pulverulento ocbroleuco. — Car. sup. — A. Erle. 279. C, ascbistum B. Tenue rigidum secernibile ocbroleucum tuberculatura papillatumve > hymenio velutino. — Car. Inf. — A. Acer rubrum. 280. C, portentosum B. et C. Ocbroleucum, contextu crasso albo molli spongioso; hymenio tuberculato glabro. — Penns. 281. C. colliculosum B. et C. Tenue adnatum; mycelio albo; hymenio laete ocbro- leuco papillato granulatoque glabro. — New Eng. S. 4. 282. C. scutellare B. et C. Resupiuatum effusum immarginatum ex albido ßubalutaceum ; hymenio in areolas minutas fisso. — Car. Inf.; 283. C. alutarium B. et C. Effusum immarginatum alutaceum; hymenio papilloso. — New Eng. Penns. 284. C. leucothrix B. et C. Effusum olivaceo-rubrum ; hymenio setis candidis vestito. — An Kiefern. 285. C. brunneolum B. et C. Effu?um, inseparabile ; margine albo byssoideo; hymenio brunneolo. — Louisiana. S. 5. 287. Cyphella fulva B. et Rav. Gregaria pezizaeformis margine incurvato extus vil» losa fulva. — A. Alnus. — Car. Inf. 288. C. furcata B. et C. Stipite cylindrico hie illic furcato, cupulisque cyathiformibus ferrugineis tomeutosis. — Alabama. — A. Alnus. 289. C. filicicola B. et C. Stipite brevissimo; cupulis irregularibus minutis extus sub- tiliter tomentosis umbrinis. — Car. Sup. — A. Farrenkraut. . 290. C. subgelatinosa B. et Rav. Sessile applanata fusca; margine leviter inflexo. — A. Alnus serrulata. 291. C. cupulaeformis B. et Rav. Sparsa cupulaeformis minuta grisea extus subti- liter tomentosa; hymenio fusco. — Car. Inf. — A. Juniperus virginiana. 292. C. Ravenelii B. Sparsa globosa ore parvo aperta extus tomentosa pallide cervina. A. Caria. S. 6. 293. C. fasciculata B. et C. Erumpens fasciculata congesta pallida irregularis subti- liter tomentosa. — New York. — An Weiden. 294. Hymenella rhabdophora B. et Rav. Resupinata gelatinosa fuscescens; con- idiis filiformibus trinucleatis ; sporis ellipticis. — A. Acer rubrum. 295. H. haematococca B. et C. Tenuissima sanguinea e floccis apice claratis. — Car. Inf. — A. Zea. 296. H. Phytolaccae B. Maculis bj-sterüformibus atropurpureis ; sporis (v. conidiis) filiformibus curvatis. — Car. Sup. — A. Phytolacca. 297. Sparassis tremelloides B. Stipite obsoleto ; rarais erectis tortis sinuatis intertex- tis. — Car. Inf. S. 7. 298. Ciavaria secunda B. Caudice crassiusculo cito diviso; ramis curvatis secundis apicibus apiculatis. — Car. Sup. 299. Cl. leucotephra B. et C. Caudice communi crassiusculo, ramis strictis apicibus furcatis acutis bruimeis basi albo-toraentosis. — Car, 106 Pilze. 300. Cl. PetersiiB. etc. E communi basi ramosa ; ramis strictis subfastigiatia apice apiculato divisis rufis. — Alabama. S. 17. 301. Cl. filipes B. et Rav. Pallide rufa; stipite filiformi distincte fistuloso , clavula longa cylindrica curvata. — Car. Inf. 302. Cl. mucid.a P. var Curtisii B. Clavata brevis lutea apice fusca; stipite albo, e mycelio parco albo orbiculari oriundo. 303. Pterula densissima ß. et C. Pulvinata congesta e communi basi ramosissima; ramis tenuibus apice penicellatis. — New Engl. S. 18. 304. Typhula rubicola B. et C. Filiformis opaca cylindrica apice clavata alba insititia. — Penns. 305. T. mucosa B. et C. Simi^lex filiformis acutissima, basi Icviter incrassata. — Car. Inf. 306. T. tenuissima. Curt. — Car. Inf, 307. Pistillaria elegans B. et C. Stipite e selerotio oriundo, clavula nutante auran- tia. — Car. Inf. 3. Gasteromycetes. 139. T. Cesati. Sulla scopperta della Battarea phalloides Fers, per la flora Napolitana. (Rendiconto della R. Acad. delle sc. fis. e mat. Napoli 1872, fasc. 9.) 140. Derselbe. Nuovi ccnni sulle Battarrea phalloides (das. 1873, fasc. 2). Auffinden der Battarrea phalloides für das Florengebiet von Neapel, und Anführung der weit auseinander liegenden Standorte dieses Pilzes. 141. De Bary (Bot. Zeitung 1873, Nr. 33, S. 526) fand keinen wesentlichen Unterschied bei Vergleichung der südrussischen Battarrea Steveni mit B. phalloides vom Cap. B. Gau- dichaudii Mont aus Peru erklärt er für gut unterschieden von den andeieu Formen. 142. Duchartre (Bulletin de la soc. bot. de France 1873, p. 19) theilt aus Gardeners Chro- nicle mit, dass Smith im Parenchym von Battarrea phalloides eine grosse Menge von Spiral- gefässen gefunden habe. — De Seynes bemerkt hierzu, man müsse erst wissen, was Smith unter spiralvessel verstehe; bei einigen Agarici, besonders Agaricus conicus kämen auch spiralförmige, sehr verlängerte Reservoirzellen vor. 143. Casimir Roameguere. Sar nn noavel habitat. des Clathrus cancellatos Mich, et hiradinosas Toi. et quelques mots relativement ä la premiere espece de ces Cham- pignons. (Bulletin de la Soc. bot. de France 1873, p. 131—134.) Clathrus cancellatus und Cl. hirudinosus wurden zu CoUioure (Pyrenees-Orientales) gefunden, wo sie früher nicht beobachtet worden waren. — Ein Transport durch ein- geführte Pflanzen, wie früher Tulasne beobachtete, war nicht nachzuweisen. R. giebt bei dieser Gelegenheit die Verbreitung von Cl. canc. in Frankreich ausführlicher an, erwähnt vorkommende Monstrositäten (4 Gitter in einer Volva, abnorm grosse Exemplarr, 49 Cm. hoch) und Varietäten (die mit rothen Gittern am gewöhnlichsten, mit gelben, Cl. flavescens Pers. seltener, auch sind manchmal die Gitter innen roth, aussen gelb: Cl. nicaeensis Barla). Nach einer Mittheiluug von Segnier hat Fahri de Peiresc 1604 den Pilz an Clusius geschickt, der ihn zuerst abbildete. R. hat ein junges Exemplar des Pilzes gegessen, ohne Beschwer- den zu spüren, dagegen giebt er an, dass ihm die Ausdünstungen des reifen Pilzes starke Kopfschmerzen verursacht hätten. 144. H. Hoffmann. Ueber Geaster coliformis P. (Botanische Zeitung 1873, Nr. 24 u. 25. Taf. IV.) Derselbe Pilz ist bis jetzt nur gefunden 1) in England: Norfolk und Suffolk; 2) Holland bei Katwyk binnen (Oudemans); 3) bei Parrastadt (Buchner). Von dort sind Pilze, 107 die uni6rsucliten Exemplare. Die jüngsten beobachteten Zustände sind kuglig, seltener conisch, 23—48 Mm. hoch, 23—38 Mm. Gruuddurchmesser. Oberfläche braun, glatt, mit helleren Wärzchen. Schon jetzt zeigen sich die verschiedenen Schichten, aber durch fä- digen Filz vereinigt. Die äussere Peridie ist an der Oberfläche mit einem mikroskopischen braunen Filze bekleidet, aus verwirrten Fadenzellen. Darauf folgt eine dicke weisse Schicht aus farblosen Zellen mit ungleichen Lumen. Dieselbe Substanz bildet den unteren Theil des Fruchtträgers und den Stiel der innern Peridie. Innen folgt dann die Hornschicht, eine dünne, braune Schicht, die erst nach Behandlung mit Schwefelsäure als Pseudoparen- chym erscheint. Durch Wasser quellen feine Abschnitte, um das doppelte, in die Breite auf (nur V12 in die Länge). Dieses SchweUgewebe trägt wohl zur Oeifnung der Peridien- ^Lappen" bei. — Die Schwefelsäure entwickelt Gas aus der Peridie, vielleicht von kohlen- saurem Kalk herrührend. Hierauf folgt eine schwache Spur von braunem Filz, dann die innere Peridie, eine fast structurlose Haut, wie getrocknetes Gummi, das von Schwefelsäure rasch aufgelöst wird, reichliche Zellfäden durchziehen sie. Darunter die peripherische Lage der Gleba (Subhymenialschicht), unten dicker, aus knorrigen Fäden bestehend, dann folgt das eigentliche Hymenium (Gleba), es besteht aus folgenden Theilen: 1) Plasmareichen, verzweigten Fäden, durch Fuchsin nicht roth zu färben. 2) Sporen, noch glatt, durch Fuchsin roth gefärbt. 3) Capillitium, noch spärhch. 4) Basidienartige Auftreibungen (es wurden einzelne Sterigmen, aber keine Sporen daran beobachtet). — „Der reife Pilz." Die äussere Peridie zerreisst in mehreren. 4 — 10, durchschnittlich 7 Laj^pen, gewöhnlich mit Schlitzen im oberen Theile beginnend. Innere Oberfläche kastanienbraun, glatt. Die Lappen bleiben mantelförmig um die Peridien liegen, oder die Spitzen krümmen sich nach aussen, die äussere Peridie verflacht sich tellerförmig, kehrt sich wohl ganz um. Durch Eintauchen des ganzen Pilzes in Wasser richten sich die Lappen wieder auf. Die innere Peridie ist blei- grau, glänzend, feinkörnig, kuglig, etwas niedergedrückt, 15—48 Mm. Durchm. Auf der oberen Hälfte sind 3—22, im Mittel 11 Löcher von 1—2 Mm. Weite, 3—10 Mm. entfernt, auf einer kleinen conischen Erhöhung, allmälig öffnen sie sich durch locale Auflockerung. An der unteren Fläche mehrere (bis 10) Stielchen (im Mittel 5), ohne Beziehung zu den Löchern. Einmal wurde nur 1 Stielchen beobachtet (Myriostoma als Gattung nicht durch- führbar. Auch Geäst, fornicatus hat manchmal 2 oder 3 Löcher). Stielchen cylindrisch oder eckig, seltener flach oder gewunden, von wechselndem Durchmesser, senkrecht stehend ; oft ragen unvollkommene Stielchen als Zacken oder Spitzchen von der inneren Peridie herab. Farbe grau, Oberfläche glatt. — Die reife Peridie ist ganz mit kaffeebraunem Sporenpulver erfüllt; dazwischen das Capillitium. Dieses steigt vom Grunde auf, verzweigt sich platten- förmig, wird immer feiner und setzt sich dann mit feinsten Verästelungen an den oberen Theil der Peridienwand an. Es besteht aus braunen, wenig verzweigten Zellen, die an beiden Seiten spitz und farblos sind. Oberfläche glatt. Selten finden sich ächte, öfter scheinbare Septa, durch Auftreibungen der Zellwand gebildet. Die Sporen sind braun, kugelrund, 5 mik. Durchm., auf der Oberfläche mit einem System von vertieften Feldern bekleidet, durch Schwefelsäure wird die Zeichnung beseitigt. Die Tafel giebt Habitusbilder und Durchschnitte des jugendlichen und reifen Pilzes, sowie mikroskopische Zeichnungen der Peridiengewebe, des Capillitiums und der Sporen. 145. Worthington G. Smith. British Geasters (Gardeners Chronicle 1873, p. 469, 504, 543, 577, 808, 1275, Fig. 86—88, 94, 95, 104, 105, 111, 112, 115, 116, 266. - Auszug in Grevillea g. IL S. 35 und Bd. II. S. 76, 77, Trib. XHI— XVIII. und The Journal of botany 1873 Nr. 128, S. 247—249). In England sind jetzt 12 Species von Geaster bekannt, G. coliformis Pers., G. for- nicatus Fr., G. striatus DC, G. Bryantii B,, G. lunbatus Fr., G. fimbriatus Fr., G. mam- mosus Chev., G. rufesceus Fr., G. hygrometricus Pers., G. saccatus Fr., G. lageniformis Vitt. und G. Michelianus W. G. Smith. Der Letztere war schon Micheli bekannt und ist im Erbar. crittog. ital. als G. tunicatus Michelianus ausgegeben worden. 108 Pilze. 146. A. H. Chnrch. On the composition of Lycoperdon giganteum. (The Journal of bo- tany 1873.) Bei Trocknen in einem warmen Luftstrom, kaum wärmer als siedendes Wasser, gerieth der zu analysirende Pilz ins Glühen und verkohlte. Die Asche enthielt in 100 Theilen: Phosphorsäure 46,19, Kali 35,48, Soda 6,95, Kalk 2,47, Eisenoxyd 1,08, Kiesel- säure 0,66, andere Subst. und Verlust 7,17. Der Hauptbestandtheil ist also phosphorsaures Kali. Verfasser ist geneigt anzunehmen , dass ein Theil des Stickstoffs in Nitraten vor- gebildet vorhanden ist, die die leichte Entzündlichkeit erklären. In den folgenden Analysen ist der Stickstoff zu Adbuminoiden verrechnet: Im frischen Pilze: 90,89 Wasser; 0,90 Fett, Oel und Harz; 5,48 Albuminoide; 2,10 Cellulose oder Fungin; 0,63 Asche oder miner. Bestandtheile. Im ausgetrockneten Pilze: 11,00 Fett, Oel und Harz; 66,78 Albuminoide; 14,78 Cellulose oder Fungin; 7,4 Asche oder miner. Bestandtheile. 147. J. Müller. Lysnrns Clarazianns. (Flora 1873, Nr. 33, S. 526, Tab. VI.) Beschreibung und Abbildung einer in Bahia blanca am Rio Negro, an der Grenze zwischen den La Plata Staaten und Patagonien, von Claraz aufgefundenen neuen Lysurus-Art. Neu aufgestellte Arten. Geaster Michelianus Worth. G. Smith (145). Peridien ' blassbraun , dick fleischig, gewöhnlich in 5 oder 6 Lappen zerreissend, an der Aussenseite mit dünner dun- kelbrauner Rinde bekleidet; innere Peridien blass, schiefergrau, kuglig; Mündung vor- ragend, stumijf, gezähnt, blasser als der Körper der innern Peridie; Sporen schwach -körnig, Btachlig; 0.00014 Zoll im Durchm. Lysurus Clarazianus Müll. Arg. (147.) Fungus 2^/3 Cm. long, 8-9 Mm. latus, e viridi fuscescenti-albus. Radii 7, pede cavo duplo breviores, erecti, apice nonuihil conniventes, subteretes, horizontaliter plicato-sulcati, dorso fere usque ad imam basin sulco percursi, intus-cavi. Pes teres, late cavus. Sporae 4—5 mik, long, oblongo-ellipsoideae, BimpHces, hyalinae vel pallide fuscidulae. Berkeley. North American Fungi. Grevillea II. S. 33. 321. Hydnangium Stephensii B. et Br. var. Ravenelii B. — Majus, extus albidum, obovatum vel subglobosum. — Car. Inf. — (M. Spraguei B. et C. scheint ein metam. Agaric.) 322. Phallus Ravenelii B. et C. Volva ovata parce fissa, stipite deorsum attenuato, sursum subaequali; pileo elongato conico apice truncato membrana tenui clauso laevi. Car. Inf. S. 34. 323. Corynites Ravenelii B. et C. Volva demum stellata, capitulo conico vel obtuso apice perforata. — Linn. Tr. XXI. p. 151., tab. 19. — Car. Inf. 324. Corynites Curtisii B. Volva sursum dilatate bifida, stipite cum hymenophoro conico basi punctato confluente subtriangulari. — Connecticut. 325. Cyathus Wrightii B. Utero campaniformi eplicato extus stuppeo, sporis ellipticis. Connecticut. 326. Sphaerobolus epigaeus B. et C. Major globosus furfuraceus e mycelio filiformi oriundus. — Alabama. S. Corii Schwein, ist Stictis radiata. — S. sparsus Schwein, eine Stictis, ebenso S. crustaceus. — Atractobolus ubiquitarius Schwein, ist eine Peziza, A. lutescens Schwein, das Ei eines Acarus. — Polyangium vitellinum Schwein, ist ein Physarum. Pike, 109 327. SecotiuiQ Texense B. et C. Stipite ventricoso floccoso, pileo cmereo basi mem- branaceo, hymenio atro, sporis globosis laevibus minimis, — West. Texas. S. 49. 328. Geaster radicans B. et C. Peridio externo separabili demum fornicato e fibris radicantibus oriimdo, peridio interne laevi brevissime stipitato; ore sericeo. — Car. Inf. 329. Bovista pila B. et C. Subglobosa pallida subtiliter tomentosa, basi sterili nulla, capillitio sporisqiie brunneis. — Wisconsin. S. 50. 330. B. stuppea B. ElHpsoidea sessilis; peridio externo tenuissimo albido, interne spa- diceo; capillitio stuppeo spadiceo; sporis parcis pedicellatis. — Texas. 331. B. circumscissa B. et C. Minor subglobosa; peridio exteriore siibcoriaceo sec