V »■•7*^ v-^ m ^'i ■ -«t:}. ^^4 'MA ..-«,„, -S ^'Jr* i&*ai> r;fT^'rfX flls*i m. t^ ^ «fl » -«*»i >^^ -r^ -C \X:^ V. ;> ^^1^ ^^^ / V X. ■%»».. .t *<^v J* E?*-»« *^'^V^ '^i m. ».•*>•»' h^i^ .^ V. Botanischer Jahresbericht SjsteBiatiscli EeorWes Repeiloim der Botaiiisclien Literatur aller Länder. Unter Mitwirkung von Afcherfon in Berlin, Afkenafy in Heidelberg, Batalin in St. Petersburg, Engler in München, F lückiger in Strafsburg, Focke in Bremen, Geyler in Frankfurt a. M., Kanitz in Clausen- burg, Kny in Berlin, Kuhn in Berlin, Levier in Flonnz, Loew in Berlin, Lojka in Pefth, ^. Mayer in Heidelberg, H. Müller (Thurgm), H. Müller in Lippftadt, Peyritfch in Wien, Pfitzer in Heidelberg, J, Schröter in Raftatt, Sorauer in Proskau, Strasburger in Jena H. de Vries in Amfterdam, A. Vogl in Wien, Warming in Kopenhagen, herausgegeben von Dr. Leopold Just, ausseroidentliclifim Professor am Polytechnikum in Karlsruhe. Ei:ster Jahrgang (1873). BERLIN, 1874. Gebrüder Borntraeger. Ed. Eggers. Alle Rechte vorbehalten. Vorrede. Die botanische Literatur ist in den letzten Jahren in einer Weise angewachsen, dass es gradezu unmöglich ist, auch nur einen Theil derselben beherrschen zu können. Ausserdem finden sich die botanischen Abhandlungen und Mittheilungen etc. in solchem Grade durch zahllose Zeitschriften und Publicationen wissenschaftlicher Gesellschaften zerstreut, dass es dem Einzelnen nur schwer gelingt, sich auch nur die für seine Specialstudien wichtigen literarischen Erscheinungen zugänglich zu machen. Jeder Botaniker musste es mehr und mehr beklagen, dass es ihm unmöglich werde, von derjenigen Literatur, die seinen speciellen Forschungen nicht nahe steht, auch nur das Wichtigste kennen zu lernen. Dieser Sachlage gegenüber fasste ich den Plan , ein Organ zu begründen, welches jährlich Uebersichten über die gesammte botanische Literatur bringen sollte. — Es wird wohl jeder Botaniker die Erfahrung gemacht haben, dass man häufig in die Lage kommt, sehr umfangreiche Abhandlungen, unter vielem Zeitaufwand, durchlesen zu müssen, nur um nachher einen Zeitverlust beklagen zu können. Anderseits ereignet es sich oft genug, dass sehr wichtige Abhandlungen in solchen PubKcationsmitteln auftreten, in denen sie grade nicht vom grössern botanischen Publicum gesucht werden, so dass sie oft Jahre lang ungekannt und unbenutzt hegen bleiben. — Um dem vorliegenden Bedürfniss wirklich Pvechnung zu tragen, mussten die zu begründenden Literatur- übersichten so eingerichtet werden, dass sie dem botanischen Publicum ein möglichst treues Bild der in einem bestimmten Zeitraum erschienenen botanischen Literatur geben konnten. Es kam also darauf an, die neu erscheinende Literatur so vollständig wie möglich zur Besprechung zu bringen. Jedoch musste dabei der Gedanke leitend bleiben, vollkommen unwichtige Erscheinungen, wie sie jährlich in Menge auftreten, entweder gar nicht zu berücksichtigen oder nur mit einer kurzen Notiz abzufertigen, wichtige Arbeiten hingegen in ausführlicher Weise zur Besprechung zu bringen. Der erste Band des „Botanischen Jahresberichts" sollte die Literatur des Jahres 1873 behandeln. Es Ist selbstverständlich, dass die Ausführung eines derartigen Planes nur durch die Vereinigung einer gewissen Zahl von Fachleuten möglich sein IV konnte. Es gelang mir, eine Reihe competenter Mitarbeiter zu gewinnen, welche je einzelne Abtheilungen zur Bearbeitung übernahmen. Indem ich nun hiermit den ersten Band des „Botanischen Jahresberichts" dem Publicum übergebe, ist es mir eine Genugthuung, hier einer angenehmen Pflicht Rechnung tragen zu können und meinen Herren Mitarbeitern , die mich zumeist durqh fleissige , zuverlässige Arbeiten unterstützten , meinen aufrichtigen Dank zu sagen. Ohne eine solche treue und verlässliche Hilfe wäre mir die Durchführung meines Plans unmöglich gewesen. - Was die Anordnung der Referate betrifft, so kam es mir darauf an, einerseits diejenigen Dinge, die in bestimmte Abtheilungen der botanischen Wissenschaft gehören, möglichst vollständig zusammenzubringen, anderseits auch möglichst treue Bilder der einzelnen Arbeiten zu geben. Um letzterm Zweck Rechnung zu tragen , wurde im Allgemeinen die Form des Einzelreferats gewählt, d. h. es wurde über jede Arbeit ein ])esonderes Referat geliefert. Um ersterm Zweck zu genügen, konnten bei der Einordnung der Einzelreferate nur grössere wissenschaftHche Abtheilungen als Eintheilungsprincip angewendet werden. Für die Umgrenzung dieser Abtheilungen war mir im Allgemeinen das Sachs'sche Lehrbuch massgebend. Da jedoch häufig Arbeiten vorkommen, welche Dinge aus den ver- schiedensten botanischen Abtheilungen behandeln, so war es nicht zu vermeiden, dass solche Arbeiten zerstückelt und an verschiedenen Orten besprochen werden mussten. Einige Zweige der botanischen Wissenschaft werden der Natur der Sache nach wenig in besondern Monographieen behandelt, sondern finden vielmehr ihre Berücksichtigung durch sehr kleine Theile von Arbeiten, die sich im Uebrigen auf andern Gebieten bewegen. — Um nun für derartige Abtheilungen nicht eine ermüdende Aneinanderreihung einer Menge kleiner Notizen zu bringen, erschien es vortheilhafter, für solche Fälle die Form des Gesammtreferats zu wählen. So hat z. B. Herr Professor Dr. Pfitzer die Morphologie der Zelle in zusammenhängender Darstellung gegeben. In ähnlicher Weise wurde die Morphologie der Monocotyledonen und Dicotyledonen durch Herrn Dr. Warming, die Ernährung niederer Organismen durch Herrn Dr. Adolf Mayer behandelt. Vor diesen Abtheilungen befinden sich Verzeichnisse air derjenigen Arbeiten, aus denen die Referate zusammengestellt wurden. Im Text weisen dann Nummern in ( ) auf jene Titelverzeichnisse hin. — Ich habe keinen Anstand genommen , über solche wichtigere Arbeiten, die mit gleichem Recht in diese oder jene Abtheilung gehören, von dem Bearbeiter jeder derartigen Abtheilung ein Referat zu bringen, da die Vollständigkeit der einzelnen Gebiete dadurch ja nur gewinnen konnte. Bei weniger wichtigen Arbeiten habe ich mich damit begnügt, in der einen Abtheilung unter einfacher Anführung des Titels einen Hinweis auf das Referat in einer andern Abtheilung zu geben. — Für die Form der Darstellung wurde eine möglichste Objectivität festgehalten; jedoch ist es nicht immer möglich, die Kritik ganz auszuschliessen, oft ist die Anwendung derselben sogar nothwendig. — Ueberdies kommt in dieser Hinsicht die Eigenart des einzelnen Referenten so sehr in's Spiel, dass es schwer ist, hierbei eine Gleichartigkeit der Referate zu erzielen. — Das zu bearbeitende Material wurde unter die Herren Mitarbeiter in folgender Weise vertheilt: Pflanzengeographie und europäische Floren Prof. Dr. Ascherson. Algen Dr. Askenasy. Russische Literatur Dr. Batalin. Systematische Monograpliieen und ausser- europäisclie Floren Dr. Engler. Pharmaceutische Botanik Prof. Dr. Flückiger. Hybridation. Entstehung neuer Arten . Dr. Focke. Paläontologische Botanik Dr. Geyler. Chemische Physiologie Prof. Dr. Just. Ungarische Literatur Prof. Dr. Kanitz. Gefässkryptogamen Dr. Kuhn. Italienische Literatur Dr. Levier. Morphologie der Gewebe Dr. Loew. Flechten Dr. Lojka. Ernährung niederer Organismen . . . Dr. A. Mayer. Befruchtungs-undAussäungseinrichtungen. ) Oberlehrer Dr. H. Müller Verbreitungsmittel der Pflanzen . . . . i (Lippstadt). Moose Dr. H. Müller (Thurgau). Bildungsabweichungen Dr. Peyritsch. Morphologie der Zelle. — Bacillariaceen . Prof. Dr. Pfitzer. Pilze Oberstabsarzt Dr. J.Schroeter. Pflanzenkrankheiten Dr. Sorauer. Morphologie der Coniferen und Gnetaceen Prof. Dr. Strasburger. Technische Botanik Prof. Dr. A. Vogl. Physikalische Physiologie und holländische Literatur Dr. H. de Vries. Mci-phologiederMonocotylenundDicotylen Dr. E. Warming. Von den Referenten der einzelnen wissenschaftlichen Unterabtheilungen wurde die deutsche, französische und englische Literatur gemeinsam behandelt, während für die Literatur anderer Sprachen besondere Referenten gewonnen wurden. — Leider ist es mir nicht möglich gewesen, in diesem ersten Band die dänische, schwedische und norwegische Literatur mit zu berücksichtigen. Ich konnte trotz vielfacher Bemühungen nicht zeitig genug einen Referenten für diese Abtheilung gewinnen. In den nächsten Jahren jedoch wird auch diese Literatur durch Herrn Dr. Pedersen einen geeigneten Vertreter finden. Ebenso wird das wichtige Capitel der Bildungsabweichungen erst im nächsten Jahr bearbeitet werden; Herr Dr. Peyritsch wird dann über die Literatur des Jahres 1873 und 1874 berichten. Ich bin mir nun wohl bewusst, dass dieser erste Band des „Botanischen ■Jahresberichts" vielfache Mängel hat. Abgesehen von einigen andern Punkten muss ich zumal bedauern, dass in einigen Abtheilungen die wirklich vorhan- VT dene Literatur nur sehr unvollständig zur Besprechung gekommen ist. Das Versäumte soll im nächsten Jahrgang nach Möglichkeit nachgeholt werden, (In Betreff der Abthoilung der Lichenen theile ich mit, dass in Zukunft Herr Dr. A. Minks in Stettin die betreffenden Referate abfassen wird). — Ich kann mich nur mit einer captatio benevolentiae an die Herren Fachgenossen wenden, indem ich die sehr grossen Schwierigkeiten , die sich grade bei der Begründung eines solchen Unternehmens geltend machen , zu berücksichtigen bitte. Ueberdies giebt es viele Punkte, die sich nicht a priori entscheiden lassen, bei denen erst die Erfahrung das Richtige lehren muss. Sicher werde ich stets bereit sein, sich geltend machende Mängel zu beseitigen ; ich nehme hiermit Veranlassung, an die Herren Botaniker die Bitte zu richten, mich stets auf vortheilhafte Aenderungen in der Bearbeitung des Jahresberichts aufmerksam zu machen. — Von mancher Seite wurden mir solche Rathschläge schon bei der Bearbeitung dieses ersten Bandes zu Theil, was ich hiermit dankend anerkenne. Zu besonderm Dank bin ich in dieser Hinsicht Herrn Hofrath Professor Dr. Sachs , wie Herrn Oberstabsarzt Dr. Schroeter verpflichtet. — Ich wünsche und hoffe, mit der Bearbeitung des „Botanischen Jahres- berichts" einem vorhandenen Missstand abgeholfen zu haben. Es soll mich freuen, wenn ich aus der Zustimmung der Herien Fachgenossen ersehe, mich hierin nicht getäuscht zu haben, und dadurch die Anregung zur Fortsetzung des Unternehmens gewinne. — Carlsrnhe, im November 1874. L. Just Inhalts -Verzeichniss. Seite Algen 1-36 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 1 — 2 Schriften, die sich über mehrere Algeugruppen verbreiten 2-6 1. erste dt. — System der Pilze liichenen und Algen , 2 2. Wood. — Fresh water algae of North-Amerioa 3 3. Langenbach. - Meeresalgen der Insrln Sicilien und Pantellaria 3 4. Rein. — Vegetationsverhältnisse der Bermudasinselii 4 5. Santer. — Algen des Herzogthums Salzburg 4 6. Magnus. — Botanische Ergebnisse der Pommerauiacxpedition 4 7. Jessen. — Bericht über die Pommeraniaexpcdition 5 8. Lenz. — Anhang zu den Berichten über die Pommeraniaexpedition .... 5 9. Zell er. — Algen der zweiten deutschen Nordpolfahrt 5 10. Raben hör St. — Algen Europas (Dec. 232 n. 233) 5 11. Algen Europas (Dec. 234 u. 235) 5 12. Zeller. — Algen aus Arracan und British Burma 5 13. Kuy. — Parasitische Algen 5 14. Archer, W. — On parasitie algae 6 Characeae 6 15. Han stein. — Vertheilung der plastischen und assimilirten Substanzen in der Chara 6 Florideae . 6— 16 16. Kny. — Ueber Axillarknospen bei Florideen . 6 17. Magnus. — Verzweigung und Wachsthum einiger Floridecn 8 18. Kny. — Bedeutung der Florideen in morphologischer und liistologischer Be- ziehung 9 19. Sirodot. — Etudes sur la famille des Lemaniacees '9 20. — — lieber Classification und Entwicklung von Batrachospermum .... 11 21. Janczewski. — Ueber Porphyra 13 22. KoBchtßug. — Entwicklung von Callitamnion Davi«sii und Porphyra laciniata 13 <^^37J vni Seite 23. Eischawi. — Zur Entwicklungsgeschichte von Porphyra leucosticta, Thur . 15 24. Askenasy. — Eine aieue Meeresalge 16 25. Holmes, E. M. — New british Algae 16 26. New british Nitophyllum 16 Phaeosporeae le— 19 27. Priugsheim. — Morphologische Differenziruug in der Sphacelarienreihe . . 17 28. Magnus. — Morphologie der Sphacelaricae 18 29. Janczewski. — Brutknospen von Sphacelaria cirrhosa 19 CMorosporeae 19—22 30. Juranyi. — Zur Morphologie der Oedogonieen 19 31. Magnus. — Verzweigungserscheinungeu bei Cladophora 21 32. Haustein. — Lebenszähigkeit der Vaucheriazelle 21 33. Parfitt. — Botrydium granulatum 21 34. De la Rue. — Developpement de Sorastrum Kg 22 Phycochromaceae und Palmellaceae .... 22 35. Cohn. — Clathrocystis und Cylindrospermuni 22 36. Reinhardt. — lieber einige Palmellaceen 22 « CoDJiigatae 23 37. Delponte. — Specimen Desmidiac. subalpin 23 Bacillariaceae 23—36 38. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 23—25 (Vergl. daselbst Titel der Arbeiten.) 39. Bau, Entwickelungsgeschichte, Lebeuserscheinungen 25—32 40. Systematik 32—35 41. Verbreitung 35-36 Pilze 36-140 Vorbemerkungen 36— 4i Floristisches 41— 46 42. H. F. Bon Orden und L. Fuckel. — Pilze, gesammelt auf der zweiten deutschen Nordpolfahrt 41 43. M. C. Cooke. — British Fuugi ' 42 44. Charles B. Plowright. — Two species of Fungi observ^d in Norfolk. . . 42 45. C. Cooke. — Spilocaea pomi 42 46. Fungus foray of the Woolhope Club ' 42 47. M. J. Berkeley and C. E, Broom'e. — Notices of British fungi .... 42 48. C. A. J. A. Oudemans. — Aanwinsten voor de flora mycologica van Nederland 42 49. Materiaux pour la Acre mycologique de la Nerlande 42 50. G. Winter. ■— Pilze im Jahre 1869 in der Flora von Giessen gesammelt . 43 IX 8elte 51. G. Winter. — Mycologische Notizen 43 52*. R. Schmidt. — Schwämme der Umgegend von Gera 43 53. 0. Weberbauer. — Pilze Norddeutschlands, zumal Schlesiens 43 54. Schroeter. — Die im Breslauer botan. Garten beobachteten Pilze 43 55. Fuckel, L. — Symbolae mycologicao 44 56. Reichard. — • Mycologische Miscellen 44 57. Wallner, J. — Pilzflora Niederösterreichs 45 58. Poetsch und Schiedermayr. — Samenlose Pflanzen des Erzherzogthums Oester- reich ob der Enns 45 59. Hazslinsky. - Einige neue Arten der Pilzflora des südöstlichen Ungarns ... 45 60. Saccardo. -- Fungi veneti novi vel critici 45 61. Arcangeli - Sopra alcuni funghi raccolti in Livorno e nei sui cotorni .... 45 62. Berkeley. — Notices of North-American fungi 45 Sammlungen 46—47 63. Rabenhorst. — Fungi europaei exsiccati. Centuria XVII 46 64. Fuckel, L. — Fungi rhenani exsiccati .46 65. T hürnen. F., v. — Fungi austriaci exsiccati 46 66. Thümen, F., v. — Herbarium mycologicum oeconomicnm 47 67. Rehm. — Ascomyceten 47 68. Plowright, B. — Sphaeriacei britannici 47 69. Vice, J. E. — Fungi britannici 47 70. Arnoldi, E. W. — Sammlung plastisch nachgebildeter Pilze 47 Schriften allgemeinen oder vermiscliten Inhalts . . 47—56 71. Grisebach u. Reinke. — Oerstedts System der Pilze, Lichenen und Algen . . 47 72. Hartig, R. — Vorläufige Mittheilnngen über Parasiten der Waldbänme .... 49 73. — — Wichtige Krankheiten der Waldbäume 49 74. Ahles, W. — Vier Feinde der Landwirthschaft 51 75. Richter, H. E. - Die neuern Kenntnisse von den krankmache nden Schmarotzer- pilzen 51 76. Hoff mann, K. PI. — Ueber den Gährungsprocess vom medicinisch- chemischen Standpunkt 51 77. Coulier, A. — Kurze Geschichte äov Gährungslehre 51 78. Schneider, W. G. — Die in und an Inspcten schmnrotzi ndeu Pilze 51 79. Salisbury, F. H. — Vegetations found in thc blo(^d of patients suffering with Erysipelas 51 80. Weisflog, G. — Beiträge zur Kenntniss der Pilzeinwanderung auf die menschliche Haut 51 81. Hallier, E. - Neue Kranldieit der Kartoffel 52 82. — — Parasiten der Infectionskrankheiten 52 83. Seh netzler, J. B. — De la resistance ' des Champignons de la leviire et des moi- sissures aux agents chimiques et physiques 52 84. Trommer, C. — Lebenszähigkeit von Pilzsporen 52 85. Werner, H. — Verhalten einiger Säuren zur Vegetation der Schimmelpilze . . 53 86. Blass, J. C. — Schimmelbüdung in organischen Säuren 53 87. Schneider, W. G. — Rother Farbstoff in Pilzen 53 88. Sorby, H. C. — Comparative vegetable Chroinatology 53 88. Wiesner. — Einfluss der Temperatur auf die Entwicldung von Penicillium glaucum 53 90. Müggenburg, Schulzer, v. — Mykologische Beobachtungen 54 91. Thümen,;.*F., v. — Mykologische Notizen 54 Seite 92. Thümen, F., v. — Standorte seltener Pilze 55 93. — — Pilzausstellung im Museum des botanischen Gartens in Breslau . . 55 94. Goeppert. — Trüffelverkauf in Karlsbad 55 95. Cienkowsky. — Mycoderma vini, Penicillum viride Fres. und Dematium jml- lulans De Bary 55 Myxomycetes . ....... 56-64 96. Rostafinski, Th., v. — Versuch eines Systems der Mycetozoen .... 56 97. Famintzin u. Woronin, M. — Ceratium liydnoides Alb. et Schw. und Cerci- tium porioides Alb. et Schw 60 98. Famintzin, A. - Zur Kenntniss der Myxomyceten 61 99. Roumeguere. — Singuliere reproduction d'une Myxogastree 61 100, — — Nouvelles observations sur le devoloppement d'un Stemonitis ob- longa Fr 61 101, — — Observations sur l'aijparition spontanee et la semis repCt^ du Ste- monitis oblanga. Fr 61 102, Cienkowsky, L. — Ueber einige protoplasmatische Organismen 61 Neu aufgestellte Arten der Myxomyceten 62—64 Schizomycetes 64-72 103. Cohn, Ferd. — Biologische Mittheilungen über Bacterien 64 104. Onimus. — Einwirkung der Kälte auf Bacterien 64 105. Bechamp, A. — Les microzymas normaux du lait 64 106. — — Faits pour servir a, l'histoire des mycrozymas et des bacteries ... 65 107. Gayon, U. — Sur les alterations spontanees des oeufs 65 108. Bechamp, A. — Sur la glairine Motily 65 109. Pasteur, L. Etüde sur la biere 65 110. Knieriem, W. v., u. A. Mayer. — Ursache der Essiggährung 66 111. Wiebecke. — Ueber Infectionskrankheiten 66 112. Faye, F. C. — Nosogcnie und Panspermie 66 113. Eberth. — Bacterien im menschlichen Schweiss 66 114. More, J. — Ueber Snrciiif 67 115. Chauvau, A. — Die Rolle der Bacterien bei Entstehung der Gangräne . . 67 116. Schenk. — Mikrokokken der Vaccinelymphe 67 117. Klebs. — Ueber Infectionskrankheiten 67 118. Wolff, M. — Injection von Wundsecieten 68 119. Kissner. — Unabhängigkeit deletärer Wirkung septischer Flüssigkeiten von Bacterien 69 120. Birch-Hirschfeld. — Untersuchungen über Pyaemie 69 121. — — Ueber Pyaemie 69 122. Obermeier. — Organismen im Blut von Recurrenskranken ...... -70 123. Spirochaete im Blut von Recurrenskranken 70 124. Obermeier. — Ueber Spirochaete 70 125. Cohn, F. — Krankheitender Seidenraupen 70 126. Engel, F. — Ueber die Obermeier'schen Recurrens-Spirillen 71 127. Weigert. — Ueber die Obermeier'schen Recurrens-Fäden 71 128. Letzerich. — Ueber die Lungenmycose beim Keuchhusten 71 129. — — Ueber den Diphtheritispilz 71 130. Burkart, A. — Ein Fall von Mycosis intestinalis 71 131. Fraenkel, B. — Ein Fall von Mycosis des Pharynx 72 XI Seite 132. Pasteur. — Note relative ä im rapport de M. Cornalia sur les educations tle vers ä soie "^2 133. Raulin. — Sur la maladie dos vers ä soie 72 134. Gibelli. Maestri e Colombo. — Esperienze sulla propagazione artificiale dei corpuscoli del CDViialia 72 135. Neu aufgestellte Arten der Schiz omyceten 72 Phycomycetes 73—84 Chytridieae 73 136. Magnus, P. — Ueber Chytridium tumefaciens 73 137. Scliroeter, J. — Ueber Syncliytrium fulgens 73 Saprolegüieae 73—77 138. Cornu, M. — Monographie des Saprolegniees 73 139. Pringslieim. — Zur Morphologie und Systematik der Saprolegnieen ... 74 Mucorineae 77—82 140. Van Tieghem et G. Le Monnier. — Recherches sur les Mucorinees . . 77 141. Brefeld, 0. — Mucor racemosus und Hefe; nebst Bemerkungen zur Systematik der Pilze 80 142. Brefeld, 0. — Untersuchungen über die Alkoholgährung 81 143. Fitz, A. — Alkoholische Gährung durch Mucor Mucedo 82 144. Trecul, A. — Reponse ä M. Pasteur concernant l'origiiie de la levüre de biere 82 145. Nouvelle reponse concernant l'origine de la leviire de biere ... 82 Peronosporeae 82 146. Kühn, J. — Der Mehlthau der Runkeküben 82 Entomophthoreae 82 147. Cornu, M. — Note sur une nouvelle espece d'Entomi.phthora 82 148. Neu aufgestellte Arten der Phycomyceten 83—84 IJstilagineae 84—86 149. Wolff, R. — Beitrag zur Kenntniss der Ustilagineen 84 150. — — Der Brand des Getreides, seine Ursachen und seine Verhütung 84 151. Kühn, J. — Anwendung dos Kupfervitriols als Schutzmitt^^l gegen den Stein- brand des "Weizens 86 152. Duval-Jouve, J. — Une doformation de Zostera nana Roth, due ä la presence d'un Champignon 86 153. Körnicke, Fr. — Ustilago Kramcri, ein neuer Brandpilz 86 154. Kühn, J. — Auftreten verschiedener Ustilagineen 86 155. Schroeter. — Eine neue Ustilago; U. intermedia 86 156. Neue Arten der Ustilagineen 86 Uredineae 87-90 157. Magnus, P. — Zusammengehörigkeit von Aecidium Urticae und Puccinia Caricis 87 158. Schroeter, J. — Entwicklungsgeschichte einiger Rostpilze 87 159. Schneider, W. G. — Aecidium pallidum n. sp 87 160. Ueber Puccinia Helianthi 87 161. Schroeter, J. ~ Ueber einige schlesische Rostpilze 87 162. Magnus, P. — Mykologische Bemerkungen 88 163. Körnicke, Fr. — Ueber Uredo auf Cichoria Endivia 88 XII ' Seite 164. Durieu de Maisonueuve. - Pucciuia Malvacearum 88 165. Decaisne. - Puccinia Malvacearum 88 166. lioze. — Puccinia Malvacearum 88 167. Roper, F. C. S. — Puccinia Malvacearum 88 168. Nachriclit über Puccinia Malvacearum in England 88 169. Schröter, J. — Bemeikungen über eine neue Malvenkrankheit .... 88 170. Magnus, P. — Ueber Einwanderung zweier Rostpilze 89 171. Kühn, J. — Uromyces Betae. — Aecidium abietinae 89 172. Neu aufgestellte Arten der Uredineae 89- 90 Basidiomj^cetes 90~109 Tremellineae 90— 92 173. Tulasae, Gebrüder. — Nouvelles notes sur les fungi Tremellini et leurs alliöes 90 174. Neu aufgestellte Arten der Tremellineae 91— 92 Hymenoniycetes 92—106 175. Schnetzler, J. B. — Sur le soit-disant genre Rhizomorpha ..... 92 176. Braun, A. — Monströse Bildung von Agaricus lepideus Fr 93 177. Hartig, R. — Ueber den Parasitismus von Agaricus melleus und dessen Rhizomorpheu 93 178. Fries, Elias. — Observations on Gonnermann and Rabenhorst's Myco- logia europaea 93 179, Kritische Bemerkungen zu W. G. Smith „Mycological Illustra- tions Part II 93 180. Duo agavici novi anglici 93 181. Icones Hymenomycetum selectae specierum nondum delineatarum 93 182. Decas Hymenomycetum novorum 93 183. Worthing G. Smith. — New hymenomycetous fungi from stoves ... 94 184. Lactarius minimus 94 185. New British fungi 94 186. Ueber Russula emetica 94 187. Rabenhorst. — Hydnnm Stohlii n. sp 94 188. Hartsen. — Zusammensetzung von Agaricus fasciculatus 94 189. Sacc. — Analyse de l'Agaric fetide 94 190. Kalchbrenuer, G. — Icones selectae Hymenomycetum Hungariae ... 94 191. Harsling, Fr. — Fortschritte der Mycologie in Ungarn 94 192. Fuckel. — Mykologische Notizen 94 193. Neu aufgestellte Arten der Hymcuomycetes 95—106 Gasteromycetes 106—109 194. Cesati, V. — Sulla stoppt rta della Battarrea phalloides Pers. per la flora Neapolitona ^*^Ö 195. Nuovi cenni sulla Battarrea phalloides 106 196. De Bary. — Battarrea Steveni; B. phalloides; B. Gaudichaudii .... 106 197. Duchartre. — Spiralgefässe bei Battarrea phalloides 106 198. Roumeguere, C. — Sur un nouvel habitat. des Clathrus cancellatus Mich. et hirudinosus Tul. et quelques mots relativement h la premiere es- pece de ces champigrions ^06 199. Hoffmann, H. — Ueber Geaster coliformis P 106 XIII Seito 200. "Wortliington, G. Smith. — British Geasters 107 201. Chiirch, A. H. — Ou the composition of Lycoperdon giganteum .... 108 202. Müller, J. — Lysnrns Clarazianus 108 203. Neu aufgestellte Arten der Gasteromycetes 108—109 Ascolii} cetes ...... 109—135 Discomycetes. Tubcracei. Labo ulbeniacei . . . 109 — 123 204. Karsten, P. A. — Mycologia fennica. — Discomycetes 109 205. Philipps, William. — On the bhie reaction given by jodine in certain fungi 117 206. Cooke, M. C. — Bemerkung zu vorstehender Mittheilung 117 207. Worthingten, G. Smith. — Tv/o spccies of Peziza 117 208. — — New Ascomycetous fungi 117 209. Kuehn, J. — Exoascus alnitorqua auf Alnus incana 117 210. Brefeld, 0. — Kurze Notizen über Penicillium crustaceum' 117 211. Chatin, A. — Observations pour servir ä l'histoire de la truffe .... 118 212. De Seynes. — Trüffeln in einer Pflanzung von Pinus halpensis .... 118 213. Tom aschek, — lieber die Trüffel 119 214. Schroeter, J. — lieber die badischen Trüffeln 119 215. Peyritsch, J. — lieber einige Pilze aus der Familie der Laboulbenien . 119 21G. Neuere Untersuchungen über die Laboulbenien . 119 217. Neu aufgestellte Arten 120—123 Pyrenomycetes 123—131 218. Winter, Georg. — Vorläufige Mitthcilungen über die Gattung Sordaria . 123 219. ~ — Die deutschen Sordarien 123 220. — — Sordaria lignicola 125 221. Niessl, G., v. — lieber Sordaria ai)pendiculata Auwd. und S. curvula De Bary 125 222. Plowright. Ch. B. — Fuckels Classification of the Sphaeriacei .... 125 223. Cooke, C. — Bemerkung zu vorstehender Arbeit 125 224. — — Parasit auf Peziza hemisphaerica 125 225. Gibelli , G., et L. Gr iffini. — Sul polimorfismo della Pleospora herbarum Tul. 125 226. Neu aufgestellte Arten 126—131 A p h a n g. Protomycetes. Hyphomycetes. Tubercularini. Cytisporei. Sphaeropsidei 131—135 Protomycetes 131 227. Neu aufgestellte Arten 131 Hyphomycetes etc 132—135 228. Cooke, M. C. — Two British moulds 132 229. Neu aufgestellte Arten 182—135 Ernährnng niederer Organismen . . 135— 140 230. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten. (Vergl. daselbst die Titel.) 135 Einleitung 136 231. Ernährung niederer Organismen durch organische Substanzen . 136 232. Ernährung niederer Organismen durch Aschenbestandtheile . 137 233. Athmung niederer Organismen 137 234. Allgemeine Lebensbedingungen niederer Organismen 140 XIV Seit« Flechten ui-is? 235. Arnold, F. — Lichenologische Ausflüge in Tyrol. (Umhausen, Bozen, Roveredo und Riva.) 141 236. — — Lichenologische Ausflüge in Tyrol. (Der kleine Rettenstein.) . . 141 237. — — Lichenologische Aus&üge in Tyrol. (Serlos-Gruppe; Sonnenwendjoch.) 142 238. — — Die Lichenen des fränkischen Jura 142 239. Poetsch, J. S., und Schiedermayer, K. B. — Systematische Aufzählung der im Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns bisher beobachte- ten samenlosen Pflanzen 142 240. Stein, B. — Flechten der Babia göra 144 241. Stricker. — Flechten von Istrien und dem Trnovaner Wald und der Um- gegend von Görz 144 242. Lojka, H. — Bericht über eine lichenologische Excursion in's Banat und nach Siebenbürgen 145 243. Körb er, G. W. — Lichenes selecti Germaniae Nr. 361—420 145 244. Stein, B. — Proskau's Flechten 146 245. — — Nachträge zur Flechten- Flora Schlesiens. III 146 246. Barth, F. — Lichenes Traussylvaniae exsiccati. (Nr. 1—50.) 146 247. Weddell, H. A. — NouveUe revue des lichenes du jardin public de Blossac ä Poitiers 147 248. Crombie, J. M. — Additions to tlie british Liehen -Flora. III 147 249. — — New british Lichens 147 250. — — Lichens of Sowerby's Herbarium ' . . . 147 251. — — On the rarer Lichens of blair Athole 148 252. New british lichens 148 253. Leighton, W. A. — Lichenological memorabilia. III 148 254. Phillips, W. — Lichens in North-Wales 149 255. Stirton, J. — Two Lichens from Ben Lawers 149 256. Additions to the liehen -flora of Great-Britain 149 257. Krempelhuber, A., v. — Chinesische Flechten 149 258. Nylander, W. — Observata lichenologica in Pyrenaeis orientalibus ... 150 259. — — Addenda nova ad lichenographiam europaeam 150 260. — — Addenda nova ad lichenographiam europaeam 151 261. Arnold. — Lichenes exsiccati 151 262. Crombie, J. M. — Note on Lecanora Ralfsii 151 263. — — Note on Scolorina bispora 152 264. Minks, A. — Leptogium corniculatum 152 265. Borne t, E. — Recherches sur les Gonidies des Lichens 152 266. Weddell, H. A. — Les lichens du massif granitique de Liguge au point de vue mineralogique 155 267. — — Sur le röle du substratum dans la distribution des lichens saxi- coles 155 Moose 157-169 Morphologie und Physiologie 157— 158 268. Leitgeb. H. — Zur Morphologie der Metzgeria furcata 157 269. Kienitz-Gerloff, F. — Beiträge zur Entwicklungsgeschichte des Leber- moos-Sporogoniums 157 270. Ruths, R. — Durch Bastardbefruchtung entstandene Laubmoosfrüchte zwi- schen Orthotrichum anomalum Hedw. und Orth. stramineum Hornsch 158 XV Seite Systematik 158— leo 271. Jäger, August. — Genera et Species muscorum systematice disposita . . 158 272. Venturi. — lieber Orthotrichum 158 273. Braithwaite. — Recent additions to the moss flora 159 274. Duby. — Nouveau geiire de mousses propre ä la Nouvelle-Caledonie . . 160 275. Müller, K. — Sechs neue Laubmoose Noi'damerika's 160 276. Ruthe, R. — Eine neu unterschiedene Art der Laubmoos-Gattung Dicranella 160 277. Venturi. — Ueber Orthotrichum Shawii 160 278. Ruthe, R. — Ueber Orthotrichum Shawii 160 279. Boswell, H. — Eurhynchium praelongum 160 280. Braithwaite. — Note on Sphagnum neglectum 160 Verbreitung 160— 169 281. Hegelmaier, F. — Moosvegetation des schwäbischen Jura 160 282. Warnstorf, C. — Beiträge zur märkischen Laubmoosflora 161 283. Geheeb, A. — Ueber Barbula simiosa Wils 161 284. Juratzka, J. — Bryologische Notizen 161 285. Geheeb, A. — Kleine bryologische Notizen 162 286. Holbirk, P. C. — On the mosses of the west riding ofthecounty of York 162 287. Carrington. — New british Hepatice 162 288. Braithwaite. — A new british Riccia 162 289. Moore, D. — Anthocerus laevis in Irland 162 290. A new Scotch Sphagnum 162 291. Braithwaite, R. — Dicranum uudulatum 162 292. Müller, K. —Laubmoose, gesammelt während der zweiten deutschen Nord- 162 polfahrt 162 Oef ässkryptogamen . . . . 169-173 293. Baker, J. G. •— A new genus of Ferns of the tribe Asplenicae from the Salomon Islands 169 294. Prentice, Charles. — On Lindsaya linearis Sw. with descriptions of two new species 169 295. Fournier, E. — Einige neue Farnpflanzen aus Nicaragua 170 296. Baker, J. G. — New ferns from Lord Howe's Island 170 297. Luersseu, Chr. — Ueber die Spaltöffnungen von Kaulfussia Bl 171 298. Ueber centrifugales, locales Dickenwachsthum innerer Parenchym- zellen der Marattiaceen 171 299. Aschers on, P. — Hymenophyllum tuubridgense Sm 171 300. Ahles, — Ueber Ophioglossumo vulgatum 172 301. Baker, J. G. — Ueber Cyathea insignis 172 302. Luerssen, Chr. — Beitrag zur Farnflora der Palaos- oder Pelew-Inseln . 172 803. — Ueber die Farnflora der Cooks- oder Hervey-Inseln 173 804. Frankhauser, J. — Ueber den Vorkeim von Lycopodium 173 Morphologie der Zelle . . 174-186 305. V erzeichniss der besprochenen Arbeiten 174—176 (Vergl. daselbst die betr. Titel.) 306. Untersuchungsmethoden 176 307. Protoplasma 176 308. Zellbildung 178 XVI Seite 309. Zellwand 178 310. Aleuron inul Proteinkrystalloide 182 311. Chlorophyll und andere Farbstoffe 182 312. Stärke. Zucker. Fette. Gerbstoff. 184 313. Krystalle 184 Morpliologie der Gewetoe . 186-200^ 314. Allgemeine Vorbemerkungen 186 315. Sanio, K. — Anatomie der gemeinen Kiefer 187 316. Delbrouck, C. — lieber Stacheln und Dornen 191 317. Uhlworm, 0. — Beiträge zur Entwickelungsgescbichte der Trichome . . 192 318. Suckow, S. — Ueber Pflanzenstachehi und ihr Verhältniss zu Dornen . . 192 319. Zingeler. — Spaltöffnungen der Carices 193 320. Stahl, E. — Entwickelungsgescbichte und Anatomie der Lcuticellen . . . 194 321. Duval-Jouve, J. — Diaphragmes vasculiferes des Monocotyledones aquatiques 19.5 322. Reinke, J. — Zur Kenntniss des Rhizoms von Corallorhiza und Epipogon 197 323. Finger, F. — Anatomie und Entwi( kelungsgeschichte von Mirabilis .Talapa L. 198 324. Schumann, C. — Dickenwachstlium und Canibium 199 325. Briosi, Giovanni. — Ueber allgemeines Vorkommen von Stärke in den Siebröhren 199 Specielle Morphologie der Coiiifereii 201-207 326. Eichler, A. W. — Sind die Coniferen gymnosperm oder nicht? .... 201 327. Strasburger, E. — Sind die Coniferen gymnosperm oder nicht? .... 202 328. Skrowiszewski, Wl. — Ueber die Entwickelung des Embi-yo bei der Weymuthskiefer 204 329. Stenzel. — Beitrag zur Kenntniss des Blüthenbaues der Nadelhölzer . . 204 330. Meehan, Th. — On numerical ordre in the branching of some Coniferae 204 331. Dc-la-Rue, Eug. — Zur Histologie der Coniferen -Markscheide .... 204 332. Reinke, J. — Beitrag zur Kenntniss der Gymnospermenwurzel .... 205 333. Meehan, Th. — On the axial origin of socalled Pine needles 207 Morphologie der Monoeotyledonen und Dicotyledoiieii . . . . , 208-251 334. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 209-211 (Siehe daselbst die genauere Titclangabe.) Blütlien 210-221 335. Braun, A. — Monoecische Form des Hanfes 210 336. — — Ueber Darlingtonia Californica 211 337. Koehne, E. — Blüthenbau und Blüthenentwickelung bei Cuphea. ... 211 338. Warming, E. — Blüthenentwickelung bei Daucus Carota und Hypericum. 211 339. Urban. — Entwickelung der Bltithe bei Medicago 211 340. Finger, F. — Blüthenentwickelung von Mirabilis Jalapa 212 341. Baillon, H. — Recherches sur l'organogenie florale des Noisetiers .... 212 342. Hieronymus. — Entwickelung der Blüthen bei den Centrolepideen .... 212 343. Eichler. — Ueber den Blüthenbau von Canna 213 844. Glos, D. — Du Cahce dans les Gentianees et les Eortulacees 214 xvn Seit« 345. Warming, E. — Blütheuentstehung bei den Compoeiten 214 346. Chat in, A. — Organogenie de l'audrocee des Labiees, des Globulari^es et des Scrophularinees und Organogenie comparee de l'androcee . . 215 347. Warming, E. — Untersuchungen über Polleu bildende Phyllome und Kaulome 215 348. Hieronymus, — Aiithere der Centrolepideeu 216 349. Warming, E. — Dichotom verzweigte Staubblätter 217 350. Trecul. — De la theorie carpellaire d'apres des Papaveracees 217 351. De la theorie carpellaire d'apres des Eeuonculacees 217 352. Sur la theorie carpellaire d'apres des Amygdalees 218 353. Dune an. — On the Development of the gynaecium and the method of impregnation in Primula vulgaris 219 354. Barcianu, D. P. — Ueber den Fruchtknoten der Onagraceen 219 355. Huisgen, F. — Untersuchungen über die Entwickelung der Placenten . . 219 356. Warming, E. — Entwickelung einiger Ovula 219 357. Hieronymus. — Das Ovulum der Centrolepideeu 220 358. Duval-Jouve. — Sur la fecondation du Zostera marina 220 359. __ _- Particularites des Zostera 220 360. Duchartre. — Sur la fecondation du Zostera marina 220 361. Roper. — Notes on the genus Lemna 221 Keimbildung. Frucht .... 221—226 362. Urban. — Keimbiklung bei der Gattung Medicago 221 363. Hieronymus. — Keimbildung von Centrolepis 221 364. Schar lock. — Ueber die dreifach gestalteten Samen von Atriplex nitens . ^ 222 365. Urban. — Frucht der Gattung Medicago 222 366. Steinbrink. — Ueber die anatomischen Ursachen des Aufspringens der Früchte 222 367. Majewsky, P. — Ueber gewebeartige Pflaiizenhäute 224 368. Hildebrand. — Ueber den Bau der Schleuderfrüchte 224 369. Hieronymus. — Bau der Früchte von Centrolepis 226 Keimung. Bau der Keimpflanze . . 226—228 370. Urban. — Keimung von Medicago 226 371. Irmisch. — Keimung bei Aconitum Anthora 226 372. Drude. — Keimung bei Monotiopa Hypopitys . 227 373. Hoffmann, H. — Keimung bei Rhaphanus 227 374. Schenk. — Berichtigung zu vorstehender Mittheilung 227 375. Hieronymus. — Keimung bei Centrolepis 227 376. Reinke. — Keimung bei Guuuera 227 Wurzel 228—230 377. Reinke. — Wurzeln von Gunnera 228 378. Drude. — Wurzeln von Monotropa Hypopitys L. und Neottia nidus avis L. 228 379. Duval-Jouve. — Wurzeln von Zostera marina L. et nana Roth .... 229 380. Hieronymus. — Wuizelu der Ceutrolepideen 229 381. Reinke. — Knollen der Ophrydeen 230 Stengel 230—241 382. Reinke. — Uebergang zwischen Stengel und Wurzel von Gunnera . . . 230 383. Warming. — Recherches sur la ramiiication des Pbanerogames .... 230 384. Pedersen, R. — Theilimg der Vegetatiousspitze bei der Verzweigung der Phanerogamen 234 B \ xvm Seit« 385. Veiten. — Vitis viuifera und Ampelopr^is hederacea 235 386. Kiiy. — lieber Axillarknospen bei Florideni 235 387. Magnus. — Zur Morphologie der Spliacelariaceen 235 388. Keinke. — Axelkuospen von Gunnera 236 389. Warming, E. — Accessoriscbe Knospen 236 390. Koehne. — Verzweigung von Cuphea 236 391. Hieronymus. — Verzweigung der Centrolepideen 237 392. Duval-Jouve. — Verzweigung bei Zostera marina L. et nana Roth .... 237 393. Reinke. — Verzweigung von Corallorhiza und Epipogon 237 39^. Drude. — Knospenbildung von Keottia nidus avis 237 395. Ascherson, Magnus, Braun, Bouche. — Knospenbildung auf den Blättern von Cardamine pratensis 237 396. Dickie. — Notes on the buds developed on tlie leaves of Malaxis 237 397. Urban. — Perenniren der Gattung Medicago 238 398. Lestiboudois. — Structure des heterogenes 238 399. — — Sur quelques Lianes anomales 238 400. Finger. — Stengelbau von Mirabilis Jalapa 239 401. Reinke. — Stanimbau von Gunnera 239 402. Duchartre. — Quelques observations sur les caracteres anatomiques des Zostera et Cymodocea 240 403. Drude. — Stengelbau von Monotropa, Neottia, Goodyera und Epipogium . . . 241 404. Hieronymus. — Stengelbau der Centrolepidaceen 241 Blüthenstand 241—245 405. U.rban. — Blüthenstand der Gattung Medicago 241 406. Warming. — Das Cyathium von Euphorbia 242 407. Eichler. — Blüthenstand von Canna 24'd 408. Bentham, G. — On the homology of the perigynium in Carex and Uncinia . . 243 409. Towusend, F. — On some points, relating to the morphologic of Carex . . 243 410. Hieronymus. — Blüthenstand der Centrolepideen 244 411. Reinke. — Anatomie des Blütheustandes von Gunnera 244 412. Hieronymus. — Anatomie des Blüthenstandes der Centrolepideen 244 Blätter 245—248 418. Reinke. — Vegetationsorgane von Gunnera 245 414. Warming. — Blattbildung bei den Phanerogamen 245 415. Reinke. — Abortus von Blättern bei Gunnera 245 416. Ascherson. — Trimorphie der Blätter von Populus euphratica 245 417. Ascherson und Magnus. — Schwimmblätter von Ranunculus sceleratus L. und Flammula 246 418. Braun, A. — Blätter von Darlingtonia Californica . . . ■ 246 419. Reinke. — Blätter von Gunnera 246 420. Hieronymus. — Blattbau der Centrolepideen 247 421. Duval-Jouve. — Blattbau bei Zostera und Cymodocea 247 422. Hieronymus. — Blattstellung der Centrolepideen 247 423. Reinke. — Morphologie der Vegetationsorgane von Gunnera 247 424. — — Ueber die Functionen der Blattzähne und die morphologische Werthig- koit einiger Ijaiibblattnectarien 248 425. Duval-Jouve. — Sur une forme de cellules epidermiques , propres aux Cyperac^es . , 249 XIX Seite Schleimorgaue, Nectarien 248—219 426. Reinke. — Schleiraorgane von Gunnera 248 427. Ju eigens, H. — Ueber den Bau und die Verrichtung derjenigen Blütheiitheile, welche Honig oder andere zur Befruchtung nöthige Säfte aussondern . 249 Arteiten, welche im Vorhergehenden zerstückelt v/orden sind 249—251 428. Hieronymus. — Zur Kenntniss der Centrolepidaceen 249 429. Reinke. Morphologie der Vegetationsorgane von Gunuera 250 430. War min g. — Recherches sur la ramification des Phanerogames principaiement au point de vue de la partition du point vegetatif 250 gie . . 252-289 Molekularkräfte in den Pflanzen. — Allgemeine Lebensbedingungen der Pflanzen. — Mechanik des Wachsens. — Periodische und Reizbewegungeii ausgewachsener Organe. 431. Veiten, W. — Bewegung und Bau des Protoplasmas 252 432. Bert, P. — Recherches experimentales sur l'influence que les changements dans la pressioa barometrique exerceut sur les phenomenes de la vie . . . 252 433. Boussingault, J. — Sur la rupture de la pellicule des fruits exposes a une pluie continue. Endosmose des feuilles et des racines 253 434. Vries, H., de. — Ueber das Welken abgeschnittener Sprosse 253 435. Du Breuil. — Effets d'une decortication partielle sur des marroniers d'Inde . 254 43G. Faivre, E. — Nouvelles recherches sur le transport ascendant, par l'ecorce, des matieres nourricieres 254 437. Baranetzky, J. — Untersuchung über die Periodicität des Blutens der kraut- artigen Pflanzen und deren Ursachen 255 438. Eine Mittheilung über die Periodicität des Blutens bei den krautartigeu Pflanzen und deren Ursachen 255 439. Barthelemy, A. — De l'exhalatiou aqueuse des plantes dans l'air et dans l'acide carbonique 256 440. Müller, N. J. C. — Untersuchungen über die Difi'usion der atmosphärischen Gase und die Gasausscheiduug unter verschiedenen Bedingungen . . . 257 441. Barthelemy, A. — Du passage des gaz ä travers des membraues coUoidales d'origine vegetal 257 442. Stahl, E. — Entwicklungsgeschichte der Lenticellen 258 443. Merget, A. — Sur des phenomenes de thermodiffusion gazeuse, qui se produisent dans les feuilles, et sur les mouvements circulatoirs qui eu resultent dans l'acte de la respiration chlorophyllienne 258 444. T huret, G. — Experiences sur des grains de diverses especes plouges dans l'eau de mer 258 445. Sorauer, P. — Einfluss der Wasserzufuhr auf die Ausbildung der Gerstenpflanze 259 446. Morren,E. — L'energie de la Vegetation, ou application de la theorie mechanique de la chaleur ä la physiologie des plantes 259 447. Haberland t, Ir. — Die Keiujfähigkeit der Getreidekörner, ihre Dauer und die Mittel ihrer Erhaltung 259 448. Kerner. — Ueber die zum Keimen der Pflanzensaamen nothwendig;:' Temperatur 261 B* XX Seit« 449. Krasan, F. — Beiträge zur Kenntnis? des Waclisthums der Pflanzen. III. Sa- lix nigricans 261 4f)U. Ebermayer, E. — Die physikalischen Einwirknngen des Waldes auf Luft und Boden 262 451. Goeppert. — lieber die Wirkung der Kälte auf tropische Pflanzen .... 263 452. Famintziu, A. — Wirkung des Lichts auf die Zelltheilung 263 453. Carbonier, P. — Ueber den Einfluss des Mondlichtes auf die Vegetation im Wasser 264 454. Chautard, J. — Exangen spertroscopique de la clorophylle dans les residus de la digestion 264 455 _ _ Modifications du spectre de la chlorophylle sous l'influence des alcalis . 264 45f;_ _ _ Influence des rayons de diverses couleui'S sur le spectre de la chloro- phylle 265 457. — _ Classifications des bandes d'absorption de la chlorophylle; raies acci- dentelles 265 458, Examen des difterences, presentees par le spectre de la chlorophylle, selon la nature du dissolvant 265 459. Piecherches sur le spectre de la chlorophylle 265 460. Millardet, A. — Observations relatives ä une conimunication recente de M. Chautard, sur les bandes d'absorption de la chlorophylle 265 461. Ger land, E. — Ueber die Rolle des Chlorophylls bei der Assimilationsthätigkeit der Pflanzen und das Spectrum der Blätter 266 462. Pfeffer, W. — Wirkung der Spectralfarben auf die Kohlensäurezersetzung in den Pflanzen 266 463. Godlewski, E. — Abhängigkeit der Sauerstoffausscheidung der Blätter von dem Kohlensäuregehalt der Luft 267 464. Boehm, J. — Ueber den Einfluss der Kohlensäure auf das Ergrünen und Wachs- thum der Pflanzen 268 465. _ — Ueber die Bildung von Sauerstoff durch grüne , in kohlensäurehaltiges Wasser getauchte Landpflanzen 268 466. Schuetzenb erger, P., et Quinquaud, E. — Sur la respiration des vegetaux aquatiques immerges 269 467. Kny. — Einfluss der Schwerkraft auf die Conifereublätter 269 468. Bourdon Sanderson. — Ueber elektrische Vorgänge im Blatte der Dionaea muscipula 269 469. Pfeffer, W. — Untersuchungen über Oeffnen und Schliessen der Blüthen . . 270 470. Ueber Oeffnen und Schliessen der Blüthen 270 471. Batalin, A. — Die Ursachen der periodischen Bewegungen der Blumen- und Laubblätter 272 472. Charlet, G. — Sur le mouvement des etamines dans les Ruta 272 473. Frank, A. B. — Zur Frage über den Transversalgeotropismus und Heliotropismus 273 474. Vries, H., de. — Die vitalistische Theorie und der Transversalgeotropismus. . 273 475. Sachs, J. — Ueber das Wachsthum der Haupt- und Nebenwurzeln 274 47G, Sachs, J. — Ueber Wachsthum und Geotropismus aufrechter Stengel .... 277 477. Krasan, F. — Beiträge zur Kenntniss des Wachsthums der Pflanzen .... 278 478. Reinke, J. — Untersuchungen über die relative Geschwindigkeit des Längen- wachsthums der Pflanzen in kurzen Zeiträumen 279 479. Vries, H. de. — Üver eenige mechanische eigenschapen van groeijende planten- stengels 279 480. _ _ Längenwachsthum der Ober- und Unterseite sich krümmender Rauken . 280 481. Zur Mechanik der Bewegungen von Schlingpflanzen 281 482. Famintzin. — Beitrag zur Keimung der Kresse 283 483. Prantl, K. ~ Ueber den Einfluss des Lichts auf das Wachsthum der Blätter . 283 XXI Seite 484. Koch, L. — Abnorme Aeiiderungen v;achsender Pflanzenorgaue durch Bc- scliattung 283 485. Tieghem, Ph., van. — Rccherches physiologiques sur la germhiation .... 284 486. Prantl, K. — Untersuchungen über die Regeneration des Vegetationspunktes an Angiospennenwurzeln 285 487. Haustein. — lieber die Lebenszäliigkeit der Vaucheriazelle und das Repro- düctiünsverniögen ihres ])rotopksmatischen Systems 28G 488. Askenasy, E. — Vorläufige Mittheihmg über eine neue Methode, das Wachstimm der Pflanzen zu beobachten 286 489. Simmler. — Apjiareil pour etudier la germination 286 490. Pfeffer, W. — Untersuchungeu über]" Reizbarkeit der Pflanzen 28(J Ciiemische Physiologie .... 289-300 Pflanzenzusammensetzung. — Pflanzenstoff o. — Eigenschaften wichtiger Pflanzenstoffe. — Stof fmetamorphoseu. — Stoffwau- derung. — Abhängigkeit des Pflanzenlebens von äusseren chemi- schen Einflüssen. — Athmung. 491. Neubauer, C. — Beiträge zur qualitativen Analyse des Weinlaubes .... 290 492. Piccard, J. — lieber einige Bestandtheile der Pappelknospen 290 493. Bourgoin und Verne. - Bestandtheile der Blätter des Boldo 290 494. Oxley, J. — Gemeinsame Bestandtiieile dir Ericeen 29 (J 495. P^raser, R. -- Das Kombe, ein afrikanisches Pfeilgift 290 496. Hartsen, M. — Sur la substance colorante des baies rouges 291 497. Duclaux, E. •— Gegenwart des Kupfers in der Cacao . . .' 291' 498. Eocke, W. 0. — Vorkommen von Litliium im Pflanzenreich 291 499. Schneider, C. — Vertheilung des Stickstoflgehalts in einigen Strolisorteu . . . 292 500. Hlasiwetz und Haberraann. — lieber die Proteinstoffe 292 501. Bechamp, A. — Recherches sur l'isomerie dans les raatiers albuminoides . . . 293 502. Mathieu et V. llrbain. — Du role dos gaz dans la coagulation de l'albumine . 294 503. Ritt hausen. — lieber die Asparagin- ähnliche Substanz im Wickensamen . . 294 504. Henschen, S. — Vorkommen des Amygdalins 295 505. Bach, 0. — Ueber das Solanin 295 506. Kallen, J. — Ueber Heleuin und Alantkampher 295 507. Baltzer. — Ueber den natürlichen Verkohlungsprocess 295 .508. Bouchardat, C. — Milchzucker im Pflanzenreich 296 509. Boussignault. — Ueber den Sorbit 296 510. Muentz, A. — Sur la matiere sucree contenue dans les Champignons .... 296 511. Petit, A. — Siu" le sucre contenu dans les feuilles de vigue 297 512. Girard, Aime. — Sur une uouvelle matiere sucree volatile , extraite du caoutschouc de Madagascar 297 513. Scheibler. — Ueber das Vorkommen vom Arabinsäure in den Zuckei'rüben und über den Arabinzuckor 298 514. Müller, H. — Ueber den Grasv^urzelzucker und über das Triticiu, ein neues Kohlenhydrat im Rhizom von Triticum repens L 299 515. Thumbach. — Zuckergehalt der Spargel 300 516. Barföd, C. — Nachweisung des Traubenzuckers neben Dextrin und verwandten Körpern 301 517. Grote, A., v. und To Ileus, B. — Ueber eine beim iiehaudein von Rohrzucker mit verdünnter Schwefelsäure entstehende Säure 301 518. Sachsse, R. — Ueber einige stickstoffhaltige Verbindungen des Milchzuckers . 302 XXII Seite 519. Eother. — Stärke und Eiweiss 802 520. Seil u etzenb erger. — Uelier das Verhalten der sogenannten Kohlenhydrate und ähnlicher Körper zu wasserfreier Essigsäure 302 521. To Ileus, B. — üeber Verbindungen von Stärke mit Alkali 30?- 522. Haberlandt, Fr, — Vorkommen der fetten Oele in den Getreidekörnern . . . 3CK'> 523. Kraus, G. — Mittheil, über Arbeiten des Dr. Briosi, das Vorkommen von Oel in den Chlorophyllkörnern einiger Strelitziaarten betreffend 304 524. Briosi, G. — Ueber normale Bildung fettartiger Substanz im Chlorophyll . . 304 525. Ficinus, 0. — Fettgehalt des Mutterkorns 305 526. Morren, E. — Introduction ä l'ötude de la nutrition des plantes 305 527. Peligot, E. — Sur la rrpartition de la potasse et de la soude dans les vegetaux 305 528. Thenard, P. — Mittheilungeu zu vorstehender Abhandlung 307 529. Mayer, C. F. — Ein aus sich selbst Nahrung ziehender Baum 307 530. Hei SS e. — Pflauzenphysiologisches 308 531. Reinke, J. — Ueber Gummischleim und Stärke im Rhizom von Corallorhiza und Epipogon 308 532. Prillieux, E. — Sur la coloration et le verdissement du I''eottia Nidus-avis . 308 533. Mer, E. — La glycogenese dans le regne vegetal 309 534. Kraus, Gregor. — Bemerkungen über die Erscheinung der Sommerdürre unserer Baum- und Strauchblätter 316 535. Godlewski, E. — Abhängigkeit der Stärkebildung in den Chlorophyllkörnem von dem Kohlensäuregehalt der Luft 318 536. Ilcrsford, E. N. — Reduction der Kohlensäure zu Kohlenoxyd durch Eisen- phosi)hat ...:•> 319 537. Boutiu, A. — Sur la presence d'une proportion considerable de nitre dans l'Amaranthus Blitum 319 538. Mayer, A., und Koch, L. — Aufnahme von Ammoniak durch oberirdische Pflanzentheile 320 539. Pfeffer, W. — Ueber die Beziehung des Lichts zur Regeneration von Eiweiss- stoffen aus dem beim Keimungsprocess gebildeten Asparagin 321 540. Henneberg, W. — Ueber das genetische Verhältniss der Asparaginsäure zum Eiweiss 323 641. V/ibel und Zacharias. ~ Eine neue Gattung kalkfällender Pflanzen .... 324 542. Deetz, R. — Untersuchungen von Lulium perenne in verschiedenen Stadien der Entwicklung 324 543. Feska, M. — Beziehungen der stofflichen Zusammensetzung eines durch einen continuirlichen Wasserstrom gewonnenen Bodenextracts gegenüber den Stofl'en, welche eine Pflanze in gleicher Zeit dem Boden entzieht , sowie den Stoffen, welche der Boden an concentrirte Salzsäure abgibt . . . 327 544. Gimbert. — Sur les secretions de la fleur de l'Eucalyptus globulus .... 328 545. Kraus, C. — Studien über die Herbstfärbung der Blätter und über Bildungsweise der Pflanzensäuren 328 546. — — Ueber die Ursache der Färbung der Epidermis vegetativer Oigane der Pflanzen 332 547. Sorby, H. C. — Die Farben der Pflanzen 333 548. N essler, J. — Aschengehalt des Holzes verschieden gedüngter Reben .... 335 549. Heinrich, R. - Beiträge zur Kenntniss der Einwirkung verschiedener Dünge- mittel auf die relative Entwickelung der Pflanzenorgane . . , . . . Joö 550. Fitt bogen, J. — Untersuchungen über das für eine normale Production der Haferpflanze nothwendige Minimum von Bodenfeuchtigkeit, sowie über die Aufnahme von Bestandtheilen des Bodens bei verschiedenem Wassergehalt desselben 338 XXTIT Seit« 551. Rittauseii, H., und Pott, E. — Ijutersuchungen über den Eiufluss einer an Stickstoff und Pliosphorsäure reichen Düngung auf die Zusammensetzung der Pflanze und der Samen von Sommerweizen 343 552. Wolff, E. V., — Ueber den Einfluss verschiedener Mengen von l'hosphorsäure auf die Entwickhing der Haferpflanze 346 553. Erhardt, C. — Ueber äul)cutane Injection bei Pflanzen 347 554. Vogel, A., und IIa ab, Ludw. — AVirkung des Camphers auf das Pflanzeuleben 350 555. Calvert, Crace. — lieber filuluisswidrige Materien 352 556. Boehm, J. — üebor die Respiration von Landpflauzen 352 557. Schuetzenberger et Quinquaud, E. — Sur la respiration des vegetaux aqua- tiques immerges 357 558. Heintz, A. — Athmung der Rübeuwurzeln 358 Bef nicht Uli gs- und Aiissäungseiiirichtiiiigeii. Yerbreitnngsinittel 360-384 559. Einleitung 360 560. Müller, H. — Die Befruchtung der Blumen durch Insecten und die gegen- seitigen Anpassungen beider 361 561. Godrou, A. — Ueber das Blühen der Gramineen 367 562. Kerner, A. — Schutzmittel des Polleus gegen die Nachtheiie vorzeitiger Dislo- cation und gegen die Nachtheile vorzeitiger Befruchtung 372 563. Müller, Fr. — Bestäubungs versuche au Abutilon 375 564. — — Geschlechtliche Verhältnisse der Termiten 37(> 565. Riley, Ch. V. — Befruchtung der Yucaarten 37G 566. White, 11. — Einfluss der Insecten auf Verth eilung der Pflanzen 377 567. Redfiel d, John H. — Blütheneinriclitung von Asartnn canadense 377 568. Meehan, Thoraas. — Windblüthigkcit des Spargels 378 569. Kitchener. — Blütheneinrichtungen von Mimulus moschatus und Achimcnes . 378 570. Bennet, A. W. — Hart, W. E. — Kitchener. — Befruchtung von Viola tricolor - . . . . 378 571. Müller, H. — Beft-uchtung von Viola tricolor 378 572. Meehan, Thomas. — Gentry, G. Thoraas. — Befruchtung von Pedicularis canadensis : 378 573. Hart. W. E., und Farrer. — Staubgefasse von Lotus corniculatus 378 574. Hart, W. E., und Oudemau.s. — Blüthen von Xepetii Glechoma Bentli. . . . 378 575. Müller, H. (Lippstadt). — Ueber Anagraecum sesquipedalc 378 576. Hildebraud, Fr. — Verbreituugsmittel der Pflanzen 378 Hybridität 335- 386 577. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 385 (Siehe daselbst die genauen Titel.) 578. Specielle Referate 385 Entstehung der Arten ... 386-391 579. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 386 (Siehe daselbst genaues Titelverzeichniss.) 580. Specielle Referate 886 XXIV Seit« Systematische Monographieen und aiissereiiropäische Floren 392-421 581. Bentham, G., und Hooker, J. D., ' — Genera plantarum isd exomplaiia imprimis in herbariis kewensibus servata. definita 393 582. De Candolle. — Prodomus systematis universalis regni vegeiabilis . . . 39i 583. Eichler, A. W. — Flora Brasiliensis 400 584. Warming, E., Symbolae ad floram Brasiliae centralis cognoscendam . . . 403 585. Triana et Planchon, J. E. — Prodromus florae Novo - Granatensis etc. . 404 586. Baillon, H. — Histoire des plantes 405 587. Seemann, Bertb. - Flora Vitiensis 407 588. Koernicke, "Fr. — Monograi)bie der Rapateaceae 407 589. Böckeier, 0. — Cyperaceen des Königl. Herbariums in Berlin .... 408 590. Hiern, W. P. — Mouograpb of ICbenaceae 409 591. Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum Japoniae et Alaudschuriae . . 409 592. Regel, E. — Descriptiones plantarum novarum in regionibus Tuikestanicis etc. 411 593. Urban, Ign. — Prodromus einer Monographie der Gattung Medicago L. . 412 594. Conspectiis generis Medicaginis 414 595. Haussknecht, C. — Zur Kenntniss der Gattung Fumaria 414 596. Wunschmann, E. — lieber die Gattung Nepenthes 416 597. Philip pi, R. A. — Bemerkungen über die chilenischen Arten von Edwardsia 417 598. Buchenau, Vr. — Ueber einige von Liebmann in Mexico gesammelte Pflanzen 417 599. Koehne, E. — Bemerkungen über die Gattung Cuphea 417 600. Kurz, S. — On a few new plants from Yunan 418 601. Hook er, J. D. — On Melianthus Trimenianus H. f. and the affinities of Greyia Sutherlandi 418 602. Ernst, A. — ElateriopsiS; eine neue Cucurbitaceen-Gattung aus Caracas . 418 603. Boeckeler, 0. — Zwei neue Cyperaceen-Gattungen etc 419 604 Hance, H. F. — Ueber Erythrostaphyle 419 605. Baker, J. G. — Synopsis of the East Indian species ofDracaena and Cordyline 419 606. Miers, J. — On Marupä, a new genus of Simarubaceae 419 607. Baker, J. G. — On Schizobasis, a new genus of Tiliaceae 420 608. Hiern, W. P. — On Physotrichia, a new genus of Umbelliferae .... 420 609. Kurz, S. — Three new species of Porana 420 610. Decaisne, J. — Note sur trois especes d'Hydnora 420 611. — — Descriptions de trois genres nouveaux de plantes recueillies en Chine 420 612. — — Remarques sur les especes du genre Eryngium 421 613. Morren, E. — Notice sur le Bilbergia pyramidalis Lindl. et le Bilbeigia thyrsoidea Mart 421 Pliytopalaeontologie . . . 422-434 614. Verzeichniss der besprochenen Arbeiten . . . = 422—428 Primäre Formationen' 429—456 615. Cambrysches System 429 616. Silur und Devon ....'. 429 617. Carbonformation 430—456 618. Ursa 430 619. Bergkalk 432 620. Culm 432 621. Unter-Carbon im Allgemeinen 432 XXV Seit« 622. Kohlenkalk und Culm 432 623. Steinkohle (productivc) * 432 624. Deutschland 432 625. Oesterreichische Staaten 433 626. Italien 433 627. Belgien 433 628. Frankreich 433 629. England 434 630. Nord-Amerika 434 631. Pilze 435 632. Farne 435 633. Calamiteen 436 634. Aunularia 437 635. Cingularia 438 636. Calamodendreen (Asterophyllites) 438 637. Spheuophyllum 439 638. Fructification der Calamarien 440 639. Lepidodendreen 441 640. Sigillarieen 443 641. Gymnospermen 445 642. Fruchtstadien 446 643. Equisetaceen 446 644. Filices 447 645. Lycopodiaceen 447 646. Sigillarieen , 447 647. Noeggerathieen 448 648. Conifereu 448 649. Gramineen 448 650. Steiukohlenharze 448 651. Steinkohle und Dyas 448 652. Palaeozoische Flora 452 653. Dyas 453 654. Farne 455 Secundäre Formationen 456-464 655. Buntsandstein 456 656. Obere Trias 456 657. Lias 457 658. Jura 457 659. Wealden 460 660. Kreide 460 661. Liburnische Stufe 463 Tertiäre Formationen 464—481 662. Eocen 464 663. Fossile Palmenhölzer 466 664. Nulliporen des Pflanzenreichs 466 665. Oligocen 467 666. Ligurische Stufe 467 667. Tongrische Stufe , 471 668. Aquitanische Stufe 471 669. Bernsteinflora , , 476 XXVI Seite 670. Miocen . . . . ^ 478 671. ' Mainzer Stufe 478 672. Helvetische Stufe 478 673. Oeninger Stufe 479 674. Pliocen 479 675. Quartale Schichten 481-483 Anhang. 676. Ueber Blattskelette. Pharmaceutische Botanik . . . 484-496 677. Triana, J. — Nouvelles etudes sur les Quinquinas 484 678. Weddell, H. A. — Notes sur les Quinquinas 489 679. Hasskarl. — Bericht über die Cultur der Cinchoneen auf Java 490 680. Berichte über Chinaculturen 490 681. Sandahl. — Ueber Chinaknollen 490 682. Carl es. — Alkaloide der Chinarinden 491 683. Jobst, J. — Alkaloidgehalt der Chinarinden 491 684. Hesse, 0. — Studien über die Alkaloide der Chinarinden 491 685. Vollrath. - Senföl aus Reseda 491 686. Loewe, J. — Quercetin und Quercitriu im Catechu und Sumach 491 687. — — Ueber Sumacligerbsäure 491 688. Lefort. — Atropingehalt der Blätter von Atropa Belladonna L 491 689. Hildwein. — Ditarinde und das Ditain 492 690. Christ, H. — Ueber die Frucht von Catha edulis 492 691. Triana, J. — Les Condurangos 492 692. Jackson. — Safran aus Lyperia crocea . . 492 693. Chappellier. — Ueber Crocus sativus L 492 694. Jackson. — Notiz über Aplotaxis Lappa Dec 493 695. Hance, H. F — On the Ch'ing muh shiang, or green putchuk of the Chinese . 493 696. Jackson, J, R. — Ueber Milchsaft liefernde, südamerikanische Bäume. . . . 493 697. Kaveret-Wattel. — Die Pflanzengattung Eucalyptus 493 698. Ullersperger. — Australische Arzneipflanzen 494 699. — — Ueber Anacardium occideutale 494 700. Willkomm. — Stammpflanze der „Flores Ciuae levauti(;;e" 494 701. Flückiger. — Kheum officinale 494 702. Hanbury. — Abstammung der Pareira brava 494 703. Land er er. — Meerzwiebel in therapeutischer Beziehung 495 704. Batka, J. H. — Abstammung des Weihrauchs 495 705. Flückiger. — Harzgewinnung im Bad. Schwarzwald 495 706. — — Die Koloquinte als Nährpflanze 495 707. — — Die Frankfurter Liste 495 708. — — Grundlagen der pharmaceutischen Waarenkunde 496 709. Jäger, H. — Der Apothekergarten 496 Technische Botanik 497-500 710. Wiesner, J. — Rohstoffe des Pflanzenreichs . . . . • 497 711. Vogl, A. — Untersuchungen über die Farbhölzer des Handels 498 712. Schlesinger, R. — Miki'oskopische Untersuchungen der Gespinnstfasern . . . 499 713. Jagor, F. - Reisen in die Philippinen 499 714. Thozet. — Gewächse des nördl. Queensland .... * 499 XXV II Seite 715. Richthofen, Fr., v. — Pflanzenproducte China's -499 716. Cazzuola, F. ~ Untersuchungen über Fasern 500 Forstwlrlhscliaftliclie Bot.aiiik . . 500 sie 717. Hartig, K. — lieber Rindenj)roduction der Kiefer 500 718. Sanio, K. — Ueber Herbst- und Früblingsholz in der Kiefer 502 719. — — Abnormitäten in der Bildung der Jahrringe 502 720. Beling. — Standgewäcbse der Mistel 502 721. Fischer, Fr. — Viscum album L. auf der Eiche 503 722. Beliug. — Blitzschläge an Bäumen 503 723. Baur. — Der Blitz als Waldverderber 503 724. Mühlen, Ferd., v. — Rationeller Betrieb der Ausästung 504 725. Göppert. — Folgen äusserer Verletzungen der Bäume 505 726. Zemann, Jul. — Der Kieferndreher 505 727. Hartig, R. — Wichtige Krankheiten der Waldbäunie 505 728. Grunert, Th. — Eigenthümliche Krankheitserscheinungen an Waldbäumen . . 505 729. Schroeder, Jul. — Schädliche Wirkung des Hütten- und Steiukohlenrauchs auf Waldbäume 505 730. Ebermayer, Ernst. — Ursache der Schüttekrankheit junger Kiefernpflanzen . 506 731. Von hausen. — Untersuchungen über den Rindenbrand 506 732. Thielau, Fr., v. — Wälder, Luftmeer, V\^asser 507 733. Hartig, Th. — Temperatur der Baumluft 507 734. Weber, Rud. — Beitrag zur Lärchenfrage 508 735. Fliphe, F. — Grandeau, L. — Einfluss der chemischen Zusammensetzung des Bodens auf das Wachsthum von Pinus Pinaster 515 736. Möller, L. — Die Holzgewächse in Nord- und Mitteldeutschland 517 Pflanzenkrankheiten 519 -568 Krankheiten durch ungünstige Bodenverhältnisse 519—520 737. Neue Kartoffelkrankheit 519 738. Kalender. — Bildung des Honigthaues 519 739. Kraus. — Sommerdürre unserer Baum- und Strauchblätter 520 740. Boussingault, J. — Versuche über endosmotische Erscheinungen bei Früchten etc. 220 741. Godron. — Melanges de Teratologie vegetale 520 742. Warming. — Ueber Fasciationen 520 Schädliche atmosphärische Einflüsse . . . 520-531 743. Wittmack. — Der sogenannte aestige . Roggen 520 744. Sorauer. — Ueber das Lagern des Getreides .521 745. Prillieux. — Blaufärbung der Blütlien einiger Orchideen unter dem Einfluss der Kälte 521 746. — — De l'influence de la congelation sur le poid des tissus vegetaux .... 521 747. Goeppert. — Tod von Bäumen durch verspätete Nachwirltung des Frostes . . 521 748. Fischer, Carl. ~ Das Eingehen der Obstbäume 522 749. Magenau. -- Schutz der Rebe gegen Frost 522 750. Goeppert. — Die Pflanzenwelt im vergangenen Winter 523 751. Bouch e. — Verspätete und beschleunigte Entwicklung von Blüthen im Winter 1872 .523 752. Vries, H., de. — Einfluss zu hoher Temperatur auf das Pflanzenleben . . . 524 753. Ebermayer. — Ursache der Schüttkrankheit 525 754. Famiutzin, A. — Beitrag zur Keimung der Kresse 525 xxvm Seite 755. Koch, Ludw. — Abnorme Aenderungen wachsender Pflauzenorgane durch Be- schattung 525 756. Boehm, J. — Einfluss der Kohlensäure auf das Ergrünen und Wachsthum der Pflanzen 526 757. Godlewski. — Abhängigkeit der Stärkebildung in den" Chlorophyllkörnern von dem Kohlensäuregehalt der I^uft 526 758. Schröder, J. — Einwirkung der schwefligen Säure auf die Pflanzen .... 526 759. Einwirkung der schwefligen Säure auf die Pflanzen 527 760. Freitag. — Einwirkung des Hüttenrauchs auf die Vegetation 528 761. Focke. — Schweflige Säure als pilztödteudes Mittel 528 762. Boehm, Jos. — Einfluss des Leuchtgases auf die Vegetation ,528 763. Spaeth. — Meyer. — Einfluss des Leuchtgases auf die Vegetation .... 529 764. Caspary. — lieber vom Blitz getroffene Bäume 529 765. Colladon, T). — Wirkung des Blitzes auf die Bäume 530 Venvunduiigen 531-537 766. Goeppert. — lieber Hexenbesen 531 767. Mayer, C. F. — Ein aus sich selbst Nahrung ziehender Baum 531 768. Kühn, J. — Neue Kartoffeln in den alten 531 769. Paulsen, W. — Versucli über den Einfluss des Krautabsclineidens auf den Er- trag und die Qualität der Kartoffel 531 770. Breitenlohner, J. — Einfluss des Abblattens auf Ertrag und Gehalt der ; ■! Zuckerrübe 532 771. Du Breuil. — Wirkungen theilweiser Entrindung der Kastanienbäume . , . . .532 772. Prantl. — Regeneration des Vegetationspunktes an Angiospermenwurzeln. . . 5B2 773. Goeppert. — Innere Zustände der Bäume nach äusseren Verletzungen . . . 532 774. Tramnitz, A. — Schneiden und Aufasten 536 775. Richter-Schreitlacker. — Zweckmässigkeit des Beschneidens der Wurzelenden 536 770. Magnus. — Einfluss des Edelreises auf die Unterlage 537 777. Zen. Erzeugung neuer Rosenvarietäten durch Veredlung 537 Krankheiten durch verschiedene Ursachen ... 537 778. Sorauer, P. — Einige Beobachtungen über Gummibildung 537 Phanerogame Parasiten etc 538 779. Verbreitung und Vertilgung der Klecseide 538 780. Feldfruchtbeschädigung durch Pappeln 538 Kryptogauie Parasit,en 538—567 781. Magnus. — Chytridium tumefaciens 538 782. Kühn, J. — Mehlthau der Runkelrübe 538 783. Fish. — Kartoffelkrankheit 539 784. Spraggon. — Kartoffelkrankheit ,539 785. Thompson. — Kartoffelkrankheit 539 786. Wolff, Reinh. — Der Brand des Getreides 589 787. Kühne, J. — Kupfervitriol als Schutzmittel gegen den Brand 541 788. Dreisch, E. — Einfluss des Kupfervitriols auf die Keimung des Weizens . . . 541 789. Magnus. — Einwanderung zweier Rostpilze 542 790. Schröter, J. — Bemerkungen über eine neue Malvenkrankheit 543 791. Magnus. ~ Zusammengehörigkeit von Aecidium Urticae mit Puocinia Caricis . 544 XXIX Belte 792. Aecidium Berberidis 544 793. Magnus. -- Mykologische Bemerkungen 544 794. T hürnen, v. — Mykologische Notizen 544 795. Niessl, v. — Beiträge zur Kenutniss der Pilze 544 796. Rabenhorst. — Fungi europaei exsiccati 544 797. Middeldorpf. — Drelnvüclisige Kiefern 546 798. Hart ig, R. — Vorlaufige Mittheilungen über den Parasitismus von Agaricus mel- leus und dessen^Rhizomorphen 546 799. Wichtige Krankheiten der Waldbäume 546 800. Oudemans. — Sur une espece speciale de tubes existant dans le tronc du Bu- reau etc 564 801. Berkeley, M. J. B. — lieber Faden -Melilthau der Theepflanzen 564 802. Leuchten faulen Holzes 564 803. Mach, E. — Ueber ein dem Traubenpilz ähnliches Vorkommen auf Obstbäumen 564 804. Burghard. — Pechkranldioit der Reben 564 805. Saut er. — Pechkrankheit der Reben _. 565 806. König, L. — Eine neue Fichtenkrankheit 565 807. Philipps, Const. — Ueber Astauschwellungen an der Rosskastanie .... 565 Anhang. 808. Kny. — Ueber parasitische Algen 567 809. Grunert. — Krankheitserscheinungen an Waldbäumen 567 Holländisclie Literatur .... 568-570 810. Surin gar, W. F. R. — Beobachtungen einiger Missbildungen bei Pflanzen . . 568 811. Treub, M. — Notice sur l'aigrette des Composees 569 812. Bruyn, de A. 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Ludwig, F. — Neue Standorte der Flora hennebergica 625 930. ilampe, E. — Flora Hercynica 625 931. Fisch er-Benzou. R., v., und Steinvorth, J. — Flora vou Hadersleben . 625 932. Prahl, P. — Zur Flora vou Schleswig 625 933. Buchenau, F. — Seltene Pflanzen der Umgegend von Bremerhafen .... 626 934. Arngast und die Oberahn'schen Felder 626 935. Focke, W. 0. — Zur Kenntniss der Flora der ostfriesischeu Inseln .... 626 936. Wilms. - Skizze der Flora einiger Punkte des Sauerlands 627 937. Spiessen, v., Fr. -- Beiträge zur Flora von Westphalen 627 938. Mels heimer, M. — Beiträge zur Flora von Neuwied 627 939. Uechtritz, R., v. — Hieracium pallescens 628 940. Thielens, Arm. — Relation d'un voyage au Laacher See 628 941. Onzieme herborisation de la Societe royale de Belgique 628 942. Du Mortier, B, C. — Note sur le caractere botanique de l'Eifel 628 943. Thilens, Arm. — Neuer Standort von Selagiuella helvetica 628 944. Dosch u. J. Scriba. — Flora des Grossherzogthums Hessen 628 945. Schultz, F. — Beiträge zur Flora der Pfalz 628 946. Schultz, F. — Ueber Juncus nigritellus. Koch non Don 629 947. Jaubert, Cmte. -- Ledum palustre im Wasgenwald 629 948. Buchinger. Ledum im Elsass 629 949. Caf lisch, J. Fr. Zur Flora von Schwaben und Neuburg 629 950. Juratzka, J. -- Botrychium virginianum Sw 629 951. Grisebach. — Hieracium pleophyllum Schur, in Böhmen 630 952. Celakovsky, L. — Ueber Epilobienbastarde 630 953. Phytographische Beiträge. Pastinaca urens Req 630 954. Mayer, A. C. — Crypsis alopecuroides Schrad. am Eibufer bei Leitmeritz . . 630 955. Dedecek, Jos. — Neue Beiträge zur Flora der Prager Umgegend 631 956. Uechtritz, R., v. — Hieracium Engleri Uechtr 631 957. Ascherson, P. — Vorzeigung einiger Pflanzen aus der Umgegend von Teschen 631 958. Schiedermayr, K. — Eine Granitinsel im Kalkalpen-Gebiete Oberösterreichs. 631 959. Reuss, v.. fil. — Zur Flora von Niederösterreich 631 960. Haläcsy, E., v. — Neue Standorte zur Flora von Niederösterreich .... 631 961. Vierhapper, Fr. — Neue Standorte zur Flora von Niederösterreich .... 632 962. Wiesbauer, J. S. J. — Zur Flora vou Niederösterreich 632 963. Engelt haier, H. — Standort vou Crocus vernus Wulf. 632 &64. Haussknecht, C, — Neue Standorte zur Flora der Umgegend von Wien . . 632 xxxra Seit« 965. Kerner, A. — Anchusa Gmelini Ledeb. bei Wien 632 966. Berroyer, A. — Neuer Standort von Draba memorosa L 632 967. Kalb runner, H. — Zur Kalkflora Niederösterreichs 632 968. Kr zisch, Jos. — Berichtigung zu Pflanzenstandorten bei Wiener-Neustadt . 632 969. Woloszczack, Eust. — Zur Flora des südöstlichen Schiefergebietes Nieder- österreichs 632 970. Strobl, P. Gabr. — Auf der Höhe des Lichtmessberges 633 971. Baenitz, C. — Einige Fundorte aus Kärnten 633 972. Stricker. — Ein neuer Primel-Bastard 633 973. Tommasini, v. — Die Flora des südlichsten Tlieils von Istrien 634 974. Grembich, P. Jul. — Seltnere Pflanzen des Volderthals bei Hall 634 975. Kemp. H. S. J. — Zur Flora des Illgebiets von Vorarlberg 634 976. Huter, Eup. — Botanische Mittheilungen 634 977. ValdeLievre. — Zur Kenntniss der Ranunculaceen-Formen der Flora Tri- dentina 634 978. Christ, H. Die Rosen der Schweiz ^ . . 635 Niederlande 638—642 979. Bruyn, A. J. de. — Bydrage over Rumex Steinii Becker etc 638 980. Hall, H. C., van. — Fundorte einiger seltener Pflanzen der Niederlande . . 638 981. Thielens, Arm. - Acquisitions de la flore beige 638 982. — -- Les Orchidees de la Belgique 639 983. Baguet, Ch. -— Sur le Sedum rubens croissant sur le massif silurien du Brabant 640 984. Bamps Const. — Les plantes rares des environs de Hasselt 640 985. Crepin, F., Baguet, Gh., Gillert, Ch. — Session extraordinaire de la societe de Bot. de Belgique et de la societe botanique de France 640 986. Durand, Theoph., et Donckier, Henri. — Sur la flora de la province de Liege 640 987. Koltz, J. P. J. — Prodrome de la flora du grand-duche de Luxembourg . . 641 Britische Inseln 662-646 988. 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Janka, V. v. — Plantarum novarum Turcicarum breviarium II 658 1057. Cesati, V. de. — Notizie sulla flora del Balkan 659 1058. Uechtritz, R. v. — Botanische Notizen 659 Karpatenländer 660-666 (Ungarn mit den Nebenläudern, excl. croatisches Littorale, Galizien, Buckowina, Rumänien.) 1059. Kerner, A. — Vegetationsverhältnisse des mittleren und östlichen Ungarns und angrenzenden Siebenbürgens 660 1060. Freyn, J. — Botanische Notizen 662 1061. Holuby, Jos. L. — Brombeeren der Flora von Podhrad in Ungarn .... 662 1062. Wessely, Jos. — Der europäische Flugsand und seine Cultur etc 662 1063. Uechtritz, R. v. — Hieracium Jankae 662 1064. Kerner. A. — Botanische Notizen 662 1065. Ritter v. Reuss, A. — Botanische Notizen 663 1066. Csatö, J. V. — Potentilla nivalis Lapeyr. in Siebenbürgen 663 1067. Uechtritz, R. v. — Bemerkungen zu Knapps Pflanzen Galiziens und der Bucko- wina 663 1068. Reh mann, A. — Diagnosen der in Galizien und der Buckowina bisher be- obachteten Hieracien 664 Russland 666-667 1069. Martjanoff, N. — Verzeichniss von Pflanzen, welche in der Umgegend von Zarskoje-Selo in den Jahren 1868—71 gesammelt sind 666 1070. Schmalhausen, J. — Verzeichniss der im Sommer 1872 in den Kreisen Luga und Gdow gesammelten Pflanzen 666 1071. Kurilin, M. — Verzeichniss der in den Umgebungen von Narva, Gdow und Jamburg im Jahre 1871 gesammelten Pflanzen 666 1072. Brotherus, V. F. — Reise in's russische Lappland 666 1073. Kaleniczenko. — Encore quelques mots sur le Daphne Sophia 666 1074. Gornitzky, C. — Gefässpflanzen in den Jahren 1870—72 gesammelt .... 666 1075. Sredinsky, N. — Materialien zur Flora von Neurussland und Bessarabien . . 667 1076. Clerc, 0. — Ueber einige Pflanzen aus dem Ural 667 XXXVI 1077. Clerc, 0. — Üet)er das Herbarium und Verzeichuiss der im jalire 1852 von J. Nesterowski bei Slatoust gesammelten Pflanzen 667 1078. Meyer, C. Ä. — Clerc, 0. — Notiz über Rubus humilifolius 6G7 V Nachtrag: I. (Zu Seite 619.) 1079. Aschersou, P. — Atriplex laciniatum L 6G7 1080. Crepin, F. — La synonymie de l'Atriplex laciniatum L 668 1081. Du Mortier, B. C. — Note sur l'Atriplex laciniata de Linne 668 1082. Ascherson, P. — Notiz über Atriplex oblongifolium W. K 668 1083. Doscb, L. — Scriba, J. — Flora der Blüthen- und höheren Sporenpflanzen des Grossherzogthums Hessen und der angrenzenden Gebiete .... 668 1084. Ascherson, P. — Hieracium Garckeanum 670 Nachtrag II. (Zur russischen Literatur.) 1085. Willkomm, M. ~ Der botanische Garten der kaiserlichen Universität Dorpat 670 1086. Regel, G. — Animadversiones de plantis vivis nonnullis horti botanici imperialis Petropolitani 671 1087. Trautvetter, E. Pi. v. — Enumeratio plantarum anno 1871a. Dr. G. Radde in Armenia rossica et Turciae districtu Kars lectarum 671 1088. Beschreibungen neuer Pflanzen 671 Ein Verzeichniss von Druckfehlern, die vor der Benützung dieses Bandes zu be- richtigen sind, findet sich hinter dem Namenregister. KRYPTOGAMEN. Algen. Referent Askenasy. (Mit Ausnahme der Bacillarieen.) Yerzeicliniss der besprochenen Arbeiten. 1. Archer W. A, Resume of recent observations on parasitic algae — Quarterly Journal of microscop. science. Octob. 1873. p. 3061. 2. Askenasy. Ueber eine neue Meeresalge. Botan.-morphol. Studien. Heidelberg 1872. 3. Cohn. Ueber Clathrocystis persicina und Cylindrospermum Kirchueriauum s. JSTo. 24_ 4. Delponte. Speeimen Desmidiacearum subalpinarum auctore J. B. Delponte. (Extr. dalle Memorie della Reale Academia delle Scienze di Torino, serie II, tom. XXVIII). — 5. Hanstein. Ueber die Vertheiluug der plastischen und assimilirten Substanzen in der Chara. Niederrheinische Ges. für Natur- und Heilkunde; phys. Section Sitz. v. 15. Juli 1872. Botan. Ztg. 1873 p. 694. 6. Derselbe. Ueber die Lebenszähigkeit der Vaucheriazellen und das Reproductions- vermögen ihres protoplasmatischen Systems. (Niederrh. Ges.- Sitz. v. 4. Nov. 72. Bot. Ztg. 1873. S. 697. 7. Holmes E. M., New Brittisch Algae. Grevillea July 1873 vol. 2 S. 1. 8. Janczewski Ed. Etudes anatomiques sur les Porphyra et sur les propagules du Sphacelaria cin-hosa. Annales des sc. nat. Tom. XVII. 1873. S. 241. 9. Jessen. Botanische Untersuchungen vom 3.-24. Aug. nebst Untersuchungen an der Ostküste von Nordschleswig. Expedition zur Untersuchung der Ostsee. Berlin. Wie- gand und Hempel. 10. Jurauyi Ludw. Beiträge zur Morphologie der Ocdogonieae Pringsh. Jahrb. Bd. IX. 11. Kny. Ueber einige parasitische Algen. Ber. der Berl. Ges. naturf, Frd. vom 19 Nov. 1872 und Bot. Ztg. 1873. S. 139. 12. Derselbe. Ueber die Bedeutung der Florideen in morphol. und histol. Beziehung. Bot. Ztg. 1873. S. 433. 13. Derselbe. Ueber Axillarknospen der Florideen (Abdr. aus der Festschr. der Berl. Ges. naturf. Fr. Berlin. Dümmler 1873.) 14. Koschtsug. Entwickelungsgeschichte von Callithamnion Daviesii Lyngb. und Por- phyra laciniata Ag. (Abhandlungen der neurussischen naturf. Gesellschaft 1. Bd. 1. Abth. Odessa 1872 in russ. Sprache.) 1 2 Algen. 15. Lano-enbach. Gustav. Die Meeresalgen der Inseln Sicilieu und Pantellaria. Berlin W. Weber. 1873. 16. Lenz. Algen der Traveniünder Bucht. Pommerania-Exped. Anhang IJ. 17. Magnus P. Zur Morphologie der Sphacelarieae nebst Bern, über die Ablenkung des Veo'etationspunktes der Hauptaxe durch nahe am Scheitel angelegt werdende Tochter- sprossen. (Abdr. aus der Festschr. der Berl. Ges. naturf. Freunde. Berlin. Dümm- 1er 1873.) 18. Derselbe. Ueber Verzweigungserscheinungen bei den Cladophoren. Berl. Ges. naturf. Freunde; Sitzung vom 15. April 1873. Bot. Ztg. 1873. 19. Derselbe. Ueber die botanischen Ergebnisse der Expedition der Pommerania vom 16. Juni — 2. Aug. 1871. (Expedition zur phys.-cheni. und biolog. Untersuchung der Ostsee im Sommer 1871. Berlin, Wiegand und Hempel 1873.) 20. New. Brittisch Nitophylkim. Grevillea No. 1. Jan. 1873. 21. Oerstedt A. S. System der Pilze, Lichenen und Algen, aus dem Dan. von A. Griese- bach und J. Reinke. Leipzig. Engelmann 1873. 22.' Parfitt. Botrydium granulatum. Grevillea No. 7. Jan. 1873 p. 103 ff. mit Taf. 7. 23. Pringsheim. Ueber den Gang der morphol. Differenzirung in der Sphacelarieen- reihe. (Separatabdr. aus den Abhandl. der koenigl. Acad. der Wissensch. Berlin 1873.) 24. Rabenhorst. Algen Europas. Decade 232 und 233. Dresden 1873. Bericht dar- über in der Hedwigia 12. Bd. 1873. S. 58 ff. 25. Derselbe. Decade 234 u. 235, Hedwigia 12. Bd. 1873 S. 138 ff. 26. R e i n. Ueber die Vegetationsverhältnisse der Bermudasinseln. Jahresber. der Senkenb. Ges. in Frankf. a. M. 1872/73. 27. Zur Entwickelungsgeschichte von Porphyra leucosticta Thur. — Schriften der neurusöischen Gesellschaft der Naturforscher. Bd. II. S. 150. — Odessa. 28. L. Reinhardt über einige Palmellaceen. Verhandl. der bot. Sect. d. IV. russ. Natur- forscherversammlung zu Kasan 1873. 29. Rue de la Eug. ä Charkow. Sur le developpement de Sorastrum Kg. Ann. d. sc. nat. Bot. tome XVII. S. 400. 30. Sauter, Flora des Herzogthums Salzburg VI. Algen. (Abdr. aus d. Mitth. der Ges. für Salzburger Landeskunde XIII. Bd. 1873.) 31. Sirodot. Etüde anatomique, organogenique et physiologique sur les Algues d'eau douce de la famille des Lemaneacees. Ann. des sc. nat. Bot. Ser. V. Tom. XVI. 82. Derselbe. Nouvelle Classification des algues d'eau douce du- genre Batrachos- permum. Comptes rendus de l'acad. des Sciences. Tom. 76. S. 1216 u. 1335. 33. Wood Horatio C. A. contribution to the history of the fresh water algae of North- America. Washington city 1873. 34. Zell er.- Algen der 2. deutschen Nordpolfahrt (2. deutsche Nordpolfahrt 2. Bd. 1. Abth. S. 83. f. Leipzig F. A. Brockhaus.) 35. Derselbe. Algen gesammelt von Dr. S. Kurz in Arracan und Brit. Burma, bestimmt und systematisch geordnet von Zeller in Stuttgart. Journal Asiat, soc. of Bengal. Vol. XL IL Ser. p. 175. Daraus in Hedwigia 12. Bd. 1873 S. 168 und 189. 1. Schriften, die sieh üher mehrere Algengriippen verbreiten. 21. Oerstedt, System der Pilze, Lichenen und Algen. Neues enthält der von den Algen handelnde Abschnitt dieses Buches nicht, ja man kann nicht gerade sagen, dass er in Bezug auf das Alte trotz der anerkennenswerthen von Reinke herrührenden Zusätze der deutschen Ausgabe, durchweg auf der Höhe der Wissenschaft steht. Der Verfasser sucht zwar die bessere Einsicht, welche man neuer- dings in der Entwickelungsgeschichte vieler Algen gewonnen hat, für die systematische Algen. 3 Eintlieilung zu verwerlhen, indem aber die Farbe durchaus als oberstes Eintheiluugsprinzip festgehalten wird, entstehen mancherlei Wunderlichkeiten. So stehen die Diatomeen mit den Fuceen, Ectocarpeen, Phaeosporeen und noch andere Familien in einer grossen Abthei- lung als Melanophyceae. 33. Wood, fresh water algae of North-America. Das von der Smithsonian Institution in schöner Ausstattung veröffentlichte Werk bietet die erste Zusammenstellung der in Nordamerika bisher aufgefundenen StissM'asser- algen mit Ausschluss der Bacillariaceen. Die beschriebenen Arten wurden zum grössten Theil vom Verfasser selbst in der Umgebung seines Heimathsortes Philadelphia und auf einigen weiteren Excursionen gesammelt, theils von Anderen ihm eingesandt. Wie aus der am Schlüsse des Werkes gegebenen geographischen Zusammenstellung hervorgeht, sind vorwiegend die an der Ostküste des €ontinents gelegenen Staaten der Union durch Funde vertreten. In der systematischen Anordniuig des Stoffes schliesst Verfasser sich eng an Ra- benhorst's Flora europaea algarum aquae dulcis et submarinae an. Diesem Werke sind auch die Diagnosen der grösseren und kleineren Gruppen fast ganz, diejenigen der Gat- tungen zum Theil entlehnt. Bei Behandlung der Arten ist das Bestreben unverkennbar, dieselben soweit als thunlich mit europaeischen Arten zu identificiren, wobei dem Verfasser seine reiche Litteraturkenntniss sehr zu Statten kommt. Immerhin ist die Zahl der für Nordamerika neu aufgestellten Species eine sehr ansehnliche. Die Behandlung fast jeder Gruppe wird durch die klare und gedrängte Darstellung des Wichtigsten, was über ihre Entwickelungsgeschichte gearbeitet worden eingeleitet, wobei kaum etwas von Bedeutung unberticksichtigt geblieben ist. Der Zusammenhang zwischen den Flechtengonidien und den ihnen ähnlichen Algenformen wird im Sinne der Schwendenerschen Theorie besprochen. Auffallend ist, dass die von Cohn bei Oscillaria nachgewiesene Zusammensetzung des Phycochrom's aus Chlorophyll und Phycocyan für zweifelhaft betrachtet wird, ebenso, dass es dem Verfasser nicht gelungen ist, die Bewegung der Macrogonidien von Ilydrodic- tyon und das Ausschlüpfen der Schwärmsporen von Vaucheria zu beobachten. Eigene Untersuchungen, welche zur Entwickelungsgeschichte der Algen wichtige Beiträge lieferten, sind mit Ausnahme dessen, was über die als Schizomeris Leibleiuii Ktz. ? beschriebene ülvaceee gesagt wird, in dem Werke nicht enthalten. Als neue Gattungen sind Nostochop- sis (Rivularieen) und Pagerogalla (Palmellaceen) aufgestellt. Die Linksche Gattung Oedo- gonium ist in Oedogonium, Pringsheimia und Androgj'uia gespalten; die erste enthält die Hermaphroditen, die zweite die dioecischeu, die dritte die androgynischen Arten. Die dem Werke beigegebenen 21 colorirten Tafeln sind sauber in ihrer Ausführung; doch ist die Farbengebung nicht immer durch Naturtreue ausgezeichnet. Kny. 15. Langenbach, Meeresalgen der Inseln Sicilien und Pantellaria. Die verdienstliche Arbeit liefert eine vollständige Zusammenstellung der Meeres- algen, welche an den Küsten der oben genannten beiden Inseln bisher gesammelt und dem Verfasser entweder durch Originalexemplare oder durch frühere Veröffentlichungen bekannt geworden sind. Von letzteren wurde insbesondere Philippi's Abhandlung in Wiegmanns Archiv, die Werke Kützing's und Ardissone's Enumerazione delle Alghe di Sicilia benutzt. Das Material für eigene Verarbeitung lieferten die vom Referenten im Golf von Palermo im Winter 1869/70 begonnenen und vom Verfasser an diesem sowie au anderen Pimkten der Ivüste Siciliens (besonders in Trapani) und auf der Insel Pantellaria fortgesetzten Sammlungen. Die Anzahl der aufgeführten Arten beträgt im Ganzen 263. Von diesen sind 50 für die sicilische Algenflora neu, und 5 Arten werden zum ersten Mal als dem Mittelmeer angehörig constatirt. Kritische Bemerkungen finden sich mehrfach eingestreut, besonders bei den Gattungen Valonia, Bryopsis, Udotea, Codium, Ulva, Porphyi'a, SchizjTneuia. Das Streben des Verfassers ist im Ganzen darauf gerichtet bei polymorphen Formenreihen die übermässige Zahl der von verschiedenen Autoren aufgestellten Arten möglichst zu be- schränken. Doch steht damit nicht in Uebereinstimmung , dass bei Cladophora die zahl- reichen Kützing'schen Species adoptirt werden. Bei den Ulvaceen hält sich Verfasser an die von le Jolis in dessen Liste des Algues marines de Cherbourg 1863 gegebene Ein- theilung. Kny. 1* 4 Algen. 26. Rein Vegetationsverhältnisse der Bermudasinseln. Dieser Aufsatz enthält u. a. ein Verzeicliniss der vom Verfasser während eines längeren Aufenthaltes auf den Bermudas gesammelten und bestimmten Algen. Die Bestim- mungen wurden von Harvey revidirt. Zugleich werden auch die von Kemp im Canadian Naturalist and Geologist. Montreal May 1857 angeführten Algen mit aufgezählt, obwohl Verfasser über das Vorkommen mancher von Kemp angeführten Art gegründete Zweifel hat. Wie Verfasser bemerkt, steht die Algenflora Bermuda's ganz unter dem Einflüsse des Golfstroms, schliesst sich in ihrem Character eng an diejenige der Bahamas-Inseln und der Floridariffe an, ist reich an schönen zarten Formen, bietet nichts Eigenthümliches und weicht von derjenigen der ostatlantischen Inseln unter gleicher oder geringerer Breite fast ebenso ab, wie die Landfloren verschieden sind. Die Laminarien und Fucusarten, welche zum Theil an der ostatlautischen Küste bis in die Nähe des Wendekreises gedeihen, fehlen ganz, und werden durch Sargassum (5 Species) vertreten. Das nach Harvey Nereis Boreali- Americana geordnete Verzeichniss enthält 109 Arten, darunter 23 Melanospermeae, 50 Rho- dospermeae und 36 Chlorospermeae. Bemerkenswerth ist namentlich der Reichthum an Siphonaceen und verwandten Formen, insbesondere kommen 4 Caulerpen vor C. prolifera, Lam. mexicana, Sond, plumaris Ag. und clavifera Ag. 30. Sauter, Algen des Herzogthum Salzburg. Verzeichniss von 72 Diatomeen und 185 anderen Algen, die theils vom Verf. selbst, theils von Anderen in dem Herzogthum Salzburg gefunden Mairden, darunter auch einige vom Verf. zuerst gesammelte neue Arten. Wir heben Folgendes hervor: Hypheothrix cobaltina Wulf bekleidet überonnene Kalkfelsen mit einer kobaltblüthfarbigen Haut, Sym- ploca Frieseana Ag. (vom Verf. entd.), Zonotrichia chrysocoma Rth. (desgl.), Prasiola flu- viatilis Smmf. (Sauteri Mng.) desgl. Stephanosphaera pluvialis Cohn, in den Weihbrunn- schalen der Grabsteine bei Salzburg (hier von Zambra zuerst aufgefunden). Cladophora aegagropila L. f. Sauteri Ag., früher im Zeller See. 19. Magnus, bot. Ergebnisse der Pommeraniaexpeditiou. Verfasser nahm an der Reise der Pommerania von Kiel nach Arendal, von dort nach Stockholm u. Gotland, dann von Memel über Pillau nach Danzig theil, worauf er von Prof. Jessen abgelöst wurde. Während der Fahrt wurden an zahlreichen Stellen Algen gesam- melt, theilweise mit Hülfe des Schleppnetzes. Wie Verf. angiebt, lässt sich die Flora der nneren Ostsee in Bezug auf Vorkommen und Verbreitung der Pflanzen in 3 Gruppeni sondern. Die erste umfasst echte Meeresbewohner, die auch in minder salzreichem Wasser leben können, sie bilden den grössten Theil der Flora, verkümmern je weiter nach Osten immer mehr, um im bottnischeu Busen ganz zu verschwinden. Ihre wahre Heimath ist die salzreiche Nordsee und vordere Ostsee. Ein anderer Theil der Flora besteht aus Brackwasserpflanzen, die in schwachsalzigem Wasser am besten gedeihen. Dahin gehören die Ruppiaarten, vielleicht auch die ZannicheUien, Ohara baltica, crinita, Nitella nidifica, Bangia atropurpurea, Ulothrix penicilliformis , ferner wahrscheinlich die Rhizoclonien und vielleicht einige Cladophoraformen. Den dritten Theil bilden die aus dem süssen Wasser ins Meer einwandernden Formen. Hierzu gehören Potamogetou pectinatus und marinus, einige ZannicheUien, Najas major, ferner Ohara fragilis, Cladophora fracta und glomerata, Zygnema, Spirogyra. Im Norden des bottnischen Busens treten nach Krok nur Süsswasser- formen auf. Der grösste Theil der in der Ostsee auftretenden Arten findet sich auch in der Nordsee, oder in den süssen Gewässern, die in die Ostsee münden. Nur 3 Arten, näm- lich: Castagnea Baltica Aresch, Monostroma balticum Aresch, Myrionema Henschei Casp., sind bis jetzt allein in der innern Ostsee gefunden worden. Verfasser giebt ein Verzeichniss der von ihm, wie auch von anderen Forschern in der innern Ostsee angetroffenen Formen, Darunter sind 6 Phanerogamen , 3 Characeae, 36 Florideae, 17 Phaeozoosporeae, 4 Fuca- ceae, 12 Chlorosporeae, 2 Conjugatae, 7 Phycochromaceae. Viele Florideen und Phaeo- zoosporeen wachsen in ziemlich bedeutender Tiefe, so Callithamnion Plumula 20—27 Faden tief, Furcellaria fastigiata bis 15 Faden, Iridaea edulis 20—27 F., Delesseria sangidnea 5—15 F., Delesseria sinuata 20—27 F., Polysiphonia violacea 1—27 F., Algen. 5 Cruoria pellita bis 27 F. u. s. f. Viele aus grosser Tiefe durch das Schleppnetz hinauf- gebrachte Algen waren aber nicht an Ort und Stelle gewachsen, sondern lediglich durch Strömungen angetrieben. Auf der Fahrt von Memel bis Danzig wurden keine frischen an Ort und Stehe gewachsenen Algen augetroffen, offenbar wegen Mangels an steinigem Grund. Da ein reicher Algenwuchs die erste Vorbedingung zur Entwicke- lung einer reichen Thierwelt ist, so empfiehlt der Verfasser die Schonung steinigen Grundes, ja die künstliche Bildung eines solchen durch Beischaffung von Steinen. Die morijhologischen Untersuchungen des Verfassers in Bezug auf einige der von ihm gesammelten Algen finden sich in den Sitzungsber. der Berliner Ges. uaturf. Freunde, Jahrg. 71—73, sowie in der bot. Ztg. 9. Der Bericht Jessen's, der sich während des zweiten Theils der Reise an Bord der Pommerania befand, enthält lediglich ein Verzeichniss von 57 Algen und 4 Characee nebst den Fimdortcn. die auf der Reise von Danzig bis Kiel, sowie bei der zu Boote durch- geführten Untersuchung der schleswigschen Ostküste gesammelt wurden. Bei den einzelneu Arten wird jedesmal die östliche Grenze der Verbreitung angegeben. Das Auffischen von Steinen mittels Steinhacken erwies sich an allen flacheren Küstenstrecken als die geeignetste Methode zum Sammeln von Algen. 16. Lenz in Lübeck gibt in einem Anhang zum Bericht über die Pommeraniaexpedition ein Verzeichniss von 82 Species nebst einigen Subspecies von Algen und 37 Diatomeeenarten, die bisher in der Travemüuder Bucht beobachtet wurden. 34. Zeller, Algen der zweiten deutschen Nordpolfahrt. Nur 17 an der grönländischen Küste gesammelte Algen, die meist schon früher aus jener Gegend bekannt waren, die Mehrzahl stammt vom Cap Wyen und der Sabine- insel. Ueber die näheren Verhältnisse des Standortes wird nur wenig angegeben. Zeller führt folgende Arten als noch nicht aus diesen Gegenden bekannt an : Rhizoclonium littoreum Kg., Stypocaulon scoparium Kg., Laminaria Phyllitis Lamx. 24. Rabenhorst, AJgen Europas, Dec. 232 u. 233. Unter den 20 Nummern sind besonders bemerkenswerth die von Colin eingesandten Clathrocystis roseo persicina und Cylindrospermum Kirchneriauum; vgl. No. 3. 25. Derselbe, Algen Europas, iTec. 234 und 235. Enthält ausschliesslich Algen aus Birma, d. h. den brittisch-ostindischen Provinzen Pegu und Arracan, siehe übrigens die folgende Nummer. 35. Zeller, Algen von Dr. S. Kurz in Arracan und Brittisch Burma gesammelt. Die zahlreichen neuen Arten, deren Diagnosen mitgetheilt werden (an die 60) gehören meist zu den Phycochromaceen und Chlorospermeen, auch einige Zygnemaceen und Desmidiaceen finden sich darunter, ferner 1 Chantransia, 1 Batrachospermum, 1 Hilden- brandtia und 1 Gongroceras, die Mehrzahl besteht aus Süsswasseralgen. 11. Kny, über einige parastische Algen. Verfasser beobachtete im September 1872 in Helgoland auf an den Strand geworfeneu Exemplaren von Delesseria sanguinea bräimliche Streifen und Flecken. Diese bestanden aus gegliederten, verzweigten, dicht anliegenden Fäden; der protoplasmatische "Wandbeleg der Zellen war bräunlich goldgelb gefärbt. Die Fäden dringen auch in das Innere des Gewebes ein, der Verlauf ist immer streng intercellular. Dieselben Fäden fanden sich auch auf und in andern Florideen,' ebenso auf Laminaria saccharina. Sie scheinen zu den Phaeosporeen zu gehören, doch wurden keine Fructificationsorgane beobachtet. Ganz ähn- liche Fäden mit rothem Inhalt, wohl zu den Calhtliamnieeu gehörig, fand Verfasser im Innern von Polyides rotundus. In andern Exemplaren der letztgenannten Pflanze wiu-den ovale grüne Zellen innerhalb des Riudengewebes gefunden; diese Zellen sind schon früher von Anderen beobachtet worden, und werden von Thuret als Ruhesporen von Cladophoreu bezeichnet. 6 Algen. 1. Archer W., on parasitic algae. Vorliegender Aufsatz reproducirt im Wesentlichen die Abhandlung Cohns : „Ueber parasitische Algen" in dessen Beiträgen zur Biologie der Pflanzen, Heft II. S. 87 und- schliesst hieran eine Darstellung derjenigen Algen, welche in jüngster Zeit an thierischen und menschlichen Haaren gefunden worden sind, wie Pleurococcus Bradypi, PI. Choloepis, Zoogloea capillorum u. a. Kny. II. Characeae. 5. Hanstein, Vertheilung der plastischen und assimilirten Substanzen in der Ohara. Die langen engröhrigen Rindenzellen der Chara fragilis entwickeln zeitig in ihrem Primordialschlauche Chlorophyllkörner, die sich durch Theilung vermehren. Bald erscheinen in denselben Stärkekörnchen, die nicht sehr stark an Grösse zunehmen. Auch im Primor- dialschlauche der Centralzellen bilden sich Chlorophyllkörner, in deren jedem ein Stärke- korn entsteht, das mit dem Alter der Zelle in steigender Progression an Grösse zunimmt, so dass schliessHch eine kaum erkennbare dünne Schicht des Chlorophyllkörpers das Stärke- korn überkleidet. Bei der nun eintretenden starken Streckung der Internodialgüeder ver- schwindet die gesammte Stärke aus dem Protoplasma derselben, während das Chlorophyll wiederum sichtbar wird. Die Rindenzellen sterben darauf ab und werden abgeworfen, während die Centralzelle noch lange lebenskräftig bleibt. Die Stärkekörner, welche sich in der Centralzelle ursprünglich entwickeln, sind viel zu gross, als dass sie das Product eigner assimilatorischer Thätigkeit dieser Zelle sein könnten, wogegen die Stärkekörner der Rindenzellen in diesen selbst erzeugt werden. Man muss also annehmen, dass die in den Rindenzellen fortwährend neu erzeugte Stärke in gelöster Form in die Centralzelle wandert und damit die Masse der ursprünglich daselbst gebildeten Stärkekörner vermehrt. Bei der Streckung wird dann die so angehäufte Stärke zur Bildung der CoUulose verbraucht. Die Phyllodien (Blätter oder Hauptstrahlen) dürften dabei mehr für den Hauptstengel als für sich arbeiten. Die allmählige Anlagerung des kohlensauern Kalks erfolgt ausnahms- los in den Intercellularkauälen , die zwischen zwei Rindenzellen und der Axenzelle ver- laufen; an der Aussenwand der letzteren treten die Krystalle zuerst auf, sie sind meistens nicht rein, „sondern durch organische Beimengungen zu gemischten Krystalloiden umge- staltet". Die Gipfelzellen der Haupt- und Nebenstrahlen ebenso wie gewisse an den Knoten hervorragende, vom übrigen Gewebe unterschiedene Einzelzellen sind dadurch ausgezeichnet, dass ihr Chlorophyll früher seinen arbeitsfähigen Zustand erhält und deshalb auch weit früher als das der andern benachbarten Zellen Stärke ausbildet. Man kann darum diese Zellen den Nebenblättern der höheren Pflanzen vergleichen, die ammenähnlich die zugehö- rigen Blattorgane grossziehen helfen (nach des Verf. früheren Unters, bot. Ztg. 1868). So stellt Chara ein sehr klares und einfaches Vorbild der Arbeitstheilung eines phanero- ganischen Sprosses dar. m. riorideae. 13. Kny. Ueber Axillarknospeu bei Florideen. Mit 2 lith. Tafeln. Verfasser hatte bereits früher das Vorkommen von Achselsprossen bei Chondriopsis coerulescens nachgewiesen (Monatsber Berl. Acad. Juni 1870); Magnus beschreibt dann die Axillarsprossen der Polysiphonia byssoides. In vorliegender Schrift berichtet Kny genauer über die Bildungsweise solcher Sprosse bei Chondriopsis tenuissima und mehreren Polysi- phoniaarten. Ch. tenuissima wächst durch eine Scheitelzelle, die nach unten Gliederzellen ab- scheidet. Die Scheidewände sind nicht genau horizontal, sondern in Richtung des Ortes, aus welchem später das Blatt hervorsprosst, emporgerichtet. Jedes Glied erzeugt ein Blatt, die Blätter stehen in einer links umläufigen Spirale mit ziemlich genau -j., Divergenz. Auch die Blätter wachsen durch eine Scheitelzelle. Sie erzeugen an ihren Gliedzellen in alter- nirend opponirter Stellung Zweigstrahlen, welche wiederum Zweigstrahlen höherer Ordnung entwickeln. Sämmtliche Auszweigungen des Blattes liegen in einer zur Hauptaxe tangen- Algen. fj tialen Ebene. Die weiteren Theilungen in Stamm - und Blattzelleu übergehen wir. Die Blätter entstehen zeitig am Stammscheitel und eilen dem Stamme in ihrer Ausbildung weit voraus. Kurz nach vollendeter Ausbildung fallen sie ab, eine noch lange Zeit er- kennbare Narbe zurücklassend. Jedes Blatt kann einen Axillarspross erzeugen , doch kommt dieser nicht in allen Fällen zur Ausbildung. Jeder solche Spross entsteht durch Auswachsen der untersten ersten Gliedzelle des Blatts, die niemals einen Zweigstrahl er= zeugt. Nachdem der junge Zweig durch eine Scheidewand von der Basalzelle geschieden worden, wächst er durch seine Scheitelzelle in bekannter AVeise weiter. Mit seinem vierten Gliede beginnt an ihm die Bildung von Blättern. Das erste Blatt tritt seitlich und zwar auf der zur Hauptaxe katadromen Seite hervor. Die Blattspirale des Axelsprosses hat dieselbe Divergenz wie die der Hauptaxe und ist derselben homodrom. In Bezug auf den Ort des ersten Blattes und die Richtung der Blattspirale verhalten sich die Achsel- sprossen aller von Kny untersuchten Florideeu, wie die von Choudriopsis tenuissima. Ausser den Achselsprossen besitzt Ch. tenuissima auch Adventivsprossen, die an der Basis jener aus einem der ersten 3 Glieder ihren Ursprung nehmen. Ch. coerulescens stimmt mit Ch. tenuissima überein. Wahrscheinlich besitzt auch Acanthophora Delilei Lamx. Achsel- sprossen ähnlicher Entstehung wie Choudriopsis. Polysiphonia tibrata Dillw, Brodiaei Dillw, fibrillosa Dillw, sertularioides Grat, besitzen alle axillare Sprossen, die aus der Ba- salzelle der Blätter entspringen. Die Blätter fallen später oberhalb dieser Basalzelle, die allein Farbstoff enthält, ab, letztere als Narbe zurücklassend. Aus diesen Narben entwickeln sich bei P. librata adventive Sprossen. Die Blätter stehen bei den oben ge- nannten Arten in einer links umläufigen Spirale; die Divergenz ist bei P. fibrata, fibril- losa und sertularioides ^j^ , bei P. Brodiaei ^'j. Im erwaclisenen Zustand sind die Blätter mehrfach pseudodichotom getheilt.. P. fibrata, Brodiaei und fibrillosa entwickeln aus jedem Glied ein Blatt , Avährend bei P. sertularioides zwischen zwei blatttragenden Gliedern mehrere sterile liegen, ohne dass dadurch die Regelmässigkeit des Divergenzwinkels irgend wie gestört würde. Die von der Scheitelzelle abgeschiedenen Wände sind in der Richtung der künftigen jungen Blattanlage aufgerichtet , bei P. sertularioides haben die blatttragenden Glieder geneigte, die sterilen horizontale Scheidewände. Die Anlage des jungen Axillarsprosses ist meist gegen die Mediane des Blattes in katadromer Richtung verschoben, am wenigsten bei P. Brodiaei, wo sie zuweiJen genau median ist, am stärk- sten bei P. sertularoides. Nicht alle Blätter entwickeln Achselsprossen, ohne dass in der Stellung der letzteren eine bestimmte Regel zu beobachten wäre. Polysiphonia byssoides Good. u. Woodn. weicht in mehrfacher Hinsicht von den eben besprochenen vier Arten ab. Jede Gliedzelle erzeugt ein Blatt; Divergenz ziemlich genau 2/^. Die Blätter, deren Zellen alle rothen Farbstoff besitzen, persistiren auch nach dem Abschluss ihrer Ent- wickelung am Mutterspross. Jedes Blatt erzeugt aus seiner Basalzelle einen Achselspross, indem diu'ch eine seitliche schiefe Wand ein Stück aus derselben herausgeschnitten wird, das sofort zum Zweigspross auswächst, letzterer steht an der katadromen Seite des Blattes, so dass dieses später wie bei P. sertularioides ihm selbst, nicht dem Hauptspross anzu- gehören scheint. Polysiphonia elougata Huds. gehört zu jenen Arten, bei denen nach der von Nägeli aufgestellten Regel Zweigspross an Stelle eines ganzen Blattes steht; Blätter und Aeste aber Glieder derselben Spirale sind. Im frühesten Zustande sind beiderlei seit- liche Gebilde nicht zu unterscheiden, während später der Unterschied deutlich hervortritt. Jedes Stammglied trägt entwed'fer ein Blatt oder einen Spross; Divergenz 74- Auch hier tritt das erste Blatt auf der katadromen Seite des Seitenzweigs hervor, und ist die Spirale des letzteren der des Hauptsprosses homodrom. Dasya coccinea iHuds. scheint auf den ersten Blick sich ähnlich wie Choudriopsis zu verhalten, weicht aber in Wirklichkeit we- sentlich von dieser ab. Die Hauptaxe des scheinbar monopodial verzweigten Stämmchens besteht nämlich aus den Basaltheilen der aus einander hervorgehenden Sprossgenerationen, ist also ein Sympodium. Jeder Spross hat ein begränztes Längenwachsthum , bildet aber aus seiner zweiten oder dritten Gliedzelle einen Zweig, welcher das Sympodium fortsetzt. An diesem wiederholt sich der gleiche Vorgang, der dann unausgesetzt wiederkehrt, indem die neuen Sprossgenerationen immer abwechselnd rechts und links auseinander hervorgehen. 8 Algen. Die zur Seite gedrängten Enden successiver Sprosse treiben noch weiter zwei oder drei Zweige; der dritte und vierte Zweig bleibt gewöhnlich ohne Aeste, der zweite kann sich aber zum secundären Sympodium ausbilden. In Bezug auf die weiteren Theilungen der Gliedzellen, die Bildung der mehrfachen Kindenschicht aus Berindungsfäden verweist Ee- ferent auf den Originalaufsatz. Adventivzweige entstehen aus den peripherischen Stamm- zellen später auch aus beliebigen Zellen der Berindungsfäden. Dasya Würdemanni Bailey schliesst sich in allen wesenthchen Punkten an D. coccinea an. Unter den höheren Flori- deen zeigt das von Nägeli (neuere Algensyst. S. 228) untersuchte Plocamium coccineum die nächste Analogie mit Dasya. Zum Schluss vergleicht Verfasser die bei den Florideen beobachteten Thatsachen, mit dem was bisher über die Bildung der Seitenzweige der höheren Pflanzen bekannt ist. Er kommt zu dem Resultat, dass bei der Mehrzahl aller Pflanzen, Normalsprosse und Blätter am Mutterstamme bestimmte Beziehungen zeigen, und dass unter den verschiedenen Stellungsverhältnissen beider die Stellung des Seiten- sprosses in der Blattachsel die im Pflanzenreich bevorzugte ist. Den Unterschied von Blatt und Stamm hält er nicht für einen absoluten, indem er die Blätter zunächst als metamorphosirte Kurztriebe ansieht. Gegenüber dem von einer Seite erhobenen Einwurfe, dass es unstatthaft ist bei Florideen von Blättern zu sprechen, kann Referent nur sein volles Einverständniss mit der Terminologie des Verfassers erklären. Die von ihm Blätter genannten seitlichen Organe der Florideen stimmen in allen morphologisch wesentlichen Punkten mit den Blättern (Phyllomen) höherer Pflanzen überein, Sie sind ein eminenter Beweis dafür, dass analoge Gestaltungsvorgänge, die Diiferenzirung entsprechender Organe unabhängig von einander in mehreren Entwickelungsreihen vor sich gehen konnten. Hier- mit werden freilich jene nicht tibereinstimmen, welche die Quelle jeder solchen gemein- samen Gestaltung in einem gemeinsamen Stammvater suchen, obwohl mit der Annahme eines solchen, wenn man darunter nicht ein einzelnes Individuum versteht, eigenthch nichts gewonnen ist. 17. Magnus bringt in seiner Arbeit über die Sphacelarieae auch Notizen über Verzweigung und Wachsthum einiger Florideen (S. 18.) Ballia callitricha Ag. Die Scheitelzelle scheidet die (später Aeste tragenden) Glied- zellen durch nach unten stark convexe Scheidewände ab. Dann werden beiderseits durch eine von den abfallenden Seiten der convexen Scheidewand schräg nach aussen an die Mitte der Seitenwand des Gliedes verlaufende Wand, die Mutterzellen der künftigen Zweige abgeschieden. An den spitzen Enden der Axen mit deren Bildung das Längenwachsthum erlischt, werden die Gliedzellen durch horizontale, ebene Wände abgeschieden. Diese Glied- zellen tragen keine Zweige. Die mit dem Hervortreten seitlicher TTieile in Zusammenhang stehende Neigung der unteren AVand der Scheitelzelle wurde bereits von Nägeli bei Callithamnion seminudum abgebildet, von Gramer bei Ceramium und Bonnemaisonia asparagoides beschrieben, Kny fand sie bei den früher erwähnten Chondriopsis und Polysiphoniaarten, ferner bei Calli- thamnion Borreri, Dasya Wui'demanni und coccinea, Magnus bei Polysiphonia fastigiata, byssoides, pennata, parasitica; ferner bei Callithamnion scopulorum Ag. Magnus findet die Ursache dieser Erscheinung in dem Einfluss des Wachsthumstrebens der abgeschiedenen Gliedzelle auf die Gestaltung der sie abscheidenden Scheidewand, Diese Ausdrucksweise ist dem Referenten nicht ganz verständlich, denn da die Scheidewand innerhalb der Scheitel- zelle entsteht, so kann deren Gestalt eben nur mit dem früheren Wachsthum der Scheitel- zelle selbst in Zusammenhang stehen. Kny sieht in der genannten Erscheinung (Axillar- knospen der Florid. S. 2. Anm. 2.) einen Uebergang zwischen jenen Fällen, wo die Scheitel- zelle nach unten durch eine genau horizontale Scheidewand abgegrenzt wird, zu jenen mit dreiseitig pyramidaler oder zweischneidiger Scheitelzelle wie Fontinalis, Polytrichum, Metz- geria u. a. Magnus beschreibt ferner das Wachsthum von Dasya coccinea Ag. (Trichotham- nion coccineum Kg.), wo er zuerst die sympodiale Bildung der Hauptaxe erkannt hat (vgl. Sitzungsber. Ber. Ges. naturf. Fr. 1873. S. 41). Wir haben darüber schon oben nach den ausführlicheren Angaben Kny's berichtet. Aehnliche Ausbildungen beobachtete Magnus an Algen. 9 Dasya subsecvinda Suhr., dagegen soll die Section Rhodonema des Genus Dasya sich nach Magnus anders, monopodial, ausbilden. 12. Kny, die Bedeutung der Florideen in morphologischer und histologischer Beziehung. Vei'fasser weist darauf hin, dass die Florideeu, welche Zellflächen und Zellkörper bilden, den Uebergang zwischen dem Hyphengewebe der Pilze und dem echten Gewebe- körper höherer Pflanzen darstellen. Er bespricht dann specieller den eigenthümlichen Fall, dass sich aus Zellen der älteren Rinde gegliederte wurzelartige Fäden entwickeln, welche sich zwischen die andern Zellen des Gewebes eindrängen und deren ursprüngliche Anord- nung stören. Bei Dasya coccinea und Hypnea pupiu-escens vermögen diese Fäden die Membranen älterer Zellen an der Basis des Stämmchens zu diu'chbohren und den Innen- raum mit ihren Verzweigungen auszufüllen. 31. Sirodot, Etudes sur la famille des Lemauiacees. Durch die Untersuchung Wartmann's (Beiträge zur Anatomie und Entwickelungs- geschichte der Algengattung Lemania, St, Gallen 1854) war die Gruppe der Lemaneaceen in den Hauptzügen des Baues und der vegetativen Entwickelung bekannt geworden ; doch musste ihre Stellung im System so lange zweifelhaft bleiben, als nicht die Organe der Fortpflanzung und ihre Function ermittelt waren. Im Mai 1870 hatte Sirodot in den Comptes rendus der Pariser Academie eine Mittheilung veröffentlicht, welche diese Lücke auszufüllen bestimmt war. Vorliegende schöne durch 8 vorzüglich ausgeführte Kupfer- tafeln illustrirte Abhandlung, die Frucht mehrjähriger Untersuchungen, umfasst die Ent- wickelung sämmtlicher dem Verfasser in seinem Heimathsdepartement (Ille et Vilaine) im lebenden Zustande zugänglicher Arten, und unternimmt es am Schluss, die gewonnenen Ergebnisse systematisch zu verwerthen. Die Zugehörigkeit der behandelten Gruppen zu den Florideen wird dadurch ausser Zweifel gestellt. Die Lemaneaceen sind sämmtlich Bewohner des süssen Wassers und kommen nur an Stellen vor, wo dasselbe in rascher Strömung begriffen ist, der in Cascaden herabstürzt. Verfasser vertheilt die von ihm beobachteten Arten auf Grund einer Reihe anatomischer und entwickelungsgeschichtlicher Unterschiede in die beiden Gattungen Sacheria und Lemanea. Bei der ersteren sind die meist verästelten, seltener einfachen fruchttragenden Axen cylindrisch und tragen in kurzen Zwischeiu'äumen Wirtel warzenförmiger Hervorragungen. Hieher gehören S. fluviatilis Sirodot , S. ciliata Sdt., S. rigida Sdt., S. fucina Sdt., S. mamillosa Sdt. In der Gattung Lemanea bleiben diejenigen Arten vereinigt, deren Fäden in regelmässigen Abständen ring- förmige Anschwellungen zeigen, wodurch der Faden ein rosenkranzförmiges Aussehen erhält. Es sind dies : ^L. catenata Kg., L. annulata Kg., L. torulosa Sdt., L. rudosa Kg., L. parvula Sdt. Die Entwickelung hebt, wie Wartmann zuerst beobachtet hatte, mit Bildung eines fädigen Protonemas an, welches mit dem der Muscineen sprechende Analogieen darbietet. Verfasser erklärt sich gegen die Deutung als Vorkeim und bezeichnet das Gebilde als „Thallus". Uns will es scheinen, dass beide Auffassungen sich gegenseitig nicht aus- schliesseu. Die Entstehung des Protonema aus der Spore konnte nicht ermittelt werden. Bei S. ciliata ist es aus regellos verästelten Zellreihen zusammengesetzt. Gegen die Spitze der Zweige werden die Gliederzellen allmählig kürzer und tragen hier auf kleinen seithchen Basalzellen 1—3 einzellige zarte Härchen, Aus den unteren Zellen gehen gegliederte Wurzelhaare hervor. Sobald diese ein zur Anheftung geeignetes Substrat erreicht haben, bilden sie an ihrer fortwachsenden Spitze fortan nur kurze Zellen, die sich gegenseitig pseudoparenchymatisch abplatten. Aus der durch sie gebildeten gewebeartigen Schicht (tissu proembryonnaire) können neue aufrechte Protonemastrahlen hervorgehen. Die andern untersuchten Sacheria-Arten weichen in der Bildung des Protonemas nur wenig von S. ciMata ab. Bei Lemanea ist dasselbe grösser und sehr reich verästelt. Die oben erwähnten Härchen wurden hier niemals beobachtet. Jedes Protonema bringt der Regel nach mehrere fruchttragende Axen hervor. Dieselben entspringen als seit- liche Auszweiguugen an einer der Gliederzellen, wachsen durch wiederholte Quertheilung der Scheitelzelle in die Länge und sind von den Zweigstrahlen des Protonemas durch grösseren Querdurchmesser der Gliederzelleu und die sehr bald auftretenden Längswände 10 Algen. auf den ersten Blick zu unterscheiden. Je nach den einzehien Arten gehören die frucht- tragenden Axen mehr dem obern oder dem untern Theil des Protonemas an. Bald nach ihrem Hervortreten beginnen die fruchttragenden Axen sich selbständig zu bewurzeln. Das Protonema 'kann seine Entwickelung dabei ungehindert fortsetzen, indem es ober- halb der Insertion der Fruchtaxe neue Wurzelhaare bildet. In ausgiebigster Weise findet dies bei den Arten der Gattung Lemanea statt. Bei L. catinata und L. par- vula wird auf diese Weise der Vorkeim bis zur Zeit der Fruchtreife erhalten. Sirodot wird durch seine Beobachtungen zur Annahme geführt , dass die zu einer pseudoparenchy- matischen Gewebeschicht vereinigten kleinen Zellen der Wurzelhaare an ihren Standorten perenniren und jeden Winter neue Protonemastrahlen und auf diesen neue Fruchtaxen erzeugen. Jede der breiten Gliederzellen, welche an den jungen Fruchtaxen durch wieder- holte Quertheilung der Scheitelzelle abgetrennt werden, bildet sich zu einem der am er- wachsenen Stämmchen äusserlich hervortretenden Segmente und die in grosser Regelmässig- keit auf einander folgenden Theilungen wurden vom Verfasser bei S. ciliata und Lem. catenata genau verfolgt; da sich dieselben aber ohne Zeichnungen nicht wohl klar machen lassen, so beschränken wir uns darauf, ihr Resultat im Bau der fertigen Axe darzustellen. Bei der Gattung Sacheria ist die Structur am einfachsten. Die Axe stellt eine hohle Röhre dar, deren Wandung aus 3 Schichten zusammengefügt ist. Die Zellen der inner- sten Schicht sind verhältnissmässig gross und stehen nur in lockerem seitlichen Verbände; die der äussersten Schicht sind klein, fest in einander gefügt, und mit dunkel vio- lettem Inhalt erfüllt. Die mittlere Schicht hält in Grösse und Inhalt der Zellen zwischen beiden etwa die Mitte. Durch die Axe der Höhlung geht ein Faden, dessen schlanke cy- lindrische Gliederzellen ebenso lang sind wie je ein Stammsegment. An der Vereinigungs- stelle ist die jeweilige untere Zelle etwas angeschwollen. Etwas weiter abwärts, genau in der Mitte zwischen zwei Wirtein äusserer warzenförmiger Erhebungen entspringen 4 hori- zontal gerichtete, übers Kreuz gestellte Zellen. An der innersten Schicht der Rinde ange- langt, entsenden dieselben je einen Zweig nach oben und unten, der sich mehrmals gliedert. Zwei dieser peripherischen Fäden gabeln sich gewöhnlich unterhalb der Kreuzung, aber meist nicht in gleicher Höhe, so dass auf Querschnitten 4, 5, oder 6 peripherische Zellen getroffen werden. Auf dem Niveau der ofterwähnten äusseren Wirtel von Erhebungen be- gegnen sich die einander entgegengerichteten peripherischen Fäden und erreichen hier ihren Abschluss. Ihre Gliederzellen stehen mit je zwei rechts und links sich ihnen an- schmiegenden Zellen der inneren Rindenschicht in enger Verbindung. Lemanea zeigt einen etwas complicirteren Bau. Jede der 4 in der Mitte der Stammglieder von der axilen Zellreibe übers Kreuz entspringenden ' Zellen endet in kurzer Entfernung der inneren Wandschicht und tritt mit dieser durch eine birnförmige Zelle in Verbin- dung. Aus ihrem Ende entsendet jede 3 oder 4 gegliederte Fäden, 1 oder 2 nach oben, 2 nach unten, deren Glieder durch je 2 (seltener 3) birnförmige Zellen an die innerste Wandschicht gekettet sind. Der gewöhnlichste Fall ist der, dass 2 gegenüberliegende Zellen des Kreuzes je 2, und die beiden mit ihnen abwechselnden je einen gegliederten Faden nach oben entsenden, der sich in geringer Entfernimg von seinem Ursprünge gabelt; durch eine gelegentliche Gabelung kann die Zahl der peripherischen Fäden auf 9 steigen. Jede der kreuzförmig angeordneten Zellen entsendet ausserdem nahe ihrem Ursprung nach unten einen gegliederten meist verzweigten Faden, der mit dem andern zusammen die axile Zellreihe mit einem Fadenbündel umgiebt. Bei L. parvula entspringen diese Fäden auf der Oberseite der Kreuzzellen und wachsen nach oben. Aehnliche Fäden entspringen auch von den birnförmigen Zellen, welche die peripherischen Zellreihen mit der innern Schicht der Wandung in Verbindung setzen. Die Antheridien bedecken bei Sacheria die warzenförmigen Erhebungen der Stammglieder. Die äussere Rindenschicht besteht hier aus cylindrischen , blassen, seitlich freien, wenn auch zusammenhängenden Zellen, welche auf ihrem Scheitel eine (seltener 2) cyhndrische Antheridienzellen tragen. Bei der Reife platzt die Membran am Scheitel und der Inhalt schlüpft hervor. Auf andern dieser Rindenzellen bilden sich einzellige zarte Härchen, von Sirodot als sterile Antheridienzellen gedeutet. Besonders an den erst im April und Mai zur Geschlechtsreife kommenden Exemplaren treten diese häufiger auf. Nach Algen. 11 Schwinden der entleerten Zellhäute anfangs nehmen die blassen Rindenzellen, welche die Antheridien producirten eine dunklere Färbung an. Bei einigen Arten ist die Umfärbung von einer Vergrösserung des Umfanges begleitet, wodurch oft bedeutende warzenförmige Erhe- bungen entstehen. Bei der Gattung Lemanea bedecken die Antheridien die mittlere Zone der oben erwähnten ringförmigen Erhebungen. Ihr Bau ist im Wesentlichen derselbe wie bei Sacheria. Die Trichophor-Apparate (rameaux gynogines) entspringen in der Regel au der Aussenseite der peripherischen Fäden, seltener an einer der Zellen, welche diese mit der Wandung verbinden. Nachdem die Mutterzelle sich durch eine Wand abgetrennt hat, wird sie durch wiederholte Quertheilung zu einem weniggliedrigen Aestchen, das sich in das im jugendlichen Zustande noch lockere Gewebe der Wandung eindrängt. Die Endzelle tritt als Trichogyn über die Aussenseite der Rindenschicht hervor. Durch seinen eigenthümlich lichtbrechenden Inhalt ist der Trichophor-Apparat von dem umschliessenden Gewebe der Wandung leicht zu unterscheiden. Die Form des Trichogyns ist zuweilen sehr unregel- mässig; die Länge desselben ist stets eine geringe. Die Befruchtung wird dadurch bewirkt, dass Antheridienzellen (Spermatozoiden) einzeln oder zu mehreren sich an die Spitze des Trichogyns anheften und ihren Inhalt, wie es Sirodot schien, mit dem seinigen vermischen. Bei den Sacheria-Arten treten in Folge hiervon an der dem Trichogyn zunächst benach- barten Zelle des Trichophorapparates mehrere (meist 4) seitliche Auswüchse hervor, von denen jeder zu einem gegliederten. büschelförmig verzweigten Faden wird. Die oberen GliederzeUen, welche anfangs tounenförmig sind und von einer Gallertscheide zusammen- gehalten werden, nehmen später kuglige oder ellipsoidische Gestalt an und trennen sich von einander. Jede wird zu einer Spore. Bei Lemanea betheiligen sich an der Bildung des Sporenbüschels ausser der dem Trichogyn zunächst gelegeneu Zelle die zweite und aus- nahmsweise selbst die drittnächste. Die (aallertscheide ist hier besonders stark entwickelt. Bald nach erfolgter Befruchtung verschwindet das Trichogyn ohne eine Spur in der Rinde zurückzulassen. Den Schluss der Abhandlung bildet eine sorgfältige Beschrei- bung der oben namhaft gemachten, vom Verfasser im Departement Ille et Vilaine gesam- melten, zum Theil neu von ihm aufgestellten Arten. Kny. 32. Sirodot, über Classification und Entwickelung von Batrachospermum. In dem ersten Theile dieser Arbeit bespricht Verfasser die systematische Classification des Genus Batrachospermum. Die zahlreichen Arten der Species algarum Kützing's wurden von Rabenhorst (Flora europ. alg. aquae dulc. et subm.) unter Annahme eines sehr weit gehenden Polymorphismus auf zwei reduzirt. Nach Besprechung des bekannten vegetativen Baues, sowie der von Solms-Laubach nnd Thuret beschriebenen geschlechtlichen Befruchtung, gelangt der Verfasser zu der von ihm aufgestellten systematischen Eintheilung der Formen von Batrachospermum in 4 Sectionen, welche auf die Gestalt des Trichogyns gegründet ist. Das weibliche Organ besteht hier nämlich aus einer Zelle, die in zwei ungleiche durch eine Einschnürung getrennte Theile sich gliedert. Der untere kleinere Theil hat stets dieselbe Form, während die Gestalt des oberen, von Sirodot Trichogyn genannten, Theiles, bei verschiedenen Arten verschieden ist. In der ersten Abtheilung, welche den grössten Theil der bisher zu B. moniliforme Rth. gerechneten Formen umfasst, ist das Trichogyn angeiförmig, claviforme d. h. von der Basis bis zum Gipfel sehr unregelmässig ange- schwollen, der grösste Durchmesser ist auf ^/^ der Höhe; wenn nicht befruchtet, ver- längert sich der obere enge Theil zu einem Cylinder. Das Trichogyn wird dann flaschen- förmig (lageniforme). Die zweite Section, einen Theil der Varietäten von B. vagum umfas- send, hat ein sehr regelmässig cylindrisches, verlängertes Trichogyn. Die dritte Section begreift die Formen, auf welche Bory de St. Vincent sein B. helmintosum gegründet hat. Hier ist das Trichogyn nur durch eine enge Einschnürung vom unteren Theil des weiblichen Organs getrennt und von eiförmiger Gestalt, das breite Ende nach unten. Die vierte Section besteht aus Batrachospermimiformen von kleinen Dimensionen und grüner Farbe, bisher zuB. moniliforme gezählt. Das cylindrische Trichogyn ist durch eine ziemlich lange Einschnü- rung von der Basis getrennt, also scheinbar gestielt. Die Grenzen dieser 4 Sectionen sind sehr scharf. Sirodot theilt die erste Section (Moniliformia) in zwei weitere Unterabtheilungen ; 13 Algen. in der einen sind die Zweigwirtel selir deutlich, gesondert sichtbar, in der andern sind sie undeutlich auf 4 — 5 kurze Zellen reduzirt. Im ersten Falle ist dann ferner die Form der Wirtel scheibig (discoide), oder globulos, ersteres wenn dieselben einander sehr genähert sind; letzterenfalls kann die Dicke der die Axe umhüllenden Rindenschicht verschieden sein, bei grosser Dicke derselben persistiren die primären und secundären Axen der Pflanze und bedecken sich das nächste Jahr mit jungen Zweigen. Wir erhalten also folgende zwei Schema: Trieb ogy ■! Batrachospermum. claviform oder lageniform. Moniliformia regelm. cylindrisch (trouconique) eiförmig oder ellipsoidisch I cylindrisch u. gestielt. l Turfosa (2 monoec. Arten). Helmintosa (3 Arten 1 monoec. 1 dioec. 1 pohgam). Virescentia 3 Arten (2 dioec. 1 monoec. 1 zweifelh.). wohl ausgebildete Wirtel diese. Moniliformia < elobulos 1 primäre Axen — abfallend — Eumoniliformia — 3 od. 4 monoec. Arten. . j primäre Axen persistireud — V prolifera — 1 monoec. Art. discoid. — discoidea — 1 monoec. Art. wenig entwickelte Wirtel capillacea — 2 dioec. Arten. Die vom Verfasser bei den Lemaneaceen beobachteten Thatsachen finden bei den Batrachospermen ihre vollständige Analogie. Batrachospermum hat eine erste geschlechts- lose Generation, welche sich durch einzellige Vermehrungsorgane vom Verfasser sporulae oder propagula genannt fortpflanzt „Chantransia". Sie wurde bisher für einen besonderen Organismus angesehen. Zweitens hat B. eine sexuelle Generation mit männlichen und weiblichen Organen, aus deren Zusammenwirken die Sporen entstehen. Aus der Kei- mung dieser Sporen geht eine Chantransia hervor; nachdem diese sich eine Zeit lang durch propagula vermehrt hat, erzeugt sie die sexuelle Generation (Batrachospermum) als einen heteromorphen Zweig, welcher sich dann durch gegliederte Fäden, die als Wurzelhaare f unctioniren , an den Boden befestigt. Die Untersuchung der Entwickelung wird dadurch erschwert, dass gerade die bekanntesten Batrachospermumarten (Sect. Monileformia) perenniren, wobei entweder die Hauptaxen ausdauern, oder, was öfter geschieht, ein System von Wurzel- haaren zurückbleibt, wenn die ganze annuelle Pflanze verschwindet. Kaum hat sich das junge Batrachospermum an der Chantransia entwickelt, so bildet es ein System von AVurzelhaaren, aus welchem sicli neue Pflanzen entwickeln, die dann einen Rasen erzeugen. Auch bei der 2ten Section Turfosa sucht man in den meisten Fällen vergebens nach der Chantransiaform. Hier erhält sich das Batrachosp, erstens durch das unbegrenzte Wachsthum einer zarten Gewebeschicht, — dem Wurzelsystem, zweitens aber durch einzellige Propagula, die denje- nigen der Chantransiaform ganz ähnlich sind. Leicht zu beobachten ist der Generations- wechsel an der Sect. Helmintosa, welche lauter einjährige Formen enthält. Die sexuelle Generation (Batrachosp.) verschwindet am Ende der Vegetationszeit vollständig, die Ent- wicklung der Chantransien beginnt im Herbst. Im Laufe des Winters können die ersten Anfänge der Batrachospermum -Form an denselben beobachtet werden. Sehr gut eignen sich auch die Arten der 4. Section Virescentia zur Untersuchung der Ent- wickelung, weil hier der heteromorphe Zweig oft an der Spitze der Chantransia-Zweige steht. Sirodot glaubt indessen nicht, dass alle bisher zu Chantransia gerechneten Formen zu Batrachospermum gehören. So fand er, dass eine sehr kleine parasitisch auf Batracho- spermum wachsende Alge die von Lenorraand zuerst gesammelte Chantransia investiens der Species algarum Kützing's sich in ihrer Jugend durch propagula vermehrt. Später aber erzeugen dieselben Individuen geschlechtliche Organe, sitzende Antheridien an den Spitzen Algeu. 13 der Hiuptzweige , lange fadenförmige Trichogyne an der Spitze einzelliger Seitenzweige. Nach der Befruchtung wird die vom Trichogyn gekrönte Zelle Mittelpunkt eines strauss- förmigen Zweigsystems; an der Spitze dieser Zweige sitzen die Sporen. Unter den Chan- transien sind also auch Formen, welche von den zu Batracliospermum gehörigen sehr ver- schieden sind. 8. Janczewski Ed., über Porphyra. Verfasser untersuchte Porphyra leucosticta Thur. und laciniata Ag. in Bezug auf die Entwicklung der Sporen und Antheridien. P. leucosticta ist einjährig, hermaphrodit. Die An- theriden stehen in nach dem Rande strahlig verlaufenden Reihen, vom sporenbildenden Gewebe eiugefasst. Das vegetative Gewebe ist immer einschichtig, die gemeinsame Zellhaut oben und unten stark verdickt und mit dünner Cuticula versehen. Die auf die Fläche des Laubes senkrecht stehenden Wände der Zellen nennt Verfasser Netz (reseau). Bei der Reife wandelt sich der ganze Rand des Laubes in Sporen und Antheridien um. Die Sporen entstehen aus einer vege- tativen Zelle, die anschwillt, Protoplasma anhäuft, dann sich durch eine der Fläche des Laubes parallele Wand theilt. Jede der so gebildeten neuen Zellen vergrössert sich und zer- fällt dann durch kreuzförmige Theilung in eine Gruppe von 4 Zellen. Aus jeder Sporen- Mutterzelle entsteht somit eine Octospore, nämlich acht in zwei Stoclrwerken übereinander stehende Zellen. Während die Wände des Netzes sich stark verdicken, bleiben die Zwi- schenwände der Octosporen dünn. Die Sporen gelangen ins Freie, indem die Aussenfiäche der Fi'ons erweicht und verschleimt , während Cuticula und Netz unverändert bleiben. Auch die Zwischenwände der Octospore verschleimen, und nun tritt der ganze Sporenhaufen einzeln oder in Verbindung stehend hervor, indem er durch den Schleim zwischen Cuticula und Netz hindurchgleitet. Die Sporen bestehen aus Protoplasma ohne Zellhaut mit etwas undeutlich begrenztem Farbstoffkörper. Sie besitzen keine AVimpern, zeigen aber eine amöbenartige wiewohl langsame Bewegung, wobei ihre Gestalt sich fortwährend ändert. Die Sporen gelangen endlich zur Ruhe, nehmen sphärische Gestalt an, umgeben sich mit einer Zellhaut und keimen, indem sie zu einem cylindrischen Schlauche auswachsen. Antheridien nennt Verfasser den Complex von Spermatozoiden (Antherozoiden) , der aus einer Mutterzelle des Laubes hervorgeht. Die Entwickelung ist anfangs die gleiche wie bei den Sporen. Nachdem jedoch die 2 Stockwerke von je 4 Zellen gebildet worden sind, theilen sich die Zellen zum zweiten mal parallel der Fläche des Laubes. Das Antheridium besteht dann aus 16 Zellen in 4 Stockwerken. Alle Zellen theilen sich noch- mals übers Kreuz, so dass das reife Antheridium aus 64 Zellen in 4 Stockwerken besteht. Während dieser Theilung schwindet der Farbstoff immer mehr ; in dem reifen Antheridium sieht man nur eine ganz geringe Menge desselben um den Zellenkern jeder Zelle gehäuft. Die Spermatozoiden treten auf dieselbe Art wie die Octosporen ins Freie. Sie bilden kug- lige primordiale Zellen, die aus farblosem Protoplasma bestehen und nur um den Zellkern schwach gefärbt sind. Sie zeigen keine Spui' spontaner Bewegung. P. laciniata ist gewöhnlich dioecisch und weicht nur wenig von P. leucosticta ab. Das sporenbildende Gewebe ist nicht homogen, sondern enthält auch vegetative Zellen, Die Keinmng der Sporen wurde hier vom Verfasser bis zum Austreiben längerer sich 2—3 mal durch Querwände theilender Schläuche verfolgt. Aus dem INIitgetheilten schliesst Verfasser, dass die Porphyreen von den Florideen, denen man sie bisher zutheilte in Bezug auf die Bildung ihrer Fortpflanzungsorgane bedeutend abweichen. Die mit Antheridien, Tetrasporen und Polysporen versehenen Dictyoteae würden einen Uebergang zwischen Florideen und Porphyreen darstellen. Verfasser spricht nicht nur den Porphyreen, sondern auch den Dictyoteen den Besitz sexueller Organe geradezu ab, ein wie Referent meint etwas gewagter Ausspruch. 14. Koschtsug, Entwickelung von Callithamnion Daviesii und Porphyra laciniata. Verfasser hat fast gleichzeitig und unabhängig von G. Janczewski die Entwicke- lung von P. laciniata (am schwarzen Meer) untersucht. Die jüngsten von ihm untersuch- ten Exemplare bestanden aus einem gegliederten Zellfaden, der anfangs durch eine nach unten Glieder abscheidende Scheitelzelle wächst. Später ti'eten auch Längswände auf, 14 Algen. deren Bildung etwas unterhalb des Scheitels beginnt und dann nach oben und unten vor- schreitet, so dass der Faden jetzt zweireihig wird. Währenddem beginnen die zuerst aus dieser Theilung hervorgegangenen Zellen sich auch durch quere Wände- zu theilen; es fol- gen dann noch weiter Quer- und Längswände, die das Wachsthuni der Pflanzen in die Länge und Breite bedingen. Dieses Wachsthmn ist am lebhaftesten etwas unterhalb des Scheitels, das durchweg einschichtige Laub hat einen ungefähr eiförmigen Umriss. Sj^äter wird das Wachsthum unregelmässig, einzelne Zellen im Innern theilen sich durch Quer- und Längswände, während andere ungetheilt bleiben. Am Rande bleibt das Wachsthum am längsten regelmässig, später findet aber auch an einer oder einigen Stellen ein Nach- lassen desselben statt, wodurch mehr oder weniger tiefe Einbuchtungen entstehen. Durch ungleiches Wachsthum im Innern bilden sich zuweilen unregelmässige blasige Auftreibungen des Laubes. Aus der untersten (hintersten) Zelle des primären Zellfadens bildet sich durch verschiedene Theilungen, die nicht alle in derselben Ebene liegen, das vom Verfasser Fuss genannte Haftorgan der Porphyra. Im erwachsenen Zustand hat dieser Fuss die Ge- stalt eines Seiles, das aus den, zu langen dünnen hyalinen Schläuchen ausgewachsenen Enden der Porphyra-Zellen besteht und nach oben allmählig in die Zellen des Laubes übergeht. P. laciniata ist einjährig und erreicht im Laufe eines Jahres eine Länge bis zu ^/^ Elle. Gegen das Ende der Vegetationszeit wandeln sich die Zellen des Laubes in An- theridien und Oogonien um. Die Bildung dieser Organe beginnt am Rande und schreitet von dort nach innen vor. Die Zellen, welche Antheridien bilden sollen, hören auf sich zu theilen. Sie sind dann durch ihre Grösse leicht kenntlich. Ihr Inhalt ist minder intensiv gefärbt; man bemerkt darin zahlreiche kleine stark lichtbrechende Pigmentkörner. Dieser Ixahalt theilt sich in 2 (primordiale) Zellen; durch fortgesetzte Theilung zerfällt er in 8 in einer Ebene liegende Zellen, zuletzt theilt sich jede derselben parallel der Fläche, aber nicht vollständig, so dass das reife Antheridium 16 Primordialzellen enthält, von denen je 2 zu einem Paare verbunden sind. Die Oogonien entstehen aus gewöhnlichen vegeta- tiven Zellen, deren Inhalt körnig wird und die Vacuolen verliert, ihre Gestalt unter- scheidet sie in keiner Weise von den vegetativen Zellen. Anfangs stehen die Fortpflanzungs- organe ohne Ordnung am Rande des Laubes, später bilden sie Streifen von verschieden- artigem Umriss , wobei die Streifen der Oogonien gewöhnlich von den männlichen eingefasst werden. Wenn die Antheridien reif sind, entsteht an einer ihrer beiden freien Flächen eine kreisförmige Oeffnung durch Auflösung der Membran, durch welche die acht Paar Primor- dialzellen entweichen; die Paare theilen sich darauf in zwei Zellen, welche sich trennen und Kugelform annehmen. Verfasser nennt diese Kugeln Bildungskugeln der Antherozoiden ; anfangs liegen sie ruhig, beginnen dann nach einiger Zeit sich schwach zu schaukeln und schwimmen endlich energisch im Wasser umlier. Ihre Bewegung erfolgt stossweise, bald liegen 'sie ruhig an einem Platz, bald schwimmen sie so rasch, dass man mit dem Auge kaum folgen kann. Während dieser Bewegung trennen sich die Antherozoiden (Samen- körper) von der Bildungskugel ab, indem ein Theil des Körpers der letzteren, mit einem Pigmentfleck versehen, sich zu bewegen anfängt und sich langsam von der übi'igen Masse trennt. Zuweilen trennen sich mehrere Antherozoiden gleichzeitig an derselben, zuweilen an verschiedenen Seiten der Bildungskugel ab. Die freien Samenkörper haben einen eiför- migen Umriss, der wegen der Durchsichtigkeit der Masse schwer wahrzunehmen ist, mit einem grösseren Pigmentfleck an einer Seite, sie bewegen sich im Wasser frei irniher und sind wahrscheinlich mit einer Wimper versehen. Ob sich die ganze Bilduugskugel in An- therozoiden verwandelt, oder nur ein Theil derselben, konnte Verfasser nicht ermitteln. Nach Verlauf einiger Zeit wird die Bewegung der Antherozoiden allmählig langsamer, sie vereinigen sich zu Gruppen und sterben ab. Die reifen Oogonien der Porphyra öffnen sich und entlassen ihren Inhalt als nackte Protoplasmakugel (Befruchtungskugel), die sich dann amöbenartig bewegt und ihre Gestalt ändert. Die im Wasser schwimmenden An- therozoiden haften sehr bald an der Oberfläche der Befruchtungskugel an und befruchten dieselbe. Zuweilen sitzen viele Antherozoiden an einer Befruchtungskugel und bewii'ken eine schwach schaukelnde Bewegung derselben. In zwei Fällen konnte Verfasser eine drehende Bewegung beobachten, ähnlich der von Thuret bei Fucus Tesiculosus beschrie- Algen. 15 benen. (Auffallend ist Refer,, dass der Verf. den hier geschilderten Vorgang der Befruch- tung nicht reichlicher durch Abbildungen erläutert hat). Nach erfolgter Befruchtung um- giebt sich die Befruchtungskugel mit einer zarten Membran. Ausser den eben besclirie- benen hat Verfasser keine weiteren Fortpflanzungs- oder Vermehrungsorgane an Por- phyra beobachtet. Die von Kützing und Thuret Tetrasporen genannten Organe sind nach ihm entweder vegetative Zellen oder entsprechen seinen Oogouien. Die Oosporen der Porphyra wachsen sofort aus, indem sie einen cylindrischen Schlauch treiben. Schon am vierten Tage wird dieser Schlauch durch eine Querwand getheilt, und findet dann fort- dauerndes Wachsthum an der Spitze und Bildung von Querscheidewänden statt. Einige Schläuche verzweigen sich, einige bilden kurze Aeste, mit denen die bisher freischwimmen- den Pflanzen sich an das Substrat befestigen. Die weitere Entwickelung wurde nicht verfolgt. Der erste Theil der Arbeit des Verfassers handelt von der Entwickelung des Calli- thanmion Daviesii Lyngb. (Trentepohlia Daviesii Pringsh. , Chantransia Daviesii Thur.) und bringt namentlich ausführliche Angaben über die Vermehrimgsorgane dieser Algen, welche Verfasser (nach des Referenten Ansicht mit Unrecht) Zoosporangien nennt. Sie stehen an den Enden der Haupt- und Nebenzweige seitlich und terminal und sind von eiförmiger Gestalt. Bei der Reife öffnet sich die Wand des Zoosporangiums oben diu'ch ein kreis- förmiges Loch und der aus roth gefärbtem, nacktem Protoplasma bestehende Inhalt schlüpft heraus. Derselbe zeigt dann deutlich eine amöbenartige Bewegung und Gestaltänderung und wird aus diesem Grunde vom Verfasser Zoospore genannt. Nach der Entleerung wächst die Tragzelle oft in die leere Hülle des Zoosporangiums hinein und erzeugt ein neues Sporangium (Refer. hat ein ganz analoges Auswachsen der unter der Spore liegen- den Zelle au den Sporen der Ch. Hermanni beobachtet.). Nach Abschluss der über eine Stunde dauernden Bewegungsperiode zieht sich die Zoospore ziu- Kugel zusammen, umgiebt sich mit einer dünnen Zellhaut, flacht darauf ihre Gestalt etwas ab und haftet als flache Scheibe unmittelbar an dem Substrat. Sie wird dann durch einige auf der Ebene des Sub- strats senkrechte Wände in 3 oder 4 Zellen getheilt: aus der mittleren wird durch eine dem Rande der Scheibe parallele Wand ein dreiseitiges Segment herausgeschnitten, welches nach oben zu einem Schlauch auswächst, der die Scheitelzelle der neuen Pflanze bildet. Die Theilung der Zellen der Scheibe durch senkrechte Wände dauert auch nach Bildung der ersten Scheitelzelle fort, die neugebildeten Zellen wachsen zu Scheiteln neuer Sprossen aus. Später treten 4n der Mitte der Scheibe auch Wände auf, die der Fläche des Substrats parallel sind. 27. Zur Entwickelungsgeschichte von Porphyra leucosticta Thur, Von L. Rischawi. Im Anfang dieser Arbeit stellt der Verfasser die Literaturangaben über die Gatlimg Porphyi'a zusammen, von Harwey an und bis zu den Untersuchungen von Thüi'et. Dann referirt er über die zwei letzten Arbeiten über diese Gattung, von denen die erste von Ed. Janczewsky herrührt (in Memoires de la societe nation. des scienc. natur. de Cherbourg. Tome XVI. 1872), die zweite in russischer Sprache von Kostschug geschrieben und gleich- zeitig mit jener erschienen ist. („Entwickelungsgeschichte von Porphyra laciniata Ag." in den Schriften der Neurussischen Geseilschaft der Naturforscher. Band I., Heft I. 1872.). Die Resultate, zu denen Janczewsky und Kostschug gekommen sind, sind ziemlich verschie- den; die Tetrasporen der Autoren dieser Algen (welche Janczewsky Octosporen nennt, da sie im 8-Zahl sind) hält Janczewsky füi' die ungeschlechtliche Vermehrungsart und sieht den Grund dafür in dem Umstände, dass diese Octosporen, aus der gemeinschaftlichen Mem- bran herausgegangen, amöbenartige Bewegungen darstellen und später ohne Befruchtung keimen. — Janczewsky sah nur das erste Stadium der Keimung, da die Keimlinge sehr bald abstarben. Janczewsky sah auch und verfolgte die Entwickelungsgeschichte der Ante- ridien und Antherozoiden, aber den Befruchtungsact beobachtete er nicht, er verneint sogar das Vorhandensein der weibUchen Organe. Kostschug hält die Tetrasporen der Autoren (=Oogonien nach ihm) für weibliche Organe und die von Thüret beschriebeneu Anthero- zoiden für die Bildungskugeln, aus denen sich die monadeuähulichen Antherozoiden entwickeln. 16 Algen. Er beschreibt den Befruditungsact, indem er sagt, dassjeinige vegetative Zellen des Thallus sich zu den Oogonien umbilden, deren Inhalt aus der Zellenmembran herausgehe und sich amöbenartig bewege und durch die Antherozoiden befruchtet werde. Also nach den An- sichten von Koschtsug geht hier die Befruchtung ausserhalb der Pflanze vor sich, wie bei den Fncaceen. Aus dem Ebengesagten folgt, dass Koschtsug die Tetrasporen für weibliche Organe hält, Janczewsky aber für ungeschlechtliche Propagation. Diese Verschiedenheit der Ansichten bewog Rischawi einige Untersuchungen zu unternehmen, um die Richtigkeit der Beobachtungen beider P^orscher zu prüfen. Diese Untesuchung gab solche Resultate, dass Rischawi alle Angaben von Janczewsky bestätigt und die Beobachtungen von Koschtsug als irrthümlich betrachtet. Er zeigte auf experimentale Weise, dass die Octosporen ohne Befruchtung keimen können, indem er kleine Stücke vom Thallus mit unreifen Tetrasporen abschnitt und in einen Tropfen reinen Meerwassers legte; die Octosporen befreiten sich bald, bewegten sich und keimten später ohne Befruchtung. Alle Angaben von Janczewsky über den anatomischen Bau des Thallus von Porphyra bestätigt er auch, Batalin. 2. Askenasy, über eine neue Meeresalge. Diese sehr kleine Alge, vom Verfasser Rhodopeltis Scyleri genannt, wurde an der Aussenfläche eines grossen von der peruanischen Küste stammenden Codium gefunden. Das Laub ist am Rande einschichtig, weiter hinten mehrschichtig; der Zellinhalt ist roth gefärbt. Das Wachsthura geschieht am Umfang durch zweischneidige Scheitelzellen, die nach rechts und links durch abwechselnd geneigte Wände sich theilen. Aus älteren Segmentzellen wer- den neue Scheitelzellen durch eine schiefe Wand herausgeschnitten ganz so, wie dies Kuy für Metzgeria angiebt (Pringsh. Jahrb. Bd. IV.) Doch tritt das von den neuen Scheitel- zellen erzeugte Gewebe nicht als deutlich geschiedener Zweig hervor, so dass man am fort- wachsenden Rande immer zahlreiche Seheitelzellen findet. Kny hat auch (Sitzungsbericht Berl. Ges. naturf. Fr. 1872) bei Rhodophyllis dasselbe Wachsthum wie bei Metzgeria ge- funden. Doch weicht die Zelltheilung und das ganze Aussehen der Rhodophyllisarten, die Verfasser vergleichen konnte, beträchtlich von der hier beschriebenen Alge ab. Immerhin wäre es möglich, dass sie zu Rhodophyllis gehört; jedenfalls ist aber der Name Rhodo- peltis zu streichen, da er von Harvey bereits einer australischen Alge beigelegt worden ist, die mit der hier beschriebenen nichts gemein hat. 7. Holmes E. M- new. Brit. Algae. Callithamniou hormocarpum n. sp. von Scirospora Griffithiana, der es zunächst steht, besonders durch die Färbung und durch die seitliche Stellung der Scirosporenbüschel verschieden. (P^irpoint bei Plymouth.). — Nitophyllum thysanorhizans n. sp. Diese Art ist nicht neu, wie Verfasser meint, sondern identisch mit Nitophyllum venulosum Zanardini aus dem adriatischen Meer. Referent hatte selbst Gelegenheit, die Alge im September 1869 an dem von Holmes angegebeneu Fundorte (Mount Edgicombe bei Plymouth) zu sammeln und die Identität mit der Mittelmeerform durch Vergleichung eines ihm freundlichst von Prof. Zanardini übersandten Originalexemplars ausser Zweifel zu stellen (cf. Zanardini, Jconographia phycologicia mediteranneo-adriatica, vol. 2, p. 33.). Kny. 20. New. British Nitophyllum. Nitophyllum litteratum J. Ag. Diese von Mrs. Griffiths an der englischen Küste gesammelte und von J. C. Agardh in dessen „Bidrag tili Florideernes Systematik" auf- gestellte Art ist von N. Hilliae, mit dem sie bisher verwechselt wurde, besonders durch ihr dickeres Laub und die verlängerten Sori verschieden. Kny. IV. Phaeosporeae. Thur. Die Gruppe der Sphacelarieae, deren Anatomie und Wachsthum zuerst von Geyler genauer untersucht worden ist (vgl. Geyler „Zur Kenntniss der Sphacelarieae Pringsh. Jahrb. f. wiss. Bot. Bd. IV), war in letzter Zeit Gegenstand mehrfacher Untersuchungen. Kny's und Magnus' Bemerkungen über die Zweigbildung der Sphacelarieae, welche in den Sitzungsber. der Berl. Ges. natiu'f. Fr. und in der bot. Ztg. enthalten sind, übergehen wir, da sie in den zu besprechenden 2 grösseren Arbeiten mit berücksichtigt worden sind. Algen. 17 23. Fringsheim. Heb. d. Gang der morphol. Differenzirung in der SpTiacelarienreihe. In dieser mit 11 sehr schönen lith. Tafeln versehenen Arbeit behandelt Verfasser ausführlich die Entwickelung von Cladostephus vertioillatus und Sphacelaria olivacea, zieht aber auch andere Gattungen zum Vergleiche hinzu. Unter denjenigen Wuchstypen der Thallophyten, welche deutUche Uebergänge zur cormophytischen Sprossbildung zeigen, bildet die Gruppe der Sphacelarieen und Ectocarpeen eine sehr entwickelte Reihe, die, mit confervenartigeu Formen beginnend (Ectocarpus) , ihr Endglied in der Gattung Clado- stephus findet. Die ersten Verschiedenheiten, welche in der Verzweigungsform dieser Reihe hervortreten, beruhen abgesehn von den Fruchtanlagen in dem Auftreten trichomartiger Spitzen und selbstständiger Trichome, beides modificirte Zweige oder Zweigtheile (Ectocarpus). Später treten noch andere Verschiedenheiten hinzu. Zweige mit früher und Zweige mit später erlöschendem Wachsthum, Kurz- und Langtriebe; so bei Chaetopteris , Halopteris, Stypocaulon. Bei den Cladostephusarten treffen wir endhch normale Verzweigungen und Adventivsprosse, Blätter und Fruchtblätter, Fruchtäste, Haare und Wurzelfäden, als durch- aus individualisirte und streng geschiedene Thallomformen , deren jede ihre gesonderte Ursprungsstelle besitzt. Stämme und Blätter von Cl. verticillatus wachsen durch aufeinander- folgende Theilungen ihrer Scheitelzellen durch horizontale Wände. Die Gliedzellen theilen sich weiter in secundäre Gliedzellen, dann folgt Quadrantentheilung und Bildung von Rinde und Centralgewebe ganz nach dem allgemeinen Sphacelarien-Typus. Doch wachsen die Stammglieder hier später noch in die Länge. Die Bildung normaler Zweige (Dichotomie) erfolgt in der Weise, dass ein Stück der Scheitelzelle durch eine seitliche schiefe Scheide- wand abgeschieden wü-d; darauf folgt eine zweite jener ersten aufgesetzte entgegengesetzt, geneigte Wand. Die 2 neuen Zellen sind die Scheitelzellen der beiden Gabeläste, während der untere Rest der alten Scheitelzelle eine beiden gemeinsame Basis, den späteren Ver- zweigungsknoten, bildet. Verfasser fasst den ganzen Vorgang als eine Erschöpfung der ursprünglichen Scheitelzelle unter Bildung zweier neuer Scheitelzellen und des Verzweigungs- knotens, als eine ächte Dichotomie auf; unter demselben Gesichtspunkt betrachtet er auch die Verzweigung der Polysiphonieae und Ceramieae, im Gegensatz zu Gramer, der bei letzterer Gruppe monopodiale Verzweigimg annimmt (vgl. Pflanzenphys. Untersuchungen von Nägeli und Gramer 4. Heft. S. 2.). Die Adventivsprossen von Cladostephus nehmen ihren Ursprung in secundären Gliederzellen, wobei in einem der ursprünglichen Quadranten die Rindenzellenbildung unterbleibt. Eine solche Quadrantzelle bezeichnet Verfasser als Brutzelle. Die Blätter hingegen bilden sich aus den ersten peripherischen Zellen (Rinden- zellen) der Glieder. Indem diese emporwachsen, werden sie zu Scheitelzellen, die auf die bekannte Art Glieder bilden. Aus den unteren Theilzellen derselben peripherischen Zellen geht gleichzeitig die primäre Rinde hervor. Gewöhnlich entsteht aus jeder Randzelle ein Blatt. Die Entwickelung der Blätter entspricht streng der Altersfolge der Randzellen, der obere Blattwirtel jedes primären Stammgliedes wird vor dem unteren angelegt. Die secundäre Rinde entsteht durch Wucherung der primären Rindenzellen; durch das lang andauernde Wachsthum der äussersten Zellschicht werden die Blätter tief in das secundäre Rindengewebe eingesenkt. Die Haarbildung der Blätter ist auf die Achsel der Blattzipfel beschränkt, die Mutterzelle des Haarbüschels wird vor jeder GUedanlage abgeschieden. Die Fruchtblätter entstehen durch das Auswachsen der äussersten peripherischen Zellen der alten Internodien nach bereits vollendetem Dickenwachsthum; sie bleiben daher un- überwallt. Aus den Brutzellen der Fruchtblätter gehen die Sporangien tragenden Frucht- äste hervor. Die Sporangien sind entweder uniloculär oder multiloculär. Beide Formen sind streng auf verschiedene Individuen vertheilt. Die uniloculären Sporangien sind endständig, die Stützzelle reproducirt aber nach Entleerung des alten Sporangiums zu wiederholten Malen ein neues. Der gesammte Zoosporenhaufen verlässt, in eine gemeinsame Gallerte eingehüllt, das Sporangium. Kurz darauf zerstreuen sich die Zoosporen. Die multiloculären Sporangien stehen eudständig, theils am Fruchtast selbst, theils an Zweigen desselben. Es sind Zellcomplexe , deren einzelne Zellen je eine Schwärmspore entwickeln. Diese treten nach den Beobachtungen des Verfassers unmittelbar aus den zugehörigen Mutter- fächern hervor. Die Zoosporen der beiderlei Sporangien lassen in Bezug auf Grösse und Botanischer Jahresbericht I. 2 18 -A-lgea- Gestalt keine wesentlichen Unterschiede erkennen. Sie keimen erst mehrere Wochen nach Beendigung des kurzen beweglichen Stadiums. Die Cladostephus-Ai-ten sind mehrjährige Gewächse mit regelmässiger Vegetationspause. Letztere dauert bei Cl. verticillatus im Meerbusen von Genua von Ende November bis Anfang Februar. Bei dem Eintritt der Ruheperiode kann die Scheitelzelle unverändert bleiben und später weiter wachsen, oder sie kann sich in einen zelligen Körper umwandeln, wobei das Wachsthum des Sprosses entweder völlig erlischt oder später durch Adventivsprosse erneuert wird. — Sphacelaria olivacea Dillw. bildet ihre Haare unmittelbar an der Scheitelzelle der Zweige (nicht des Hauptstamms), worauf letztere fortwächst, aber von ihrer ursprünglichen Wachsthums- richtung abgelenkt wird. Die normalen Zweige gehen aus den Brutzellen der Glieder her- vor. Gewöhnlich unterbleibt die Theilung der primären Gliedzellen in secundäre bei S, olivacea wie bei anderen Arten derselben Gattung. Die allein mit Sicherheit bekannten uniloculären Sporangien von S. olivacea stehen an den Enden wenigzelliger Zweige. Ob auch multiloculäre Sporangien vorkommen ist zweifelhaft. Der Unterschied dieser beiden Sporangienformen ist übrigens, wie die niedern Glieder der Reihe z, B. Ectocarpus granu- losus und siliculosus beweisen, kein absoluter. Verfasser erklärt die früher von ihm für Antheridien gehaltenen Organe als durch Chytridien veranlasst, in Ueberein Stimmung mit den Angaben Kny's (Sitzungsber. Berl. Ges. naturf. Fr. 21. Nov. 71). Ausser den bekannten endständigen Sphacelen kom.men bei S. olivacea auch seitenständige vor. Ferner bildet sich in den Scheitelzellen unverzweigter Hauptstämme zuweilen ein wandstäudiges Mutter- zellnetz; aus jeder solchen Mutterzelle geht ein Schwärmer hervor. Die drei bis vier- strahligen Brutknospen der Sphacelarien entstehen nach den Untersuchungen des Ver- fassers durch Trichotomie oder Polytomie der Scheitelzellen kurzer Zweige; für das Nähere des Vorgangs verweisen wir auf den Originalaufsatz. Ausser diesen eigentlichen Brut- knospen kommen bei Sph. olivacea noch seitliche traubige Brutkörnerhaufen vor, welche aus den Brutzcllen der Glieder, auch aus den Scheitelzellen der Aeste hervorgehen. Zum Schluss fasst Verfasser die Ergebnisse seiner Untersuchung in nachfolgenden drei Sätzen zu- sammen: 1. Mit der grösseren Vollkommenheit und Complicirung des anatomischen Baues und der morphologischen Differenz wächst gleichzeitig die Beständigkeit der Bildungsregel. 2. Die morphologischen Differenzen der Verzweigungsformen gehen aus gleichartigen Sprossungen dui'ch zunehmende Wachsthumsabweichungen hervor, die offenbar mit dem Ursprung der Verzweigungsformen in Beziehung stehen und sich allmählig durch Trennung ihrer Ur^pruugsstellen immer schärfer fixiren. 3. Die anatomische und morphologische Differenzirung führt noch innerhalb der Sphacelarienreihe vom einfachen confervenartigen Wuchs (bei Ectocarpus) bis zum sprossartigen Aufbau (bei Cladostephus). Wenn nun dieser letztere Satz für die Descendenztheorie, für die Annahme eines genetischen Zu- sammenhangs der verschiedenen Formen günstig ist, so glaubt Verfasser doch keineswegs, dass die natürliche Zuchtwahl ausreicht, um die Entstehung der verschiedenen Formen zu erklären; er ist vielmehr der Ansicht, dass bei der Bildung dieser Formen innere rich- tende Kräfte wesentlich mitgewirkt haben. 17. Magnus P., zur Morphologie der Sphacelarieae. Verfasser hat über den vegetativen Aufbau der Sphacelarieae eine Ansicht , welche von derjenigen Cramer's, Geyler's, Kny's und Pringsheim's weit abweicht. Nach ihm beruht die Haarbildung von Sphacelaria und Chaetopteris, die Astbildung von Cladostephus, Stypocaulon, Halopteris der Anlage nach auf der Abscheidung des obersten Theiles der Scheitelzelle als Segment, der dann zur Mutterzelle des Haars oder Astes wird, während die untere Tochterzelle der Scheitelzelle sich als Fortsetzungsspross weiter entwickelt und eine scheinbar directe Fortsetzung der früheren Axe darstellt. Die so gebildete scheinbare Hauptaxe ist aber ihrer Entstehung nach ein Sympodium. So findet Verfasser z. B. den Vorgang bei Sphacelaria cirrhosa. Nach Theilung der Scheitelzelle durch eine schief- geneigte Wand in eine obere und eine untere Tochterzelle wachsen beide aus, so dass sie bald durch eine tiefe Furche von einander getrennt sind, die kleinere Mutterzelle des Haars erscheint dann als eine abgetrennte Ausbuchtung der grösseren sich zu einer neuen Algen. 19 Scheitelzelle entwickelnden Tochterzelle. Durch stärkeres Wachsthum der letzteren rückt die Basalwand der Haarmutterzelle immer mehr auf die Seite und wird schliesslich fast senkrecht gerichtet. Verfasser fasst also das Haar als den Scheitel der ursprünglichen Hauptaxe auf. Die Entwickelung der Zweige beschreibt Verfasser bis auf einige Einzel- heiten, ganz so wie Geyler. Auch in Bezug auf die Bildung der Brutknospen stimmt er mit Geyler, Janczewski und Priugsheim im Wesentlichen übeieiu. Bei Chaetopteris plumosa hat Verfasser auch Haare beobachtet, die sich in derselben Weise bilden wie die von Sphacelaria cirrhosa. Die Verzweigung der Kurztriebe (Blätter Pringsh.) von Clado- stephus Myriophyllum und spongiosus entspricht nach dem Verfasser vollkommen der oben besprochenen Haarbildung der Sph. cirrhosa. Die Haare in der Achsel der secundären Kurztriebe sind die wahre Fortsetzung (die dritte Generation) der ursprünglichen Scheitel- zelle. In dem gleichen Sinne fasst Verfasser die Verzweigung der Hauptaxen von Clado- stephus auf, deren jüngste Zustände er aber nicht beobachtet hat. Ganz das Gleiche gilt von Stypocaulon und Halopteris. Verfasser erklärt Geyler's Abbildung der Zweigbildung von Stypocaulon in Pringsh. Jahrb. Bd. IV, welche für die monopodiale Natur der Ver- zweigung entscheidend wäre, als durch einen Irrthum veranlasst. Bei Halopteris hat Verfasser mehrfache Fälle von Adveutivsprossenbilduug beobachtet, die manche Eigen- thümlichkeiten darbieten. Zum Schluss sucht Verfasser seine Auflassung der Verzweigung der Sphacelarieae durch Vergleichung mit Horideen und Phanerogamen zu begTünden. 8. Janczewski, Ed., über die Brutknospen von Sphacelaria cirrhosa. Frühere Untersuchungen dieser Organe (Geyler, Pringsh. Jahrb. Bd. IV Taf. 36 f. 15. 16. 17.) werden nicht erwähnt. Die Brutkuospen stehen zu zwei bis drei an den Seitenzweigen, sie entstehen durch Auswachsen einer peripherischen Zelle, die nach unten vier bis fünf Gliedzellen abscheidet. Die unterste Gliedzelle (Sterigma) theilt sich nicht weiter, die andern erfahren Quer- und Längstheilungen. Die Scheitelzelle scheidet an der Spitze eine kleine Zelle ab, aus der später das centrale Haar hervorgeht; dann sprossen rings um diese Zelle nacheinander drei seitliche Auswüchse, die durch drei schiefe Scheidewände von der alten Scheitelzelle abgetrennt werden. Aus ihnen wachsen durch fortwährendes Spitzenwachsthum die drei Strahlen der erwachsenen Brutknospe hervor. Diese trennt sich bei der Keife vom Sterigma ab, welches letztere noch eine zweite und dritte Brutknospe nach dem Abfallen der ersten erzeugen kann. Die Brutknospen keimen auf andern Algen , an denen sie mit der Spitze eines Strahles oder des Stieles haften. Aus der Endzelle dieses Strahles oder Stieles sprossen dann einige kurze, verzweigte, ein sternförmiges Schild bildende Haftfasern, die sich dem Substrat fest anlegen. Sie theilen sich durch Längs- und Querwände und bilden eine Art Prothallium, denn aus einer peripherischen Zelle dieses Körpers erhebt sich schliesslich ein Seitenspross , dessen End- zelle zur Scheitelzelle einer jungen Sphacelaria-Pflanze wird. T. Clilorosporeae. 10. Juranyi, Ludwig, Beiträge zur Morphologie der Oedogonieen. Verfasser untersuchte ein Oedogonium , das im Wasserbehälter des botanischen Gartens in Pesth wuchs und dass er Oed. diplandrum genannt hat. Dieses Oed. hat drei wesentlich verschiedene Fadenformen , nämlich geschlechtslose, männliche und weibliche. Die ersten, aus lauter gleichgestalteten Zellen bestehend, erzeugen Schwärmsporen, die beim Keimen entweder geschlechtslose oder geschlechtliche Individuen hervorbringen. Die männlichen Fäden, anfangs den geschlechtslosen ähnlich, erzeugen später Antheridien in der von Pringsheim beschriebenen Weise. Jede Zelle eines solchen Fadens bildet sich durch Theilung in durch gelben Farbstoff ausgezeichnete Antheridien um. In jedem An- theridium entsteht ein Schwärmer, mit gelbem Farbstoff, hyaliner Mundstelle und Wimpern- kranz; er ist von gleicher Grösse und Gestalt, wie die geschlechtslosen Schwärmer. Nach V2 — 1 stündiger Bewegung gelangen diese Schwärmer zur Ruhe, indem sie sich an den Oogonien oder an Zellen, welche diesen benachbart sind, festsetzen und mit fester Zellhaut umgeben. Sie stellen einzellige Zwergmännchen dar und sitzen gewöhnlich zu mehreren an 2* 20 ^Igea. einem Oogoniutn. Nact einer Ruhepause theilt sich der protoplasmatische Inhalt des Zwergmännchens in zwei übereinanderliegende Hälften, deren jede sich zum Spermatozoid ausbildet. An den weiblichen Individuen treten schon frühe die für sie characteristischen Oogonien auf. Diese sind mit dunkelgrün gefärbtem Protoplasma erfüllt. Zur Zeit der Geschlechtsreife bildet sich an dem obern Ende des Oogoniuminhalts ein Fleck hyalinen farb- losen Protoplasmas (Eifleck). Dann reisst plötzlich die Wand des Oogouiums durch einen Querriss auf. Ein Theil des Protoplasmas tritt durch die so gebildete Oelfnung aus und ver- breitet sich im Wasser, während oben an der freien Oberfläche des im Oogonium ver- bliebenen Protoplasmas jene (aus Cellulose bestehende?) Hülle auftritt, die Pringsheim Befruchtungsschlauch genannt hat. Nach Bildung dieses Schlauches zieht sich das Proto- plasma wieder zurück, der hyaline Fleck verschwindet, die ganze Masse des Oogoniura- inhaltes ist bis auf eine äusserst schmale Hautschicht an der Seite, welche der Oeffnung des Oogonium zugekehrt ist, wieder dunkelgrün gefärbt. Der Inhalt contrahirt sich nun zur Befruchtuugskugel. Für die genaue Beobachtung der Einzelheiten des Befruchtungsactes ist Oed. diplandi-um sehr geeignet. Das Zwergmännchen öffnet sich indem sich oben eine Klappe durch einen Riugschnitt ablöst; darauf schlüpft zuerst das obere, dann das untere Spermatozoid heraus; beide haben die gewohnte Gestalt der Oedogonium-Spermatozoideu. Die Mundstelle mit dem Cilienkranz liegt ursprünglich bei den zwei Spermatozoideu desselben Zwergmännchens auf der'selben Seite ; beim Austreten macht aber jedes eine halbe Umdrehung , und zwar in entgegengesetzter Richtung, so dass die freien Samenkörper wiederum gleich- förmig orientirt, dabei aber um eine ziemliche Strecke von einander entfernt sind. Hier- durch soll nach Ansicht des Verfassers bewirkt werden, dass eines von beiden mit grösserer Sicherheit an die Oeffnung des Oogoniums gelangt, wobei es von der Stellung des Zwerg- männchens am Oogonium abhängt, ob das obere oder untere begünstigt wird. Die Spermatozoideu bewegen sich nur langsam und schwerfällig , herumtastend , zuckeud- zitternd, sie umgehen eine Zickzacklinie beschreibend das Oogonium, bis sie die Oeffnung des Befruchtungsschlauches gefunden haben oder zu Grunde gehen; sie sind stark contractu und ändern während des Schwärmens, das 2—3 Stunden dauert, fortwährend ihre Gestalt. In Folge dieser Contractilität vermag auch das Spermatozoid durch die enge Oeffnung des Befrachtungsschlauches einzudringen. Während dieses Eindringens sind die Cilien in Bewegung, bis erst sie, dann die Mundstelle die Befruchtungskugel berührt und mit der- selben verschmilzt. In demselben Augenblick erhellt sich diese an der BerühruDgsstelle und ein deutlicher Fleck hyalinen Protoplasmas (Keimfleck?) wird hier wiederum sichtbar. Sofort nach Auftreten desselben beginnt die Vereinigung des Spermatozoideu mit der Masse der Befruchtungskugel, wobei das laugsame Hineingleiten des ersteren und die starke Con- traction der letzteren deutlich beobachtet werden kann. Die befruchtete Eizelle scheidet nach 4-6 Stunden eine doppelt conturirte Zellmembran aus, verliert dann bald ihre grüne Farbe und nimmt eine intensiv orangerothe an. Ihre Ruhezeit ist nur kurz; sicher ist wenigstens, dass die Keimung noch vor Beginn des Winters erfolgt. Vor dem Austreten des Inhalts wird die Oospore grösser, dann quillt ihre Wand auf der Innenseite auf und zwar zunächst an dem der Oeffnung des Oogonium abgewandten hinteren und unteren Theile der Wand. Dadurch wird der Inhalt der Eizelle stärker zusammengedrückt und dem vor- deren oberen Theile der Wand genähert (nicht aber findet, wie Verfasser meint, an dieser Stelle »im Sinne des Parallelogramms der Kräfte« ein grösserer Druck statt, da der halb- flüssige Inhalt den Druck jedenfalls nach allen Richtungen gleichmässig fortpflanzt). Die Wand der Oospore reisst dann etwa an der Stelle auf, wo vor der Befruchtung die Wand des Oogoniums sich geöffnet hatte. Durch weiteres Fortschreiten der Quellung der Oosporenmembran gedrängt, tritt der Inhalt mit breitem Ende aus der Oeffnung hervor, liegt anfangs als primordiale Zelle im Wasser, umgibt sich aber schon nach V2 — 1 Minute mit einer äusserst zarten, dicht anliegenden Hülle. Die so entstandene Zelle schwingt pendeiförmig hin und her, während sie sich zugleich um ihren Längsdurchmesser dreht. Darauf theilt sich der Inhalt in drei in der Längsaxe liegende Tochterzellen , von denen die mittlere sich nochmals durch eine Längswand in zwei Zellen theilt. Der ganze Theilungsvorgang ist in 3—4 Minuten vollendet. Die neuentstandenen Zellen bilden sich Algen. 21 zu Schwärmern aus, welche sich von den gewöhnlichen Schwärmern durch ihre rothe Farbe unterscheiden. Die gemeinsame Hülhnembran erweicht, zerfliesst an einzelnen Stellen, die Schwärmer eilen durch die so entstandenen Oeffuungen davon. Nachdem sie ^2 — ^/4 Stunden geschwärmt, kommen sie zur Ruhe und keimen unmittelbar darauf; sie entAvickelu sich ohne Ausnahme zu geschlechtslosen Individuen. Die Keimung des 0. dipland- rum unterscheidet sich von jener der Bulbochaete durch die unmittelbar nach dem Austritt des Inhalts der Oospore erfolgende Theilung und die Anordnung der neu entstehenden Theilzellen. Cleve, der einzige, der bisher die Keimung der Oosporen bei Oedogonium beobachtete (Ofvers. af. k. Vet. Acad, 1863 Nr. 4 p. 249) gibt an , dass sich der Inhalt der Oospore nach Verfluss der Ruhezeit noch im Innern der letzteren in vier Portionen theilt, welche in einer gemeinsamen Hülle aus dem Oogonium austreten und sich nach Befreiung von dieser zu Schwärmern gestalten, deren jeder nach Ende der Schwärmzeit aus seinem Inhalte einen neuen Schwärmer bildet. Die weiteren Schicksale des letzteren blieben unbekannt. Auch Jurauyi hat das Zerfallen des Inhaltes der Eizelle in vier Theile noch innerhalb der Wandung der letzteren beobachtet, hält diesen Vorgang aber für abnorm. 18. Magnus, über Verzweigungserscheinungen bei Cladophora. Bei Cladophora rupestris sind von den auf einem Gliede fächerig stehenden Aasten die beiden mittleren nicht selten an ihren untersten Gliedern eine Strecke weit hinauf ver- wachsen, während die seitlichen, später entstandenen ihrem ganzen Verlaufe nach frei bleiben. Eine unbestimmte Cladophora der Kieler Bucht zeigte bei jeder Verzweigung ganz constant zwei mehr oder minder hoch hinauf verwachsene Aeste. Die Entwickelungs- weise dieser Bildungen konnte Verfasser nicht ermitteln. 6. Hanstein, Lebenszähigkeit der Vaucheriazelle und Reproductionsvennögen ihres Proto- plasmas. Verfasser machte seine Beobachtungen an einer nicht bestimmten Vaucheriaspecies. Wird durch Knickung oder anderweitige Eingriffe ein Theil des Protoplasmaleibs einer Vaucheria verletzt, so zieht sich das dahinter liegende Protoplasma augenblicklich zusammen und sucht die Wundränder, soweit diese gesund geblieben sind, an einander zu fügen; haben diese Fühlung gewonnen, so verschmelzen sie und suchen sich in einer nach aussen gewölbten Curve zu verfestigen, was zuweilen schon nach Minuten, selbst Secunden ein- treten kann. Dann bildet sich eine scharfe Aussengrenze , die seitlich, in die der Zellhaut anliegende Fläche des übrigen Protoplasmas übergeht. Nun beginnt an dieser Aussenfläche Ausscheidung von Cellulose, die seithch der Innenfläche der alten eingefügt wird und mit ihr verschmilzt. Wird ein Faden mehrfach zerschnitten oder gedrückt, so vollzieht sich die Heilung doch, selbst bei ganz kurzen Stücken. Jedes heil gebliebene Stück schliesst sich nach beiden Seiten durch Wandreproduction wieder ab. Solche Bruchstücke pflegea dann seitlich neben der Vernarbungstelle wieder auszuwachsen und fortzuvegetiren. Un- mittelbar nach der Verwundung beginnen sämmtliche Chlorophyllkörner sich von der Wund- stelle nach der Mitte des unverletzten Fadenstückes hin zurückzuziehen. Erst nach vol- lendeter Ausheilung kehren sie wieder zurück und erfüllen auch gleichmässig die Vernar- bungscurve. Verfasser hat ferner beobachtet, dass die Chlorophyllkörner überhaupt nie- mals während des Lebens der Vaucheria sich in Ruhe befinden, auch wenn der Faden nicht wächst. Unausgesetzt schieben sie sich hin und her und verändern ihre gegenseitige Stel- lung. Man muss desshalb annehmen, dass der ganze Protoplasmaschlauch in allen seinen Theilen in steter abwechselnder Zusammenziehung und Dehnung begriffen ist. Am Schluss beschreibt Verfasser noch eine zu den eben besprochenen Versuchen geeignete feuchte Mikroskopkammer. 22. Parfitt, über Botrydiimi granulatum Desv. (mit 1 Tafel). Verfasser, dem die Untersuchungen Kützing's, A. Braim's und Lawson's über diese Alge unbekannt sind, beschreibt sie als der Regel nach streng einzellig. Von den im Bo- den sich verzweigenden cyhndri sehen Stämmchen entspringen nach aufwärts kuglige oder ovale, mit wandständigen Chlorophyllkörnern reich versehene Blasen, welche über das Ni- veau des Bodens hervortreten. In einzelneu derselben entstehen, den Beobachtungen des 22 Algen. Verfassers zufolge, grössere uabewegliclie Plasmaklürap clien , in andern kleine Schwärra- sporen (Spermatozoiden) , welche sich durch die unterirdischen Stämmchen hin- durch mit ersteren vereinigen und sie befruchten. Der Befruchtmigsvorgang wird ebenso- wenig, wie Form und Bewegungsart der Schwärmsporen näher beschrieben. In einer Nach- schrift zum Aufsatze spricht W. Archer sehr begründete Zweifel gegen die Richtigkeit der Parfitt'schen Deutung aus. Kny. 29. De la Rue, sur le devoloppement de Sorastrum Kg. (mit 1 Kupfertafel). Die kugligen Colonieen des Sorastrum spinulosum Naeg. bestehen meist aus 8 oder 16 radial angeordneten Zellen. Der Vermehrung geht meist eine Trennung der Colonie in ihre einzelnen Zellen voraus, welche letztere sich entweder sofort mit einer derben Mem- bran umkleiden, oder erst nach wiederholter Zweitheilung, wobei die Form allmälig oval wird. Innerhalb dieser „Cysten" entstehen nun die jungen Colonieen, indem der Inhalt in eine entsprechende Zahl von Portionen zerfällt. Die derbe Membran wird entweder ge- sprengt oder löst sich allmälig auf. Seltener entstehen junge Colonieen in Zellen, welche noch zur Muttercolonie vereinigt sind. Kny. YI. Phycochromaceae und Palmellaceae. 3, Cohn, über Clathrocystis und Cylindrospermum (vgl. Nr. 24). Cohn giebt von Clathrocystis roseopersicina, die er für Rabenh. Algen Europas eingesandt hat, eine verbesserte Gattuugs- und Arteudiaguose nebst Notizen über die Entwickelung. Für diese höchst interessante, freilich längst bekannte Chroococcacee sind die überaus zierlichen hohlkugligeu oder gitterförmig durchbrochenen Colonieen, zu denen die Zellen vereinigt sind, überaus charakteristisch. — Cylindrospermum Kirchnerianum Cohn. — Verfasser giebt die Diagnose dieser neuen Ai't. Sie steht dem C. majus Ralfs, am nächsten, unterscheidet sich von diesem ausser durch das Vorkommen in grossen dick gallertartigen Lagern durch die Gestalt der Sporen (sporis rarissimis cylindraceo oblougis) und den constanten Cilienkranz am Grunde derselben. Thuret, der die Art als C. majus bereits abgebildet hat (Mem. de Cherb. Tom. VI. 1857), hält diesen Cilienkranz für Para- siten, während ihn Cohn als durch eine eigenthümliche Auflösung der Scheide entstanden ansieht. 28. üeber einige Falmellaceen, von L. Reinhardt. Aus dieser vorläufigen Mittheilung entnehmen wir folgende Thatsachen : 1) Euglena viridis und E. sanguiuea haben keinen Mund, obwohl Stein dessen Vorhandensein beweist. 2) Schizochlamys gelatinosa A. Br. vermehrt sich mit Macro- und Microgonidien und hat einen Ruhezustand. Diese Gattung muss man mit der Gattung Palmella vereinigen, da die Zerplatzung der Zellhaut in 2 oder 4 ganz gleiche Theile, die das Gattungsmerkmal ist, nicht immer beobachtet worden ist und von den äusseren Verhältnissen abhängt. 3) Bei Botryococcus Brauuii Ktz. sind Macro- und Microgenidien sowie auch Ruhezustand ge- funden worden; die austretenden Gonidien sind mit einer gemeinschaftlichen Membran versehen, welche später sich löst und die Gonidien frei macht. 4) Raphidium polymorphum Fresen. hat ausser der schon bekannten Vermehrung durch Theilung auch solche, welche an das Austreten der Zoosporen bei Ophiocytium Arbuscula A. Br. erinnert. 5) Bei Polyedrium tetraedricum Näg. beobachtete der Verfasser die Theilung des Inhalts in 4 Theile, welche, die Membran der Mutterzelle zerreissend, als 4 neue aber kleinere Organismen erscheinen. 6) Die Gonidien von Chlamydomonas pulvisculus Ehrb. paaren sich auf dieselbe Weise, wie dies Pringsheim bei Pandorina morum Bory. beobachtete, aber der Verfasser konnte nicht entscheiden, ob die Paarung jene Bedeutung hat, welche ihr Pringsheim zuschreibt. 7) Die Verfolgimg der Entwickelungsgeschichte der Anthe- rozoiden bei Volvox minor Stein und Eudorina elegans bestätigte die von Pringsheim be- strittenen Angaben über diesen Gegenstand von Cohn und Carter. 8) Bezüglich Colocium stentorinum Ehrb. muss man bemerken, dass pulsirende Vacuoleu bei der Theilung dieser Pflanze an neuen Orten erscheinen, indem ältere Vocuolcn einige Zeit vor der Theilung verachwinden. B a t a 1 i u. Algen. 23 TII. Conjugatae. 4. Delponte, Specimen Desmidiac. subcalpin. Die von 6 sorgfältig ausgeführten lithographischen Tafeln begleitete Abhandlung giebt eine Zusammenstellung italienischer Desmidiaceen welche Verfasser fast sämmtlich im kleinen Lago di Candia (westl. von der Eisenbahn zwischen Tui-in und Ivrea) gesammelt hat. Nur solche, die von ihm selbst untersucht worden sind, haben Aufnahme gefunden. Die Einleitung bildet eine Schilderung des genannten Sees, seiner geographischen Lage und seinen geognostischen Verhältnissen nach. Hierauf folgt eine lateinisch geschriebene Charakteristik der Familie, der sich weiterhin ausführliche Erläuterungen in italienischer Sprache anschliessen. Im Wesentlichen geben dieselben eine Zusammenstellung dessen, was frühere Beobachter über den Bau und die Entwickelung der Desmidiaceen ermittelt haben; hin und wieder sind aber auch neue Beobachtungen eingefügt. So beschreibt Verfasser bei Hyalotheca dissiliens Kalfs. neben der gewöhnlichen Ai't der Copulation eine andere Form derselben, wobei die Vereinigung nicht zwischen Zellen verschiedener Fäden, sondern zwischen benachbarten Zellen desselben Fadens stattfindet. Doch ist die zur Veranschaulichung beigegebene Figur (Taf. I. Fig. 3) nicht recht verständlich, da sich aus dem Inhalt von vier Zellen nicht zwei, sondern drei Zygosporen gebildet haben. Was es mit der vom Verfasser erwähnten Gonidieubildimg, welche neben Zweitheilung und Copu- lation die Vermehrung der Desmidiaceen bewirken soll, für eine Bewandtniss hat, ist nach den kurzen und nicht ganz klaren Bemerkungen schwer zu sagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um abnorm veränderte Chlorophyllkörner. Uebrigens hält der Ver- fasser selbst seine Deutung nicht für zweifellos. Li einer kurzen systematischen Uebersicht werden zwanzig 'Gattungen charakterisirt , aber nur die ersten zehn von ihnen, mit 35 Arten werden ausführlicher behandelt. Unter diesen befinden sich mehrere neu auf- gestellte, wie Aptogonum Actragonum, A. digonum, Sphaerozosma spinulosum, Xanthi- diastrum paradoxum, Euastrum ambiguum, E. subtetragonum, E. spinulosum, E. iater- medium, E. nummularium, E. Rabenhorstii, E. candianum. Kny. VIII. Bacillariaceae. Referent: E. Pfltzer. 1. Archer, on the Conjugation of Stauroneis Phönicenteron. Quarterly Journal ofMicro- scopical Science vol. XL p. 32L Ref. S, 31. 2. „ on the conjugated State of Navicula serians. Ebenda, vol. XII. p. 86, Ref. S. 31. 3. „ the conjugated State of Cocconema cj'mbiforme. Ebenda, p. 422. Ref. S. 31. 4. Babcock, Chicago Hydrant AVater. Lens 1872. Grevillea. I. p. 13. Ref. S. 35. 5. Blake, on Diatoms in hot Springs. Californ. Acad. of Sc. Auszug in Monthly Microsc. Journal v. IX. p. 71. Ref. S. 35. 6. Borscow, die Süsswasser-ßacillariaceen (Diatomaceen) des südwestlichen Russlands, ins- besondere der Gouvernements Kiew, Cernigow und Poltawa. 1. Lieferung. Historisches. Allgemeine Charakteristik der Bacillariaceen. Mit 2 chromolitho- graphirten Tafeln. Kiew 1873. Ref. S. 26 ff. 7. Brebisson, A. de, de la structure des valves des Diatomacees. Paris 1872. 8. „ Diatomacees de la Mousse de Corse. Mit 1 Tafel. Revue des seiences naturelles par Dubreuil et Heckel. Tome I. p. 188. Ref. S. 35. 9. Castracane degli Antelminelli, Conte Fr. Esame mikroskopico e note critiche su un campione di fango atlantico ottenuto nella spedizione del „Porcupine" nell auno 1869. Atti del Acaderaia Pontificale de Nuovi Lincei XXIV. Ref. S. 33—35. 10. „ le Diatomee e la geologia nelle formazione marine. Ebenda XXV. 11. „ sulla Struttura delle Diatomee. Ebenda vol. XXVL Sess. 2. Ref. S. 26, 28, 30. 12. „ le Diatomee del Litorale dell' Istria e della Dalmazia. Ebenda vol. XXVL Sess. 6. Con una Tavola. Ref. S. 32—35. 13. Cleve, P. T. Examination of Diatoms found on the surface of the Sea of Java. With 3 Plates. Bihang tili K. Svenska Vet. Acad. Handlingar L Nr. 11. Ref. S. 33—35. 24 Algen. 14. Cleve, on Diatoms of the Arctic Sea. With 4 plates. Ebeuda. I. Nr. 13. Ref. S. 32—35. 15. Cohn, F. Conspectus familiarum cryptogamarum secundum metliodum naturalem dis- positarum.' Jahresbericht d. schl. Gesellsch. f. vaterl. Cultur 1872 p. 83. Ref. S. 32. 16. „ über die Filterbassins des Breslauer Wasserhebewerks. Ebenda. 1873. Ref. S. 35. 17. Donkin, the natural history of the british Diatomaceae. 1873. Besprochen von Kitton. Grevillea 11. p. 69. 18. Edwards, dimorphic Diatoms. Grevillea 1872. p. 15. Ref. S. 32. 19. „ Remarks ou Triceratium fimbriatum, Monthly microsc. Journal vol. X. p. 137. 20. „ on diatomaceous Deposits in America. Ebenda p. 234. Ref. S. 35. 21. Ehrenberg, C. G. Das unsichtbar wirkende Leben der Nordpolarzone. Mit 4 Tafeln. Im Bericht über die zweite deutsche Nordpolfahrt in den Jahren 1869/70, IL Theil. 1. Abtheilung. Ref. S. 33—35. 22. „ Mikrogeologische Studien über das kleinste Leben der Meerestiefgründe aller Zonen und dessen geologischen Eiufluss. Monatsber. d. Berliner Acad. 1872. p. 265 (22 m.) und Abhandl. der Berliner Acad. 1873 p. 131 mit 10 Tafeln (22 a). Ref. S. 32—35. 23. Flögel, über dieStructur der Diatomeenschale. Tageblatt d. Versamml. deutscher Natur- forscher u. Aerzte zu Leipzig 1872. Botan. Zeitung 1872. S. 741. Ref. S. 27, 28, 29. 24. Guinard et Bleicher, note sur un gisement nouveau des diatomacees dans le terrain quaternaire des environs de Rome. Revue d. scienc. naturell. I. p. 315. Ref. S. 35. 25. Hansen, ein kleiner Beitrag zur Kenntniss der Diatomeen der dänischen Beilande. Videnskabelige Meddelelser Kjöbenhavn 1872. Ref. S. 35. 26. n Liste der im Herzogthum Schleswig gefundenen Diatomeen. Botanisk Tidsskrift utg. af d. botan. Foren, i. Kjöbenhavn 1873. 1. Ref. S. 35. 27. Hauck, Diatomeen des Seeschleims der Adria. Oesterr. botan. Zeitschr. 1872. S. 253. 331. Ref. S. 35. 28. Hoff mann, Diatomeen von Giessen. Bericht d. oberhess. Gesellsch. f. Natur- u. Heil- kunde 1873. Ref. S. 35. 29. Kitton, F., on Prof. Smith's Conspectus of the Diatomaceae, Monthly microsc. journ. vol. IX. p. 165. Ref. S. 32. 30. „ the new Conspectus of the Families and genera of Diatomaceae by Prof. H. L. Smith. Grevillea I. p. 63. Ref. S. 32. 31. „ Conspectus of Diatomaceae by H. L. Smith. The genus Amphora. Grevillea II. p. 24. Ref. S. 32. 82. „ on guano Diatoms. Monthly microsc. journ. vol. IX. p. 106. Ref. S. 35. 33. „ remarks on Aulacodiscus formosus, Omphalopelta versicolor etc. with description of a new Species of Navicula. Ebenda, vol. X. p. 6. Ref. S. 29. 34. 34. „ a description of some new species of Diatomaceae. Ebenda, vol. X. p. 205. Ref. S. 33 — 35. 35. „ Strange habitats of some species of Diatomaceae. Science Gossip 1873. October. 36. „ on an australian diatomaceous deposit. micr. Journal 1872. Ref. S. 36. 37. Lager stedt, N. G. W., Sötvattens-Diatomaceer frän Spetzbergen och Beeren Eiland. Med 2 Taflor. Bihang tili K. Svenska Vet. Acad. Handlingar. Band I vol. 14. Ref. S. 35. 38. Lang, F. H., On Prof. Smith 's Conspectus of the Diatomaceae. Monthly micr. Journ. vol. IX p. 165. Ref. S. 32. 39. Langenbach, G., dieMeeresalgenderlnselnSicilienundPantellaria. Berlinl873. Ref.S.35. 40. O'Meara, E., Recent Researches on the Diatomaceae. Journal of Botany vol. X. p. 66. 149. 203. 302. 360. vol. XI. p. 228. 291. Abgedruckt Quarterly Journ. of micr, Science vol. XII. p. 240. 384. vol XII. p. 9. Ref. S. 26. 41. „ on some new species of the genus Amphiprora. Quarterly Journ. of microsc, Science, vol XI. p. 21. Ref. S. 33. 42. „ on Melosira varians, in which the Endochromplates were very obvious. Ebenda vol XII. p. 314. Ref. S. 30. 43. „ on some peculiar forms of Navicula from the Sulu Archipel. Ebenda vol. XII., p. 283. Ref. S. 34. Algen. 35 44. O'Meara, on Diatoraaceae from australian Cautshouk. Ebenda vol. XII. p. 211. Ref. S. 36. 45. „ New Species of Mastogloia. Ebenda vol. XIII. p. 319. Ref. S. 34. 4G. Müller, 0., lieber den Bau der Zellwaud von Triceratiura Favus. Sitzungsber. der Ge- sellsch. naturforsch. Freunde z. Berlin 1871. S. 74. Ref. S. 23, 29. 47. „ Ueber den feineren Bau der Zellwand der Bacillariaceen , insbesondere des Triceratium Favus Ehrbg. und der Plcurosigmen. Mit einer Tafel. Reichert und Dubois-Reymond Archiv. 1871. Heft 5. 6. Im Auszug Botan. Zeit. 1872. S. 242. Ref. S. 27. 28, 29. 48. „ Ueber die Zellwand der Bacillariaceeu-Gattung Epithemia. Sitzungsber. der Gesellsch. naturf. Freunde z. Berlin 1872. p. 68. Ref. S. 26, 28. 49. Oersted, A. S., System der Pilze, Eichenen und Algen. Aus dem Dänischen von Grisebach und Reinke. Leipzig 1873. Ref. S. 32. 50. Pfeffer, W. Siehe Schmidt. Ref. S. 27. 51. Schmidt, A., Ueber die Mittellinie besonders der Naviculaceen. Tagebl. d. Vers, deutsch. Naturf. u. Aerzte. Leipzig 1872. Mit Bemerkungen von Pfeffer. Abgedruckt Botan. Zeitg. 1872. S. 741. Ref. S. 27. 52. „ Ueber Navicula Weissflogii und Navicula Gründleri. Mit einer Tafel. Zeit- schrift t d. ges. Naturwiss. Bd. 40. S. 403. Ref. S. 34. 53. Schmitz, Fr., Die Bildung der Auxosporen von Cocconema Cistula Ehrb. Botan. Zeitg. 1872. S. 217. Uebersetzt in Quart. Journ. of microsc. Science vol. XIII. S. 145. Ref. S. 32. 54. Slack, on the Structure of the valves of Eupodicus Argus and Isthmia enervis, showing that their siliceous deposit conforms to the general plan of deposition in simpler form. Mouthly microsc. Journal VIII. 1872. 256. vol. I. 123. 186. Ref. S. 29. 55. Smith, H. L., New Conspectus of the families and genera of Diatomaceae. The Lens 1872. Ref. S. 32. 56. > Prof Smith's Conspectus of the diatomaceae. Monthly microsc. Journ. vol. IX. p. 219. Ref. S. 32. 57. Stephenson, W., J., Observation on the optical Appearances presented by the inner and outer Layer of Coscinodiscus, when examined in Bisulfide of Carbon and in Air. With 1 Plate. Monthly microsc. Journ. vol X. p. 1. Ref. S. 29, 30. 58. Tomaschek, 0., Ueber das Entwicklungsgesetz der Diatomaceen. Botan. Zeitg. 1873. S. 273. Ref. S. 26, 27. 59. Waltz, über Schwärmsporen bei den Diatomaceen. Verband, d. russ. Naturf. Vers. 1871. Vgl. Botan. Zeitg. 1872. S. 422. Ref. S. 32. 60. Weiss, A., Zum Baue und der Natur der Diatomaceen. Mit 2 Tafeln. Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. z. Wien 1871. Ref. S. 27, 28, 29, 30. 61. Wells, S., The structure ofEupodiscus Argus. With 1 Plate. Monthly microsc. Journ, vol. IX. p. 110. Ref. S. 29. 62. Witt, Untersuchungen über Diatomaceen-Gemische. Ein Beitrag zur Flora der Südsee. Mit 1 Tafel. Journal des Museum Godeffrey. Band I. S. 63. Ref. S. 35. Die mit Nr. 7, 10, 17, 25, 26, 28, 55 und 62 bezeichneten Schriften waren dem Bef. nicht zugänglich. 1. Bau, Entwicklungsgeschichte und Lebenserscheinungen. Es sei dem Referenten gestattet, hier etwas weiter zurückzugreifen, als bis zum Beginn des Jahres 1873, nämlich bis zu der 1871 erschienenen Abhandlung, in welcher derselbe seine Auffassung vom Bau und der Entwicklung der Bacillariaceen ausführlich dargelegt hat*). Es erscheint dieselbe nicht allein an und für sich als ein passender Aus- gangspunkt, sondern sie ist auch gerade 1873 mehrfach zum Gegenstand genauerer Erörte- rungen gemacht worden, welche so am besten besprochen werden möchten. Wie bekannt, beruht die Vorstellung, welche Referent über den Entwicklungsgang der Bacillariaceen dargelegt hat, auf der Beobachtung der Zweischaligkeit der Zellhaut der- *) Untersuchungen über Bau und Entwicklungsgeschichte der Bacillariaceen. Botan. Abhandlung, beraasgegeb«u von Hanstein, Heft 2, 1871. 26 -^Igen. selben und der durch viele Gründe unterstützten Voraussetzung, dass die Zellen sich bei der Theilung stetig verkleinern und dann durch die Auxosporenbildung die Normalgrösse wieder erreichen. Sehen wir zunächst zu. welche Beurtheilung diese Grundtheorie, wenn dieser Ausdruck erlaubt ist, inzwischen gefunden hat. Einmal hat O'Meara in einer Reihe von Aufsätzen (40) den Hauptinhalt der citirten Abhandlung des Referenten dem englischen Publikum zugänglicher gemacht. Er erklärt die von dem Referenten vertretene Ansicht für eine sehr natürliche Vermuthung, die jedoch noch der Bestätigung bedürfe (40, 68.), da sie nur auf Biddulphia und die verwandten Gruppen gegründet sei. Dem gegenüber ist hervorzuhoben, dass schon Referent die Zwei- schaligkeit der Membran in den allermeisten Gruppen constatirt hat, und dass dessen Beo- bachtungen in dieser Hinsicht inzwischen bei den Naviculaceen , Eunotia. Cymbella, Gram- matophora und Coscinodiscus von Graf Castracane (11, 4), bei Epithemia von Müller (48, 70). im Allgemeinen von H. L. Smith (Monthly mikrosk. Journal VHI. 34) und Tomaschek (58) bestätigt worden sind. Ferner hat Borscow, der in russischer und deutscher Sprache die Resultate der oben erwähnten Abhandlung des Referenten mit den älteren Beobachtungen zusammenge- stellt, dieselben durch eigene Beobachtung vielfach vermehrt und zum Theil einer ein- gehenden Kritik unterzogen hat, die von dem Referenten beigebrachten Beweise für nicht unbedingt stichhaltig erklärt (6, 16). Es ist Borscow namentlich, selbst bei grossen Suri- rayen nicht gelungen, eine Zwcischuligkeit der Membran zu beobachten, so dass er nach wie vor die beiden Gürtelbänder für ein einheitliches Gebilde hält. Nur grosse Pinnu- larien gaben ihm Bilder, welche der Anschauung des Referenten „sehr nahe stehen". Da es sich hier lediglich um Constatirung einer mikroskopisch wahrnehmbaren Structur han- delt, so kann Referent dazu nur bemerken, dass ausser den oben genannten Specialforschern auf diesem Gebiet auch andere gewiss geübte Beobachter, wie Caspary, Hanstein, Hofmeister, Pringsheim die Sache genau so sehen, wie er. Borscow führt dann ferner einige Beobach- tungen an, die direct gegen die Zweischaligkeit der Membran sprechen sollen. Da sie an leeren, längst abgestorbenen, zum Theil klaffenden Schalen gemacht sind (6, 45), so wür- den sie, selbst wenn sie genau richtig wären, über die normalen Verhältnisse der lebenden Zellen nichts beweisen. Auch die sonst (6, 47) gemachten Einwände, welche sich darauf stützen, dass an jungen, eben gebildeten Schalen keine Gürtelbänder zu sehen seien, be- weisen nichts gegen die Zweischaligkeit der Zellmembran. Referent hat ausdrücklich aus- gesprochen, dass die Gürtelbänder erheblich später entstehen, als die zugehörigen Schalen. Borscow führt ferner an, dass in der Arbeit des Referenten keine einzige Beobach- tung vorhanden sei, auf deren Grund man berechtigt sei, zu schliessen, dass es demselben gelungen sei, das Auseinanderweichen der Schalen, z. B. bei dem Theilungsvorgang, unmit- telbar zu verfolgen. Die Tafel 2 der genannten Abhandlung stellt aber die Verschiebung bei Pinnularia in fünf Stadien dar. Wenn nun auch nicht alle Figuren nach demselben Exemplar gezeichnet sind, so wird doch Niemand bezweifeln, dass wir es hier mit einer zusammenhängenden Entwickelungsreihe zu thun haben — übrigens hat Referent die Ver- schiebung bei der Theilung vielfach unmittelbar 'gesehen. Wenn dann Borscow bei dos Referenten Besprechung der Auxosporenbildung detaillirte Angaben über das Aus- einanderweichen der Gürtelbänder vermisst, so kann der Letztere nur bemerken, dass man doch einmal besprochene Dinge nicht bei jeder Gelegenheit von neuem darstellen kann. Dass endlich ^ein Gebilde, das aus zwei übereinandergeschobenen Ringen besteht, so auseinanderweichen könne, dass dieselben sich an dem einen Rande noch berühren, am andern nicht, was Borscow bezweifelt, kann ein Versuch mit einer beliebigen Pa])p- schachtel lehren. Referent müsste fürchten, den Leser zu sehr zu ermüden, wenn er hier die son- stigen, theilweise nur durch Missverstehen der entgegenstehenden Ansicht hervorgerufenen Einwände Borscow's detaillirt wieder geben wollte. Nur zwei seien hier noch hervorgehoben. Borscow greift den Beweis an, Avelchen der Referent in der welligen Begrenzung der Bänder von Himantidium, Fragilaria dafür gefunden zu haben glaubt, dass die Zellen nicht in die Länge wachsen. Borscow meint, diese wellige Begrenzung sei nicht allen Algen. 27 Formen eigen, und sie könne auch durch das ungleiche Wachsthum verschiedener Zellen eines Fadens zu Stande kommen. Gegen Ersteres ist zu erwidern, dass die Deutlichkeit dieser welligen Begrenzung der Natur der Sache nach sehr von der Dicke der Gürtelbänder abhängt, also bei Formen mit äusserst dünnen Gürtelbändern schwer wahrnehmbar ist. Was den zweiten Punkt anlangt, so könnte durch Borscow's Voraussetzung wohl eine be- liebige Unregelmässigkeit in der Breite des Fadens, nicht aber die ganz regelmässig ab- und zunehmende Breite desselben erklärt werden. Dass Referent die Zellen bald in gerader, bald in schiefer Lage, und darum bald länger, bald kürzer gesehen habe, wie Borscow meint, muss Ersterer denn doch in Abrede stellen, da er einem so groben Irrthum nicht unterworfen zu sein glaubt. Was Borscow dagegen sagt, dass die relative Constanz der Riefenzahlen bei kleinen und grossen Schalen mit der Voraussetzung, die letzteren seien aus den ersteren durch Wachsthum hervorgegangen, unvereinbar sei, ist dem Referenten nicht ganz ver- ständlich geworden, so dass er auf das Original verweisen muss. Wenn Borscow endlich gegen die Zweischaligkeit der Membran Flögel's Abbildungen von Pleurosigma-Querschnitten anführt, so ist zu bemerken, dass einmal damals, als Flögel seinen Aufsatz schrieb, die in Rede stehende Hypothese noch nicht bekannt war, und dass andererseits von Müller (47, 22) ausgesprochen worden ist, dass diese Abbildungen nicht als durchaus genau zu betrachten seien. Tomaschek (54) hat, indem er des Referenten Beobachtungen über die Zweischalig- keit der Zellmembran bestätigt und die gegen die Annahme des Längenwach sthums der Bacillariaceenzelle beigebrachten Beweise für unläugbar erklärt, das Gesetz der Grössen- abnahme bei der Zelltheilung etwas präciser ausgesprochen. Während Referent die Grössen- verhältnisse der Tochterzellen nur für einige wenige successive Theilungen angegeben hatte, führt Tomaschek aus, dass sich dieselben nach dem Binomialtheorem für jede beliebige Anzahl von Theilungen entwickeln lassen. Die dabei beiläufig gemachte Bemerkung, die neu entstandene Scheidewand spalte sich in zwei Lamellen (58,274), steht mit dem von Borscow (6,23) bestätigten Beobachtungen des Referenten, wonach von Anfang an zwei ge- sonderte Schalen entstehen, in Widerspruch. Die von Weiss (60) und Castracane (11,9) aufgestellte Ansicht, die Zellmembran der B aciliar iaceen sei aus kleinsten, miteinander gewebeartig verbundenen Zellchen, die nach Weiss sogar Zellkerne haben, zusammengesetzt, bedarf wohl kaum der Widerlegung. Auch Borscow spricht sich (6.21) gegen dieselbe aus, und gerade bei Triceratium Favus, auf welches Weiss seine Hypothese vorwiegend gründet, ist inzwischen von Müller (47) vollkommen überzeugend nachgewiesen worden, dass es sich nicht um einzelne Zellen, sondern um nach aussen geöifnete Vertiefungen handle. Wenden wir uns nach diesen Erörterungen über den allgemeinen Bau der Membran zu der Structur derselben bei einzelnen Gruppen und Formen , so ist namentlich über die Naviculeen viel veröffentlicht worden, leider auch Manches, was nicht als ein Fortschritt angesehen werden kann. So finden wir bei Borscow zunächst die durch Querschnitte längst direct widerlegten Auffassung, als wären die neben der Längslinie und am Mittelknoten gelegenen Theile der Schale, selbst das Mittelband von Stauroneis verdünnte Stellen, während sie gerade am dicksten entwickelt sind, was auch Weiss (60,8) fand, der, wie früher Smith, beobachtete, dass diese Theile bei Behandlung mit Flusssäure sich zuletzt lösen. Schmidt (51) hält die Längsspalten der Naviculeen für immer durch eine feine Membran geschlossene Furchen vorzugsweise wegen eines Pleurosigma- Präparats, das zum Theil nur „innere Schalensubstanz und auf dieser keine Spur einer Mittellinie wahrnehmen lässt." Er erklärt dieselbe für ein „Wassergefässsystem" , wogegen Pfeffer (50) opponirt hat. Flögel (23) betonte, dass auf Collodiumabdrücken eine derartige Furche nicht nach- weisbar und dass bei Pleurosigma selbst eine starke, nach innen vorspringende Rippe vorhanden sei. Borscow erklärt sich, wie Schmidt, gegen das Vorhandensein durchgehender Spalten in der Membran. Seine Einwendungen stützen sich jedoch nicht auf bestimmte eigene Beobachtungen, sondern sind Deductionen aus den Angaben des Referenten über diesen Punkt, welche Borscow, wie es scheint, missverstanden hat. 28 ^gen. Was den sonstigen Bau der Naviculaceen-Schale anlangt, so bestätigte Borscow (6. 60 ff.) die von dem Referenten beobachteten eigenthümlicben Symmetrieverhältnisse und tritt auch hinsichtlich der Auffassung des Riefenbaus bei Pinnularia dem Referenten bei. Flögel (23) hat über die letztgenannten Verhältnisse Beobiichtungen mit Collodium-Abdrücken gemacht, aus welchen wohl eine Durchbrechung der Membran der vertieften Riefen, welche Flögel für nach aussen durch Membran geschlossen hält, nach innen hin angenommen werden darf. O'Meara (40,204) bestätigte, dass das von Schumann angenommene zweite Riefensystem der Pinuularien nicht existire. Ueber den Bau von Pleurosigma hat Müller (47) nach Einsicht der Flögel'schen Querschnittpräparate genauere Abbildungen gegeben. Müller spricht sich dahin aus, dass diese Querschnitte nicht beweisen, dass die von Flögel als Ursache der Sechsecke an- genommenen Kammern nach aussen geschlossen seien, sondern dass vielmehr ein Netzwerk voii Leisten, deren Vereinigungspunkte aussen knopfförmig verdickt sind, die Zeichnung bedinge. Auch die Erscheinungen, welche die Schale bei Ueberfiuthung mit stark brechenden Medien zeige, stimmten wohl mit dieser, nicht mit der Flögel'schen Auffassung , welche dagegen der Letztere dadurch stützt, dass nach seiner Angabe (23, 742) Collodiumabdrücke von Pleurosigma ganz glatt sind. Bei den mit zwei rechtwinklig sich kreuzenden Streifen- systemen versehenen Pleurosigmen schliesst Müller aus dem Querschnitt und aus üeber- fluthungsversuchen, dass die Sättel zwischen je zwei solchen Knöpfen in Richtung senk- recht auf die Raphe niedriger sind, als in der derselben parallelen Richtung. So erkläre sich auch, dass man in letzterer Richtung gewissermassen Fäden isoliren kann, und dass die Erfüllung der Hohlräume bei der Ueberfluthung parallel der Raphe in den Reihen vor- schreitet. (47, 637). Hinsichtlich der physiologischen Bedeutung der Pleurosigma-Zeich- nungen spricht Castracane die Vermuthung aus, dass durch derartigen Bau bei geringem Substanzverbrauch eine relativ grosse Festigkeit der Membran erreicht werde (11. 9). Borscow glaubt die Zeichnung von Pleurosigma auf Differenzirung von Areolen grösseren und geringen Wasser- und Kieselgehaltes zurückführen zu sollen (6, 54). Durch das Schwinden der ersteren Stellen könnten dann später auch Unebenheiten der Membran entstehen (6, 124). Die auf den Gürtelbändern der Naviculeen auftretenden Nebenlinien hält Borscow für verdickte Stellen der Membran von anderem Kieselgehalt (6, 57). Bei Achnanthes zeigten sie eine feine Querstreifung (6, 57), wie sie bei Pinnularia, Cymbella auf dem ganzen Mittelband vorkomme. Ueber Epithemia liegen Untersuchungen von Otto Müller (48) vor, nach welchem die sogenannten „Canaliculi", die nach ihm, wie nach Weiss (60) und dem Referenten, nach innen vorspringen, ziemlich weit in den Zellraum hineinragen, und ausserdem bei denjenigen Arten, welche auf den Gürtelbandflächen an den Enden der breiten Querrippen kopfförmige Anschwellungen zeigen, noch besondere innere, den Schalen annähernd parallele durch- brochene Diaphragmen vorhanden sind. Die inneren Ränder derselben tragen zahnartige einander gegenüberstehende Fortsätze, die sich jedoch nicht vollkommen erreichen (48, 70). Bei Synedra nimmt Borscow nach innen vorspringende, aus an einander gereihten prismatischen Körnchen bestehende Verdickungsleisten der Membran an (6, 54): die Durch- brechung der Flügelränder der Surirayen mittelst enger Spalten, wie sie Referent fand, stellt Borscow in Abrede (6, 56). Besonders eingehend sind dann noch einige Formen der centrisch gebauten Bacilla- riaceen untersucht worden, namentlich Triceratium Favus in einer vortrefflichen Arbeit von Otto Müller (46, 47), dessen Resultate von Flögel (23) bestätigt worden sind, und die entgegenstehende Auffassung von Weiss (60) als ganz irrig erscheinen lassen. Nach Müller und Flögel erhebt sich auf der Schale von Triceratium nach aussen ein System von schmalen Leisten, welche sechsseitige Felder begrenzen. Jeder Leiste ist dann am oberen äusseren Rande eine zweite senkrecht so aufgesetzt, dass beide zusammen im Querschnitt T artig erscheinen. Die oberen, der Schalenfläche parallelen Leisten umschliessen kreis- runde Oeffnungen. Der Grund der so gebildeten nach aussen offenen Hohlräume zeigt dann noch feine, von Müller für minder dichte Stellen der Membran gehaltene (47, 636) Algen. 29 Punkte, die in Reihen geordnet sind, welche nach dem Schalenrande schwach convergiren. Wo drei der zur Schalenfläche senkrechten Leisten zusammenstossen , findet sich noch je ein kurzer, nach aussen vortretender Dorn. Müller hat seine im Allgemeinen durch ver- schiedene Einstellung und Betrachtung der Schalen in verschiedenen Medien gewonnene Anschauung auch unmittelbar durch Beobachtung von Schalenquerschuitten bestätigt. Die an den Ecken der Schalen stehenden glockenförmigen Hörner werden bis zur Hälfte von dem immer niedriger werdenden eben geächilderten Leistensystem überzogen. Ihre Wand ist nach imten ziemlich stark verdickt, an der Spitze dünner und hier mit kleinen Dornen besetzt. Ob dieselbe durchbrochen sei, lässt Müller bei Triceratium un- entschieden, bezweifelt es aber bei Eupodiscus kaum. Das Leistensystem geht auch über die Ränder der Schale, wo es sich zu einem einfachen, von ovalen Oeifnungen durch- brochenen Grad erhebt, der nach Müller wahrscheinlich durch seitliche Verschmelzun? ursprünglich hammerförmiger Elemente entsteht. Diese Untersuchungen sind um so interessanter, als man wohl von dieser grossen, einfach gebauten Art wenigstens im All- gemeinen auch auf die feineren , noch nicht so genau erforschbaren Formen schliessen darf. Coscinodiscus gehört nach Flögel (23, 741) demselben Grundtypus des Baus an wie Triceratium, nur scheine es hier Formen zu geben, bei denen Uebergänge zum Geschlossensein der Oeifnungen stattfinden. Die Resultate, welche Stephenson (57) bei Coscinodiscus Oculus Iridis erhielt, würden mit Flögeis Angaben vollkommen übereinstimmen, wenn nicht Stephenson gerade der Innern Lage der Schale die Structur zuschriebe, die man nach Flögel bei den äussern erwarten sollte und umgekehrt. Nach Stephenson besteht nämlich die äussere Lage aus tiefen sechsseitigen »Zellen««, die ungefähr 1^2 mal so tief als breit sind und welche, nach den positiven Bildern zu schliessen , die sie von äusseren Objecten geben , entweder beider- seits oflen oder durch nahezu ebene Membranen geschlossen sind. Letzteres wird durch das Auftreten kleiner Vertiefungen im Grunde der Zellen, deren Rand ausgebuchtet er- scheint, wahrscheinlicher. Die innere Lage erscheint dagegen nach Stephenson als eine dünne in sechsseitige Areolen getheilte Platte, welche in der Mitte jedes Sechsecks eine kreisrunde Oeffnung hat. Slack (54, 124) giebt an, dass ihm derselbe Coscinodiscus wirk- liche Vertiefungen und ein wirkliches vorspringendes Leistensystem zeigte, beide aus kleinen kugeligen Körpern zusammengesetzt. Ueber Isthmia sagt Flögel (23, 741), dass der Querschnitt eine dünne Membran mit schwachen punktförmigen Erhebungen auf der Aussenseite zeige. Slack (54, 256) nimmt auch hier eine Zusammensetzung der Membran aus kleinen Kugeln an. Dieselbe Structur fand der Genannte bei Eupodiscus Argus, der nach Flögel (23) seinem allgemeinen Bau nach vielleicht auch noch zum Triceratium-Typus gehört. Die von Wells (61) gemachten Beobachtungen stimmen damit überein — der Letztere fand unregelmässig begrenzte Ver- tiefungen auf der Schale, welche durch eine Membran am Grunde geschlossen und durch Leisten getrennt sind, die am Rande rauh sind. Die Innenseite der Schale zeigte zahl- reiche runde Punkte. Ueber Omphalopelta und Aulacodiscus hat Kitton (33) einige Be- merkungen veröfi'entlicht , die auch hier auf das Vorhandensein zweier superponirter Platten deuten. Verlassen wir hiemit die Fortschritte, welche in unserer Kenntniss des Schalen- baus gemacht worden sind, und wenden uns zur Substanz der Schale, so ist auch hierüber Neues beigebracht worden. Weiss (60) giebt an, dass Schizonema und Synedra- Arten bei längerem Liegen in JodkaHum-Lösung , Achnanthes und Rhoicosphenia nach 48stündiger Behandlung mit Jodlösung die Cellulosereaction zeigten, indem die Membran sich bläulich, bläulichgrün oder blassrosa färbt. Bei den letztgenannten beiden Gattungen waren nur die innerste Lage und die einspringenden Leisten deutlich blau gefärbt, die äusseren gelb bis gelbbraim, als nähme die Infiltration mit Kieselsäure in den äussersten Membranschichten successive an Intensität zu. Bei Podosira fehlte die Kieselsäure stellen- weise ganz, bei Actinocyclus, Eupodiscus soll sie gewissermassen „die Cuticula des darunter liegenden Zellgewebes bilden" (60, 9). Weiss wie Borscow (6) sprechen stets von einer Imprägnation der Membran mit 30 ^^S^^' Kieselsäure, obwohl nocli gar niclit nachgewiesen ist, dass das Silicium gerade als solche in der Membran enthalten sei. Borscow zweifelt nur, ob die lüeselsäure ein- gelagert, oder chemisch mit der Cellulose verbunden sei (6, 66). Das von Kützing in den Bacillariaceen nachgewiesene Eisen kommt nach Weiss's Versuchen in der Membran und zwar als unlösliche Oxydverbindung vor, namentlich deut- lich bei Naviculaceen, Cymbellaceen , Nitzschia. Bei Melosira und Cyrabella fand Weiss mittelst Rhodankaliums dasselbe in gleicher Form auch im Zellinbalt. Den von Frankland angenommenen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Braunfärbung der Schalen beim Erhitzen und dem Eisengehalt hält Weiss für begründet (60, 10). Ferner theilt Castracane (11,8) mit, dass nach einer Analyse von Dupre in Pesaro mit Salzsäure und Salpetersäure behandelte und vollständig ausgewaschene reine Bacilla- riaceen die Silicate von Thonerde und Natron, wenig Eisensilicat und Spuren von Kalk-, Magnesia- und Kalisilikaten, sowie geringe Spuren von Phosphaten erkennen Hessen. Gegenüber den bisherigen Beobachtungen giebt Weiss (60) an, die Bacillai-iaceen- Schalen polarisirten das Licht. Castracane (11, 10) führt die Farben, welche Heliopelta und Omphalopelta nach ihm in stark polarisirtem Licht zeigen, auf eine Schichtung der Membran zurück. Den Brechungsindex der Bacillariaceen-Membranen fand Stephenson (57, 2) dadurch, dass er dieselben in Schwefelsäure bestimmter Concentration gerade verschwinden sah, zu 1,434, somit viel niedriger als beim Quartz. Um den festen Zusammenhang der bandförmigen Bacillariaceen zu erkläi'en, nimmt Borscow (6, 33) einen Verschleimungsprocess einer äussersten Zellhautlamelle an. Die Trennung der Zellen erfolge, wenn die Verschleimung bis zur Verflüssigung fortschreite. Auf denselben Process führt Borscow die Neigung lebender Bacillariaceen, sich mit einer bestimmten Fläche festzuheften , zurück (6, 40). Bei Cocconeis , Frustulia konnte er eine dünne gallertartige Hülle unmittelbar wahrnehmen. Aus derselben Gallerte bestehen nach Borscow auch die Fäden, an welchen bisweilen fremde Körper von bewegten Zellen nach- geschleppt worden (6, 42). Die Gallertpolster, Gallertstiele und -Röhren sieht Borscow gleichfalls als verschleimte Theile der Membran an. Als Auscheidungsproducte könnten sie nicht gelten, weil jene Gebilde organisirt und wachsthumfähig seien und weil dieselben oft eine nachträgliche Differenzirung ihrer Substanz zeigen. Aus dem Umstand, dass bei der Sporenbildung meist eine gallertige Masse aus den geöffneten Zellen austritt, schliesst Borscow, dass auch die innerste Lawelle kaum kieselhaltig und stark quellbar sei. (6, 65 ff.) Die Beobachtungen, welche Referent in seiner oben genannten Abhandlung über den inneren Bau der Zelle mitgetheilt hat, werden von 0,Meara (40) einfach referirt, von Borscow (6, 68) in den meisten Punkten bestätigt. Bei den Cymbellaceen fand Bors- cow vier Endochromplatten. Wahrscheinlich hatte er Zellen kurz vor der Theilung vor Augen, bei denen, was nicht normal ist, die Endochromplatten am Mittelknoten unter- brochen waren. Hinsichtlich der von dem Referenten gegebenen Darstellung des inneren Baus von Suriraya spricht Borscow einige Zweifel in Einzelnheiten aus (6, 79). Bei Synedra — die Art ist nicht genannt — weichen seine Angaben über die Theilung der Endochrom- platten von denen des Referenten ab, insofern nach Borscow die Endochromplatten zu- nächst auf die Gürtelbänder der Tochterzellen wandern und dort transversal in 4—6 Por- tionen sich zerklüften, deren jede sich dann longitudinal spaltet. Die über einander liegenden Portionen verschmelzen dann nach Borscow und gehen auf die Schalen der Tochterzellen über (6, 81). Bei Melosira vermisste 0,Meara (42) die vom Referenten an- gegebene strahlige Gestalt der Endochromkörner, welche in der That nicht immer vor- handen ist. Wenn Weiss (60) behauptet, das Endochrom der Bacillariaceen bestände aus „grösseren unregelmässigen Concrementen" oder komme als „krümliche Masse" vor, so hat er für diese Schlüsse gewiss keine lebenden Zellen vor Augen gehabt. An dem Extract der Bacillariaceen fand Weiss die Spectrallinien des Chlorophylls, sowie dessen Fluorescenz. Derselbe giebt ferner melirere Farbenveränderungen an, welche Algen. gl das Endochrom bei Behandlung mit verschiedenen Reagentien zeigt (60,34). Auch bei Borscow finden sich einige hierauf bezügliche Notizen (6, 68). Die Frage, oh sich die Endochromplatten activ bewegen, oder vom farblosen Plasma verschoben werden, beantwortet Borscow im ersteren Sinne, namentlich, weil bis- weilen Platten und farbloses Plasma sich gleichzeitig in verschiedenen Richtungen bewegten. Hinsichtlich der Bewegung der Zellen selbst betont Borscow, dass für das Fortgleiten derselben im Wasser es gleichgültig sei, welche Kante oder Fläche nach oben oder unten gerichtet sei, dass daher die Bewegung nicht als ein Kriechen aufzufassen sei. Vielmehr betrachtet Borscow die Bewegungen als durch Diosmose hervorgerufen, da weder die stoss- weissen Bewegungen durch ein Kriechen erklärt werden könnten, noch auch jemals eine Bewegung stattfände, wenn nur eine äusserst dünne Wasserschicht vorhanden wäre. Ausserdem sei das hervortretende Plasma, wie es namentlich Schnitze annehme, noch nicht direct beobachtet und könne , da die Membranen stets ringsum geschlossen seien, überhaupt nicht existiren. Ueber die Zelltheilung hat Borscow bei Navicula cuspidata und Melosira varians selbstständige Beobachtungen augestellt. Abgesehen von den durch seine Annahme der Einheit der Zellmembran herbeigeführten Abweichungen stimmt Borscow's Darstellung bei N. cuspidata mit derjenigen des Referenten bei N. ambigua überein. Nur scheint bei ersterer die Zerklüftung der Endochromplatten etwas später zu erfolgen (6, 85 ff.). Bei Melosira findet nach Borscow — abweichend von den Angaben des Referenten — die Bil- dung kleiner lutercellularräume zwischen den Rändern der entstehenden Tochterzellen schon beim Beginn der Einschnürung statt (6,88). Die Theilung des Kerns bestätigt Borscow, doch sah er sie nicht stets dem Beginn der Einschnürung der Zelle voraus- gehen (6, 89). Die bei der Auxosporen-Bildung beobachteten Vorgänge bringt Borscow in fol- gende Uebersicht: I. eine Mutterzelle, 1. directe Vei'jüngung einer Mutterzelle zu einer Auxospore a) innerhalb der alten Membran: Melosira. b) ausserhalb derselben: Orthosira, Cyclotella, Biddulphia, Achnanthes subsessilis. 2. Verjüngung einer Mutterzelle zu zwei Auxosporen: Rhabdonema. II. Zwei Mutterzellen, 1. directe Copulation: Cocconeis, Himantidium, Suriraya, Cymatopleura. 2. Berührung der ungetheilten Plasmakörper beider Zellen: Naviculaceae, Gomphonemeae. 3. Copulation von Tochterzellen der beiden Mutterzellen: indirecte Copulation a) illegitime, zwischen den Tochterzellen derselben Mutterzelle: Cocco- nema Cistula (nach Borscow), b) legitime, zwischen je zwei einander gegenüber liegenden Tochterzellen verschiedener Mntterzellen : Epithemia u. A. Aus eigenen Beobachtungen hat Borscow zur Auxosporenbildung von Melosira va- rians (Mai, Juni), Cocconeis, Cocconema Cistula (Juni), Cymbella affiuis, Amphora ovalis (Juli) Beiträge geliefert, üeber Cocconema Cistula ist ausserdem in dieser Hinsicht von Schmitz (53) eine ausführliche Darstellung gegeben worden. Die oben (1, 2, 3) citirten Notizen Archer's über Cocconema cymbiforme, Navicula serians und Stauroneis Phoenicen- teron bringen nichts wesentlich Neues bei, bestätigen jedoch, dass zwei Mutterzellen zwei Auxosporen bilden. Bei Melosira stimmt Borscow, gegenüber den Angaben von Lüders, Schmitz und dem Referenten darin bei, dass Copulationserscheinungen durchaus fehlen, und weicht seine Darstellung von der durch die genannten früher gegebenen nur unbedeutend ab. Bei Coc- coneis kommen Borscow's Beobachtungen mit den von Carter, Lüders und dem Referenten gemachten darin überein, dass hier eine wii-kliche Copulation stattfindet, aus der nach Borscow nur eine Auxospore hervorgeht. Hinsichtlich der Gattung Cocconema vertritt 33 -^Igei- Borscow mit Lüders gegen die gleich näher zu besprechende Darstellung von Schmitz, dass jede Mutterzelle ihr Plasma in zwei Portionen theile, die dann wieder zusammenfliessen sollen, ohne dass Borscow jedoch das Ijetztere direct gesehen hätte. Bei Cymbella affinis constatirte er nur, dass zwei Mutterzellen zwei Auxosporen bilden. Schmitz (53) stellt bei Cocconema jede Copulation entschieden in Abrede: nach ihm nähern sich die beiden Plasma- massen nicht einmal bis zur Berührung; es ist selbst gleichgültig für die Auxosporenbil- dung, wenn eine der beiden Zellen abstirbt, ehe sie noch ihre Schalen abgeworfen hat. Auch beobachtete Schmitz mehrfach, dass in einer Gallerthülle drei Zellen sich zu Auxo- sporen entwickelten und in einem Fall sogar, dass eine einzelne Zelle sich mit einer Gallert- hülle umgab und ihr Plasma zu einer ellipsoidischen Masse abrundete. Ein Perizonium ist bei Cocconema nach Schmitz vorhanden: durch Auflösung der Gallerthüllen werden die Erstlingszellen endlich frei. Bei Amphora theilt sich nach Borscow gleichfalls jede Mutterzelle der Quere nach in zwei Primordialzellen, deren jede dann mit der gegenüberliegenden Tochterzelle der an- deren Mutterzelle verschmilzt, was Borscow direct beobachtete. Seine Betrachtungen (6, 115), dass stets die rechte Schale abgeworfen werde, wenn die Mutterzellen sich öffnen, scheinen dem Referenten nicht zutreffend, da eine Amphora wohl ein vorn und hinten, aber kein oben und unten, also auch kein rechts und links unterscheiden lässt. Hinsichtlich der Weiterentwicklung der Auxosporen schliesst sich Borscow der An- sicht an, dass die Erstlingszellen sich einfach durch Theilung vermehren. Das Vorkommen von Schwärmsporen, in neuerer Zeit noch behauptet von Walz (59) und ebenso von Castracane (12, 12), hält Borscow für unbewiesen. Die von Castracane in dieser Richtung bei Striatella gemachten Beobachtungen sind auf Bewegungen des Plasmas, Bildung von Plasmafäden und Veränderungen in der Lage der Endochromkörner zurückzuführen. Von Schmitz (53, 226) wurde beobachtet, dass bei Cocconema Cistula kleine Zellen sich bisweilen mit Gallerte umgeben, als ob sie Auxosporen bilden wollten, dann aber sich mehrfach theilen und so eine besondere Art von „Cysten" entwickeln. Cleve (14, 9) sah in ei- ner grösseren leeren Schale von Biddulphia eine kleinere eingeschlossen, die er für eine Sporangial-Form hält. Vielleicht handelt es sich hier um zweimalige Membraubildung um dieselbe Plasmamasse, analog den Craticularzuständen anderer Formen. Der von Edwards erwähnte Dimorphismus von Bacillariaceen (18) beruht auf ein- fachen Species-Variationen. Vgl. dazu auch Q. J. of M. Sc. XH, p. 313. 3. Systematik. Wenn schon die Darstellung der Fortschritte in unserer Kenntniss des Baus und der Entwicklung der Bacillariaceen als absolut vollständig nicht betrachtet werden darf so gilt dies in noch höherem Maass von dem auf die Systematik bezüglichen Theile. Gerade die Hauptarbeit, eine von H. L. Smith veröffentlichte neue Anordnung der Bacillariaceen- Gruppen und Gattungen (55) war trotz aller Mühe nicht zu erhalten und hofft Referent nur das Versäumte im nächstjährigen Bericht nachholen zu können. So wäre nur zu berichten, dass Cohn (15), wie Borscow {Q) die Stellung der Bacillariaceen unmittelbar neben denDesmidia- ceen beibehalten haben, während Oersted die ersteren unter die Melanophyceae neben die Phaeosporeen, Ectocarpeen und Fucoideen bringt (49, 170j. Die systematische Anordnung der Bacillariaceen, wie sie Referent gegeben hatte, wird von O'Meara (40) einfach referirt, nur an einzelnen Stellen, so bei Frustulia, Anomoeoneis, Amphipleura äussert derselbe Bedenken. Den dort aufgestellten Naviculaceen-Gattungen fügt Cleve das genus Libellus (auf N. Libellus begründet) hinzu (14, 18). Die von Lang und Kitton über Smith's Conspectus gemachten Bemerkungen (29, 30, 31, 38) finden wohl am besten ihre Stelle bei einer späteren Besprechung der Smith'schen Arbeit. Von Gattungen, welche auf neuerdings erst aufgefundene Formen neu begründet wurden, sind zu nennen: 1. Actinogramma Ehrb. sehr nahe stehend Asteromphalus Ehrb. (22m, 277.) 2. Auricula Castracane, eine sehr räthselhafte, vielleicht als asymmetrische Amphiprora aufzufassende Form. (12, 21 Taf. VII. f. 2) Algen. 33 3. Lauderia Cleve, den Striatelleen nahestehend (13, 8 Taf. I. f. 7) 4. Mesasterias Ehrb., nahe verwandt mit Asteromphalus (22m, 277) 5. Moelleria Cleve, zwischen Eucampia und den Striatelleen stehend (13, 7 Taf. I. f. 6). 6. Symblepharis Ehrb., nach der Abbildung (22a, VI, 2 f. 9, 10) wohl. den Bid- dulphieen nahestehend. 7. Thalassiosira Cleve, wohl den Melosireen sich anschliessend. (14, 6 T. I. f. 1). An neuen Arten sind dem Keferenten die folgenden bekannt geworden. Bei den mit " bezeichneten ist bisher keine Abbildung, bei den ein f tragenden nur diese, keine Diagnose gegeben worden. 1. Achnanthidium arcticum Cleve 14, 25. 2. „ groenlandicum Cleve 14, 25. 3. Actinogramma Jupiter Ehrbg 22 m, 295, Abb. 22 a. IX. 3. 4. „ Saturnus Ehrbg „ „ 5. 5. „ Sol Ehrbg „ „ 6. 6. 5, Stella Ehrbg „ „ VI. II. 7. 7. „ Venus Ehrbg „ „ IX. 4. 8. Amphicampa aequatorialis Cleve 19, 12. 9. Amphiprora biseriata O'Meara 41, 23. 10. „ Diadema O'Meara „ 11. „ longa Cleve 14, 20. 12. „ membranacea Cleve 13, 12. 13. „ Nitzschia O'Meara 41, 22. 14. „ ? nitzschioides Cleve 14, 20. 15. „ rimosa O'Meara 41, 22. 16. „ sulcata O'Meara „ 17. Amphitetras? mammillaris Ehrbg 22 m 295, Abb. 22 a. IX. 9. 18. Amphora Eunotia Cleve 14, 21. 19. Asterolampra hexactis Ehrbg 22 m 295. Abb. 22 a. IX. 1. 2. 20. " Asteromphalus Jeffreysianus Castracane 9, 8. * 21. „ reticulatus Cleve 13, 5. 22. Aulacodiscus superbus Kittov 34, 205. 23. Auricula Amphitritis Castracane 12, 21. 24. t Campylodiscus aralensis Ehrbg 22 a. XII. I. 16. 25. t „ caspius Ehrbg „ XII. I. 11. 26. „ groenlandicus Cleve 14, 13. 27. „ polaris Ehrbg 22 m, 29G, Abb. 22, III. 5. 28. „ Sabinii Ehrbg „ „ 22, III. 6. 29. Chaetoceras aequatoriale Cleve 13, 10. 30. „ atlanticum Cleve 14, 6. 3L „ decipiens Cleve „ 32. „ distans Cleve 13, 9. 33. „ diversum Cleve „ 34. „ Impücans Ehrbg 22 m, 294, Abb. 22 a, VI. II. 3. 4. 35. „ javanicum Cleve 13, 10. 36. „ paradoxum Cleve „ 37. „ pelagicum Cleve 14, 6. 38. „ Ralfsii Cleve 14, 10. 39. „ secundum Cleve „ 40. Climacidium Monodon Ehrbg 22 m, 297. 41. „ Zygodon Ehrbg 22 m, 297, Abb. 22, II. 10. 42. Cocconeis arctica Cleve 14, 14. 43. „ decipiens Cleve „ 44. « glacialis Cleve „ 45. „ groenlandica Ehrbg 22 ni, 297, Abb. 22, III. 1. BotauiBcber Jahresbericht I. n 34 Algen. 46 ° Coscinodiscus ? annulatus Castracane 19, 7. 47] ^ caspius Ehrbg 22m, 297, Abb. 22 a, XII. I. 14. 4g crenulatus Castracane 9, 7. 49' " heteroStigma Ehrbg 22 m, 297 Abb. 22, II. 22. 50] '' Nebula Ehrbg 22 m, 297, Abb. 23 a. XII. I. 15. 51. Craspedodiscus Discoplea Ehrbg „ Abb. 22, II. 28. 52. Cymbella stauroneiformis Lagerstedt 37, 45. 53. Denticella mobiliensis Ehrbg 22 m, 297 Abb. 22 a, VI. II. 8. 54. Dicladia groenlandica Cleve 14, 12. 55. Diploneis mesolia Ehrbg 22 m, 298, Abb. 22, IL 1. 56. Fragilaria oceanica Cleve 14, 22. 57. „ pelagica Ehrbg 22 m, 298, Abb. 22, III. 10-11. 58. Glypbodesmis adriatica Castracane 13, 22. 59. Hemiaulus Heibergii Cleve 13, 6. 60. „ membranaceus Cleve 13, 6. 61. Hemidiscus inornatus Castracane 19, H. 62. t Insilella amphicentra Ehrbg 22 a. VI. II. 6. 63. „ ? tenuis Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22, IL 65. 64. „ ? verticillata Ehrbg „ „ 64. 65. Isthmia? vitrea Kitton 34, 206, 66. Lauderia annulata Cleve 13, 8. 67. ö Mastogloia costata O'Meara 45, 319. 68. Mesasterias Abyssi Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22 a. IX. 7. 69. Moelleria cornuta Cleve 13, 7. 70. Navicula arctica Cleve 14, 16. 71. „ bipunctata O'Meara 43, 286, 72. „ bisulcata Lagerstedt 37, 31. 73. „ Chimmoana O'Meara 43, 285, 74. % Clevei Lagerstedt 37, 34. 75. „ fasciata Lagerstedt „ 76. „ Gründleri A, Schmidt 52, 24. 77. „ intermedia Lagerstedt 37, 23. 78. ö „ Perryana Ritten 33, 9. 79. „ phyllophaena Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22 a, VI. HL 10. 80. „ plutonia O'Meara 43, 286. 81. „ polaris Lagerstedt 37, 26. 82. „ spiraüs O'Meara 43, 286. 83. „ Suluensis O'Meara 43, 285. 84. Nitzschia decora Eitton, 34, 206, 85. „ ventricosa Eitton „ 86. Pinnularia complanata Ehrbg 22 m, 299, Abb. 22, IL 54. 87. „ glacialis Ehrbg „ „ 57. 88. „ hyperboraea Ehrbg „ „ 61. 89. Pleurosigma longum Cleve 12, 19. 90. t Ponticella caspia Ehrbg 22 a. XII. I. 17. 91. Rbabdonema Torelli Cleve 14, 24. 92. Rhoicosigma arcticum Cleve 14, 18. 93. Stauroneis minutissima Lagerstedt 37, 39. 94. „ obtusa Lagerstedt 37, 36. 95. „ polymorpha Lagerstedt 37, 39. 96. „ undosa Ehrbg 22 m, 300, Abb. 22, n. 31. 97. „ Wittrockii Lagerstedt 38, 38, 98. Stauroptera neptunia Ehrbg 22 m, 300, Abb. 22, II. i5. 99. Stictodiscus Crozierii Kitton 34, 205. Algen. 100. t Symblepharis Clara Ehrbg 22 a, VI. II. 9. 10. 101. t Syndendrium brasiliense Ehrbg 22 a, VI. II. 13. 102 " Synedra Brebissonii Castracane 9, 13. 108. „ Thalassiothrix Cleve 14, 22. 104. Thalassiosira Nordenskiöldii üleve 14, 6. 105. Triceratium uebulosum Ehrbg^22m, 300. 106. Tryblionella conspicua Kitton 34, 207. 107. „ ? ovata Lagerstedt 37, 48. 108 t Zygoceras sigmoides Ehrbg 22 a, VI. II. 5. Die fettgedruckten Ziffern zeigen die betreffende Arbeit, di« kleinen Ziffffn' die Seita an. t 3. Terbreitung. Wir haben hier zunächst Ehrenberg's Studien über die Meerestiefgründe zu nennen, welche Alles zusammenfassen , was dieser unermüdliche Forscher in den Tiefen aller Meere an Bacillariaceen — und andern kleinen Organismen — beobachtet hat, und in welchen er weiteres Material aus dem atlantischen Ocean (meistens von der Kabellegung herrührende Proben), dem indischen Ocean, dem rothen Meer, Mittelmeer, dem schwarzen, asowschen und caspischen Meer, dem Aralsee, dem ochotskischeu, weissen und nördlichen Polarmeer, dem japanischen und chinesischen Meer und der Südsee veröffentlicht. Die Hauptliste, welche auch im Allgemeinen zum Nachschlagen für die von Ehrenberg aufgestellten Arten sich empfiehlt, da sie stets den Ort der Liagnose und Abbildung anführt, enthält nahezu 600 Formen von Bacillariaceen, obwohl Küstenformeu absichtlich fortgelassen sind. Eine Grundprobe des atlantischen Oceaus aus 2434 Faden Tiefe untersuchte auch Graf Castra- cane (9) und fand darin 40 Bacillariaceen-Arten , jedoch kein Anzeichen , dass eine derselben in der genannten Tiefe selbst gelebt habe. Speziell auf die Nordpolarzoue bezieht sich eine zweite Abhandlung Ehrenbergs, welche die von der zweiten deutschen Nordpolexpedition unter Kapitän Koldewey herrüh- renden Materialien behandelt, und in welcher 78 marine und 41 Süsswasserformen auf- geführt und zum Theil auch abgebildet werden (21, Taf. 2, 3). Aus derselben Zone liegen ferner Beobachtungen von Cleve (14) über die von mehreren schwedischen Expeditionen von Spitzbergen und Grönland mitgebrachten Materialien vor. Derselbe nennt, einschliesslich einiger früher von O'Meara beobachteter Formen, 181 Bacillariaceen aus dem arktischen Meere. Viele Arten sind den Tropen und dem Nordpolarmeer gemeinsam — als charak- teristisch für das Letztere nennt Cleve das Fehlen der sonst so häufigen *Achnanthes lon- gipes, Actiuoptychus uudulatus, *Suriraya lata, S. fastuosa, *Biddulphia pulchella, *Tri- ceratium Favus, von welchen die mit * bezeichneten auch von Ehrenberg dort nicht ge- funden wurden. Süsswasserarten von Spitzbergen hat dann ferner Lagerstedt (37) unter- sucht und in schwedischer Sprache beschrieben. (Vgl. den Bericht über die Fortschritte der Botanik in Schweden.) Aus der nördlichen gemässigten Zone veröffentlichte Hoffmann (28) Beobachtungen über die Bacillariaceen um Giessen , Hansen gab eine Liste der in Schleswig (26) und den dänischen Beilandeu (25), Sauter der im Salzburgischen (vgl. S. 4) vorkommenden Formen. Cohn (15) gab einige Notizen über das massenhafte Vorkommen von Bacillariaceen auf den Filtern des Breslauer Wasserhebewerks. Graf Castracane (12) publicirte eine Liste der an den dalmatischen und istrischen, Langenbach der an der sicilianischen Küste (39) vorkom- menden Ai'ten, während Brebisson (8) die im sogenannten Helmintochorton (kleinereu Tangen des Mittelmeers), Hauck die im Schleim des adriatischen Meers von ihm beobachteten For- men aufzählt (27). Aus den Tropen analysirte O'Meara (43) Material vom Sulu-Arcliipel, Kittou solches von der südamerikanischen Küste (30, 34) welches viele, bisher nur aus dem Guano bekannte Formen lebend enthielt, während Witt (62) Bacillariaceen der Südsee, Blake solche aus einer heissen Quelle (163'-' Fahr.) Califoruiens beschrieb (5), Babcock die Arten der Wasserleitung von Chicago untersuchte (4). Kiu Lager fossiler Bacillariaceeu wurde beschriebeu vou Guinard und Bleicher aws 36 Pilze. der Umgegend von Rom (24), sonst haben Edwards (20) auf ähnliche Vorkommen in Nord- amerika, Kitton (36) auf ein ausgedehntes Lager in Australien aufmerksam gemacht. Einzelne Bacillariaccen hat auch O'Meara (44) in dem sogenannten australischen Cautschouk (Cooron- gite) aufgefunden. Ueber die Vertheilung der Bacillariaceen nach den verschiedenen geologischen Perioden hat Ehrenberg eine Zahlenübersicht gegeben (22 a) , welche aber in ihren Ziffern auch wirkliche Infusorienformen mit umschliesst. Die Tabelle , welche Borscow (6, 29) über die Vertheilung der Bacillariaceen- Familien in Süss- und Salzwasser giebt , beruht auf unrichtigen Grundlagen , insofern sie nach Rabcnhorst's Flora europaea aquae dulcis et submarinae entworfen ist , die sehr viele eigentliche Mecresformen ausschliesst. So kommt es denn, dass Borscow gegenüber 10 Süss- wasser-Coscinodisceen nur G Formen dieser Familie aus dem Meer aufführt, während beispielsweise Ehrenberg's Liste schon allein 46 Arten von Cosciuodiscus nennt , wozu dann noch viele andere artenreiche Gattungen kommen. Die Gesammtzahl der in Europa gefundenen Bacillariaceen-Arten schätzt Borscow auf 1100, welche Zahl bei Weitem zu niedrig ist, wenn man die Meeresformeu hinzunimmt. Pilze. Referent J. Schroeter. I. Torbemerkungen. " Berichte über die neuerschienenen mykologischen Arbeiten sind lange Zeit von Herrn Professor H. Hoffmann in jährlich wiederkehrenden Heften mit solcher Vollständig- keit zusammengestellt worden, wie sie nur der erreichen kann, der die Gesammtliteratur des Gebietes auf das Sicherste beherrscht und dem alle einschlagenden Quellen reichlich zufliessen. Leider sind diese Berichte seit zwei Jahren nicht mehr erschienen, und es ist dadurch eine Lücke entstanden, welche die folgenden Referate vielleicht in etwas aus- füllen können. Gern hätte ich mich mit denselben unmittelbar an die erwähnten Arbeiten angeschlossen, der verfügbare Raum gestattete aber nicht, die vor dem Jahre 1873 er- schienene mykologische Literatur ausführlicher zu besprechen; einige früher publizirte Werke, welche in deutschen botanischen Blättern auch zuerst im vergangeneu Jahre an- gezeigt worden sind, habe ich nicht übergehen können. Von Prof. Hoffmann's mykologischen Berichten bin ich in Anordnung und Wiedergabe der Referate in zwei Punkten besonders abgewichen. Ich habe dieselben, soweit es möglich war, ohne die Berichte über die ein- zelnen Arbeiten zu zerreissen, nach dem Gegenstand, den diese enthalten, geordnet zu- sammengestellt, und habe die systematischen Schriften mit eingehenderer Ausführlichkeit besprochen. Die Absicht des vorliegenden Jahresberichtes ist es, keine Kritiken, sondern Berichte über die erschienenen Arbeiten zu geben. Um Erstere möglichst auszuschliessen und nicht in unnützes Aufzählen von Namen zu verfallen, schien mir eine umfangreichere Wiedergabe des Inhalts unerlässlich. Im Allgemeinen habe ich bei den Beschreibungen vermieden, durch referirende Umschreibungen den Schein selbstständiger Arbeit hervorzurufen, vielmehr habe ich die in den floristischen und systematischen Arbeiten neu aufgestellten Arten in den einzelnen Abtheiluugen am Schlüsse zusammengestellt, und die Diagnosen, soweit sie mir zugänglich waren, in abgekürzter Form beigefügt. Dass es gerechtfertigt ist, in einem Bericht über das Gesammtgebiet der Botanik so sehr ins Specielle zu gehen, glaube ich durch praktische Rücksichten vertheidigen zu können. Die Pilzkunde ist augenblick- lich in eine Entwickelung getreten, die, gegen frühere Jahre, weithin Theiluahme erregt. iDie vielfachen Formen werden genauer untersucht, und bei dem Maugel umfassender Pilie. 37 neuerer systematischer Werke, besonders solcher, welche die mikroskopischen Verhältnisse mit berücksichtigen, ist es natürlich, dass Jeder, der sich mit Untersuchung von Pilzen befasst; solche findet, die er nach den ihm zugänglichen Quellen nicht bestimmen kann und als neue Arten aufstellt. Durch Nichtbeachtung dieser Thatsache wird die Zahl der unnöthigen Synonymen fortwährend vermehrt werden, während es vielleicht möglich ist durch periodische Wiedergabe der neuaufgestellten Arten jedem Beobachter die ControUe zu erleichtern. Ich bemerke, dass ich fest überzeugt bin, dass der grösste Theil der in der diesjährigen Uebersicht als neu angeführten Arten, (wenigstens derer aus Deutschland) schon früher beschrieben gewesen ist. Für ein kleines Gebiet, das ich augenblicklich ziemlich genau übersehe, möchte ich dies z. B. behaupten: Von den 17 als neu auf- geführten Uredineenarten scheinen mir 9, also über die Hälfte, nicht für neu, oder nicht gut begründet, und ich erwähne dabei speciell, dass ich glaube auch die von mir auf- gestellte Pucc. Corrigiolae ist schon früher bekannt gewesen, da eine P. Corrigiolae D. C, wie ich später gefunden, schon von Wallroth citirt wird. Bei den Referaten habe ich die floristischen Arbeiten vorangestellt, weil in dem systematischen Theile öfter auf sie zurückgewiesen werden musste. Der Inhalt derselben lässt sich eigentlich durch kein Referat wiedergeben, denn in ihnen sind grade die Einzel- heiten das Wichtige. Selbst die dem ünbetheiligten vollständig gleichgültigen Namen- aufzählungen der in einzelnen Gebieten gefundenen Pilze sind oft dem Bearbeiter eines grösseren Werkes von Wichtigkeit; wir haben die Aussicht, die vielen Angaben über deutsche Localfloren in einer für die nächste Zeit verheissenen Ausgabe der Kryptogamen- flora Deutschlands von Dr. L. Rabenhorst verwerthet zu sehen. Ob es eine selbst- ständige geographische Vertheilung der Pilze gicbt ist bekanntlich manchmal aus mehrereren Gründen bezweifelt worden, erstlich darum, weil viele Pilze als Schma- rotzer eigentlich nur an die Verbreitung ihrer Nährpflanzen geknüpft sind, zweitens weil man viele Pilze so Aveit verbreitet findet, als man ihnen nur überhaupt nach- gespürt. Die Literatur dieses Jahres liefert für diese Fragen einige sehr interessante Be- obachtungen. Erstlich ist die Wanderung einiger Puccinien sehr bemerkenswerth. Pucc. Helianthi, die durch Woronin's Untersuchung schnell bekannt geworden , ist in langsamer Wanderung von Russland nach Westen zu begriffen, sie ist jetzt schon in Ungarn und Schlesien auf Helianthus anuuus, wo sie (wenigstens in Schlesien) vorher nicht beobachtet war, angetroffen, weiter nach Westen aber noch nicht vorgedrungen. Dagegen hat sich Pucc. Malvacearum Mont., die wie es scheint, erst seit Kurzem aus Chili in Europa ein- geführt worden ist, in überraschender Schnelligkeit während des vergangenen Jahres durch Spanien, Frankreich, England bis in das westliche Deutschland auf Malven, besonders Malva silvestris und Althaea rosea verbreitet. Andererseits hat uns das Ergebniss der letzten deutschen Nordpolexpedition die überraschende Thatsache zur Kenntniss gebracht, dass selbst im höchsten Norden Hutpilze, wie Amanita, Sphaeriaceen und Uredineen zur Reife kommen. Aus der südlichen Halbkugel werden indess einige neue Pilze bekannt gemacht, von denen wenigstens der Eine (Lysurus aus Patagonien) von den in unseren Breiten vorkommenden Pilztypen bedeutend abweicht. Das Bedürfniss, ein den Stand der gesammten Pilzkunden darstellendes Werk zu liefern, haben Griesebach und Reinke durch Uebersetzung des Oerstedt'schen Buches über Sporenpflanzen zu erfüllen gesucht. Für Viele wird dies erreicht sein, zumal die zugefügten Anmerkungen von Reinke die Ergebnisse der neueren deutschen Arbeiten zufügen. Füi' spätere Leser wird diese Doppelgestalt des Buches etwas störend erscheinen, der Haupt- werth wird wohl darin erhalten bleiben, dass die vielseitigen mycologischen Untersuchungen des verstorbenen Oerstedt , die in Deutschland im Original gar nicht verbreitet waren, hier wenigstens literarisch und auszugsweise mitgetheilt werden. Für Aerzte giebt E. H. Richter in Schmidt's Jahrbüchern eine Zusammenstellung der mycologischen Arbeiten, der neueren Zeit im Allgemeinen, und im Speciellen soweit es Mediciner interessirt. — Für Forstmänner hat R. Hartig in seinem Werke über die Krank- heiten der Waldbäume eine Uebersicht über die Hauptpunkte der Pilzkunde zusammen- 38 Pi^»e- gestellt. "Das Unfertige unseres Pilzsystems zeigt sich in den sich immer wiederholenden Vorschlägen zu seiner Verbesserung. In diesem Jahre hat Brefeld neue Ideen für ein künf- tiges Pilzsj-^stem mitgetheilt (96). Er gründet dasselbe auf Fruetification und Sexualität, d. h. auch oft auf das, was man darüber bei einzelnen Klassen vermurhet. Es dürfte z. B. (S. 61) noch nicht gewiss sein, dass die Schizomyceten keine Fruetification haben, und an- dererseits darf die Sexualität bei TJredineen und Hymenomyceten noch nicht sicher als be- kannt angesehen werden. Neu dürfte in diesem Systeme die Auffassung sein, dass die Cby- tridiaceen als Anhang zu den Peronosporeen gestellt werden, die Entomophthoreen und Ustilagineen, die als nahe Verwandte angesehen werden, als Anhang zu den Saprolegnieen. Von wichtigen systematischen Arbeiten über grössere Abtheilungen der Pilze, beziehungs- weise Monographien einzelner Gattungen möchten besonders Folgende zu erwähnen sein: Versuch eines Systems der Mycetozoen von J. T. Rostafinski (54), der Vorläufer eines umfassenden Werkes, dessen demnächstiges Erscheinen angekündigt ist. van Tieghem et G. Le Monier Recherches sur les Mucorinees (95). P. A. Karsten. Mycologia Fennica Pars I. (148), eine durchgearbeitete Systematik der meisten Ordnungen und Gattungen der Discomyceten. G. Winter. Die deutschen Sordarien (159). Wie nöthig solche monographische Arbeiten sind, um Ordnung in der Systematik zu erhalten, zeigt sich z. B. in dem kleinen Umstände, dass der Verfasser in dieser noch nicht lange bekannten Gattung 60 Synonymen für die 22 von ihm anerkannten Arten aufführen kann, — In Betreff der Specialarbeiten müs- sen die einzelnen Referate berichten. Vielleicht ist es aber für die Uebersichtlichkeit von Nutzen, den Inhalt einiger der hauptsächlichsten Arbeiten vorweg kurz zusammen- zustellen. Ich habe die Myxomyceten zu Anfang des Pilzsystems gestellt. Man wird sie wohl schwerlich an einer anderen Stelle des gesammten Systems der Organismen besser unter- bringen können, so lange man die Pilze nicht eben bedeutend enger begrenzt, als es selbst nach Ausschluss der Myxomyceten geschehen sein würde. Die Annahme des Voi'schlages von Famintzin und Woronin (5), diese Klasse ganz aufzulösen und die einzelnen Formen in die Pilzordnungen, welche ihre Fruchtträger nachahmen, zu vertheilen, würde die Pilz- systematik in die Anfangszeit ihrer Entstehung, wo nur der Habitus beachtet wurde, zu- rückführen. Der wesentliche Inhalt der Entdeckungen Famintzin's und Woronin's über Ceratium als Schleimpilz und über dessen Sporen- und Fruchtkörperbildung ist schon durch eine vorläufige Mittheilung im vorigen Jahre bekannt geworden. Dieses Jahr ist die ausführliche Darstellung der Untersuchungen erfolgt (55). Berichtiget wird dabei, dass der früher für Polysticta reticulata gehaltene Schleimpilz, Ceratium porioides Alb. et Schw. ist. Weitere Untersuchungen von Famintzin haben nun gelehrt, dass auch bei anderen Myxomyceten Fruchtkörper und Sporen in derselben Weise gebildet werden wie bei Ceratium, speciell also die Sporen nicht durch freie Zellbildung um vorhergebildete Kerne. Cienkowsky beschreibt einen sehr einfach organisirten Schleimpilz (60), der im Fructificationszustande nur aus Sporen ohne gemeinschaftliche Hülle besteht (Guttulina rosea), und einige neue Amöben, die gewissermassen den einfachsten Typus eines Schleimpilzes darstellen. Es scheint sich demnach eine immer engere Verwandtschaft der Myxomyceten mit den gewöhnlichen Amöben herauszustellen. Ich gehe nun zu den Arbeiten über Schizomyceten über. Für Begründung der Ver- wandtschaft zwischen Schizomyceten und Phycochromaceen bringt Prof. Ferd. Cohn, der überhaupt zuerst diese Verwandtschaft betont hat, neue Unterstützung, indem er in einer vorläufigen Mittheilung (61) zwei neue Spaltpilze beschreibt, die den Phycochromaceen- Gattungen Nostoc und Scytonema entsprechen. In demselben Aufsatze tlieilt er die That- sache mit, dass kuglige Gonidien (Dauersporen?) eine regelmässige Erscheinung im Ent- wickelungskreise der Fadenbacterien sind. Ich habe geglaubt, die Untersuchung Bechamps über Microzyma diesem Abschnitt des Berichtes einfügen zu müssen, da ich glaube, dass es sich bei denselben trotz B's. verschiedener Auffassung um Beobachtungen über Schizo- myceten handelt. Die neueren Untersuchungen über die Microzyma der Milch und deren freiwilliges Gerinnen (63), sowie die über Microzyma im Darmkanal und Verwandlung der^ Pilze. 39 selben zu Bacterien, können, glaube ich, bei unbefangener Auslegung sehr gut in diesem Sinne gedeutet werden. Dass Schizomyceten von den freien Oeffnungen der Körperhöhlen in diese eindi-ingeu, also hier von den Oeffnungen der Zitzen in die Euter, von Mund und After in den Verdauungscanal ist aus vielen Gründen nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Die Milch findet die Organismen, die ihre Gerinnung veranlassen, eben schon im Euter vor. Bei weitem die grösste Zahl der Arbeiten dieses Abschnittes ist durch die jetzt immer allgemeiner anerkannte Ansicht hervorgerufen , dass die Infections- krankheiten auf Einwanderungen von Schizomyceten zurückgeführt werden müsse. — Eine der wichtigsten Thatsachen zur Begründung dieser Lehre ist die Entdeckung des so bald nach derselben verstorbenen Obermeier über das Vorkommen spiraliger Fäden (Spiro- chaete) im Blute von Recurrensfieberkranken während des Fieberanfalls (79— 81). Die That- sache erscheint nach der Constatirung derselben durch viele genaue Beobachter, besonders auch durch die Bestätigung durch Prof. Ferd. Cohn (82) unzweifelhaft. Es scheint hier also eine Entdeckung gemacht zu sein, die sich an Wiclitigkeit der früheren Entdeckung der Milz- brandbacteridien durch Davaisne an die Seite stellen lässt. Von ferneren umfassenden Arbeiten sind die Untersuchungen von Klebs (74) über Culturen von Infectionsstcifen her- vorzuheben. Ich habe dieselben nicht im Original nachlesen können. Nach den Auszügen scheint es, dass K. Resultate erhielt, die zum Theil von den bis jetzt bekannten myko- logischen Thatsachen sehr abweichen. Mykrococcen gingen in den Culturen theils in Bacterien, theils in gelbe amöbenartige Gebilde „contractile Pigmentkörper" über. Die Resultate seiner Untersuchungen über Pyämie, die Birch-Hirschfeld in mehreren Aufsätzen mittheilt (77, 78) sind sehr übersichtlich. Er fand, dass man pyämische und putride Infec- tion streng auseinander halten müsse. Die verschiedenen Gruppen der als Phycomyceten zusammengefassten Organismen haben zu zahlreichen Aufsätzen, einzelne Abschnitte derselben zu grösseren monographi- schen Bearbeitungen, Veranlassung gegeben. Von M. Cornu ist eine Monographie der Saprolegniaceen erschienen (93), in welcher besonders die Kenntniss der als Schmarotzer in Saprolegnieen lebenden Chytridieen gefördert wird. Er bringt dieselben in 3 verschie- dene Gattungen und beschreibt mehrere neue Arten. Zur allgemeinen Stellung der Chytridieen bemerkt er, dass sie in ihren Jugendzuständen denen der Myxomyceten ähn- lich sind, und dass letztere in die Nähe der Chytridieen xu stellen sind. Die Dauersporen ist er geneigt für sexuell gebildete Sporen zu halten, durcli Copulation von Schwärm- sporen erzeugt, indess hat er dies nicht direct beobachtet. — Die Darstellung, die er von den Saprolegnieen giebt, ist besonders durch die eingehende Weise, mit der die bisherigen Kenntnisse und Ansichten über die Sexualität der einzelnen Arten wieder gegeben werden, interessant. Eine grössere Arbeit Pringsheim's (94) über Saprolegnieen bringt eine Fülle neuer und wichtiger Beobachtungen und Anschauungen. Der Befruchtungsvorgang erscheint als ein über die gewöhnliche Copulation hinausgehender Vorgang, zusammengesetzt aus einer Verbindung weiblicher Copulationswarzen mit den Antheridien. Die Erklärung für viele vorher missverstandene Vorgänge fand er darin, dass die Oosporen auch parthenogenetisch ohne Mitwirkung von Antheridien gebildet werden können. Die Anschauungen über das Verhältniss der Hefe zu den Mucoriueen haben in den letzten Jahren so viel gewechselt. 0. Brefeld stellt sie in einer neueren Arbeit (96) wieder als niederste Form in die Nähe der Mucoriueen. Seine Ansicht gründet sich be- sonders auf den Vergleich mit der sogenannten hefeartigen Sprossung von Mucor race- mosus, die er genau untersucht und in ihrer Bedeutung aufgeklärt hat, so wie auf die De- finition des Ascus nach den neuesten Forschungen, welcher die endogene Sporenbildung der Hefe ohne Mitwirkung von Ascogon und Pollinodium nicht entspricht. — Ueber die Wachsthumsverhältnisse der Hefenzelle selbst, ihre Verhältnisse zum Sauerstoff und zur Alcoholbildung hat derselbe an einem andern Orte (97) seine Untersuchungen veröffentlicht. Schliesslich muss hier noch eine grössere Arbeit von v. Trieghem und G. L. Monnier über Mucorinen genannt werden (95). Besonders aufzuführen aus derselben ist, dass Verfasser die Zygosporen von Phycomyces nitens auffanden, die sich im Allgemeinen wie die anderer Mucorineen verhielten, doch zwischen denen von Mucor Mucedo und i'iptoce 40 ^^«en. phalis etwa die Mitte haltend. Eigenthümliche verzweigte Fäden auf den Trägerzellen charakterisiren die Sporen, und in der ungleiclimässigen Ausbildung derselben macht sich eine schwache Differenz der beiden Copulationszellen bemerklich. Die Sporen von Chaeto- cladium und Piptocephalis betrachten sie als den übrigen Mucorineen analog in Sporangien gebildet, bei Ch. einsporig, bei Pipt. reihenweise. Die Arbeit enthält ausserdem eine Fülle einzelner Beobachtungen. Ueber die Entwickelung der Ustilaginneen haben die Untersuchungen von R. Wolf (103. 104) neue Thatsachen ergeben, die sich besonders auf die Einwanderung und auf das Vordringen des Mycels beziehen. W. fand, dass die Infection immer nur von einer bestimmten Stelle des ersten Scheidenblattes erfolgen kann, dass der Keimschlauch mit einem feinen Fortsatz die Zellmembran durchdringt, in der Zelle selbst den Inhalt derselben als eine Art Scheide vor sich herstülpt. Die weitere Verbreitung des Mycels erfolgt nicht nach der Continuität der Gewebe, sondern dadurch, dass es direct das Blatt quer durchsetzt, über den freien Zwischenraum auf das zweite Blatt überspringt, ebenso weiter bis zum Halm. Bei der Streckung werden die einzelnen Theile getrennt. Die Kenntniss der Uredineen ist besonders dadurch wieder etwas gefördert worden, dass einige weitverbreitete Arten als heteröcische Species erkannt wurden, die zu ihnen gehörige Aecidien wurden in gleichfalls längst bekannten Formen gefunden. Es sind Puccinia Caricis DC, deren Zusammengehörig- keit mit Aecidium Urticae Schum. wohl durch die sich ergänzenden Beobachtungen von Magnus (107, 108) und des Referenten (109) als gesichert anzusehen ist, und Uromyces Dactylidis Otth. durch dessen Uebertragung auf Ranunculas-Arten Referent (109) Aecidium Ranunculacearum DC. erzielte. Tulasne's haben ihre weiteren Erfahrungen über Tremellinen in einer zweiten Ab- handlung über diese Pilzklasse niedergelegt (122). Es werden einige neue Arten derselben bekannt gemacht, besonders interessant ist aber die Beobachtung, welche ich im vorigen Jahre hier ebenfalls machte, dass einige für Telephora bzgl. Corticium gehaltene Pilze ganz gleichen Fruchtbau wie die ächten Tremellinen zeigen. Es wird aus einer Uebergangs- form der Schluss gezogen, dass diese Arten von den wirklichen Corticien nicht zu trennen seien. Andererseits wird hervorgehoben, dass Hypochnus purpureus Tul. bei fadenartigem Gewebe ganz den Fruchtbau der Auricolarineen zeige, und auf dessen Analogie mit den Promycelien von Puccinia hingewiesen. Meiner Ansicht nach wird dieser Aufsatz dazu beitragen, die Klasse der Tremellinen in ilu-er j-^^zigen Pp'-'-änzung nnfzuheben. Die gallertartige Beschaffenheit des Fruchtkörpers ist nur eine habituelle Eigenthümlichkeit. Die jetzigen Tremellinen mit ihren nicht gallertigen Verwandten zerfallen in zwei weit- getrennte Gruppen, von denen die Eine: Auricularineen (Hypochnusus purp., Pilacre, Ptycho- gaster) in die Nähe der Uredineen, die Andern: Tremellacei, (Dacryomycetes) in die un- mittelbarste Nähe der Hymenomyceten zu stellen ist. Ueber die Entwickelung der Hymenomyceten sind einige neue Untersuchungen bekannt gemacht worden. Dahin sind besonders die von R. Hartig (32) über Agaricus melleus und Trametes pinl zu rechnen. Nach der Beobachtung, die er an dem Ersteren machte, würde die erste Anlage des Hymeniums bei den beschleierten Agaricineen nicht wie bei den Gasteromyceten im Innern der schon geschlossenen Fruchtkörper erfolgen, sondern noch vor der Ausbildung des Schleiers an einer nach aussen offenen Furche. In der Entwickelungsgeschichte von Trametes Pini, wie sie H. berichtet, ist besonders das selbstständige Wachsthum der die Fruchtschicht bildenden Hyphen im Gegensatz zu denen, welche den Fruchtkörper einschliesslich der Röhren bilden, neu. Die Rhizomorphen, so lange als steriles Mycel von Ascomyceten angesehen, werden mehr und mehr in den Ent- wickelungskreis von Hymenomyceten gezogen. Hartig führt den Nachweis, dass Rh. fra- gilis Roth als Mycelkörper zu Agaricus melleus gehört, Fuckel glaubt die Fruchtkörper der Rhizom. subcorticalis in einer neuen Nyctalis-Art gefunden zu haben, und Schnetzler erklärt es für wahrscheinlich, dass eine Rhizom. putealis der sterile und entartete Fracht- träger von Agaricus tubaeformis ist. Eine ganz neue Thatsache berichtet Fuckel. Er fand, dass ein Polyporus vor der Ausbildung der eigentlichen Hymenien ein reichfruchtendes Conidienlager entwickelte. Er hält den Zusammenhang und die Zusammengehörigkeit der Pilze. ' 41 beiden Fruchtforraen für ganz unzweifelhaft, da er selbst aber die Tbatsacbe nur in einem einzigen Falle beobachtete, bleibt es immerhin erwünscht, dass sie durch weitere Er- fahrungen bestätigt werde. F. hält auch die allbekannte Aegerita Candida für die Conidienform des ebenso häufigen Corticium lacteum Fr., die beide vielfach zusammen oder nach einander vorkommen und ein ganz gleiches Mycel besitzen. Von den Arbeiten über Gasteromyceten ist hier nur eine Untersuchung H. Hoff- mann's über Geaster coliformis P. zu erwähnen (144). Die morpholo.aischen Elemente des jungen und ausgebildeten Fruchtkörpers werden sehr genau mitgetheilt. Leider wurde das bei den Gasteromyceten so interessante Verhältniss von Sporen und Basidien nicht sicher ermittelt. Die grosse Abtheilung der Ascomyceten hat viele systematische imd floristische, aber nur wenige entwicklungsgeschichtliche Arbeiten veranlasst. Brefeld hat seine Untersuchung über Penicillium abgeschlossen und dieselbe ist augenblicklich bereits in ihrer Vollständigkeit veröifentlicht erschienen. Schon aus der im Jahr 1873 erschienenen auszüglichen Mittheilung (152) erfahren wir, wie B. Schritt fiU' Schritt und mit Sicherheit die Entwicklung von kleinen Sclerotien aus den Hyphen von Penicillium, durch Zusammentreten eines schraubenförmigen Ascogons und fädiger Pollinodien (geschlechtliche Generation), darauf in den Sclerotien die Bildung der achtsporigen Schläuche (ungeschlechtliche Generation), verfolgte. Aus den Schlauchsporen erzog er wieder Peni- cillium (Propagationsorgane). — Die Stellimg von Penicillium wird zwischen Tuberaceen und Eurotium gefunden. Eine eigenthümliche Abtheilung der Ascomyceten bilden die Laboulbeniaceen, die Peyritsch (156, 157) in älteren, Avohl jetzt aber erst bekannt gewordenen und in neueren, erst durch Mittheilung der Acad. der Wissensch. zu Wien angekündigte Untersuchungen, erforscht hat. Der Bau der schlauchführenden Perithecien schliesst sich an die der Eurotiaceen an, die Befruchtung erfolgt durch Berührung von Pollinodien und Trichogyne. Letztere wird nach der Befruchtung abgeworfen. Von den Arbeiten über Sphäriaceen ist hier nur die Untersuchung von Gibelli und Griffini über Polimorphismus der Pleospora herbarum aufzuführen (164). Das Resultat vorsichtiger Cultiu-en war, dass ein so weitreichender Polymorphismus, wie ihn manche Autoren diesem Pilze zuschreiben, nicht nachzuweisen ist. Selbst nicht alle die Formen, welche Tulasne's in den Kreis des Pilzes ziehen, sind mit Sicherheit als dahin gehörig, zu erweisen. Pleosp. herb, zeigte sich als zwei Formenkreisen angehörig, von denen für die eine, PI. Sarcinulae genannt, eine sarcineartige Conidienform, Macrosporium Sarcinula, und eine Pycnidenform : Phoma, für die andere nur eine Conidienform : Alternaria tenusis Nees. mit Sicherheit aufzufinden war. II. Floristisches. Nordpolarländer. 1. H. F. Bonorden and L. Fackel. Pilze, gesammelt aaf der zweiten deutschen Nordpolfahrt, (Die zweite deutsche Nordpolfahrt in den Jahren 1869 und 1870. II. Band I. Abth. Botanik S. 88-96.) Bonorden bestimmte die von der Expedition aus Ostgrönland zurückgebrachten Fleischpilze und konnte unter denselben Lycoperdon fuscum Bon., Lic. Bovista Fr. und Paxillus griseo-tomentosus Fr. sicher bestimmen. Nicht genauer zu bestimmen waren zwei rothsporige Agarici (A. sinuatus Fr.? und ein Ag. der Gruppe Leptonia), 1 Lactarius, 1 Ag. der Gruppe Clitocybe und 1 Psalliota (vielleicht Ps. campestris). — Ein in Südgrön- land gesammelter Pilz schien Ag. vaginatus Fr. zu sein. Fuckel bearbeitete die auf den gesammelten phauerogami sehen Pflanzen und Stämmen vorgefundenen Pilze. Er bestimmte 13 Arten: Melampsora salicina Tul. auf Salix arctica, Pleospora hyperborea n. sp., PI. arctica a. sp,, PI. paucitrichia u. sp., PI. Dryadis u. sp., PI. herbarum Tul., Polemonium 42 Pilze. humile, Sphaeria nivalis n. sp. , Sph. arctica n. sp., Ceratostoma foliicolum n. sp., Cytispora capitata (Valsae n. sp.), Phoma Drabae (Sphaer. n. sp.), Rhizomorpha arctica n. sp , Xylo- grapha arctica n. sp. Das Material, auf welchem die eiidophytisclien Pilze gefunden wurden, war nicht zu mykologischen Zwecken aufgenommen worden. — Ausser den aufge- führten Arten wurden noch viele unentwickelte Vorformen und Mycelien nachgewiesen. F. fielen bei den untersuchten Schlauchpilzen, die im Verhältniss zu den Perithecien meist sehr grossen Schläuche und Sporen auf, „ähnlich wie dem ersten Besucher der Alpen die grossen Bliithen der meisten Alpenpflanzen auffallen.** Finnland. (s. Nr. 148.) Norwegen. (s. Nr. 22.) England. 2. M. C. Cooke. British Fang!. (Grevillea Nr. 1—11). C. giebt in dieser Aufzählung eine Ergänzung zu seinem Handbook of British Fungi. Seit dasselbe erschienen, sind ihm noch 158 weitere Pilze in England vorkommend bekannt geworden, von denen kurze Beschreibungen gegeben werden. Neu sind davon: Protomyces Ari, Volutella roseolum, Peziza (Humaria) schizospora, P, stereicola, P. candi- data, P. flaveola, P. incarcerata, Sphaeria (Ceratostoma) crinigera, Ceratostoma Helvellae, Chaetomium griseum, Ch. funicolura. 3. Charles B. Plowright. Two species of Fungi recently observed in Norfolk. (Grevillea JI. S. 48). 1) Puccinia Asteris Fuckel auf Aster Tripolium (= Pucc. Tripolii Wallr. und nach dem Herausg. d. Grev. Pucc. asterum Schweiz.). 2) Macrospora Scirpi Fuckl. auf Typha (Grevillea II. S. 57). Labrella (Schizothyrium) Ptarmicae Desm. ist neuerdings in England gefunden worden. 4. C. Cooke. Spiiocaea pomi. (Grevillea IL S. 61.) Der Pilz ist in vergangenem Herbst in England sehr häufig aufgetreten und hat einige Ernten fast vernichtet. C. erklärt ihn für ausserordentlich ähnlich mit Cladospo- rium dendriticum, von dem er vielleicht nur eine Vegetationsform sei. 5. Fungus foray of the Woolhope Club. (Grevillea Bd. II. S. 96.) Aufzählung einiger für England neuer oder seltener Pilze, welche auf Excursionen des Field Club, eine Gesellschaft, welche sich bemüht, den essbaren Pilzen weitere Geltung zu verschaffen, bei Hereford gesammelt wurden. 6. M. J. Berkeley and C. E. Broome. Notices of British fungi. (Ann. and Mag. of Nat. Hist. Mai 1873.) Fortsetzung der von den Verfassern früher mitgetheilten Verzeichnisse brittischer Pilze, die Nummern 1385 bis 1401 umfassend. Darunter 20 neue Arten. (Nach dem Aus- zuge in Hedw. 1873 Nr. 11, S. 167—168). S. a. unter Nr, 22, 25, 27, 28, 118, 119, 127, 130-132, 145, 150, 151, 163. Frankreich. (Nr. 115—117, 143, 153.) Niederlande. 7. Dr. C. A. J. A. Oudemans. Aanwinsten voor de flora mycologica van Rederland. (Ne- derl. Kruidk. Archief. 2 B. I. Heft, 3 St. S. 252-267, Taf. VIII-XIII.) 8. Ders. Materiaux pour la flore mycologique de la Necrlande. (Archives Neerlandaise« T. Vni. p. 1—71. PI. IV— XIH.) Dem Verzeichniss der in Holland vorkommenden Pilze, welche Ou. im J. 1867 ge- geben, fügt er weitere 360, theils von ihm selbst, theils von Dr. Spr6e in H. neu aufge- Pilze. 43 fundener Arten hinzu. Die Zahl sämmtlicher aus Holland hekannter Pilze belauft sich jetzt auf 1846, nämlich 628 Hymenomycetes . 100 Gasteromycetes (darunter 63 Myxog.), 476 Coniomycetes (darunter 273 Sphaeronemei, Melanconiei, Torulasei), 181 Hyphomycetes, 18 Physomycetes (Antennariei, Mucorini), 443 Ascomycetes. — Als neue Arten werden auf- geführt: Stemonitis heterospora, Hendersonia Caricis, H. Typhae, Piggotia atronitens, Sep- toria Rhamni. Gloeosporium Lychnidis, G. Platani, G. Tiliae, Lecythea Phragmitidis, Pro- tomyces Calendulae, Cylindrosporiura Heraclei, Jsariopsis carnea; diesellien, sowie eine grössere Zahl anderer meist vom Verfasser in früheren Schriften aufgestellte Coniomyceten, sind ausführlich beschrieben. Auf den Tafeln werden Sporen und Schläuche von Como- myceten und einigen Ascomyceteu abgebildet. Deutschland. 9. Georg Winter. Verzeichniss der im Jahre 1869 in der Flora von Giessen gesammelten Pilze. (Bericht der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Giessen 1873. S. 46—58.) 164 Species, meist Pflanzeuparasiten mit Angabe ihrer Nährpflanzen und genauer Bezeichnung des Fundortes. 10. Derselbe. Mycologisohe Notizen. (Hedwigia 1873. Nro. 10. S. 145—147.) Mittheilung einer Anzahl interessanter mycologischer Befunde aus der Umgegend von Halle, Leipzig und Eisleben. Es wurden hier die meisten Sporormia-Arten, auch Sp. fimetaria De Not, und eine neue Art, der Sp. heptamera Awd. ähnlich, viele Ascobolus- Arteu, ein neues Eurotium (E. insigne Wint, zu welchem Gliocladium penicilloides Cda. gerechnet wird) , Melanospora Zobelii Cda. (auf Mist) , Gautiera morchellaeformis etc. ge- funden. Angefügt ist eine Notiz über Sphaeria caudata Currey. 11. Dr. R. Schmidt. Nachtrag, die Schwämme von Gera's Umgegend betreffend. (14. und 15. Jahresbericht der Ges. von Freunden der Natur in Gera. S. 20.) Eine Seite, grössere Pilze betreffend. Dr. Ascherson. 12. Otto Weberbauer. Die Pilze Nord-Deutschlands mit besonderer Berücksichtigung Schle- siens. I. Heft. Breslau 1873. Mit 6 col. Tafeln. Gr. fol. 10 S. Der Verfasser hat sich die Aufgabe gestellt, das Resultat seiner mycologischen Forschungen zur Begründung einer speciell schlesischen Pilzflora in ungezwungenen Heften, deren jedes Jahr wenigstens 2 erscheinen sollen, zu veröffentlichen. Das 1. Heft bringt 16 Arten von Peziza (darunter 3 neue Arten), 1 Verpa, 5 von Helvella, 3 von Morchella, meist grössere und noch nicht oder doch selten abgebildet, und was Zeichnung und Colori- ruug betrifft, vorzüglich wiedergegeben. Von mikroscopischem Detail sind Sporen und Schläuche mitgetheilt. Der Text enthält ausführliche Diagnosen, Synonymen und genaue Angabe der schlesischen Standorte. 13. Dr. Schroeter. Zusammenstellung der im Breslauer botanischen Garten beobachteten Pilze. (Bericht über die Thätigkeit der botanischen Section der Schlesischen Gesell- schaft i. J. 1872. S. 29-43.) Der mitten in der Stadt gelegene Garten besitzt eine reiche Pilzvegetation, die be- sonders dadurch von Interesse ist, dass sie ziemlich constant ist, sich leicht immer wieder auffinden lässt und damit leicht zugängliches Material für entwicklimgsgeschichtliche Unter- suchungen bietet. Alle Hauptklassen der Pilze sind hier vertreten, es werden 16 Myxomy- ceten, 16 Phycomyceten, 2 Ustilagiunen, 33 Uredineen, 2 Tremellaceen, 80 Hymenomyceten, 8 Gasteromycefen, 59 Ascomyceteu aufgeführt. Synchytrium Mercurialis und Syn. puncla- tum kommen in grösster Menge auf einzelnen Gruppen ihrer Nährpflanzen vor. Ustilago antherarum ist seit langen Jahren auf denselben Stöcken von Melandrium album beobachtet. Zahb-eiche Uredineen konnten in ihrer ganzen Entwickelung auf denselben Nährpflanzen verfolgt werden, z. B. Puccinia Menthae, P. Allii, P. Umbellifernrum, P. obtusa. — Viele zeigten sich dadurch interessant, dass sie auf fremdländische Pflanzen überwanderten, z. B. Uromyces appendiculatus , ü. striatus, ü. punctatus, Puccinia Allii, Menthae, Caryophyl- 44 Pilze. learutn. Roestelia cancellata fand sich reichlich auf Pirus Michauxii; diesen Bäumen gegenüber durch ein Wasser getrennt, stand einer Gruppe von Juniperus sabina. Prof. Goeppert bemerkt dazu, dass sich diese dicht mit Gymnosporangium bedeckt fanden, wo- durch der Juniperus abstarb ; hierauf blieb auch die Roestelia aus. Eine Ciavaria, wohl eine neue Species, fand sich jedes Jahr auf der Erde der Töpfe ein, in welchen Cibotium cultivirt wurde. Polyporus sulphureus fand sich nach Prof. Goeppert 3 Jahre lang au demselben Stamme ein. Im Winter 1871 wurde er durch Gefrieren bei einer Kälte von — 10" getödtet und kehrte nicht wieder. Ag. cirrhatus wurde aus dem auf Ag. fascicula- ris gebildeten Sclerotium fungorum reichlich gezogen. Hymenargium carneum und Hyme- nogaster Klotschii finden sich, wie in anderen botanischen Gärten, auch hier in Menge in den Gewächshäusern, auch Endogone macrocarpa, von Hoffmann bekanntlich als Conidien- form von Hymenog. Klotschii betrachtet, kommt vielfach vor, aber nicht auf dem Hymenog. entsprechenden Stellen. Von den zahlreichen Helvellaceen machte sich besonders Helvella elastica jährlich auf den Grasplätzen in Menge auftretend bemerklich. Von Sphaeriaceen sei Nectria Pandani erwähnt, die nach Prof. Goeppert auch im Winter 1871 wieder auftrat und einen Stamm von Carica hastifolia tödtete (S. denselben Bericht S. 2.), ferner eine auf AVeidenstämmen wachsende, noch nicht näher bestimmte Torrubia. S. a. unter Nr. 22, 23, 25, 26, 110-112, 120, 121, 155. Deutschland und Schweiz. 14. L. Fuckel. Symbolae mycologicae. Beiträge zur Renntniss der Rheinischen Pilze. Zweiter Nachtrag. (Jahrbücher des Nassauischen Vereins f. Naturk. Wiesbaden 1873. S. 1—99. 1 Taf.). Bekanntlich zieht Verfasser in das Bereich seiner Durchforschungen das ganze Stromgebiet des Rheines , von seinen Quellen an. Der jetzige Nachtrag zählt 180 seit 1871 in diesem Gebiet neu aufgefundene Arten auf, ausserdem werden viele neue^ Standorte der schon früher aufgezählten Pilze, und viele neue Beobachtungen über Wachsthums-Eigenthümlichkeiten und Fruchtformen mitgetheilt. Besonders sind diesmal einzelne Theile der Schweiz berücksichtigt, in denen der Verfasser selbst (St. Gallen, Graubündten) und Dr. Morthier (Neufchatel) eifrig gesammelt. Die neuen Arten und neuen Beobachtungen in diesem Berichte sind die bei den einzelnen Abtheilungen der systematischen Mykologie aufgeführten. Unter den Berichtigungen früherer Angaben ist die Revision der Myxomyceten von J. T. von Rostafinski besonders hervor- zuheben (S. 67—76), weil sie den Besitzern der Fuckel'schen Sammlungen durch R. be- bestimmtes Material sichert. S. 45 — 47 wird das Ergebniss einer Durchsuchung der Rhein- wälder bei Rüdesheim auf Trüffeln mitgetheilt. Die Expedition, vom Landrath des Kreises Rüdesheim angeregt, von der Regierung pecuniär unterstützt, fand unter Leitung des Verfassers und mit Zuziehung eines bewährten Trüffeljägers aus dem Amte Dillenburg, vom 6. bis 28. November statt. Es wurden nur auf dem linken Rheinufer einige Exemplare von Tub. aestivum gefunden. Verfasser legt den schlechten Erfolg nur zeitweiligen, un- günstigen Umständen zur Last. S. a. Nr. 23. Oesterreich-Ungarn. 15. Dr. H. W. Reichard. Miscellen. (Verhandl. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien 1872. S. 737—741.) 44. Ueber das Vorkommen von Exobasidium Vaccinii Wor. (im südlichen Böhmen) und von Calyptospora Goeppertiana Küehn (am hohen Priel) in Oesterreich. (45. Eine neue Polystictusart. P. Vitiensis von den Fidschi-Inseln.) (46. Ueber den Fundort von Heufleria alpina Awd. — Auf Bl. von Elyna spicata am Sanetsch-Pass in den Berner Alpen.) 47. Ueber das Vorkommen des Endophyllum Sempervivi Lev. in Nieder-Oesterreich- — Auf Semp. hirtum am Geissber^. Pilze. 45 16. Joseph Wallner. Beitrag zur Pilzflora Nieder ■ Oesterreichs. (Oesterreichische Bot. Zeitsclir. 1873. Nr. 9. S. 280-283.) Als Fortsetziuig früherer im Jahre 1871 i. d. Zeitschr. gegebener Verzeichnisse führt W. die Namen von weiteren 143 Pilzen auf, die grösstentheils bei Wien und Schott- wien gefunden worden sind. 17. Dr. J. L. Poetsch und Dr. K. B. Schiedermayr. Systematische Aufzählung der im Erzherzogthame Oesterreich ob der Enns bisher beobachteten samenlosen Pflanzen. (Wien 1873.) Es werden darin 1207 Pilze aufgezählt, die in Oesterreich ob der Enns bisher gefunden worden sind, darunter 24 Peronosporeen, 15 Phyllosticten , 15 Depaceen, 36 Aecidien, 40 Puccinien, 454 Hymenomyceten , 23 Gasteromyceteu , 2 Tuberaceen, 163 Pyrenomyceten. 173 Discomyceten. Sie sind grösstentheils von Dr. Schiedermayer, der die Pilze zusammengestellt, v. Heufler und Dr. Sauter aufgefunden worden. 18. Prof. Fr. Uazslinsky. Einige neue oder wenig bekannte Arten der Pilzflora des süd- östlichen Ungarns. (Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. Sitzung v. 4. Juni 1873. Separatabdr. 8 S.) Von bekannten Pilzen werden aufgeführt Agar, bombycinus Schaeff., A. (Panus) Sainsonii Lev, Polyporus frondosus (Schrank), dessen Exemplare in den Kerzesorer Alpen 30—50 Hüte entwickeln, Geaster rufescens, in Ungarn der verbreitetste Erdstern, Ustilago Ischaemi Fuck, Puccinca inquinans WH., Echinops banaticus, Uromyces apiosporus (ein neuer Name für Urom. primulae DC), Tilletia sphaex'ococca (Wllr.), Raphidospora disse- minans Rbh. auf Verbascum phlomoides, Pleospora pellita Rbh. auf Verbascum, Hender- sonia Zeae Gurr., Leptosphaeria complanata Tode, L. aquita an Grashalmen, Cucurbitaria elongata Tul., Valsa Vitis Fckl., Heterosphaeria Patella (Grev), Helotium fructigenum. Als neue Arten werden mitgetheilt und beschrieben: Rosellinia aspera, Pleospora Echinops, Didymosphaeria alpina, Rosellinia horrida, Myrmecium lophiostomum , Phacidiopsis alpina, Pyrenopeziza fusco-atra. Aus Gibbera Vitis Schulzer. wird eine neue Gattung : Echusias gebildet (Perithecia mycelio acolyto libere insidentia, sparsa vel gregaria, nunquam circa cytisporam efoetam Stromati imposita, nee stromati inclusa. Nucleus ascis et paraphysibus farctae. Asci sti- pitati polyspori. Sporae valseae. S. a. u. Nr. 22, 24, 25, 137, 138, 154. (S. Nr. 22.) Spanien. Italien. 19. Saccardo fungi veneti novi vel critici. (Nuovo Giomale botanico italiano dir. da T. Caruel. Vol. V. Nr. 4. Oct. 1873.) Diagnosen der neuen e. c. Arten, welche in des Verfassers zur Publication voi'- bereiteten Werke Specimen Mycologiae venetae enthalten sein wei-den. 20. Arcangeli. Sopra alcuni funghi raccolti in Livorno e nei sui cotorni. (Annah dei R. Instituti da marina etc. di Livorno p. 163—183. Livorno 1873.) S. a. u. Nr. 22, 139, 140. Nord-Amerika. 21. M. J. Berkeley Notices of North-American ftingi. (Grevillea 1873. Nr. 3—5, 10—18.) Fortsetzung der Aufzählung nordamerikanischer Pilze, in Annais of Nat. Hist. 1853 u. 1859 begonnen, die der Verfasser im Laufe der Jahre von Curtis zugeschickt er- halten hat. Bis jetzt führt er in dem vorliegenden Verzeichniss 627 Pilze auf, darunter 301 neue Arten. Es sind 448 Hymenomyceten (mit 206 neuen Arten), 34Tremellinen (dar. 14 neu), 47 Gasteronomyceten (19 neu), 65 Myxomyceten (35 neu), 33 Sphäropsideen (27 neu). Die bekannten Arten sind grossentheils dieselben, welche auch im gemässigten Europa vorkommen und schon in v. Schweiuiz: Synopsis fungor in Amer. bor. med. degentium 46 Pike. aufgeführt. Im Allgemeinen scheint die Pilzflora der nördlichen Staaten|der von Deutsch- land ausserordentlich ähnlich zu sein. Die der südlicheren Staaten weicht wohl schon mehr ab. Von hier stammen die meisten neu aufgestellten Arten, besonders auch einige mit einem von den von unseren Pilzen abweichenden Typus, wie Secotium, Mitremyces. Erfreulich ist es, aus der grossen Zahl derer, die fast aus allen Theilen (wenigstens dem Osten) der vereinigten Staaten Beiträge gesammelt, zu sehen, dass die systematische Pilz- kunde auch in diesen Ländern viele Freunde findet. Besonders treten die Mittheilungen des verstorbenen Curtis und die von Kavenel aus Süd-Carolina und Georgien hervor. Beide haben auch in Gemeinschaft mit B. einen Theil der neuen Arten bearbeitet, resp. beschrieben und benannt. Süd-Amerika. (S. Nr. 147.) Australien. (S. Nr. 15.) III. Sammlungen. 22. L Rabenhorst. Fungi earopaei exsiccati. Centuria XVII. (Dresdae MDCCCLCCIU.) Nr. 1601—1700 bringen von Myxomyceten 1, Chytridieen 4, Peronosporeen 2, Usti- lagineen 5, Uredineen 24, Hymenomyceteu 9, Discomyceten 17, Erysipheen 3, Sphaeriaceen 22. Protomyceten 2, Hyphomyceten, Sphaeropsideen , Sclerotien 11 Formen. Gesammelt sind dieselben von Rabenhorst, (b. Dresden) Delitzch, Winter (b. Leipzig), Kunze (b. Eis- leben), A. Braun (im Harz), Magnus (b. Berlin), Fischer (b. Stralsund), Rehm (in Franken), Kemmler (in Würtemberg), Jack, Schröter (in Baden), v. Niessl (in Mähren), Sauter (in Salzburg), Kiaer (b. Christiania), Broome (in England), Passerini, Carestia, de Cesati, Pedi- cino (in Italien), Loscos (in Spanien). Ein Inhaltsverzeichniss der Sammlung ist mit- getheilt in Hedwigia 1873 Nr. 9 und 10 S. 139—144 und 149-153. Als neu sind 17 Arten aufgestellt: Synchytrium fulgens Schrt., Synch. Bupleari Knze., Ustilago intermedia Schrt., Puccinia Corrigiolae Schrt., Pucc. Stachydis Passeri., Pucc. Berkeleyi Passer., Uromyces Rabenhorstii Kunze, Dothidea Amorphae Rbh., Cuburbitaria nigrella Rbh., Sphaeria invo- lucralis Passer., Melogramma Jackii Rbh., Peziza aureüa Rbh., Protomyces Limosellae Knze, Protomyces? filicinus Niessl, Diplodia Linariae Rbh., Dipl. Tamaricis Rbh., Depacea Pini A. Br. — Den neuen Arten sind meist ausführliche Beschreibungen, vielen auch er- läuternde Zeichnungen von Schläuchen und Sporen beigegeben, auch bei anderen interes- santen Formen sind Bemerkungen über die Entwicklungsgeschichte zugefügt. 23. L. Fuckei. Fungi rhenani exsiccati. (Fascic. XXV et XXVI. Hortrihiae 1872.) In dem 2. Nachtrag zu des Herausg. Symbolae mycologicae sind die in dieser Sammlung, die jetzt bis auf Nr. 2600 fortgeschritten ist, neu aufgestellten Arten beschrie- ben. In Nr. 27 der Bot. Zeitg. 1873 werden die Namen dieser Formen mitgetheilt. 24. F. V. Thümen. Fungi austriaci exsiccati. (Teplitz.) Diese schnell fortschreitende Sammlung österreichischer Pilze ist gegenwärtig schon bis zur Nr. 1000 gelangt, alle Familien der Pilze sind reichhaltig in ihr vertreten, am reichsten, wie wohl in den meisten Exsiccatensammluugen blätterbewohnende Pilze: Peronosporei, üstilaginei, Uredinei, Eryspheen, Sphaerellen, Depacea-, Septoria-Arten u. s. w., aber auch die Uymenomyceten sind durch circa 180, die Gasteromyceten durch 6, Helvella- ceen und Phacidiaceen durch circa 50 Nununern vertreten. Den grössten Theil dieser Pilze hat der Herausgeber selbst in Nieder-Oesterreich und Böhmen gesammelt, es erhöht aber gerade die Manigfaltigkeit der Sammlung nicht wenig, dass verschiedene namhafte Mykologen Oesterreichs und aus den verschiedensten Theilen des Staates Beiträge geliefert haben: Heufler aus Tyrol. Juratzka, Rössler, Leitgeb, Waller und Boller aus Nieder-Üesterreich, Stojtzaer aus Slavonien, Sauter aus Salzburg, Kirchner und Eichler aus Böhmen, Schieder- mayer aus Oberösterreich, Tauscher und Kalchbrenaer aus Ungarn, Lojka und Barth aus Filze. 47 Siebenbürgen, Bei-rayer aus Steyermark.^Es folgt schon aus dem|ümfange . den die Samm- lung gewonnen liat, dass sie zahlreiche, seltene ^und interessante Arten enthält, in den letzten Lieferungen wurden einige neue Formen aufgestellt, es sind: Melasmia Berberidis Thm. et Wint., Cytispora Hypophaes Thm., Puccinia australis Krnk., Coleosporiuui Tele- kiae Thm., Pleospora Rudbeckiae Kirchn., Rhaphidospora Betonicae Kirchn., Sphaeria Echii Kirchn., Septoria Hellebori Thm., Phyllosticta 'Calami Thm., Marasmius Kirchner! Thm., Sphaeria Eupatorii Kirchn., Sphaerella Cicutae Kirchn., Septoria Althaeae Thm. 25. F. V. Thümen. Herbariam mycologicam oeconomicum. Die für die Land-, Forst- und Hauswirthschaft , den Gartenbau und die Industrie schädlichen, resp. nützlichen Pilze in getrockneten Exemplaren. Die Sammlung ist bis jetzt zu 150 Nummern vorangeschritten. Sie umfasst Pilze aus den verschiedensten Famihen, grösstentheils Schmarotzer unserer Kulturpflanzen, aber auch andere dem in dem Titel ausgedrückten Programme entsprechende Pilzformen, z. B. Sacharomyces-Arten (worunter Sachar. Pasteurianus Rees), Botrytis Bassiana Balz, essbare und schädliche Hymonomyceten, z. B. Ag. campestris, Merulius lacrimans F., u. s. w. Unter den Pflanzenschmarotzern sind mehrere neue Pilzarten aufgestellt; Ustilago Sorghi Passerini, Hypoderma macrosporum Hartig, der^ Erzeuger der Fichtennadelbräune , Ustilago Crameri Körnike, ein Brandpilz auf Kolbenhirse , Puccinia Endiviae Passerini , Uromyces Trigonellae Pass., Asteroma vini- perda Thm., ein ne«er Schmarotzer des Weinstocks, nach Angabe des Herausgebers wohl kein Asteroma, aber ein Pilz. — Ausser dem Herausgeber selbst haben Heldreich (aus Griechenland), z. B. Uredo Sorghi Pass., Dr. Fauscher (aus Ungarn), z. B. Pucc. Helianthi Schwz., A. Boller, Dr. Rössler, J. Walluer und J. Juratzka (N. Oesterreich), Dr. Schneider (Schlesien), F. Körnicke (Rheinpreussen) , Dr. Sorauer (Schlesien), Ferd. Cohn (Schlesien), Prof. G. Passerini (Parma), L. Kirchner (Böhmen), G. Winter (Sachsen), P. Magnus (Berlin), J. E. Vize und C. B. Plowright (England), Behrens (Lübeck), R. Hartig (Prov. Brandenburg, Parasiten der W^aldbäume), J. Paul (Mähren), Beiträge für die Sammlung geliefert, und gerade durch diese Betheiligung von verschiedenen Gegenden her wird ihre Mannigfaltigkeit erhöht. Den Exemplaren sind häufig Bemerkungen über Nutzen oder Schädlichkeit der betreffenden Pilze beigefügt. 26. Rehm. Ascomyceten (fasc. lU. und IV. Nr. 101—200). Verzeichniss des Inhalts in Plora 1873 Nr. 13, 28, S. 207, 208, 447, 448. Neu sind davon: Ciboria pseudotuberosa Rehm, Helotium Rhododendri Rehm, Dasyscypha late- bricola R., D. fuscosanguinea R., Pezizella tyrolensis R., Blitridium Arnold! R., Stictis foveolaris R., Sphaerella arenosa R., Melanconis alniella R., Tapesia maculavs R., Peziza rosea R., P. spicarum R., P. calycioides R., Pezizella Aconit! R., Melanomma Rhododendri R., Rhaphidospora compressa R., Rh. Echii R., Leptorchaphis accrina R. Die Sammlung ist durch den Herausgeber Dr. Rehm in Windsheim (Bayern) zu beziehen. 27. Charles B. Plowright. Sphaeriacei Britannici (London 1873). 100 Soecies. Ein Nameusverzeichniss derselben findet sich in Grevillea II. S. 58— üO und Hedwigial873 Nr. 7, S. 100, 101. 28. J. E. Vice. Fangi Britannici. 100 Arten, Uredineen, Mucedineen und Erisipheen (Angezeigt in Grevillea II. S. 78). 29. £. W. Arnold!. Sammlang plastisch nachgebildeter Pilze. (Mit Beschreibung. 3te Lieferung. 12 Stück. Gotha.) IV. Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. 30. i. Griesebach and J. Reinke. A. S. Oersted's System der Pilze, Lichenen and Algen. (Aus dem Dänischen, Leipzig 1873.) Pilze 91 S. mit 50 Holzschnitten. A. Griesebach hat Oersted's im Jahr 1871 erschienene Schrift „Lövsporenplauterne" aus dem Dänischen übersetzt, und J. Reinke hat diesen Text durch Ergänzungen aus neueren, namentlich deutschen Arbeiten erweitert. Dadurch ist ein Werk entstanden, 48 Pil«e. welches eine Uebersicht geben soll, geeignet, in das fcJtudium der kryptogamischen Gewächse und besonders auch in das der Pflanzenkrankheiten einzuführen. Der Inhalt ist aus zwei ganz geschiedenen Theilen zusammengesetzt, der Bearbeitung des Oersted'schen Textes und den Zusätzen von Reinke. Ersterer ist keine reine Uebersetzung des erwähnten Originals, sondern dasselbe ist nach einer den "Verfassern von Oersted handschriftlich mitgetheilten Bearbeitung der Pilze erweitert, theilweise auch, im Ausdruck und durch Weglassung ei- niger, wie Verf. hervorhoben, für irrig gehaltener Einzelheiten, abgeändert. Der im Jahre 1872 erfolgte Tod Oersted's lässt es besonders werthvoU erscheinen, dass seine Ansichten über das System der Pilze, wobei seine persönlichen Forschungen besonders berücksichtigt wurden, freilich in sehr zusammengedrängter Form, vorgelegt werden. Er theilt die Pilze in I. Schleimpilze Myxomycetes. IL Eigentliche Pilze Mycetes. III. Phycomycetes. — I. Von den Schleimpilzen wird die Entwicklung und die Charakteristik einiger Genera kurz mitgetheilt. — 11. Bei den eigentlichen Pilzen werden die Formen des Mycels {Sclerotium stercorarium Mycel von Coprinus niveus, Sei. durum von Peziza clavata), die perennirenden Fruchtträger (wozu die von Polyporus asquamosus gerechnet werden, die 7 Fuss im Um- fang und 30—40 Pfund Gewicht erreichen sollen), Sporenbildung und Copulation, Sper- mogonien , praktische Wichtigkeit , besprochen. Sie werden eingetheilt in 1) Eypodermü 2) Ascomycetes und 3) Basidiomycetes. — Verhältnissmässig ausführlich werden die 1) Hypodermii (auf 19 S.) besprochen, und dabei des Verfassers Arbeiten über Roestelia und Phelonitis hervorgehoben. Der Schaden, den die Pilze durch perennirendes Mycel veranlassen (Peridermium Pini, dem die Entstehung der Hexenbesen zugeschrieben wird, Podisoma, Puccinia Tragopogonis, Anemones, Adoxae etc.), oder dadurch, dass die Sporen alljährlich massenweise wiederkehren (Beschädigung der Birnbäume auf Seeland durch Roestelia nach der Einführung von Juniperus Sabina) wird besprochen. In diese Klasse werden a) Brandpilze (Ustilagineae) und b) Rostpilze (Uredineae) gestellt. Die Aeci- dienfrüchte der Letzteren werden als Sporocarpien bezeichnet. Als schädlichsten Rostpilz führt Oe. die Puccinia straminis den „Weizenrost" an, der sich auf die Spelzen und das Ovarium des Weizens verbreitet und Verschrumpfen der Körner veranlasst. — Im Jahre 1862 soll der Schaden, den der Rost in Dänemark herbeiführte, mehrere Millionen Reichs- thaler betragen haben. 2) Die Scblaachpilze (Ascomycetes) werden in A. Gymnoasci (hierzu Gymnoascus, Taphrina, Exoascus und Endomyces), B. Mehlthaupilze ; Erysiphei (hierher auch Eurotium gerechnet.). C. Kernpilze (Pyrenomycetes), D. Scheibenpilze (Discomycetes) , E. TrülETeln (Tuberacei) eingetheilt. — Von dem über die Erysiphei Augeführten mag erwähnt sein, dass E. communis auch die Getreidearten angreift (Oidium Tritici.). — Die Schilderung der Befruchtung ist nach de Bary's Forschungen, die Eintheilung der Untergattungen von Erysiphe nach Leveille gegeben. — Bei den Pyrenomyceten wird die mannigfache Bildung von Knospensporen, die für einige Formen nachgewiesene Befruchtung und die von Oe. selbst beobachteten und als männliche Befruchtungsorgane aufgefassten kugelförmigen Zellen am Ende von Zellfäden erwähnt und einige Gattungen nach den Systemen von Fries, Tulasue und Nitschke kurz charakterisirt. — Die Discomyceten werddR in a) Phaci- diacei, b) Discomycetes genuini (aa. Sphaerioidei , z. B. Tympanis, bb. Pezizei, cc. Tre- melloidei), c) Disc. hymenomycetoidei (Helvellaeci) eingetheilt und die Hauptgattungen be- schrieben. 3) Die Basidiomycetes werden als die vollkommensten Pilze angesehen. Die Sporen werden zu 4 oder mehr (bis zu 8 bei Geaster) von der Basidie abgeschnürt. Das Sporo- carpium bildet sich in Folge einer Befruchtung. Sie werden eingetheilt in A. Exobasidiei. B. Bauchpilze (Gasteromycetes) : a) Eigentliche Bauchpilze (Lycoperdacei). b) Becherähnliche Bauchpilze (Nidulariacei), wozu auch Sphaerobolus gerechnet wird), c) Hutpilzähnliche Bauch- pilze (Phalloidei). C. Gallertpilze (Tremeiliui). D. Hutpilze (Hymenomycetes) : a) Keulenpilze (Clavariacei). b) Rindenpilze (Thelephorei). c) Eigentliche Hutpilae (Hymenophorei). Hier wer- den überall Gattungen und Untergattungen durch Aufführung ihrer morphologischen Merkmale beschrieben. Vollständigkeit ist dabei wohl weder in der Aufzählung noch in der Beschrei- bung beabsichtigt worden. — III. In der Abtheilimg der Phycomycetes werden Mucorineae . PiUe. 49 2) Perenosporeae (nach der in dem Werk festgehaltenen Schreibweise), 3) Saprolegniaceae und 4) Chytridiaceae besprochen, und gewisscnnaassen als Anhang zu den Ersteren, die krankheitserregenden Pilzformen: Entomophthora, Achoriou e. c, die Gährungspilze und Schizomyceten behandelt. Keinke hat in kurzen Bemerkungen dem Oerstedt'schen Text einige Erläuterungen eingefiochten, die durch ein besonderes Zeichen [] als solche kenntlich gemacht sind. 31. R. Hartig. Vorläufige Mittheiluogen über Parasiten der Waldbäame. (Bot. Zeitg. 1873 Nr. 23. S. 353-357. 32. R. Hartig. Wichtige Krankheiten der Waldbäume. (Berlin 1874. 127 S. mit 160 Zeichnungen auf 6 Doppeltaf.) Der vorläufigen Mittheilung des Verfassers über einige der wichtigsten durch Pilz- parasiten veranlasste Krankheiten der Waldbäume ist noch im Jahre 1873 das Werk ge- folgt, welches die Untersuchungen ausführlich bringt. Da ein eingehendes Referat über dasselbe in einer anderen Abtheilung dieses Berichtes (Pflanzenkrankheiten) erfolgen soll, genügt es hier, den mykologischen Inhalt kurz mitzutheilen. Zunächst giebt Verfasser auf 11 Seiten eine zur Orientirung für practische Forst- leute bestimmte Uebersicht über die Wachsthumsverhältnisse der Pilze , wobei die zu dem später folgenden Text gehörenden Zeichnungen als erklärende Beispiele benutzt werden. Es werden darauf folgende Pilze mit den von ihnen hervorgerufenen Krankheiten be- sprochen : 1. Agaricus (Armillaria) melleus L, Der Hallimasch, Erzeuger des Harzstickens, der Harzüberfülle, Wurzelfäule oder des Erdkrebses der Nadelhölzer. H. findet, dass Rhizomorpha fragilis Roth, als Mycelkörper zu diesem Pilze gehört, sowohl in ihrer rinden- bewohuendeu, als in ihrer unterirdischen Form (s. a. Nr. 124), er beschreibt ihre Ent- wicklung wesentlich übereinstimmend mit De Bary, während er zuerst den Zusammenhang der Rhizomorpha mit Ag. melleus auffand. — Die junge Rhizomorpha hat einen dem reifen Fruchtträger gleichen Geruch und phosphorescirt im Dunkeln auf weite Entfernung hin kenntlich. Die Entwicklung des Hutes erfolgt ebenso wie bei den nicht verschleierten Agaricineen; es bildet sich am oberen Theile des jungen Fruchtkörpers eine anfangs offene Ringfurche, die erst später durch die nachwachsenden Hyphen des Schleiers überzogen wird. Im Hymenium stehen neben den Basidien meist kleinere Zellen, die wohl nur ver- kümmerte Basidien sind, sie verlängern sich zuweilen und bilden dann die PoUiuarien Hoffmann's. Lässt man einen Schnitt durch das Hymenium in Wasser liegen, so keimen sowohl Basidien als sogenannte Pollinarieu oft zu ein bis ilrei Keimschläuchen aus, die Septirung und Schnallenzellen zeigen können. Die Sporen sah H. einmal bald nach der Reife keimen, in späteren Versuchen konnte keine Keimung mehr erzielt werden. An Laubhölzern, wo der Pilz ebenfalls sehr häufig ist (besonders an Rothbuchen), lebt er nur als Saprophyt und wird nicht gefährlich, an Nadelhölzern (vielleicht auch an Prunus- Stämmeu) tritt er als ächter Parasit auf und veranlasst direct das Erkranken und Ab- sterben. Die Art, wie dieser Angrift' erfolgt, wird genau verfolgt. 2. Trametes Pini Fr., Erzeuger der Rothfäule, Rind-, Ring- oder Kernschäle der Kiefer. Die Krankheit ist verschieden von der Rothfäule der Fichte. Das Mycel des Pilzes tritt als fädiges, im Innern der Holzzellen vegetirendes Geflecht oder in Gestalt grösserer verfilzter Pilzkörper und Pilzhäute auf. Die Fruchtkörper treten immer nur an verletzten Stellen der Aeste zu Tage, weil das Mycel nicht in den Splint eindringt. Die alten Fruchtträger wachsen periodisch dadurch nach, dass sich die Hyphen an ihrer Spitze, die oft abgebrochen imd von dem jungen Faden durchsetzt wird, verlängern, und so eine neue Schicht bilden. Ein Alter von 50—60 Jahren ist sehr oft mit Sicherheit für einen Fruchtkörper nachzuweisen. Die Basidien bilden sich erst im etwas cacli oben gelegenen (mehrjährigenj Theile der Fruchtröhren. Die basidientragenden Hyphen wachsen in den Röhren von oben nach und vex-stopfen dadurch schliesslich den oberen Theil derselben. Botaniseher Jahresbeiicht I, /J. 50 Pzbe- Das Mycel greift die Holzzellen an, und verwandelt es in feines trockenes Mehl, im Holze entstehen förmliche Löcher und Höhlungen u. s. w. 3. Trametes radiciperda R. Hartig n. sp. Bei vielen plötzlich abgestorbenen Bäumen, Laubbäumen wie Nadelholz, fand sich an den Wurzeln ein bisher unbeschriebener Pilz, dem Verfasser das Absterben der Bäume zuschreibt. Oft sitzen die Fruchtkörper 1—2 dm. unter der Erde an Seitenwurzeln, weit entfernt vom Wurzelstock. Sie sind gelblich-weiss und haben einen von Trametes Pini verschiedenen Bau. 4. Aecidium (Peridermium) Pini Pers., Erzeuger des Kiefernadelrostes, des Krebses, Brandes oder der Räude der Kiefer und des Kienzopfes. Die Spermogonien , bisher nicht näher untersucht, bilden flachkegelförmige Erhabenheiten, die später mit einem Längsrisse aufbrechen, die Spermatien abschnürenden Hyphen entspringen aufrecht von einem flachen Pseudoparenchym, und neigen sich mit ihren Spitzen an einander. Sie wurden auch in der Rindenform (an einem Aste von Pinus Strobus) gefunden. H. neigt sich der Ansicht zu, dass die Rinden bewohnende Form und die Nadeln bewohnende selbstständige Arten sind. 5. Caeoma pinitorquum A. Br. Der Kieferndreher. Das Mycel, im jungen Rinden- parenchym, auch wohl im Bastkörper und in den Markstrahlen sich intercellular verbreitend sendet kurze Fortsätze (Haustorien) in die Zellen. Die Spermogonien sind im Mai und Juni anzutreffen. Sie liegen zwischen Cuticula und Epidermis und bestehen aus kegelförmig zusammengeneigten, sehr langen Hyphen, an der Spitze Spermatien abschnürend. Die Caeoma-Lager werden in der zweiten oder dritten Reihe der Parenchymzellen gebildet. Die Sporen werden reihenweise abgeschnürt und sind anfangs durch platte Membranlamellen getrennt. — H. konnte die Keimung der Sporen nicht künstlich erzielen, fand aber einmal gekeimte Sporen in der Nähe der Sporenlager auf der Rinde. 6. Caeoma Laricis R. Hartig. Der Lärchennadelrost ; eine neue Rostform, die an den Nadeln der Lärche, wie es scheint, noch selten auftritt. Spermogonien, denen von Periderm. pini gleich gebildet, gehen voran. Die Uredolager treten fast nur auf der Unter- seite der Nadeln auf. Die Sporen werden in kurzen Ketten abgeschnürt, durch kleine Membranlamellen von einander getrennt. Im Umfange des Lagers stehen sterile Basidien. Einzelne Stromata sind ganz steril, nur von Basidien (Paraphysen) gebildet. 7. Peziza Willkommii R. Hartig. Der Lärchenrindenpilz. Der Pilz, welcher nach Willkomm's Untersuchung die Krankheit der Lärche veranlasst, ist nicht, wie dieser an- gegeben, Corticium amorphum, auch nicht, wie später Hoffmann verbesserte, Peziza calycina Schum. auf Abies, sondern ein, der Letzteren zwar selu' ähnlicher, aber durch bedeutendere Grösse der Sporen und Schläuche unterschiedener Becherpilz ; P. Willkommii n. sp. 8. Hysterium (Hypoderma) macrosporum R. Hartig. Der Fichtem-itzenschorf, Er- zeuger der Fichtennadelbräune, Nadelröthe und Nadelschütte. — Der Pilz wurde bisher für identisch mit Hyster. nervisequium DC. auf Weisstannen angesehen, unterscheidet sich aber durch die Grösse der Sporen. Den Perithecien gehen kleine Organe voran, Spermo- gonien (?), die keine Decke haben und kleine elliptische Spermatien an der Spitze aufrechter Hyphen bilden. Die Paraphysen in den schlauchführenden Perithecien schnüren an der Spitze ebenfalls stäbchenförmige Organe ab. Die Schlauchsporen sind mit einer Gallert- hülle umgeben, durch deren Aufquellen wahrscheinlich der Schlauch zerreisst. Sie keimen bald nach dem Austreten. 9. Hysterium (Hypoderma) nervisequium DC. Der Weisstannenritzenschorf, Er- zeuger der Weisstannennadelbräune und Nadelschütte. 10. Melampsora salicina Lev. Der Weidenrost. Das Mycel wandert selbst aus den Blättern in die Rinde und veranlasst Absterben der Zweige. Die Infection der Blätter von Salix acutifolia durch die Uredo-Sporen von derselben Weide ist H. ausnahmslos geglückt, etwa am achten Tage zeigten sich auf den inficirten Blättern die neuen Uredo-Häufchen. Doch schlugen Infectionsversuche von Uredo-Sporen auf Salix acutifolia, auf zahlreiche andere Weideuarteu, fehl. Pilze. 51 32b, Dr. W. Ahles. Vier Feinde der Landwirthschaft. Wandtafeln der Pflanzen- krankheiten. Diese Pflanzentafeln sollen einige der bekannteren parasitisch lebenden Pilze ver- anschaulichen, die den Entstehungsgrund für die Kartoffelkrankheit, das Mutterkorn, den Rost des Getreides und die Traubenkrankheit abgeben. Jede Tafel ist 58 Centimeter hoch und 75 Centimeter breit. 33. Dr. H. E. Richter. Die neueren Kenntnisse von den krankmachenden Schmarotzer- pilzen. 4. Artikel. (Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin. Bd. 159. 1873. Nr. 8. S. 1G9-218.) Verfasser giebt eine Uebersicht über die in den Jahren 1871 bis 1873 erschienenen mykologischen Arbeiten, soweit sie für den Arzt von Interesse scheinen. Eine Uebersicht über die allgemeinen Sätze der Mykologie ist besonders nach der oben citirten Bearbeitung des Oerstedt'schen Handbuches zusammengestellt. Der Stoff ist in folgende Abschnitte ge- ordnet: Die Kryptogamenkunde. — Pilzkunde im Allgemeinen. — Vorkommen, Allgegen- wart der Pilze. — Physiologisches, Lebensbedingungen der Schmarotzerpilze. — Hefen und Gährungen. — Infection, Contagium, Miasma. — Hören wir auch einen Gegner. — Zur Forschungsmethodik. — Specieller Theil: A. Menschenkrankheiten. B. Thierkraukheiten. C. Pflanzenkrankheiten. — Schutz und Heilung. Verfasser äussert sich dahin, dass er alles zusammenstellt mit dem Bestreben, jedem Einzelnen sein Recht und seine Gedanken möglichst unparteiisch zu wahren. Im Eingange wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Lehre von den krankmachenden Schmarotzerpilzen in den letzten zwei Jahren in eine ganz neue Phase getreten ist, indem die pathologischen Anatomen in Masse zu ihr übergetreten sind. 34. Dr. K. H. Hoffmann, lieber den Gährungsprocess vom medizinisch-chemischen Stand- punkte. (Mittheilung des ärztlichen Vereins zu Wien. 1873. Mai, Juni, Bd. II. Nr. 10, 11, 12.) Uebersicht über die verschiedenen Gährungstheorieen. — Verfasser entscheidet sich für die katalytische Theorie nach Berzelius (cit. aus Richter Nr. 33. S. 188). 35. Dr. A. Coulier. (Gaz. hebd. 1873. Nr. 30—32.) Kurze Geschichte der Gährungslehre. Er unterscheidet Bier-, Butter-, Essig-, Wein- säure-Gährung durch organisirte Fermente verursacht, wogegen Glycose-Gährnng durch organisirte Fermente bedingt sei. (Richter. S. 187.) 36. W. G. Schneider. Die in und an Insecten schmarotzenden Pilze. (Jahresbericht der Schi. Gesellsch. für vaterl. Cultur. 1872. Breslau. 1873. S. 17G— 182.) Als Schmarotzerpilze auf Insecten werden aufgeführt und besprochen: Botrytis ßassiana. — Isaria farinosa; J. strigosa. — Cordyceps militaris; C. cinerea; C. entomorrhiza ; C. Robertsii; C. sphecocephala; C. myrmecophila. — Melanospora parasitica. — Empusa Muscae; E. radicans; E. Aulicae. — Tarichium sphaerospermum ; T. Aphidis. — Laboulbenia Muscae; L. Nycteribiae; L. Nebriae. 37. F. H. Salisbury. Vegetations found in the blood of patients suffering with Erysipelas (Zeitschrift für Parasitenkunde 1873. S, 1—5.) Bericht über vier Fälle von Erysipelas. Bei dem Ersten fand er im Fibrin des frischen Blutkuchens Mycelfäden und eben solche, in dem frisch entzogenen Blute, in einem gut verschlossenen Gefässe bei 75" Fh. ausgesetzt, als ein Penicillium, dessen Fruchtäste zu 4 von dem Fruchtträger abgingen »P. quadritidum« fructificirend. In einem zweiten Falle fand er im Blute die Sporen eines Fusisporiums, ähnlich dem auf Kartoffeln, im dritten Falle die von Peronospora infestans, im vierten wieder Penicillium quadritidura. Dazu T. 1 f. I, 38. Dr. Gustav Weisfiog. Beiträge zur Kenntniss der Filzeinwanderung auf die mensch- liche Haut. 111. Artikel. (Zeitschrift für Parasitenkunde 1873. S. 12-32.) Der Verfasser behauptet L, Impetigo ist eine Mykose und schliesst dies daraus, dass 52 ^il«e- die Krankheit durch blosse Anwendung pilztödtender Stoffe in sehr kurzer Zeit heilt, hei Anwendiuig anderer Mittel einer unbestimmt langen Zeit bedarf. II. Das Eccem im Sinne Hebra« sei ebenfalls eine Mykose. Er findet in demselben, nachdem das Product mehrere Tage mit Kalilauge behandelt worden, Pilzelemente in Hefeform >vom punktförmigen Mikrococcus aufwärts bis zur Zelle mit deutliciiem Kern«, oft hängt an den Zellen ein punktförmiges Tochterzellchen. Aus den Sporen erzog er sehr verschiedenerlei Pilze, die Taf. II. F. 1—5 abgebildet werden. Er schliesst dai'aus, dass Eccem ein Sammelbegriff für ähnliche, aber durch verschiedene Pilze veranlasste Affectionen ist. Ernst Hallier, Notizen zu den Zeichnungen , welche die Arbeit des Herrn Dr. Weis- flog begleiten , nach von ihm eingesendeten mikroscopischen Präparaten (dessen Zeitschrift S. 44—47). Er erklärt die erste Form, F. 1 für einen Mucor, ungefähr wie Mucor Mucedo. F. 2 für eine Stachylidium- oder Acrostalagmus-Form. F. 3 für eine Stachylidium-, F. 4 für eine Schizosporangium-Form, etwa der Gattung Stemphylium entsprechend, F. 5 ebenso, nur grösser. 39. Ernst Hallier. Eine leue Krankheit der Kartoffel. (Zeitschrift für Parasitenkunde S. 48-55.) Die Kartoffeln werden von einer krebsartigen fressenden Krankheit befallen. Es zeigt sich an ihnen ein filziges purpurrothes Mycel und schwarze Pünktchen. Letztere sind Sclerotien. Die Mycelfäden dringen nicht durch die Oberhaut, das Innere der Kartoffel ist in Fäulniss begriffen »überall finden sich ungeheure Massen von Mikrococcus«, theil- weise in Theilung, theilweise zu kleinen Mycelfäden ausgewachsen. Die Sclerotien bilden ■ich unter der Oberhaut und überall, wo sie sich finden, vegetirt das Mycel auch unter der Oberhaut, ohne jedoch tiefer in die Kartoffel einzudringen. — 40. Ernst Hallier. Die Parasiten der Infectionskrankheiten. Fortsetzung. (Zeitschrift für Parasitenkunde S. 56—60.) Weitere Mittheilungen über den Typhus-Parasiten : Hefeartige Zellen aus Urin von Typhuskranken keimen und bilden Cladosporium herbarum. — Der Parasit einer milzbrand- ähnlichen Krankheit: Mikrococcus, grössere hefeartige Zellen, die sehr schnell in ein My- cel auswachsen. Schliesslich nach langer Zeit bildete sich ein Ustilago, der U. interrupta genannt wird. — Zur Texas-Rinderpest: Es wurden dieselben Resultate wie früher er- halten. 41. J. B. Schnetzler. De la resistance des Champignons de la levure et des moisissores anx agents chimiques et physiques. (Bulletin de la Societe Vaudoise des sciences na- turelles 20 S. Vol. XI. Nr. 68. Lausanne 1873 p. 342—346.) In Fruchtsäften, welche auf 100** C. erwärmt waren, bildete sich doch Schimmel. Most, der bei einer Winterkälte von 15—160 mehrere Tage gefroren gewesen, gährte nach dem Aufthauen langsamer, aber vollständig aus. Hefe wurde zerrieben und zu einer gährungs- fähigen Flüssigkeit gesetzt. Nach 48 Stunden trat Gährung ein (bei Zusatz gewöhnlicher Hefe nach 3 Stunden). Einzelne Hefezellen waren lebend geblieben. Die Wirkung einiger chemischer Stoffe auf Schimmelsporen und Hefe stellte sich folgendermassen heraus: Alko- hol tödtet frische Hefe durch Wasserentziehung, trockene Hefe nicht. Einprocentige Lösung von unterschweflichtsauren Natron, Chininlösung verhinderten Schimmelbildung nicht. Ein Procent Carbolsäure verhindert jede Gährung und Schimmelbildung. 42. C. Trommer. (Industriebl. 1873 Nr. 21.) Verfasser bemerkt, dass die Zellen der Hefenpilze, die Keimkörner oder Sporen anderer niederer Pilze (Rost , Brand) selbst durch anhaltendes Kochen oder durch die Ver- dauung nicht zerstört werden, sondern unverändert mit den Darraexcrementen abgehen (z. B. die Hefepilze der Schlempe). Er schliesst daraus , dass die sehr dünneu Wandungen dieser Zellen aus einer andern als der gewöhnlichen Cellulose bestehen (c. u. Richter Kr. 33, S. 183). Pilxe. 5S 43. Hermann Werner. Verhalten einiger Säaren znr Tegetation der Schimmelpilze. (Archiv der Pharmacic. Juni 1873. S. 522—527). Bericht über die Thätigkeit d. bot. 8ect. der Schi. Ges. 1873 S. 4-7.) In einer Lösung von Oxalsäure fanden sich grosse Massen von Schimmel vor. In einer frischbereiteten Lösung der Säuren (0,4 in 1000 Theilen destillirteu Wassers) stellte sich bald wieder Schimmelbildung ein, die in fünf Wochen die Oxalsäure vollständig ver- zehrt hatte. Kalkwasser brachte keine Trübung hervor, es war also weder Oxalsäure noch Kohlensäure vorhanden, beim Verdampfen der Lösung blieb kein Rückstand. — In Lösungen von Bernsteinsäure und Citronensäure (1 : 1000) entwickelte sich ebenfalls Schimmel, zehrte aber die Säuren nicht ganz auf. — In Gerbsäure- und Weinsteinsäure-Lösuugen von gleicher Concentration stellt sich nur geringe, in solchen von Benzoesäure und Pyrogallus- säure gar keine Pilzbildung ein. 44. J. C. Blass. üeber Schimmelbildong in den wässrigen Lösangen der organische! Sauren. (Archiv der Pharmazie. October 1873. S. 306 — 314.) In Citi'onensäure bildete sich ein Schimmel, der bei schwachen Lösungen nicht an die Oberfläche kam, liei specifisch schwereren Lösungen an die Oberfläche trat und fructificirte , in Lösungen von mehr als 20 Procent Säure sehr abnahm. Verfasser nimmt an, dass die Sporen des Schimmels innerhalb der Fäden des Mycels kettenartig gebildet wurden. Oxalsäure, in Lösungen von 1 — 10 auf 100 Theile Wasser begünstigte ebenfalls Schimmelbildung. Die Säure wurde durch den Pilz vollständig verzehrt. Bernsteinsäure und Weinsteinsäure verhielten sich ähnlich, sie wurden durch den Schimmel nicht voll- ständig zersetzt. Verfasser nimmt an, dass Oxalsäure in wässerigen Lösungen auch ohne Schimmelbildung zersetzt wird, und dass die andern angeführten Säuren nur desshalb nicht vollständig verzehrt wurden, weil die dichte Schimmelbildung eine schützende Decke gegen Einwirkung der Luft auf die Säure gebildet hatte. 45. W. G. Schneider (Bericht über die Thätigk. der bot. Sect. der Schles. Gesellschaft. 1873. S. 9.) berichtet über einen rothen Farbstoff, welcher in einigen Pilzen vorkommt, aus einer Ciavaria (Cl. grisea?) und Ilelvella esculenta Hess sich derselbe durch Glycerin, Wasser und Alcohol ausziehen, in letzterem Extract erscheint er orangeroth, roth fluores- cirend. Spectrosc. untersucht zeigt er. eine Verdunkelung des Spectrums nach roth und Auslöschen des Violett. 46. H. C. Sorby. ComparatiTO ?egetable Chromatology. (Proceedings of the Royal Society Nr. 146. vol. XXVI. Kurzer Auszug in Grevillea II. S. 79.) Daraus die Bemerkung: Die färbenden Substanzen der Pilze entsprechen denen in den Apothecien der Flechten. Die Pilze müssen demnach als Früchte, nicht als Laub eines niederen Pflanzentypus aufgefasst werden. 47. Prof. Dr. Wiesner. üeber den Einfluss der Temperatur auf die Entwicklung von Penicillium glaucum Lk. (Kaiserliche Academie der Wissensch. in Wien. Sitz, der mathem.-naturw. Cl. v. 14. April 1873.) Die Haupt-Ergebnisse der Untersuchung sind Folgende : Die Keimung der Sporen erfolgt zwischen 1.5 und 43" C, die Entwicklung der Mycelien zwischen 2,5 und 40" C, die Ausbildung der Sporen zwischen 3 und 40 ^ C. In der Nähe der oberen und unteren Nullpunkte wird die Keimung e. c. unsicher. Die Keimungsgeschwindigkeit nimmt bis 22 " C. continuirlich zu und von da an ab, anfänglich continuirlich, dann discontinuirlich. Die Geschwindigkeit der Mycel-Entwickluug steigt vom unteren Nullpunkt bis 20 " C. continuirlich und vermindert sich, anfangs gleich- massig, dann nicht continuirlich bis zum oberen Nullpunkte. Die Entwicklungsgeschwindig- keit der Sporen nimmt in gleicher Weise zu und ab und erreicht bei 22 » C. ihr Maximum. Der Zeitpunkt des Eintrittes der Sporenbiklung ist nicht nur von der Temperatur abhängig, bei welcher das Mycelium fructificirt, sondern auch von jener Temperatur, bei welcher 54, Pilze. sich das Mycelium entwickelte. — Mycelien, welche bei einer Temperatur t in der Zeit n Sporen bilden, bringen — innerhalb der Grenzen continuirlicher Geschwindigkeitsänderungen — , der höheren Temperatur t' ausgesetzt, nicht nach der Zeit n', in welcher das Mycelium bei der Temperatur t ' fructificirt Früchte , sondern nach Ablauf der Zeit = n -|- n ' n " <^ ^ n' — Mycelien hingegen, die bei einer Temperatur t in der Zeit n 2 fructificiren, bilden — innerhalb der früher genannten Grenzen — bei der niederen Tem- peratur t ' ihre Früchte nicht nach der Zeit n ', nach welcher das Mycelium fortwährend unter dem Einflüsse von t ' Sporen hervorbringt , sondern nach Ablauf der Zeit = n -j- n' n " ^ <;^ n '. — Mycelien also, welche bei einer die Sporenbildung verzögernden 2 Temperatur entstanden sind, bei einer Temperatur cultivirt, welche die Fructification be- schleunigt, zeigen eine Förderung ihrer Fruchtbildung und umgekehrt. (Bot. Zeitung 1873. Nr. 22. S. 348 und Oestr. Bot. Zeitschr. 1873. Nr. 6. S. 198 u. 199.) 48. Stefan Schulzer v. Müggenburg. Mykologische Beobachtungen. (Aus den Verhand- lungen d. k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 1872. Sep. S. 405-424.) Verfasser zieht aus seinen Beobachtungen, besonders über das Zusammenvorkommen einzelner Pilzformen, einige Schlüsse, die hier, so wie sie dort gegeben werden, aufgeführt werden: Tubercularia und Melanconium gehören mit Miainomyces (der habituell einer Tele- phora gleicht) in denselben Formenkreis. Ilelvella fastigiata Krbh. und Peziza repanda Wahl, beide zusammen vorkommend, besitzen fast ganz denselben Fruchtbau und es drängt sich die Frage auf, ob nicht etwa dieselbe Spore auf dem faulen Holze die Peziza, im Humusboden aber die Helvella zu erzeugen vermöge. Stysanus strictus Schultzer und Leptonema strictura Cda. scheinen nur verschiedene Fructificationsformen desselben Pilzes zu sein. — Cephalothecium roseum C. Trichothecium roseum Lk. wuchs zusammen mit einem einfachen Hj'phomyceten mit kleinen cylindrischen Sporen : Chiomosporium gri- seum Schulzer. Beide gehören wohl zusammen. Eine neue Art von Anixia, A. minuta si- mulirt bei ihrem Vergehen eine "kleine Peziza. Sie wächst gesellig mit Sporodum deci- piens, dessen Hyphen in die A. eindringen. Das Spor. erzeugt Actinonema minutum und Amphisphaeria Carpini Schulz; CoUarium lyococcum Fr. und Oidium fructigeuum Knze., sind höchst wahrscheinlich derselbe Pilz. An einem abgestorbenen Aprikosenbaum, der von Polyporus hirsutus, Irpex prunorum Schulz, und Telephora umbrina bewohnt war, wurde die Bemerkung gemacht, dass die Sporen dieser Pilze in den Behältern von Melan- conium und Cryptospora keimten und sich von dort weiter entwickelten. Wahrscheinlich boten die Sphäriaceen den Sporen den bequemsten Weg, in den Bast einzudringen. Das stete Zusammenvorkommen einiger Hymenomyceten (Thelephora, Polyporus und Lenzites) ist allerdings kein Beweis für Identität, aber immerhin ein zur Untersuchung mahnender Fingerzeig der Natur. Epochnium rhizophilum Schulz, bildet auf ähnliche Weise das Sclecrotium varium P., wie die Sphacelia das Sei. Clavus. — Coryneum decipiens Schulz, wird mit einer ganzen Reihe von Hyphomyceten in Beziehung gebracht. — Lanosa nivalis Fr., die nach dem Schmelzen des Schnee's sehr häufige Ueberzüge über den Boden bildet, ist nicht, wie man glaubte, sporenlos, sondern besitzt kuglige Sporen, durch welche sie zu Sporotrichum zu rechnen ist: Sporotrichum Lanosa Schulzer. Gleichzeitig finden sich in den Hyphen Sporen von 4 anderen Schimmelpilzen, die vielleicht nur Parasiten der La- nosa sind. — Graphium Cucurbitae Schulz., ein aus verflochteneu Fäden gebildeter Pilz, bat als kleine »Nothfructification« einen aus einfachen Fäden gebildeten Schimmel, der als Monosporium Bon. anzusehen 'sein würde. — Stachylidium Link. 'Acrostalagmus Cda. und Botryosporium Cda. sind nicht generisch verschieden. Die Hülle, welche nach Fries bei B. die Sporen umhüllen soll, ist nicht vorhanden. 49. F. V. Thümen. Mykologische Notizen. (Hedwigia 1873 Nr. 8 S. 113.) Mittheilung über einige neue oder seltene Pilze: Puccinia Endiviae Passerini n. sp., Ustilago Sorghi Passerini, Protomyces violaceus Ges., welcher in der Lombardei die Mal Pilze. 55 di Falchette der Maulbeerbäume veranlasst, zum erstenmale jenseits der Alpen von Dr. Eichler in Teplitz aufgefunden. Ilydnum Schiedermayeri Heufler, bisher nur von einem Standort bekannt, wurde von v. Th. im nördlichen Böhmen an Apfelbäumen gefunden. 50. Derselbe theilt ebds. (Nr. 4 S. 63) einige neue Staudorte seltener Pilze mit: Trametes Kalchbrenneri fand er im Erzgebirge. — Geaster triplex Jungh., vorher nur aus Java be- kannt, erhielt er aus der Gegend von Harlem zugesandt und von demselben Standort Plecostoma fornicatum Cda. Myriostoma coliforme Desv. ; Geaster striatus Fr. und Tulasno- dea mammosa Fr. 51. Prof. Dr. Goeppert. Ueber die Pilzausstellung im Museam des botanischen Gartens in Breslau. (Bericht über die Thätigkeit der bot. Sect. der Schlesischen Gesellschaft 1872, S. 43-49.) Anknüpfend an die Aufstellung von essbaren und giftigen Pilzen in Exemplaren, Modellen und Abbildungen (an 140 verschiedene Gegenstände), welche Verfasser in dem Museum des bot. Gartens vereinigt, bespricht er vom praktischen Standpunkte aus die als Volksnahrungsmittel so wichtigen fleischigen Pilze. In Betreff der giftigen Pilze warnt er vor Vertrauen auf die volksthümlichen Prüfungsmittel. Ag. muscarius und Ag. phal- loides hat er z. B. wiederholt mit Zwiebeln gekocht, ohne die angebliche Farbenänderung zu bemerken. Uebrigens seien „die Pilze besser als ihr Kuf". Fast alle constatirteu Fälle von Pilzvergiftung mit tödtlichem Ausgange seien auf 3 Arten zurückzuführen: Agar, mus- carius, Ag. phalloides und Ag. emeticus. Bei Besprechung der Trüffeln wird auch Hyme- nangium virens als essbar erwähnt. Scleroderma vulgare bringt vollkommene Vergiftungs- erscheinungen hervor, welche z. B. in eclatanter Weise von Dr. Krocker beobachtet wur- den. — Unter den essbaren Boleten wird Boletus sulphureus, oft 15—20 Pfund schwer, auf- geführt. Das Verzeichniss der auf dem Breslauer Markte zum Verkauf kommenden Pilze ist ziemlich gleich dem der für Prag und Wien von Krombholz und Reichard aufgestellten Verzeichniss. Ausser den schon 1871 (Jahresber. S. 148 und 149) mitgetheilten Arten wurden 1872 noch: Peziza venosa, P. acetabulum, Hydnum imbricatum, Boletus circinans, B. luridus, Polyporus ovinus, P. confluens, Morchella esculenta, M. bohemica, M. conica, Helvella esculenta, H. gigas, Ciavaria aurea, Hymenangium virens, im Ganzen 38 Arten zum Verkauf ausgeboten gefunden. 52. Prof. Dr. Goeppert. lieber den Trüffelverkaut in Carlsbad. (Ebendas. S. 49-50.) Unter den Pilzen, welche in Carlsbad als Trüffeln verkauft werden, findet sich keine Spur von Tuber cibarium, sondern sehr verschiedene Pilze: Boletus edulis, andere Boletus-Arten, Morchella esculenta, Cantharellus cibarius, Pisolithus arenarius, Alles ver- schiedentlich zugeschnitten. Die weisse Trüffel (Chaeromyces maeandriformis), welche ver- dient „als Gegenstand des Handels" eingeführt zu werden, könnte diese Verfälschungen verdrängen. Es wird empfohlen, sie nicht als Surrogat der schwarzen Trüffel, sondern direct als „Oberschlesische weisse Trüffel" dem Verkehr zu übergeben. Die Orte und die Art ihres Vorkommens in Oberschlesien werden genau angeführt. 53. lieber den genetischen Zusammenhang zwischen Mycoderma vini, Fenicillium viride Fres. und Dematium pullulans De Bary, von Prof. L. Cienkowsky. (Verb, der bot. Section der IV. russ. Naturforscherversammlung, gehalten zu Kasan 1873. — Russisch. — ) Um den das Mycoderma vini erzeugenden Pilz aufzufinden, verfolgte der Verfasser die Entwicklungsgeschichte einiger sehr verbreiteter Pilze. Die Conidien von Penicillium viride Fres. , auf Objektträger in Obstdecoct gesäet, unter dem Deckgläschen, geben Myce- lium, welches durch Abschnüruug Gruppen der Mycoderma-ähnlichen Zellen erzeugt. Während der Sprossenbildung bleibt das Mycelium zuerst unzertrennt, aber später zerfällt es in einzelne Glieder. Die vom Mycelium abgeschnürten ovalen Zellen fangen bald an, neue Sprossungen an ihren Polen zu erzeugen, einzeln oder gruppenweise auf beiden Enden, sie können dabei sich isoliren oder nicht. Bei reichlicher Ernährung können die einzelnen Myceliumglieder oder Sprossen wieder in Schläuchen keimen, welche ihrerseits in einzelne sprossenbildende Glieder zerfallen. Diese Myceliumbildung, ihr Auseinanderfallen und 56 Pilze. Sprossenbildung gehen so energisch vor sich, dass in wenigen Tagen der ganze Tropfen dichte Massen der Keimprodukte darstellt. Diese rasche Vermehrung der sprossenbildenden Zellen und die grosse Verbreitung von Penicillium machen die Vermuthung über den gene- tischen Zusammenluiüg zwischen Mycoderma und Penicillium sehr wahrscheinlich. An den Früchten und anderen pflanzlichen Substraten kommt sehr häufig das schwarze Mycelium vor, welches De Eary Dematium pullulans genannt hat, und welches, wie aus den Angaben von De Bary und Loew zu ersehen ist, sehr leicht sprossenbildende Zellen macht. Vermit- telst der Cultur in hängenden Tropfen überzeugte sich der Verfasser, dass aus diesem schwarzen Mycelium die Hyphen, mit für Penicillium viride characteristischen Fructifica- tiouen, hervorsprossen, und dass also beide Organismen identisch sind. Die Frage über die Entstehung des Mycoderma wifd nur dann endgültig gelöst sein, wenn in den Sprossen von Penicillium die sogenannten Endosporeu aufgefunden werden. A. Batalin. V. Myxomycetes. 54. Joseph Thomas von Rostafinski. Versach eines Systems der Mycetozoen. (Inaugural- Dissertation, Strassburg 1873. 21 S.) Verfasser hat die Mycetozoen einer grossen Zahl von öffentlichen und Privat- SammluDgen untersucht, um nach Originalexemplareu ein System dieser Organismen aufzu- stellen. In der vorliegenden Dissertation giebt er zunächst eine Charaktei'isirung der Gruppen und Gattungen als Vorläufer einer bald verheissenen grösseren Arbeit. Der Name Mycetozoen soll ihm bezeichnen: »Die Mycetozoen sind ebenso den Pilzen wie den ächten Thieren verwandt.« Er setzt sie desshalb als Verwandte der Monaden in das Reich der Protisten als besondere Klasse. Das System wird auf die von De Bary, Cicukowski, Woronin und Famintzin gewonnenen entwicklungsgeschichtlichen und die von dem Ver- fasser gewonnenen anatomischen Momente gegründet und gestaltet sich demnach folgender- massen : Classis: Mycetozoa De Bary. Im Jugendzustande nackte, ihre Gestalt vielfach än- dernde bewegliche Plasmamassen (Plasmodien). Zur Fruchtzeit in unbewegliche 'nackte oder von einer Haut umschlossene Früchte (Sporangien) übergehend. Sporangien ver- schieden gestaltet , bisweilen durch Verschmelzung Fruchtkörper (Aethalien) erzeugend. Aethalien nackte oder von einer gemeinschaftlichen Haut (Rinde) umschlossene, unregel- mässig gestaltete Körper vorstellend. Sporen im Inneren der Sporangien durch freie Zell- bildung oder auf der Oberfläche durch Theilung gebildet. Ihr Inhalt bei der Keimung in einen nackten, mit Nucleus, contractiler Vacuole und einer langen Cilie versehenen be- weglichen Schwärmer übergehend. Diese durch massenhafte Verschmelzung die frucht- bildenden beweglichen Plasmodien erzeugend. Cohors I. Exosporeae. Sporen auf der Oberfläche der Sporangien, durch Theilung entstehend. — Sporeninhalt bei der Keimung durch successive Zweitheilung in acht Schwärmer übergehend. Plasmodien aus einer glashellen, im Wasser zerfliessenden Substanz und einem körnigen Plasma bestehend. Das Plasma bei der Fruchtreife dicht unter die Oberfläche der Gallertsubstanz hinwandernd, dort sich in einzelne kleine, polygonale Portionen auflösend. Diese sich abrundend, von eiiiem aus Gallertsubstanz gebildeten Stiele getragen, zu Sporen werdend. Ruhezustände unbekannt. TribttS 1. Ceratiaceae. Gattungen: Ceratium Alb. Schw. Aethalien von baumartig verzweigten Sporangien gebildet. Polysticta (Nees) Aeth. aus leistenförmigen , zu Netzen verschmolzenen Sporangien gebildet (S. 54). Cohors II. Endosporeae. Sporen durch freie Zellbildung, im Innern der Sporangien entstehend. Sporeninhalt bei der Keimung in 1—2 Schwärmer übergehend. Schwärmer durch Zweitheilung sich vielfach vermehrend. Sporangiumwand keine Zell- »tructur zeigend, häufig mit Kalkabsonderung versehen. Sporangien entweder ausschliesB- Pike. 50^= lieh mit Sporen erfüllt oder diese mit Eöhren oder soliden Strängen (Capillitium) unter- mischt. Capillitiura aus einzelnen entweder netzförmig anastomosironden , freien oder der Sporangiumwand angewachsenen Luft-, seltener kalkführenden Röhren oder soliden Strängen gebildet. Sporangium bisweilen in der Mittelaxe von einer mächtigen luft- oder kalk- führenden Blase (Columella) durchzogen.. Euhezustände für einzelne Schwärmer (Microcy- sten), junge (derbwandige Cysten) und alte Plasmodien (Phlehomorpha) bekannt. Ordo I. Enteridieae. Unregelmässige, verschieden grosse, kalk- lose, von einer doppelhäutigen Rinde umgebene Aethalien. Einzelne Sporangien nicht durch Wände von einander getrennt. Capillitium aus verästelten, immer luftführenden Röhren bestehend. Columella fehlend. Tribos 1. Lycogalaceae De Bary. Ber Raum zwischen beiden Riiidenhäuten von einem lockeren Geflechte ästiger , hohler, mit einer dicken gallertartigen Scheide umgebener Fasern angefüllt. Einzelne derselben durchbrechen an zahlreichen Stellen die innere Rindenhaut, um sich im Aethaliumkörper als Capillitium zu verzweigen. Capillitium aus cylindrischen oder schwach plattgedrückten verästelten, an den Knoten häufig bauchig aufgetriebenen, immer lufthaltigen Röhren bestehend. Ihre Zweige dicho- tomisch oder ordnungslos verästelt, miteinander anastomosirend und in viele einzelne freie stumpfe Enden auslaufend. Lycogala (Mich.). Hierher auch Reticularia flavo-tusca (Ehr.). Ordo II. Anemeae. Capillitium und Kalkablagerung fehlend. Spo- rangienhaut homogen. Sporen olivengrün, schmutzig ockergelb oder hyalin. Columella fehlend. Trlbas 1. Dictyosteliaceae. Sporangien regelmässig kugelig, gestielt. Stiel vielkammerig. Dictyostelium Brfd. Tribus 2. Liceaceae. Sporangien einzeln, stiellos. Licea Schrad, Sporangien einzeln, unregelmässig gestaltet. Tubulina Pers. Sporangien dicht nebeneinanderstehend, cylindrisch. Tribus 3. Licaethaliaceae. Unregelmässig gestaltete, von ge- meinschaftlicher Rinde umgebene Aethalien. Lindbladia Fr. Sporangien durch gemeinschaftliche Wände vollständig getrennt. Licaethahalium Rost. Einzelne Sporangien durch grosse Löcher in den gemein- schaftlichen Wänden communicirend (Reticularia olivacea Fr.). Ordo III. Heterodermeae. Capillitium und Kaikablager ungeu fehlend. Sporangiumwand bei der Reife wenigstens zum Theil unvollständig sich auflösend in ein- zelne lebhaft gefärbte, flache Verdickungen. Diese angelagert der Innenfläche einer zarten, hyalinen, verschwindenden Haut. Sporen und Verdickungen der Sporangiumwand in einem und demselben Sporangium immer gleichmässig gefärbt, Columella fehlend. Tribus 1. Cribrariaceae. Sporangien gestielt, einzeln stehend. Obere Partie der Sporangiumwand sich theilweise in netzförmige Verdickungen auflösend. — Cribraria Schrad. Sporangiumwand in der oberen Hälfte in ein Netzwerk von soliden Strängen aufgelöst. — Heterodiction Rost. Sporangiumwand in der unteren Hälfte in plattgedrückte Stränge aufgelöst, an der oberen Hälfte in ein Cribraria-artiges Netzwerk übergehend. Dictydium Schrad. Sporangiumwand fast bis zur Basis aufgelöst in platt- gedrückte, parallel verlaufende, durch feine Querstränge verbundene Platten. Tribus 2. Dictydiaethaliaceae. Sporangien ungestielt, dicht neben einander auf gemeinschaftlicher Unterlage stehend. Ihre Wand oben solid glocken- förmig in einzelne parallel vom Scheitel bis zur Basis verlaufende und mit einander nicht verbundene Stränge aufgelöst. — Dictydiaethalium Rost (Reticularia plumbea (Schum). 5S Pila». Ordo IV. Reticalarieae. Unregelmässige, verschieden grosse, kalklose Aethalien, immer von gemeinschaftlicher Rinde umgeben. Einzelne Sporangien nicht durch Wände von einander getrennt, Columellen der einzelnen Sporangien mit einander ver- schmolzen, dadurch baumartig verzweigte, der Basis des Aethaliumkörpers angewachsene Stöcke bildend, am Scheitel in ein unregelmässiges Gewirr von lufthaltigen Capillitium- röhren übergehend. Tribos 1. Reticalariaceae. Columellen band- bis walzenförmig. Ihre Wand vielfach durchlöchert. Reticularia Bull, (verändert) (Reticularia umbrina Fr.) Ordo V. Amaurochaeteae. Sporen, Capillitium und fast immer vor- handene CoUumella dunkelviolett bis schwarzbraun gefärbt. Keine Ablagerungen von Kalk. Einzelne Sporangien oder Aethalien. Tribus 1. Stemonitaceae. Sporangiumwand äusserst zart, ver- gänglich. Columella als Stielsverlängerung die Mittelaxe des Sporangiums durchziehend; von ihr entspringt ein reiches Netzmaschen-System von Capillitiumfasern, deren Zweige letzter Ordnung mit der Sporangiumwand in Verbindung stehen. Immer einzelne Sporangien. — Stemonitis Gled (verändert). Sporangien walzenförmig ; Capillitiummaschen sehr locker. Zweige letzter Ordnung zu einem oberflächlichen, der Sporangienwand parallel verlaufendem Netz verbunden. — Comatricha Preuss (verändert). Sporangien walzenförmig bis fast kuglig. Capillitiummaschen meist sehr dicht, kein oberflächliches Netz bildend. Sporangienwand meist zart abfallend. — Lamproderma Rost. Sporangien kuglig. Wand metallglänzend. Capillitium von der Columella büschelweise entspringend. (Physarura columbinum Pers.) Tribus 2. Echinosteliaceae. Sporangien gestielt. Verschmä- lerte Stielspitze ohne Columellabildung direct in einzelne Capillitiumstränge übergehend. Capillitiumstränge nur am Scheitel mit einander verbunden. Echinostelium de Bary. Tribus 3. Enerthenemaceae. Sporangien gestielt. Stiel zur Columella verlängert, an der Spitze des Sporangium scheibenförmig ausgebreitet. Capillitium nur aus dieser Scheibe entspringend, mit entgegengesetzten Enden frei in die Sporenraasse eindringend. — Enerthenema Bowm. (Stemonitis mammosa Fr.) Tribus 4. Amaurochaetaceae. Von gemeinschaftlicher Rinde umgebene Aethalien. Einzelne Sporangien nicht durch Wände von einander getrennt. Columellen der einzelnen Sporangien mit einander verschmolzen, dadurch baumartig ver- zweigte, der Basis des Aethaliumkörpers angewachsene Stöcke bildend. Capillitien aller einzelnen Sporangien ein lockeres Netzmaschenwerk von Comatricha-artigem Capillitium bildend. — Amaurochaete Rost. (Reticularia atra (Alb. et Schw.) Tribus 5. Brefeldiaceae. Nackte oder von gemeinschaftlicher Rinde umgebene Aethalien. Sporangien und Columellen wie bei Tribus 4, Capillitium Didymiumartig. Die Capillitiumstränge der einzelnen Sporangien an der Grenze derselben mit einander verschmolzen. — Brefeldia Rost. (Reticularia maxima Fr.) Ordo VI. Calcareae. Sporen violett bis braunviolett gefärbt. Auf oder in der Sporangiumwand und öfters in dem Capillitium Ablagerungen von Kalk in Form von amorphen Körnchen oder Krystalldrusen. Columella sehr häufig ausgebildet. Einzelne Sporangien, seltener Aethalien. Pil*e. ^ m> Tribus 1. Cienkowskiaceae. Spoiangiumwand einfach. Kalk- tablagerimgen nur in Form von amorphen Körnchen. Capillitium aus soliden, dünnen netz- förmig verbundenen, an den Knoten dreieckig verdickten Strängen bestehend. Einzelne Stränge häufig gabelig getheilt und in ein bis zwei lange, gekrümmte, spitze Enden frei auslaufend. Kalkblasen mächtig entwickelt. Columella fehlend. — Cienkowskia Rost. (Diderma reticulatum (Alb. et Schw.). Tribus 2. Physaraceae. Sporangiumwand einfach oder doppelt. Kalkablagerungen nur in Form von amorphen Körnchen. Capillitium aus dünn- wandigen, hyalinen, farblosen Röhren gebildet. Diese meist netzartig verbunden, lufthaltig, nicht selten zum Theil oder vollständig Kalkkömer führend. Columella meist fehlend oder durch einen mächtig entwickelten Capillitiumknoten vertreten. Badhamia Brk. (verändert). Sporangiumwand sehr zart, einfach, mit Kalk- ablagerung. Capillitinmröhren überall gleichmässig an die Wand angewachsen; anastomo- sirend, Netze bildend, überall mit Kalkkörnern. Sporangien einzeln, unregelmässig auf- springend (Physarum hyalinum Pers). Trichamphora Jungh. (verändert). Von Vorigem durch das Capillitium ver- schieden, das breit, unverzweigt ist. Columella immer fehlend. — Tilmadoche Fr. Wie Voriges. Sporangium gestielt, unregelmässig aufspringend. Capillitiumröhren von der basalen Sporangiumwand büschelweise entspringend. Sich immer weiter verzweigend. Knoten nur sparsam zu Kalkblasen entwickelt. Columella fehlend (Physarum nutans Pers). Physarum (Pers.) (verändert). Sporangien sitzend oder gestielt. Wand kalk- haltig, einfach oder doppelt. Capillitium überall gleichmässig an die Wand angeheftet, Netze bildend. Columella fehlt. ~ Craterium (Trent). Sporangien deckelartig aufspringend. Untere Wandpartie becherförmig ausdauernd. Wand doppelt. Capillitium physarumartig. Columella durch einen mächtigen, kalkführenden Knoten vertreten. — Leocarpus Lk. (verändert). Sporangien unregelmässig aufspringend. Sonstwie Craterium. — Crateriachea Rost. Sporangien unregelmässig aufspringend. Unterer Theil der Wand becherförmig ausdauernd. Columella, cylindrisch, kalkführend. Capillitium aus dieser entspringend, dicht netzförmig, farblos, wenig Kalk führend. — Fuligo Hall, (verändert). Aethalien von unregelmässiger Gestalt und wechseln« der Farbe. (Aethalium septicum (L.). Tribus 3. Dldymiaceae. Sporangiumhaut einfach oder doppelt. Ab-, Zwischen- oder Einlagerungen in Form von Krystalldrusen oder amorphen Körnern, die oft zu dicken, spröden Krusten angehäuft werden. Capillitium aus soliden, meist violett gefärbten, seltener hyalinen, immer sehr dünnen Strängen bestehend. Der Columella an- gewachsen, verlaufen sie nach der Peripherie der Sporangiumwand immer parallel, einzeln oder durch sparsame, unter sehr spitzem Winkel entspringende Zweige miteinander ver- bunden. Im ganzen Verlauf gleich dick. Kalkablagerungen in den Capillitiumsträngen nur ausnahmsweise und dann nur in Form von Krystalldrusen vorhanden. Columella immer vorhanden. Leangium Lk. (verändert). Sporangiumhaut einfach, dick, zweischichtig, nach der Reife in 5— 8 fast gleiche Lappen aufspringend. (Diderma floriforme (Bull.). — Didymium (Sehr ad z. Th.) Sporangien unregelmässig aufspringend. Wand einfach oder doppelt, beide einschichtig, die äussere mit zahlreichen Kalkkrystalldi'usen bedeckt. — Lepidoderma de By. Sporangienwand einfach, mit zahlreichen glänzenden Schüppchen bedeckt, aus Kalkdrusen bestehend, von einer zarten Haut umschlossen. (Di- dymium tigrinum Schrad.) — Chondrioderraa Rost. Wand einfach oder doppelt; äussere mit amorphen Kalkkörnern bedeckt, die innere zart. (Diderma testaceum (Schrad.). — 60 Pilze. Tribus 4. Spumariaceae. Einzelne Sporangien oder Ae- thalien. Von der centralen cylindrischen Columella verläuft nach der Perii^herie zu ein coraatrichaähnliches Capillitium. Diachea Fr. Sporangien einzeln, gestielt. — Spumaria Pers. Aethalien von einer schwammigen, kalkhaltigen, abfallenden Rinde umgeben. Sporangien mit einander vollständig verschmolzen. — Ordo VIl. Calonemeae. Kalklose oder nur ausnahmsweise in der Haut, nie aber im Capillitium kalkführende Sporangien. Columella immer fehlend. Sporangiumwand, Capillitium und Sporen in einem Sporaugium meist gleichmässig gefärbt. Sporangien gelb bis braunroth, seltener oliveugrün oder grauweiss gefärbt. Capillitium meist mächtig entwickelt. Einzelne Fäden oder zusammenhängende Netze. Ihre Haut meist mit nach aussen vorspringenden Verdickungen. Tribas 1. Trichiaceae. Kalklose, sitzende oder gestielte Sporangien, meist unregelraässig aufspringend. Wand einfach oder doppelt. Die innere (wenn überhaupt vorhanden) die Sporenmasse von der Stielhöhle vollständig abschliessend, immer glatt. Capillitiumröhren dünnwandig, mit spiralförmiger Verdickung. Sporen meist doppelt dicker als die Breite der Capillitiumröhren. Trichia Hall (verändert). Capillitiumröhren einfach, frei. — Hemitrichia Rost. Capillitiumröhren zu Netzen verwachsen. Trichia clavata Pers.; Tr. serpula (Scop.). Tribas 2. Arcyriaceae. Kalklose, meist gestielte, seltener stiellose Sporangien. Meist ringsumschnitten aufspringend . . . Capillitiumröhren m.eist dick- wandig, eng, netzartig verwachsen, mit ringförmigen, querleistenförmigen, warzigen oder netzförmigen Verdickungen versehen. Sporen meist nicht dicker als die Breite der Capil- litiumröhren. — Arcyria Hill, (verändert). Sporangium gestielt, ringsumschnitten aufspringend. Capillitium-Netze mit einigen Enden an den Stielröhren angewachsen oder lose eingeklemmt. — Lachn Obolus Fr. (verändert). Sporangien regelmässig, gestielt oder stiellos, unregelmässig aufspringend. Netze überall gleichmässig an die Sporangiumwand angewachsen. (Arcyria circinans Fr.). — Cornuvia Rost. Sporangien unregelmässig, stiellos, unregelmässig aufspringend. (Trichia nitens Lib.) — Trlbus 3. Ferichaenaceae. Sporangien sitzend, in der Haut kalkführend, meist deckelartig aufspringend. Wand doppelt. Capillitiumbildung sehr unterdrückt, Verdickungen nicht vorhanden. Perichaena Fr. 55. A. Famintzin und M. Woronin. Ueber zwei neue Formen von Schleimpilzen : Ceratium hydnoides Alb. et Schw. und Ceratium porioides Alb. et Schw. (Memoires de l'Aca- demie Imperiale des sciences de St. Petersbourg VH. ser. Tom. XX. Nr. 3, 16 Seit., 3 Taf.) Die Entwicklungsgeschichte der beiden Myxomyceten, deren Hauptsache Verfasser als vorläufige Mittheilung in vorigem Jahre (Bot. Zeitg. 1872, Nr. 34) veröffentlicht haben, wird hier ausführlich gegeben. Der damals als Polysticta reticulata Fr. angesehene Pilz wird jetzt als Ceratium porioides Alb. et Schw. angegeben. Die Entwicklung der Sporen, die Theilung der aus ihnen ausgetretenen Myxoamöbe in 8 Theile, die Zusammensetzung der Plasmodien aus einem gallertartigen unbeweglichen und einem körnigen , allein beweglichen Piasmatheile, wird so wie in der vorläufigen Mittheilung beschrieben und der Vergleich mit anderen Schleimpilzen weiter ausgeführt. Die Sporenbildung bei Ceratium wird noch als von anderen Schleimpilzen abweichend dargestellt, indem die zur Sporenbildung bestimmte Plasmamasse aus der Gallerte vorgedrängt und zu einer von einem langen Stiele getragenen Spore umgebildet wird. — Eine längere Betrachtung widmen die Verfasser dem Vergleich der Schleirapilze mit den übrigen Pilzen. Sie nehmen vier Type» von Schleimpilzen an: Pilze. 61 1) Gasteromyceten- Typus (Myxomyceten), 2) Mucorinen-Typus (Dictyostelium), 3) Hydnum- Typus (Ceratium hydnoides), 4) Polyporus-Typus (Ceratium porioides.)- — Sie neigen sich der Ansicht zu, dass ein so fundamentaler Unterschied der schwärmsporen-, resp. plasmodien- bildenden und hypheubildenden Pilze, wie Viele annehmen, nicht besteht, weil z. B. bei Peronospora Schwärmsporen und Hyphenbildung in derselben Gattung vorkommt, und be- trachten das Plasmodium als ein Analogon des Myceliuras, dessen Eigenthümlichkeit nur darin beruhe, dass die Umhüllung des Plasmas während der ganzen Entwicklung gallert- artig bleibe, keine feste Membran bilde. Sie erklären dann schliesslich als naturgemässer, einen jeden der vier Typen der Schleimpilze dem ihm entprechenden Typus der Hyphen- pilze anzureihen, als aus den Schleimpilzen eine besondere Gruppe zu bilden. Sie erwarten, dass auch zahlreiche andere, den Hyphenpilzen entsprechende Schleimpilze aufgefunden werden, und dass, wenn nicht bei allen, doch vielen Pilzformen sich zwei Unterabtheilungen 1) der mit Hyphen versehenen und 2) Hyphen entbehrenden, mit Plasmodium versehenen Gebilde sich unterscheiden lassen werden. — Auf den 3 Tafeln werden in vorzüglicher Ausführung die verschiedenen Entwickelungsphasen der zwei besprochenen Ceratium-Arten wiedergegeben, 56. Prof. A. Famintzin. Beitrag zar Kenntniss der Myxomyceten. (Botanische Zeitung 1873, Nr. 42. S. 662—664.) Zweck der Arbeit ist zu zeigen, dass die Entwicklung, wie sie von Famintzin und Wo- ronin bei Ceratium beobachtet wurde, bei anderen Myxomyceten ebenfalls vorkommt. — Ein dickes, gallertartiges Polster, aus welchem sich das Plasma als vereinzelte Sporangien her- aushob, beobachtete F. als abnorme Entwicklimg des Hypothallus, eines unzweifelhaften Myxomyceten (Physarum?). Ebenso kam er durch Zerdrücken unreifer Sporangien von Physarum, Stemonitis und Lycogala zu dem Schluss, dass auch hier immer die Sporen nicht durch freie Zellbildung um vorhergebildete Kerne entstehen, sondern dadurch, dass das Plasma vollständig in einzelne Segmente zerfällt, und diese wieder in die einzelnen Sporen, die zur Zeit ihrer Isolirung noch der Membran entbehren. 57. C. Roumeguere. Siaguliere reproduction d'aae Myxogastree. (Bulletin- de la societe botanique de France 1873, p. 9—11.) 58. Derselbe. Nouvelles observations sar le developpement d'un Stemonitis oblonga. (Daselbst p. 32—34.) 59. Derselbe. Observations sar l'apparition spontanee et le semis repete dn Stemonitis oblonga Fr. (Memoires de la societe nationale des sciences naturelles de Cherbourg 1873, p. 198—202.) Stemonitis oblonga Fries hatte sich auf Oelfarbe und einem darin steckenden Pinsel aus Tannenholz entwickelt. Bei Toulouse, wo Verfasser dies beobachtete, war der Myxo- mycet vorher noch nicht bekannt gewesen. Es wurde auf ein Brett aus Taimenholz ein Theil der Oelfarbe (Mischung von Leinöl und Bleiweiss) aufgetragen, und (im Januar) Sporen des Stemonitis darauf ausgesäet. Nach 10 Tagen erschienen blutrothe Stromata, am nächsten Tage bildeten sich die Stiele und fertige Stemonitis, 14 Stunden nach Erscheinen der Stromata. — Auf eine neue Aussaat (im Februar) erschien der Myxomycet 12 Tage nach der Aussaat und brauchte 52 Stunden bis zu seiner völligen Reife. R. beobachtete dabei 7 Entwicklungszustände, indem die Plasmodien zuerst weiss, sitzend, kuglig, isolirt waren, dann gelblich, rosenroth, violett, endlich braun, dabei allmälig oval und gestielt wurden, — Es werden schliesslich die Schlüsse gezogen, dass die Sporen von Stem. obl. zur Keimung keine Ruhepause nöthig haben, dass sie beim Verlassen des Capillitiums reif sind, und dass Keimung und Entwicklung des Stemonitis unabhängig vom Licht sind. 60. L. Cienkowsky, üeber einige protoplasmatische Organismen, (Verhandl, der bot. Sect, der IV. russischen Naturforscher-Vers, zu Kasan 1873,) Die unten beschriebenen Organismen stellen den einfachsten Typus der Myxomy- ceten dar. Der erste, vom Verfasser Guttulina rosea geuauut, ist am meisten den Myxo- 62 Pilze. myceten ähnlich ; er erscheint als ein mikroskopisch kleiner Tropfen von rosenrother Farbe, der eine Länge von 0,07 mill. erreicht und auf ebenso langem Fusse sitzt. Guttulina be- steht aus einer Anhäufung der Zellen, die mit einer gemeinschaftlichen Membran nicht bedeckt sind. Im Kopfe sind die Zellen kugelig, im Fusse sind sie enger gelegt und stellen keilförmige Einzelheiten dar. Alle Zellen enthalten rothes Plasma und einen Zell- kern; im Wasser geht der gesammte Inhalt aus den Zellen heraus und erscheint in der Form einer der Amöba limax Duj. ähnlichen Amöbe, deren Verschmelzung er nicht beob- achtete; im Jugendzustande theilen sie sich. Aus diesen Angaben ist zu ersehen, dass Guttulina rosea einen Organismus darstellt, welcher dem Dictyostelium mucoroides Brefl. ähnlich ist, aber ohne gemeinschaftliche Membran, und die Amöben hier nur sich anhäufen, Cysten oder Sporen bilden und nicht verschmelzen. Aehnliche Erscheinungen zeigen die von C. gefundenen Mistamöben, welche auf dem Pferdemiste wohnen und Mucor-ähnliche Anhäufungen (Bläschen) bilden; diese farblosen Amöben sammeln sich ia einer regel- mässigen Kugel, der auch eine gemeinschaftliche Membran fehlt; bei der Berührung und im Wasser zerfliessen sie und an den Grenzen des Tropfens sammeln sie sich wieder. Diese Amöben haben auch die Eigenthümlichkeit, sich in einen langen Fuss zu verjüngen, mit welchem sie sich auf dem Substrate unbeweglich befestigen, das andere Ende ihres Körpers in die Luft richtend. — Zuletzt beschrieb der Verfasser zwei neue Amöben, deren Cysten mit einem Fusse befestigt sind ; im Wasser gehen aus diesen Cysten die Amöben hervor, welche sich theilen und ihrerseits neue Cysten bilden. Wenn weitere Unter- suchungen zeigen werden, dass dies der vollständige Entwickelungscyclus ist, so würden diese Amöben die einfachsten Myxomyceten darstellen , deren Plasmodium aus einer Amöbe und deren Frucht aus einer Cyste besteht. A. Batalin. Neu aufgestellte Arten. In Nr. 21. S. 52. 340. Reticularia affinis B. et. C. Effusa tenuis papiUosa atropurpurea margine tenui; sporis oblongis; capillitio brevi ramoso. — Car. Inf. 341. Spumaria Micheneri B. Effusa reticulata gilva; sporis globosis magnis laevibus Penns. 342. Diderma ochroleucum B. et C. Gregarium congestum sessile, peridio exteriore ochroleuco, interiore albo; columella nuUa; sporis atris; floccis albis. — Penns. 343. Diderma concinnum B. et C. Sessile laevissimum candidum nitidum fragilissimum intus rufulum; columella obscura, sporis aterrimis. — Car. Inf. 344. Didymium erythrinum B. Stipite aequah peridioque globoso cinnabarino sporis atris, floccis albis. 345. Did. proximum B. et C. Stipite subaequali rufo penetrante e basi orbiculari oriundo; peridio globoso granulato albo, floccis albis. — Car. Inf. S. 63. 346. Did. Ravenelii B. et C. Stipite subaequali laevi brunneo; peridio globoso umbrino ; floccis sporisque nigris. — Car. Sup. 347. Did. pusillum B. et C. Stipite sursum attenuato luteo, peridio nutante globoso farinaceo, columella nuUa, floccis albis parcis; sporis atropurpureis laevibus. — Car. Inf. 348. Did. chrysopeplum B. et C. Stipite niveo leviter sulcato sursum attenuato e basi orbiculari oriundo; peridio globoso, exteriore furfuraceo fulvo, interiore metallico ; floccis albis; sporis nigris. — Car. Int. 349. Did. megalosporum B. et C. Stipite gracili rufo ; sursum attenuato; peridio umbi- licato subhemisphaerico rufo albo-pulverulento; floccis parcis albis; sporis majoribus fttscis. — Car. Inf. 350. Did. obrusseum B. et C. Hypothallo tenuissimo scarioso; stipite aureo deorsum incrassato hyaliuo; peridio albo vel citrino, floccis candidis, sporis atris. -— Texas, New-Orleans. Pike. ^ S. 65. 351. Didym. Curtisii B. Sessile, obovatum fuscum, sparsum Tel lateraliter congestum glabrum, columella distincta; floccis albis, sporis nigris. — Car. Inf. 352. Did. lateritium B. et R. Globosum vel subreticulatum , ex hypothallo membra- naceo repente oriundum, lateritium granulatum, floccis albis, sporis atris. — Car. Inf 353. Did. neqtriaeforme B. et C. Sessile, fasciculatum obovatum; fuscum pulvere luteo sparsum; sporis nigris. — New-Eng. 354. Physarum pulcherrimum B. et. R. Stipite brevi purpureo; peridio globoso floccisve lilacinis. — Penns. 355. Ph. cupripes B. et R. Primum luteo-viride mucosum; stipite sursum attenuato penetrante cupreo; peridio globoso lilacino-caeruleo, floccis luteis, sporis atris. S. 66. 356. Ph. Peter sii B. et C. Stipite aequali lateritio peridio globoso luteo; floccis sub- flavis; sporis atris. — Alabama. 357. Ph. chryso trieb um B. et C. Sessile, subglobosum peridio floccisque fulvis. — Alabama. 358. Ph. Schweinitzii B. Gregarium nitidum flavum, floccis parcis sporisque globosis granulatis concoloribus = Polyangium vitellinum Schwein. 359. Badhamia papaveracea B. et Rav. Peridiis globosis brevissime stipitatis utplu- rimum congestis albis rugosis, floccis reticulatis niveis; sporis atris. — Car. Inf. 360. Trichamphora oblonga B. et C. Stipite lateritio compresso sursum attenuato flexuoso ; peridio oblonge apice demum hyante umbrino particulis nitentibus consperso. — Penns. S. 67. 361. Craterium minimum B. et C. Pedunculo brevissimo, peridio cyathiformi minimo, basi rufo, margine albo. — Car. Inf. 362. Cribraria elegans E. et C. Stipite sursum attenuato fusco; peridio globoso, pur- pureo basi leviter venoso; capillitio reticulato angulis incrassatis sporisque concoloribus. — Car. Inf. 363. Cr. minima B. et C. Stipite filiformi peridio globoso nutante umbrino subtiliter striato; capillitio laxo pallido ad angulos dilatato. 364. Cr. microscopica B. et C. Stipite brevi peridio obovato basi evenoso capillitio laxo, angulis non incrassatis. — Car. Inf. 365. Arcyria pallida B. et C. Stipite sulcato; peridio oblonge sporis capillitioque pallid. — Car. Inf. S. 68. 366. Licea stipitata B. et R. Stipite communi crasso sulcato; peridiis in caput hemi- sphaericum conglomeratis ; sporis laete umbrinis cymbiforraibus. — Car. Inf. 367. L. microsperma B. et C. Couglomerata laete umbrina, sporis cymbiformibus minoribus. — New-Jersey. 368. L. spermoides B. et C. Effusa gregaria tenuis olivacea albo-pulverulenta sporis olivaceis. — Alabama. 369. L. Lindheimeri B. Effusa, extus nigra, intus rhabarbai'ina, sublateritia, sporis globosis. — Texas. 370. Perichaena artocreas B. et R. Deplanata circumscissa subfulva; sporis conco- loribus fusiformibus. — Car. Inf. 371. Perichaena irregularis B. Peridiis congestis irregularibus, floccis granulatis, sporis e globosis late ellipticis. — Car. Inf. 372. Ophiotheca umbrina B. et C. Peridiis umbrinis serpentibus, floccis crenatis pallidis, sporis globosis. — Car. Sup. S. 69. 373. Stemonitis tenerrima B. et C. Stipite filiformi, peridio toto percurso cylindrico fusco; capillitio pallido tcnerrimoi sporis carueis. — Car. Inf. 64 Pä*e- 374. St. porphyra B. et C. Stipite gracili nigro; peridio globoso columbino; capillitio porphyro. — Stemonitis heterospora Oudemans (8). Differt a. St. fusca et S. ferrugiuea sporis laevibus nee reticulatis, porro statura et pedunculis minoribus et a S. typhoide, quae etiam sporis laevibus gaudet, sporarum magnitudiiie admodum Variante. Sporae in S. typhoide — — mill, in S. fusca et S. ferruginea — — (i. S. het. - — ^j mill in diametro habent. — Perichaena picea B. et Br. (6). Peridio atro-fusco, hemisphaerico, demum circumscisso; sporis coffeatis, subglobosis floccisque fuscis laevibus. Guttuliua rosea Cienkowsky (60). Fruchtträger sehr klein rosenroth, gestielt, aus Sporen bestehend, die nicht von gemeinschaftlicher Membran umschlossen sind. VI. Schizoinycetes. Allgemeines. 61. Ferd. Cohn. Biologische Mittheilungen über Bacterien. (Bericht über die Thätigk. der bot. Sect. der Schles. Ges. 1873. S. 42-45.) Die Bacterien zeigen dieselben Lebenserscheinungen und sind denselben Lebens- bedingungen unterworfen, die auch sonst bei lebenden Zellen beobachtet werden. — Sicher ist, dass auch die Bact. Sauerstoff absorbiren; Bact. Termo bildet an der Obez'fläche der Nährflüssigkeit, in der es cultivirt wird, 1—2 Cent, dicke ölig schleimige Schichten, in den tieferen Schichten finden sich wenig Bacterien. — Jndess vermehren sich gewisse Bacterien auch bei möglichstem Abschluss. Darauf beruht das Verderben von nach der Appert'schen Methode in Blechbüchsen eingelegten Nahrungsmitteln. Decoct von weissen Rüben mit etwas Käse wurde 10—20 Minuten in einem Kölbchen erhitzt, dabei die Spitze des Kölb- chens zugeschmolzen. Der meiste Sauerstoff war hier ausgetrieben, dennoch dauerte die Fermentwirkung der Bacterien, die sich durch Aufsteigen von Gasblasen bemerklich machte, noch Wochen lang fort. — Hieran knüpfte Vortrag. Mittheilungen über die durch Bact. gebildeten Pigmente. Er erhielt neuerdings rosenrothe Milch zugeschickt, deren Färbung, wie das charakteristische Spectrum erwies, durch das Pigment der Monas pro- digiosa, nicht, wie man früher annahm, durch Blutfarbstoff gebildet wurde. Er hat später das rothe, sowie ein grünes lösliches Pigment auch in Breslau in der Milch sich bilden sehen. — Hervorgehoben wird die Verwandtschaft der Bacterien mit den Schizosporeen (Phycochromaceen), und es werden einige neue Formen mitgetheilt, Myconostoc, gregarium Cohn. an Nostoc und Cladothrix dichotoma Cohn au Leptothrix erinnernd. — Endlich wird das Vorkommen stark lichtbrechender ovaler Gonidien als regelmässiger Entwicklungs- zustaud der Fadenbacterien (Bacillus) festgestellt. 62. Onimus (Soc. de biol. 17. Mai 1873. Gaz. de Paris Nr. 22). behauptet, dass anhaltendes Gefrieren die eigentlichen Lebeusbewegungen der Vibrionen und Bacterien des faulenden Blutes tödte. Durch Wiederaufthauen entstehen zwar lebhafte Bewegungen der kleineren von diesen Organismen, diese haben aber nur den Charakter der Brown'schen Molecularbewegung. (c. a. Nr. 33.) Fermentwirkung der Schizomyceten. 63. A. Bechamp. Sur les microzymas normaux du lait Gomme cause de la coagulation spontanee et de la fermentation alcoolique , acetique et lactique de ecliquide. (Compt. rend. Bd. 77. Nr. 10 p. 654-656.) B. sucht auszuführen, dass alle genannten Veränderungen der Milch sogenannten Microzymen zuzuschreiben seien, die sich von selbst aus den Colostrum-Kugeln unter Ausscheidung von Fett bilden. Um sie deutlich zu sehen, müsse laan frische Milch mit Mze. 65 dem 5— Gfacheu Volumen Kreosotwasser verdünnen, filtriren, mit Aether auswaschen; kohlensaures Natron, darauf destillirtes Wasser zusetzen, dann sieht man bei 500-facher Vergrösserung sehr deutlich und regelmässig Microzyma mit Kernen und Zellresten ver- mischt. — Um zu zeigen, dass die Gerinnung der Milch allein den Mic, nicht der Be- rührung mit der Luft und den in dieser enthaltenen Organismen zuzuschreiben sei, wurde Milch unter Abschluss durch Kreosotwasser frisch aus dem Euter entnommen und ab- geschlossen stehen gelassen. Die Milch gerann am dritten Tage, und im Augenblicke der Gerinnung und Ausscheidung der Molke waren keine anderen Organismen nachzuweisen als Microzyma. — Nach den mitgetheilten Analysen des Verfassers enthält die Milch schon im frischen Zustande Alcohol und Essig, beide nehmen beim Gerinnen stark zu. Die Bildung derselben wird den Milchmicrozymen zugeschrieben, die sich darin den anderen Microz. gleich verhielten. 64. Derselbe. Faits pour servir ä l'histoire des microzymas et des bacteries. Trans- formation physiologique des bacteries en microzymas et des microzymas en bacteries, dans le tube digestif da meme animal. (Ebd. Nr. 188. S. 1143—1145.) B. untersuchte den Verdauungscanal frisch getödteter Hunde auf Microzymen und Bacterien und fand dabei constant Folgendes: Im Magen findet man bei der Verdauung normal Microzyma frei, besonders aber in Verbindung zu kleinen bewegten Bacterien, grossen Bacterien, Bacteridien e. c. Jenseits des Pylorus giebt es keine Bacterien mehr, nur Microzyma. In der Nähe der Ileocöcalklappe treten einzelne sehr kleine Bacterien auf. Im Dickdarm finden sich solche von allen Längen, besonders in grossen Mengen da, wo eine Irritation stattfindet, z. B. um die Tänien herum. Verfasser deutet dies als einen der besten Beweise für die Umwandlung der Microz. in Bacterien, und eines der besten Beispiele der alternirenden Generationen, die bei den Pflanzen und niederen Thieren so häufig sind. 64b, U. Gayon. Sur les alterations spontanees des oeufs. (Compt. rend. Bd. 77. S. 214—217.) A. Becbamp. Reflexions sur les generations spontanees; ä propos d'une note de U. Gayon sur les alterations sp. des oeufs etc. (Ds. S. 613—617.) In der Sitzung vom 27. Januar 1873 hatte Gayon die Vermuthung aufgestellt, dass die Organismen, welche Ursache des Verderbens der Eier seien, in das Ei gelangen, wäh- rend dasselbe durch den Eileiter wandert. In den Eileitern frisch getödteter Vögel fand er nun Bacterien und Schimmelsporen. Die Menge derselben vermindert sich, wenn man sich von der Kloake entfernt, 10—15 Cm, von der Mündung derselben entfernt, in einer Höhe, wo sich die Schale des Eies erst bildet, konnten noch Bacterien nachgewiesen werden. Dem entspricht, dass man nach vorsichtiger Entleerung von Eiweiss und Dotter in gereinigte Gefässe diese oft monatelang frisch erhalten kann, wenn sie nämlich keine Bacterien resp. Schimmelsporen aus den Eileitern mitführten. Im anderen Falle trat Fäulniss (Bakterienbildung) oder Schimmelbildung ein. B. tritt dieser Darstellung entgegen und behauptet, die verderbenden Organismen bildeten sich normaler Weise aus den im Ei enthaltenen Mikrozymen. G. habe nur durch die Anwendung von Karbolsäure ihre Entwicklung gestört. 65. A. Bechamp. Faits pour servir ä l'histoire de la Constitution histologique, de la fonction chimique, de la glairine Motily. (Ebendas. T. 76 p. 1484.) Er findet in der glairine, die sich aus dem Wasser auscheidet, und die er von der baregine unterscheidet, Microzyma in langer Rosenkranzform, die sich in Bacterien und kleine Körperchen, ähnlich den Cornaliaschen Körperchen, umwandelt. 66. L. Pasteur. Etüde sur la biere; nouveau procede de fabiication pour la rendre inal- terable. (Compt. rend. hebd. e. c. T. 77. p. 1140-1198.) Das schnelle Verderben des Bieres und der Hefe rührt nach Pasteur's Unter- suchungen von der Entwicklung und Vermehrung mikroskopischer Organismen „Krankheits- keimen" her, die, wie jetzt die Biauerei betrieben wird, in jeder Hefe und in jeder Bier- Botanischer Jahresbericht l, U QQ Pilzei würze nachzuweisen sind. Die Keime werden durch die Luft herbeigeführt und wenn ihr Zutritt ausgeschlossen wird, so bleibt das Bier unveränderlich. — Auf diese Sätze hin schlägt Pasteur ein neues Verfahren zur Bierbereitung vor, darauf berechnet, die „Krank- heitskeime" auszuschliessen. Die Bierwürze soll bis zur Siedhitze erwärmt, dann von der Luft abgeschlossen, abgekühlt werden. Darauf wird „reine" liefe zugesetzt, da aber alle gebräuchliche Hefe unrein ist, muss man sie erst züchten, indem man zu diesem Zweck von dem Umstände Gebrauch macht, dass Hefe bei Sauerstoffzufuhr besser gedeiht als in Kohlensäure, das Krankheitsferment aber umgekehrt. — Die Gährung muss wieder unter Abschluss vor sich gehen, indem die nöthige Luft vor ihrem Eintritt in den Gährbottig durch gebogene Röhren geleitet wird, wo sich die kleinen Organismen absetzen. 67. W. V. Knieriem und Adelf Mayer, lieber die Ursache der Essiggährung. (Die land- wirthschaftliche Versuchsstation h. von Dr. Fr. Nobbe. 1873. S. 305—329.) Da über die Ergebnisse dieser Untersuchung in einer anderen Abtheilung dieser Berichte ausführlicher referirt wird, genügt es hier das wiederzugeben, was über den der Essiggährung zu Grunde liegendem Organismus gesagt wird. Derselbe als Mycoderma aceti bekannt, ist vermuthlich zu den Bacterien zu rech- nen, indem er sich durch einfache Quertheilung vermehrt. Er besitzt einen beweglichen und einen unbeweglichen Zustand. — Bei schwacher Säuerung erscheinen die Organismen als unbewegte gekrümmte Stäbchen von 4,5 Mic. Länge. Bei lebhafter Säuere-Bildung sind sie lebhaft bewegt. — Sie finden sich auch auf den zur Schnellessigfabrication ver- wendeten Buchenspänen. Versuche durch Harn -Bacterien Essiggährung hervorzurufen schlugen fehl. Schizomyceten in Beziehung zum menschlichen und thierischen Organismus. 68. Dr. Wiebecke. Ueber Infectionskrankhcitcn. (Vierteljahrsschrift für gerichtliche Me- dicin. 1873. S. 356—370.) Es werden sehr ausführliche Auszüge aus den in den letzten Jahren erschienenen Arbeiten über Schizomyceten gegeben, namentlich aus denen, welche über Bacterien als Krankheitserreger handeln. „Die ganze Lehre von der Infectiou, sagt er am Schluss, würde zu ihrem Abschluss neigen; für jede Infectionskrankheit wäre der specifischc, mit besonderer Lebens- und Ent- wicklungsfähigkeit begabte Pilz gefunden, die weiteren Krankheitserscheinungen würden als mechanische und chemische Vorgänge resultiren und jede theoretische Frage hätte ihre Antwort bekommen." — Doch beschränkt er sich selbst, indem er hinzufügt: „Vorläufig werden aber die Zweifel nicht verstummen, die Proceduren schliessen keineswegs die Mög- lichkeit von Verunreinigung aus, auch scheinen die (von Klebs) beobachteten Formen nur zufällige Anordnungen in Gestalt, Farbe etc. zu sein. — Weitere Untersuchungen werden das Wahre von dem Falschen zu scheiden haben. — Noch immer ist die Frage nach der Natur der Infectionsstoffc erst mit einiger Wahrscheinlichkeit beantwortet und noch viele Aufgaben harren ihrer Lösung." 69. Prof. Dr. F. C. Faye. Kosogenie und Fanspermie. (Norsk. Magazin. Bd. 3, Heft 7, S. 338.) üebersicht einiger, hauptsächlich deutscher Arbeiten über die Rolle der kleinen Schmarotzer bei Infectionskrankheiten (Blattern, Pyämie u. A.), wobei er auch besonders über die norwegischen Beobachtungen an Puerperalfieberkranken berichtet (c. a. Nr. 33). 70. Eberth. (Centralblatt f. d. medic. Wissensch. XI. 1873. Nr. 20) fand im menschlichen Schweissc constant Bacterien, sowohl in dem normalen als in dem pathologischen, gelben Schweisse. Sie klebten sich manchmal zu Knötchen zu- sammen, die Eberth für identisch mit Zoogloea Beigeliana hält, auch bilden sie wohl einen Pilze. 6t Ueberzug über die Haare. Die Knötchen fand er au den Haaren in der Achselhöhle bei einem orangefarbenen Achselschweisse, und an den Haaren der Brust, hier waren die Bac- terieu mit Wollfasern vermischt. — Allzulauges Tragen wollener Unterziehjacken war hier die Ursache der Bacterienbildung, und dieselbe Ursache hält er auch iür die gewöhnliche Veranlassung der Chloasmen. 71. Dr. James More (Lancet 1873, 4. Jan.) stellte bei einem an Sarcina-Erbrechen leidenden Pat. Beobachtungen über diese Pilze an. Die Flüssigkeit war immer stark sauer. Wohlverstöpselt erhielt sie sich wochen- lang. Dann verloren die Sarcinen ihre quadratische Form und degenerirten zu einer gra- nulirten Masse. Dasselbe geschah im Magen des Pat., als dieser sich verschlimmerte, Eiter und faule stinkende Materien ausbrach, welche alkalisch reagirten. Nun fanden sich gar keine Sarcinen mehr vor (H. E. Richter 1. c. S. 182). 72. lieber die Rolle der Bacterien bei Entstehung von Gangräne, von A. Chauvau. Verfasser hat sehr beweiskräftige Experimente gemacht. Durch den bei den Thierärzten unter dem Namen Bistournage bekannten Process (mehrfache 'Umdrehung des Samenstrangs um seine Achse, ohne Hautverletzung, subcutan mit der Hand vollführt) tödtete er bei Widdern einen Hoden. Derselbe ging allemal ohne Fäulniss in Fettdege- ueratiou über (Necrobiose). Wenn vor dem Bistourniren dem Widder fauliger Eiter, aus einem Abscess desselben Thieres genommen, in die Jugularvene eingespritzt wurde, so wurde der Hode allemal brandig. Wenn man den besagten Eiter filtrirte, so entstand Gangräne, nicht durch Infection der abfiltrirten Flüssigkeit, sondern nur durch die zurückgebliebenen Bac- terien. (Compt. rend. 76. Mai p. 1092; Soc. de biol Avr. 19. 1873; Gaz. hebd de med. et de chir. Avr. 25. 1B73.) 73. üeber Die Mikrokokken der Vaccinelymphe, von Kreisarzt Dr. Schenk. (Vierteljahrs- schrift f. öffentl. Gesundheitspflege 1873. Bd. V. S. 267.) Verfasser hat Untersuchungen mitgetheilt , welche um so beherzigenswerther sind, da sie eine unmittelbare Anwendung der mikroskopischen Ergebnisse auf die Schutzkraft einer bestimmten Lymphe gestatten. Schenk fand in der Lymphe alle Formen der Mikro- kokken, von den feinsten, kaum mikroskopisch erkennbaren Kügelchen und Pünktchen bis zu den Gallerten, Sporoiden, Fäden und Fadenfilzen, letztere um so reichlicher, je älter die Lymphe war und je mehr sie mit dem Luftsauerstoff in Berührung gekommen war. In demselben Masse, wie die letzteren, entwickelteren Formen sich mehren, nimmt die Zuver- lässigkeit der Schutzlymphe ab. Verdünnung mit Glycerin (etwa zu 1 : 1 oder l:2j conser- virt die Kokken, wahrscheinlich durch Luftabhaltung, kann jedoch auf längere Zeit nicht gegen das Abnehmen der Schutzkraft sicher stellen. (M. E. Richter 1. c, 197.) 74. Klebs. üeber Infectionskrankheiten. (Cit. aus Dr. Wiebecke, Nr. 68, S. 369, 370.) Verfasser ist in diesem Jahre mit neuen Beobachtungen hervorgetreten, denen zu- folge Vertheilung, Anordnung und Grösse der Mikrokokken der verschiedensten Infections- krankheiten sehr auffallende Abweichungen von einander darbieten sollen. Er bemühte sich zuerst, die septischen Mikrosporen durch öfteres FjltL-iren mittelst Thoncylinder, Waschen etc., also mittelst einer Procedur, „die doch mindestens einige Stunden währt", rein darzu- stellen. Dann wurden frisch ausgezogene und fein zugespitzte Capillarröhren auf den Bo- den der pilzhaltigen Flüssigkeit eingesenkt, dort die Spitze abgebrochen, das herausgezogene Röhrchen wieder zugeschmolzen und in eine pilzfreie Vegetationsflüssigkeit (2 pc. Lösung von weinsaurem Ammoniak), die sich unter einer Oelschicht in einer Stöpselflasche befand, wiederum zerbrochen. Nachdem hier die Vegetation in der von ihm und Tiegel schon früher beschriebenen Weise vollendet war, wurde dieselbe Procedur nochmals wiederholt („fractionirte Cultur"). Auf diese Weise verschwanden selbst morphologisch nicht so leicht zu unterscheidende Körper, Hierauf suchte er durch eine sehr complicirte Culturmethode 5* 68 P^lze. den Vorgang der Vermehrung und Weiterentwicklung mit starken Vergrösserungen direkt zu beobachten. Die cultivirten Keime wurden in mikroskopische Glaskammeru übertragen, die wieder mit besonderen Vorsichtsraassregeln zu reinigen waren; nach der Uebertragung wurden sie sofort zugeschmolzen. Auch die in diesen Apparaten als Culturboden verwand- ten Leimgallerten wurden zu jeder Versuchsreihe besonders bereitet, um sie vollkommen frei von körperlichen Bestandtheilen zu erhalten. In den gänzlich mit Leimgallerten ge- füllten Kammern trat eine Entwickelung der eingeführten Keime überhaupt nicht ein, viel- mehr war die Anwesenheit atmosphärischer Luft eine wesentliche und unumgängliche Wachsthurasbedingung. Bei der Entwickelung des Microsporon septicum stellten sich in der Eeihe der Bacterien, Monaden etc. bisher noch gänzlich unbekannte Vorgänge dar. Der Process der Proliferation ging von der stäbchenförmigen, unbeweglichen Körperform aus, den Bacterien, welche sich wahrscheinlich nur in der Längsachse spalten. Geht die Theiluug lebhaft vor sich, so verschwinden in den Gruppen die einzelnen Bacterien, es entsteht eine körnige Masse, die zuerst eine zackige Form besitzt, dann in rundliche Ballen zerfällt, während die Enden des Körpers noch spitz zulaufen. Solche Ballen lösen sich von der Hauptmasse los oder entstehen aus kleineren abgelösten Keimen (körnige Plasmaballen). Mit der Vergrösserung und fortgesetzten Theilung dieser letzteren tritt eine Differenzirung ihres Inhalts ein, indem die einen sich immer deutlicher zu Bacteriencolonieen umgestalten, während die anderen, kleineren und spärlicher auftretenden Ballen hängen bleiben, matt- glänzend und gelblich gefärbt sind. Die hervorstechendste Eigenschaft dieser „gelben Kör- per" ist die Bildung von Protoplasmafortsätzen nach Art der amöboiden Zellen und das Eintreten contractüer Bewegungen von allerdings grosser Langsamkeit aber auffallenden Resultaten. Sie werden als contractile Pigmentkörper bezeichnet. Das vierte Stadium be- steht in der Verschmelzung dieser beiden letzteren Formen zu einer homogenen Masse, in der weder Pigmentkörper noch Bacteriencolonien vorhanden sind. Eingeleitet wird dieser Process durch die Ablösung erwachsener Bacterien von den Rändern der letzteren, die mit langsamer und vielfach unterbrochener Bewegung sich den gelben Körpern annähern, z. Th. in ihre Substanz aufgehen, dann aber an ihrer Oberfläche zu einer homogenen Plasmaschicht verschmelzen, in die endlich auch die Pigmentkörner sich auflösen (Plasmaschichtj. Von diesen letzteren kann nun von Neuem derselbe Entwickelungsgang vorgehen wie von den zuerst eingeführten Keimen. Zu anderen Resultaten gelangte Klebs bei der Cultur des diphtherischen Micrococcus. Es bilden sich bald braune Körperhaufen, die bei reichlicher Anwesenheit von Leim grosse zusammenhängende Couglomerate bilden; von diesen lösen sich kleinere Theile ab, welche zur Grösse von rothen Blutkörperchen heranwachsen, sich dann in Körnerhaufen umwan- deln, ähnlich den erst entstandenen. Endlich zerfällt die ganze Masse in freie Körner und lebhaft bewegliche, sehr kleine Bacterien, während der Leim vollkommen verflüssigt wird. Bei den Masernmicrococcus bildeten sich zuerst blasse Körnerhaufen, dann wandel- ten sie sich zum Theil zu Bacterien um, die zur Peripherie wandern, in der Richtung des Durchmesser hier einen Stäbcheuzaun darstellten. Hieraus entstanden neue Haufen und bewegliche Bacterien. Die Körner der Micrococcenhaufen der Schutzpockenlymphe waren wie die der Sarcine zu je 4 gruppirt. 75. Max Wolff (Centralbl. für die medic. Wissenschaften 1873 Nr. 32). Verfasser verglich bei Meerschweinchen die Wirkung des unter die Haut injicirten Wundsecrets von Pyämischen, resp. Septicämischen mit derjenigen der aus diesen Secreten in einer Nährflüssigkeit (1 Proc, weinsauren Ammoniak mit Zusatz von phosphorsaurem Kali) gezüchteten und ebenfalls subcutan injicirten Pilzen und erhielt folgendes Resultat: von 12 Meerschweinchen, denen Eiter von Pyämikern in der Dosis von 1—2 Cio. subcutan injicirt worden war, gingen 11 Thiere unter den Erscheinungen localer Phlegmonen mit weitverbreitetem blutig-serösem Oedem, in kurzer Zeit zu Grunde; dagegen sind von 12 Meerschweinchen, denen die Bacterienflüssigkeit injicirt wurde, 8 am Leben geblieben, — Ein ähnliches Verhältniss zeigte der Vergleich der Wirkung des Secrets jauchig gangränöser (septischer) Wunden mit derjenigen der daraus gezüchteten Pilzflüssigkeit. Dass die letztere Pilze. 69 rein war. d. h. eben die in dem pyämischen oder septischen Secret enthaltenen Bacterien und keine anderen enthielt, wnrde durch Controlversuche , sowie durch directe niik. Unter- suchungen sicher gestellt. Die letztere erwies übrigens sowohl in den infectiösen Secrclen wie in den Züchtungsflüssigkeiten multiple Pilzformen, sowohl Kugel- wie Stäbchenbacterien. Aus diesen Versuchen schliesst Verfasser, dass die gezüchtete pyämische und septische Pilze enthaltene Flüssigkeit bei weitem weniger deletär wirkt als das Wundsecret selbst, dass daher den Bacterien in den Wundsecreten zum mindesten nicht ausschliesslich die deletäre Wirkung zuzuschreiben ist, die ihnen jetzt vielfach zuertheilt wird. Ebensowenig darf, wie Verfasser auf Grund der erwähnten microsk. Untersuchung sich ausspricht, einer bestimmten Gattung von Bacterien (Kugelbacterien-Cohn), ausschliesslich die pathogene Wirkung zugeschrieben werden. 76. Kissner spricht sich auf Grund von Experimenten noch viel entschiedener für die Unabhängigkeit der deletären Wirkung septischer Flüssigkeiten von den Bacterien aus. Microscopische Untersuchungen ergaben dem Verfasser zunächst, dass das sogenannte Microsporon septicum für septische Processe keine specifischc Pilzform sein kann; er fand es nicht nur in septischen und pyämischen Flüssigkeiten, sondern auch in peritonitischen> nicht septischem Exsudat, in Eiter aus gewöhnlichen und unbedeutenden Abscessen etc. Verfasser stellte sich nun ferner ganz bacterienfreie Filtrate von Jauche, pyämischen Eiter von Exsudat puerperaler Peritonitis dadurch her , dass er dieselbe durch einen Glastrichter, in welchem eine doppelte Lage sehr dichten Fliesspapiers sich befand, und dessen Hals mit ausgekochter Baumwolle dicht verstopft war, filtrirte. Die Einspritzung dieser Fil- trate hatte ganz denselben Erfolg wie die bacterienhaltigen Substanzen: Tod in kurzer Zeit, ebenso war der Sektionsbefund ganz derselbe: jauchige resp. eitrige Infiltration in der Umgebung der Eiustichsstelle. Verfasser glaubt daher, dass die Wirkung der inficirten Flüssigkeiten ausschliesslich auf chronischen Zersetzungsprocessen beruhe, die unabhängig von den Bacterien erfolgen. (Berliner klinische Wochenschrift. 1873. Nr. 41. S. 491.) 77. Birch-Hirschfeld. Untersuchungen über Pyämie. (Archiv d. Heilk, Bd. XIV. p. 193 usf.) Resultate dieselbe wie in Nr. 78. 78. Dr. Birch-Hirschfeld. Ueber Pyaemie. (Jahresbericht der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden. Dresden 1873. S. 85-93.) Nach Besprechung der früheren Theorien von Piorry (von dem der Name her- stammt) Virchow, Bergmann, über das Wesen der Pyaemie und der Parasiten-Theorie, der Anschauungen und Untersuchungen von Halber, Pasteur, F. Cohn. Klebs, über parasitäre Infections-Organismen, legt Birch seine eigenen Beobachtungen vor, als deren Schlüsse er folgende Sätze aufstellt: 1) Die im Eiter Pyämischer (resp. im Eiter von Wunden, die sich in Localitäten befinden, wo die Pyämie endemisch herrscht) vorkommenden Bacterien gehören derjenigen Form an, welche F. Cohn als „Kugelbacterien" bezeichnet, sie unterscheiden sich also von denjenigen Bacterien, welche in faulenden Substanzen auftreten (B. termo, lineola etc.). Zwar können auch die letztgenannten Formen im Eiter gefunden werden, doch finden sich dieselben weder überall in pyämischen Wunden, noch scheint ihr Vorkommen in massiger Zahl von erheblicher Bedeutung zu sein (leichtes septicämisches Fieber). 2) Eiter, welcher die bezeichneten Kugelbacterien in irgend erheblicher Anzahl enthält, erzeugte in geringen Dosen (selbst '/^ Tropfen) Kaninchen subcutan beigebracht, nach einer nahezu fieberfreien Incubation von 3—5 Tagenein intermittirendes oder remit- tirendes Fieber, local entsteht eine sich weit verbreitende Zellgewebsvereiterung , welche am 4. bis 14. Tage zum Tode führt. In der Lunge und der Leber der gefallenen Thiere fanden sich wiederholt metatastatische Eiterungen. Der Grad der Infectionskraft eines sol- chen Eiters ist parallel der Menge der Kugelbacterien, welche es enthält, darnach richtet sich auch die Dauer der Incubation. 3) Putride Massen (Blut, Muskelinfus.) in gleicher Menge wie die erwähnten, riQ Pilze. aber subcutau iuficirt, bewirken eine sofort nacb der Infection beginnende Temperatur- Steigerung, welche in 12—20 Stunden zur Norm herabgebt, in den meisten Fällen bleiben dann die Thiere gesund, indem sich nur an der lufectionsstelle eine Verhärtung aus- bildet. Grössere Mengen putrider Substanz erzeugen eine jauchige Phlegmone. Auch hier hängt der Grad der Wirkung von der Menge der Bacterien (bes. Bact. termo) ab, welche in der inficirten Substanz enthalten war. 4) Pyämischer Eiter, welcher im frischen Zustande stark inticirte, verliert bereits nach lOtägigem Stehen seine specifische Wirkung, bei weiter fort2:eschrittener Fäulniss ruft er die Erscheinungen putrider Vergiftung hervor; dieselbe Wirkung zeigt ein Eiter, welcher frisch bereits zahlreichere Individuen von B. termo enthielt, doch kann derselbe, wenn er zugleich Kugelbacterien enthält, später noch das Bild der erwähnten pyämischen Infection hervorrufen. 5) Reichliche Kugelbacterien im Wundsecret deuten auf die drohende Gefahr der Pyämie, doch hängt das Eintreten derselben, resp. der schnellere oder langsamere Verlauf davon ab, ob die localen Verhältnisse der Wunde die Resorption begünstigen oder hindern. Erische Amputationswunden scheinen in dieser Beziehung die schlechtesten Verhältnisse darzubieten. 6) Bei rapidem Verlauf der Pyämie und entsprechend der Schwere der Infection finden sich Kugelbacterien im Blut, welche zum Theil den weissen Blutzellen anhaften. Bei langsamerem Verlauf (also bei ungünstigen Resorptionsbedingungen) ist die Zahl der im Blut vorhandenen Bacterien stets eine geringere. Es ergibt sich aus diesen Sätzen: I. dass die Pyämie und die Septicämie, insofern man letztere mit der putriden Infection identificirt, verschiedene Processe sind. II. Für die Pyämie besteht ein entschiedener Parallelismus zwischen dem Auf- treten der Kugelbacterien im Wundsecret und Blut mit den localen und allge- meinen Symptomen der Infection. (Die Debatte über diesen Vortrag ebendas. (S. 101—107) liefert nichts Neues.) 79. Obermeier (Berliner klinische Wochenschrift 1873, Nr. 13, S. 152) macht in der Berliner medicinischen Gesellschaft, Sitzung vom 26. Febr. 1873 die Mit- theilung, dass er im Blute von Recurrens-Kranken fadenförmige Gebilde mit grosser Con- stanz beobachtet habe. Schon bei der im Jahr 1867—68 in Berlin herrschenden R.-Epi- demie habe er sie bemerkt, habe aber jetzt die Ueberzeugung gewonnen, dass sie specifisch und constant bei diesem Krankheitsprocess seien. Nur im Fieberanfall treten sie auf und verschwinden gegen die Zeit der Krisis. — Es sind unmessbar dünne, ungegliederte Fäden, die in fortwährender schwingender und spiraliger Bewegung begriffen sind. 80. Derselbe (Berl. Medic. Ges. S. vom 26. März und Berl. klinische Wochenschrift 1873. Nr. 83. S. 391) berichtet über die an einigen 20 Recurrens-Kranken neuerdings angestellten Beobachtungen. Er erklärt den Befund der fadenförmigen Gebilde für specifisch für die Fieberzeit des Recurrens. Er beschreibt sie sehr ausführlich und erklärt sie für eine Spirochaete (Cohn), 81. Derselbe (Medic. Ges. S. v. 11. Juni. Berl. kl. W. 73. S. 455) macht darauf aufmerksam, dass zum Leben der Spirochaete alualische oder neu- trale Beschaffenheit der Flüssigkeit und Anwesenheit von atmosphärischer Luft nöthig sei und bestreitet die von M. Wolff aufgestellte Behauptung, dass Sp. in faulenden Flüssig- keiten vorkomme. 82. Prof. Ferd. Cohn (Sitzungsberichte der schlesischen Gesellschaft für vaterl. Cultur. Naturw. Sect. 26. März 1873, berichtet über die seit 4 Decennien beobachteten Krankheiten der Seidenraupen. Es sind 3 verschiedene Epidemieen, 1) die durch Botrytis Bassiana, 2) die durch Nosema Bombycis, 3) die jüngste seit 5 Jahren bekannte Krankheit : Schlafsucht, flacciderma, morts-flats , bei Pilze. 71 welcher Pasteur Bacterien im Darme und Habcrland Krystalle in den Malpighisclieu Ge- fässeu o-efimdeii. Vortragender ist mit Untersuchung der letzten Krankheit beschäftigt. Anknüpfend hieran bestätigt er die Obermeier'sche Entdeckung über das Vor- kommen von Spiralfäden im Blute von Recurrens-Kranken. Er hat sie im Blute von R.-Kranken im Breslauer Allerheiligen-Hospital gesehen und für Spirochaete erkannt. Ob sie identisch sind mit Sp. plicatilis, die er vor 20 Jahren in Teichschlamm und im vorigen Jahre im Zahnschleim fand, bleibt unentschieden. 83. Franz Engel, üeber die Obermeier'schen Recurrens-Spirillen. (Berl. klin. Wochschr, 1873. Nr. 35. S. 409-412.) Bei 18 auf der Frerichsschen Klinik in Berlin behandelten Recurrens-Kranken wurde das Blut in 25 Anfällen untersucht. Während des Anfalls wurden die Spirillen aus- nahmslos, in der fieberfreien Zeit niemals gesehen. Sie sind blass , homogen, ungetheilt, ihre Länge beträgt das 6-26fache eines rothen Blutkörperchens. Sie sind korkzieher- artig gewunden. — Sie bewegen sich in dreifacher AYeise, 1) in wellenförmiger Schlängelung in der Längsrichtung des Fadens, 2) durch Biegungen der Axe, 3) in langsamerer Orts- bewegung. Man sieht sie zuerst 12—14 Stunden nach dem ersten Auftreten der Krankheit, dann 1-4 Tage hindurch, 24 Stunden nach dem Beginn des ersten Anfalls sind sie sicher zu sehen, 24 Stunden vor dem Anfall sicher verschwunden. Die Zahl und Grösse der Spirillen steht im Connex mit der Intensität des An- falls. — Jnfectionen von spirillenhaltigem Serum in das Blut von Hunden ergaben keinen Erfolg. — Wie die Sp. verschwinden ist unbekannt; in den Secreten der Haut, Speicheldrüse und Nieren finden sie sich nicht. In defibrinirtem Blute, ebenso in Kochsalzlösung hielten sie sich 1-2 Tage, ver- längerten sich sogar. — Chinin, Carbolsäure, Kali hypermang, Jod, verdünnte Kalilauge hoben die Bewegung nicht auf, dagegen erlischt dieselbe durch Zusatz von Glycerin, und Lösungen von Hydrarg muriat. und Hg. nitricum 1 : 3000. 84. Dr. Weigert (Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur. Medic. Sect. Sitzung vom 12. Sep- tember 1873) berichtet über seine Erfahrungen in Betreff der Obermeierschen Recurreusfäden. Er be- stätigt die Beobachtungen des Entdeckers durchaus. Er fand die Fäden mehrmals un- mittelbar beim Beginn der Temperatursteigerung. In den Leichen fand er sie nie. — Die Fäden besitzen eine sehr geringe Resistenz gegen Reagentien, Kalilauge macht sie augenblicklich verschwinden, selbst destillirtes Wasser hebt die Bewegung sofort auf. 85. Letzerich. Ueber die Lungenmycose beim Keuchhusten. (Virchow's Archiv. Bd. LVU. Heft 3 u. 4.) Als Ursache des Keuchhustens sieht Verfasser einen die Schleimhaut des Kehl- kopfes und der Luftröhre überziehenden Pilz an. Bei Kindern, die an Complicationen des Keuchhustens gestorben, finde sich der Pilz, der zarter als der Diphteritis-Pilz sei , in den Lungenalveolen. — Chiningebrauch (local) wird als sehr wirksam empfohlen, da dadurch dio Pilze getödtet wurden. Wenn dasselbe 8—10 Tage angewendet worden war, war in allen Fällen keine Pilz- oder Sporenbildung in dem Auswurf zu finden, das einzig sichere Zeichen der Heilung. 86. Derselbe (ebeudas. Bd. LVIII. Taf. 8 und Tagebl, der Naturforscher-Vers, zu Wiesbaden. N. 6. p. 70) theilt seine Beobachtungen mit über die Einwanderung und Verbreitung des Diphtherie- pilzes durch die Epithelien hindurch in die Gewebe, Gefässchen und Follikel der Schleim- haut. Er findet sie ganz analog mit dem bekannten Eindringen der Blattpilze durch die Oberhaut der Pflanzen (i. nach C. M. Richter Nr. 33. S. 198.). 87. Dr. A. Burkart. Ein Fall von Mycosis intestinatjs. (Berl. kl. Wochenschr. 1873. Nr, 13. S. 145-148.) Ein Kranker war im Katharinenhospital in Stuttgart fast unter den Symptomen 72 Pilze. f, der Cholera gestorben. Schon bei deu Darmontleerungen des Kranken waren eine Masse Pilzelemente aufgefunden worden. Bei der Section fanden sich in dem Darm, in den Epi- thelien desselben, in den Venen und den geschwellten Lymphdrüsen zahllose theils freie, theils in Klumpen zusammengeballte Bacterien und Micrococcen. — Der Fall wird mit anderen ähnlichen Fällen , die von Waldeyer, Buhl, v. Recklingshausen und Wahl beobachtet worden sind, verglichen. 88. B. Fraenkel (Berlin, medic. Gesellschaft. Berl. kl. Wochschr. 1873. Nr. 8. S. 94) stellte einen Fall von gutartiger Mycosis des Pharynx vor. Weisse Erhabenheiten auf Tonsillen und Zungengrund bestanden aus bewegten runden Körperchen und Stäbchen. — Der Fall hätte mit Diphterie verwechselt werden können. 89. Pastenr. Note relative ä un Rapport de M. Cornalia sur les edacations de ver ä soie en 1872. (Compt. rend. B. 77, p. 461-463.) 1872 war durch den regnerischen Mai und Juni sehr ungünstig für die Seiden- cultur, aber die Verbreitung der Corpuskel-Infection hat seit 1867, dem ersten Jahre, seitdem man in Italien die von P. vorgeschlagene selection cellulaire anwendet, bedeutend abgenommen: „keine Zucht mit graine cellulaire hat durch Pebrine gelitten. Nur durch Flacherie wurden einige Opfer gefordert." In Japan dagegen hat die Corpuskel-Krankheit zugenommen. „Die Verbesserung der Seidenzucht verdankt man der ausgebreiteten An- wendung des Mikroskops und der fortgesetzten selection cellulaire." 90. Raulin. Sur la maladie des vers ä soie. (Ebd. S. 471—473.) Der Verfasser beschäftigte sich damit, festzustellen, welchen Einfluss das Aus- kriechen der Seidenraupen in bestimmten Jahreszeiten auf die Krankheit der morts-flats hat. Raupen, die im Juni ausgekrochen, starben an Flacherie; erst die, welche nach*dem 15. August ausgekrochen, bilden wieder Coccons. Die Sterblichkeit der Raupen an Flache- rie je nach der Zeit, in der sie ausgekrochen sind, lässt sich durch eine Curve ausdrücken, die am 15. April am geringsten, am 15. Juni am grössten. — Diese Thatsachen recht- fertigen den Gebrauch , die Eier so früh wie möglich im Jahre zur Incubatiou zu legen, und zeigen, warum man auch im Herbst Erfolg in der Zucht haben konnte. Mycologische Angaben werden nicht gemacht. 91. Gibelli, Maestri e Colombo. Esperienze sulla Propagazione artiüciale dei Corpuscoli del Cornalia. (Rendiconti del R.-Instituto Lombarde Ser. IL Vol. VI fasc. XIV 8 S.) Die Verfasser stellten im Laboratorium für kryptog. Botanik zu Parma Versuche an, um festzustellen, ob Seidenraupen, welche mit Pleospora herbarum inficirte Maulbeer- blätter verzehrten, an der Corpuskelkrankheit erkranken würden. Die zur Fütterung bestimmten Blätter wurden mit Pleospora herbarum (Schlauchfrucht), Cladosporium herba- rum, Fumago salicina, Rhizopus nigricans und mit zerriebenen Seidenraupen, die an Pe- brine zu Grunde gegangen waren, bestrichen und diese 5 Proben in 5 verschiedenen Ab- theilungen Raupen zur Nahrung gegeben, die man für völlig gesund halten konnte. In keinem Falle bildeten sich im Innern des Raupenkörpers Cornaliasche Körperchen. Der Unterschied dieser Körperchen von den Stylosporen von Pleospora herb, wird genauer ausgeführt. Es gelang den Beobachtern durch mehrere Monate hindurch fortgesetzte Culturen bei Ersteren nie eine Spur von Keimung zu erzielen. Neu aufgestellte Arten. Myconostoc gregarium Cohn. (45.) Auf der Oberfläche des Wassers schwimmende, zu Gallertmassen vereinigte Kugeln aus verschlungenen Bacterienfäden gebildet. Calothrix dichotoma Cohn, (Ds.) Farblose Leptothrix-Fäden , durch falsche Dichotomie wie Scytonema und Rivularia scheinbar dichotom verzweigt. Pilze. 78 VII. Phycomycetes. Chytridieae. 92. P. Magnus. (Sitzimgsber. der Gesellsch. naturf. Freunde zu Berlin v. 19. Nov. 1872.) Magnus fand in den Wurzelhaaren von Ceramium flabelligerum und C. acantliono- tum ein CTiyti'idium, das er Ch. tumefaciens nennt, zu 1—6 in einer Näbrzelle. Es gehört zu Olpidium A. Br., ist kuglig, von Ch. sphacelarum Kny morphologisch nicht zu unter- scheiden. Zur Entleerung der Zoosporen sendet es 1—2 Fortsätze durch die Wand der Nälirzelle. Einmal wurde das Einschlüpfen der Zoosporen in die Nährzellen beobachtet.— Ch. sphacelarum beobachtete Vortr. häufig bei Helgoland auf Cladostephus spongiosus und auf Sphacellaria cirrhosa bei Apenrade, Ch. Plumulae F. Cohn auf Callitharaniura Plumula bei Roesnaes auf Seeland. — Auf CoUithamnium sind die Chytridien sehr verbreitet, von vielen früheren Beobachtern abgebildet, aber verkannt, für Sporen oder Antheridien der Nährpflanzen gehalten worden. 92 b. J. Schroeter (22 No. 1656). Auf Oenothera biennis fand S. bei Rastatt reich- lich ein Synchytrium, dessen Entwicklung, Schwärmsporen- und Dauersporen-Bilduug ver- folgt wurde. Es steht in jeder Beziehung dem Synch. Taraxaci De By. et Wor. nahe , es gelang aber nicht, mit Schwärmsporen von Synch. fulg. Pflanzen von Taraxacum zu inficiren. Saprolegnieae. 93. Max Cornu. Monographie des Saprolegniees. (Annal. d. Scienc. nat. Bot. V. Ser. T. XV. Par. 1872. p. 5—198, pl. 1—7.) Verfasser stellt im ersten Theile der Abhandlung das zusammen, was bisher über Systematik und Biologie der Saprolegniaceen bekannt wurde und theilt dabei seine eigenen neuen Beobachtungen mit. Nach der Art der ungeschlechtlichen Fortpflanzungsorgane bringt er sie in zwei Gruppen, a) Saprolegnieen ohne Einschnürungen: Saprolegnia, Achlya, Aphanomyces , Dictyuchus , Pythium , und b) solche mit Einschnürungen : Leptomitus, Achlyogeton, Myzocytium, Rhipliidium n. gen., Monoblepharis n. gen. Die letztere Form unterscheidet sich von allen anderen äcliten Saprolegnieen dadurch, dass die Schwärmsporen nur eine Cilie haben, und dass die Zellwände keine cellulose Reaction zeigen. Die Vor- gänge bei der Bildung der geschlechtlichen Sporen werden mit grösster Ausführlichkeit behandelt, die Bedeutung der sogenannten Vacuolen bei den vielsporigen Saprolegnieen vor der Ausbildung der Gonospbären wurde durch die Beobachtung nicht aufgeklärt, doch fest- gestellt, dass sie nicht die Kerne der künftigen Sporen bilden, denn ihre Zahl entsprach bei directer Beobachtung eines Oogons nicht der der später entwickelten Sporen. Der Befruchtungsvorgang wurde bei Pythium gracile Schenk., durch anhaltende Beobachtung in Zwischenräumen von wenigen Minuten untersucht. Es konnten keine Antherozoiden be- merkt werden, der Inhalt des einzelnen Antheridiums entleerte sich allmählich im Verlauf einiger Stunden und die Ausbildung der Gonosphären zu Sporen beanspruchte etwa einen Tag. Die Theorie von Pringsheim über die Befruchtung der Achlya dioica wird bekämpft und dann ein eigenthümlicher Befruchtungsvorgang bei Monoblepharis geschildert. Hier entstehen Antherozoiden in kleinen gesonderten Sporangien, sie haben die Form von Zoo- sporen und befruchten die Gonosphäre , indem sie mit ihr verschmelzen. Es bildet sich nur eine Spore im Sporangium. Nach der Gestalt*' der Sporangien und der Stellung der Antheridien werden zwei Arten: M. sphaerica und M. polymorpha unterschieden. Die Frage über den Befruchtungsvorgang bei den Saprolegnieen, die keine Seiten- äste tragen, wird nicht entschieden, doch denkt sich Verfasser denselben so, wie er ihn für Monoblepharis schildert. — Keimung der Oosporen beobachtete Verfasser reichlich bei Saprolegnia spiralis, einmal bei Apodya (Leptomitus) brachynema. Im zweiton Theile der Abhandlung werden die verschiedenen Chytridineen bespro- chen, welche parasitisch auf Saprolegnieen leben. Dieselben werden in drei Gruppen ge- ordnet. 1) Arten, wo die einzelnen Parasiten ganz frei sind : Olpidiopsis. 2) Alten, wo sie mit der Wand ihres Wirthes verwachsen sind : Rozella. 3) Arten, wo sie untereinander zu Sori vereinigt sind, wie bei Synchytrium: Woroninia. Die Zoosporen sind bei allen diesen 74 Pil«e. parasitischen Arten gleichartig, stähchenförmig, ohne Kern, am hinteren Ende mit einer einzigen Cilie versehen, in blossem Wasser keimen sie nie. In ihren Jugendzuständen liegen die Parasiten als membranlose Protoplasmakörper in dem Protoplasma ihres Wirthes, und gleichen so den Plasmodien der Myxomyceten. Auch durch die Form und die eigen- tliümliche Bewegung der Zoosporen, welche schliesslich amöbenartig wird, erscheinen die Chytridiaceen als nahe Verwandte der Myxomyceten. Die Dauersporen sind mit einer braunen, mit Wai'zen besetzten Haut umgeben. C. glaubt aus der Analogie mit Algen und Saprolegniecn, besonders Monoblepharis , schliessen zu dürfen, dass diese Art der Sporen durch Befruchtung gebildet wird, welche vielleicht, wie bei Pandorina, in einer Copulation der Schwärmsporen besteht. Er hält es für wahrscheinlich, dass die Copulation eintritt, nachdem die Schwärmsporeu in die Nährpflanze eingedrungen sind. Darauf hin deutet er eine Beobachtung, die er an Synchytrium Stellariae machte. Er sah sehr oft in einer Nährzelle zwei junge Synchytriumkörper, später war nur einer vorhanden , aus dem sich die Dauerspore bildete. Bei Olpidiopsis findet man auch an den reifen Dauersporen eine kleine leere Zelle angeklebt, welche vielleicht als Antheridium zu deuten ist. Bei Beschreibung der einzelnen Gattungen und Arten bemüht sich C. besonders ausführlich die parasitische Natur dieser Organismen nachzuweisen gegenüber der Annahme, dass man sie für Organe der Nährpflanze halten könute. In Rozella wird ein merkwüi-diges Beispiel aufgeführt, dass die Zellwand eines fremden Organismus mit der seines Wirthes so vollständig verschmilzt, dass Beide nur als eine Schicht erscheinen. Eozella septigena ist nach der Darstellung des Verfassers ein Parasit in Saprolegnia, dessen Sporangien den Fäden der Nährpflanze das Aussehen geben, als ob er durch Quer- wände getheilt wäre. Sie sind es besonders, die früher für Antheridien erklärt wui'den. Sie ähneln in mancher Beziehung dem Olpidium simulans De By. et Wor. in den Zellen von Taraxacum oö". Bei Woroninia werden die Sori ganz wie bei Synchytrium durch Theilung eines Plasmakörpers gebildet. Die gemeinschaftliche Haut verschmilzt mit der Membran der Nährpflanze. Durch eiue Papille entleeren sie sich. Bei den Sori von Synchytrium Stellariae fand C. ebenfalls eine kreisrunde Stelle in der gemeinschaftlichen Membran, die durch Chlorjodür röthlich gefärbt wurde. Er hält dieselbe für eine Papille , welche dazu dient, die Membran der Nälu-zelle zu durchdringen. C. schliesst seine Untersuchung mit folgenden Betrachtungen : Wir können schlies- sen, dass die geschlechtliche Fortpflanzung bei den Saprolegnieen nur nach zwei Typen vor sich geht. In einem Falle erfolgt die Befruchtung durch Seitenäste, im anderen durch Antherozoiden, die den Schwärmsporen ähnlich sind. — Von einem etwas allgemeinen Standpunkte aus betrachtet sind beide Typen kaum verschieden, bei dem einen wird das unbewegliche männliche Element durch das männliche Organ in die Gonosphäre ergossen, bei dem anderen ist es mit Cilien versehen, dringt ohne Hülfe eines Organes in das Oogo- nium und senkt sich in die Gonosphäre. In beiden Fällen ist das männliche Element plasmatisch; es bewirkt, dass sich um die Gonosphäre eine Cellulosemembran bildet und dass sich diese Kugel in eine Oospore verwandelt. 94. N. Pringsheim. Weitere Nachträge zur Morphologie uod Systematik der Saprolegnieen. (Pringsh. Jahrb. f. wissensch. Bot. Bd. IX. Heft 2. S. 191-234. Taf. XVII-XXII.) Die Erfahrungen, welche Pringsheim seit seinen letzten Veröffentlichungen über die Saprolegnieen (1857) über diese Familie gesammelt, theilt derselbe zur Klärung der viel- fach inzwischen aufgestellten Ansichten mit. Er theilt den Stoff in di-ei Abtheilungen: 1) lieber die Parthenognensis bei den Saprolegnieen. — Bei den Saprolegnieen ohne Nebenäste war die Befruchtung lange zweifelhaft geblieben. Die Gebilde, welche P. früher für männliche Organe derselben ansah, erkennt er jetzt ebenfalls für Parasiten. Jetzt er- klärt er die S. ohne Nebenäste für parthenogentische Formen der Arten mit Nebenästen. Die Form, welche vielsporige und durchlöcherte Oogonien besitzen, werden sämmtlich zu Saprolegnia ferax vereinigt, mögen an ihnen männliche Aeste vorkommen oder nicht, es finden sich alle Uebergänge zwischen ihnen. Die Löcher in den Sporangien haben nicht den Werth von Eintrittsstellen für Samenkörper. Es giebt eine Form, Jjei der sich unmittelbar unter dem Oogonium eine Zelle bildet, die befruchtende Aeste durch die Scheidewand in das Pilze. 75 Oogoniura schickt; bei anderen Formen wachsen die Ooj^onien in aiideroil Schlauchen von ihrer Membran dicht umhüllt, und die Sporen reifen dennoch. — Unzweifelhafte Fälle von Parthenogenesis finden sich bei Achlya polyandia Ilild., deren Oogonien undurchlöchert sind. Auch hier finden sich Uebergänge von Formen mit reichen Nebenästen zu dentni, wo diese ganz fehlen, und bei diesen reifen die Sporen dennoch und keimen auch. Ein Unterschied zwischen den befruchteten und nicht befruchteten Oosporen findet sich niclit. Beide haben einen kleinen, excentrischen vacuoleartigen Fleck (kein Zellkern). — Aus den parthenogenetischen Sporen sowohl als aus den befruchteten gehen Scliwärmsporeu-Genera- tionen hervor, die sich nicht unterscheiden lassen. — Die parthenogenetischen Oosporen keimen früher als die befruchteten, oft ohne jede Ruhepause. — Verfasser hält es für annehmbar, dass bei manchen Cryptogamen Parthenogenesis ohne begleitende sexuelle Zeu- gung vorkommt. Spirogyra mirabilis Hassal, Cyclotella, Orthosira, Melosira scheinen rein parthenogeuetische Arten zu sein. Unter den Saprolegnieen scheint Leptomitus hierher zu gehören, denn L. brachynema Hild., (viell. nur fructificirender Zustand von L. lacteus) bildet Oosporen, ohne dass er Nebenäste besitzt. 2) Ueber die Bedeutung der hellen Stellen im Protoplasma der Oogonien und übeir den Modus des Befruchtungsactus bei Saprolegnia und Achlya. Die Beobachtungen über die bezeichneten hellen Stellen, sowie über die fraglichen. Samenkörper machte Verfasser an Saprolegnia ferax, Achlya prolifera und Achlya racemosa. Die charactej istischen Eigenthümlichkeiten der letzteren Art (zu der er auch A. lignicola Hild., rechnet) findet er in der constant tiefern Färbung der Oogoniummembran und darin, dass die Nebenäste immer dicht unterhalb des Oogoniums oder aus dessen unterem Theile selbst entspringen. Uebergänge zu den anderen Arten werden auf Bastardirung zurück- geführt, die er direct beobachten konnte. — Bei allen drei Arten finden sich die hellen Stellen, und zw;ir unmittelbar an der Peripherie unter der Oogonienwand. an den Punkten, wo sich später Löcher, Papillen, auch wohl stärker hervortretende sterile Aeste bilden,, sie sind weder Kerne noch Vacuolen, sondern von Protoplasma leere Stellen, in welchen dje inneren Schichten der Oogonienwand Zweige durch die äusseren Schichten zu treiben be- ginnen, diese stellen weibliche Cooulationsäste dar, die sich mit den Antheridien copuliren. Gewöhnlich erfolgt die Copulation, indem das Antheridium die äussere SporangiumwanA durchbricht, ehe der warzenförmige weibliche Copuhitionsapt aus der Wand hervorgetreten ist, der dann verschwindet, wenn er nicht befruchtet wird, seltener wächst dieser zit Papillen aus. Bei den Arten mit durchlöcherten Oogonien brachen die Copulationswarzen an der Spitze auf und bilden so die Löcher. Nur wenn das Antheridium mit einer Co- pulationswarze zusammengetroffen ist, sendet es einen Befruchtungsschlauch in das liniere des Oogoniums. Die Wand der Copulationswarze . die vom Antheridium berührt wird,. wird resorbirt. Dieses schickt also, ohne weiter eine Membran durchbohren zu müssen, seinen Befruchtungsschlauch in's Innere, welcher bis zur Oospore vordringt, sich aber nie mit Sicherheit in das Innere derselben verfolgen lässt. Verfasser hält es, gegenüber Cornu, für sehr wahrscheinlich, dass sich die Befruchtungsschläuche in unmittelbarer Nähe der Oospore an ihrer Spitze frei öffnen und ihren Inhalt hervortreten lassen. Ausser einigen anderen Umständen spricht dafüi- das Verhalten der ausserhalb der Oogonien gebildeten Schläuche, wie sie sich an Antheridien bilden, die sich an kein Oogonium angelegt haben, aber auch an ganz normalen Antheridien, an der vom Oogonium abgeweiideten Wand; hier sieht man direct, wie der Schlauch sich an seiner Spitze öffnet und der Inhalt stossweise mit Gewalt herausgeschleudert wird. — Die überaus kleinen Körperchen des Inhalts hält Verfasser unbedingt für die. den Samonkörpern entsprechenden, befruchtenden Elemente. Der ganze Befruchtungsvorgang cr^c^'^int als eine Zwischenbildung zwischen Zeugung ver- mittelst ganz vollständiger Spermazoiden und Copulation. Als Analogon für die Copulationswarzen führt Verfasser den eigenthümlichen Be- fruchtungsschlauch bei Oedogonium ciliatum auf, den er jetzt für einen rudimentären weib- lichen Befruchtungsschlauch erklärt. Am nächsten steht dieser Befruchtung der Vorgang bei Dudresnaya. Bei beiden entstehen nach der ersten Copulation erst die wahren Befruchtungsschläuche. 76. Pilze. 3) lieber Dictyuchus Leitg. und Diplanes Leitg. und die generische und specifische Abgrenzung der Saprolegnien-Formen überbaupt. Das Vorbandensein oder Feblen von Nebenästen bedingt keine Speciesunterscheidung. Ebenso ist es eine nicbt specifische Ei- geuthümlichkeit, dass sich die männlichen' Aeste oft sehr verlängern, ja ganz auf anderen Individuen als die Oogonien entstehen. Diplanes Leitg. und Dictyuchus Leitg. scheinen gewiss keine selbstständigen Gat- tungen zu sein. Die Häutung der Zoosporon ist von ganz unwesentlicher Bedeutung und erfolgt unter wechselnden Formen. Zellnetz-Sporangieu und gewöhnliche Achlya-Sporangien finden sich ganz sicher an demselben Faden und zwar erstere auch bei Achlya polyandra, A. racemosa und Sapr. ferax. Dictyuchus- und Diplancs-Formen werden nur als ein Bei- spiel auftretender Dimorphie der Zoosporenbildung bei den Saprolegnieen und daher nur als eine zweite Form der Achlya- und Saprolegnia-Species, zu denen sie gehören, betrach- tet. — Die Form der Sporangien und Oogonien bedingt ebenfalls keine specifische Unter- scheidung. — Bei allen Arten kann es ebenfalls eintreten, dass die Sporangien steril blei- ben und dabei die seltsamsten Formen annehmen, sich isoliren und wieder auskeimen. Diese Gebilde werden als Reihen- und Dauersporangien bezeichnet. — Bei Pythien traten dieselben Reihen- und Dauersporangien auf. Achlya und Saprolegnia sind wohl fest und sicher begrenzte Gattungen. Es gelang dem Verfasser nie, aus vorsichtig übertragenen Schwärmsporenköpfchen von Achlya eine Saprolegnia-Form zu erzielen, es bildete sich immer nur wieder Achlya. ' Ebenso constaut hielten sich die Gattungen bei der Keimung der Oosporen. — Die Keimung eifolgt in zwei verschiedenen Weisen. Es bilden sich entweder kleine Pflänzchen, die am Fadenende oder an Seitenästen Sporangien bilden, oder der Keimschlauch bildet sich direct in ein Sporangium um. Auch in diesem letzteren Falle entleerten sich bei Sa- prolegnia die Sporen einzeln, während sie bei den Keimschläuchen der Achlya-Sporen als Köpfchen vor der Mündung liegen blieben. Ob die Befruchtung einen Einfiuss auf die Bestimmung der verschiedenen Keimungs- weisen hat, ist unbestimmt, doch bilden sich aus den unbefruchteten Sporen, die schon kurz nach ihrer Bildung keimen, immer nur Sporangien. Schliesslich fasst Verfasser das Resultat seiner Untersuchungen in folgende Sätze zusammen : I. Der männliche Geschlechtsapparat der Saprolegnieen wird in der ganzen Fa- milie in wesentlich gleichartiger Weise von den bekannten, an die Oogonien herantretenden oder ihnen ursprünglich schon anliegenden Antheridien gebildet. IL Diejenigen Saprolegnieen, welchen sowohl männliche Aeste als anliegende Antheridien fehlen, sind nicht — wie mau bisher annahm — besondere Arten mit abweichendem Befruchtungsacte , sondern parthenogenetische Formen, deren Befruchtungskugeln ohne Befruchtung reifen und keimen. III. Es existirt bei den Saprolegnieen nur eine Art von Befruchtungskugeln , d. h. die sich parthenogenetisch entwickelnden und die später befruchteten sind identisch und zeigen keinerlei ursprüngliche Differenz. Die parthenogenetisch entstandenen Oosporen keimen aber früher und leichter als die befruchteten. IV. Der eigentliche Befruchtungsvorgang der Saprolegnieen geht mit alleiniger Ausnahme der niedrigsten Glieder der Familie über die einfache Copulation hinaus. Er ist ein combiuirter Act, zusammengesetzt aus einer Copulation der Antheridien mit eigenthümlichen, in vielen Fällen nur rudimentären, weib- lichen Copulationswarzen oder Copulationsästen und dem davon getrennten, eigentlichen Befruchtungs vorgange zwischen Befruchtungsschläuchen und Be- fruchtungskugeln. V. Eine Reihe untergeordneter Eigenthümlichkeiteu bei der Bildung und Ent- leerung der Zoosporen, die zu Gattungsmerkmalen erhoben worden sind, -be- gründen weder generische noch specifische Differenzen, sondern sind Andeu- tungen einer bei einigen Species auftretenden, bald mehr, bald weniger Pilze. y^ Constanten Dimorphie, die sich in den verschiedenen Reifungsstadien der Zoosporeuentwicklung ausspricht. VI. Ebenso können die verschiedensten Formen der Geschlechtsvertheihing bei derselben Species auftreten. Sie sind daher gleichfalls nicht als Species- charactere verwendbar. Mucorineae. Hefe. 95. Van Tieghem et G. Le Monnier. Recherches sar les Mucorinees. (Ann. d. Scienc. nat. V. Ser. Bot. T. XVII. p. 261-399. PI. 20-25.) Die Culturen für die vorliegenden Untersuchungen wurden in doppelter Weise an- gestellt. Erstlich wurden die Aussaaten im Grossen bei reichlichem Nährstoff ohne be- sonderen Schutz gemacht, sodann die einzelnen Sporen in einer geschlossenen Zelle in ihrjer ganzen Entwicklung verfolgt. Dabei wurden verschiedene Lösungen: Orangensaft, ange- säuerte Zuckerlösung, Mistabkochung, Lösung von anorganischen Nährsalzen als Nähr- stoffe zugesetzt. Es stellte sich heraus, dass die verschiedenen Nährstoffe durchaus keinen Einfluss auf die Umwandlung der Formen ausüben. Ein Polymorphismus der Muco- rineen, wie ihn manche Autoren annehmen, besteht überhaupt nicht. Die verschiedenen Fruchtformen, welche in den Entwicklungskreis von manchen Mucor- Arten gezogen wurden stammen von Verunreinigungen. An zwei Beispielen wird dies gezeigt, Mucor romanus Carnoy (der für identisch mit Phycomyces nitens Kunze erklärt wird), hat nach Carnoy eine grosse Reihe von Nebenformen, besonders eine Botrytisf orm , die bei der Aussaat auf Orangen nicht wieder Botr., sondern Mucor hervorbringt. Dies erklärt sich daraus, dass Botrytis-Sporen in Orangensaft überhaupt nie keimen, bei gemischter (verunreinigter) Aus- saat von Mucor und Botrytis entwickelt sich also hier nur reiner Mucor. Ebenso werden die Metamorphosen, welche Klein bei Piloholus beobachtet hat, durch Verunreinigung der Culturen erklärt. Ueber allgemeine Wachsthumsverhältnisse der Mucorineen wird besonders Folgen- des angeführt: Das Mycelium entsteht immer aus einer ungeschlechtlich gebildeten Spore, die geschlechtlich gebildete Spore bildet, wie bei den meisten anderen Pilzen und den Mus- cineen direct einen ungeschlechtlichen Fruchtkörper. Das Mycel ist einzellig, erst bei der Entleerung des Protoplasma's treten Scheidewände auf. Manchmal heftet es sich an andere Pilze an und lebt als Parasit, doch ist der Parasitismus nur facultativ, niemals zur Vege- tation noth wendig. Alle Mucorineen bilden ungeschlechtliche Sporangien, die bei einzelnen Gattungen oft sehr zahlreiche (bis 50,000) Sporen (Mucor , Phycomyces) , bei an- deren eine Reihe von Sporen enthalten (Piptocephalis, Syncephalis), bei anderen endlich einsporig sind (Chaetocladium). Eine andere Form ungeschlechtlicher Früchte sind die Chlamydosporen , die im Mycel, bald am Ende bestimmter Aeste, bald in der Continuität der Mycelfäden gebildet werden. Die Oosporen bilden sich durch Copulation zweier Aeste, indem am Ende von jedem eine Oosph. entsteht, die verschmelzen uhd sich mit einer zarten Haut umgeben. Die Membran der Copulationsäste bleibt erhalten und überzieht die Zygo- spore. Um zu keimen, muss die Oospore ausgetrocknet sein und eine Ruhepause gehabt haben. Sie bilden bei der Keimung direct einen ungeschlechtlichen Fruchtkörper. Die Fruchtfolge von Oosporen (0), Sporangien (S), Mycelium (M) und Chlamydosporen (Ch), lässt sich folgendermassen darstellen: f S. M !S. M. { l Ch. M f S. M Ch. M. J I Ch. M Nicht bei allen Mucorineen sind alle drei Fruchtformen bekannt, bei allen kennt man Sporangien (Mucor - Früchte) , bei sehr vielen die Zygosporen noch nicht. Daher ziehen Verfasser die Bezeichnung Mucorineen dem Namen Zygomycetes vor. Zwischen Chlamydosporen und Zygosporen scheint eine Art ausschliessendes Verhältniss zu bestehen. Da wo man Zygosporen kennt (Sporodinia, Mucor fusiger, Mucor Mucedo, ßhizopus, Phy- 7g Pflze. comyces, Chaetocladium, Piptocephalis) hat man noch keine Chlamydosporen, dagegen dort, wo mau diese aiigetroften (Pilobolus, Mortierella, Mucor bifidus) noch keine Zygosporen gefunden. Speciell wird zuerst Phycomyces nitens Kunze besprochen. Er findet sich durch- aus nicht blos auf öligen Substanzen, sondern z. B. auch auf Mist, in Cochenillelake. Die ungeschlechtlichen Sporen verlieien sehr bald (schon nach 3 Monaten) ihre Keimfähigkeit. Daraus erklärt sich die Seltenheit und das schnelle Verschwinden des Pilzes an Orten, wo er keine Zygosporen bildet. Die Spore schwillt vor der Keimung auf das Doppelte ihres Volumens au und bildet dann ein Mycel, das sich durch zahlreiche Luftäste und dichte, dornigen Haaren ähnliche Aeste auszeichnet. Die Fruchtäste bilden sich bündelweise aus keulig angeschwollenen Zweigen, und haben am Grunde gewöhnlich kurze, wurzelartige Fäden. Die Länge der Sporangienträger ist je nach dem Alter der Culturen, die sich nach und nach erkräftigeu, verschieden und erreichte selbst in den Zellculturen 7—8 Centimeter, bei der Cultur im Grossen 30 Centimeter. Die Sporaugien können bis 1 Mm. breit werden, die Zahl der Sporen beträgt bis zu 80,000. Die Zygosporen wurden nur an dem in Coche- nillelösung wachsenden Pilze gefunden. Sie bilden sich am Mycel au kurzen Aesten, die am Grunde eine Strecke weit aufrecht neben einander verlaufen, dann sich zangenförmig gegeneinander krümmen und mit den Enden berühren. An der Membran der beiden Träger- zelien bilden sich dornige, mehrfach dichotom verzweigte Stacheln, welche schliesslich die Zygosporen einhüllen. Die Stacheln der einen Zelle entwickeln sich früher als die der an- deren, man kann daraus auf ein verschiedenes Alter der beiden Zellen schliessen, ein erstes noch schwach ausgeprägtes Zeichen von Sexualität. — Keimung wurde nicht beobachtet. Bei Besprechung der Keimung geschlechtlicher Sporen von Mucor Mucedo wird hervorgehoben, dass das sogenannte Exosporium der Zygosporen nichts anderes ist als die Membran der Copulationszellen, ferner, dass sich bei der Keimung die Wachsthumsaxe des neuen Wesens senkrecht auf die des alten stellt, ganz so wie bei den entsprechenden Algen. Unter dem Namen Circinella wird eine neue Mucorineen-Gattung eingeführt, welche dadurch charakterisirt wird, dass die fruchttragenden Aeste bischofsstabförmJg eingekrümmt sind, so dass das Sporangium nach unten steht. Ihr Wachsthum ist rankenförmig unbe- grenzt. Die Sporangien reisseu bei der Reife in der Mitte ki-eisförmig durch, die Sporen sind klein, kuglig. Es werden drei Arten dieser Gattung beschrieben: C. umbellata, C. spinosa und C. glomerata. Helicostylium elegans Corda, scheint seit seiner Entdeckung nicht mehr aufgefunden worden zu sein, C. fand ihn auf faulem Holz, Verfasser auf Katzenmist. Der Pilz besitzt zwei verschiedene Arten von Sporangien, grosse, endständige, mit Columella versehene Mucor-Sporangien und kleine, an seitenständigen, eingeki'ümmten Aesten stehende, ohne Columella. Die beiden Formen können auf denselben oder auf verschiedenen Fäden isolirt vorkommen, in letzterem Falle gleichen die grossen Sporangien ganz einem Mucor, Zell- culturen zeigen aber, dass sich aus ihnen wieder Helicostylium entwickeln kann. In der Conti- uuität bilden sich manchmal Chlamydosporen. Untergetaucht und vom Luftzutritt abge- schlossen schwellen die Sporen stark au, und bilden kuglige Sprossungen, die sich in gleicher Weise vermehren. Zygosporen sind unbekaunt. Thamnidium elegans Link, von De Bary und Woronin als eine Vegetationsform von Mucor Mucedo angesehen, erklären Verfasser nach ihren Zellculturen für eine selbst- ständige Form. Auch hier sind zwei verschiedene Sporangienformen vorhanden, endständige grosse Mucorsporaugien, und kleinere, die an den Enden wirtelständiger, mehrfach dicho- tom verzweigter Seitenäste gebildet werden. Auch hier kann jede Sporangienform auf gesonderten Fäden vorkommen und daher können die gi'ossen Sporangien mit Mucor verwechselt werden. Untergetaucht bilden die Sporen rosenki-anzförmige Sprossungen wie Helicostyüum. Chaetostylum g. uov. hat ebenfalls 2 Arten von Sporangien wie die 2 vorhergehen- den Gattungen. Es unterscheidet sich von diesen durch die Seitenzweige, die mit einer sterilen Spitze enden und an einer Anschwellung wirteiförmige Fruchtäste tragen. Der Pilz scheint schon von Fresenius entdeckt worden zu sein, die Species, die die Verf. be- obachteten, wird daher Ch. Fresenii genannt. Wahrscheinlich ist auch Bulbothamnidium elegans Klein, dieselbe Mucoriuee, Pilze. 79 Cliaetocladium Fres., erschien den Verf. in Zellculturen als selbständige Form , wie es Brefeld annimmt. Von der Ansicht Brefekl's über den Pilz unterscheidet sich die der Verf. in wenigen wesentliclien Punkten. Die Sporen worden niclit als acrogene Conidien angesehen, sondern als einsporige Sporangien. Sie stützen sich auf die Möglichkeit, die Membran der Sporangien zu sprengen, worauf die Spore austritt, wie bei den oft vorkom- menden einzelligen Sporangien von Tharanidium. Den Parasitismus von Ch. haben sie eben- falls beobachtet, aber aus dem Umstände, dass der Pilz auch in reinen Zellculturen ohne Anwesenheit von Mucor gedeiht und fructificirt, schliessen sie, dass Ch. nur gelegentlich, niclit nothwendiger Weise Parasit ist. Es werden zwei Arten unterschieden, die sich durch die verschiedene Grösse der Sporen unterscheiden, Ch. Jonesii Fres., und Ch. Brefeldii, welchen Brefeld beobachtete. Mortierella Coemans besitzt kurze Fruchtfäden, die am Grunde bauchig aufgetrie- ben, am Ende von einem grossen kugligen Sporangium ohne Columella geschlossen werden, unterhalb des Endsporangiums bilden sich auf Seitenzweigen kleinere Sporangien. Die Sporen besitzen deutliche Kerne. Das Mycelium ist sehr zart und bildet vielfache Anasto- mosen. Interessant ist bei diesen Formen das Vorkommen grosser endständiger Chlamydo- sporen, die einem Sepedonium ähnlich sind und von Harz auch als Sepedonium mucorinum beschrieben worden sind. Bekannt war aus dieser Gattung M. polycephala Coemans und M. crystallina u. echinulata Harz, die Verf. haben noch drei andere Formen: M. reticulata, M. candelabrum und M. simplex beobachtet. Bei Piptocephalis bilden sich nach den Anschauungen der Verfasser die Sporen nicht, wie Brefeld annimmt, in roseukranzförmigen Reihen auf Basidien, sondern in lang- cylindrischen Sporangien, in denen sie einreihig geordnet sind. Wiewohl sie in reinen Cul- turen Piptocephalis noch nicht erziehen konnten, glauben sie doch aus der Analogie mit Syncephalis schliessen zu dürfen, dass auch hier der Parasitismus nur facultativ, wenn auch sehr forderlich ist. Die Gattung wird um zwei neue Arten: P. repens und P. arrhiza vermehrt. Syncephalis gen. nov. verhält sich zu Piptocephalis wie Mucor zu Sporodinia. Der Fruchtträger ist am Ende kopfförmig angeschwollen. Auf der Anschwellung stehen dicht nebeneinander kleine Trägerzellen, deren Form nach der Species wechselt, und auf diesen bilden sich die Sporen in cylindrischen, resp. stäbchenförmigen Sporangien, wie bei Pipto- cephalis. Es wurde beobachtet, dass Syncephalis, mit anderen Mucorineen zusammenwach- send, sich an diese anlegt, Saugäste in die Fäden einsendet und das Protoplasma aussaugt; dieselbe Species kann aber auch in Nährflüssigkeit ohne jede andere Mucorinee wachsen und fructificiren. Es werden 5 Arten dieser Gattung beschrieben: S. cordata, asymmetrica depressa, cornu und minima. Die Art, in welcher die Verfasser die von ihnen angenommenen 13 Gattungen von Mucorineen begrenzen, wird in folgender synoptischen Tabelle dargestellt: / dick und nicht / / , . , r, j. ^ . , I . |einf:u'li/am Grunde u. uütev dem feporaug. aufgetrieben Pilobohisf. begrenz?. nurvonl juicbt aufgetrieben. "^angonförm. gekrümmt rnicht- einer / ) l initdichotomenStucUoln Pljycomyces'''. träger Art. j (BefruchtungsapparatJ ^^^^^ ^^^ „^.^^t Mucor n. fdichotom . Sporodinia"-. l grade Chaetostylum, j li. A_t einfach ) von doppelter Art. ) ( eingerollt • Helicostylum f. dicbotom Thamuidium f. einsporig ,.,... Chaetocladium''' vielgporig Bhizopus '-''. o o DD O o A o anastomosirend, Wachstbum der fruchttragenden Fäden un- ",; begrenzt. Frucht- träger Art. ou do Träger der Sporangiolen grad. Sporangien! fein und anasto- mosirend. Wachs- tbum der frucht- tragenden Fäden , begr. Sporangiea eingekrümmt Circinella. kuglig, direct durch den Fruchtträger getragen Mortierella f. einfach Syncephalis. schlauchförmig, auf einem Köpfchen, welches auf dem Fruchtträger auf- l sitzt, dieser ist ( dicbotom Piptoceplialis '•', * bezeichnet die Gattungen, in welchen Zygosporen, f die, iu welchen Chlamydosporen bekaout siud, 80 P«ze. Als Anhang werden einige weniger bekannte Hyphomyceten , die nicht zu den Mucorineen gehören, genauer beschrieben : Kickxella alabastria Coemans, Coemansia reversa n. gen. u. spec, der Martensella pectinata Coem. ähnhch. Die Abbildungen stellen in 140 Figuren die Wachsthumsverhältnisse der besproche- nen Pilze dar. 96. Dr. 0. Brefeld. Mucor racemosus und Hefe nebst einigen Bemerkungen zur Systematik der Pilze. (Flora 1873, Nr. 25, S. 385—400.) Verfasser beschreibt die Bildung der rundlichen, stark lichtbrechenden Zellen im Mycel von Mucor racemosus, die schon 1838 von Berkeley gesehen wurden, genauer. Sie tritt ein, wenn das Mycel in Flüssigkeit versenkt wird. Die Gliederung des Mycels durch Scheidewände tritt bei allen Mucorinnen vor der Fruchtbildung auf, aus jedem abgeglieder- ten Myceltheile bildet sich ein Fruchtträger. Diesem Vorgange entsprechen auch obige Theilzellen des Mycels, werden sie an die Luft gebracht, so bildet sich aus jeder direct ein kleiner Fruchtträger mit Sporangium ; sie sind zur Fructificatioa bestimmte Myceltheile, welche in einen Dauerzustand überzugehen vermögen, 'Wenn sie nicht normal fructificiren können. — Der Uebergang in den Ruhezustand tritt ein, wenn sie in der Flüssigkeit ohne Nahrung gelassen werden. Werden sie weiter ernährt, so sprossen sie aus und bilden wie- der rundliche Zellen, die allmählich in eine hefenai'tige Sprossung übergehen. — Die hefe- artige Sprossung ist die Folge von übermässiger, durch die Lebensthätigkeit des Mucor gebildeter Kohlensäureentwicklung. Beobachtet man in einem dazu geeigneten Apparat die Keimung der Sporen, indem man mehrere Tage lang Kohlensäure über die Nährflüssigkeit leitet, so sieht man direct hefeartige Sprossung eintreten, wird Kohlensäure durch Wasser- stoff ersetzt, so erfolgt wieder normale Keimung. — Mucor Mucedo und andere Mucorineen sprossen nicht untergetaucht oder durch Kohlensäureeinfluss hefeartig aus. In Citronensaft bilden sich aus den Sporen von M. Mucedo, M. elegans etc. enorme Kugeln, die wieder zu Kugeln auskeimen. Wird Ammoniak zugesetzt, so keimen sie wieder regelmässig aus. Die wirkliche Hefe nimmt unter keinen Verhältnissen Fadenform an. Doch scheint M. racemosus der Hefe in systematischer Beziehung nahe zu stehen. Beide sprossen, in Flüssigkeiten untergetaucht, ordnungslos aus, die Sprossen theilen sich und trennen sich und sprossen dann wieder. Kommen sie an die Luft, so bilden sie Sporangien. Es herrscht, wie Verfasser weiter ausführt, „vollkommene Uebereinstimmung im Entwicklungs- gange beider Pilze" und er glaubt sich auf Grund derselben genügend berechtigt, den Sacharomyces in die Nähe der Mucorineen zu stellen und zwar als einfachste Form. Frei- lich glaubt er, dass Hefe und M. rac, wenn auch aus einer und derselben Entwicklungs- reihe hervorgegangen, durch viele verloren gegangene Zwischenglieder getrennt seien. — Der Auffassung, dass Sacharomyces zu den Ascomyceten zu rechnen sei, wird entgegen- gestellt, dass bei der Hefe die Schlauchfrüchte nicht, wie bei den bis jetzt untersuchten Ascomyceten, durch geschlechtlichen Act unter Mitwirkung eines Ascogons gebildet würden, und dass die zweite ungeschlechtliche Generation fehle. Bei der Hefe ist die Sporenbildung ungeschlechtlich, die Zellbildung im Schlauche ist ganz gleich der im Mucorsporangium_ Auch bei Entomopthora Muscae hat Verfasser nie geschlechtliche Fortpflanzung gefunden. Er sieht diese Pilze als nahe Verwandte der Ustilagineen an. Gemeinsam ist ihnen die Lebensweise, Sporen- und Mycelbildung. Von den Uredineen, die er nach ihrer „unzweifelhaft geschlechtlich" gebildeten Fruchtform Aecidineen nennt, sind sie weit ver- schieden. Schliesslich gruppirt er die Pilze in folgender Weise: Schizomyceten: einzellige Pilze ohne Fructification und Sexualität; Sacharomyces und Mycoderma: einzellige Pilze mit Fructification ohine Sexualität; Zygomyccten: Fadenförmige Pilze mit Fructification und Sexualität. Fäden un- gegliedert, einzellig, Sexualität ohne sexuelle Differenz der sich befruchtenden Zellen. Saprolegnieen und Peronosporeen einerseits, Ascomyceten andererseits mit sexueller Differenairung der befruchtenden Zellen schliesscn sich an. üstilaginoen und Entomoph- o B » Pilüe. gl thoreen werden als Anhang zu den Peronosporeon . Chytridieen als Anhang zu den Sapro- legnieen gestellt. Basidiomyceten: Fruchtkörper unzweifelhaft geschlechtlichen Ursprungs, Basidio- myc. mit reihenweiser (Aecidieen) und solche mit einmaliger Sporenabschnürung (Gasteromy- cetes, Tremellini, Hymenomycetes). Das vorgeschlagene Pilzsystem wird in Form eines Stammbaums folgendermaassen zusammengestellt : Saccharomyces und Mycoderma. Schizomyceten. Zygomyceten: Mucorini, Piptocephalideen, Chaetocladiaceen. Peronosporeen: Saproleg-nieen: Anhang: üstilagin. und Entomophth. Anhang: Chytridieen. Ascomyceten: Gymnoasci. Erysiphei. Tuberaceen. Pyrenomyceten. Discomyceten. Basidiomyceten: Aecidieen, Gasteromyceten, Tremellini, Hymenomyceten. M. Reess (Bot. Zeitung 1873, Nr, 49, S. 780) erklärt bei Besprechung der vor- stehenden Arbeit, dass er jetzt im Ganzen die Ansicht von Brofeld über die Stellung der Hefe theile, doch sei die Frage noch nicht spruchreif, denn die Sporenbilduug von Saccharomyces entspricht der Sporenbildung bei Gymnoascus und die Sprossung der Keimung der Sporen von Taphrina. — Wenn ausser dem bekannten Entwicklungszustand Saccharomyces keine weiteren Formen besitzt, sei er allerdings kein Ascomycet. 97. 0. Brefeld. Untersuchungen über die Älkoholgährung. (Phys. medic. Gesellschaft zu Würzburg, 26. Juli 1873. S. 163-178.) Brefeld beobachtete das Wachsthum und die Entwicklung der einzelnen Hefezelle in verschiedenen Lebensbedingungen und namentlich unter absolutem Ausschlüsse von Sauerstoff, indem er über die in einer feuchten Kammer cultivirteu Hefezellen wochenlang einen Strom von absolut sauerstofffreier Kohlensäure streichen Hess, — Die Ergebnisse der Untersuchung werden kurz so zusammeugefasst: 1) Die Alkoholhefe hat, wie alle Pflanzen, zu ihrer vegetativen Entwicklung und Vei'mehrung die Einwirkung des freien Sauerstoffes nöthig. 2) Bei Luftabschluss, beim Abschlüsse von freiem Sauerstoff kann die Hefe nicht wachsen. 3) Es ist unrichtig, anzunehmen, dass die Hefe statt freien, gebundenen Sauer- stoff für ihre Entwicklung und Vermehrung aus sauerstoffreichen Verbindungen z. B. Zucker entnehmen kann. 4) Es ist weiter unrichtig, dass auf dieser der Hefe zuerkannten Eigen- thümlichkeit von gebundenem Sauerstoff zu vegetiren, zu wachsen, der Process der Gährung beruht, 5) Die nicht wachsende, vom Zutritt des freien Sauerstofl's abgeschlossene, lebende Hefezelle erregt in Zuckerlösung alkoholische Gährung. 6) Die Gährung ist hier der Aus- druck eines abnormalen, unvollkommenen Lebensprocesses, bei welchem die zur Ernährung der Hefe nothwendigen Stoffe, Zucker, stickstoffhaltige und mineralische Bestandtheile und freier Sauerstoff, nicht alle gleichzeitig und harmonisch zusammenwirken zum Wachsthum der Hefe. Der hierzu allein oder im Missverhältnisse zu den übrigen Nährsubstauzen auf- genommene Zucker wird von der Hefezelle in Kohlensäure, Alkohol etc. zersetzt wieder ausgeschieden. Die Hefe vermag diesen abnormalen Lebensprocess unter langsamer Ab- schwächung ihrer Lebenskraft wochenlang fortzusetzen. 7) Die Hefezelle hat eine grosse Anziehung zum freien Sauerstoff, sie vermag in Kohlensäure zu wachsen, die weniger als Veooo Volumen freien Sauerstoff enthält und den Sauerstoff vollständig aufzunehmen. Diese Anziehung zum freien Sauerstoff kommt den niedern Pilzen, mit Ausnahme des Mucor racemosus und seinen nächsten Verwandten, nicht zu. Die Hefe ist durch diese Eigen- Botauiscber Jahresbericht J. Q 82 PÜM. Schaft als ein äusserst feines Reagenz auf Sauerstoff anzusehen. 8) Durch die starke An- ziehung der Hefe zum freien Sauerstoff, verbunden mit ihrer Eigenthümlichkeit, in Flüssig- keiten zu leben , sehr schnell sich zu vermehren und zu wachsen, tritt in den flüssigen Medien, worin die Hefe wächst, leicht Mangel an freiem Sauerstoff und damit die Erschei- nung der Gährung ein, wie z. B. in den Brauereien in der Technik. 9) Es können daher in einer Flüssigkeit Gährung und Wachsthum der Hefe zugleich eintreten, wenn auch ihre Oberfläche mit der freien Luft in directer Berührung steht. — Weder vom theoretischen noch vom praktischen Gesichtspunkte aus ist die Möglichkeit ausgeschlossen, dass Gährung und Wachsthum in einer Hefezelle zugleich stattfindet , dass also die wachsende Hefezelle den im Missverhältnisse zum gebotenen freien Sauerstoff aufgenommenen Zucker vergähre. 98. Alb. Fitz, lieber alkoholische Gährung dirch Mucor Mucedo. (Berichte, der deutschen chemischen Gesellschaft 1873, 2, S. 48—58.) Die alkoholische Gährung, welche durch die unter Flüssigkeit vegetirenden Mucor- Mycelien (nach V. Mucor-Mucedo) veranlasst wird, wird nach ihrer chemischen Seite hin untersucht. 99. A. Trecul. Reponse ä M. Pasteur concernant rorigine de la levüre de biere. (Compt. rend. h. Bd. 77 p. 1313-1320, 1396-1399, 1441—1444, 1445.) 100. Derselbe. Nouvelle reponse ä M. Pasteur, concernant l'origine de la levure de biere. (Ebendas. p. 1512—1519.) Tr. sucht auf's Neue, aber ohne neue Beweisgründe vorzuführen, seine Ansicht über den Zusammenhang von Penicillium und Wein- und Bierhefe zu stützen. — Pasteur bricht den Streit ab. Neue Thatsachen werden nicht mitgetheilt. Peronosporeae. 101. J. Kühn. Der Mehlthau der Runkelrüben. (Zeitschrift des Landw. Centralvereins der Provinz Sachsen 1872, Nr. 9 und 10. Bot. Zeitung 1873 Nr. 32, S. 499—502.) Der die Krankheit verursachende Pilz Peronospora Betae (P. Schachtii Fuckel) überzieht die jungen Blätter vollständig, an den grösseren erscheint er nur fleckenweise. Erstere bleiben klein und bilden nestartige Verkrümmungen am Kopfe der Rübe. Das Mycel verläuft zwischen den Parenchymzellen , es entsendet durch die Spaltöffnungen die Fruchtträger. Diese sind baumförmig verzweigt, die Sporen oval, im Wasser leicht keimend. Oosporen unbekannt. Die Fortpflanzung über den Winter geschieht durch Fortdauer des Mycels am Kopfe der Rübe, daher tritt der Pilz jedes Jahr an den Samenrüben zuerst auf. — Die Krankheit trat früher nur sehr vereinzelt auf, zuerst wurde sie von Kühn 1854 in Schlesien beobachtet. Seitdem ist sie besonders in Sachsen häufig geworden. Um sie zu bekämpfen, muss mau die erste Entwicklung des Pilzes im Frühjahr verhindern. Entomophthoreae. 102. Maxime Cornu. Note sur une nouvelle espece d'Entomophthora. (Bulletin de la societe botan. de France, 1873, p. 189, 190.) In Blattläusen auf Sambucus, die sich durch ziegelrothe Farbe von den gesunden schwarzen Individuen unterschieden, wurde eine Entomophthora gefunden, der E. Muscae ähnlich, die E. Planchoniana genannt wird. Die^Sporen sind von der Form eines Brumm- kreisels, sie keimen in feuchter Luft, bilden secundäre Sporidien, die weit fortgeschleudert werden können. In ausgepresstem Saft der Blattlaus keimen die Sporen und bilden Keim- schlauche mit Scheidewänden und secundären Sporen. — In die Körper der in der Unter- leibshöhle liegenden Jungen drang der Parasit nicht ein. — In den Raupen von Chelonia Hebea wurde ebenfalls eine Ent. gefunden. Die Raupen wurden dadurch mumificirt. — Ein ähnlicher Parasit fand sich in einer Tenthredo auf Alchemilla alpioa. Pilze. 83 Neu aufgestellte Arten. Chytridium tumefaciens Magnus (92). "Von Chytrid. sphacelarum Kny morphologisch nicht zu unterscheiden. — In den Wurzelhaareu von Ceramiumarten. Synchytrium (Eusynchytriura) fulgens Schröter 22 (Nr. 1656). Dem Synch. Taraxaci sehr ähnlich. — An Oenothera biennis. Synchytrium Bupleuri Kunze (Ds. Nr. 1658). An Blättern von Bupleurum falcatum. Chytridium xylophilum Cornu (93. S. 116), Sporangien eiförmig, zugespitzt, oft flaschenförmig. Schwärmsporen kuglig. — Auf Holz im Wasser. Olpidiopsis n. gen. Cornu (Ds. S. 127), Sporangien frei in der Substanz der Nähr- pflanze. Die Schwärmsporen treten durch eine schlauchförmige Mündung aus. Dauersporeu kuglig mit stachligem Episporium. Ol. Saprolegniae (A. Br.), Sporangien kuglig, mit einem einzigen Ausführungs- schlauch. Dauersporen mit sehr kleinen Stacheln, von einer glatten kleineren Zelle be- gleitet. Ol. Index C, Dauersporen feinstachlig, seitenständige leere Zelle ebenfalls stach- lig. Sporangien elliptisch. Ol. incrassata C. Dauersporen oral, Membran nicht stachlig. Ol. fusiformis C, Sporangien sehr verlängert, spindelförmig. Dauersporen kug- lig mit grossem stachligem Epispor. Ol. Aphanomycis C, Fast wie Ol. Saprol. Ausfühfungsschläuche sehr weit. Rozella n. gen. Cornu (Ds. S. 148), Sporangiumwand mit dem Faden der Näbr- pflanze verschmolzen. Dauersporen kuglig, stachlig. R. Monoblepharidis polymorphae C, Sporangienwand vollständig mit der Wand der Nährpflanze verschmolzen. Dauersporen kuglig, stachlig. R. Rhiphidii spinosi C. R. Apodyae brachynematis. C. Membran der Dauersporen mit kürzeren Stacheln als bei R. Rhiphidii. R. septigena C, auf Achlya und Saprolegnia. Die Sporangien füllen den Faden der Nährpflanze aus und bilden in demselben das Ansehen, als ob er durch Scheidewände getheilt wäre. Woroninia n. gen. Cornu (Ds. S. 176), Sporidieu unter einander zu einem Sorus verschmolzen wie bei Synchytrium. Die Sori gehen aus der Theilung eines Plasmakörpers hervor. W. polycystis C, Membran der Dauersporen mit einem Netz von pyramiden- förmigen Hervorragungen besetzt. — Lebt in Saprolegnia und Achlya. Chytridium glomeratum Cornu (Ds. S. 187). Sporangien nicht bekannt. Dauersporen mit stachligem Epispor. — In Vaucheria sessilis. Circinella van Tieghem et Le Monnier (95, S. 298). Fruchtäste bischofsstabförmig eingekrümmt, Sporangien kuglig, mit grosser Co- lumella, bei der Reife in der Mitte zerreissend. Sporen kuglich, klein. — Wachsthum rankenförmig unbegränzt. Circinella umbellata v. T. et Le M. Sporangien in Dolden zu 2—20 an der Seite des Fadens. C. spinosa v. T. et Le M. Sporangien einzeln, am Grunde mit einem unfrucht- baren, dornigen Zweige. C. glomerata v, T. et Le M. Sporangien knäulförmig, zu 100 beisammen. Chaetostylum van Tieghem et Le M. Ch. Fresenii v. T. et G; Le M. S. N. 95. Chaetocladium Brefeldii v. T. et G. Le M. (Ds. S. 342) — Chaetocladium Jo- nesii bei Brefeld. Sporangien bläulich 3—5 Mik. im Dchm. (bei Ch. Jonesii 6—10 Mik.). Mortierella reticulata v. T. et Le M. (M. S. 350). Sporen mit dickein, netz- förmigen Epispor. 6* 94 Pi^^e. M. Simplex v. T. et Le M. Fruchtträger immer nur mit einem grossen Spo- rangium. M. Candelabrum v, T. et Le M. Fruchtträger mit seitenständigen armleuchter- artigen Aesten. Piptocephalis repens v. T. et Le M. (Ds. S. 364). Das Mycel bildet Ranken. Fruchtäste gelb, am Grunde mit Wurzelzweigen. Letzte Verzweigung abstehend. P. arrhiza v. T. et Le M. (Ds. S. 366). Fruchtäste ohne Wurzeläste am Grunde, zuletzt rosenroth, letzte Verzweigung anliegend. Rhiphidium n. gen. Cornu (93 S. 15). Saprolegniee. Fäden mit Einschnürungen wie Leptomitus. Sporangien oval. Schwärmsporen wie bei Pythium. Gonosphärie stern- förmig, einzeln. Membran der reifen Sporen ebenfalls sternförmig. Rh. Interrupt um. Fäden mit zahlreichen Einschnürungen. Rh. continuum, nur mit einer Einschnürung am Grunde des Fadens, Rh. elongatum, Oosporen mit wellenf. Epispor. Rh. spinosum, Sporangien mit langen Spitzen versehen. Monoblepharis Cornu (Ds.) Schwärmsporen miteiner einzigen Cilie, die geschlecht- liche Fortpflanzung geschieht durch Oogonien und Antherozoiden. Letztere sind gleich den Schwärmsporen. M. sphaerica, Oogonien kuglig, isolirt am Ende des Fadens, mit einem einzigen darunter stehenden Antheridium. M. prolifera, Sporangien sprossend wie bei Pythium proliferum De By. M. polymorpha, Oogonien verschieden gestaltet. Antheridien von veränderlicher Zahl und Stellung. Entomophthora Planchoniana Cornu (102). Sporen von der Form eines Brummkreisels, sonst wie E. Muscae. -- In den Körpern einer Blattlausart. Till. Ustilagineae. 103. Dr. Reinhold Wolff. Beitrag znr Kenntniss der Ustilagineen. — Der Roggenstengel- brand. (Bot. Zeitung 1873, Nr, 42—44, S. 657-661, 673-677, 689-694. Taf. VIL) 104. Derselbe. Der Brand des Getreides, seine Ursachen und seine Verhütung. (Halle 1874 (als Dissert. 1873). 37 S., 5 Taf. Die Schrift über den Brand des Getreides, in allgemein verständlicher Sprache ab- gefasst und zum Gebrauch für Landwirthe bestimmt, bringt die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen des Verfassers und die wissenschaftlich begründeten Thatsachen über die behandelten Fragen in kurzer und klarer Darstellung. Es werden besprochen: der Flug- brand, Ustilago Carbo Tul; der Hirsebrand, Ustilago destruens Schlecht.; der Maisbrand, Ustilago Maydis DC, der Roggenkornbrand. Ust. Seealis Rbh. ; der Kornbrand des Weizens, Tilletia Caries DC, und T. laevis Kühn; der Roggenstengelbrand, Urocystis occulta Rbh. Ueber den Flugbrand wird mitgetheilt, dass derselbe alle Getreidearten, am seltensten Spelz, befällt, von Wiesengräsern Arrhenath. elatius, Festuca pratensis und Lolium perenne. Die Sporen behielten die Keimfähigkeit drei Jahre lang. Das Promycel theilt sich durch zarte Querwände in 3—4 Theile, deren jeder nach einander mehrere Sporidien treibt und dadurch allmählig seinen Inhalt erschöpft. Meist keimen die Abtheilungen aber ohne Sporidienbil- dung. Die Copulation der Promyceliumglieder und der Keimschläuche wird als unwesent- liche Zufälligkeit bezeichnet. Eine wichtige Eigenthümlichkeit der keimenden Brandsporen ist, dass sich das Promycel immer senkrecht von der Unterlage in die Luft aufrichtet, so dass Sporidien und Promycel-Glieder leicht vom Winde fortgerissen werden. — Der Hirse- brand, durch Ust. destruens. Schi, veranlasst, ergreift nur die Rispenhirse, Panicum mi- liaceum. Die Keimung der Brandsporen ist gleich der von Ust. Carbo, nur copuliren hier fast regelmässig zwei benachbarte Promycelstücke, — Der Maisbrand ist au den ergriffenen Pilze. as Pflanzen schon im frühen Stadium durch eine weissliche Verfärbung der Nährpflanze kenntlich, und an diesen Stellen ist die Bildung der Sporen aus dem vegetativen Mycel leicht zu verfolgen. Die Keimung der Sporen konnte vom Verfasser nie beobachtet werden, sie wird nach den Untersuchungen von Kühn mitgetheilt. Der Roggcnkornhrand ist seit 1849, wo Rabenhorst den Pilz, der ihn veranlasst (Ustilago Seealis), zuerst beschrieb, nicht mehr beobachtet, die Keimung und Entwicklung der Sporen ist noch zweifelhaft. — Der Kornbrand des Weizens wird durch zwei verschiedene Pilze veranlasst, Tilletia Caries (DC) und T. laevis Kühn, die sich nur durch die Beschaifenheit der Sporenmembran unter- scheiden. Er kömmt auf allen Weizenarten und auch auf der Quecke vor. Die Keimung erfolgt erst nach 2—3 Tagen. Bei untergetauchten Sporen verlängert sich der Keimschlauch grade aufwärts, bis er an die Oberfläche des Wassers gelangt, und verästelt sich, wenn er aus der senkrechten Lage gebracht wurde. Sobald die Spitze an die Luft gelangt, beginnt die Bildung der Kranzkörperchen. Die Copulation derselben wird nicht als wesentlich betrachtet. Urocystis occulta Rabh. kümmt nach Verfasser bei uns nur im Roggen, in Australien auch auf dem Weizen vor. Die Keimung der Sporen erfolgt erst nach 3 — 4 Tagen. Bildung von 2—8 Sporidien erfolgt am Ende des Keimschlauches, in der schon bekannten Weise. Copulation der Sporidien ist selten. Sie keimen, ohne sich vorher ab- zulösen, und ohne secundäre Sporidien zu bilden. — Der einzige Theil, wo Verfasser stets das Eindringen der Brandkeime in die Nährpflanze finden konnte, war das erste Scheiden- blatt, doch gelingt die Inficirung nur zur Zeit, wo das erste grüne Blatt die Spitze der Scheidenblätter noch nicht durchstossen hat, und nur an der Stelle von 8—10 Millim. über dem primären Wurzelknoten bis zur Spitze. Inficirte Pflanzen, im Zimmer und in Nähr- stoiflösung aufgezogen, wurden bis zur Reife der Brandsporen beobachtet, die bei Uroc. occulta schon nach 8—9 Wochen eintrat, und zwar zuerst in den Blättern (als Uroc. parallela), später in den Stengeln. — Die Sporidien und Keimfäden der Promycelstücke setzen sich lest an die Epidermis und durchdringen die Zellwand mit einem feinen Fort- satze. Der weiterdringende Faden stülpt dann den Inhalt der Zelle vor sich her, der ihn wie eine Scheide umgiebt. Bei Ust. Carbo, destruens, Tilletia findet diese Scheidenbildung am ganzen jungen Mycel statt, bei Uroc. occulta nur in der ersten Epidermiszelle. Das Mycel theilt sich durch viele Querwände, nur die Spitze wächst weiter. Uroc. occ. sendet oft seine Fortsätze in das Innere der Zellen. Das M. wächst quer durch das Scheiden- blatt und tritt, nachdem es dasselbe durchsetzt, dii'ect heraus und in das anliegende erste grüne Blatt über, oft vcrhältnissmässig grosse freie Räume überspringend. Ebenso geht es jetzt quer durch in das zweite Blatt u. s. w., und gelangt ebenso in die Nebeutriebe und den jungen Halm. Durch dieses Wachsthum erklärt es sich, dass man in den heran- gewachsenen Blättern so wenig Mycel findet; in den Knoten ist es stets reichlich vorhanden. Bei der Fruchtanlage verzweigen sich die Mycelien reichlich ; sie sind jetzt ohne Querwände, von einer zarten Membran umgeben. Das Gewebe der Nährpflanze wird resorbirt. Bei Ustilago Carbo schwellen die Fäden gallertartig au, in ihrem Verlauf bilden sich in ihm eine Reihe Kerne, um diese herum später Membranen und auf diese Weise die Sporen. — Bei Ustil. Maydis geschieht dies ähnlich, doch werden die Sporen in traubenförmigen Aus- stülpungen der Fäden gebildet. — Bei Tilletia bilden sie sich einzeln in den Enden zahl- reicher Aeste. — Bei Uroc. occulta verzweigen sich die Mycelien reichlich. Wo Zweige aufeinandertreffen , verschlingen sie sich untereinander und bilden knäuelförmige Körper, die sich später mit einer gemeinschaftlichen Membran umgeben, nachdem der Inhalt der Fäden zusammengeflossen. Oft setzt sich die Membran nach innen fort und bildet mehrere fest an einander haftende Theile. Nachdem die Sporen gebildet, beginnt erst die Entwicklung der sporenartigen Anhängsel, die aus den Fäden des umgebenden Mycels entstehen. — Als Schutzmittel gegen den Brand werden aufgeführt : 1) trockene und frühe Saatzeit, damit möglichst schnell das erste Scheidenblatt über den zur Infection nöthigeu Entwicklungs- zustand hinweggeführt wird. 2) Sorgfältige tiefe Bedeckung des Saatgutes, besonders auch um das junge Scheidenblatt möglichst zu schützen. 3) Verwendung des Strohes zu Stall- streu. 4) Einbeizen des Saatgutes, am besten in Kupfervitriollösung, von dem empfohlen wird, es obligatorisch zu machen. Die Tafeln bringen Keimung, Eindringen und Mycel, 86 Pilze. Entwicklung und Sporenbildung der besprochenen Brandarten, grösstentheils nach des Ver- fassers eigenen Untersuchungen. Vergr. 600 : 1. 105. Jalius Kühn. Die Anwendung des Kupfervitrioles als Schutzmitt5l gegen den Stein- brand des Weizens. (Botanische Zeitung 1873. Nr. 32 S. 502—505.) Die tabellarische Zusammenstellung einer Anzahl von Versuchen ergiebt, dass schon nach halbstündiger Einwirkung einer halbprocentigen Lösung von Kupfervitriol auf Weizenkörner, welche die Keimfähigkeit derselben nicht beeinträchtigt, die Keimfähigkeit der Sporen von üstilago Carbo und Tilletia laevis aufgehoben wird. Alaun, Schwefelsäure und Eisenvitriol zeigten sich selbst nach zehnstündigem Einbeizen unwirksam. 106. J. Doval-Jonve. Snr une deformation dn zostera nana Roth , dne ä la presence d'un Champignon. (Bulletin de la societe botanique de France 1873. p, 48, 49.) Die Blätter einer bei Palavas gefundenen Zostera nana waren am Grunde zwieblig verdickt. In diesen Knoten befand sich ein brauner Sporenstaub, augenscheinlich eine Üstilago, Die Zweige am Ende des Ehizomes standen sehr dicht bei einander , fächerförmig ausgebreitet. — Cornu macht auf die an Scirpus parvulus gefundenen Üstilago marina Tul. aufmerksam. 106a. Fr. Körnicke (14 S. 11, 12) hat einen neuen Brandpilz (Üstilago Krameri Körn.) ge- funden, der in Gärten bei Zürich und Poppeisdorf die Fruchtknoten des Kolbenhirses (Se- taria italica) zerstörte, (S. n. A.) 106b. J. Kühn (S. 22 Nr. 1695, 1697, 1698, 1699) giebt in Eabenhorst's fung. eur. üstilago hypodytes Fr. auf Triticum repens, Tilletia laevis, üstilago urceolorum auf Sciri)us caespi- tosus, u, Sorisporium Junci Sehr, aus, und knüpft an die drei letzteren ausführliche Erör- terungen. — Tilletia laevis Kühn (S. n. A.) fand K. zuerst an Weizen aus Niederschlesien, dann sehr verbreitet in der Umgegend von Tegernsee. Seit 1867 cultivirte er ihn im ökon, bot. Garten des landwirthsch. Instituts zu Halle auf den verschiedensten Weizen- sorten. — üstilago urceolorum fasst Kühn in einem sehr weiten Sinne, indem er zu der- Belben nicht blos die auf Carex vorkommende Form, sondern auch Ust. Montagnei und diese neue Form auf Scirpus rechnet, die er auf dem Brockenfelde auffand, — Sorisporium Junci ist um Halle sehr häufig und veranlasst oft vollständiges Verkümmern der Stöcke von Juncus bufonius. 106c. Dr. Schroeter (22 Nr. 1696). Exemplare und Beschreibung einer neuen üstilago (ü. intermedia) in den Blütheu von Scabiosa Columbaria, von üst. flosculorum Fr. sehr verschieden. (S, n, A.) Neu aufgestellte Arten. üstilago Krameri Körnicke (14 S, 11, 12.— 23 Nr. 2511)Paniculaplantaenutricis non deformata; sporidiis germine et basi palearum cum illo coalita tenui inclusis, subglobo- sis, laevibus, globosis 8-9 Mik. diam., reliquis 10—12. Mik. long, 6—7 er. — Auf Setaria italica P, B, üstilago intermedia Schroeter (22 Nr, 1696) Sporenpulver dunkel-violett, Sp. kuglich oder kurz elliptisch (13) 11—13,5 mik, i, Dchm, Episporium hell violett mit netzf. engmaschigen Erhabenheiten. In den Blütheu von Scabiosa Columbaria, Tilletia laevis Kühn. (22 Nr. 1697) Tilletia sporis laevibus, heteroideis globosis 14—20 Mik. diara. reliquis 17—25, 5 Mik. long, 14—18 lat. Geruch, Keimung u. s. w. wie bei Tilletia Caries, Auf Triticum, üstilago Sorghi Passerini, (25 Nr. 63, 49 S, 114.) Ovarium occupans; cujus tegumenta inflat et interdum in clavimodum extendit. Sporae globosae, echinulatae, fuliginoso atrae, illis U. Ischaemi siraillimae et vix minores, - Parmae. — Pilze. gy IX. Uredineae. 107. P. Magnos. (Verhandlungen des bot. Vereins derProv. Brandenburg f. 1872 S. XI.) 108. Derselbe. (Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde 1873. S. 75, 76.) M. beobachtete, dass im Thiergarten bei Berlin Aecidium Urticae und eine Puc- cinia auf Carex hirta jedes Jahr in nächster Nachbarschaft auftraten. Er vennuthete da- raus die Zusammengehörigkeit der beiden Pilze und säte Sporen von Aecidium Urticae auf Carex-Blätter aus. Schon die ersten im Frühjahr 1872 angestellten Versuche, über die M. in der Wanderversammlung des bot. Vereins der Prov. Brandenburg a. 22. Mai 1872 berichtete, hatten einen positiven Erfolg (der Bericht erschien erst Ende 1873 im Druck). Ebenso erzielte er durch dieselben Aussaaten im Frühjahr 1873 Uredo. M. schliesst da- raus, dass Aecidium Urticae in den Entwicklungskreis von Puccinia Caricis De. auf Car. hirta gehört. Ob die auf anderen Carex-Arten vorkommenden Puccinien zu derselben Species gehören und ihr Aecidium ebenfalls auf Urtica entwickeln, erscheint ihm nach seinen Ver- suchen zweifelhaft. 109. J. Schroeter. Entwicklungsgeschichte einiger Rostpilze. (Bericht über die Thätigk. der bot. Sect. der Schlesischen Gesellsch. 1873. S. 29, 30.) Referent hat, ohne von den vorstehenden Beobachtungen Kenntniss zu haben, den Zusammenhang von Puccinia Caricis Dl. und Aecidium Urticae Schum. auf einem andern Wege gefunden. Im Januar und Februar 1873 wurden Sporen von Pucc. Car. auf Carex hirta im Zimmer zum Keimen gebracht und auf ebenfalls im Zimmer cultivirte Pflanzen von Urtica dioica ausgesät. Es wurde beobachtet, dass die Sporidien einkeimten, indem sich Mycel im Blattpai'enchym entwickelte, etwa 14 Tage nach der Aussaat erschienen in den wiederholten zahlreichen Versuchen Spermogonien und später Aecidien auf den inficirteu Blättern. — Zu gleicher Zeit wurde Uromyces Dactylis, auf Dactylis glomerata, auf Pflanzen von Rauunculus repens und R. bulbosus ausgesät, da Referent das gesellschaftliche Vor- kommen beider Pilze in vielen sehr auffälligen Fällen beobachtet hatte. Auch hier recht- fertigte der Erfolg die Vermuthung von der Zusammengehörigkeit der beiden Uredineen. 10 Tage nach der Aussaat erschienen auf den inficirteu Blättern beider Ran.-Arten Spermo- gonien, bald darauf die Aecidienbecher. Referent glaubt daraus schliessen zu können, dass das auf Ranunculus-Arten vorkommende Aecidium Ranunculacearum die Aecidium-Frucht von Uromyces Dactylidis Otth. ist. — Die auf Clematis, Isopyrum, Actaea, Thalictrum und anderen Ranunculaceeu vorkommenden Aecidien gehören vielleicht zu anderen Rostpilzen. 110. Dr. W. G. Schneider. Aecidiam pallidum n. sp. (Bericht über die Thätigkeit der botanischen Section der Schlesischen Gesellschaft 1872. S. 3.) Von Prof. Goeppert bei Hünern bei Breslau auf Lythrum Salicaria gefunden. 111. Derselbe, üeber Puccinia Helianthi Schw. (Ebendas. S. 98, 99.) Der Pilz wurde im October 1872 von H. Gerhard in einem Garten bei Liegnitz auf Helianthus annuus in der Teleutosporenform gefunden. 112. Dr. Schroeter. Mittheilung über einige schlesische Uredineen. (Ebendas. S. 72, 73.) 1) Von dem vielverbreiteten, auch in Schlesien häufigen Uredo auf Melandrium album fand Referent bei Spandau und Rastatt die Teleutosporenform, die als neue Species: Uromyces verruculosus beschrieben wird. — 2) Uromyces Valerianae wurde auf Valeriaiui dioica bei Habelschwerdt gesammelt. Es wird vor Verwechslung der Nährpflanze mit Prunella gewarnt. — 3) Phragmidium Tormeutillae Fckl, welches in Schlesien bisher nur in derUredoform beobachtet wurde, wurde auch in der Teleutosporenform gefunden und ausführlich beschriebea. 88 ^i^z«- 113. P. Magnus. Mykologische Bemerkangen. (Iledwigia 1873 Nr. 4 S. 49-5?..). Der im Herb, inycol., herausg. vOii v. Thümen Nr. 24 als Uredo Cichoriace.arum ausgegebene Uredo, wird dort als Stylosporeiiform zu Puccinia Chondrillae gezogen, gehört aber nicht dahin (S. 114), sondern vielmehr zu Pucc. Compositarum Shlecht. Von Letzterer ißt Verfasser geneigt, die auf Crepis vorkommende Puccinia als selbstständige Art loszu- trennen, weil die Aecidien nicht in begrenzte Flecken gestellt, sondern gleichmässig über die ganze Blattfiäche verstreut sind. — Der von Oudemans in Rabenhorst fung. eur. Nr. 1592 aufgestellte Uromyces Sonchi wird als identisch mit Pucc. Sonchi Rob. erkannt. — Cronartium Ribicola Fischer (Rabh. f. eur. N. 1595), beobachtete Verfasser im Juli 1872 in einem Garten bei Kiel auf Ribes aureum. Es wird als ein neuerdings erst aus Amerika eingeschleppter Pilz angesehen. — Von Pnccinia Liliacearum Duby hat Verfasser das zu- gehörige Aecidium seit längerer Zeit beobachtet. Es erscheint gleichzeitig, aber stets auf anderen Blättern als die Puccinia. Die Becher sind tief eingesenkt. Uredosporen kommen nie vor. Beide Fruchtformen werden von Spermogonien begleitet. Der Pilz gehört also in die Abtheilung Pucciuiopsis. — Bei Aecidium rubellatum aui Rumex Hydrolapathum liegen in der Mitte des Fleckes die Spermogonien einzeln im Blattparnechym , die Aecidien rings herum in einem gemeinschaftlichen Stroma aus parallelen senkr-echt zur Blattfläche verlaufenden, dicht neben einanderstehenden Hyphen gebildet. 114. Fr. Köraicke. (Hedwigia 1873. Nr. 5. S. 80.) V. verwahrt sich dagegen, dass er d. Uredo auf Cich. Endivia zu Puccinia Chon- drillae gezogen habe, er habe vielmehr in der Sitzung der niederrh. Ges. für Natur- und Heilkunde vom 2. December 1872 schon die Vermuthung ausgesprochen, dass d. U. höchst wahrscheinlich zu Pucc. Compositarum gehöre. 115. Durieu de Maisonneuve. (Societe Linneenne de Bordeaux XXIV. 2. liv. 1873 ) V. berichtet, dass seit Mitte April 1873 in der Nähe von Bordeaux eine Puccinia auf Malva silvestris gefunden worden sei, die der von Bertero in Chili auf Althaea offici- nalis gefundenen Puccinia Malvacearum Montagne gleich sei. Erst im August fand sie sich auf derselben Pflanze im bot. Garten von Bordeaux ein und verbreitete sich dann auf Althaea rosea, Malva nicaeensis, M. arborea, M. rotundifolia, Lavatera Olbia und Lav. mauritanica. 116. Decaisne. (Bulletin de la Societe botanique de France. 1873. S. 160, 161.) V. legte in der Sitzung der Soc. bot. de France vom 13. Juni 1873 Blätter von Althaea rosea vor, die von derselben Puccinia befallen waren. Sie wurde seit dem April in Montpellier beobachtet. Sie findet sich, wie er berichtet, auf den Blättern der meisten Malva- und Althaea-Arten, die in dem Garten des Museums cultivirt werden. 117. Roze. (Ebds. S. 187.) V. theilt in der Sitzung vom 27. Juni mit, dass er P. Mal. am 22. Juni auf Malv. silvestris gefunden habe. 118. F. C. S. Roper. (Journal of Botany. 1873. S. 340.) V. hat die Puccinia an verschiedenen Orten Englands im Herbst 1873 an Malven so reichlich angetroffen, dass sie der Beobachtung nicht entgehen konnte. 119. The Hollyhock Disease. (Grevillea 1873. Bd. II. S. 47.) Die Pappelrose (Althaea rosea) ist an vielen Orten Englands seit dem Juni des Jahres von einer Krankheit ergriffen worden, die vielen Schaden angerichtet hat. Ursache ist Puccinia Malvacearum Mont., die in diesem Sommer noch in England auf M. silvestris gefunden worden ist. 120. J. Schröter. Bemerkungen über eine nene Malvenkrankheit. (Hedwigia 1873. Nr. 12. S. 183—186.) Ref. beobachtete seit October 1873 bei Rastatt in Baden auf Malva eine Puccinia, die früher in der Gegend nicht voigekonunen war. Sie scheint mit der in Frankreich und Pilze. 89 England beoliachteteu Pucc, Malvacearum Moiit. idc^ntisch. Sie bildet Pusteln au den Blättern und entwickelt bald nach der Sporcnreifo nuf dei- lebenden Näliipflanze Sporidien, die schnell die Nachbarstöcke inficiren. Anfangs war sie nur an Malva silvestris und nur an einigen Localitcäten zu finden, später ging sie auf Malvu neglccta und endlich auf Al- thaea rosea über, und schliesslich war sie so häufig, dass in der Nähe von Rastatt kaum ein Stock von Malva silv. zu finden war, auf dem die Puccinie nicht vorgekommen wäre. Bis in den December verbreitete sich der Pilz noch und wurde durch die ersten Fröste nicht getödtet. 121. P. Magnus. Ueber die Einwanderung zweier Rostpilze. (Sitzungsber. d. Gesellsch. naturforsch. Freunde z. Berlin. 1873. S. 134-138.) M. berichtet über das Auftreten der Pucc. Malvacearum Mont. in Frankreich und England, von welcher er durch Ch. B. Plowright Exemplare erhalten, die zu Lynn in Nor- folk auf J'falva silvestris gesammelt wurden. Ferner bespricht er das Auftreten von Cronartium Ribicola Dietrich (1856) in der Umgegend von Berlin. Im bot. Garten in Schöneberg fand sich der Pilz zuerst auf einem Strauche von Ribcs aurcum, den er stark schädigte und ging dann auf einen benachbarten Strar.ch von Ribes nigrum über. Auch im Fiiedrichshaine und im zoologischen Garten bei Berlin ist er auf Ribes aureum ge- funden worden. Magnus glaubt aus dem beständigen Vorkommen des Pilzes in Gärten schliessen zu können, dass das C. auf Ribes aureum aus Amerika nach Europa eingewandert ist, und jetzt auch auf einheimische Ribes- Arten übergehen kann. Bei Pucc. Helianthi auf Hei. annuus ist seiner Meinung nach der umgekehrte Fall eingetreten , er glaubt, dass dieselbe identisch sei mit Pucc. Discoidearum Schlecht., d'e von den einheimischen Pflanzen auf die angebaute Pflanze übergegangen sei. 121a. J. Kuhn theilt in Rabenhorst (f. e. Nr. 1393 b) Beobachtungen über Aecidium- Bildung von Uromyces Betae mit. Das Aec. stellt sich sowohl auf den Blättern ein, die aus nachgelegten Samen erwachsen, im offenen Lande überwinterten, als auf denen die aus den Winter über eingemieteten Rüben hervorgegangen sind, und wurde vom April bis Mitte Juni gefunden. Derselbe fand (ds. Nr. 1676) Aecidium abietinum Alb. et Schw. bei Kreuth an einer umgebrochenen Fichte in Gesellschaft von Aecidium Conorum Piceae Rees. Nur ein Theil der Zapfen war mit dem letzteren Aecidium besetzt. Die Nadeln der zapfen- tragenden Aeste des Wipfels waren besonders reich mit dem Aec. abiet. befallen. ~ Neu aufgestellte Arten. Uromyces (Hemiuromyce s) verruculosus Schroeter. (112.) Sper- mog. und Aecid. nicht bekannt. — Uredo braun, Epispor. stachlig. — Uromyces in schwarzbraunen Flecken Sporen leicht abfallend, eifg. oder elliptisch, kurz gestielt, 20—26 Mik. 1., 17—20 br. Membran dunkelkastanienbraun, am Scheitel etwas verdickt, mit Keim- porus ; überall, besonders dicht am Scheitel, mit feinen stumpfen Wärzchen bedeckt. — An Melandrium album. — Lecythea Phragmitidis Oudemous (8 p. 260.) Differt. a. L. Baryi Berk., soris numerosissimis, cystidiorum vesicula terminaH sensim neque abrupte in pedicellum contracta , sporis plurimis angulosis , piriformibus. — Sporae aurantiacae , subtilissime echinulatae, ca. 0,03 mm. longae, latae, 0,16. Auf Phragmites vulgaris. Puccinia Endiviae Passerini (49). Uredosporae globosae echinulatoscabrae. — Teleutosp. stipite longissimo, sporas saltem superante. — AP. Chundrillae Crda et P. Compos. Schi. not. allotis diti'. vid. — An Cich, Endivia. — Puccinia montana Fuckel (14 S. 14). I. F: hymeniiferus (Aecidium) Cupu- lis in maculis discoloribus dense aggregatis. II. F. stylosporif: Spor. laevibus, fuscis, 28 Microm. III. F : teleutosp. Sporis ovatis, medio parum constrictis antice minute apicu- latis pedicello brevi, fuscis 48 Mik. 1. 32 er. — An Centaurea montana u. phrygia. Puccinia Rubiae Fuckel (14). Acervulis stylosporiferis sparsis , minutis, ochraceis; stylosporis globosis, spinulosis, 24 Mik, diam. — Acervulis teleutosporiferia 90 Pilze. obscure fiiscis; teleutosporis ovatis, utrimque obtuse-rotundatis, raedio constrictis, fuscis, stii)ite brevissimo hyaline, 32 Mik, long, 20 er. An Rubia tinctorum. Pucc. Ampbibii Fuckel (ebd.). Pucc. Polygonorum auf Polygonum amphibium. — Als Unterschied von der Normart wird angegeben, dass die Stylosp. etwas grösser, die Teleutosp. anfangs von der Oberhaut bedeckt und kürzer gestielt seien. Pucc. Anthoxanthi Fuckel (ebd.). Soll sich durch breitere (25 Mik. 1., 16 br.) und am Grunde abgerundete Teleutosporen von Pucc. Graminis unterscheiden. — Auf Anthoxanthum odoratum. Pucc. Hordei Fuckel (ebd.) Der Pucc. straminis nahestehend. Als Unterschied wird angeführt, dass das untere Fach der Teleutosp. stets breiter, an der Basis abgerundet sei. — An Hord. murinum, Pucc. caricicola Fuckel (ebd.). Uredo wie bei Pucc. Caricis. Teleutosp. theils einzellig (als Mesosporen bezeichnet) mit an der Spitze verdickter Membran, 38 Mik. 1., 17 br., theils zweizeilig am Scheitel abgerundet, in der Mitte wenig zusammengeschnürt, 42 Mik. 1., 16 br. — An Carex supina. Puccinia australis Koernicke (24 Nr. 842). A Pucc. Moliniae Tul. differt uredine aurantiaco nee obscure fusco, teleutosp. brevius stipitatis, apice minus rotundatis; a P. arudiuacea uredinis forma et colore , teleutosporis brevioribus stipite lougiore. An Molinia serotina. Coleosporium Telekiae Thümen. (24.) — An Telekia speciosa. — Wie Gel. Petasitidis. Aecidium pallidum Schneider (110). Pseudoperidiis plerumque dispersis, rarius gregariis, plerumque hypophyllis, rarius epiphyllis, brevibus flavidis, margine subintegro ; sporidiis hyalinis, junioribus flavescentibus, angulato-globosis. — Auf Lythrum Salicaria. Puccinia (Leptopucc inia) Corrigiolae Schröter (22 Nr. 1678). Der Pucc. Caryophyllearum WUr. sehr ähnlich, nur in den Grösscnverhältnissen etwas ver- schieden. — Auf Corrigiola littoralis. Puccinia Staehydis Passerini (ds. Nr. 1682). Wie Rabenhorst (Hedw. S. 143) bemerkt schon von De Candolle unterschieden. — Auf Stachys recta. Puccinia Berkeleyi Passerini (ds. Nr. 1686) -Puccinia Vincae Berk., von P. Vincae Gast., durch sehr kurz gestielte Teuleutosporeu verschieden. Uromyces Rabenhorstii Kunze, a. Fungus stylosporiferus : Uredo Lilii Rbh b. Fungus teleutosporif erus : teleutosporis fuscis, globosis vel obovatis, breviter pe- dicellatis, siccis longitudinalitcr plicatis, apice hyalino-apiculatis, 26 mikr. diam, s. 35 mkr. 1. 24 mikr. er. — An Lilium caudidum. Caeoma Laricis R. Hartig (Nr. 32, S. 93). Spermogonien kugelförmig. — Caeoma: Lager 1—5 Mm. lang, von keuligen Paraphysen umgeben, orangenroth. Sporen in kurzen Ketten abgeschnürt, durch kleine Lamellen getrennt, 20—22 Mik. im Dchm. Membran warzig. — An den Nadeln der Lärche. X. Basidiomycetes. 1. Tremellineae. 122. M. M. Tulasne's. NoQvelles notes sur les Fungi Tremellinl et lears alliees. (Annales des Sciences naturelles V. Ser. Botan. Tome XV. Par. 1872. p. 215-235, pl. 9—12.) Die Kenntniss der kleinen Gruppe der Tremellineen, die sich vorzugsweise auf die in dem ersten Memoire über diese Pilze mitgetheilten Untersuchungen der Verfasser stützen, wird durch die vorliegende Schrift nach jeder Richtung hin erweitert. In jede Pilze. 91 der drei Gruppen dieser Klasse werden einige uene Arten eingereiht, zum Theil solche Pilze, deren Bau früher nicht erkannt worden war. Für die Gruppe der Dacryomyceten, bekanntlich durch an der Spitze gegabelte Basidien und mit Querscheidewänden versehene Sporen Charakter isirt, wird ein neuer Be- fund aufgeführt: Dacryomitra pusilla, ein kleiner Pilz von der Gestalt einer Mitrula, im Bau des Sporenlagers aber mit Dacryomyces übereinstimmend. CaJocera wird, überein- stimmend mit andern Mycologen, z. B. De Bary, ebenfalls hierher gestellt. Guepinia hel- velloides Fr. unterscheidet sich von Guep. Peziza Tul. dadurch, dass das Fruchtlager auf der unteren Seite befindlich ist. Die Basidien sind anfangs länglich eiförmig, dann zwei- getheilt und verlängern sich in zwei lange Sterigmen und bilden an der Spitze nieren- förmige Sporen. „Zu den eigentlichen Tremellen", mit kugligen Basidien, die sich in vier Theile spalten, von denen jeder zu einem langen Sterigma auskeimt, gehören auch zwei vorher nicht untersuchte Pilze: Tremella frondosa Bull, und Tr. albida Huds. — Ferner eine sehr unscheinbare, als Parasit auf Sphaeria strumella Fr. vorkommende Art, die als Tr. neglecta u. sp. beschrieben wird. — Hydnum gelatinosum Scop., welches ähnliche Ba- sidien besitzt wie Tremella und desshalb von Currey zu einer neuen Gattung, Hydnogloea, erhoben worden ist, möchten Verfasser nicht gern von den anderen Hydnum-Arten trennen. — Zwei Pilze, welche bisher zu Corticium gerechnet wurden, Tlielephora (Corticium) in- crustans Pers. und Corticium caesium Pers., besitzen ebenfalls fast kuglige Basidien. die sich später in 2 bis 3 Segmente theilen, von denen sich jedes in ein langes Sterigma ver- längert. Die Sporen keimen sehr leicht imd bilden oft wieder secundäre Sporen. — Diese beiden Pilze werden zu einer neuen Gattung: Sebacina Tul. vereinigt. Auch sie möchte Verfasser nicht zu fern ab von Corticium stellen, denn es findet sich in Corticium incarna- tum l''r. (pinicola) ein Uebergang von den echten Cort.-Arten zu den Tremellinen, da bei ihm die Basidien kuglig, und die vier auf ihnen sitzenden Sterigmen am Grunde bauchig angeschwollen sind. — Die dritte Gruppe „Auricularini" ähnelt in Bezug auf ihre Keimung sehr den Te- leutosporen von Puccinia und Podisoma. Analog verhält sich auch Hypochuus purpureus Tul., dessen Fruchtäste gewunden sind wie ein Bischofsstab, und diesen ähnlich. sind wie- der die schneckenförmigen Fruchtäste von Pilacre Fr. und Ptychogaster albus Crda. Bei Tremella Cerasi Schum. wurde sehr ausgezeichnete Spermatienbildung beobachtet. Sie sind cylindrisch. bogenförmig gekrümmt, werden zu 3- bis 4 vereinigt an den keulenförmig angeschwollenen Hyphenenden in besonderen pezizenförmigen Behältern gebildet. Endlich wird noch der Thatsache erwähnt, dass Dacryomyces deliquescens in einer besonderen Form manchmal ganz in Gemmen oder Conidien zerfällt. Ein ähnliches Verhalten wurde an einem Pilze auf Salix Caprea beobachtet, der als Dacryomyces purpercus n. sp. beschrieben wird. Bei diesem ist die Sporenbildung noch nicht gefunden worden. Gegenüber der An- sicht Fuckel's, der alle Tremellinen als unvollkommene Fruchtformen von Schlauchpilzen auffasst, halten T. die selbstständige Natur der ächten Tremellinen aufrecht; dass Coryne sarcoides zu einem ächten Ascomyceten gehört, ist kein Grund, dies auch für die Tremellen anzunehmen, denn sie besitzt einen, von den eigentlichen Tremellen sehr verschiedenen Bau, ähnelt ihnen also nur in äusserlichen Merkmalen. — Ceratium hydnoides Alb. et Schw. wird von den Tremellinen ausgeschlossen: Es wird berichtet, dass die Sporen mit dicken Keimschläuchen keimen. Abgebildet sind von Guepinia Peziza, G. helvelloides, Dacryomitra pusilla, Hypochuus purpureus, Corticium incarnatum, Sebacina incrustans, Tre- mella Cerasi, Ptychogaster albus, Pilacre Habitusbilder, Fruchtbau, Sporen und Keimung. Neu aufgestellte Arten. Dacrymyces macr osporus B. et Br. (6). Gelatinosus, tuberculatus , roseus; floccis septatis, apice sporiferis; sporis primariis oblongis, 3—5 septatis, articulis con- strictis; sporis secundariis ellipticis, utrinque apiculatis; conidiis concatenatis. 92 Pilze. Berkeley: North-American Fung!. Grevillea IL S. 5 und 18-20. S. 5. 802. Guepinia petaliformis B. (?t C. Pileo flabelliformi margiue crispato tuberculoso, hymenio supra uudo infra venoso. — Alabama. S. 18. 308. Exidia obliqua B. et C. Nigra obliqua expansa subtus velutina hymenio laevi. — New-Engl. 309. E. picea B. et C. Erumpeus, pedunculo cylindrico brevi, hymenio cupulae-formi subtus laevi. ~ A. Betula lenta. — Car. Inf. S. 19. 310. Exidia pedunculata B. et C. Stipite distincto sulcato, hymenio expanso lobato demum deflexo. — A. Pinus. — Car. Inf. 311. Hirniola scutelliformis B. et C. Minuta, orbicularis, subtus Candida, hymenio fusco. — A. Asimia. — Alabama. 312. Tremella gigantea B. et C. Maxima, pallide ferruginea, foliacea, firma. — Alabama. 313. T. dependens B. et C. Sacciformis subclavata, viridi-flava dependens. — A. Lirio- dendrum. — Alabama. 314. T. marmorata B. et C. Magna cerebriformis compacta granulata nigra intus mar- morata. — A. Eiche. — Car. Inf. S. 20. 315. T. enata B. et C. Erumpens, convexa, tuberculiformis, rufa; floccis dichotomis erectis. — A. Alnus serrulata. — Car. Inf. 316. Dacrymyces chrysosperma B. et C. Erecta clavato-lobata aurantiaca; sporis aureis 4-6 septatis. — New-Eng. 317. D. syringicola B. et C. Erumpens plana epidermide cincta, pallida; conidiis ob- longis curvulis grandoque furcatis. — A. Syringa. — Car. Inf. 318. D. destructor B. et Rav. Erumpens epidermide cincta, tuberculata pallida: coni- diis oblongis curvulis grandoque furcatis. — A. Pinus. — Car. Inf. 319. Coryne gyrocephala B. et C. Stipite cylindrico rufe demum sulcato, capite fusco gyroso. — Car. Inf. S. 33. 320. Coryne Ellisii B. Fusca stipite cylindrico sulcato capitulo ovato. New- York. Dacryomitra pusilla Tulasne (122 S. 217). Fungillus dilute luteus, natura Tremellarum aemulus, forma autem Mitrularum 8—10 millim. altus. Basidia sterigmata dua acuta exserunt. Sporae cylindricae et curvulae, septis tribus transversis dividuntur 0.013 mm. 1., 0.003 er. — An Castanea vesca. Tremella neglecta Tul. (Ds. S. 222.) Tremella pulvinulis perexiguis, sordide albidis ; basidiis globosis aut nonnihil piriformibus , postea ad basim usque quadripartitis. — Parasitatur in cespitibus obsoletis Sphaeriae strumellae Fr. Dacryomyces purpureus Tul. (Ds. S. 231.) pulvinulis exiguis, natura pulposis totisque fere e conidiis s. cellulis ovatis, levibus, simplicibus et primum catenatis, catenis autem abunde ramosis. — An Rinde von Salix Caprea. 2. Hymenomycetes. 123. J. B. Schnetzler. Sur le soit-disant genre Rhizomorpha. (Bulletin de la Society Vau- doise des sciences naturelles. 2. Ser. Vol. XL Nr. 68. Lausanne 1873, p. 324-326.) Ein Exemplar von Rhizomorpha putealis, M^elches in einem eisernen Wasserbehälter gewachsen war, wird genau beschrieben. Am Ausgange der Wasserleitung, wo die Rh. be- ständig von Wasser von 8" Wärme bespült wurde, wandelte sich ihr Gewebe in eine mar- kige Substanz um, die von gallertartiger Masse umgeben war. An manchen Stellen des Pilzes wurden lose aufsitzende .rundliche Zellen gefunden, die Seh. für Conidien erklärt, eine andere Fructification wurde nicht bemerkt. — Die Rhiz. hatte Aehnlichkeit mit den Gebilden, die als Ciavaria thermalis DC, Cl. lignaria Dikson und Gl. ceratoides Holmsk. ^fee. 93 beschrieben worden sind und die nach De CandoUe nichts anderes sind als eine unter Ein- fluss von Wasser eingetretene . strangartige Umwandlung der Fruchtträger von Agaricus tubaeformis. 123a. A. Braun (Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde z. Berlin v. 16. Dec. 1873. S. 125—127) erläuterte ein merkwürdiges Exemplar eines in einem Brunnenschachte zu Berlin gefundenen Pilzes. Es bestand aus einem Bündel hornförmiger, schlangenförmig gewundener Gebilde und ist eine monströse Bildung von Agaricus (Lentinus) lepideus Fr. Diese Missbildung ist schon 1667 von Ulysses Aldrovandus unter dem Namen Fungus gallipes und anguinus, später von Anderen als Ciavaria coruuta Retz., Ramaria ceratoides Ilolmsk., Elvella serpentiformis Batsch beschrieben und abgebildet worden. Das vorliegende Exemplar zeichnete sich vor Allen durch seine bedeutende Länge (0.57 M.) und dadurch aus, dass zwei der Sprossen ausgebildete Hüte trugen, so dass die Zusammengehörigkeit der hörn- und schlangenförmi- gen Gestalten mit den hutbildenden ersichtlich wird. 124. R. Hartig. Vorläufige Mittheilung über den Parasitismus von Agaricus melleus und dessen Rhizomorphen. (Botan. Ztg. 1873 Nr. 19, S. 295—297.) Agar, melleus bildet eine den 5 — 30 jährigen Nadelholzpflanzungen gefährliche Krankheit, den „Erdkrebs", „Harzüberfülle", und veranlasst das Absterben ganzer Baum- gruppen. Am Wurzelstock zeigt sich starker Harzerguss, und in der benachbarten Erde braune runde Rhizomorphen, die in die Wurzel zwischen Holz und Rinde eindringen und dann in ein weisses fächerförmiges Mycel übergehen. Auch an Ijaubbäumen (Prunus avium, Sorb. Aucup., Crathaegus, Fagus, Betula) ist die Krankheit beobachtet worden. An allen getödteten Stöcken fanden sich die P'ruchtträger von Ag. melleus, oft zu 100 zusammen an. Sie sitzen auf dem fächerförmig ausgebreiteten Mycel, oft auch direct auf den Rhizomor- phen auf. — Der Pilz zeigt ächten Parasitismus, er geht von getödteten Stöcken radial auf vorher gesunde Bäume über, und ergreift zuerst die Wurzeln und Wurzelstöcke. — In den abgestorbenen Stöcken lebt er noch jahrelang als Saprophyt fort. Die alten Stöcke müssen daher beseitigt werden, um die Krankheit zu unterdrücken. 125. Elias Fries. Observations on Gonnermann and Rabenhorst's Mycologia europaea. (Grevillea Bd. H S. 27.) Berichtigung einiger Bestimmungen von Hymenomyceten, die auf T. 1—11 des ge- nannten Werkes dargestellt sind. 126. Derselbe. Kritische Bemerkungen zu W. G. Smith. Mycolügical lUustrations Part. 2. (Grevillea Bd. J S. 127, 128.) Kurze Bemerkungen über die Ausführung der Abbildungen und Berichtigung einiger Bestimmungen in denselben. 127. Derselbe. Duo Agarici novi anglici. (The joumal of botany Nr. 127, S. 204 und 205.) Zwei von W. G. Smith und Saunders unter anderen Namen abgebildete Agarici werden als neue Arten erkannt, und die Diagnose derselben mitgetheilt (S. n. A.). 128. Derselbe. Icones Hymenomycetum selectae specierum nondum delineatarum. Fase. V— Vni. (Bot. Ztg. 1873 Nr. 30, S. 477 u. 478.) Prof. Elias Fries giebt das Verzei3hmss der in den Heften V— VHI seines Werkes abgebildeten Pilze, zusammen 116 Agaricus-Arten. Mit Heft IX u. X, die Arten von My- cena, Pleurotus und Hyporrhodius bringen sollen, soll die erste Serie des Werkes ein ab- geschlossenes Ganze bilden. — Verfasser theilt gleichzeitig mit, dass er mit der Redaction einer vermehrten Auflage seiner Epicrisis beschäftigt ist. 129. Derselbe. Decas Hymenomycetum novorum. (Oefversigt af Kongl. Vetenscaps-Acad©» miens Förhandlingar. 1873. Nr. 5.), (cit. in Bot. Ztg. 768 R.) 94 Pilze. 130. Worthington G. Smith. Newhymenomycetons fang! from Steves. (The Journal of botany No. 123, S. 65-67 u. Tab. 129 u. 130.) Agaricus acutesquamosus Wn., und Ag. cepaestipes Sow., obschon sonst in England selir selten, sind in den Treibhäusern dort sehr häufig und kaum auszurotten. — Als neue nur in Treibhäusern vorkommende, wahrscheinlich eingeführte exotische Arten werden da- rauf 4 Species von Agaricus, 1 von Radulum, 1 Ciavaria, 1 Pistillaria beschrieben (S. n. A.) — Abgebildet sind diese neuen Arten und Polyporus xanthopus Fr. 131. Derselbe. Lactarius minimus Sp. n. (Das. Nr. 127. S. 205 mit 1 T.). S. n. A. 132. Derselbe. New-British-Fungi. (Das. S. 335-337.) Unter 20 Hymenoniyceten , welche als für England neu aufgeführt werden, sind 7 als neue Arten beschrieben. S. n. A. 133. Derselbe berichtigt (das. S. 340) einen Irrthum, welcher sich in den Handbüchern von Berkeley und von Cooke bei der Beschreibung von Russula emetica eingeschlichen hat. Das Fleisch unter der Oberhaut des Hutes ist immer roth, nicht weiss, wie dort ge- sagt wird. 134. Ralienhorst. Hydnum Stohlii n. sp. (Hedwigia 1873. Nr. 8. S. 113), von Dr. Stohl bei Salzburg entdeckt. — S. n. A. 135. Hartsen. Zusammensetzung von Agaricus fusclculatus. (Compt. rend. hebd. Bd. 76. Nr. 6, S. 385.) Hartsen hat aus Ag. fasciculatus eine in Aether lösliche, beim Eindampfen in Na- deln krystallisirende Substanz ausgezogen, die er mycorhaphine nennt und einen anderen, in Aether und Wasser löslichen Stofi', der sich in nierenförmigen Körnern abscheidet, von ihm als mycostearine bezeichnet. 136. Sacc. Analyse de l'Agaric fetide. (Comptes rend. hebd. Bd. 76. Nr. 8, S. 505, 506.) Ag. foetidus, im October in einem Eichenwalde gesammelt, hatte folgende Zusam- mensetzung : Wasser 67,2, Mannit 0,60, Pectinsäure 0,09, Fibrin 4,66, ßassorin 1,55, holzige Stoffe 20,09; Fett, Säure, färbende und riechende Bestandtheile 0,68; Asche 5,13. 137. C. Ealcbbrenner. Icones selectae Hymenomycetum Hungariae per St. Schulzer et C. Kalchbrenner observatorum. I. Heft. Pestini 1873. Das Werk erscheint unter den Anspielen der Ungarischen Academie der Wissen- schaften in der Form der Fries'schen Icones selectae Hymenomycetum, mit lateinischem und ungarischem Text. — Das erste Heft bringt auf 10 Tafeln die Abbildung von 21 Agaricus-Arten, von denen 17 neu sind. 138. Fr. Harsling. Fortschritte der Mykologie in Ungarn. (Flora 1873, Nr. 9, S. 147.) Eine Ankündigung des vorstehenden Werkes. 138a. Fackel (14.) beobachtete in der Schweiz das Vorkommen von Exobasidium Vac- cinii an Rhododendron. Es verursacht kuglige Auftreibungen , die „Saftäpfel" genannt werden. Diese Gebilde sind früher für Insecten-Gallen, und von Beckeley für die Producte eines Ascomyces gehalten worden. — Derselbe fand oft Aegerita Candida Pers. in Gesell- schaft von Corticium lacteum Fr,, und sah, dass die Erstere von Hyphen entspringt, die denen von Gort. lact. ganz gleich sind. Er schliesst daraus, dass Aeg. c. eine Conidien- fruchtform von Gort, 1. ist. — Auch bei einem anderen neu entdeckten Hymenomyceten : Polyporus metamorphus n. sp. fand er reichliche Conidienbildung an den dem ausgebildeten Pilze vorangehenden Hyphen, ,,meines Wissens der erste unzweifelhafte Nachweis des Vor- kommens von Conidien bei Polyporus". — Von Xylostroma corium Rbh., das bisher nur Steril bekannt war, fand er die ausgebildete Fruchtform in einem Polyporus (P. xylostro- matis n. sp.), der sich also dem P. vitreus Fr. analog verhält. Er verursacht in dürrem Eichen- und Birkenholz Aushöhlungen, von den Holzarbeitern werden die Stämme dann a,ls „bienrissig" bezeichnet. — Eine kleine Nyctalis (N. Rhyzomorpha u. sp.) traf er in Pilze. Ö5 "Verbindung mit einer Rhizomorpha, die der Rh. subcorticalis, wie sie De Bary beschreibt, sehr ähnlich war. Er ghiubt daher, dass diese das sterile Mycel der Nyctalis bilde. — Fusi- dium Kühnii Fuck., glaubt er als die Conidienfruchtform von Agaricus (Crepidotus) variabilis P. ansehen zu müssen, und ein sehr ähnliches Fusidium als die von Agaricus (Mycena) corticola Schum, Neue Arten. Polystictus Vitiensis Reichart. (15.) Stipes lateralis, niger, pileus reni- formis, coriaceo-membranaceus , zonatus niger. — Hymenium albidum, poris minutissimis brevibus, regularibus, obtusis. Sporae cllipticae, laeves, albidae. — Vidschi-Inseln. Hydnum Stohlii Rabenhorst (134) H. laete et pulcherrime aurautio - ful- vum, sessile, basi angustatum, antice flabellif. dilatat., superficie laeve, aculeis subdensis, 1—2"' longis, intense aurantiis, apice integris. — Dem H. fulgens Fr. ähnlich, durch die ganzrandigen Stacheln unterschieden. — An Laubholz. Lactarius minimus W. G. Smith. (131.) Alle Theile blass thonfarben. Hut 1/^ bis */g Zoll im Durchmesser. Rand eingerollt. Lamellen etwas herablaufeud massig entfernt. Stiel sehr kurz, gewöhnlich exceutrisch. Milch reichlich, weiss, mild. Sporen stachlig, 0.003 Zoll im Durchmesser. Marasmius Kirchner! Thümen. (24 Nr. 909.) M. pileo carnosulo-pallide fusco- albido, lamellis sparsis, albido-fuscis, subdecurrentibus, stipite 1—1 V2 ^^^- !•) brunneo, fili- forme, glabro. (M. scorodon. var n. Kalchbrenner.) Nyctalis Rhizomorpha Fuckel. (14 S. 85.) Pileo carnoso, albicante flocculoso- pruinoso, cinereo, gibboso, V2 unc. lato, lamellis concoloribus, inaequalibus, stipite centrali, valde sulcato, albo, 1 uuc. alto. — Fungillus basi fibrillis rhizomorphaeformibus obsitus. Polyporus Xylostromatis Fuckel, (Ds. S. 86.) Resupiuatus, effusus, coria- ceo-carnosus , candidus, submarginatus ; poris junioribus subtilissime sed dense tomentosis, plerisque obliquis, longissimis, hexagonis, margine integro, media magnitudine. Pol. metamorph US Fuckel. (Ds. S. 87.) Fungillus conidiophorus. Hyphis ramosis, septatis, mox aureo-coloratis ; conidiis solitariis, ovatis breviter pedicellatis, laevi- bus, aureis 8—10 Mik. 1. 6 Mik. er. — Fung. hymeniophorus e poris resupinatis late effusis tantum constat, ambitu plus minusve sterili, albo, villoso; poris pro ratioue amplis, 1 — 3 lin. long, prirao candidis demum ceraceis, valdc irregulariter angulatis, ore laciniato-inciso ; basidiosporis cylindraceis, rectis, continuis, hyalinis 8—10 Mik. 1. 3 Mik. er. — Auf einem Eichenstumpfe. Irpex hypogaeus Fuckel. (Ds. S. 88.) Mycelio sterili longe disperso, candido, hymeniophoro reflexo, primo candido demum pallide fusco-ochraceo , hymenio proprio defi- ciente, sed aculeis in bysso ipso ortis ijiordinate dispositis, aculeis 1 — 3 lin. long, forma valde varia. — Bis ^/j Fuss tief in lockerem Waldboden wuchernd. Agaricus (Entoloma) AVynnei B. et Br, (6.) Pileo primum piano, fuli- gineo, velutino, dein convexo, squamuloso, hygrophano; margine striato, saepe undulato; stipite fuligineocaeruleo, compresso, basi gossypino; lamellis latis, trausversim costatis, pal- lidis, margine crenulatis; odore cimicino. Hygrophorus Clarkii B. et Br. (Ds.) Fragilis; pileo convexo, subumbonato, livido cinereo, viscoso; margine laevi; stipite concolori, cavo; lamellis latis, distantibus, crassis, adnatis, albis. Hyg. Houghtoni B, et Br. (Ds.) Pileo convexo, laeticolori, centro demum de- presso, striato, cum stipite fulvo-flavo, transversimJ_undulato , viscosissimo ; lamellis decur- rentibus, tenuibus, gilvis. Corticium lacunosum B. et Br. (Ds.) Molle, late effusum; hypothallo lanoso, fulvo, lacunoso; hymenio pulverulento. Agaricus Worthingtoni Fries (127 S. 204). Psalliota pileo leviter carnoso, e campanulato convexo, viscido (?) laevi, aureo; stipite fistuloso, gracili, subflexuoso cyaneo: lamellis adnatis fusco-ferrugineis. Ag. Saundersii Fries (Ds.) Entoloma pileo carnoso, marginem versus teaui, 94 Pilze- convexo, glabro, viscido (?), albicante; stipite solido, firrao, aequali, glabro, albo; lamellis leviter adnexis. latis, distantibus, incarnatis. Agaricus (Pleurotus) gadinoides Worth. G. Smith (130). Alle Theile weiss, Haut fleischig, zart, halbirt, mit feinem angedrücktem Flaum bekleidet. Stiel klein, seitlich oder fehlend: Lamellen ziemlich dicht; Sporen weiss 0.00027 x 0.0001 Zoll. — Au Far renkraut- Stämmen in Warmhäusern. Agaricus (Naucoria) echinosporus W, G. Sm. (Ds.) Hut anfangs etwas kleiig, fett, wässrig, citronengelb mit mattgrünem Rande, abblassend; Stiel röthlich-braun, voll, knorplig, mit weissen Schuppen bekleidet; Lamellen citronengelb, entfernt stehend. Sporen roth, stachlig 0.0003 x 0.00025 Zoll. Marasmius subulatus W. G, Sm. (Ds.) Hut trocken, anfangs glatt, dann am Rande gestreift. Lamellen ziemlich dick, bauchig, etwas verzweigt oder aderig verbunden, anfangs angewachsen, entfernt von einander; Stiel hornartig, pfriemlich, elas- tisch, an der Spitze weiss , am Grunde tief braun , nach unten verschmälert, fein pulverig, Geruch scharf. Sporen 0.00027 x 0.0001 Zoll. Mar. aratus W. G. Sm. (Ds.) Hut lebhaft braun, glatt, runzlig; Stiel voll, dicht flaumig; Lamellen braun, dick, manchmal wie b. M. Rotula vereinigt, — Spo- ren 0.00027 X 0.0001 Zoll. Radulum Cyatheae W. G. Sm. (Ds.) Krustenförmig, blass. ocherf. Höcker anfangs rundlich, später stumpf, an der Spitze flockig-zottig, später, cylindrisch, unregel- mässig gekerbt. Sporen 0.00025 x 0.00017 Zoll. Ciavaria cervina W, G. Sm. (Ds.) Zart, wenig verzweigt, Aestchen stumpf, lohfarbeu, unten braun, voll. Sporen ocherfarben. Pistillaria purpurea W. G. Sm. (Ds.) Eiförmig, keulenf., Keulen stumpf oder spitz, glatt, purpurn; Stiel voll, abgesetzt, manchmal karminroth gefleckt. Sporen klein, fast kuglig 0.0001 " Dchm. Agaricus (Clitocybe) subinvolutus W. G. Smith. (132.) Hut flach, flei- schig, Rand etwas eingerollt; Lamellen breit, herablaufeud ; Stiel voll, fast knollig; der ganze Pilz rahmfarben, später an allen Theilen gefleckt. Ag. (Flammula) inauratus W. G. Sm. (Ds.) Hut fleischig, oder mehrere Zoll breit, feucht, glatt, mit deutlichem Schleier; Lamellen breit, angewachsen, mit einem Zahne herablaufend, blassgelblich thonfarben; Stiel mit eingewachsenen Schuppen bekleidet, — Der ganze Pilz schwefelgelb. — An Weiden. Ag. (Flammula) juncinus W. G. Sm. (Ds.) Hut fleischig, schwefelgelb mit dunkelbrauner Scheibe; Schleier fehlt; Lamellen breit, sehr dünn, rothbrauu; Stiel 4 Zoll lang, dünn. Geschmack bitter, unangenehm. — An abgestorbenen Binsen. Lactarius exsuccus W. G- Sm. (Ds.) Der Beschreibung nach wie L. vellereus, aber milchlos. Russula subfoetens W. G. Sm. (Ds.) Sehr ähnlich R. foetens. Stiel weniger stark. Geruch etwas unangenehm, Geschmack etwas scharf. — Von Fries als Var. von R. fragilis betrachtet. Nyctalis caliginosa W. G. Sm. (Ds.) Hut sehr fleischig, trocken weiss, flockig, feucht wie Ag. butyraceus gefärbt. Rand eingerollt. Lamellen dick, verzweigt herab- laufend, Stiel fest, flockig, am Grunde nackt. Geruch und Geschmack wie von Polyporus squamosus. — Auf der Erde. Cyphella Gatilla W. G. Sm. (Ds.) Fast häutig, ausgebreitet, Rand kraus und wellig. Hymenium adrig, grau. — Oft dachziegelförmig. — Auf Moos und dürren Blättern. Cyphella pallida B. et Br. (Ds.) Cupulis primum orbicularibus, deraum irre- gulariter lobatis, planis, tomentosis vel hispidulis, sessilibus; hymenio demum rugoso, pal- lide ochraceo. Pilzö. 97 Tfametes radiciperda R, Hartig (No. 82, S. 62). Fruclitkörper weiss oder gelblich weiss, gerandet. Sporen kleiüer als bei Tram. Pini, weisse Fruchtschiclit ohne Haare, — An den Wurzeln verschiedener Bäume. Berkeley. Notices of North-Araerican Fungi Grevillea (Bd. l. S. 33). Lentinus omphalodes Berk. et Curt. Pileo iufuudibuliformi tenui; stipite gracili sursum incrassato, basi fibrilloso spongiosoque ; lamellis integris, angustis, decurren- tibus. — Pennsylv. 103. Lentinus haematopus B. Pileo umbilicato depressove, ochraceo, glaberrimo; stipite brevis^imo, cruento lamellis decurrentibus, margine laceratis. 102. Lentinus Micheneri B. et C. Pileo umbilicato, ochraceo, glabro; margine lo- bato; stipite basi spongioso, umbrino; lamellis acie serrulatis. — Pemis. 104. Lentinus pallidus B. et C. Pileo convexo-plano, margine fortiter inflexo; stipite sursum glabro, deorsum furfuraceo; lamellis decurrentibus, margine lacmiatis. S. 34. 105. Xerotus viticola B. et C. Pileo tenui nigro ramoso-sulcato scabro; margine pal- lidiore; lamellis latiusculis. — Car. inf. 106. Lenzites glaberrima B. et C. Pileo suberoso, dilatato, e disco orbiculari oriundo, sursum sulcato-zonato, albido, glaberrimo; lamellis poroso-anastomosantibus; intersti- tiis angustissimis. — Santee Piiver, S. 35. 107. Lenzites rhabarbarina B. et C. Pileo rheniformi, zonato, rugoso, e velutino subglabrato, rhabarbarino, fasciis rubris demum picto; lamellis subramosis, rhabarbarinis, acie laceratis. — Car. Inf. 108. Boletus Spraguei B. et C. Pileo convexo, flavo, coccineo-squamuloso ; stipite flavo, coccineo-notato ; poris viridi-flavis, amplis, angulatis, decurrentibus; velo tenui albo-evanescente ; carne e flavo purpurascente. — New. Eng. 109. Boletus Curtisii B. Pileo hemisphaerico, viscoso; stipite tenui, sursum attenuato- polito, reticulato; poris umbrinis, liberis. — Car. Inf. 110. B. hemichrysus B. et C. Pileo convexo, crasso, aureo-pulverulento ; stipite subconcolore, deorsum pulveraceo; mycelio luteo; poris amplis, decurrentibus. — Car. Inf. 111. B. Ravenelii B. et C. Pileo convexo, stipite tenui veloque sulfureo-pulverulentis; poris planis, umbrinis. — Car. Inf. S. 36, 112. Boh auriflammeus B. et C. Pileo convexo, stipiteque sursum attenuato, aureo-pul- verulentis; poris liberis, amplis, ore cinnabarinis. — N. Car. 113. B. r etipes B. et C. Pileo convexo, sicco, luteo-pulverulento ; stipite subaequali, usque ad basin reticulato, deorsum pulverulento ; poris luteis adnatis. — Car. Sup. 114. B. Murraei B. et C. Pileo hemisphaerico, crassissimo, vivide rubro, granulato; carne flava; stipite clavato, flavo, laevi; poris angustissimis, decurrentibus, flavis. — New Eng. 115. Polyporus (Mesopus) dibaphus. B. et C. Pileo orbiculari, atropurpureo, sub- tiliter tomentoso, glabroscente, lineis pallidis hie illic radiato; stipite gracili, subcon- colore, deorsum pruinato; poris decurrentibus, ochroleucis, angulatis, parvis. — Ala- bama. S. 87. 116. P. (M.) dependeus. B. et C. Pileo turbinato, ferruginco, sericeo-striato, stipite brevi, villoso, e basi spongiosa oriundo, porisque angulatis, parvis, concoloribus. — Car. Inf. 117. P. (M.) luridus B. et C. Pileo orbiculari, umbilicato, fusco, pulverulento, margine incurvo; stipite cylindrico, subconcolore; poris ciuerois, parvis, angulatis. — Wiscon- sin. Conn. SoUuiscber Jahresbericht I. 7 98 Pilze. 118. P. (M.) persicinus B. et C. Pileo molli, tomentoso. pulviuato, atropurpui'eo ; stipite crasso, coucolore; poris angulatisj carne rubida, subcuticula atropurpurea, quandociue zonata. — Car. Inf. 119. P. (M.) delicatus B. et C. Pileo orbiculari, ochraceo, tomentoso; margine tenui, acuto; stipite brevi, radicante; poris angulatis, dissepimentis tenuibus, usque ad basin de- currentibus. — Alabama. S. 38. 120. P. (M.) flavo-virens B. et Eav. Pileo molli, irregulari, piilvinato, vel depresso, subtiliter tomentoso, flavo-viridi; stipite pallido, subconcolore, crasso, poris irregula- ribus, dissepimentis tenuibus flavis. — New Eng. 121. P. (M.) cupulaeformis B. et C. Pileo cupulaeformi demum reflexu, rufo tomentoso; stipite brevissimo; poris minimis concoloribus. — Car. Inf. 122. P. (Pleuropus) Ravenelii B. et C. Pileo sub-flabellif ormi , demum lobato, zo- nato, albido, lineato-sericeo; stipite albo, pruinato, poris ochroleucis, minimis. — Car. Inf. 123. P. (P.) mutabilis B. et C. Pileo flabelliformi , zouato, postice pallido, antice rufo, sericeo-striato ; stipite variabili; poris minimis ochroleucis. — Car. Inf. S. 39. 124. P. (P.) fractipes B. et C. Ocbraceus; pileo reniformi, irregulari, rugoso, tomentoso, hie illic hispidulo; stipite irregulari distorto, quandoque postice adnato pulverulento; poris minimis. — Car. Inf. 125. P. (P.) dealbatus B. et C, Pileo convexo, zonato, quandoque sulcato, dealbato; sti- pite elongato, distorto, pruinoso; hymenio concavo, albido; poris microscopicis, — Santee River. S. 49. 126. P. (P.) AmygdalinusB. etRav. Olidus; pileo carnoso, subimbricato , laterali, luride-flttvo, hie illic squamis omnino adnatis, obscurioribus notato; stipite obsoleto; poris sinuosis, irregularibus, parvis, albis. — Car. Inf. 127. P. (Merisma) subgiganteus B. et C. Pileo dilatato, lobato, flexuoso, rugoso-un- dulato, villoso-scabro, margine inflexo; poris irregularibus; dissepimentis tenuibus.— Conn. S, 50. 128. P. (Anodermei) semisupinus B. et C. Ochraceus, pileo e resupinato reflexo, tenui, fibris paucis, brevibus, ornato, postice laccato-glabrato, poris minutis, dissepimen- tis tenuibus. — New Eng. 130. P. (Ä.) Lindheimeri B. et C. Pileo albido, subcinereo, floccoso substrigoso; hy- menio cinereo; poris minutis, angulatis. — Texas. 129. P. (A.) cerifluus B. et C. Ochroleucus; pileo sessili, dimidiato, angusto, hie illic laccato-glabrato; hymenio cribroso; poris angulatis, dentatis, minutis. — Car. Inf. 131. P. (A.) Spraguei B. et C. Pileo imbricato pruinoso scabro, rugoso; margine lobato, intus zonato, umbrino fibroso, rigescente; hymenio concavo; poris minutis. — New Eng. Murray. 132. P. (A.) fissilis B. et C. Albus; pileo dimidiato, vertice elongato rugoso hie illic acu- leato-setoso; intus fibroso, fissili, zonato, poris subrotundis, acie obtusiusculis. — Car. Sup. S. 51. 133. P. (Placodermei) novae angliae B. et C. Pileo reniformi, disco pulvinato af- fixo, ferrugineo, velutino; hymenio concolore; poris parvis; dissejnmentis rigidis. — New Eng. 134. P. (Plac.) cucullatus B. et C. Pileo minuto angulaef ormi , e ferrugineo tomen- toso, nigroglabro; poris parvis; hymenio primum margine breviter porrecto, limitato. — New Eng. 135. P. (Plac.) palustris B. et C. Pileo pulvinato, cuticula laevi ochroleuca vestito; hymenio convexulo; poris parvis, angulatis, — Santee River. Pilze, gg 136. V. (lüodermei) Sartwellii. B. et C. Dimidiatus, postice decurrens; pileo al- bido, zonato, velutiüo strigoso; poris angulatis elougatis nigris. — New- York. S. 52. 137. P. (J.) scarrosus. B. et C. Ocliraceus; pileo dimidiato, postice decurrente, fibria radiantibus stuppeo; poris decurrentibus ; elongatis, angulatis. — Car. Sup, 138. P. (J.) ectypus B. et C. Pileo flabelliformi, lobato, zonato picto, postice rufo, an- tice pulverulento, pallido; hymenio ochraceo; poris minutis. — Car. Inf. 139. P. (J.) Halesiae B. et C. Pileis imbricatis, postice decurrentibus, pallidis serieeis margine tenui, inflexo; hymenio cinereo; poris minutis. — Ober-Georgia. A. Halesia. 140. P. (J.) Jlicincola. B. et C. Pileo flabelliformi, pallido, glabrato nitido radiato ru- guloso; poris pallidis sinuatis. — Alabama. S. 53. 141. P. (Resupinati) favillaceus. B. et C. Brevis, sparsiis ; margine liberato, tomen- toso; hymenio cinereo; poris minimis. — New Eng. 142. P. (R.) aurantio-pallens. B. et C. Suborbicularis ; margine elevato obtuso cinc- tus; poris parvis. — Car. Inf. 143. P. (R.) Chrysobaphus B. et C. Totus resupinatus, immarginatus, aureo-olivaceus; poris elongatis obliquis; sporis ferrugineis. — Alabama. 144. P. (R.) barbaeformis. B. et C. Totus resupinatus margine tenui albo; bymenio fulvo; poris parvis, elongatis, dissepimentis tenuibus. — Alabama. S. 54. 145. P. (R.) clathratus. B. et C. Niveus, effusus, late cribrosus; parietibus cribrorum laccato-laevibus ; poris punctiformibus , dissepimentis crassis obtusis. — Louisiana. 146. P. (R.) Lindbladii B. Pileo resupinato, rigido; margine tomentoso albo demum li- bero; hymenio griseo, fuscescente; poris angulatis. — Car. Inf. 147. P. (R.) limitatus. B. et C. Totus resupinatus rigidus albidusj margine nigrescente rimoso; poris angulatis. — Car. Inf. 148. P. (R.) Salviae. B. et C. Effusus, moUis, albus; fere totus e poris minimis flexuosia constitutus; dissepimentis tenuibus. — Car. Inf. 149. P. (R.) incrustans. B. et C. Mollis, albus; quisquilias incrustans; mycelio gossf- pino; poris brevibus angulatis; dissepimentis tenuibus. — New Eng. S. 65. 150. P. (R.) vesiculosus. B. et C. Late effusus alutaceus; poris pezizaeformibus veluti e vesiculis ruptis enatis. — Alabama. 151. P. (R.) minimus. Ravenel. Pulvinatus fere totus e poris moUibus ceraceis candidis elongatis minimis constitutus. — Car. Inf. 152. P. (R.) fatiscens. B. et Rav. Totus resupinatus, albus tenuissimus pulveraceus; poris serius enatis primum punctiformibus dein angulatis. — Car. Inf. 153. P. (R.) tenerrimus B. et Rav. Totus resupinatus, tenerrimus, fulvus, aquosus; poris minimis, dissepimentis tenuibus. S. 66. 154. Trametes Lindheimeri B. et C. Pileo dimidiato, applanato, fulvo, floccis molli- bus, strigosis, spongioso-implicatis vestito; margine tenui; poris demum umbrinis mediis, dissepimentis dentato-elongatis. — Texas. 155. Tr. Peter sii. B. et C. Pileo applanato subtiliter tomentoso pallide fulvo marginem versus subsulcato-zonato, poris minimis punctiformibus, dissepimentis ab initio ri- gidis. — Alabama. 156. Tr. limitata. B. et C. Suborbicularis, applanata, pallida subtiliter tomentosa zo- nata; poris minimis concoloribus ; dissepimentis tenuibus; margine sterili acute. — N. Mexico. 157. Tr. Ohiensis B. Pileo pulvinato, angusto, zonato, ochroleuco, tomentoso, demum laccato-glabrato, contextu tenui subconcolorc; hymenio concavo candido; poris puncti- formibus 5 dissepimentis rigidis latis. — Ohio. 7* 100 ^^^^• S. 67. . ^ 158. Daedalea glaberrima. B. et C. Pileo reiiiformi candido, polito leviter sulcato; stipite laterali brevi obtuso; poris demum sinuosis. — Saiitee River. 159. D. puberula. B. et C. Pileo molli-suberoso, irregulari, dimidiato, hic-illic tuber- culoso, puberulo, ocbraceo; margine tenui; poris parvis demum sinuatis. — Penns. S. 68. 160. D. Ravenelii. B. Ferruginea, pileo postice decurrente, tomentoso aetate spadiceo; poris irregularibus , primum pubescentibus. — Car. Inf. 161. Hexagona carbonaria. B. et C. Tota resupinata, fulvo-fusca margine nuUo, subtus fulva tomentosa; poris rigidis, dissepimentis.acutis. — Car. Inf. 162. Favolus Curtisii B. Pileo orbiculari umbilicato tenuissimo margine ciliato; stipite centrali deorsum incrassato setuloso; poris oblongis mediis. — Car. Sup. S. 69. 163. Merulius haedinus. B. et C. Pileo dimidiato candido gkberrimo, bymenio rugu- loso. — Alabama. 164. M. Wrigbtii B. Pusillus reniformis extus furfuraceus, bymenio albido, poris radian- tibus. — Texas. 165. M. ambiguus B. Orbicularis, margine demum reflexo-sulcato villoso plicis radian- tibus demum reticulatis. - Car. Inf. 166. M. Ravenelii B. Orbicularis totus resupinatus, margine tomentoso albo; bymenio poroso ex alutaceo-rufo demum spadiceo. — Car. Inf. 167. M. ceracellus B. et C. Totus resupinatus margine tenui; bymenio primum laevi ceraceo, dein reticulato-poroso alutaceo. — Car. Inf. 168. M. bell US. B. et C. Elf usus sub-byssoideus irregularis; hymenio alutaceo poris ab initio distinctis brevibus. — Alabama. S. 70. 169. M. patellaeformis B. et C. Pusillus orbicularis totus resupinatus fuscus; hymenio poroso. — Car. Inf. 170. M. spissus B, Poris primum pallidis brevibus dein fuscis elongatis e Strato mem- branaceo oriundis. — Car. Inf. 171. Arrhytidia fulva B. et C. Pusilla horizontalis, spatbulata, fulva. — Car. Inf. 172. Porothelium hydnoideum. B. Effusum niveum pulverulentum , verrucis primum pruinosis, dein lutescentibus, demum fuscis. — Car. Inf. S. 71. 173. Fistulina pallida. B. et Rav. Pileo reniformi pallido-rubente stipite laterali tubis decurrentibus. — Car. Inf., Alabama. 174. F. spatbulata. B. et C. Pileo tenui, spatliulato in stipitem gracilem basi attenua- tum cum tubulis decurrente. — Alabama. 175. Hydnum Curtisii B. Fuligineo-fuscum; pileo orbiculari laevi; margine inflexo; sti- pite centrali sursum attenuato, aculeis elongatis acutis integris. — Car. Inf. S. 97. 176. Hydnum (Apus) glabrescens B. et Rav. ümbrinum, pileo dimidiato, glab- rato, concentrice sulcato; aculeis elongatis, acutis, demum compressis. — Car. Inf. a. Carya. 177. H. (A.) plumarium B. et C. Pileo conchiformi minuto, candido, villoso, aculeis acutis tomentosis. — Car. sup. a. Viburnum. S. 98. 178. H. (Resupinatum) subvelutinum B. et C. resupinatum, breviter reflexum süb- velutinum ferrugineum, aculeis compressis apice pallidioribus subvelutinis. — Penns. 179. H. (Res.) amplissimuui B. et C. Crassum suberosum, effusum, intus pallidum fibrosum; aculeis subulatis acutis rufis. — New Eng. a, Cerasus. 180. H. (Res.) xanthum B. et C. Totum .resupinatum tenue margine subtiliter tomen- toso ceraceo, aculeis xauthis sparsis compressis subdivisis ceraceisr — Car. luf. a. Cas- taixea vesca, Pilze. 101 181. H. (Res.) Hai ei B. et C. Tenue crustosum, aculeig brevissimis flavis demum ob- tusatis. Louisiana a. Liriodendron, 182. H. (Res.) chrysellum B. et C. Totum resupinatum hie illic interruptum subiculo candido; aculeis elongatis flavis acutis. — Louisiana. 183. H. (Res.) chrysodon B. et C. Totum resupinatum tenue subiculo e fibiUoso creaceo; aculeis paucis parcis elongatis acutis flavis. — Auf Eichenbolz. Car. Inf. S. 99. 184. H. (Res.) fascicularia B. et C. Totum resupinatum ceraceum pallidum; aculeis fasciculatis brevibus obtusis quandoque apice ciliatis. — Car. Inf. a. Nyssa. 185. H. (Res.) Cookei. B. Tenue, subliberum, subiculo membianaceo, hie illic byssoideo, fibrilloso; hymenio isabellino; aculeis brevibus obtusis. — Car. Inf. a. Li- quidambar. 186. H. (Res.) laeticolor. B. et C. Late effusum, margine demum separabili sub- byssoideoj aculeis laete ochraceis compressis subvelutinus apice dentato-laceratis. — Alabama, a. Eiche. S. 100. 187. H. (Res.) velatura B. et C. Subiculo tomentoso, albo demum aculeis ceraceis brevibus subfasciculatis obducente. — Car. Inf. a. Pinus. 188. H. (Res.) n u d u m B. et C, Subiculo fere nuUo, vel tenuissimo , farinaceo ; aculeis sparsis ceraceis subulatis. — Car. Inf., Wisconsin. — a. Polyporus, Patellaria, Pinus. 189. H. (Res.) caryophylleum B. et C. Totum resupinatum pulveraceum; aculeis in asciciüos subdigitatos connatis. — Car. Inf. 190. H. (Res.) fragilissimum B. et C. Fragile subiculo byssoideo, hie illic fibrilloso« repente; hymeuio ceraceo aculeis brevibus subulatis. — Car. Inf. 191. H. (Res.) Nyssae B. et C. Subiculo eximie pulverulento ; aculeis elongatis subula- tis acutis quandoque apice fimbriatis. — Car. Inf., Penns. 192. H. (Res.) parasitans B. et C. Parasiticum aculeis brevibus compressis obtusis. Alabama, a. XJlmus americana. 193. H. (Res.) setulosum B. et C. Subiculo candido lacteo, membranaceo; aculeis flexuosis subulatis acutis subtiliter setulosis. — Alabama. — a. Liquidambar. S. 101. 194. H. (Res.) Murraii B. et C. Subiculum häutig, dünn, weiss; Stacheln zerstreut, pfriemlich, spitz; röthlich ocherf. — New Engl. 195. H. (Res.) Micheneri B. Subiculo e floccis intertextum hie illic fibrillis repenti- bus; aculeis verrucaeformibus brevibus apice subciliatis. — Penns. 196. H. (Res.) ischnodes B. Subiculo e floccis intertextum hie illic fibrillis repentibus ; aculeis subulatis gracilibus. 197. Irpex coriaceus B. et Rav. Pileo dimidiato postice decurrente imbricato taba- cino concentrice sulcato tomentoso; dentibus ferrugineis compressis. — Car. Inf, 198. I. tabacinus B. et C. Breviter reflexus subzonatus pubescens postice longe decur- rens laete tabacinus. Hymenio concolore; dentibus compressis. — Car. Inf., Texas. 199. I. pityreus B. et C. Parvus, brunneus; pileo conchiformi subvelutino sericeo, ezo- nato; hymenio concolore; dentibus compressis. — Rhode Island. 200. I. S c h w e i n i t z i i B. et C. Resupinatus, subiculo membranaceo, separabili, margine sterili, brevi, byssoideo; dentibus carneo-griseis compressis. — Alabama. S. 145. 201. I, fimbriaeformis B. et C. Totus resupinatus immarginatus , dentibus e basi triangulär! subulatis seriatis. — Penns. 202. I. discolor B. et C. Totus resupinatus; subiculo tenui albo, cito poroso; dentibus fasciculatis compressis subulatis. 203. Radulum pallidum B. et C. Totum resupinatum, laete ochraceum; margine Buperiore tomentoso; dentibus brevibus cylindricis sparsis. — Car. Inf. a. Carya. m Pilze. S. 146. 204. R. spinulosum B. et C. Effasura, isabellinura, margiue elevato tomentoso, denti- bus minutis sparsis spinulosum. — Alabama. 205. Benuettii B. et C. Totum resupinatura pallidum riraosum, tuberculius brevibus ex- asperatum. — Rhode Island. 206. Phlebia orbicularis B. et C. Primura orbicularis fasca demum lateraliter con- fluens fusco-purpureum , mai'gine elevato, venis e centrali puncto x'adiantibus. — Car. Inf. 207. Ph. zonata B. et C. Fusca secernibilis subtus zonata scbtomentosa, venis depressia radiantibus. — Car. Inf. 208. Pb. rubiginosa B. et Rav. Mai'gine reflexo rubiginoso tomentoso ; bymenio fusco; venis elevatis. 209. Ph. anomala B. et Rav. Tota resupinata, margine e ßtrato inferiore adnato pal- lido; hymenio e rufulo fusco; venis obscuris. 210 Grandinia alutacea B. et R. Laete alutacea late effusa, papillis sparsis. — Car. Inf. S. 147. 211. Gr. tuberculata B, et C. Crassiuscula paUida, papillis magnis ceraceis, obtusis. — Car. Inf. — a. Carya. 212. Kneiffia tessulata B. et C. Pallida adnata resupinata rimosa; margine tenuis- simo sterili; granulis irregularibus, — Car. Inf. — a. Eiche. 213. KneiffiacandidissimaB. etRav. Candidissima primum corticiridea, sero granulis frequentibus apiculatis sparsa, — Car. Inf. — a. Juniperus virginiana. 214. Odontia lateritia B. et C. Effusa immarginata lateritia, matricem tingens. — Alabama. 215. Craterellus lateritius B. Pileo profunde umbilicato lobato stipite deorsura an- gustato hymenioque radiato venoso lateritüs. — Alabama. Ohio. S. 148. 216. Craterellus unicolor Rav, Pallide fuscus, umbilicatus; stipite sursum incrassato in hymenium rugosum effuso. 217. Thelephora regularis Schwein. M, S. S. Pileo cyathiformi demum parce fisso; stipite cylindrico. — Car. Inf. 218. Th, Ravenelii B. Pileo cyathiformi lobato fisso pallido lineato subtiliter tomen- toso; stipite brevi cylindrico pallido; hymenio demum fusco. — Car. Inf. 219. Th. pteruloides B. et C. Pileo primum infundibuliformi ochraceo, demum in lacinias acutas fisso; stipite compresso. — Car. Inf. 220. Th. filamentosa B. et C. Pileis filiformibus pallidis e mycelio lato communi oriundis. — Alabama. 221. Th. hiscens B. et Rav. Pileo lobato fissoque tomentoso pallido; stipite brevi to- mentoso, hymenio riraoso. — Car. Inf. S. 149. 222. Th. tephroleuca B. et C. Pileo primum subinfundibuliformi late lobato albido rugoso, hymenio fusco. •— Penns., Car. Inf. 223. Th. aculeata B. et C. Infundibuliformis, lata; margine laciniato ; superficie aculeata; hymenio pallidiore. — Car. Inf, 224. Th. granosa B. et C. Efi'usa tenuis fusca; mycelio byssoideo; hymenio grauulato. — Car. Inf. — a. Eiche. S. 150. 225. Th. Murraii B. et C. Efi'usa carnoso-crustacea ; margine angusto tomentoso pallido; hymenio rimoso granulato; ex albido subcarneo-griseo. — New Eng,, Cuba. S. 161. 226. Lachnocladium semivestitum B. et C. Delicatum repetiter furcato ramosum, ramis tomentosis; apice glabris. — Penns, 227. L. subsimile B. Delicatum repetiter ramosum, flexuosum deorsum tomentosum. — New-Jersey. Pilze. 103 228. L. Micheneri B. et C. Repetiter ramosura furcatum fuscum e caudice cylindricoca subdiviso; basi albo-tomentosum. — Penns. 229. Stereum pergamenum B. et C. Püeo cyathiformi, nifo vixzonato subtiliter lineato; margine tenui deutato laceratove; stipite cylindrico hymenioque albidis. — Alabama. S. 162. 230. St. Kavenelii B. et C. Gregarium e communi mycelio oriundum; pileo cyathi- formi fusco; margine pallidiore plicato stipite gracili tomentoso hymenioque pallidis. — Alabama. 231. St. tenerrimum B. et Rav. Pusillum, pileo cyathiformi cito lacerato tomentoso pallido glabrescente ; stipite filiformi. — Car. Sup, 232. St. rugosiusculum B. et C. Pileo dimidiato umbrino plicato subtiliter rugoso; margine incurvo, hymenio fusco. — New Eng. 233. St. moricola B. Pileo reflexo postice decurrente pubescente albido; hymenio fusco. — Car. Inf. 234. St. Micheneri B. et C. Pileo coriaceo umbrino spongioso-tomentoso convexo latera- liter connato v. libero; hymenio laevi ochraceo-nitido. — New Eng. S. 163. 235. St. er is tat um B. et C. Parvum flabelliforme v. cyathiforme pallidum subzonatum, postice fibris pallidis cristatum. — Car. Inf. 236. St. sulfuratumB. et Rav. Pileo reflexo lobato crispato sulfurato hispido sub- spongioso; hymenio pallido undiilato. — Cotoosa-Quellen, Cuba, Venezuela. 237. St. bizonatum B. et C. LougituJinaliter effusum utrinque reflexum pallidum subtiliter tomentosum bizonatum hymenio e rufe fusco ; margine albido. — Car. Inf. S. 164. 238. St. coffeatum B. et C. Primura orbiculare, dein postice decurrens antice reflexum zouatum umbrinum rugosulum coriaceum; hymenio pallido. 239. St. Curtisii B. Effusum primum orbiculare ferrugineum; margine tenui sub- byssoideo pallidiove, quandoque utrinque libero; hymenio rugoso. — Car. Sup. — A. Clethria u. Ribes aureum. 240. St. umbrinum B. et C. Subirabricatum supra breviter reflexum, margine subiculo- que luteis spongioso-tomentosis ; hymenio umbrino, — Car. Inf. 241. St. dissitumB. Parvum pallidum, primum orbiculare, margine elevato-tomentoso ; hymenio ex albo, ochraceo subfuscescente, — Texas. 242. St. versiformeB. etC. Fuscum primum orbiculare; margine tenui elevato, hy- menio hie illic papillato. — Penns. S. 165. 243. Hymenochaete cervina B. et C. Irregularis resupiuata umbrino-cervina ; mar- gine tenuissimo concolore. — Car. Inf. 244. H. corticolor B. et Rav. Irregularis dura lignea coffeae-color demum hie illic liberata. — Car. Inf. 245. H. insularis B. Tota resupiuata rubiginosa, primum orbicularis; margine angusto tomentoso candido ; hymenio rimoso. — A. Castanea vesca. 246. H. setosa B. et C. Laete ferruginea, continua, resupiuata, setis eximiis exasperata. — Alabama. S. 166. 247. Corticium Nyssae B. et C. Adnatum, pileo utrinque reflexo ochroleuco velutino; margine inflexo; hymenio laevissimo laetiori. — Penns. a Nyssa. 248. C. Oakesii B. et C. Primum pezizaeforme margine erecto inflexo candido tomen- toso, demum confluens; hymenio pallide cervino. — Rhode Island, Alabama, New- York. 249. C. deglubens B. et C. Tenue papyraceura secernibile subtus candidum; hymenio laevissimo ochraceo. — Alabama — a. Juniperus. 104 Pilze. 250. C. auriforme B. et C. Auriforme; pileo zonafo postice albido rugoso glabrcs- cente antice umbiino velutino; hymenio rimoso exochraceo rufo. — Car. Inf. S. 177. 251. C. polyporoideum B. et C. Subiculo tomentoso candido marginem angustum for« Diante; liymenio pulverulento, pallide alutaceo. — Alabama. 252. C. siparium B et C. Subiculo spongioso tomentoso pallido; hymenio ochraceo demum fuscescente. — Alabama. — a. Liquidambar. 253. C. venös um B. et Rav. Late effusum; subiculo tomentoso; hymenio livido-pallido, e fibrillis subiculi parce et late reticulato. 254. C. Petersii B. et C. Subiculo tenui tomentoso, pallido hie illic in fibrillas compacte; hymenio alutaceo hie illic lateritio. — Alabama. S. 178. 255. C. glabrum B. et C. Subiculo radiante byssoideo cito evanido lateritio; hymenio glabro nee velutino concolore. — Car. Inf. 256. C. chrysocreas B. et C. Subiculo parco flavo; hymenio ex albido fulvo papillato. — Car. Inf., Alabama. 257. C. crocicreas B. et C. Subiculo amplo, tomentoso, lateritio; hymenio tenui flavo. Alabama. — A. Wein. 258. C. epi chlor um B. et C. Subiculo tenui viridi-luteo marginem angustum formante; hymenio olivaceo umbrino demum rimoso. — Alabama. — A. Vaccinium. 259. C. filamentosumB. etC. Subiculo molli tomentoso fibrilloso pallido; hymenio pulverulento ochraceo, vel subolivaeeo. — Alabama. 260. C. ephebium B. et C. Subiculo tomentoso pallido; margine secernibili velutino; hymenio ex ochroleuco rufulo setuloso. — Alabama. 261. C. flavidum B. et C. Subiculo obsoleto; hymenio e floccis repentibus ramosis apice sporas flavidas subglosa botryoideas ferentibus. — Penns. S. 176. 262. C. vag um B. et C. Subiculo arachnoideo reticulato flavido subfulvo; hymenio e floccis repentibus apice sporiferis enato, fibrillas ambiente. — A. Pinus. 263. C. 1 i V a s c e n s B. et C. Subiculo albo floccoso fibrillas hie illic emittente ; hymenio pulverulento olivaceo-luteo hie illic margine albo. — Boston. 264. C. prasinum B. et C. Subiculo parco arachnoideo; hymenio continuo tenui fragili prasino; margine albo. — Alabama. 265. C. chlorinumB. etC. Tenue fragile olivaceum demum granulatum. — Alabama. — A. Abies. 266. C. hypopyrrhinum B. et C. Subiculo pyrrhino marginem hie illic tenuissimum formante; hymenio albido. — Car, Inf. 267. C. cervicolor B, et C. Subiculo delieato byssoideo; hymeuioque cervinis. — Alabama. 268. C. martianum B. et C. Subiculo tenuissimo fulvo; hymenio croceo. — Boston. 269. C. dryinum fB. et C. Subiculo vix distincto; hymenio crassiusculo rhabarbarino- rufo. — Alabama. S. 180. 270. C. hepaticum B. et C. Latissime effusum; margine hie illic reflexo tenui subtus albido; hymenio continuo hepatico. — Pemis. — A. Esche. 271. C. tremellinum B. et Bav. Tremelloideum albidum, siecum rufescens ambiens. Wisconsin. 272. ds. var reticulatum. Fuciforme faseiculatum reticulatum. — Penns. 273. C. cremoricolor B. et C. Mycelio albo iunato; hymenio immarginato ramoso areolato, hie illic papillato. — Alabama. — A. Hex. 274. C. lilacino-fuscum B. et C Effusum; margine angusto albo; hymenio lilacino fusco demiim rimoso. — Connect. Pilze. 105 275. C. molle B. et C. Effusum immarginatum armeuiaco-rufum ; subiculo pallidiore; hymeiiio glaberrirao niticlo. — Car. Inf., Alabama, Cuba. — A. Wein. Bd. IL S. 3. 276. C. diminuens B. et C. Album stratosum, bymenio cretaceo diminuente. — Alabama. 277. C. subgiganteum B. Effusum rigidum cremoricolor marginem versus subfuscum; bymenio e velutino glabro. — A. Magnolia. 278. C. scariosum B. et C. Tenue secernibile membranaceum immarginatum; hymenio pulverulento ocbroleuco. — Car. sup. — A. Erle. 279. C, ascbistum B. Tenue rigidum secernibile ocbroleucum tuberculatura papillatumve > hymenio velutino. — Car. Inf. — A. Acer rubrum. 280. C, portentosum B. et C. Ocbroleucum, contextu crasso albo molli spongioso; hymenio tuberculato glabro. — Penns. 281. C. colliculosum B. et C. Tenue adnatum; mycelio albo; hymenio laete ocbro- leuco papillato granulatoque glabro. — New Eng. S. 4. 282. C. scutellare B. et C. Resupiuatum effusum immarginatum ex albido ßubalutaceum ; hymenio in areolas minutas fisso. — Car. Inf.; 283. C. alutarium B. et C. Effusum immarginatum alutaceum; hymenio papilloso. — New Eng. Penns. 284. C. leucothrix B. et C. Effusum olivaceo-rubrum ; hymenio setis candidis vestito. — An Kiefern. 285. C. brunneolum B. et C. Effu?um, inseparabile ; margine albo byssoideo; hymenio brunneolo. — Louisiana. S. 5. 287. Cyphella fulva B. et Rav. Gregaria pezizaeformis margine incurvato extus vil» losa fulva. — A. Alnus. — Car. Inf. 288. C. furcata B. et C. Stipite cylindrico hie illic furcato, cupulisque cyathiformibus ferrugineis tomeutosis. — Alabama. — A. Alnus. 289. C. filicicola B. et C. Stipite brevissimo; cupulis irregularibus minutis extus sub- tiliter tomentosis umbrinis. — Car. Sup. — A. Farrenkraut. . 290. C. subgelatinosa B. et Rav. Sessile applanata fusca; margine leviter inflexo. — A. Alnus serrulata. 291. C. cupulaeformis B. et Rav. Sparsa cupulaeformis minuta grisea extus subti- liter tomentosa; hymenio fusco. — Car. Inf. — A. Juniperus virginiana. 292. C. Ravenelii B. Sparsa globosa ore parvo aperta extus tomentosa pallide cervina. A. Caria. S. 6. 293. C. fasciculata B. et C. Erumpens fasciculata congesta pallida irregularis subti- liter tomentosa. — New York. — An Weiden. 294. Hymenella rhabdophora B. et Rav. Resupinata gelatinosa fuscescens; con- idiis filiformibus trinucleatis ; sporis ellipticis. — A. Acer rubrum. 295. H. haematococca B. et C. Tenuissima sanguinea e floccis apice claratis. — Car. Inf. — A. Zea. 296. H. Phytolaccae B. Maculis bj-sterüformibus atropurpureis ; sporis (v. conidiis) filiformibus curvatis. — Car. Sup. — A. Phytolacca. 297. Sparassis tremelloides B. Stipite obsoleto ; rarais erectis tortis sinuatis intertex- tis. — Car. Inf. S. 7. 298. Ciavaria secunda B. Caudice crassiusculo cito diviso; ramis curvatis secundis apicibus apiculatis. — Car. Sup. 299. Cl. leucotephra B. et C. Caudice communi crassiusculo, ramis strictis apicibus furcatis acutis bruimeis basi albo-toraentosis. — Car, 106 Pilze. 300. Cl. PetersiiB. etc. E communi basi ramosa ; ramis strictis subfastigiatia apice apiculato divisis rufis. — Alabama. S. 17. 301. Cl. filipes B. et Rav. Pallide rufa; stipite filiformi distincte fistuloso , clavula longa cylindrica curvata. — Car. Inf. 302. Cl. mucid.a P. var Curtisii B. Clavata brevis lutea apice fusca; stipite albo, e mycelio parco albo orbiculari oriundo. 303. Pterula densissima ß. et C. Pulvinata congesta e communi basi ramosissima; ramis tenuibus apice penicellatis. — New Engl. S. 18. 304. Typhula rubicola B. et C. Filiformis opaca cylindrica apice clavata alba insititia. — Penns. 305. T. mucosa B. et C. Simi^lex filiformis acutissima, basi Icviter incrassata. — Car. Inf. 306. T. tenuissima. Curt. — Car. Inf, 307. Pistillaria elegans B. et C. Stipite e selerotio oriundo, clavula nutante auran- tia. — Car. Inf. 3. Gasteromycetes. 139. T. Cesati. Sulla scopperta della Battarea phalloides Fers, per la flora Napolitana. (Rendiconto della R. Acad. delle sc. fis. e mat. Napoli 1872, fasc. 9.) 140. Derselbe. Nuovi ccnni sulle Battarrea phalloides (das. 1873, fasc. 2). Auffinden der Battarrea phalloides für das Florengebiet von Neapel, und Anführung der weit auseinander liegenden Standorte dieses Pilzes. 141. De Bary (Bot. Zeitung 1873, Nr. 33, S. 526) fand keinen wesentlichen Unterschied bei Vergleichung der südrussischen Battarrea Steveni mit B. phalloides vom Cap. B. Gau- dichaudii Mont aus Peru erklärt er für gut unterschieden von den andeieu Formen. 142. Duchartre (Bulletin de la soc. bot. de France 1873, p. 19) theilt aus Gardeners Chro- nicle mit, dass Smith im Parenchym von Battarrea phalloides eine grosse Menge von Spiral- gefässen gefunden habe. — De Seynes bemerkt hierzu, man müsse erst wissen, was Smith unter spiralvessel verstehe; bei einigen Agarici, besonders Agaricus conicus kämen auch spiralförmige, sehr verlängerte Reservoirzellen vor. 143. Casimir Roameguere. Sar nn noavel habitat. des Clathrus cancellatos Mich, et hiradinosas Toi. et quelques mots relativement ä la premiere espece de ces Cham- pignons. (Bulletin de la Soc. bot. de France 1873, p. 131—134.) Clathrus cancellatus und Cl. hirudinosus wurden zu CoUioure (Pyrenees-Orientales) gefunden, wo sie früher nicht beobachtet worden waren. — Ein Transport durch ein- geführte Pflanzen, wie früher Tulasne beobachtete, war nicht nachzuweisen. R. giebt bei dieser Gelegenheit die Verbreitung von Cl. canc. in Frankreich ausführlicher an, erwähnt vorkommende Monstrositäten (4 Gitter in einer Volva, abnorm grosse Exemplarr, 49 Cm. hoch) und Varietäten (die mit rothen Gittern am gewöhnlichsten, mit gelben, Cl. flavescens Pers. seltener, auch sind manchmal die Gitter innen roth, aussen gelb: Cl. nicaeensis Barla). Nach einer Mittheiluug von Segnier hat Fahri de Peiresc 1604 den Pilz an Clusius geschickt, der ihn zuerst abbildete. R. hat ein junges Exemplar des Pilzes gegessen, ohne Beschwer- den zu spüren, dagegen giebt er an, dass ihm die Ausdünstungen des reifen Pilzes starke Kopfschmerzen verursacht hätten. 144. H. Hoffmann. Ueber Geaster coliformis P. (Botanische Zeitung 1873, Nr. 24 u. 25. Taf. IV.) Derselbe Pilz ist bis jetzt nur gefunden 1) in England: Norfolk und Suffolk; 2) Holland bei Katwyk binnen (Oudemans); 3) bei Parrastadt (Buchner). Von dort sind Pilze, 107 die uni6rsucliten Exemplare. Die jüngsten beobachteten Zustände sind kuglig, seltener conisch, 23—48 Mm. hoch, 23—38 Mm. Gruuddurchmesser. Oberfläche braun, glatt, mit helleren Wärzchen. Schon jetzt zeigen sich die verschiedenen Schichten, aber durch fä- digen Filz vereinigt. Die äussere Peridie ist an der Oberfläche mit einem mikroskopischen braunen Filze bekleidet, aus verwirrten Fadenzellen. Darauf folgt eine dicke weisse Schicht aus farblosen Zellen mit ungleichen Lumen. Dieselbe Substanz bildet den unteren Theil des Fruchtträgers und den Stiel der innern Peridie. Innen folgt dann die Hornschicht, eine dünne, braune Schicht, die erst nach Behandlung mit Schwefelsäure als Pseudoparen- chym erscheint. Durch Wasser quellen feine Abschnitte, um das doppelte, in die Breite auf (nur V12 in die Länge). Dieses SchweUgewebe trägt wohl zur Oeifnung der Peridien- ^Lappen" bei. — Die Schwefelsäure entwickelt Gas aus der Peridie, vielleicht von kohlen- saurem Kalk herrührend. Hierauf folgt eine schwache Spur von braunem Filz, dann die innere Peridie, eine fast structurlose Haut, wie getrocknetes Gummi, das von Schwefelsäure rasch aufgelöst wird, reichliche Zellfäden durchziehen sie. Darunter die peripherische Lage der Gleba (Subhymenialschicht), unten dicker, aus knorrigen Fäden bestehend, dann folgt das eigentliche Hymenium (Gleba), es besteht aus folgenden Theilen: 1) Plasmareichen, verzweigten Fäden, durch Fuchsin nicht roth zu färben. 2) Sporen, noch glatt, durch Fuchsin roth gefärbt. 3) Capillitium, noch spärhch. 4) Basidienartige Auftreibungen (es wurden einzelne Sterigmen, aber keine Sporen daran beobachtet). — „Der reife Pilz." Die äussere Peridie zerreisst in mehreren. 4 — 10, durchschnittlich 7 Laj^pen, gewöhnlich mit Schlitzen im oberen Theile beginnend. Innere Oberfläche kastanienbraun, glatt. Die Lappen bleiben mantelförmig um die Peridien liegen, oder die Spitzen krümmen sich nach aussen, die äussere Peridie verflacht sich tellerförmig, kehrt sich wohl ganz um. Durch Eintauchen des ganzen Pilzes in Wasser richten sich die Lappen wieder auf. Die innere Peridie ist blei- grau, glänzend, feinkörnig, kuglig, etwas niedergedrückt, 15—48 Mm. Durchm. Auf der oberen Hälfte sind 3—22, im Mittel 11 Löcher von 1—2 Mm. Weite, 3—10 Mm. entfernt, auf einer kleinen conischen Erhöhung, allmälig öffnen sie sich durch locale Auflockerung. An der unteren Fläche mehrere (bis 10) Stielchen (im Mittel 5), ohne Beziehung zu den Löchern. Einmal wurde nur 1 Stielchen beobachtet (Myriostoma als Gattung nicht durch- führbar. Auch Geäst, fornicatus hat manchmal 2 oder 3 Löcher). Stielchen cylindrisch oder eckig, seltener flach oder gewunden, von wechselndem Durchmesser, senkrecht stehend ; oft ragen unvollkommene Stielchen als Zacken oder Spitzchen von der inneren Peridie herab. Farbe grau, Oberfläche glatt. — Die reife Peridie ist ganz mit kaffeebraunem Sporenpulver erfüllt; dazwischen das Capillitium. Dieses steigt vom Grunde auf, verzweigt sich platten- förmig, wird immer feiner und setzt sich dann mit feinsten Verästelungen an den oberen Theil der Peridienwand an. Es besteht aus braunen, wenig verzweigten Zellen, die an beiden Seiten spitz und farblos sind. Oberfläche glatt. Selten finden sich ächte, öfter scheinbare Septa, durch Auftreibungen der Zellwand gebildet. Die Sporen sind braun, kugelrund, 5 mik. Durchm., auf der Oberfläche mit einem System von vertieften Feldern bekleidet, durch Schwefelsäure wird die Zeichnung beseitigt. Die Tafel giebt Habitusbilder und Durchschnitte des jugendlichen und reifen Pilzes, sowie mikroskopische Zeichnungen der Peridiengewebe, des Capillitiums und der Sporen. 145. Worthington G. Smith. British Geasters (Gardeners Chronicle 1873, p. 469, 504, 543, 577, 808, 1275, Fig. 86—88, 94, 95, 104, 105, 111, 112, 115, 116, 266. - Auszug in Grevillea g. IL S. 35 und Bd. II. S. 76, 77, Trib. XHI— XVIII. und The Journal of botany 1873 Nr. 128, S. 247—249). In England sind jetzt 12 Species von Geaster bekannt, G. coliformis Pers., G. for- nicatus Fr., G. striatus DC, G. Bryantii B,, G. lunbatus Fr., G. fimbriatus Fr., G. mam- mosus Chev., G. rufesceus Fr., G. hygrometricus Pers., G. saccatus Fr., G. lageniformis Vitt. und G. Michelianus W. G. Smith. Der Letztere war schon Micheli bekannt und ist im Erbar. crittog. ital. als G. tunicatus Michelianus ausgegeben worden. 108 Pilze. 146. A. H. Chnrch. On the composition of Lycoperdon giganteum. (The Journal of bo- tany 1873.) Bei Trocknen in einem warmen Luftstrom, kaum wärmer als siedendes Wasser, gerieth der zu analysirende Pilz ins Glühen und verkohlte. Die Asche enthielt in 100 Theilen: Phosphorsäure 46,19, Kali 35,48, Soda 6,95, Kalk 2,47, Eisenoxyd 1,08, Kiesel- säure 0,66, andere Subst. und Verlust 7,17. Der Hauptbestandtheil ist also phosphorsaures Kali. Verfasser ist geneigt anzunehmen , dass ein Theil des Stickstoffs in Nitraten vor- gebildet vorhanden ist, die die leichte Entzündlichkeit erklären. In den folgenden Analysen ist der Stickstoff zu Adbuminoiden verrechnet: Im frischen Pilze: 90,89 Wasser; 0,90 Fett, Oel und Harz; 5,48 Albuminoide; 2,10 Cellulose oder Fungin; 0,63 Asche oder miner. Bestandtheile. Im ausgetrockneten Pilze: 11,00 Fett, Oel und Harz; 66,78 Albuminoide; 14,78 Cellulose oder Fungin; 7,4 Asche oder miner. Bestandtheile. 147. J. Müller. Lysnrns Clarazianns. (Flora 1873, Nr. 33, S. 526, Tab. VI.) Beschreibung und Abbildung einer in Bahia blanca am Rio Negro, an der Grenze zwischen den La Plata Staaten und Patagonien, von Claraz aufgefundenen neuen Lysurus-Art. Neu aufgestellte Arten. Geaster Michelianus Worth. G. Smith (145). Peridien ' blassbraun , dick fleischig, gewöhnlich in 5 oder 6 Lappen zerreissend, an der Aussenseite mit dünner dun- kelbrauner Rinde bekleidet; innere Peridien blass, schiefergrau, kuglig; Mündung vor- ragend, stumijf, gezähnt, blasser als der Körper der innern Peridie; Sporen schwach -körnig, Btachlig; 0.00014 Zoll im Durchm. Lysurus Clarazianus Müll. Arg. (147.) Fungus 2^/3 Cm. long, 8-9 Mm. latus, e viridi fuscescenti-albus. Radii 7, pede cavo duplo breviores, erecti, apice nonuihil conniventes, subteretes, horizontaliter plicato-sulcati, dorso fere usque ad imam basin sulco percursi, intus-cavi. Pes teres, late cavus. Sporae 4—5 mik, long, oblongo-ellipsoideae, BimpHces, hyalinae vel pallide fuscidulae. Berkeley. North American Fungi. Grevillea II. S. 33. 321. Hydnangium Stephensii B. et Br. var. Ravenelii B. — Majus, extus albidum, obovatum vel subglobosum. — Car. Inf. — (M. Spraguei B. et C. scheint ein metam. Agaric.) 322. Phallus Ravenelii B. et C. Volva ovata parce fissa, stipite deorsum attenuato, sursum subaequali; pileo elongato conico apice truncato membrana tenui clauso laevi. Car. Inf. S. 34. 323. Corynites Ravenelii B. et C. Volva demum stellata, capitulo conico vel obtuso apice perforata. — Linn. Tr. XXI. p. 151., tab. 19. — Car. Inf. 324. Corynites Curtisii B. Volva sursum dilatate bifida, stipite cum hymenophoro conico basi punctato confluente subtriangulari. — Connecticut. 325. Cyathus Wrightii B. Utero campaniformi eplicato extus stuppeo, sporis ellipticis. Connecticut. 326. Sphaerobolus epigaeus B. et C. Major globosus furfuraceus e mycelio filiformi oriundus. — Alabama. S. Corii Schwein, ist Stictis radiata. — S. sparsus Schwein, eine Stictis, ebenso S. crustaceus. — Atractobolus ubiquitarius Schwein, ist eine Peziza, A. lutescens Schwein, das Ei eines Acarus. — Polyangium vitellinum Schwein, ist ein Physarum. Pike, 109 327. SecotiuiQ Texense B. et C. Stipite ventricoso floccoso, pileo cmereo basi mem- branaceo, hymenio atro, sporis globosis laevibus minimis, — West. Texas. S. 49. 328. Geaster radicans B. et C. Peridio externo separabili demum fornicato e fibris radicantibus oriimdo, peridio interne laevi brevissime stipitato; ore sericeo. — Car. Inf. 329. Bovista pila B. et C. Subglobosa pallida subtiliter tomentosa, basi sterili nulla, capillitio sporisqiie brunneis. — Wisconsin. S. 50. 330. B. stuppea B. ElHpsoidea sessilis; peridio externo tenuissimo albido, interne spa- diceo; capillitio stuppeo spadiceo; sporis parcis pedicellatis. — Texas. 331. B. circumscissa B. et C. Minor subglobosa; peridio exteriore siibcoriaceo secedente, interiore furfuraceo, ore subsericeo; sporis globosis minimis argillaceis. — Maine. 332. Lycoperdon calyptriforme B. Minus e basi radicante oriundum; peridio ovato apice papillaeformi furfuraceo, capillitio sporisque globosis laevibus argillaceis. — Car. Sup. 333. L. Curtisii B. Minus subglobosum pallidum verrucis ecbiuatis exasperatum capil- litio sporisque laevibus globosis argillaceis. — Car. Sup. 334. L. Wriglitii B. et C. Globosum, primum subtiliter echinatum, verruculis cito secedentibus glabrum ore sericeo apertum, capillitio sporisque globosis laevibus argil- laceis. — Connecticut. 335. L. calvesceus B. et C. Subglobosum primum echinato-verruculosum, verruculis cito secedentibus subtiliter velutinum; capillitio sporisque globosis laevibus argillaceis. — Connecticut. S. 51. 336. L. pulcherrimum B. et C. Obovatum verrucis pyramidalis ecbinatis albis exaspe- ratum, ore nullo. capillitio sporisque globosis laevibus pedicellatis olivaceis. — Penns. 837. L. delicatum B. et C. Basi spongiosa sterili stipitiformi arcte a capillitio flavosub- gilvo discreta, peridio pruinoso furfuraceo. — Pennsylv. 338. Scleroderma Texense B. Irreguläre subfloccosum quandoque areolatum, basi suba- piculato sporis e lilaciuis brunneis. — Car. Inf. 839. Mitremyces Ravenelii B, minor. — Stipite brevi, peridio, exteriori in areolas miüutas rupto. — Car. Inf. XI. Ascoraycetes. 1. Discomycetes. Tuberacei. Laboulbeniacei. 148. P. A. Karsten. Mycologia fennica. Pars prima. Discomycetes. 263. S. (A. Bidrag tili Kännedom af Finlands natur och folk. Helsingfors 1871.) Das ganze Werk soll in vier Tbeilen die gesammten Pilze Finnlands behandeln. Nach den in diesem ersten Theile besprochenen Formen zu schliessen, scheinen in F. die- selben Pilze vorzukommen, wie im mittleren Europa, so dass das Werk auch für andere Länder von Bedeutung ist. Der Verfasser sagt in der Vorrede : „In generibus et speciebus describendis brevitatem cum perspicuitate et accuratione conciliare studuimus" und hat dieses Versprechen in vollstem Maasse erfüllt, die mikroskopischen Verhältnisse sind sehr genau mitgetheilt, die Masse der Sporen, Schläuche und Paraphysen überall in mmni. angegeben, die Wirkung von Jod auf die Schläuche ist bei der Artbeschreibung benützt. — Die Wich- tigkeit des Werkes rechtfertigt es gewiss, dass in Folgenden die Familien und Gattungs- charaktere nach dem Originale wiedergegeben werden. Ich führe bei jeder Gattung eine Art als Beispiel an, und zum Vergleich die Gattungen, in welche Fuckel (Symbol, myc) die gleichen Discomyceten gestellt hat. 110 Klze. Discomycetes. Sporangia (apothecia) modo jam primitus aperta, latere superiori exteriorique hyraenio discoideo vestita, nunc ab initio clausa, sed tandem vel matura ore plus minus lato dehiscentia hymeniumque similiter discoideum revelantia. Farn. I. Helvellaceae. Apothecia pileata vel mitrata aut claviformia, jam primitus aperta, carnosa, rarissime gelatinosa, majuscula vel mediocria. Pycnides et sper- mogonia rix uUae. Sabfam. I. Cudonieae. Apothecia plicata, stipitata. Sporae fili- formes vel fusoideo-elongatae. I. Cudonia Fr. Apothecia stipitata. Pileus convexus, carnosus, laevis, deinde undulatus, subtus plicis paucis distantibusque, margine involuto. Asci fusoideo-clavati, longa pedicellati. Sporae 8-nae, conglobatae, aciculari-filiformes , flexuosae, pluriguttulatae vel spurie pluriseptatae. Paraphyses sat numerosae, filiformes. — 1 Ai-t: C. circinans (Pers.). n. Vibrissea Fr, Apothecia stipitata. Pileus convexus, carnoso-ceraceus, laevis, margine primitus stipiti subadnato, mox libero. Asci cylindracei. Sporae 8-nae, conglo- batae, filiformes, guttulatae, hyalinae. Paraphyses filiformes. — 1 Art: V. truncorum. (Alb. et Schw.). ni. Leotia Hill. Apothecia stipitata, gelatina distenta. Pileus convexus, repan- dus, in ambitu rerolutus. Asci cylindraceo-clavati , breviter pedicellati. Sporae 8-nae, dis- tichae, fusoideo-elongatae, chlorino -hyalinae, tenuiter septatae. Paraphyses filiformes, apice incrassatae. — 1 Art. L. lubrica. (Scop.) Sabfam. 2. Hitraleae. Apothecia claviformia. Sporae filiformes Tel fusoideo-elongatae. IV. Spathularia Pers. Clavula utrinque in stipitem discretum decurrens, forma varia, ut plurimum spatulato-compressa. Asci clavati, breviter pedicellati, summi attenuati. Sporae 8-nae, conglobatae, aciculari-filiformes, flexuosae, pluriguttulatae vel spurie tenuiter pluriseptatae, hyalinae. Paraphyses filiformes, numerosae. — 1 Art: Sp. flavida Pers. — Bei Fuck als Spathua Fr. — V. Mitrula Fr. Clavula stipiti imposita, obovoidea vel ligulata, inflata, rarius compressa. Asci cylindraceo-clavati. Sporae 8-nae, distichae, fusoideo-elongatae, simplices ac eguttulatae, rarissime spurie tenuiter septatae, hyalinae seu chlorino-hyalfnae. Paraphyses filiformes, superne vix vel leniter incrassatae. — 4 Arten: M. paludosa Fr., auch Geoglossum viride Pers (unter Leotia b. Fuckel) und G. glabrum Pers pr. p. werden hier eingereiht, da beide ungetheilte Sporen besitzen. VI. Geoglossum Pers. Clavula elongata vel lanceolata, compressa, rarius dif- formis. Asci fusoideo-clavati. Sporae conglobatae, filiformes seu bacillares, pluriseptatae, fuscidulae. Paraphyses filiformes, apice clavatae et infuscatae. — G. hirsutum Pers, — G. difforme Fr. (= G. glabrum Auct. pr. p.). Sabfam. 3. Helvelleae. Apothecia pileata seu mitrata, stipitata. Sporae ellipsoideae. VII. Morchella Dill. Pileus subconoideus, costis elevatis reticulato-cellulosus. Asci cylindracei. Sporae 8-nae, monostichae, hyalinae, subellipsoideae vel sphaeroideo-ellip- soideae, simplices ac eguttulatae. Paraphyses filiformes. — 1 Art: M. esculenta (L.). Vm. GyromitraFr. Pileus rotundatus bullato-inflatus, costis elevatis, gyrosus. Asci cylindracei. Sporae 8-nae, monostichae hyalinae, ellipsoideae, uniguttulatae. Paraphyses filiformes. — 2 Arten: G. esculenta (Pers) und G. curtipes Fr. — B. Fuck. unt. Helvella. IX. Helvella Linn. Pileus rotundatus aut oblongatus, deflexus, mitrato-lobatus, inflatus, raro cupulatus, laevis vel undulatus. Stipes laevis vel lacunosus. Asci cylindracei. Sporae 8-nae, monostichae, hyalinae, ellipsoideae, guttulatae, simplices. Paraphyses fili- formes, apice incrassatae. — 6 Arten: z. B. H. elastica Bull. Auch Peziza macropus Pers und P. solitaria Karsten wurden hierher gestellt. — Helv. und Macropodia Fu. b. Fu. Fam. II. Fezizaceae. Apothecia cupulata, sessilia aut stipitata, libere evo« lata, superficialia aut erumpentia. Cupula aperta aut initio clausa et tandem ore integro Piize. 111 vel lacero dehiscens, excipulo plus minus evoluto, carnoso, gelatmoso, ceraceo, suberoso vel coriaceo, undique hymenio vestito. Sabfam. 1. Rhizineae. Apothecia sessilia. Cupula primitus aperta, effusa, carnosa, subtus concava, fibrillis pluribus radicifomiibus margineque deflexo suffulta. Sporae oblon- gatae, utrinque acutae. X. Rhizina Fr. 1 Art: Rb. undiüata Fr. — Rh. laevigata Fr. wird als sya. aufgeführt. Subfam. 2. Pezizeae. Apothecia stipitata vel sessilia. Cupula aperta vel primitus subclausa, excipulo carnoso vel ceraceo-moUi. Sporae sphaeroideae vel ellipsoideae , raris- sime oblongatae. Pycnides et Spermogonia ignotae (verisimiliter nullae). XI. Peziza Dill, Apothecia sessilia vel stipitata, glabra vel pilosa. Cupula con- cava, plana vel convexa, excipulo carnoso vel carnoso-ceraceo , cellulis parenchymaticis, vulgo vesicularibus , stratosis contexto. Asci cylindracei, raro oblongato-clavati. Sporae 8-nae, monostichae, raro distichae, ellipsoideae, sphaeroideae vel oblongatae, simplices, egut- tulatae vel guttulis 1—3 praeditae, incolores, majuscuke. Paraphyses filiformes. Sect. 1. Cupula pruinosa vel furfuracea vel granulosa, vel tomentosa, vel nuda. A. Sporae ellipsoideae. Bei Fu. Ottidea, Pustularia, Aleuria, Plectania, Plicaria pr. p., Pyronema pr. p., Leucoloma pr. p., Ascobolus pr. p. a) Asci jodo non coerulescentes 22 A., z. B. P. onotica Pers., P. au- rantia Müll. etc. b) Asci jodo coerulescentes. 18 A. , z. B. P. oerea Sow. Ascobolus car- neus Pers. etc. B. Sporae sphaeroideae. — Bei Fu. Plicaria pr. p., Pseudoplectania, 7 A, 2. B. P. nigrella Pers., P. leucoloma (Hedw.). Sect. 2. Cupula pilosa, setosa vel hirta. A. Sporae ellipsoideae. — Bei Fu. Pyronema pr. p., Humaria, 16 A.,. z. B. P. hemisphaerica Wigg. P. stercorea Pers, P. scutellata L. B.Sporaesphaeroideae. 2A.P. brunnea Alb. et Schw. , und P. asperior Nyl. XII. Ascobolus Pers. Apothecia sessilia, rarissime subsessilia, glabra planius- cula, cereo-mollia , excipulo cellulis parenchymaticis contexto, hymenio moUi, fluxili, fere unguinoso. Asci late clavati, oblongati vel oblongato-ellipsoidei , saepe apice operculati. Sporae 8-nae, ellipsoideae, rarius sphaeroideae vel oblongatae, simplices, eguttulatae, violas- centes vel violaceo-fuscae. Paraphyses filiformes. — Bei Fu. Ascob. (Pers) pr. p. — HA. z, B. Asc. furfuraceus Pers. — Bei Asc. hyperboreus Karst, werden die anfangs farblosen Sporen durch Jod blau gefärbt. XIII. Pezizula Karst. Apothecia sessilia, glabra, madore moUiuscula ac con- vexa. Asci obovoideo-oblongati vel late clavati, octospori vel myriospori. Sporae in ascis octosporis mono-vel distichae, in ascis polysporis conglobatae, ellipsoideae vel ovoideae, hya- linae, simplices ac eguttulatae. Paraphyses filiformes. — Bei Fu. Ascobolus pr. p. — 3 A., z. B. P. crustacea (Fuck.) XIV. Peltidium Kalchbr. Apothecia sessilia, glabra, convexiuscula, excipulo carnoso-moUi , cellulis vesicularibus amplis contexto. Asci cylindracei. Sporae 8-nae, mo- nostichae, ellipsoideae, guttulas 2 foventes vel spurie tenuiter uniseptatae, hyalinae majus- culae. Paraphyses filiformes. — 1 Art: P. oocardii Kalchbr. XV. Pulparia Karst. Apothecia oblongato-dilatata et substipitata. Cupula con- caviuscula vel planiuscula, glabra, ceraceo-mollis vel subgelatinoso-ceracea. Asci copiosi, cylindracei. Sporae 8-nae, monostichae, simplices, sphaeroideae, hyalinae. Paraphyses fili- formes. — 1 Art: P. arctica Karst. Subfam. 3. Bulgarieae. Apothecia sessilia, rarius substipitata, glabra. Cupula aperta aut initio clausa, excipulo gelatinöse vel subgelatinoso. Sporae ellipsoideae vel ob- longatae rarius filiformes, simplices, rarissime spurie septatae. Spermogonia, si quae sunt, in pulviüos disciforraeS; columellas clavulasve solidas informata. Pycnides haud notae. 112 Pil«' XVI. Bulgariä Fr. Apothecia substipitata vel sessilia, glabra. Cupula in statu perfecto planiuscula vel convexiuscula, excipiüo gelatinoso vel carnoso-gelatinoso. Asci anguste clavati. Sporae 4-nae vel S-nae, monostichae , ellipsoideae, saepe inaequilaterales, simplices, fuscae. Paraphyses filiformes. — 2 A. B. inquinans (Pers.) und B. pulla Fr. XVII. Ombrophilia Fr. Apothecia sessilia vel stipitata, caespitosa vel solitaria, vulgo glabra, gelatinosa. Cupula concava urceolatave aut convexa, imo pileiformis. Asci cylindraceo-clavati. Sporae 8-nae, ut plurimum distichae, ellipsoideae vel oblongatae vel fusoideo-oblongatae vel elongatae, liyalinae vel chlorino-hyalinae , simplices vel spurie sep- tatae. Paraphyses filiformes conglutinatae. — Spermogonia, quatenus nota, cum apothe- ciis sociata aut discreta, caespitosa vel solitaria, claviformia, spathulata, lingulata, rarius pulviniformia, ex omni superficie et spermatia et conidia, aut contra spermatia tantum fun- dentia. — Bei Fuckel Coryne Tul. — 14 A., z. B. 0. sarcoides (Jacq), 0. atrovireus (Pers) Auch Peziza strobilina Fr. wird hierher gestellt. XVIII. Calloria Fr. Apothecia sessilia, glabra, planiuscula vel concaviuscula, gelatinosa, excipulo e cellutis sat minutis parenchymaticis contexto. Asci cylindraceo-cla- vati. Sporae 8-nae, oblongatae vel fusoideo-oblongatae, guttulis majusculis praeditae vel spurie tenuiter septatae , ' hyalinae , mediocres. Paraphyses filiformes. — Spermogonia C. Fusarioidis disciformia, gelatinosa, apotheciis antecedentia. — 2 Arten, z. B. : C. fusarioides Berk. (Spermog. Dacryomyces LTrticae Fr.) XIX. Orbilia Fr. Apothecia sessilia, glabra planiuscula, subgelatinosa aut cera- ceo-membranacea moUiaque, excipulo e cellulis parenchymaticis contexto. Asci cylindraceo- clavati vel clavati, minuti. Sporae 8— 12-nae, ut plurimum conglobatae, subsphaeroideae, oblongatae vel filiformes, simplices, hyalinae, minimae. Paraphyses filiformes, saepissime apice clavato-incrassatae. SA. — Bei Fuckel: Calloria Fr. Sect. 1. Sporae subsphaeroideae vel ellipsoideae vel oblongatae. z, B. 0. leuco- stigma Fr. Sect. 2. Sp. elongatae vel filiformes, z. B. 0. vinosa (Alb. et Schw.) Subfam. 4. Helotieae. Apothecia stipitata vel sessilia, glabra vel pilosa. Cupula aperta, interdum primitus subclausa, cyathoidea vel disciformis, excipulo ceraceo, cellulis elongatis, arctis, incoloribus vel lutescentibus , rarissime leviter fuscidulis contexto aut fib- roso. Sporae ad formam variae, ut plurimum oblongatae vel elongatae. — Spermogonia, quatenus cognita, modo aperta, patelliformia vel pulvinata, tremelloidea, nunc contra (raris- gime) clausa, utriformia aut sphaeroidea, saepiusque multilocellata. XX. Chlorosplenium Fr. Apothecia breviter stipitata, glabra. Cupula expansa et flexuosa, ceracea. Asci cylindraceo-clavati. Sporae 8-nae, distichae, elongatae vel fusoi- deo-elongatae , simplices ac guttulatae, raro spurie tenuiter uniseptatae, chlorino hyalinae, vulgo curvulae, minutae. Paraphyses graciles. — Spermogonia, quatenus cognita, pulvini- vel sphaeriiformia, multilocularia, locellis angustis periphericis, poris minutissimis instructa. Spermatia elongata, simplicia. — Bei Fuck. u. Helotium. — 3 A. , z. B. Ch. aeruginosum (Flor, dan.) XXI. Rutstroemia Karst. Apothecia stipitata, glabra. Cupula cyathoidea vel infundibuliformis, tenuis membranacea, tarnen firmula, primitus (ut plurimum) subclausa. Stipes elongatus, tenuis, in plerisque e sclerotio assurgens. Asci cylindracei. Sporae 8-nae, oblongatae, ellipsoideae vel ovoideae , simplices ac eguttulatae, rarissime spurie tenui- ter septatae. Paraphyses filiformes, apicem versus nonnihil incurvatae. — Bei Fu. Ciboria Fuck. u. Sclerotinia Fuck. ~ 7. A. z. B. R. tuberosa (Bull). XXII. Helotium Fr. Apothecia stipitata vel sessilia, glabra vel pilosa. Cupula cyathoidea, concava, plana vel convexa, ceracea, firmula», aperta vel primitus subclausa. Asci cylindraceo-clavati. Sporae 8-nae rarissime 4-nae vel 2-nae, distichae (saltem in parte ascorum superiore), simplices, raro spurie tenuiter septatae, oblongatae vel elongatae rarissime ellipsoideae vel subbacillares (subfiliformes), hyalinae, minutae vel fei-e mediocres. Paraphyses filiformes, discretae. — Spermogonia, quatenus nota, aperta, pulvinata vel pa- telliformia vel effusa, tremelloidea, — Pilze. 113 Sect. 1. Apothecia nuda et glabra aut saltem demiim glabrescentia. — Bei Fu.: Peziza Fuckl., Helotium Fr. 46. A., z. B. H. fructigenum (Bull), H. epipliyllum Fr. etc. Sect. 2. Apothecia furfuracea vel puberula vel pilosula vel granulosa. — Bei Fuckel Pseudolielotium Fuckel, Helotium pr. p. 25. A. z. B. H. liyalinum (Pers ), H. chry- sostigma (Fr.). Sect. 3. Apothecia villosa vel toraentosa vel flucculosa vel tomentella. a) Apothecia stipitata. B. Fuck. Dasyscypha I'ckl. — 8. A. z. B. H. ceri- num (Pers.). b) Ap. sessilia. B. Fuck. Lachnella Fr. — 7. A. z. B. H. corticale (Pers.). XXIII. Belonidium Mont. Apothecia breviter stipitata. Cupula cyathoidea vel subcampanulata, glabra, excipulo cellulis elongatis arctis contexto, fibroso vel subceraceo. Asci cylindraceo-clavati, majusculi. Sporae octonae, distichae, 3—5 septatae, cyliudraceae, utrin- que obtusae, incolores, majusculae. Paraphyses filiformes, superuc incrassatae, iuterdum furcellatae, discretae. — Fehlt b. Fu. — 1. A. B. campanula (Nees). XXIV. Pezicula Tul. Apothecia obconice stipitata vel sessilia, caespitosa, gre- garia vel sparsa. Cupula ab initio aperta, planiuscula vel couvexa, glaberrima, nuda, exci- pulo fibroso, ceraceo. Asci oblongato-clavati, majusculi. Sporae 8-iiae, distichae, oblon- gato-vel ellipsoideo-fusoideae, rectae vel quadanteuus incurvatae seu inaequilaterales, guttu- lis majusculis instructae vel spurie tenuiter septatae, hyalinae majusculae. Paraphyses fili- formes, simplices, discretae, apice plus miuus iucrassato. — Spermogonia apothecia ante- cedentia, erumpentia depresso pulvinata, lentiformia vel conoidea, in omni superficie et simul aliquaudo suis in penetralibus multilocellatis conidiorum et spermatium feracia. Conidia ovoidea vel oblongata, recta, simplicia. Spermatia promorc cylindracea, brevia. — 6. A. z. B. P. phyllophila (Desm). XXV. Clibanites Karst. Apothecia, sessilia ab initio aperta, nuda, glabra irre- gularia et dilformia, ceracea, excipulo e cellulis exiguis lutescentibus contexto, firmula. Asci fusoideo-elongati, membrana tenuissima, aegre visibili. Sporae 8-nae, distichae, fili- formes s. bacillares, guttulatae vel spurie tenuiter septatae, hyalinae, minutae. Paraphyses parum notabiles. — Fehlt b. Fu. — I.A. Cl. paradoxa Karst. XXVI. Lachnum Retz. Apothecia stipitata vel sessilia, villosa vel pilosa. Cu- pula initio subclausa, excipulo ceraceo, fibroso. Asci vulgo cylindraceo subclavati. Sporae 8-nae, distichae, fusoideo-elongatae vel fusoideo-filiformes seu bacillares, simplices vel rarius spurie tenuiter septatae, hyalinae, rectae, minutae vel minores. Paraphyses vulgo grandiusculae, ascos superantes, apice acutae vel acutatae aut saltem atteuuatae, disci'etae. — Bei Fuckel Trichopeziza Fckl., Dasyscypha Fckl. pr. p. Sect, 1. Apothecia albo-pilosa, stipitata. 9 A., z. B. L. virgineum (Batsch). Sect. 2. Ap. sulfureo-, ferrugineo-, fusco vel nigropilosa. 13 A., z. B. L. sulfureum (Pers.). Subfam 5. MoUisieae. Apothecia sessilia, raro substipitata, glabra subinde margine ciliato velfimbriato, aperta, saepe primitus subclausa, concava vel plana vel convexiuscula, excipulo ceraceo-molli, cellulis pareuchyraaticis, rarissime filamentis fuscis vel fuscescentibus, raro subincoloribus composito. Sporae forma variae, ut plurimum elon- gatae vel filiformes s. bacillares, numquam sphaeroideae. XXVII. Coronellaria Karst. Apothecia sessilia, obconica, aperta, tandem sicci- tate flocculoso-fatiscentia, glabra, margine fimbriato vel ciliato, cellulis parenchymatis fus- cescentibus contexto. Asci oblongato-ellipsoidei vel oblongato-clavati. Sporae 8-nae, di- vel tristichae, hyalinae, aciculari-vel fusoideo-oblougati , guttulis (1—4) majusculis foetae vel spurie tenuiter septatae. Paraphyses filiformes, discretae, crassiusculae. — Fehlt b. Fuck. — 2 A. z. B. C. Delitschiana (Auersw.). — XXVIII. Gorgoniceps Karst. Apothecia sessilia vel substipitata, aperta, Bubnuda, glabra, convexa, caesio-hyalina , deorsum fuscescentia excipulo e filamentis fusces- centibus composito. Asci clavati. Sporae conglobatae, bacillares s. filiformes, spiuie pluriseptatae vel guttulatae, hyalinae, longae. Paraphyses filiformes, supcrne atteuuatae. — - Fehlt b. F. 1 A. G. aridula Karst. — BotaniBCher Jabresbericbt I. 8 114 I'^ze. XXIX. Apostemnidium Karst. Apothecia sessilia, obconoideo-oblongata, demum expansa, aperta, rooUia, fere gelatinosa, glabra, excipuli cellulis superficialibus parencliy- maticis fuscescentibus majusculis. Asci cylindracei, basi subfilitbrmes. Sporae conglo- batae, filiformes, hyalinae, longissimae, gracillimae. Paraphyses filiformes , gracillimae, apice clavato. — Fehlt b. F. 1 A. A. fiscella Karst. — XXX. Aleuriella Karst. Apothecia breviter stipitata vel sessilia, glabra. Cupu- la planiuscula, ceraceo-mollis, excipulo e cellulis parenchymaticis fuscescentibus contexto. Asci cylimlracei, longiusculi. Sporae 8-nae, monostichae, subellipsoideae , guttula unica magmx praeditae, mediae magnitudinis. Paraphyses filiformes. — Fehlt b. F. — 1 A. A. personata Karst. — XXXI. Mollisia Karst. Apothecia sessilia, superficialia vel erumpentia , aperta aut initio subclausa, glabra, rarissime subtomentosa, hemisphaerica, plana vel covexa, ex- cipulo ceraceo-molli, rarissime subcoriaceo (siccitate), e cellulis parenchymaticis fuscis vel fuscescentibus contexto. Asci fusoideo-clavati vel fusoideo-elongati : Sporae 8-nae, distichae, rare conglobatae, elongatae vel oblongatae vel bacillares seu filiformes (fusoideo vel acicu- lari), simplices aut spurie tenuiter septatae, hyalinae, minores vel mediocres. Paraphyses filiformes, apicem versus plus minus incrassatae, gracilescentes vel graciles. — Spermogonia in alteris vix dubie discoidea, in alteris sphaeriiformia. — Sect. 1. Apothecia subiculo uullo vel minus distincto insidentia. — Bei Fu. Niptera Fr. Pseixdopeziza Fckl. Pyrenopeziza Fckl. — 24 A. z.B.M. cinerea (Batsch), M. Dehnii. Sect. 2. Apothecia subiculo distincto, subtomentoso insidentia. Bei Fu. Tapesia Fr. — 4 A: z. B. M. Rosae (Pers). — XXXII. Dermatella Karst. Apothecia brevissime stipitata, erumpentia primitus subclausa, mox aperta, planiuscula, glabra, excipulo siccitate subcoriaceo, humectato mol- liori, e cellulis subparenchymatis fuscis contexto, hymenio ceraceo-molli. Asci late cylin- draceo-clavati , obtusissimi, basi abrupte et breviter tenuati. Sporae 4'nae, monostichae, oblongato-ellipsoideae, guttula unica majuscula praeditae, „tandem spurie B— 4 septatae," chlorino-hyalinae, tandem „virenti-iiigrentes", majusculae. Paraphyses simplices, sursum le- viter incrassatae. — Pycnides apotheciis sociatae, sphaerii-formes. Stylosporae ovoideo- oblongatae. Spermatia filiformia. Bei Fu. unt. Pezicula. — 1 A. D. (Tympanis aut.) Fran- gulae (Fr.). — Subfam. 6. Cenangieae. Apothecia sessilia, rarissime substipitata, ut plurimum erumpentia, furfuracea, rarius nuda, primum arcte clausa, coriacea, vulgo hemisphaerica vel obovoidea. Sporae elongatae vel filiformes vel bacillares, rarius oblon- gatae vel ellipsoideae. — Pycnides et spermogonia, in plerisque jam deprehensae, capsuli- vel sphaeriiformes , clausae, dein poro vel rimulis dehisceutes. XXXIII. Crumenula De N. Apothecia sessilia vel substipitata, nuda aut juni- ora furfuracea vel furfuraceo-subhirta. Cupula obovoidea vel sphaeroidea, ore rotundato iutegro lacerove dehiscens, in sicco coarctato, excipulo coriaceo, e cellulis elongatis arctis vel filamentis fuscis vel fuscescentibus composito. Asci e basi tenuata cylindracei. Spo- rae 8-nae, conglobatae, fusoideo-filiformes s. bacillares vel fusoideo-elongatae , septatae vel simplices, incolores. Paraphyses filiformes. — Pycnides vel spermogonia, quatenus uotae, sphaeriiformes, atrae, rimis dehiscentes. — Fehlt b. Fu. — 10 A. z. B. Cr. pinicola. (Rebent.). — XXXIV. Scleroderriis (Fr.) De Nt., Stroma crassum vel teuue et efifusnm. Apothecia breviter stipitata aut sessilia, pruinosa vel subnuda. Cupula obovoideo- sphae- roidea et clausa, tandem ore lacero-fimbriato dehiscens et cyathoidea, excipulo coriaceo, ex cellulis elongatis arctis fuscis contexto. Asci cylindraceo-clavati. Sporae 8-nae, conglo- batae, bacillares seu filiformes (fusoideo-vel aciculari-), septatae, hyalinae seu chlo- rino-hyalinae. Paraphyses filiformes. Pycnides sessiles, modo sphaeroideae , multi- loculares, solidae et astomae, nunc ovoideae seu conicae, sphaeriiformes, uniloculares. Sty- losporae subellipsoideae vel fusoideo-bacillares, „Spermogonia sincera, indubia nondum mamfesta.'* — Bei Fu. uuter Cenangium. — 2 A. z. B, Sei. Ribesia (Pers,). Pilze. llä XXXV. Encoelia (Fr.) Apotliecia sessilia, suberumpentia , primitus clausa vel subclausa, deinde aperta, vulgo late repauda et undulata, carnoso-vel ceraceo-coriacea, fur- furacea vel nuda. Asci cylindracco-clavati. Sporae 8-nae , distichae elongatae, ut pluri- mum simplices et curvulae, liyalinae , sat minutae, Paraphyses filiformes. — Spermogouia „cupularum caespites plerumqiie contigua stipaiitia aut discreta comitantia, in tubercida exigua, obtusa, subtruncata vel obtuse conica, coloris fusco-ferruginei spissique, rimulis apice fatiscentia intusque cavermilis variis vel locello iinico coufossa informata". — Bei Fu. Dermatea Fr. 3. A. z. B. E. fascicularis (Alb. et Schw.) XXXVI. Cenangium Fr. Apotbecia sessilia vel subsessilia, erumpentia obovoi- deo-sphaeroidea vel reniformia, prinium pulveracea, demum nuda, arcte clausa, demum la- ciniatim deliisceutia, Asci cylindraceo-subclavati, sessiles. Sporae octonae, monostichae, ellipsoideae , simplices, incolores. Parapbyses filiformes, superne incrassatae. — Pycnides immersae, conicae, uniloculares. Stylosporae ovoideae, simplices, incolores. — 1 A. C. ferruginosum Fr. — XXXVII. Clitbris 'Fr. Apotbecia sessilia, erumpentia, elongata et flexuosa, primum cinero-pruinosa, demum nuda, arcte clausa, demum aperta. Asci fusoideo-clavati, longissime pedicellati. Sporae 8-nae, conglobatae, simplices, filiformes, longissimae et gracillimae, incolores, parapbyses filiformes, — Bei Fu. Colpoma (Wallr.) — 1 A. Cl. auercina (Pers.). XXXVIII. Heterospbaeria Grev. Apotbecia sessilia, nuda, spbaeroideo-depressa et in medio alte umbilicata, clausa tandem in laciuias pbacidio more late debiscentia. Asci elongati. Sporae 8-nae, disticbae, elongatae vel suboblongatae , simplices, eguttulatae, byalinae. Parapbyses filiformes. — Pycnides apotbeciis similes, sed minores. Stylosporae fusoideo-filiformes arcuatae. — 1 A. Heter. patella (Tod.). XXXIX. Dermatea Fr. Apotbecia sessilia, patelliformia , jam initio aperta, tan- dem late explicata, imo convexa et pulvinata, furfuracea vel nuda, excipulo suberoso. Asci cylindraceo-clavati, Sporae 8-nae, disticbae, oblongatae vel elongatae, simplices, cblo- rinae, tandem saepe dilute fuscidulae. Parapbyses filiformes, apice incrassatae, fucatae et cum Strato mucoso concolori, crasso, coalitae. — Pycnides apotbeciis sociatae vel segrega- tae, caespitosae vel solitariae, breviter tubulosae vel longiores et lageniformes. Stylosporae fusoideo-filiformes vel aciculari-elongatae , byalinae, arcuatae vel flexuosae. — Bei Fu. Cenangium pr. p. — 3 A. z. B. D. Cerasi (Pers.). XL. Tympanis Tod. Apotbecia dense caespitosa, rarius solitarie spatsa, stipi- tata vel sessilia, tota nigra. Cupula primitus clausa, deinde aperta, concava vel planiuscula albo-pruinosa vel nuda, dura, Cornea. Asci elongato-clavati , obtusissimi, subsessiles. Spo- rae 8 — 24-nae, fusoideo-bacillares vel fusoideo-elongatae, rarius oblongatae vel ellipsoideae, spurie septatae, raro simplices. byalinae. Parapbyses filiformes, apice incrassatae , fucatae et cum Strato mucoso concolori coalitae. — Spermogonia, quatenus nota, caespitosa, raro solitaria, modo apotbeciis immixta, nunc segregata, spbaeriiformia, uuilocularia, atra seu nigra. Sper- matia elongata, exilia, brevissima, simplicia, incoloria, in cirros ejecta. — Bei Fu. Cenan- gium pr. p. — 8 A. z. B. T. conspersa Fr. Subfam. 7. Stictideae. Apotbecia matrici immersa vel innata, subinde erumpentia posteaque liberata, aperta aut ab initio clausa, orbicularia vel elongata, excipulo tcnui, mouostromatico vel indistincto sive partibus matricis adjacentibus paren- cbymate fuugino infarctis formato, rarius coriaceo-corneo. Asci elongato-clavati, obtusi, subsessiles, rarius cylindracei. Sporae disticbae vel conglobatae, ellipsoideae, oblongatae, elongatae, bacillares vel filiformes, spurie septatae, rarius simplices. XLI. Patellaria Fr. Apotbecia innata, rarius erumpentia vel superficialia aperta aut primitus clausa posteaque margiue deuticulato-rupto debiscentia, concava vel planius- cula, nuda, excipulo coriaceo-corneo, sat tenui. atra. Asci elongato-clavati, obtusi, sub- sessiles, majusculi vel mediocres. Sporae 4-8-nae, distichae vel conglobatae, ellipsoi- deae, oblongatae vel bacillares, spurie septatae, raro simplices, incolores. Paraphyses filiformes, — • 8* 116 ^^2^' Siibgen. 1. Durella Tul. Sporae distichae, oblongatae vel elongatae vel ellipsoideae vel ovoideae. — Bei Fu. Tapesia pr. p, — 9 A. z. B. P. sanguinea (Pars.)- Subgen. 2. Patellaria Fr. Sporae conglobatae, bacillares. — 2 A. z. B. P, re- ducta Karst. XLII. Schmitzomia Fr. Apotliecia immersa vel erumpenti-superticialia , initio clausa, urceolata, rarissime patelliformia, margine iutegro vd lacinulato, excipulo tenui. Asci cylindracei, longissimi. Sporae 8-iiae conglobatae, filiformes, multiseptatae , rarissime polymerae, longissimae, Parapbyses filiformes. — Bei Fu. uuter Stictis Pers. u. Schizoxylum Tul. — 7 A. z. B. Seh. radiata (L.). XLin. Chailletia Karst. Apothecia immersa, clausa, deinde in lacinias angus- tas irreguläres plures cum cortice subcoimatas dehiscentia concava, excipulo tenuissimo. Asci elongato-clavati, sessiles, majusculi. Sporae 8-nae, conglobatae, bacillares, multisep- tatae, byalinae. Parapbyses graciles. — Feblt b. Fu. — 1 A, Cb. sorbiua Karst. XLIV. Ocellaria Tul. Apothecia per epidermidem stellatim fissam erumpentia, clausa, deinde margine lacero-fimbriato-vel denticulato-rupto dehisceutia, patelliformia vel concava, excipulo tenui. Asci elongato-clavati, obtusi, subsessiles, niagni. Sporae 8-uae, distichae, ellipsoideae, simplices, e luteolo byalinae, magnae. Parapbyses filiformes, graci- lescentes, apice incrassatae et conglutinatae. — Pycnides cortici immersae, discoideae. Stylosporae ovoideo-oblongatae vel ellipsoideae, simplices, magnae, in cirros ejectae. — Von Fu. zu Habrostictis Fuckl. gezogen. — 1 A. 0. aurea Tul, (Stictis Lecanora Scbm. et K.) XLV. Stictis Pers. Apothecia immersa, urceolata, ore subellipsoideo nudo con- nivente integerrimo aperta, pallida, excipulo indistincto. Asci elongato-clavati. Sporae 8.nae, distichae, oblongatae, 3-septatae, subchlorino-hyalinae, Parapbyses band bene dis- cretae. — 1 A. St. pallida Pers. XL VI. Propolis Fr. Apothecia immersa raatura lignum vel corticem superposi- tum plus minus mutatum varie rumpentia, angulata vel subrotundata, plana, excipulo indis- tincto vel fere nuUo. Asci elongato-clavati. Sporae 8-nae, distichae, oblongatae vel elon- gatae, quadantenus incurvatae, cblorino-hyalinae, vulgo septatae. Parapbyses filiformes, conglutinatae. — 2 A., z. B. P. faginea (Schrad.). XL VII. Leptotrochila Karst. Apothecia innata, matura epidermidem super- jacentem nigrefactam rumpentia, forma varia, plana, excipulo tenuissimo instructa, Asci clavati. Sporae 8-nae, distichae, aciculari-vel subfusoideo-elongatae, byalinae, simplices, mi- nutae, rectae. Parapbyses filiformes, discretae. — Bei Fu. unter Phacidium. — 2 A. z. B. L. repanda (Fr.). XL VIII. Trochila Fr. Apothecia innata, clausa vel epidermide tecta, deinde, cpidermide specie mutata laciniatim rupta, erumpentia, concava, excipulo modo tenui mem- branaceo-monostromatico , nunc tenuissimo vel indistincto. Asci late vel elongato-clavati, majusculi. Sporae vulgo 8-nae, distichae vel subconglobatae , fusoideo-oblongatae, raro oblongatae vel elongatae, 2-guttulatae, rarissime spurie septatae, incolores, majusculae. Parapbyses summae plus minus incrassatae. — Bei Fu. Pseudopeziza P^'uck. — 11 A. z. B. Tr. Trifolii (Berah.) Fam. III. Phacidiaceae. Apothecia sessilia, rarissime substipitata , innato- emergentia vel erumpentia, ad formam varia, ut plurimum bemisphaerico-depressa, atra, clausa, demum rimose dehiscentia, excipulo corneo, membranaceo, tenui. Hymenium, hy- potbecio e parenchymate plus minus crasso, vulgo albo, impositiim, parietem excipuli imum vestiens , placentiforme. XLVini. Phacidium Fr. Apothecia erumpentia, liberata, sessilia, rotundata vel Bubbemisphaerica, clausa, matura in lacinias plures a centro versus ambitum dehiscentia, atra, hypothecio tenuiore. Asci clavati, mediocres. Sporae 8-nae, distichae, ellipsoideae vel oblongato-subreniformes, simplices ac eguttulatae. Parapbyses graciles, parum notabiles. — \> A. z. B. Ph. Ledi (Alb. et Schw.). L. Coccomyces De N. Apothecia innato-emergentia, hemisphaerico-depressa, Pilze. , \Yi superne cum cpidermide vel cuticula matricis nigrefacta connata, clausa, tantlem a centro versus ambitum in lacinias plures more Phacidiacearum a liymeuio discretas, deliiscentia, liypotliecio teuuiore, albo. Asci cylindraceo-clavati , apice acutati. Sporae 8-uae, conglo- batae, filiformes, simplices ac guttulatae vel spurie septatae, incolores, longissimae. Para- pbyses filiformes, simplices, conglutiuatae. — Spcrmogonia conceptaculiformia, clausa, sim- plicia, tandem anguste debisceutia. Spermatia elougata vel filiformia, brevia, recta vel curvula, incoloria. — IjcI Fu. unter Pbacidium. — 6 A. z. B. C. coronatus (Fr.) LI. Rbytisma Fr. Apotbecia innato-emergentia, a^iplauata, orbicularia vel ma- culiformia, pariete supeino cum cuticula vel epidermide matricis nigrefacta connata, pri- mum clausa, matura in rimas sccus hymenia flexuosas rumpentia. Hymenia, bypothecio valde crasso, carnoso-subcrino vel sclerotieo, albo, imposita, ut plurimum plnria flexuosa in siugulo apotbecio, rarius unicum disciforme vel annuliforme. Asci cylindraceo-clavati, apice acutati. Sporae 8-uae, conglobatae, filiformes, apice clavatae. — Spermogonia orbi- culari-depressa vel obtuse conoidea. Spermatia filiformia, brevissima, recta vel curvula. — 3 A. z. B. Rh. acerinum Pers. LH. Triblidiopsis Karst. Apotbecia erumpentia, liberata, substipitata , diffor- mia, primum clausa, tandem tempore debito a centro versus ambitum in lacinias debisceu- tia, bypothecio crasso, sclerotieo, albo. Sporae 8-nae, subdistichae , fusoideo-oblongatae, simplices vel spurie uniseptatae , membrana crassa hyalina textae. Paraphyses filiformes. — Spermogonia apotheciis immixta, sphaeriif ormia , uuilocularia, nigra. Spermatia filiformia, simplicia, arcuata. — Bei Fu. unter Cenangium. — 1 A. Tr. pinastri (Pers.). LIIL Triblidium Rebent. Apotbecia erumpentia, demum omniuo superficialia, substipitata, sphaeroideo-depressa vel subhcmisphaerica, primo clausa, demum laciniatim dehiscentia, bypothecio crasso. Asci clavati, magni. — Sporae 2— 4-nae monostichae, ellip- soideae, murali-divisae, hyalino-luteolae, magnae. Paraphyses filiformes. — 1 A. Tr. cali- ciiforme Rebent. 149. William Philipps. On the blue reaction given by jodine in certain fungi. (The Jour- nal of botany 1873. Nr. 122 p. 43—45) Anknüpfend an Nylanders Versuche hat Verfasser bei allen Pezizen, die er fand, die Reaction von Jod auf die frischen Theile des Hymeniums untersucht. Es stellten sich dabei Verschiedenheiten heraus, die für die Art charakteristisch waren : Manchmal wurden nur die Spitzen der Schläuche blau gefärbt, manchmal nur die Spitzen der Paraphysen, manchmal die „gelatiua hymenia". Auch der Grad der Blaufärbung war verschieden. In vielen Fällen trat gai- keine Bläuung ein. — Die Art der Jodreactiou kann zur Unter- scheidung der Arten benützt werden. 149b. M. C. Cooke (ebends. S. 92) bemerkt dazu, dass in neueren Werken über Pezizen die Reaction von Jod auf die Schläuche schon berücksichtigt worden ist. 150. Worthington G. Smith. Two Species of Peziza. (Grevillea Bd. I 1873, p. 120 PI. 8.) Beschreibung und Abbildung von zwei neuen in England gefundenen Pezizen: Pe- ziza (Humaria) Chateri W. G. Sm., und Peziza (Molhsia) Bullii W. G. Sm. (S. n. Art.). 151. Derselbe. New Ascomycetous Fungi (das. S. 136 PL 9—10). Beschreibung und Abbildung von drei neuen Helvellaceen : Mitrula alba W. G. Sm., Peziza (Aleuria) isabellina W. G. Sm., und Peziza (Aleuria) undata W. G. Sm. (S. n. Art.). 151b. J. Kühn (22 N. 1616) beobachtete bei Kreuth, dass Exoascus alnitorqua (Tu.) häufig die Früchte von Aluus incana befiel, welche in Folge dessen taschenförmig aus- "wachsen. 152. Dr. Oskar Brefeld. Kurze Notizen über Penlcillinm crustaceum (glaucum) (Flora 1873). Penjcillium ist die ungeschlechtliche Fortpflanzungsform (Conidienträgerj eines bisher unbekannten, durch geschlechtliche Zeugung entstandenen Ascomyceten. — Die 118 Pilze. geschleclitliche Differenzirung tritt an den gewöhnlich nur Conidträger bildenden Mycelien nur ein wenn sie ungestört üppig vegetiren und ihnen dann, wenn sie am 7—10 T. die Höhe der Entwicklung erreicht haben, der Zutritt des Sauerstoffs vermindert wird. Es bildet sich dann, ähnlich wie bei Eurotium, ein weibliches schraubenförmiges Ascogon und ein männliches PoUinodium. — Nach der Befruchtung wird das Ascogon von Fäden, die unter- halb desselben hervorsprossen, dicht umhüllt, zugleich wächst das Ascogon aber aus, und seine Verzweigungen wachsen in die fädige Hülle hinein. Letztere bildet eine 8 — 15fache Lage von Fäden, die sich gliedern und endlich schliessen. Auf Durchschnitten erscheinen im Innern die ascogonen Fäden als dicke Hyphen. Die Zellen dehnen sich, ihre Mem- branen verdicken sich und es bildet sich eine Art Sclerotium, ähnlich einem groben gelben Sandkorn. Sie können, trocken aufbewahrt, mehr als 3 Monate ruhen, ohne die Keim- kraft zu verlieren. — Werden sie auf feuchtes Papier gelegt, so entwickeln sich nach 6—7 Wochen die ascogonen Hyphen weiter. Sie gliedern sich in kurze Zellen, jede theilt sich in einen dicken Faden, der zur Fructification, und in einen dünnen, der zum Aussaugen des Gewebes dient ; die dicken verzweigen sich und bilden Scheidewände an den Verzweigungen. Jede Schlauchzelle bildet einen Ascus, in jedem Ascus bilden sieh 8 Sporen. — Die Asci verschwinden schliesslich und 6—8 Monate nach der Aussaat bilden die Sclerotien eine Blase, mit hellgelben Sporen erfüllt. — Jede Spore keimt wieder zu dem Mycel aus, das die Penicilliumfructification trägt. — Wenn die Sclerotien ihre Keimkraft verlieren, können einzelne Zellen der Hülle auskeimen und Penicillium bilden. — Der Pilz füllt seiner systematischen Stellung nach eine Kluft aus , die die Tuberaceen von den übrigen Ascomyceten (Eurotium) trennt. Bei Tuber rufum fand Verfasser gelbe Hyphenzüge im Innern, die die Ascen erzeugen und die Umgebung verzehren, sie ent- sprechen den ascogonen Fäden. — Bei Eurotium wächst das Ascogon erst nach Bildung der Hülle aus, die Fruchtkörper bleiben klein, noch mit dem Mycel verbunden, der Sclerotium- zustand fehlt. Der Fall ist von Wichtigkeit, um die Ansicht über Sclerotien zu klären; sie sind hier: Fruchtkörper, durch geschlechtliche Zeugung entstanden, die wie Samen der Phanerogamen während ihrer Entwicklung einen Ruhezustand durchmachen. Die Sclero- tien anderer Ascomyceten und die der Hymenomyceten verhalten sich höchstwahrscheinlich ebenso. Das Ascogon blieb hier vielleicht nur unbekannt, weil man nicht darnach suchte oder weil seine Fäden nicht von der Hülle zu unterscheiden sind. Die verbreitete Ansicht über Pleomorphismus der Pilze unter Einfluss des Sub- strats wird durch die Entwicklung von Penicillium widerlegt. Der Generationswechsel des Pilzes schliesst sich der von Hofmeister für das ganze Pflanzenreich aufgestellten Norm an: „Die Mycelien bilden Geschlechtsorgane, aus deren Befruchtung die ungeschlechtliche Generation (direct oder nach einem Ruhezustände) hervorgeht; die Sporen der ungeschlecht- lichen Generation erzeugen wieder die geschlechtliche Generation. Diese bildet Propagations- organe und erschöpft sich oft ganz in ihrer Bildung, so dass diese als selbstständige Pilze erscheinen. Die Wandelbarkeit der Pilze nach dem Substrate beruht auf fehlerhaften Beob- achtungen. — 153. A. Chatin. Observations pour servir ä l'histoire de la truffe. (Bulletin de la societ. bot. de France. 1873. S. 28, 29.) Ch. beobachtete auf Trüffelplätzen in Perigord und Poitou das Mycel der Trüffeln im Mai und November und schliesst daraus, dass das Mycel perenuirend ist. Ferner hat er gefunden, dass das Mycel auf frischen Trüffelplätzen 6 bis 10 Jahre früher auftritt, als das Einsammeln der Pilze beginnen kann. Er nimmt an, dass mit der Aussaat der Eicheln auch die Pilzsporen ausgesäet werden und keimen. Erst circa 6 Jahre darauf zeigt sich das Auftreten des Pilzes durch Kahlwerden des Bodens und Auftreten des Mycels, dann bedarf es noch mehrerer Jahre bis zur Ausbildung der Trüffeln. 153 a. De Seynes (ds.) hat Trüffeln in einer Pflanzung von Pinus halepensiß gefunden. Pilze. 119 154. A. Tomaschek. üeber die Trüffeln. (Verhandlungen des naturforschenden Vereins in Brunn XI. B. 1873. S. 43.) In Mähren kommen Tuber mesentericum Vitt. und Chaeromyces meandriformis Vitt. vor. Sporen von Tub. mes. konnten nicht zur Keimung gebracht werden. Es wird in Anregung gebracht, künstliche Trüffelzucht, die sich vielleicht durch Uebertragung des Mjcels bewerkstelligen lasse, zu versuchen. 155. J. Schroeter. Mittheilung über die badischen Trüffeln. (Bericht über die Thätigkeit der bot. Sect. der Schles. Gesellschaft 1873. S. 30—32.) In den Rheinwaldungen bei Rastatt in Baden finden sich in Menge ächte Speise- trüffeln, die in gewinnbringender Weise ausgebeutet werden und Absatz bis nach Dresden finden. Zumeist wird Tuber aestivum gefunden (von September bis März), seltener Tub. melanosporum Tul. und (zwei R.) braune Trüffelarten (darunter nicht selten Tub, excava- tum Vitt.) Das Aufsuchen geschieht mittelst besonderer Trüffelhunde. I 156. Dr. J. Peyritsch. Ueber einige Pilze aus der Familie der Laboulbenien. (Aus dem LXIV. Bande der k. Akademie der Wissenschaften zu Wien, 16 Seiten 2 Taf.) Aus der ziemlich isolirt in der Abtheilung der Ascomyceten dastehenden Gattung Laboulbenia Robin beobachtete P. 3 Arten genauer. L. Muscae wohl identisch mit Stigma- tomyces muscae Karst., veranlasst eine Epidemie der Stubenfliegen. Bei den Männchen sitzt der Pilz ausnahmslos an den Vorderbeinen, bei den Weibchen am Kopf und am Rückenschild des Thorax, Verhältnisse, die sich durch die Uebertragung bei der Begattung erklären. Der Pilz besteht aus einem cylindrischen 2zelligen Träger, dem Perithecium, welches in eine kegelförmige Spitze ausläuft und einem seitenständigen Aste, welcher als Antheridium gedeutet wird. Dieser Zweig ist an der oberen Stielzelle inserirt und besteht aus einem stielförraigen Basalstücke und einem darauf sitzenden gekrümmten Theile, aus mehreren mehrtheiligen Zellen gebildet. Die Perithecionwand ist einschichtig. In ihnen stehen die Schläuche in einem Busche, jeder Schlauch 4 Sporen enthaltend. Diese sind zweizeilig, gleich keimungsfähig. Sie keimen z. B. leicht bei der Aussaat auf Flügeln, indem sie mit einem kurzen Fortsatz die Chitinhaut durchdringen und sich so mit der Spitze festsetzen. Die Zellen der Spore theilen sich in regelmässiger Weise und jeder Theil bildet einen bestimmten Abschnitt des Pilzes. An der Spitze des angelegten Perithe- ciums tritt, gleich der Befruchtuugskugel von Vaucheria, der protoplasmatische Inhalt der oberen Zelle als kugliger oder länglicher Zapfen hervor. An der Spitze des seitlichen Zweiges bildet sich gleichzeitig ein hügliges Körperchen, das sich von der Spitze möglicher- weise lostrennt. Der Befruchtungsvorgang wird mit dem bei den Florideen verglichen. Pilzkranke Fliegen wurden von Juli bis Ende October beobachtet. Im August war die Epidemie am stärksten, sie scheint den Fliegen nicht besonders gefährlich zu sein. Eine andere Art von Laboulbenien kommt auf Nycteribien vor, die auf Fleder- mäusen parasitisch leben. Sie ist früher für einen Wurm gehalten worden. Der männliche Zweig sitzt hier tief unten und besteht aus einer geraden Zellenreihe, die 3 Wirtel von 2—4 einzelligen Spitzchen trägt; die oberste Zelle der Perithecien ist sehr verlängert. Die dritte Art beobaclitete P. auf Flügeldecken und Hinterleib von Nebria brunnea (L. Nebriae) und zwar nur auf getrockneten Käfern. Der Pilz erschien schwarz, der männliche Zweig war aus einzelligen Gliedern gebildet, ist oft gabiig getheilt und sehr verlängert. Die Arten, welche zur Familie der Laboulbenien gehören, sagt P. zum Schluss, bieten Eigenthümlichkeiten , wie wir sie wohl bei keiner Pilzgruppe wieder antreffen. Als solche wäre besonders hervorzuheben die Keiraungsgeschichte der Sporen, die direct zu den gestielten Fruchtkörpern auswachsen, und der hohe Grad der Ausbildung und Selbst- ständigkeit des männlichen Zweiges, welchen weder die übrigen Ascomyceten, noch die Peronosporeen und Saprolegnieen aufzuweisen haben. 157. Derselbe hat der k. Akademie der Wissenschaften zu Wien (Sitzung vom 23. October 1873) neuere Untersuchungen über die Pilze derselben Familie mitgetheilt. Er hat, wie 120 Pil«e- aus einer Auküncliguug der Arbeit zu scliliesseu ist, zahlreiche neue Arten entdeckt, die in 5 Giittungen eingereiht werden. Die Befruchtung erfolgt durch Polliuodiuui und bald abfällige Trichogyne. — Ausführlichere Mittheilungeu sind abzuwarten. Neu aufgestellte Arten. Stictis Sarothamni Fuckel (14, S. 48.) Disco concavo, carnoso constanter pallide-ochraceo; ascis 178 Mik. 1,8 er, sporis filiformibus, continuis, asci longitudine. — An Sarothamnus. Xylographa caulincola Fuckel. (Ds.) Cupulis plerumque in macula aeru- ginosa, disco primo sordido, demum fusco; ascis Ssporis 120 Mik. 1., 16 er.; sporidiis fusiformibus 3(— 4?) septatis, 22—24 Mik. 1., 6—7 er. — An Stengeln von "Valeriana off. Exoascus Ulmi Fuckel. (Ds. S. 49.) Ascis Ssporis, 16 Mik. 1., 10 er.; spo- ridiis globosis, 5—6 Mik. diam. — An Blättern von Ulmus camp. E. Betulae Fuckel. (Ds.) Ascis Ssporis, 32 Mik. 1., 16 er.; sporidiis ovatis, 8 Mik. 1., 6 er. — An Blättern von Betula alba. Naemacyclus Fuckel n. gen. (N. pinastri Fuckel J'ung. conidiophorus disculis moUe gelatinosis; conidiis filiformibus hyalinis, 60 Mik. 1., ^/2— 1 Mik. er. Fungus ascophor. = Propolis pinastri de Lacr. Phacidium Piceae Fuckel. (Ds. S. 51.) Cupulis 1—2 Mm. long, disco oli- vaceo; ascis Ssporis 144 Mik. 1., 12 er.; sporidiis filiformibus 112 Mik. 1., 21/2 er. — An abgefallenen Nadeln von Pinus Picea. P. cicatricolum Fuckel. (Ds. S. 52.) Fungus spermog. perfecte ut in Phac. Balicino. Fung. ascoph. discis olivaceis, 1 Mill. diam.; ascis Ssporis, 72 Mik. lg., S-jcr.; sporidiis fusiformibus, 12 Mik. long., 4 er. — Auf Nadeln und Aestchen von Pinus Picea, besonders an den Blattnarben. Patellaria nigro-marginata Fuckel. (Ds. S. 53.) Ascis 72 Mik. 1., 24 er.; sporidiis ovatis inaequaliter didymis, pallide-fuscis 16 Mik. 1., 8 er.; disco sordido, margine distincto nigro. — An Apfelholz. P. (?) Urceolus Fuckel. (Ds. S. 54.) Cupulis gregariis, primo globosis, demum Btipitatis; ascis Ssporis, 100 Mik. 1., 9 er.; sporidiis didymis, hyalinis, 16 Mik. 1., S er. — An Rubus. Heteropatella lacera Fuckel. (Ds.) Heteropatella n. gen. Fuckl. Cupulae sessiles ore laciniato, corfaceae; discus carnosus, discolor. Sporidia in sporophororum ramo- sorum apicibus, pedicellata, fusiformia, simplicia, apice longe appendiculata , hyalina. H. lacera. Sporid. 26 Mik. 1., 4 er., der einzige Discomycet, der keine Schläuche bildet (Fuckl.) An Linaria vulg. Cenangium polygen um Fuckel. (Ds. S. 55.) Cupulis plerumque dcnse caes- pitosis, ascis multisporis, 108 Mik. 1. , 20 er. ; sporidiis 3 Mik. 1. , 1 er. subcurvatis. — An Pyrus Malus. Dothiora elliptiea Fuckel. (Ds.) Patellulis innatis, demum erumpentibus, disco nigro, nucleo albo ; ascis Ssporis, 96 Mik. 1., 12 er.; sporidiis oblongo-fusiformibus, Sseptatis, loculo subultimo crassiori, hyalinis 16 Mik. 1., 7 er. — An Vaccinium uliginos. Dermatea pulcherrima Fuckel. (Ds. S. 56.) Cupulis caespitosis 1—4 lin. lat. extus pulveraceis, laete flavo-viridibus, disco flavo-fusco ; ascis 94 Mik. 1. , 8 er. ; spori- diis fusiformibus, curvatis 14 Mik. 1. , 3 er. — An Cerasus avium. Calloria (?) Sarothamni Fuckel. (Ds. S. 57.) Fungus conidiophorus Tre- mellam exhibens tuberculis atro-viridibus. Cupulis ascigeris carnosis, intus pallide sordide- virescentibus ; ascis multisporis 2—5 Mik. (? R.) long, 12 Mik. er.; sporidiis ovatis, 4—8 Mik. 1., 3—4 er. — An Sarothamnus. Pyrenopeziza Campanulae Fuckel. (Ds. S. 59.) Cupulis dense gregariis, nigris; ascis Ssporis, 70 Mik. 1., 10 er.; sporidiis subcylindraceis 12 Mik. long, 3 er. An Stengeln von Campanula Trachelium. Pilze. 121 Tapesia aurea Fuckel. (Ds. S. 60.) Cupulis glabris stipitatis, iu subiculo de- licatissimo aureo, aureis, ascis Ssporis, 32 Mik. lg., 4 er.; sporidiis cylindraceis, 6 Mik. lg., 2 er. Auf faulenden Nadeln von Pinus silvestris. Dasyscyplia globuligera Fuckel. P'ungus conidiophorus globulis sessilibus gelatinosis, conidiis cylindraceis, rectis 8—10 Mik. lg,, 2 er. Cupulis ascigeris stipitatis albis, cxtus stipiteque albo striato-hirtis; ascis 72 Mik. long, 8 er.; sporidiis elavato-fusi- formibus 10—12 Mik. lg., 4 er. An faulendem Holz von Salix. D. variegata Fuckel. (Ds. S. 61.) Cupulis gregariis disco sordido vel rubello- fusco , extus pilis crispulo-subtomentosis primo fuscis , demum albo-variegatis obsitis ; ascis Ssporis, 80 Mik. lg., 8 er.; sporidiis 12 Mik. Ig., 4 er. An Fraxinus. Peziza epicalamia Fuckel. Cupulis earnosis extus furfuraceis, disco luteo- ochraceo, ascis 52 Mik. lg., 6 er.; sporidiis fusiformibus 9 Mik. lg., 2^/2 er, — An Halmen von Triticum repens. Ciboria colopus Fckl. (Ds. S. 62). Fuugus conidiophorus Dacryomycem cxhibens, primo sub foliorum vivorum epidermide nidulans, demum turgidus liberque amoene roseus; conidiis ovatis. Fungus ascophorus = Peziza calopus Fr. An trockenen Blättern etc. Helotium hyalopes Fckl. (Ds. S. 63). Cupulis ceraceis, stipitatis, pallide flavis stipite hyalino-diaphano ; ascis 126 Mik. 1., 18 er.; sporidiis oblougo-fusiformibus, 16 Mik. 1., 6 er. An Weinreben. Crouania carbonaria Fckl. (Ds. S. 64). Cupulis gregariis, sessilibus, 1— 3 1in. lat., aurantio-sanguineis; ascis Ssporis, 116 Mik. 1., 16 er.; sporidiis globosis, hyalinis, epi- sporio reticulato, 16 Mik. diam. Cr. cinnabarina Fckl. Cupulis glabris, ciunabarinis ; ascis Ssporis 144 Mik. 1., 18 er.; sporidiis globosis, episporio reticulato, 18 Mik. diam. Der Cr. humosa sehr nahe Stehend. Plicaria flavo-virens Fckl. Cupulis sessilibus, ad unciam latis, extus tomento ferrugineo tectis, disco amoene flavo-viridi; ascis Ssporis, 128 Mik. long, 20 er.; sporidiis perfecte globosis, retieulatis, flavo fuscis, 16 Mik. diam. Auf Sandboden. Aeetabula areuata Fckl, (Ds. S. 65). Fuligineo-fusca. Cupula auriformis, bi- loba, 1 unc. lat., stipite ad unciam long, compresso, valde suleato, nigro; ascis Ssporis, 240 Mik. 1., 12 er., sporidiis laevibus, hyalinis, 24 Mik. 1., 14 lat.; paraphysibus septatis. Auf lehmigem Boden. Rhizina helvetiea Fckl. (Ds. S. 66). Von Rh, undul. durch die Sporen ver- schieden. Diese sind b. R. h. breiter (12—14 Mik. er., 32 lg.) und die Endspitzchen sitzen abgebrochen auf. Phaeidiopsis alpina Hazslinsky' (18^'S. 8). Phacidiopsis n. g. Wie Phaci- diuin, doch die Sporen mauerförmig. Ph. a. Perithecio a centro in dentes 5—10 dehiscens, discum aurantiacum revelans. Asci cylindriei, sessiles, 8-spori. Sporae oblongae, achlorae, muriforme polyblastae, 24 — 30 Mik. lougae, 0,008 — 0,01 mm. er. — In ramis sieeis Rhudo- dendri myrtifolii. Pyreno peziza fuseoatra Hazs. (Ds. S. 8). Cupulae gregatim erumpentes fus- conigrae, margine crasso erenulato albido, disco fuseo eoncavo ^/^ linean lato. Asei lineares 110 — 125 Mik. longae. Paraphyses simplices, apieibus crassioribus lanceolatis. Sporae- oetonae oblongo-lineares achlorae, 0,02—0,025 longae, 0,005—0,007 mm. crassae. — In ramulis Tordylii. Xylographa arctica Fckl. (1.). Cupulis in macula griseo-nigra , quandoque ligni durissimi totam superficiem oecupanti, minutis, atris, rima longitudinali dehiscenti- bus, disco fuscescente; sporidiis ovatis, fuscis 10—12 Mik. 1., 8 er. — An Salix arctica. Peziza (Humaria) schizospora Philipps (2 S. 129). Gesellig, sitzend, roth, braun werdend, aussen bereift. Sporen kuglig, glatt, 0,0007 Zoll Dehm. — Auf Sand- boden. 122 Pilze. Peziza (Dasyscypha) stereicola Cooke (ebendas.). Gesellig, sehr klein. Beclier kuglig, wachsartig, aussen wollig, rosenroth. Sporen cylindrisch, 7 Mik. 1., 1,5 br. — An dem Hymenium von Stereum sp. — Peziza (Dasyscypha) candidata Cooke (Ds. S. 130). Schneeweiss, sitzend, aussen mit zarten filzigen Haaren. Sporen cylindrisch, farblos, 7 Mik. 1., 1,5 br. — An Kubus. Peziza (Mollisia) flaveola Cooke (das.). Sitzend, sehr klein, hellgelb, glatt, eben. Schläuche cylindrisch. — An Pteris aquilina. Peziza (Mollisia) Typhae Cooke (das.). Sehr klein, hervorbrechend, schwarz. Scheibe russig, glatt. Sporen spindelf., farblos, einfach, 12—14 Mik. 1., 2—5 br. — Am Bl. V. Typha. Peziza (Mollisia) incarnata Cooke (das. S. 131). Zerstreut, sehr klein, rosenfarben, sitzend. — Sporen lineal, stumpf, farblos, 10 Mik. 1., 1,5 br. — Auf Kiefer- nadeln. Peziza (Humaria) Chateri W. G, Smith (150). Becher concav, sitzend, innen lebhaft orangeroth, aussen hellbraun. Sporen elliptisch mit 2 Kernen. Epispor rauh. — Auf der Erde. Peziza (Mollisia) Bullii W. G. Smith (ebendas.) Becher fast halbkuglig, sitzend oder sehr kurz gestielt, wcisslich, Band eingerollt, etwas staubig. Mycel bräunlich. Sporen elliptisch 0,0002—0,0003 Zoll lang. — An einem Fasse. Mitrula alba W. G. Sm. (151). Kopf kuglig, glatt, weiss, Schläuche lineal, Sporen lanzettlich, farblos, kernlos 0,00065 zu 0,0012 Zoll i. Dchm, Peziza (Aleuria) isabell i na W. G. Sm. (Ds.) Beclier sitzend, fleischig, kuglig innen bräunlich-gelb, aussen blasser, etwas bereift. Sporen elliptisch 0,00056 zu 0,00034 Zoll i. Dchm. — Auf faulendem Nadelholz. Peziza (AI.) undata W. G. Sm. (Ds.) Becher V2— 3" im Dchm., fleischig, leicht vertieft, endlich umgewendet, gestielt, purpurn, braun, grau oder gelb. Sporen elliptisch 0,00023 zu 0,00018 i. Dchm. Peziza Willkommii R. Hartig (31 S. 356, 32 S. 98). Von Peziza calycina durch Grösse der Schläuche, Sporen und Paraphysen verschieden, bei Pez. W. Schi. 160, Sp. 18, Par. 200, bei Pez. cal. Schi. 66, Sp. 7.5, Par. 75 Mik. lang; auf Larix. — Hysterium (Hypoderma) macrosporum R. Hartig (32 S. 101—113). Durch die Länge der Sporen (c. 60 Mik., so lang als die Schläuche) von dem auf Weisstannen- nadeln vorkommenden Hyst. nervisequium DC. verschieden. — An Fichteunadeln. Peziza dolosa Weberbauer (12.) Apothecien fleischig mit kurzem Strunk, becher- förmig, aussen braun behaart, am Stiel weisslich, Scheibe ochergelb , Schläuche linea 0,01 Mm. breit, Sporen elliptisch 0,01 Mm. lang, 0,005 Mm. breit. — Auf Fichtenstämmen. Peziza rufo-fusca Web. (Ds.). Gesellig, Apothecien in der Jugend schüsself., später zurückgeschlagen, zuerst sitzend, dann gestielt, bis 8 Mm. breit, wachsartig, gleich- massig rothbraun, Schläuche linealisch ; Sporen elliptisch, zuweilen eiförmig 0,0075 Mm. 1., 0,0037 br. Paraphysen fadenf. — An abgefallenen Zapfen und Nadeln. Peziza Corium Web. (Ds.). Apothecien von zäher, lederartiger Substanz, lang gestielt. Stiel bis 4 Cm. lang. Cupula 2—3 Cm. breit, innen glänzend, blauschwarz, aussen grau und stark warzig. — Schläuche linealisch 0,015 Mm. br., 8 sporig; Sporen elliptisch 0,02 Mm. 1., 0,01 br. — In Gebüsch auf der Erde. Peziza aureola Rabenhorst (22 Nr. 1622). P. sessilis, fusco-ferruginea, pli- cato-striata ; disco subaureo ; asci octospori jodo non tincti, 6 Mik. er., sporae obloögo-cylin- Pilze. 133 draceae, uniseriatae, achroae, rectae, utroque polo rotundato-obtusae. Paraphyses nullae. — An Eupatorium cau. Peziza (Dasyscyphae) lasca B. et Br. (6). Cupulis globosis, erumpentibus aurantiacis, demiim ore laeiuiato-deutato apertis, extiis lasiis; ascis eloiigatis; sporidiis fusiformibus ; parapbysibus supra urnaeformibus, qiiandoque uniseptatis. Rhyparobius argenteus B. et Br. (Ds.) Minutissimus, argenteus, pilis molli- bus ciliatus; ascis brevibus; cysto sporidiifero elliptico apiceni versus sito; sporidiis fusi- formibus; parapbysibus furcatis. Rb. woolbopensis Renn. Minutus, primum candidus, dein albidus; cupulis tuberculatis, sursum pilis mollibus vestitis; parapbysibus simplicibus; ascis clavatis; cysto sporidiifero apicem versus sito; sporidiis fusiformibus. — Folgende sind oline Diagnose angegeben (Nr. 26): Peziza rosea Rehm. Tapesia maculans R. Peziza spicarum R. P. calycioides R, Tricbopeziza caduca R. Micropeziza Iridis S. Pezizella chlorotica R. Pezizella Aconiti R. Ciboria pseudotuberosa R. Helotium Rbododendri R. Dasyscypba latebricola R. D, fuscosanguinea R. Pezizella tyrolensis R. Blitridium Arnoldi R. ' Stictis foveolaris R. 2. Pyrenomycetes. 158. Georg Winter. Einige vorläufige Mittheilnngen über die Gattung Sordaria. Botaniscbe Zeitung 1873 No. 29, 30, 31. Seite 449—453, 465-469, 481—485.) 159. Derselbe. Die deutschen Sordarien. (Besonders abgedruckt aus den Abhandlungen der Naturf. Gesellschaft zu Halle. Band XIII. Hft. 1. 43 S. Taf. VII-XI. i. 4". Halle 1873.) Coprophila, HyiDocopra, Malinvernia, Cercophora werden in die eine Gattung Sor- daria Tereinigt, weil das Vorhandensein oder Fehlen eines Stromas, einer Gallerthülle oder von Anhängseln der Sporen nicht als hinreichende Merkmale erkannt werden, diese Tren- nung festzuhalten. Eine Anzahl von Arten, die andere Autoren zu Sordaria rechneten, werden von der Betrachtung ausgeschlossen und zu Rosellinia, Anthostoma, Amphisphaeria und Arnium verwiesen. Verf. begrenzt die Gattung Sordaria folgendermaassen: Stroma suberoso-crustaceum vel plerumque nuUum, perithecia membranacea, pellucida, asci cylindracei vel ampli, (2) 4— 128spori, pai-aphysibus obvallati, sporidia continua, non septata, opaco-nigro-fusca. — Fimicolae aut rarius vegetabilicolae. Peritheciis sparsis, gregariis vel congregatis, immer- sis, semiimmersis vel superficialibus, rugulosis vel diverse vestitis, globosis vel oblougo- conicis, membranaceis , saepe diaphanis, papillatis vel in collum conicum attenuatis, stro- mate crustaceo vel villo arachnoideo insidentibus. Ascis cylindraceis, amplo-cylindraceis vel amplissimis, 2— 128sporis, parapbysibus filiformibus vel tubulosis, septatis. Sporidiis cir- cularibus, vel ovatis, vel ovato-oblongis, monoplastis, fuscis vel fusco-nigris, opacis, circulo hyaline, gelatinöse circumdatia vel appeudiculatis. 124 Pilze. Es werden 22 in Deutschland vorkommende Arten anerkannt, die grösstentheils erst in den letzten Jahren aufgefunden worden sind; 3 Arten, S. papyricola, S. decipiens u. S. setosa sind neu. Der Aufsatz (158) in der Bot. Ztg. beschäftigt sich besonders mit der Geschichte der Synonymen und Begründung der Arten. In der Monographie (159) werden dieselben aus- führlich besprochen. Synonymie und kurze Begrenzung, die daraus hervorgeht, lassen sich in folgender üebersicht zusammenfassen : A. Subgenus Coprolepa (Fckl.) W. Stroma vorhanden, Sporen ohne Anhängsel, mit Gallerthülle. 1. S. merdaria (Fr.) Awd. herb. = Si^haeria merdaria Fr., Hypocopra m. Fr., Copro- lepa m. Fckl. Stroma rundlich, scharf umgränzt. 2. S. equorura (Fckl.) W. = Hypoxylon equorum, Coprolei^a e. Fckl., Stroma weit ausgebreitet, mit zottiger Oberfläche. 3. S. fimeti (Pers.) W. = Sphaeria fimeti Pers. Stroma weit verbreitet, glatt. B. Subgenus Hypocopra (Fckl.) Wint. Stroma fehlt. Sporen ohne Anhängsel mit Gallerthülle. 4. S. macrospora A w d. = Hypocopra stercoris Fckl. Perithecieu eingesenkt, eiförmig. Schläuche lang gestielt, 8 sporig. Sporen 31 Mik. 1. 5. S. Rabenhorstii Niessl. Perithecien erst eingesenkt, dann freistehend, glatt. Schläuche 4 — 5sporig. 6. S. fimicola (Roh.), Ces. et de Not. = Sphaeria equina Fckl., Hypocopra fimeti (Pers.) Fries., a. vacciua et b. equina Fckl. , Hyp. stercoraria Fckl. , Sordaria conferta Awd., Sphaeria fimicola Roh., Perithecien kuglig, halb eingesenkt, später frei, glatt. Schläuche 8 sporig. 7. S. papyricola Winter. Perithecien immer freistehend, sehr gross, eiförmig, in einen Hals verengt, Schläuche Ssporig. 8.8. dis Oospora A w d. = Hypocopra discospora Fckl. 5 Perithecien halb eingesenkt, dann freistehend, mit Borsten besetzt. 9, S. humana (Fckl.) Awd., — Sphaeria h. Fuckl. , Hypocopra h. Fckl., Perithecien eingesenkt, glatt, kuglig. (Viell. z. S. fimicola gehörig.) 10. S. Ferment i (Fckl.) Awd. = Sphaeria F. Fckl., Hypocopra F. Fckl., Perithecien freistehend, klein, kuglig. (Viell. z. S. fimicola gehörig.) 11. S. bombardioides Awd. Perithecien freistehend, sehr gross, eiförmig, ohne Hals. Schläuche Ssporig. 12. S. maxima Niessl. Perithecien wie bei 10. Schläuche 4sporig. C. Subgenus Eu sordaria Winter. Stroma fehlt. Sporen ohne Gallerthülle, mit Anhängseln. 13. S. fimiseda Ges. et de N 1. = Podospora fimicola Ges., Gercophora fimiseda Fckl., Schläuche 4— 8sporig. Sporen mit einem zweiten cylindrischen Ansatz unter dem un- teren Anhängsel. 14. S. coprophila Ces et de Not.,= Sphaeria c. Fries, Hypoxylon c. Fr., Gercophora mirabilis Fckl., Sporen mit stachelartigen Fortsätzen an den Anhängseln, Paraphysen schlauchförmig. (Mist bewohnend.) 15. S. lignicola Fckl. Wie 14, Paraphysen fadenförmig. (Holz bewohnend.) 16. S. decipiens Wint., = S. lancisperma Fckl, Perithecien glatt. Schläuche Ssporig, Sporen mit einfachen Anhängseln. (Vielleicht zu S. pleiospora zu ziehen.) 17. S. pleiospora Wint. = S. Langei Fckl. Von 16 durch die grössere Anzahl von Sporen in einem Schlauche (16—64) verschieden. 18. S. setosa Wint., Schläuche 128sporig. Sporen mit einem Fortsatz 2ter Ordnung an dem unteren Anhängsel. 19. S. cur vi CO IIa Wint., Perithecien mit Borsten besetzt. Schläuche 128sporig. Sporen mit einfachen Anhängseln. 20. S. anserina (Rabh.) W i n t., =«= Malinverina a. Rabh., Hypocopra a. Ges., Perithecien mit Beriten besetzt, Schläuche 2- oder 4sporig. Pilze. 125 21. S. mintita Fckl. , = S. tetraspora Wint., Perithecien klein, mit zerstreuten Haaren besetzt, Schläuclie 4- oder Ssporig. 22, S. curvula D. By., = Sphaeria fimiseda (De Not.) Fckl., Sordaria appendiculata Awd,, Cercopliora conica Fckl., Ixodiopsis fimicola Karsten., Schizotheciura finiicolum Cda., Peri- thecien doppelt grösser als b. d. v. mit büschligen Haaren besetzt. Schläuche Ssporig. Die Entwicklung der Schläuche und Sporen ist bei einigen Arten genau beschrie- ben. Die Beobachtungen stimmen mit denen von Woronin überein. Die Anhängsel zweiter Ordnung bei S. coprophila, setosa und lignicola werden als gallertförmige Verdickungen der äusseren Sporenhaut aufgefasst. Die Abbildungen geben vergrösserte Durchschnitte und Umrisse der Perithecien (Vergr, 20—90) mikroskopische Ansichten der Schläuche, Paraphysen, Sporen und Haar- büschel (Vergr. 250 und 500), Conidienbildung ist von S. curvula beschrieben und ab- gebildet. 159a. In den cit. Mykol. Notizen (10) stellt W. es als wahrscheinlich hin, dass S. lignicola Fckl. identisch ist mit Sphaeria caudata Currey. IGO. G, V. Niessl. lieber Sordaria appendiculata Auwd. und S. curvula De By, (Hedwigia 1873, No. 11, S. 171-163.) Verf. hält S. appendiculata Auwd,, die er in „Beiträgen zur Kenutniss der Pilze" beschrieben als besondere, von S. curvula D, By, und S. fimiseda Ca,, et de Not,, ver- schiedene Art aufrecht. Von .letzterer unterscheidet sie sich durch kaum halb so grosse Sporen (26—28 gegen 52—60 Mik. 1.) sowie durch ein cylindrisches , durch einen Gallert- fortsatz auf das 2— Stäche der Sporenlänge verlängertes unteres Sporenanhängsel. 161. Charles B. Plowright. Fuckel's Classification of the Sphaeriacei, (Grevillea II. Nr. 15. S. 43—47.) Das von Fuckel in seinem Symbolae raycologicae befolgte System ist lediglich nach den in dieser Schrift enthaltenen Angaben wiedergegeben. 162. C. Cooke (Grevillea II. S. 62) fügt einige Bemerkungen hinzu, in denen er sich mit der Begrenzung der Gattungen und ihrer Trennung nur nach der Sporenform nicht ein- verstanden erklärt, 163. C. Cooke (Grevillea I, S. 143), Auf dem Hymenium der Peziza hemisphaerica Wigg fand C. schwärzliche Perithecien, einer Sordaria älinlich, gefüllt mit schwarzen Sporen. — Er erklärt den Parasiten wahr- scheinlich für eine Melanospora. (Siehe unter Ceratostoma Helvellae.) 164. G, Gibelli e L, Griffini, Sul Polimorfismo della Pleospora herbarum Tul. (Ricerche fatte nel labor. di Bot. crittog. in Pavia 40 S. u. 5 Taf.) Das Resultat vorsichtiger Culturen in einer feuchten Kammer war, dass sich ein so mannichfaltiger Polymorphismus, wie ihn manche Autoren für Pleospora herbarum angenom- men haben, nicht beweisen liess. Mucorineen oder Penicillium gingen aus den Culturen nie her- vor, selbst der Formenkreis, welchen Tulasne's für PI. herb, annehmen, schien noch zu weit umgrenzt, ^enn selbst Cladosporium herbarum, welches so constant der Pleospora vorhergeht, wurde in den Culturen aus den Peritheciensporen nicht erzielt. Dagegen ge- lang es den Verf. aus den Schlauchsporen in der geschlossenen Kammer Perithecien und einige Nebenfruchtformen zu erziehen, Sie kamen dabei zu dem Resultat, dass die bis- herige Pleosp. herb, aus 2 verschiedenen Species besteht, als PI. Sarcinulae und PI. Alter- nariae bezeichnet. Bei der ersteren findet sich eine Conidienfruchtform , die bisher als Macrosporium sarcinula beschrieben war, ausserdem eine Pycnidenform, in den Formenkreis der letzteren gehört mit Sicherheit Alternaria tenuis als Conidienfruchtform. — Epicoccum wurde häufig cultivirt, der Nachweis, dass es Macroconidien von Pleo« ppora darstelle, lies sich nicht führen. Neu aufgestellte Arten. Rosellinia aspera Hazslinsky (18 S. 3.) Mycelium toriüosiiin superficiale, maciilare, dendritice effiguratum, atrum. Perithecia scaberrima, atra. Asci lineares octo- spori, paraphysibus simplicibus obvallati. Sporae universales simplices, demum opacae, 0,012—0,013 er., 0,019—0,02 Mm. 1. — In thallo Aspiciliae cinereae. R. horrida Hazs. (Ds. S. 5.) Peritheciis liberis, dense aggregatis pseudopa- renehymati carbonaceo fragili contextis, rugulosis, aculeatis. Protosporis ovalibus achloris. Asci lineares 0,120—0,115. Mm. longi, 0,015—0,016 lati. Sporae oblougae, fuscoatrae, sim- plices oblique monostiche ordinatae , denique seriatim erumpentes , 0,018—0,025 longae 0,01—0,013 crassae. — In ramis Vitis. Pleospora Echinops Hazs. (Ds. S. 4.) Perithecia hirta, in mycelio torula- (60 subepidermali atrofusco. Asci Bspori, 100—120 Mik. 1., 12—15 er. Sporae ovatae rarius ovales vel oblongae utrin'que obtusissimae , tetrablastae flavofuscae, 16—20 Mik. 1., 8—10 lat. Crescit in consortio mycelii in Macrosporia Periconias Clado-sporia et Torulas evohito quod qua apparatum conidiopborum Pleosporae huic, per analogiam, tribuere licet. — An Verbascum-Stengeln. Didymosphaeria alpina Hazs. (Ds. S. 5.) Perithecia adnata, libera, sparsa, minima, rugosa, Ascis linearibus oetosporis. Sporis monostiche ordinatis, ovalibus, diblastis fuscoatris 0,025 Mm. 1., 0,007 lat. Paraphysibus simplicibus, 0,0025 er. — Au Rinde von Mughus, M y r m e c i u m 1 o p h i o s t o m u m Hazs. (Ds. S. 7.) Mycelium evolvitur passira in stromata atra, carbonacea, hemisphaerica , Perithecia in singulo stromate 3-multa, sim- plici, duplici immo et triplici Strato insuper posita. Asci lineares, octospori, paraphysibus septatis obvallati. Sporae ovales obtusissimae, diblastae, uigro-fuscae 0,022 longae 0,012 er. Peritheciorum ostiola maxima, obovata, compressa lophiiformia , radiatim circa columellam disposita, rima radiali dehiscentia. — In ramis siccis. Preussia Kunzei nov. sp. Fuckel (14 S. 18.) Von P. funiculata Fckl., durch die sehr harten hornartigen Perithecien und die kleineren Schläuche (56 Mik. lang, 16 breit) und Sporen (24 Mik. lang, 7 breit) unterschieden. — Von Kunze bei Eisleben an einem faulen Strick aus Hauffasern gefimden. Ascospora Scolopendrii n. sp, Fuckel. (Ds, S. 19.) Peritheciis hypophyllis in maculis discoloribus , indeterminatis gregariis, tuberculiformibus, epidermide tectis, pro ratione media magnitudine; fuscis, subdiaphanis, membranaceis , vertice applanatis, deraum perforatis prominulisque cirrhis candidis expulsis; ascis obovato-clavatis, substipitatis poly- sporis, extus reticulato-spihulosis, 48 Mik. 1., 24 er.; sporidiis cylindraceis, minutissimis non mensurabilibus, hyalinis, — An Silopendrium offic. in Graubündten. — Nach Verf. werden die reifen Schläuche ausgestossen, — Sphaerella Populi Fuckel. Peritheciis hypophyllis, plus minusve dense gre- gariis seu subsparsis, per epidermidcm erumpentibus, demum semiliberis, pro ratione media magnitudine, globoso-conicis, papillatis, perforatis, opaco-nigris ; ascis fasciculatis , inferiori parte latiori, in stipitem contracta, superiori parte angustiori, obtnso-conica, 8sporis, 88 Mik. 1., 22 Mik. er.; sporidiis farctis, oblongis, rectis, utrimque obtusissimis, inaequaliter didymis, sed ad septum non constrictis, hyalinis, usque ad 38 Mik. 1., 6—7 Mik. er. — An Blättern von Populus nigra, Sphaerella Vulnerariae Fckl,, I. Fungus conidiophorus : Cercospora radiata Fckl. II, Fg. spermogonimn : Ascochyta Vulnerariae Fckl., III. Fung. ascophorus: Perithe- ciis ascigeris demum in foliorum marcescentium aridorumque pagina superiori ortis, ple-. ruraque greges densas, plus minusve laxas, orbiculares oblongasve, nigras formantibus, sin- gulis globosis, obtusis, demum semiliberis, perforatis, nigris; ascis fasciculatis, oblongis, curvatis, substipitatis, 8 sporis, 48 Mik. 1,, 12 Mik. er.; sporidiis subdistichis, fusiformibus, rectis, inaequaliter biloculatis, guttulatis, hyalinis, 16 Mik. 1., 4 Mik. er. — An Anthyllis Vulneraria. Sph. Adoxae Fckl., Fung. conidiophorus: Fusidium Adoxac ßabh. ~ Fung. Kke. 127 spermog: Septoriam exhibens. — Peritheciis sparsis subgregariisque, quandoque in maculis exaridis, demum liberis, aterrimis, obtuso-conicis, basi applauato adnatis, miuutis, ostiolo obtuso, perforato; spermatiis cyliudraceis, plcrunique rectis, 2—3 loculatis, hyalinis, 32— 3G Mik. 1., 4 Mik. er. — An Adoxa Moschatellina. Sph. angulata Fckl., Peritheciis liypopliyllis , dense gregariis, gregibus inter foliorum nervös primarios maculas angulatas, a nervis limitatas, nigras formantibus, minutis, globoso-conicis, sub epidermide natis, demum subliberis, perforatis, laevibus; ascis fascicu- latis, subcylindraceis, sessilibus, plerumque curvatis, Ssporis, 40 Mik. 1., 8 Mik. er.; spori- diis distichis, lanceolato-clavatis, continuis, plerumque curvatis, hyalinis, 12 Mik. 1., 2 Mik. er. _ An Blättern von Berberis v. Sph. ferruginea Fckl., Fungus eonidiophorus : Cereospora ferruginea Fckl. — F. stylosporiferus Phoma referens. Peritheciis sparsis, subsuperficialibus, in caespitibus fungi conidiophori foliorum marcescentium ortis, trii)lo majoribus ut ascophora, ovato-glo- bosis, atris, vertice pilis paucis concoloribus, perithecii longitudine, in acumen connatis instructis; stylosporis cylindraceis, subrectis, continuis, hyalinis, G Mik. 1., 12 Mik. er. — A. Artemisia vulgaris. Sph. Myricariae Fckl., Peritheciis in foliorum marcescentium aridorumve pagina inferiori, gregariis, proratione majusculis, semiimmersis et basi globosa a foliorum substantia decolorata elevata einctis, parte libera lato conica, aterrima, demum perforatis; aseis tenuiter stipitatis, tunica crassa, oblongis, saepe curvatis, Ssporis, 80 Mik. 1., 12 Mik. er.; sporidiis distichis, ovato-oblongis , paullulo-curvatis, ntrinque obtusis, uniseptatis, ad soptum con- strictis, loculis 1—2 guttulis majusculis, hyalinis, 20 Mik. 1., G Mik. er. — An Myricaria germanica. S. (?) lacustris Fckl., Peritheciis sub epidermide nidulantibus , erumpentibus, gregariis, majusculis, 1 Mm. diam., globosis, seu subcompressis, nigris, vertice obtusis, ap- planatis, nitidis, demum perforatis ; ascis oblongis subsessilibus, 8sporis, 72 Mik. 1., 12 Mik. er.; sporidiis distichis, oblongis, utrimque subobtusis, rectis, 1—2 septatis, ad septa eon- strictiSj loculis uniguttulatis, hyalinis, 14 Mik. 1., 5 Mik. er. — An Typha augustifolia. Pleospora Libanotis Fckl., Peritheciis gregariis sparsisve, demum totis liberis, pro ratione magnis, globosis sed vertice parum depressis, minute papillatis, aterrimis ; ascis elongatis, stipitatis, Ssporis; sporidiis monostichis, oblongo-fusiformibus, rectis 3-septatis, ad septa non, vel parum constrietis, pallidc flavis, 20 Mik. 1., 8 Mik. er, — An Libanotis montana. Trichosphaeria Peltigerae Fckl., Peritheciis sparsis plerumque in macula dealbata, minutissimis, aterrimis, conicis, basi lata applanata sessilibus, vertice paucitrichis, trichis rectis, concoloribus, perithecio triplo brevioribus; aseis oblongis, utrimque attenua- tis, Ssporis, 68 Mik. 1., 16 Mik. er.; sporidiis imbricato-distichis, oblongis, utrimque obtusis, 3 septatis, ad septa pauUulum constrietis , hyalinis , 20 Mik, 1., 7 Mic. er. — Auf dem Thallus von Peltigera canina. Herpotriehia Sehiedermayeriana Fckl., Peritheciis inferiori parte pilis ramosis, septatis, strictis, rigidis, repentibus, longis, fuscis obsitis et quasi subieulo iusi- dentibus, demum totis liberis, dense gregariis, ovatis vel obtuso-conicis, 1 Mm. er., VJ2 Mm. altis., superiori parte subglabris, fuscis, vertice circum ostiolum perforatum pallide sordidis rubellisve mox depressis; ascis clavatis, longa stipitatis, Ssporis, 120 Mik. 1., IG Mik, er.; sporidiis distichis, fusiformibus, jjarum curvatis, 1 — 3 septatis, ad septum intermedium valde constrietis, loculis uniguttulatis, utrimque appendiculis minutis, globosis, mox evanescenti- bus, totis maturis flavis, 32 Mik, 1., 8 Mik, er, ; paraphysibus tiliformibus. — An Sambucua nigra. Lasiosphaeria depilata Fckl,, Peritheciis totis superficialibus, gregariis spar- sisve, ^J2 Mm. diam., globosis, sed antice obtuse conieis, extus opaeo fusco-nigris , subtilis- sime tuberculatis, pilis totis deficientibus, ostiolis distinctis, nitidis, papillaeformibus , per- foratis ; ascis elongato-clavatis, in stipitem attenuatis, plerumque arcuatis, Ssporis, 224 Mik. 1., 12 Mik. er,; sporidiis imbricato distichis, cylindraceis seu subfusiformibus, utrimque 138 Pilze- obtusis, parum curvatis, 5— Tseptatis, localis 1—2 guttulatis. dilutissime fuscis, 80 Mik. 1., 6 Mik. er. — An Pinus Abies. Massaria marginata Fckl. , I. Fiingus stylosp. : Seiridium marginatum (Fr.), II. Fung. ascoph. Peritheciis sub epidermide pustulatim turgida nidulantibus , plerumque sparsis, raro subconfluentibus , media magnitudine, subglobosis, nigris, glabris, ostiolis minutissimis . papillatis, atris, epidermide fissa emersis; ascis cylindraceis , subsessilibus, octosporis, 162 Mik. 1. (pars sporif), 12 Mik. er.; sporidiis oblique monosticbis, oblongis, rectis seu parum curvatis, utrinque obtusis, Sseptatis, ad septa parum eonstrictis, fuscis, zona hyalina, tenuissima eircumdatis, 24 Mik. 1., 8—10 Mik. er.; parapbyses filiformes, nummerosae adsunt. — An Rosa canina. Fig. 6, Sporid. M. gigaspora Fckl., Peritbeciis sub epidermide nidulantibus, sparsis vel 2—3 aggregatis, majusculis, epidermidem pustulatim intumescentibus, globosis, nigris, nucleo sordido; ostiolo minutissimo, papillaeformi , in disculo minuto, nigro; ascis elongato-amplis, saccatis, sessilibus, 8sporis, 272 Mik. 1., 68 Mik. er.; sporidiis plerumque in asci superiori parte 4 et inferiori parte 4 positis, conglobatis vel monosticbis, hujus generis maxirais, oblongo-ovatis. utrimque obtusis, perparum curvatis, Sseptatis, ad septa non eonstrictis, loculis uniguttulatis, zona angusta, hyalina eircumdatis, dilute umbrinis, 96 Mik. 1., 28 Mik. er.; paraphysibus numerosis, angustc filiformibus, asci brevioribus. — An Acer campestre. — Fig. 7, Sporid. Lopbiostoma appendiculatum Fckl. Peritbeciis plerumque dense gregariis 1 Mill. diam. rostris valde variis; arcis oblongis, stipitatis, 8sporis, 116 Mik. 1., (pars sporif.) 16 Mik. er.; sporidiis inaequaliter distichis, fusiformibus, curvatis, 5—7 sep- tatis, ad septa eonstrictis, loculis uniguttulatis, fiavo-fuseis, utrimque subtilissime, sed eou- stanter appendiculatis , appendiculis hyalinis, globuliformibus vel fasciculatis, 32 Mik. 1., 8 Mik. er.; parapbysibus filiformibus , simplieibus. — Fig. 8 Sporid. — Auf Holz von Salix. L. cespitosum Fckl. Peritbeciis plerumque 3 — 10 in cespitibus laxis, in cortice interiore nidulantibus, 1 Mill. latis; ascis oblongis, in stipitem longum, basi globu- loso eontractis, 8sporis, 96 Mik. 1. (pars spor.), 12 Mik. er.; sporidiis suboblique monosti- cbis, oblongis, rectis, oseptatis, loculis uniguttulatis, locuto sccundo latiori, ad septa eon- strictis, flavis, 20 Mik. 1., 8 Mik. er. — Fig 9 Sporid. — An Crataegus Oxyacantha. L. pusillum Fckl. Peritbeciis sparsis, sub foliorum epidermide nidulantibus minutissimis; ascis substipitatis, cylindraceis, Ssporis, 69 Mik. 1., 16 Mik. er.; spori- diis oblique monosticbis, fusiformibus, curvatis, zona distincta hyalina eircumdatis, 3sep- tatis, ad septum intermedium valde eonstrictis, loculis binis ultirais obtuso-eonicis, interme- diis subrotundis, inaequicrassis , loculis guttulatis, hyalinis, sine zona 24 Mik. 1.. 6—7 Mik. er. — Fig. 37 sporid. — An Bl. von Calamagrostis Epigejos. Melanomma fissa Fkl. Fungus eonidiophorus conidiis elavatis seu subpyri- formibus, rectis, 5—6 septatis, umbrinis 38—44 Mik. 1., 12—14 Mik. er. — Peritheciis 8 basi globosa in ostiolum conicum attenuatis sporidiis oblongo-ovatis, rectis, 3septatis, fuscis, 16 Mik. 1., 6 Mik. er. — An Ulmus eampestris. M. sparsa Fckl. Peritheciis glabris, papilla minuta, sporidiis distichis, oblongo- fusiformibus, subcurvatis, 3 septatis, ad septa parum eonstrictis, fuscis, 20 Mik. I., 5 Mik. er. — Auf Tannenholz. Teichospora obtusa Fckl. Fungus pycnidium ut in Teichospora brevirostri, sed stylosporis minoribus. — Peritheciis ascigeris semiliberis, depresso-globosis ascis Ssporis H4 Mik. 1., 16—18 Mik. 1.; sporidiis oblongo-ovatis, rectis, obseure inaequali- ter didymis, 6— 8 septatis muriformibusque, aureo-flavis, demum fuscis 24 Mik. 1., 10 Mik. er. Auf faulendem Tannenholz. Gibbera Buxi Fckl. Peritheciis ascigeris minutissimis violaceo-nigris ; ascis 82 Mik. 1., 10 er.; sporidiis oblongo-ovatis, rectis, utrimque obtusiusculis, uniseptatis, ad septum perparum eonstrictis hyalinis, 12 Mik. 1., 8 Mik. er, — An Buxus sempervirens, Cucurbitula Myricariae Fckl. Peritheciis fungi stylosporiferi subglobosis, fuscis, stylosporis plerumque ovatis, rotundatis, subellipticisve , continuis, raro unisep- tatisj fuscis 10 Mik., 1. 4~G er. — Peritbeciis ascigeris ovato-globosis , ascis 88 Mik* Pilze. 129 i., 8 er.; sporidiis forma in eodem asco valde variabili , . ., continuis, fuscis, 10 Mik. L, 5—8 er.; paraphysibus filiformibus. — An Myricaria germanica. Sphaerostilbe caespitosa Fckl. Fungis conidiophoris , stipitibus 1 lin. alt, virescentibus, hirtis, globulo terminali candido; conidiis ovatis , continuis hyalinis 8 Mik. 1., 6 er. — Peritheciis ascigeris . . . sanguineis, . . . ascis . . 96 Mik. 1., 10 er., sporidiis ovato- fusiformibus, rectis, 1 septatis, hyalinis 16 Mik. 1., 6 er. — Auf Rinde von ülmus eampestris. Cryptospora liphaemoidesFekl. Leucocouidiis oblongo-ovatis , hyalinis, reetis, 6—10 Mik. 1., 3—4 er. — Peritheciis in stromate ferrugineo majusculis ascis 48 Mik. 1, 10 er.; sporidiis fusiformibus, curvatis, utrimque acute appendiculatis uuiseptatis 16—18 Mik. 1., 3—4 er. hyalinis — der C. liphaema sehr nahe stehend. — Auf Castanea vulg. Valsa sepineola Fckl. Spermogoniis latocouicis, labyrinthiformi-loculatis ; sper- matiis eylindraceis , curvatis, 6 Mik. 1., 1^2 er. Peritheciis ascigeris... eircinantibus, ascis 4sporis, 50 Mik. 1., 8 er., sporidiis eylindraceis, ciu-vatis, continuis, 20—22 Mik. 1., 4 er. — Auf Eosa rubiginosa. Steht der V. salicina Tul. selu- nahe. Valsella adhaerens Fckl.... ascis polysporis 54 Mik. I., 6—7 er., spoii- diis eylindraceis, continuis, parum curvatis, hyalinis, 6 Mik. 1., 1 er. — An Betula alba. Dia p ort he Quere us Fckl. Stromate nigro in cortice interiore late effuso. Peritheciis in cortice interiore nidulantibus , minutis . . .; aseis 44 Mik. 1., 8 er.; sporidiis fusiformibus, rectis, 4 guttulatis, hyalinis, 12 Mik. 1., 5 er. — An Quercus. D. insignis Fckl. Stromatibus sub corticis epidermide cffusis, ambitu parenchy- mateque interiori linea nigra distincta eircumscriptis . . .; spermogoniis pustulaeformibus . . .; spermatiis oblongis, hyalinis, 8—10 Mik. 1., 4 er.; peritheciis ascigeris in stromate corticis parenehymatis interioris nidulantibus . . .; ascis 48 Mik. 1., 8 er.; sporidiis lato fusiformibus, parum curvatis, in medio non co'nstrictis , hyalinis 12 Mik. 1., 4—5 er. — An Rubus fruticosus. D. carpinicola Fckl. Spermogoniis tuberculaeformibus .. . spermatiis lato-fusi- formibus, uniseptatis, 2—3 guttulatis, rectis 10—12 Mik. 1., 5 er.; peritheciis ascigeris nu- merosis . . . ostiolis vix prominulis . . ascis 80 Mik. 1., 8—10 er.; sporidiis fusiformibus utrimque acutis, primo 4 guttulatis, demum uniseptatis, ad septum parum constrictis, 16 Mik. 1., 4—5 er. hyalinis. — An Carpinus. D. multipunetata Fckl. Peritheciis sub epidermide nidulantibus . . .ostiolis de- mum prominulis; ascis eylindraceis 108 Mik. 1., 8 er.; sporidiis oblongo-ovatis, utrimque obtusis, uniseptatis, ad septum constrictis, pallide fuscis, 16 Mik. 1., 8 er. — An Corylus Avellana. D. geographica Fckl. Stromatibus illis D. controversae similibus peritheciis spermatiiferis immmersis, minutis, globosis; spermatiis 10 Mik. 1., 3 er. — Peritheciis asci- geris in stromate sordido profunde immersis, globosis . . . ascis 64 Mik. 1., 8—9 er.; spo- ridiis fusiformibus, 4 guttulatis, uniseptatis. hyalinis, 10—12 Mik. 1., 4—5 er. — An Sy- ringa vulgaris. D. ambiens Fckl. Stromatibus late effusis; peritheciis spermatiiferis in stromate nidulantibus . . . spermatiis oblongis hyalinis, 8—10 Mik. 1., 4 er.; perith. asc. nond. inven. — An Cerastium triviale. Dothidea Hippophaes Fckl. Doth. Frangulae similis, sed stomatibus plerum- que minoribus ; ascis 94 Mik. 1., 16 er.; sporidiis oblongo-clavatis , rectis curvatisque, utrim- que subattenuatis, inaequaliter didymis, ad septum constrictis, hyalinis, 24—30 Mik 1., 8 er. — An Hippophae Rhamnoides. Melanops ferruginea Fckl. Stromatibus primo subcorticalibus , demum liberis, 1—4 unc. long., 1—2 lin erass. — peritheciis in stromatis superiori parte immersis, inordi- nate dispositis . . . rostris 4—5 gouis; aseis 144 Mik. 1., 12 er. sporidiis oblongo-ovatis, con- tinuis, rectis, hyalinis 20 Mik. 1., 8 er.; paraphysibus linearibus. — An Alnus glut. Calosphaeria parasitica Fckl. Peritheciis laevibus . . . ascis Ssporis 24 Mik.1., Botanischer Jahresbericht I. 9 130 Pilze. 5 er*/ sporidiis cylindraceis, contlntiis, curvatig, hyalinis 5 Mik. 1., ca 1 er.; pseudo-para* physibus longissimis , articulatis, — An Fagus s. auf Quaternaria Persoonii. Sordaria aloides Fckl., Sordaria minuta Fckl., S. Sordaria papyricola Winter, ) Siehe Nr. 159. — S. decipiens. Winter, S. setosa Winter, Pleospora hyperborea Fckl. (1). Peritheciis punctiformibus, semiimmersis ; ascis Ssporis, 60 Mik. 1., 24 er. ; sporidiis oblongis, rectis, 3 septatis, ad septum intermedium constrictis, flavo-fuscis, 24 Mik. 1., 8 er. — An Andromeda tetragona L. — Stannon-Insel 751/2" n. Br. Pleosp. arctica Fckl. T. conidioph. Cladospora exhibens. — Peritheciis media magnitudine, ascis Ssporis 132 Mik. 1., 36 er.; sporidiis oblongo-ovatis , medio constrictis, 6—7 septatis muriformibusque, primo hyalinis, postremo atro-olivaceis, 28 Mik. 1., 14 er. — An Epilobium latifolium. Pleosp. paucitricha Fckl. Peritheciis minutissimis; vertice pilis paucis, bre- vibus obsitis; ascis Ssporis, 112 Mik. 1., 34 er.; sporidiis oblongo-ovatis, utrimque obtusis, rectis, 5 septatis muriformibusque , medio constrictis, fuscis, 34 Mik. 1., 13 er. — An Bl. V. Salix arctica. Pleosp. Dryadis Fckl., ascis 88 Mik. 1.. 32 er.; sporidiis oblongis, utrimque obtusis, uniseptatis, ad septum constrictis, primo hyalinis, deraum flavo fuscis, 30—32 Mik. 1., 12 er. — An Bl. v. Dryas octopetala. Sphaeria nivalis Fckl., ascis Ssporis, 94 Mik. 1., 20 er.; sporidiis conglobatis subdistichisve, oblongis, imaequaliter didymis, utrimque obtusis, ad septum parum constric- tis, hyalinis, 20 Mik. 1., S er. — An Epilobium latifolium. Sph. arctica Fckl. Peritheciis in macula cinerascente, globoso-conicis, ascis 72 Mik. 1., 17 er., sporidiis imbricato-distichis, oblongis , utrimque parum attenuatis, rectis, uniseptatis, ad septum constrictis, hyalinis, 24 Mik. 1., 8 er. — An Poa caesia. Ceratostoma foliicolum Fckl. Peritheciis Gnomoniarum habitu; sporidiis globosis, episporio laevi, luteolo, 8 Mik. diam. — An Salix arctica. Sphaeria (Ceratostoma) crinigera Cooke (2 S. 156). Peritheeien kuglig, Mündungen stachelf., Schläuche cylindrisch. Sporen einreihig, elliptisch, mit 3 Scheide- wänden, farblos, 0,01—0,0125 Mm. i. Dchm. — Auf Kiefernholz. c^ Ceratostoma Helvellae Cooke. (2 S. 175.) Peritheeien häutig, blassbraun, anfangs halb eingesenkt, Hals kaum so lang als die Peritheeien in einen Kranz von Haa- ren endend. Schläuche keulenf., bald verschwindend. Sporen citronenf., einfach, dunkel- braun 0,0009—0,0001 (wohl 0,001 R.) Zoll lang, 2/3 so breit. — Auf dem Hymenium von Peziza hemisphaerica. Chaetomium griseum Cooke. (Ds.) Grau; Haare lang, eingerollt, schwach und sehr wenig septirt. Schläuche keulenf., Sporen citronenf., farblos, 0,013—0,017 Mm. 1., 0,006—0,009 Mm. 1. — Auf Lumpen und Papier. Chaetomium funicolum Cooke. Peritheeien schwarz; Haare des Scheitels sehr lang, gabelig oder einfach, aufrecht, spitz, schwarz. Sporen citronenf., schmutzig braun. — Kleiner als Ch. elatum. Sporen halb so gross. — Auf Garn. Chaetomium rufulum B. et Br. (6.) Peritheciis subglobosis, eximie cellulosis, rufülis, e mycelio tenui oriundis; ascis brevibus obtusis; sporidiis octonis, globosis, granu- latis, biseriatis. Ch. glabrum Berk. (Ds.) Schläuche linear, Sporen kuglig, einreihig, glatt, 0,0005 Zoll i. Dchm. Pleospora Rudbeckiae Kirchner. (24 Nr. 858.) Sporidia fusiformia, medio constricta, flavescentia, 40 Mik. 1., 5 er. — An Rudbeckia amplexicaulis. Pilze. 131 Eliaphidospora Betonicae Kirchner. (Ds. Nr. SGI.) — An ßetonica hirsuta. Sphaeria Echii Kirchner. (Ds. Nr. 868.) Ascis 40 Mik. 1., 15 er.; spor, ohovato- oblongis, simplicibus hyalinis. — An Echium vulgare. Sphaeria Eupatorii Kirchner. (Ds. Nr. 858.) Ascis 80 Mik. 1., 12 er. — An Eupator. can. Sphaerella Cicutae Kirchner. (Ds. Nr. 964.) — An Cicuta virosa. Dothidea Araorphae Rabenhorst. (22 Nr. 1628.) Stromate pulvinato, orbicu- lari vel oblongo, extus intusque atro; ascis octosporis; sporis inaequali-bilocularibus ; cel- lula superiore 0,008 Mm., infer. 0,005 1. — An Zweigen von Amorpha frut. Cucurbitaria nigrella Rabenhorst, (Ds. Nr. 1629.) Asci 0,0080 Mm. 1., 8spori; sporae melleae, obovato-oblongae, triseptatae, ad septa plus minus coustrictae, loculo penul- timo latiore, 0,005 Mm. er. , quadruple longiores. — An abgest. Stengeln von Brassica Rapa. Sphaeria involucralis Passerini. (Ds. Nr. 1632.) Pyrenia erumpentia nigra sparsa. Asci clavati, Sspori, sporae fusiforraes endoplasmate quadripartito, tandem 3sep- tatae. Paraphyses copiosae ascorum longitudine. — Sphaerella echinophila certe diversa. — An Kastanienhüllen. Melogramma Jackii Rabeuhorst. (Ds. Nr. 1633.) M, sporis fusiformibus curvatis achrois, plerumque triseptatis. — An Zweigen von Cytisus Laburnum. Sphaerella arenosa Rehm. (26) ohne Diagnosen. Melanconis alniella R., Melanomma rhododendri R., Rhaphidospora compressa R., Rhaph. Echii R., Leptorrhaphis acerina R. Pleospora Sarcinulae Gibelli et Griffini. (164.) PI. herbarum pr. p. Co- nidia = Macrosporium Sarcinula. Pleospora Alternariae Gib. etGrif. (Ds.) Conidia exacte Alternarium tenuem Nees. ref. 3. Anhang. Protomycetes. Hyphomycetes. Tuberctdarini. Cytisporei. Sphaeropsidei. Protomycetes. Neu aufgestellte Arten. Protomyces Calendulae Oudemans (8 p. 42). Maculae pallescentes, orbicu- lares sporae conglomerationes sistunt cellularum globosarum, laevium, achromarum. Color sporarum vulgo non mutatur, si nonnullas leviter fuscescentes excipias. Diameter 0,012—0,015 Mm. — An Blättern von Calendula officinalis. Protomyces Ari Cooke (2 p. 7). Sporen in länglichen Flecken, vereinigt in dem Gewebe der Blätter und Blattstiele, immer bedeckt, kughg, einfach, braun, Endochrora körnig, Epispor glatt. — An Blättern und Blattstielen von Ai'um maculatum. Mai. Protomyces Limosellae Kunze (22 Nr. 1694). Acervulis dense gregariis, fuscis, sporis angulato rotundatis, pallide tuteolis 10 Mik. 1. — An Limosella aquatica. Protomyces? filiciuus Niessl a. int. (ds. Nr. 1659) an Polypodium Phegopterig. 9* 133 P^^2!e. nyplioiiiyeetes etc* 165. M. C. Cooke. Two British moulds (Grevillea I. 1873, S. 184). Verticillium agä- ricinum (Bon.), gleich Trichotliecium agaricinura Bonorden und Oedocephalum roseum Cooke n. sp. Neu aufgestellie Arten. Oedocephalum roseum Cooke. (165.) Kosenroth. Ausgebreitet oder in kleinen punktförmigen Rasen. Fäden gleich dick, Kopf fast kuglig. Sporen eiförmig oder ellip- tisch, an einem kleinen Spitzchen angeheftet. — Auf Papier und Lumpen. Volutella roseolum Cooke. (2 S. 20.) Der ganze Pilz rosenroth. Stiel ge- trennt, Stroma kuglig, oben mit stumpf cylindrischen Sporen bedeckt, umgehen von langen, biegsamen, septirten, zugespitzten hyalinen Borsten. — Auf Bilbergia. Cytispora. capitata Fuckel. (1.) (Valsae nov. sp. Form, spg.) Spermatiis cylindrac, curvatis, continuis hyaliuis, 8 Mik. 1., 1 er. — An Salix arctica. Phoma Drabae Fuckel. (1.) (Sphaeriacearum n. sp. form, pycnoph.) Stylo- sporis angustissime fusiformibus , curvatis, continuis, hyalinis, 22 Mik. 1., 2 er. — An Draba sp. Rhizomorpha arctica Fuckel. (1.) Stromate adnato, crustoso vel tenuissime effuso, fusco; peritheciis globosis; sporidiis fusiformibus, fuscis 12—14 Mik. 1., G— 8 er. — Au Salix arctica. Berkeley: Notices of North- American Fungi. Grevillea II. Seite 69. 375. Phoma longipes B. et C. Subcorticale, gregarium; sporophoris multoties sporis minutis breviter oblongis longioribus. — A. Morus rubra. — Car. Inf, S. 81. 376. Ph. macropus B. et C. Subcuticulare , peritheciis sparsis; sporophoris flexuosis sporis oblongis 5—6 longioribus. 377. Ph. Peters ii B. et C. Erumpens, demum superficiale, hysteriiforme in lignum deal- batum situm, sporis ellipticis, binucleatis. — Alabama. 378. Ph. citrulli B. et C. Deplanatum superficiale, sporophoris sparsis fusiformibus bi- trinucleatis brevioribus. — Auf Melonensamen. — Car. Inf. 379. Ph. cucurbitale B. et C. Sparsum deplanatum nitidum; sporis breviter oblongis binucleatis minutis. — An Melonensamen. 380. Ph. ampelinum B. et C. Subcuticulare hysteriiforme, sporis fusiformibus. — An Weinstöcken. — Penns. 881. Ph. palleus B. et C. Subcuticulare hysteriiforme; sporophoris sporis utrinque apicu- latis sub-aequalibus. — An Weinstöcken. — Penns. S. 82. 382. Ph. uvicola B. et C. Irreguläre cuticula auguste cinctum, sporis oblongis. — An Weinbeeren. — Car. Inf. 383. Ph. confluens B. et C. Maculis elevatis marginatis, peritheciis confluentibus ; sporis brevibus. — An Weinstöcken. 384. Ph. ustulatum B. et C. Maculis helvolis, peritheciis punctiformibus; sporis utrinque attenuatis. — An Weinblättern. 385. Ph. Phytolaccae B. et C. Subcuticula dealbata oriundum; sporis fusiformibus binucleatis. — An Phytolacca. — New Jersey. 386. Ph. helvolum B. et C. Macuhs helvolis definitis peritheciis minutis ; sporis minimis. — Texas. 387. Ph. melaleucum B. et C. Subcuticulare nitidum e macula albida oriundum, sporis oblongis. — A. Berberis. New Engl. — A. Magnolia. Penns. — A. Aralia. Alabama. Pilze. 133 388. Ph. mixtum B. et C. Subcorticale sero liberatum, sporophoris sporis utrinque api- culatis subaequalibus, processibus filiformibus apice curvatis intermixtis. — A. Lirio- dendroü. — Car. Inf. — A. Viburnum. Penns. S. 83. 389. Pb. maculare B. et C. Maculis orbicularibus brunncis immarginatis peritheciis irregularibus; sporis oblongis subcymbiformibus. — A. Diplopappus. — Alabama. 390. Phoma chartarum B. et C. Sparsam e subiculo tenero byssoideo oriundum, sporis minimis. 391. Ph. cinctum B. et C. Irreguläre . depressum materie alba cinctum, sporis oblongis angustis. — A. Ulmus Americana. — Car. Inf. 392. Leptothyrium Celastri B. et C. Superficiale orbiculare gregarium, sporis cylin- dricis. — A. Celastrum. — New Engl. 393. L. Lychnidis B. et C. Maculis pallidis; peritheciis punctiformibus ; sporis oblongis utrinque irregularibus. — A. Lychnis flos cuculi. — Alabama. 394. L. punctiforme B. et C. Sparsum minutum superficiale; sporis oblongis curvulis. — A. Erigeron. — Massachussets. S. 84. 395. Cryptosporium noveboracense B. et C. Peritheciis deplanatis fuscis sporopho- ris brevibus, sporis lunatis. — A. Abies. — New York. 396. Cr. Pini B. et C. Peritheciis papillaeformibus nigris; sporophoris triplo sporis angu- stis curvatis uniseptatis brevioribus. — A. Pinus. — New Engl. 397. Cr. filicinum B. et C. Nitidura hysteriiforme; sporophoris duplo sporis curvatis filiformibus brevioribus. — Alabama. Penns. 398. Sphaeronema echinatum B. et C. Peritheciis globosis; coUo longo processibus echiniformibus subverticillatis ornatum; sporis filiformibus curvatis. — A, Rhododen- dron. — New York. 399. Sphaeronema penicillatum B. et C. Peritheciis elongatis ventrieosis e basi orbiculari oriundis, collo longo penicillato. — Car. Inf. 400. Sph. metulaeforme B. Peritheciis fuscis metulaeformibus , collo breviore apice penicillato albo. — A. Coruus florida. — Car. Inf. 401. Sph. epiglaeum B. et C. Peritheciis globosis, collo cylindrico, — A. Tremella. Hendersonia Caricis Oudemans (8 p, 255). Difi'ert a Hendersonia elegante Berk., absentia pedicellorum, septis sporarum 5 vel 6 neque 6—8, harumque loculamentis omnino nucleo carentibus. — Auf Carex muricata. Hend. Typhae Oudemans (ds. p. 255). Perithecia nigra. Sporae e facie in- teriore peritheciorum prodeuntes erectae, fuscae, fusiformes, uua extremitate obtusa, altera (inferiore) acutata, 6 loculares, 0,05 Mm. longae, 0,007 Mm. latae. — Auf Typha angusti- folia. Piggotia atronitens Oud. (ds. p. 255). Maculae aterrimae quae sporulas minu- tissimas fovent. Hac sporae ad faciem^ internam peridermatis nigrefacti, locum perithecii partis dimidiae superioris tenentis, ope sterigmatorum . filiformium affixae sunt. Perithecii pars dimidia inferior deest. — A. Salix-Zweigen. — Affinis P. astroidea B. Br. Septoria Rhamni Oud. (ds. p. 256). Sporae lineares parum curvatae, achromae, continuae, mill longae 0,0012 '"-^''/looo Mm. latae. — An Blättern von Rh. Frangula. Gloeosporium Lychnidis Oud. (ds. p. 29). Sporae dejectae clavatae , 0,025 Mm. longae, 0,004—0,005 latae, una extremitate rotundata, altera truncata. — An Blättern von Lychnis diurna. Gl. Platani Oud. (ds. p. 258). Sporae sporophoris brevissimis suffultae, multi- formes, achromae, continuae, 0,014—0,02 Mm. longae, 0,003—0,004 Mm. latae. — An Blät- tern von Platanus occidentalis. Gl. Tiliae Oud. (Ds. p. 260.) Sporae ovali-oblongae, utrinque acutatae vel ob- tusatae, byalinae, achromae, continuae 0,009—0,014 Mm. longae, 0,003—0,004 latae. 134 IPi^e. Cylindrosporium Heraclei Oud. (Ds. p. 50.) Maculae pallescentes, sterigmata 0,05 Mm, longa, 0,002 lata, quorum singula conidium gerunt cuntinuum vel septatum, cylindricum, 0,012—0,025 Mm. 1., 0,004—0,005 lat. — An Blättern von Heracleum Sphon- dylium. Isariopsis carnea Oud. (Ds. p. 262.) Maculae nigrae. Ex iis in utraque folii pagina assurgunt stipites prlmitus achromi demum carnei, apicem versus in ramos nonnullos achromos flexuosos soluti. Sporae longae ca. 0,012, latae, 0,007 Mm. — An Blättern von Lathyrus pratensis. — Melasmia Berberidis Thümen u. Winter. (24 Nr. 261.) M. sporidiis longe stipitatis, breviter cylindraceis, curvatis. — An Blättern von Berberis vulgaris. CytisporaHyprophaes Thm. (24 Nr. 282). An Hypophae rliamn. — An Fg. spermog. Sphaer. Hyp. SoUm.? Septoria Hellebori Thm. (24 Nr. 898). An Helleborus niger. Phillosticta Calami Thm. (24 Nr. 900), An Acorus Oalamus. Septoria Althaeae Thm. (24 Nr. 995). An Althaearosea. Diplodia Linariae Rabenhorst. (22 Nr. 1640.) A. Linaria vulgaris. Diplodia Tomaricis Rabenh. (Ds. Nr. 1641.) Stylosp. 14— 16Mik. 1., 8— 10 er. - An erfrorenen Aesten von Tamarix indica. Depacea Piri A. Braun ad int. (Ds. Nr. 1653.) Auf Blättern von Pirus com- munis. Sphaeronema aemulans B. et Br. (6.) Peritheciis subglobosis, e mycelio parco oriundis; collo apice ciliato; sporis minutissimis. Monosporium saccharinum B. et Br. (Ds.) Hyphasmate gelatinoso, coffei- colori, e floccis brevibus erectis subclavatis; sporis obovatis, pallide coffeatis. Helminthosporium exasperatum B. et Br. (Ds.) Floccis flexuosis, sursum nodosis, fructiferis; sporis oblongis, utrinque obtusis, triseptatis. Dactylium implexum B. et Br. (Ds.) Floccis erectis, imijlexis; sporis sub- cyliudj'icis, basi apiculatis, apicalibus. D. melleum B. et Br. (Ds.) Strato tenui, melleo; floccis apice ramosis; sporae uniseptatae. D. Bennyi B. et Br. (Ds.) Floccis subtus parce ramosis, ramis apice ramulis clavatis coronatis; sporis ellipticis, uniseptatis. Verticillium aspergillus B. et Br. (Ds.) Floccis deorsum simplicibus vel rarius divisis, sursum attenuatis, apice repetitim furcatis. Polyactis galanthina B. et Br. (Ds.) Floccis sursum breviter ramosis, fuscis; ramulis sursum incrassatis; sporis obovatis, sessilibus, e spiculis elougatis oriundis. Oidium microspermum B. et Br. (Ds.) Pulvinulis regularibuSj ochraceo-cil- viuis, e floccis radiantibus furcatis; sporis subglobosis, concatenatis. Coemansia reversa v. Tieghem et Le Monnier. (14 S. 393.) Schwefelgelb. Fäden aufrecht, septirt, mit vielen in verschiedener Höhe entspringenden Seitenzweigen. Sporen an den abgeflachten Enden der Zweige, die dui'ch Querwände getheilt sind, abwärts hängend, spindelförmig. Torula Sambuci Fckl. (14 S, 77.) Acervulis atro-olivaceis ; conidiis 8 Mik. ]., fuscis. — An Samb. racemosa. Sporidesmium coronatum Fckl. Caespitibus olivaceis; conidiis elougato - cla- vatis plerumque 12-septatis 96 Mik. 1,, 8 er, olivaceis, Passalora microsperma Fckl, Acervulis velutiuis olivaceis; conidiis subcla- vatis, plerumque rectis loculo superiore ovato apiculato, inferiore obcouico 28 Mik. 1., 8 er. — An Blättern von Alnus incana. Helminthosporium fuscum Fckl. (14, S, 78.) Conidiis cylindraceis 3 septatis, 28 Mik. 1., 8 er. — An Ballota nigra. Pilze. 135 Arthrinium Sporophleoides Fckl. Acervulis opaco-olivaceis; conidiis quadri- fariis, fusiformibus, plenimque rectis 14 Mik.. 1., 6 er,; hyphis articulatis. — Au Carex- Arteu. A. sphaerospermum Fckl. (14. S. 79.) Conidiis plerumque subglobosis. fuscis 7—8 Mik. diam. — Au Blättern von Pbleum pratense. Peuicillium cinuabarinum Fckl. Acervulis immutabile cinnabarinis. — An Taubenkoth. Acremonium velutinum Fckl. Aehnlich wie A. Vacciuii , braun-oliveugrün. Sporen eiförmig, dunkel, 8 Mik. lang, 6 dick. — An Aesten von Carpinus. Trichodernia vulpinuni Fckl. (14. S. 80.) Sporidiis ocbraceis, globosis 4—5 Mik, diam. — An Fuchskoth. Stilbum candidum Fckl, Capitulis candidis; conidiis 5 Mik. 1., 21/2 er, Coryneum Vaccinii Fckl, (14. S, 81.) Conidiis lanceolato-subelavatis, 3septatis, flavis, 16 Mik. 1., 4 er, — An Vaccinium Myrtillus, Vermicularia Melicae Fckl, Sporidiis fusiformibus , curvatis, utrimque acu- minatis, 1 septatis, byalinis, 26 Mik. 1., 4—5 er. — Au Blättern von Meliea uniflora, Asteroma Impressum Fckl, (14. S, 82.) Peritbeciis (?) in foliis marcescentibus numerosis, miuutis, patellaeformibus. — Au Blättern von Tussilago Farfara. A, Ballotae Fckl. An Stengeln von Ballota uigra. Septoria Cardamines Fckl, Spermatiis verraicularibus, 60 Mik, 1,, 4—6 er. An Cardamine prat. Die bei den neuen Arten in Klammern stehenden Zahlen zeigen die Nummer des betreffenden Referats an. XII. Die Eritälirung niederer Organismeu. Referent: Ad. Mayer. 1, Verzeichniss der besprochenen Arbeiten. 1. 0. Brefeld. Mucor racemosus und Hefe, nebst einigen Bemerkungen zur Systematik der Pilze. Flora 1873. S. 385, 2. „ Untersuchungen über die Alcobolgährung. Landw.Jahrbücher III. S, 65. — Mit- tbeilungen der physikalisch-mediciniscbeu Gesellschaft zu Würzburg. 3. Bersch. Krankheiten des Weins. 1873. 4. Blankenhorn u, Moritz. Untersuchungen über den Eiufluss der Temperatur auf die Gährung, Anual, d. Oenologie Bd, III. S, 1, 5. J, Duval. Metamorphisme et mutabilite pbysiologique de certains microphytes sous l'influence des milieux; relation de ces phenomenes avec la cause initiale des fermentations; zymogencse intracellulaire, Comptes rendus 1873. 6. A. Fitz, Ueber alkoholische Gährung durch Mucor mucedo. Ber. d, d, ehem. Gesellsch. 1873. S. 48 und Annal. d. Oenologie Bd. HL S, 425. 7. Gunuing. Ueber Eigenschaften der Hefe. Maandbhatt vor Naturvetenskappen 2. Jakrg, S. 65 u. 105, Naturforscher 1873. S. 222. 8. W, Y. Knieriem u, Adolf Mayer. Ueber die Ursache der Essiggährung, Landw. Vers.-Stat. 1873. Bd, 16. S. 305. 9. Adolf Mayer, Ueber d, Einfluss des Luftzutritts auf die alkoholische Gähruug. Landw. Vers.-St. 1873. Bd. 16, S, 290. 10. S. Moritz. Ueber d. Einfluss verschiedener Gase auf den Verlauf der Gährung. Annal. d. Oenologie, Bd, III. S. 146. 11. Molnär, Ueber das Lüften des Mostes. Annal. d. Oenologie, Bd. IH. S. 245, 12. Meisen s, Einwirkung der Temperatur auf den Hefepilz des Biers, Comptes rendus 1872. 13. Neubauer, Lüftungsversuche. Annal. d. Oenologie. Bd, IH. S. 138. 136 Pilze. 4 14. Pasteur. Nouvelles experiences pour demoiitrer que le germe de la levftre, qui fait le rin, provient de l'exterieur des grains de raisin. Comptes rendus T. 75. P. 781. 15. Schiietzenberger et Quinquaudt. Sur la respiration des vegetaux aquatiques im- merges. Comptes rendus 1873. T. 77. P. 272. 2. Einleitung. In Bezug auf die Ernähi-ung der niederen pflanzlichen Organismen bestehen gewisse Besonderheiten, welche dieses Gebiet beinahe vollständig von der Lehre über Er- nährung der höheren, zumal der grünen Gewächse abtrennen. Die Bearbeitung desselben, die natürlich erst auf Grund der botanischen Kenntniss der betreffenden Organismen mög- lich, also neueren Datums ist, geschah auch immer gesondert von dem Studium der eigent- lichen Pflanzenernährung. Kaum dass einmal ein Forscher die hier vorhandene Kluft zu überbrücken versucht, und die Ernährungsvorgänge in den isolirten Zellen niedriger For- men als Elementarvorgänge betrachtet hätte, mit deren Hülfe eine allgemeine Pflanzen- ernährungslehre aufzubauen wäre. Damit in Zusammenhang steht, dass fast niemals niedrig stehende pflanzliche Organis- men an sich anf ihren Stoffumsatz geprüft worden sind, sondern dass sich derartige Ergeb- nisse mehr nebenbei, namentlich bei dem Studium derjenigen Gährungserscheinuugen, welche nachgewiesener Massen durch organische Formen veranlasst worden, finden lassen, indem in diesem Falle nach den jetzt herrschenden Anschauungen der ganze Gährungs- vorgang als sich ganz oder nahezu deckend aufgefasst werden kann, mit den Resultaten des Stoffwechsels des organisirten Zersetzungsfermentes. Unsere Berichterstattung fällt also zufällig fast zusammen mit einer solchen, wie sie über die Chemie der Gährungs- erscheinungen gegeben werden könnte, nur dass die Betrachtung von einem ganz andern Gesichtspunkt aus geschieht. 3. Die Ernährung niederer Organismen durch organische Substanzen. W. V. Enieriem and A. Mayer (Ursache der Essigbildung. Nr. 8.) haben in einer Arbeit, die im Wesentlichen als die bekannte Pasteur'sche Essigbildungstheorie*) bestäti- gend angesehen werden kann, gezeigt, dass die die Kahmhaut säuernder geistiger Flüssig- keiten bildenden Organismen, welche ohne genauere botanische Bestimmung den Bacterien zugezählt werden, ausser Alkohol keines weiteren organischen Substrates bedürfen, um sich zu vervielfältigen und damit die Essigbildung einzuleiten. Die Organismen gedeihen aber üppiger, und der Vorgange nimmt stärkere Dimensionen an, wenn ihnen statt Ammoniaksalzen auch stickstoffhaltige organische Substanzen , wie sie in Hefeabkochungen vorhanden sind, gewährt werden — ein Verhalten, das bekanntlich auch von Pasteur und Anderen an den alkohalischen Hefepilzen, sowie auch an den Essigbacterien beobachtet worden ist. Weiter ist noch von K. u. M. die Anwesenheit von einigen Procenten Essig- säure der Entwicklung der Essigbacterien günstig, ohne dass festgestellt wird, welcher Art der Einfluss dieses Ausscheidungsproductes auf die Organismen ist. — In das gleiche Kapitel gehören nach der Anschauung des Berichterstatters die Resultate einer Arbeit von Gonning (Eigenschaften der Hefe. Nr. 7), aus welchen hervorgeht, dass die Bier- hefe durch Behandeln mit Glycerin ihre Fermenteigenschaften fast ganz einbüsst und sie wiedergewinnt durch Zusatz dieses, stickstoffhaltige Bestandtheile des Hefepilzes in grosser Menge enthaltenden, Glycerinextractes. Dieser Fund erhält erst seine richtige Deutung durch Berücksichtigung des sonst über die Fermentthätigkeit der Hefe Bekannten und kann nach diesem nur so verstanden werden, dass jene nicht näher zu bezeichnenden *) Pasteur. Etudes sur le vinaigr«, — P»rli 1868. Pilze. 137 stickstoffhaltigen Extractinstoffe eben nothwendige Bestandtheilc der Bierhefe sind , und dass sich dieser Organismus nur weiter entwickeln und darum Gährung erregen kann, wenn ihm diese Stoffe nicht vorenthalten werden. Natürlich findet bei der Fxtraction selber eine von Gunning nicht namhaft gemachte Abtödtung 'der Mehrzahl der Hefezellen statt, womit die von dem genannten Experimentator ausdrücklich erwähnte Thatsache in Einklang steht, dass sich mit Hülfe jenes Extractes, und unter im Uebrigen günstigsten Verhältnissen, die Gährung einer Zuckerlösung erst in sehr viel längerer Zeit einstellt, als mit frischer und intacter Bierhefe, weil eben die wenigen unverletzten oder sonst zufällig in die Gähruugsflüssigkeit hineingelangten Zellen sich erst auf eine gewisse Menge vermehren müssen, bis sie eine grosse Menge von Zuckerlösung zu bewältigen im Stande sind. 4. Die Ernährung niederer Organismen durcli Aschenbestandtheile. W. V. Knieriem und A. Mayer. (Ursachen d. Essigbildung. Nr. 8.) Durch diese Arbeit wird auch im Speciellen die Pasteur'sche Angabe bestätigt, dass die Essigbacterien wie alle andern organischen Wesen einer bestimmten Reihe von Aschenbestandtheilen bedürftig sind. Es genügten Phosphorsäure, Schwefelsäure, Kali, Magnesia, Kalk. Ein Ausschluss einzelner von diesen Stoffen wurde nicht versucht. 5. Die Atlimnng niederer Organismen. Die Frage nach dem Sauerstoffbedarf vieler niedrigsten, namentlich wieder der Gährungsorganismen , ist eigentlich die einzige, in Bezug auf welche eine ausgedehntere wissenschaftliche Thätigkeit in der Mikro-Physiologie für das verflossene Jahr zu ver- zeichnen ist. Selbstverständlich ist natürlich der Bedarf und stete Consum an Sauerstoff für Gährungsorganismen, deren Gesammtthätigkeit wie bei den Formen der Kahmhäute, als ein Oxydationsvorgang zusammengefasst werden kann. Man könnte diese Bildungen als Verwesungsorganismen zusammenfassen. Anders liegt natürlich die Frage" für diejenigen Gährungsorganismen, die eine blosse Spaltung bewirken, wie dies der Hauptrepräsentant seines ganzen Formenkreises, der alkoholische Hefepilz (Saccharomyces cerevisiae, ellipsoideus u. s. w.) thut. Für diese Formen wurde bisher ein Sauerstoffbedarf entweder gar nicht angenommen oder nur für gewisse Vegetationsstadien, die dann nicht mit dem Gährungsstadium zusammenfielen (Reess). Oder aber man sah mit Pasteur den Sauerstoffbedarf als facultativ an, und den Gährungs- vorgang als stellvertretend für den unterdrückten Sauerstoffbedarf. Man muss sich dabei erinnern, dass auch für andere niedrige Formen, wie für einige Mucor-Arten, die Fähigkeit, Alkoholgährung in Zuckerlösung zu veranlassen, gerade bei Sauerstoffabschluss nachgewie- sen worden ist. Diese durch Bail, oder ihrer eigentlichen Bedeutung nach erst durch Reess entdeckte Thatsache wurde durch eine Arbeit von 0. Brefeld (Mucor racemosus und Hefe. Nr. 1) bestätigt. Derselbe specia- lisirt die Erscheinung dahin, dass untergetauchte Mycelien von Mucor racemosus nach und nach ihre Sprossungsglieder verkürzen und so die sogenannte Kugelhefe erzeugen. An der Kürzung der Zellen ist die durch Gährung entwickelte Kohlensäure betheiligt. In einem Strom von Wasserstoff konnte dieselbe nicht beobachtet werden. Andere Mucor-Arten zeigen ähnliche Umbildungen, wenn man sie in saurem Citronensaft kultivirt. — Einen mehr chemischen Beitrag zur F'eststellung derselben Thatsache lieferte A. Fitz (Alkoholische Gährung durch Mucor mucedo Nr. 6). Derselbe wies nach, dass der nähere Umsatz bei dieser Gährung durch Mucor sich ganz an die gewöhnliche alkoholische Gährung des Zuckers dui'ch Saccharomyces-Aiten anschliesst. Wenigstens war das Verhältniss zwischen Alkohol und Kohlensäure das gewöhnliche und auch Bern- steinsäure konnte als Gährungsproduct nachgewiesen werden. Als bemerkenswerther Unter- schied ergiebt sich nur nach Fitz, dass die „Mucorhefe" keine Anhäufung des Alkohols ia 138 Pilze. der Gährflüssigkeit über S% "/o hinaus erträgt, über welche Coucentration hinaus der Or- ganismus abstirbt; dass also keine Weingcähruug etwa durch solche Hefe zu Ende geführt werden könnte. Pasteur (Sauerstoffmangel als Ursache der Gährung. Nr. 14) hat in einer Ver- öffentlichung, welche freilich schon dem Jahre 1872 angehört und von der wir daher hier nur berichten können, was zur Würdigung der verschiedenen sich gegenüber stehenden Anschauungen unerlässlich ist, im Wesentlichen die Sätze aufgestellt, dass die alkoholische Gährung eine directe Folge des Sauerstoffinangels zuckerenthaltender lebender Zellen ist, und dass die verschiedenartigsten Pflanzenzellen, ja solche aus dem Fleisch lebender Früchte, ganz ohne Mitwirkung von spezifischen Hefeorganismen die alkoholische Gährung bewirken können. Die experimentellen Belege für diesen Ausspruch wurden nur unvollständig mit- getbeilt. Adolf Mayer (Einfluss des Luftzutritts auf die alkoholische Gährung Nr. 9) hat speciell für Bierhefezellen in Zuckerlösung die J'rage nach der Einwirkung des Sauerstoffes der Luft experimentell erörtert. Er hat durch Kolben mit Gährflüssigkeit und minimaler Hefeaussaat regelmässig Luft, in einem anderen Falle Kohlensäure durchgeleitet, in weiteren Fällen ein Durchleiten von Gasen unterlassen. Es wurden in allen diesen Fällen keine sehr auffälligen Unterschiede in Kaschheit der Vergährung und Hefevermehrung aufge- funden, so dass M. geneigt ist, der Hefe die eventuelle Athmung freien Sauerstoffs an der Stelle des Gährungsvorganges abzusprechen. Uebrigens wurde bei der Lüftung mit Luft eine etwas raschere Vergährung sowie auch eine reichlichere Hefeproduction vorgefunden. Dabei bleibt zu bemerken, dass eine völlige Abschliessung der letzten Spuren von Sauer- stoff bei der Kohlensäuredurchleitung keineswegs angestrebt wurde, sondern alles Gewicht auf die Constanz des Verhältnisses zwischen Zuckerzersetzung und Neubildung von organi- sirter Hefesubstanz beim Variiren der Luftzufuhr gelegt wird — ein Punkt, welcher der von Brefeld angestrebten Beweisführung gegenüber, von Wichtigkeit ist. (Vgl. Bot. Jah- resbericht I. S. 139.) In einem ganz ähnlichen Sinne wie die Mayer'schen Versuche der Lüf- tung von künstlich zusammengesetzten Gährungsgemischen sind auch die in den letzten Jahren vielfach unternommenen Lüftungsversuche an Mosten oder jungen Weinen für die Theorie des Sauerstoffbedarfs der Hefepilze von Wichtigkeit. Nur dass in diesem Falle sekundäre Einwirkungen des durchgeleiteten Sauerstoffs auf gewisse wenig bekannte Stoff- bestandtheile Antheil an der beobachteten Wirkung haben können. Unter Anderen hat Neubauer (Lüftungsversuche Nr. 13) solche Versuche angestellt, in welchen ein und derselbe Most vergleichungsweise einmal vor der Gährung, ein ander Mal täglich bis zur Beendigung der Gährung gelüftet wurde. Das Resultat der wiederholten Imprägnirung mit Luft war eine raschere Vergährung, eine grössere Hefeproduction, während gleichzei- tig das erzielte Product etwas reicher an Alkohol, ärmer an Extractivstoffen und vor Allem an löslichen eiweissartigen Stoffen war. Dieser Versuch würde also für eine Beeinflus- sung der Hefepilzentwicklung durch Sauerstoff sprechen, freilich nicht in dem Pasteur'schen Sinne, denn sonst müsste gleichzeitig die Gährungskraft der Hefe Schaden gelitten haben. Moritz (Einfluss verschiedener Gase auf den Verlauf der Gährung Nr. 10) hat mit verschiedenen Gasen an Mosten Lüftungsversuche angestellt und ist dabei zu folgenden Re- sultaten gekommen. Das fortgesetzte Durchleiten von Luft steigert die Gährungsintensität gegenüber dem Hindurchführen eines ganz indifferenten Gases, z. B. von Wasserstoffgas. Ausserdem scheint aber die Kohlensäure eine positiv schädliche Einwirkung auf die Gäh- rung zu haben, so dass das Durchleiten derselben gegenüber einer Lüftung mit einem in- differenten Gase jene verzögert. Im Widerspruch mit den Neubauer'schen Versuchen wurde aber bei dem Versuch mit Kohlensäure am meisten Hefe vorgefunden, die freilich, wenn man ihren Stickstoffgehalt berücksichtigt, wohl am stärksten durch nicht organisirte nieder- fallende Stoffe verunreinigt war. Molnar (Ueber Lüften des Mostes. Nr. 11) hat Versuche über Mostlüftung jmternommen, welche mit den Neubauer'schen in eine Linie zu stellen sind. Es wurde Pilze. 139 nur gewöhnliche Luft verwendet, aber in progressiven Mengen. Auch Molnar fand eine Beschleunigung der Gährung durch Lufteinleiten, eine etwas höhere Ausbeute an Alkohol, während weniger Zucker und eiweissartige Stoffe im Moste zurückbleiben. Das letztere lässt auf eine grössere Hefeproduction schliessen, worüber keine directen Angaben vor- liegen. — Tiefer eingehend in die bis dahin bestehenden Anschauungen von dem Verhält- niss zwischen Hefepilzentwickelung und Gährung sind die Arbeiten von 0. Brefeld. (Ueber Alcoholgährung Nr. 2.) Dieser hat gezeigt, dass den Hefezellen eine sehr grosse Anziehungskraft für Sauerstoff zukomme, eine Beobachtung, welche fast zur selben Zeit auch Schuetzenberger und dainquaudt (Respiration des vegetaux aquatiques immerges. Nr. 15.) machten. Aus diesem Grunde ist es nothwendig, bei der Prüfung dieses Organismus auf seinen Sauerstoffbedarf viel raffinirtere Methoden zu verwenden, als sie bei anderen Orga- nismen zu dem gleichen Zwecke genügen. Die Lüftungsversuche mit Kohlensäure und mit Wasserstoff, wie sie von Adolf Mayer und von Moritz ausgeführt worden sind, repräsen- tiren, wenn wir den Brcfeld'schen Massstab anlegen, gar keinen genügenden Ausschluss des freien Sauerstoffs, sondern die reinste Kohlensäure, wie sie aus Marmor und Salzsäure beschafft werden kann, enthält noch etwas atmosphärische Luft und darin noch so viel Sauerstoff, dass der vegetirende Hefepilz davon profitiren kann. Wenn man, nach Brefeld, einzelne Zellen von Sacharomyces cerevisiae in einer gläsernen Vegetationskammer, die mit solcher, eine Spur von Sauerstoff haltender Kohlensäure angefüllt ist, einschliesst , so beobachtet man unter dem Mikroskop erst Sprossung, vermuthlich so lange, bis der Sauer- stoff verbraucht ist. Dann sind die Zellen des Wachsthums unfähig, bekommen ein stark lichtbrechendes homogenes Protoplasma; und dies ist der Zustand, in welchem sie die al- koholische Gährung einer umgebenden Zuckerlösung einleiten. Dauert dieser pathologische Zustand längere Zeit an, so ist die „ausgegohrene" Hefe unfähig, auch bei erneuter Zu- fuhr von Sauerstoff zu vegetiren. In einem solchen Zustand befinden sich die Zellen der Weinhefe nach Beendigung der Gährung, während die Bierhefe noch nicht so weit ausge- gohren ist, um bei Berührung mit Würze und Sauerstoff zu sprossen und sich zu vermehren. Brefeld bringt für diese Auffassung noch folgende Belege bei. Füllte er seine Vegetationskammer mit Kohlensäure, welche durch Passiren einer Schicht Bierhefe alles Sauerstoffs beraubt war, so trat keine Sprossung der eingeschlossenen Zellen ein, sie ver- fielen vielmehr- sofort in jenen Zustand, der mit der Gährungserregung in Zusammenhang gebracht wird, und in der That konnte auch Kohlensäureentwickelung aus der mit einge- schlossenen Würze beobachtet werden. Dass andererseits Hefe im sprossenden Zustande, wo sie eine Sauerstoffathmung unterhält, meist Gährung erregt, suchte Brefeld dadui-ch nachzuweisen, dass wenig Hefe- zellen in Bierwürze unter steter inniger Berührimg mit Luft cultivirt und zu starker Ver- mehrung gebracht wurden. Es konnte dabei kein Alkohol in der untersuchten Nähr- flüssigkeit aufgefunden werden. Ueber diesen Theil der Beweisführung Hesse sich vielleicht noch reden, wie auch im ersten Theil der directe Nachweis, dass der Sauerstoff das wirk- same Priucip ist, vermisst wird. Im Uebrigen empfiehlt sich die neue Gährungstheorie durch eine grosse Klarheit und innere Wahrscheinlichkeit. Als ein stricter Gegensatz zu der Pasteur'schen An- schauung und als eine Art von Bestätigung der Liebig'schen, wie Brefeld meint, kann in- dess die neue Theorie kaum gelten, denn an der ersteren wird nur geändert, dass üppige Vegetation und intensive Gährung zeitlich auseinander gerückt werden, wälu-end man nach Pasteur beide als sich direct bedingend ansah. Und selbst dieser hatte ja die Meinung verfochten, dass durch Sauerstoffzufuhr eine üppigere Vegetation, durch Abschluss von diesem Elemente eine stärkere Gährung veranlasst werden. Zudem war der Sauerstoff- bedarf für gewisse Vegetationsstadien von jeher vermuthet und zugestanden. Mit der Liebig'schen Gährungstheorie, selbst in ihrer neusten Form, haben die Brefeld'schen An- schauungen nur einen sehr lockern Zusammenhang. 140 Pilze. Weiter ergiebt sich, dass der Hefepilz, wenn er auch nur mit Hülfe des freien Sauerstoffs wachsen kann, immer noch auffällig genug in seinem Sauerstoff bedürfniss von allen höhern Organismen abweicht; denn diese reagiren nicht mehr auf solche geringe Spuren von Sauerstoff. Ja Brefeld hat selbst den interessanten Nachweis geführt, dass von den dem Hefepilze doch ziemlich nahestehenden Schimmelpilzen nur einige Mucor- Arten sich ähnlich verhalten, während z. B. Pcnicillium nicht wächst, wenn ihm so geringe Spuren von Sauerstoff zur Verfügung gestellt werden. Unter allen Umständen aber bleibt die alkoholische Gährung eine Umsetzung, die von lebenden Organismen bei behmderter Athmung und gewissermassen physiologisch die Stolle dieser letzteren, bis zu einem ge- wissen Grade, ersetzend, ausgeübt wird. W. V. Knienem und Adolf Mayer (Ursache der Essiggährung Nr. 8) haben den Einfluss von Ozon auf die Oxydation des Alkohols zu Essigsäure geprüft und gefunden, dass der active Sauerstoff eine dahin gehende Wirkung nicht besitzt. Das Ozon wurde aus Chamäleonlösung, Baryumhyperoxyd, und concentrirter Schwefelsäure dargestellt und Tage lang durch verdünnten Alkohol durchgeleitet. 6. Allgemeine Lebeiisbedingimgen niederer Organismen. In Bezug auf die Abhängigkeit niedrer pflanzlicher Formen von Temperaturverhält- nissen, liegen für das Jahr 1873 einige Angaben vor: Blankenhorn und Moritz (Einfluss der Temperatur auf die Gährung. Nr. 4) haben sich mit der für die Vergährung des Mostes günstigen Temperatur beschäftigt, einer Frage, die allerdings nicht mit der nach dem Vegetationsoptimum der bei der Gährung betheilig-. ten Hefepilze identisch ist. Die Versuchsansteller fanden bei 350 q^ ^ine zwar raschere, aber unvollständigere Vergährung des Mostes, als bei gewöhnlicher Zimmertemperatur. Jenseits 350 wurde eine rasche Verminderung der Gährungsintensität beobachtet, so dass nahe bei dieser Temperatur, das Optimum für die Gährungsthätigkeit der betheiligten Sacharomyces- Arten zu liegen scheint. Noch bei 55 <* vermögen übrigens einzelne Hefepilzarten eine ganz schwache Gährung zu unterhalten. A. Mayer (Einfluss des Luftzutritts auf Gährung. Nr. 9) theilt mit, dass die Tödtungstemperatur des Bierhefepilzes in Zuckerlösungen zwischen 51 und 54" C. liege. Derselbe fand in Gemeinschaft mit Enieriem (Nr. 8), dass die höchsten Tempera- turen, welche von Essigbacterien in essigsauern Flüssigkeiten ertragen werden können, nahe bei 50 " liegen, während sonst den Bacterien eine erheblich grössere Widerstandskraft gegen Hitze zuzukommen scheint. Was die für die Essiggährung günstigsten Tempera- turen angeht, so werden keine genauem Angaben gemacht, aber 25—38" als sehr günstig, Temperaturen unter 18" schon als ziemlich ungünstig bezeichnet. Melsens (Einfluss der Temperatur auf Bierhefe. Nr. 12) fand die Tödtungs- temperatur des Hefepilzes des Bieres wesentlich höher als A. Mayer, wie auch schon früher H. Hoffmann*) gegenüber Liebig und Pasteur höhere Angaben gemacht hatte. Bersch giebt die günstigste Temperatur des Wirkens der Sacharomyces-Mycoderma Reess, dem Pilze des Weinkahms, als zwischen 16 und 30" C. liegend an. A. Mayer (Einfluss des Luftzutritts auf die Gährung. Nr. 9) hat zu theoretischen Zwecken einige Vergiftungsversuche an dem Bierhefepilze angestellt, aus welchen sich er- giebt, dass dieser Organismus unter Umständen bis ^/gO/o Blausäure in der umgebenden Flüssigkeit erträgt, ohne bemerkbaren Schaden, wenigstens ohne bemerkbare Schwächung der Gährungserregung. Die Arbeit von Duval über Gährung bewegt sich nur in morjAo- logischer Richtung. =>) Landw. Jahresbericht. Göttingen 1866—67. pg. 101. Flechten. I4i Flechten. Referent H. Lojka. F. Arnold. Lichenologische Ausflüge in Tyrol. VII. ümhausen, VIII. Bozen, IX. Roveredo und Riva. (Aus den Verhandlungen der k. k. zool. botanischen Gesellschaft in Wien [Jahrg. 1872] besonders abgedruckt.) Arnold setzt seine lichenologischen Forschungen in Tyrol unverdrossen und mit ausgezeichnetem Erfolge fort. In der vorliegenden Arbeit sind wieder mehrere kleinere Gebiete in Bezug auf ihre Lichenenvegetation genau geschildert und es ist sehr zweckmässig, dass neben den Seltenheiten und den neuen Arten auch alle gemeinen aufgezählt werden, denn nur so kann man ein richtiges Bild einer Lichenenvegetation erhalten. Dass dabei dem Substrate die gebührende Wichtigkeit beigemessen ist, sei nur nebenbei erwähnt. Besonders glücklich war Arnold mit seinen Flechtenfunden auf Rhododendron. Mancjie bisher nur auf anorganischem Substrate bekannt gewordene Art erscheint da auf einmal rindenbewohnend, was aber Arnold dem Umstände zuschreibt, dass diese Rhododendra ge- rade inmitten von Steinmeeren gefunden werden, daher die Uebersiedlung vom Fels auf die Rinde leichter vor sich gehen kann. Die Flechten sind nach dem Standorte und dem Sub- strate in mehrere Gruppen gesondert aufgeführt, bei den meisten finden sich Notizen be- treffs des chemischen Verhaltens des Thallus und der Apothecien, sowie über ihren mikros- kopischen Bau, nebst vielen Synonymen und Citaten von getrockneten Sammlungen. Als neu werden beschrieben Verrucaria clilorotica Hepp. var. pachyderma Arn. p. 8, Rinodina arenaria Hepp. var. cana Arn. p. 11, Acarospora Heufleriana Kbr, var. sulphurata Arn. p. 12; Buellia candidula Arn. n. sp. p. 13; Diplotomma porphyricum Arn. n. sp. p. 22; Phar- cidia lichenum Arn. f. oHvaceae Arn. ; Sphaerella Arthoniae Arn. n. sp ? ; Leciographa pa- rasitica Mass. var. mutilata Arn. p. 33; letztere Flechte besonders wegen ihres Vorkom- mens unmittelbar auf dem Gestein interessant. F. Arnold. Lichenologisclie Ausflüge in Tyrol. X. Der kleine Rettenstein. (Aus den Verhandlungen der k. k. zool. botanischen Gesellschaft in Wien [Jahrg. 1873] beson- ders abgedruckt.) Vorgelegt 3. März 1873. Dieser aus Phyllit bestehende Berg ist bereits als Fundort von Lecidea Sauteri Kbr. syst. p. 252 bekannt; er hat dem Herrn Verf. eine reichliche Ausbeute geboten. Von Phyllit werden 84 Species aufgezählt, wie gewöhnlich mit genauer Angabe der Standorte, Synonyme sowie der mikroskopischen Merkmale und des Verhaltens den Reagentien gegen- über. Darunter finden sich Lecanora atrosulphurea (Wahlb.) var. eliminata Arn.; Aspi- cilia sanguinea Krmph. var. ochracea Arn. exs. 455 ; Gyalecta roseola Arn. n. sp. ; Lecidella veneola Arn. n. sp.; Lecidella atrofuscescens (Nyl.) Arn. Waldr. p. 1109; L. opponenda Arn. n. sp.; L. inserena (Nyl.) Arn.; Polyblastia abstrahenda Arn. n. sp. Unter den 9 Para- siten sind neu Arthopyrenia badiae Arn. n. sp.; Endococcus complanatus Arn n. sp. und Tichothecium pygmaeum Kbr. var. grandiusculum Arn. Auf Erde und über veralteten Moosen 34 Arten, darunter Solorina saccata L. var. octospora Arn., S. bispora Nyl.; Lo- padium sociale Hepp.; Toninia fusispora Hepp; Bacidia coelestina Anzi; Catopyrenium Waltheri Kremph.; Thelopsis melathelia Nyl. Holz- und Rindenflechten und zwar auf Rhododendron ferrugineum 18 Arten, darunter Biatora fuscescens (Smmf) Th. Fr.; Biatora vernalis (Ach.) Th. Fries. Endlich sind noch werthvolle Nachträge zu Ausfl. VH, VHI und IX, darunter Callopisma conversum Kremph., Mikrothclia anthracina Anzi (sub Buellia), Thyrea Notarisii Mass. und eine Reihe von Rhododendronflechten, Lecanora Remilionis Rehm. ; L. peralbella Nyl.; Biatora tenebricosa (Ach.); Arthothelium anastomosaus (Ach.). Bei dieser Gelegenheit wird auch Alectoria Umhausensis aufgeklärt, die sich an dem Originalstandorte als Lepto- gium lacerum Ach. herausstellte (Arn. exs. 4801) 142 Flechtea. F. Arnold, Lichenologisciie AüsSüge in Tyrol XI und XII. (Aus den Verhand- lungen der k. k. zool. botanischen Gesellschaft in Wien [Jahrg. 1873] besonders abgedruckt.) Vorgelegt 5. Nov. 1873. 1) Serlos Grupi^e: Die vorliegende Arbeit liefert die Ergänzung zu den in Arn. Waldrast aufgezählten Fleclitenfunden. Bei Matrei auf Glimmerschiefer 22 Arten, darun- ter Aspicilia cinereorufescens Ach. v. diamarta (Ach.) Th. Fr.; Lecidella proludens Nyl. (Arn. exs. 466.) Auf Kalkglimmerschiefer 21 Species, darunter Placoidum disperso-areo- latum (Schaer.) Kbr. Unter den 17 Flechten, die unmittelbar auf Kalk leben: Biatora rupestris Scop. var. sanguinea Arn. Auf Kalkboden, über abgedorrten Gräsern und Moo- sen 94 Arten Solorinella Asteriscus Anzi, Callopisma fuscoluteum; Biatora boreella Nyl.; Bilimbia microcarpa Th. Fr. Microglaeua biatorella Arn. n. sp.; Polyblastia helvetica Th, Fr., Leptogium minutissimum (Fl.) var. mirifica Arn. A. An Kindenflechten : a) auf Vaccinium uliginosum 5 Arten, b) Dryas octopetala 10 Arten, c) Salix retusa 21 Arten, darunter Bilimbia trachona (Ach.) v. Inter- cedens Arn.; Thelopsis flaveola Arn. (n. sp.); Arthopyrenia punctillum Arn., d) auf Sorbus Chamaemespilus 14 Arten, darunter Coniangium spadiceum Leight var, luridum Zw., das dem Herrn Verf. Gelegenheit giebt, die in den verschiedenen Werken und Exsiccaten vertretenen Coniaugium-Species neu Revue passiren zu lassen und sich über den Werth einiger Species auszu- sprechen; e) Pinus Mughus 27 Arten, f) Piuus Abies 25 Ai'ten, g) Pinus Larix 62 Arten: Biatora Tornöensis Nyl.; B. obscurella Smmf. B. Holzbewohnende Flechten 43, darunter Lecanora subintricata (Nyl.); Biatora lignaria (Körb.) Arn.; Biatorina globulosa Flk. var. fuscopurpurea Arn.; Ar- thopyrenia lignophila Arn. n. sp. ; Parasiten sind 14 genannt, darunter Biatorina Heerii (Hepp); Celidium muscigenum Anzi; Thelocarpon impressellum Nyl.; Sphaerella Psorae Anzi; Tichothecium calcaricolum (Mudd.) var. Sendtneri Arn.; Arthopyrenia conspurcans Th. Fr. 2) Sonnenwendjoch, An einem Stamme von Acer Pseudoplatanus allein 18 Arten, darunter Rinodina teichophila Nyl. v. corticola Arn. ; Arthopyrenia submicans (Nyl.), Bei Erwähnung der Arthonia populina Mass. giebt der Herr Verf. eine werthvoUe Zusam- menstellung der bisher besclii-iebenen und in Exsiccaten erschienenen Arthonia- Arten, auf Erde 34, auf Kalkstein 12 Arten, darunter nichts Neues. > Es ist schwer, den Wunsch zu unterdrücken, dass der Herr Verf., dem nächst seiner grossen Erfahrung ein so umfassendes Herbar mit allen übrigen Behelfen zu Gebote steht, sich nicht mit blossen Skizzen begnügen möchte, denn von ihm wäre gerade in der monographischen Bearbeitung kritischer Genera wie z. B. Polyblastia, Sagedia, Verrucaria Ausgezeichnetes zu erwarten, andrerseits wird aber durch seine jährlichen Reisen und die denselben unmittelbar folgenden Publicationen sowie seine Exsiccaten die Kenntniss der Lichenenflora der Alpen so bedeutend gefördert, dass man sich genöthigt sieht, sich mit dem ausgezeichneten Gebotenen zu begnügen. F. Arnold. Die Lichenen des fränkischen Jura. (Flora 1873. p. 526. Forts.) Der fränkische Jura ist durch des Verf. Bemerkungen in Bezug auf Flechten eine jetzt schon sehr durchforschte Gegend und doch finden sich noch immer neue Nachträge. In vorliegender Arbeit sind 12 Nummern aufgezählt, abgesehen davon, dass Verf. die in die Gruppe der Lecanora varia gehörigen Flechten des fränkischen Jura einer Revision unterzogen hat und nun an den durch Nylander (Flora 1872, p. 248) unterschiedenen Ar- ten 10 aufzählt. Dagegen wäi-e Diploicia canescens (cfr. Flora 1859 p. 150) zu streichen, indem der betreffende sterile Thallus anderwärts unterzubringen sein dürfte. Dr. J. S. Poetsch und Dr. E. B. Schiedermayer: Systematische Aufzählung der im Eizherzogthume Oesterreich ob der Enns bisher beobachteten samenlosen Fflanzen- (Cryptogamen) , herausg. von der k. k. zool. botanischen Gesellschaft. Wien 1872. — Lichenes. - p. 172—277. Flechten, 143 Ein seit mehreren Jahren vorbereitetes Werk, bei dessen Zusammenstellung die Herren Verfasser in der glücklicken Lage waren, nächst der gesammten älteren und neueren Fachliteratur auch noch alle vorhandenen Sammlungen zu benutzen. Was speziell die von Dr. Poetsch bearbeiteten Lichenen anbelangt,* hat nächst ihm namentlich Dr. Sauter und Hohenbühel-Heufler sich grosse Verdienste um Oberösterreich erworben. Viele Daten lieferten auch Engel, v. Mörl und Ref. Die dem ganzen Werke vorangeschickte Geschichte der kryptogamischen Forschungen in Oberösterreich, der Literaturbericht, die geologische Skizze und die Höheumessungen machen auch den lichenologischen Theil der Arbeit un- gleich werthvoller. Was die systematische Anordnung des_Materials anbelangt, so schliesst sich Verf. im Allgemeinen zwar an das System von Th. Fries an, jedoch hat Verf. in mancher Beziehung Aenderungen vorgenommen, aber ohne geradezu ein neues Flechten- system aufstellen zu wollen. Eine kleine Skizze des befolgten Systems dürfte hier wohl am Platze seiu. Ser. L Lichenes parasitici Kbr. A. Pyrenocarpi. B. Discocarpi. Ser. IL Lichenes americi. Ordo I. Mycetoidei. A. Coniocarpi Th. Fr. Ordo IL Lichenes phycoidei (mit dem sogenannten Graphideenthallus D. By.) A Pyrenocarpi. Fam. I. Arthoniei. B. Discocarpi. Fam I. Bactrosporei. Fam. IL Arthoniei. Fam. III. Xylographidei. Fam. IV. Opegraphei. Ser. III. Lichenes homoeomerici Wallr. A. Pyrenocarpi. Fam. I. Obryzei Kbr. B. Discocarpi. , Fam, IL Psorotichiei Kbr. Fam. III. Collemei Fr. em. Ser. IV. Lichenes heteromerici Wallr. A. Pyrenocarpi, Fam. I. Verrucariei Web. non Wigg. Fam. n. Pertusariei. Fam. III. Endocarpei. B. [Discocarpi. a) Eudiscoc&rpi. Fam. I. Lecidei. Subfam. I. Buelliei. Subfam. IL Psorei. Subfam. III. Biatorei. Subfam. IV. Gyalectei. Fam. n. Lecanoracei. Subfam. I. Thelotremei. Subfam, 11, Urceolariei. Subfam. III. Lecanorei. Subfam. IV. Placodiei. Subfam. V. Pannariei. Fam. in. Gyrophorei. Fam. IV. Parmeliacei. 144 Flechten. Subfam. I. ParmeÜGi. Subfam ü. Stictei. Farn. V. Peltigerei. Farn. VI. Cetrariei. Farn. VII. Eamalinei. Fam. VIII. Sipliulei. Farn. IX. Usnei. b) Podetiocarpi. Fam. I. Baeomycei. Fam. II. Cladoniei. Fam. III. Stereocaulei. Im Ganzen sind 550 Arten aufgezählt, die sich auf 126 Gattungen vertheilen. Fund- ort, Substrat und Finder sind bei den einzelnen Arten mit der grössten Genauigkeit er- wähnt. Ein besonderes Augenmerk hat Dr. Poetsch auf die Restituirung älterer zu recht bestehender Speciesnamen gerichtet, so u. A. Leptorrhaphis albissima Nyl. Scand. 282 (syn. L. oxyspora Kbr.); Zwackhia viridis (Pers.) Poetsch, (syn. Zw. involuta Kbr.), Melaspilea deformis (Schaer) Nyl. (syn. Hazslinszkya gibberulosa Kbr.); Thalloidima coeruleonigrans (Lghtf.) Poetsch (syn. Th. vesiculare Kbr.), Biatora sauguineo-atra (Ach.) Anzi (deusta (Mass) Kbr.), Lecania syringea (Ach.) Poetsch (syn. L. fuscella (Mass) Kbr.), Squamaria muralis (Schreb) Poetsch (syn. Placodium saxicolum Kbr.), Placynthium nigrura (Huds.) Gray. (syn. Lecothecium corallinoides Kbr.), Xanthoria lychnea (Ach.) Poetsch. (syn. Phys- cia controversa (Mass) Kbr., Parmelia pertusa (Schrank) Schaer. (syn. Menegazzia terebrata Kbr.), Parmelia dubia (Wulf) Schaer. (syn. Imbricaria Borreri Kbr.) und noch viele andere. Nächst verschiedenen Seltenheiten, wie Arthopyrenia megalospora Lönnroth, Sarcosagium campestre (Fr.) Poetsch, Verrucaria Tectorum Mass., Polyblastia fallaciosa Stzb., Throm- bium smaragdulum, Kbr., Sagedia austriaca Kbr., Microglaena Wallrothiana Kbr., Lecidea polioleuca Kbr., Lecidella Lahmii Hepp., Lecidella glabra Krmph., Weitenwebera trisepta (Nyl.) Poetsch, Aspicilia bohemica Kbr., Maronea constans (Nyl.) Th. Fr., Placodium car- phineum (Fr.) Poetsch, Peltigera limbata Del; Cetraria complicata Laur; (C. Laureri Kbr.) Cladonia carneo-pallida (Flk.) Nyl., C. carneola Fr., C. straminea Smmf., Stereocaulon cereo- linum Ach., sind folgende 4 neue Arten angeführt: p. 178. Calicium sphinctrinoides Kbr. in litt, ad Lojka (nomen!), p. 180, Leptorrhaphis Patzaltii Poetsch (nomen!), p. 198 Sagedia Lojkana Poetsch (nomen!), p. 217 Biatoriua Hohenbühelii Poetsch (c. diagn.!). B. Stein. Flechten der Babia göra. (Verhandlungen des bot. Vereines der Provinz Brandenburg 14. Jahrg. 1872.) Bei zweimaligem Besuche des an der Grenze von Galizien und Ungarn gelegenen Berges Babia göra hat der Herr Verfasser auch auf die Lichenen geachtet und selbe in voi-- liegendem Verzeichnisse veröffentlicht. Die Babia göra ist circa 5800' hoch und besteht aus Grauwackensandstein , welcher aber nur am obersten Gipfel in grösserer Menge zu Tage Hegt. Es werden 80 Species aufgezählt, darunter allerdings mehrere gemeine Arten. Als neu werden beschrieben Karschia Sphyridii Stein n. sp. und Dacampia neglecta Stein n. sp. Die Aufzählung umfasst mehrere Seltenheiten, wie Alectoria sarmentosa Ach. c. apoth., A. Thulensis Th. fr. (st.), Imbricaria sinuosa Sm. ; Menegazzia terebrata Hoffm.; Norman- dina viridis Nyl; Catolechia Wahlenbergii Ach.; Biatora leucophaea Flk.; B. phaeostigma Kbr.; Megalospora affinis Schaer; Acolium stigonellum Ach.; Polyblastia intercedens Nyl; Sagedia sudetica Kbr.; von denen einige bisher aus den Central-Karpathen nicht bekannt waren. Dr. Stricker. Flechten von Istrien und dem Trnovaner Wald und ans der Umge- bung von Görz. (Bot. Zeitung 1873. Nr. 15.) Es wird eine Reihe sehr schöner Funde aufgezählt, von denen einige aber bereits früher durch Prof. Glowacki im Programme der Görzer Realschule (1871 ni fallor), bekaimt gemacht wurden. Usnea longissima und articulata, Sticta scrobiculata, Peltigera scutata V. propagulifera Kbr., Endocarpon Moulinsiij Parmelia craspedia, rubiginosa ß, conoplea Flechten. 145 plumbea, Dirina repanda, Blastenia rolliiiii, liallavei, Visianica, Manzonia Cantuana Gai'. sind gewiss Flechten, die der Flora eines jeden Tiandos zur Ehre gereichen würden. End- lich geschieht noch einer neuen Species des Abrothallus viduus Kbr., Erwähnung, die Hr. Dr. Stricker 1866 im Eibgrunde gesammelt. (Kbr. Lieh. sei. Nr. 388!) H. Lojka Jelentes az 1872 ben tett tärsas füveszeti kiränduläsban gyüjtött zuz- mökröl. — (Sep. Abdr. aus Termeszettud. Küzlem. der ungarischen Akademie T. X., p. 87—102.) Verfasser nahm Thcil an einer Expedition, die unter Führung des Herrn Hazs- linszky von der ungarischen Akademie mit der botanischen Untersuchung einiger Gegenden des Banales und des Retyezätgebirges in Siebenbürgen betraut war. Um solche gemein- schaftliche Reisen ist es immer ein missliches Ding, namentlich wenn, wie in diesem Falle die 8 Theilnchmer, Jeder ein anderes Gebiet der Botanik zu vertreten hat und die Excur- sionen doch alle gemeinschaftlich gemacht werden. Dies einsehend blieb Verfasser in der Gegend des Retyezät zurück, als sich die übrige Gesellschaft zur Weiterreise nach Mehadia anschickte. Später benützte Verfasser eine sich darliietende Gelegenheit, das seinerseits in Mehadia Versäumte nachzuholen, indem er an der dort stattfindenden Versammlung un- garischer Naturforscher und Aerzte Theil nahm. Die gesammtc Ausbeute ist in obenge- nannter Arbeit zusammengefasst. Die Aufzählung umfasst 191 Species und 9 Varietäten, darunter nichts Neues, aber mehrere seltene und interessante Arten, wie Cetraria Laiu-eri Kremph. (st.), Sticta amplissima (c. ap.), Parmelia endococcina Kbr., Lecanora epanora Ach., Sphyridium placophyllum Wahlb. (st.), Sphaeromphale clopimoides Anzi, Verrucaria pingui- cula Mass., Wilmsia racliosa Anzi. (c. ap.), Thermutis velntina Ach. (c. apoth. !). — Bei folgenden Nummern haben sich bisher Verbesserungen für nöthig gezeigt: „Imbricaria fuli- ginea Duby" p. 94.— Parmelia glabra Nyl. — „Biatorina diaphana Kbr.?" p. 98. — Leca- nora elaeiza Nyl. — „Pertusaria Wulfenii D.C." p. 101. = Pertusaria multipuncta, var. oph- thalmiza Nyl. — „Collema cataclystum Kbr." p. 102. = Collema hydrocharum Wahlb. Zu streichen sind: „Lopadium pezizoideum" p. 98. , „Catillaria lutosa" p. 98. Die Aufzählung der Arten geschieht nach dem Körber'schen System und sind bei jeder einzelnen Species sowohl die Fundorte, als das Substrat möglichst genau angegeben. Ein anderes Mitglied der Reisegesellschaft, Prof. Ludmann, hat die Höhe der meisten von dem Verfasser ange- führten Standorte barometrisch gemessen und seine Aufzeichnungen in demselben Bande der Akademie-Schriften p. 103 ff. publicirt, nur konnten selbe, weil später erschienen, bei Abfassung gegenwärtiger Arbeit nicht mehr benützt werden. Fortgesetzte Studien über die Lichenenflora jener Gegenden werden voraussichtlich noch viel Interessantes zu Tage fördern und ist der Verfasser jetzt in der angenehmen Lage, dieselben mit Unter- stützung der ungarischen Akademie vorzunehmen, Dr. G. W. Körber. Lichenes selecti Germaniae Nr. 361-420. (1873.) Die reichhaltige Fortsetzung dieser ausgezeichneten Exsiccaten enthält unter Anderm Beiträge von Dr. Stricker und Glowacki, Dr. Göppert, Stein, Lojka, Barth u. A, 3G1. Cladouia cristatella Fuck. 396. Parmelia detonsa Fr., 392 Ramalina retiformis Menz stammen aus Amerika. Eine neue Art Steinia luridescens Kbr. (n. 403) stellt eine biatoiine Flechte mit polysporen Schläuchen dar. Ausserdem sind noch an neuen Arten Polyblastia Monstrum Kbr. (n. 411) und Psorotichia pelodes Kbr. (n. 415) hervorzuheben. Da diese beiden Lieferungen wieder eine Menge Arten enthalten, die Hr. Körber in seinem Systema u. Parerga beschrie- ben, werden dadurch diese Arten, die bisher nur einem kleinen Kreise bevorzugter Freunde bekannt geworden, auch dem übrigen Publicum bekannt. Solche Nummern sind: 373 Biatorina commutata (Ach.) Kbr. (c. ap !) ; 380 Stigmatomma porphyrium (Mey.) Kbr. ; 382 Li- thosphaeria Geisleri (Beckh) Kbr.; 397 Endocarpon intestiniforme Kbr., 407 Lahmia Fuis- tingii Kbr., 414 Wilmsia (Pterygium) centrifuga (Nyl.) Kbr. (c. ap!), 417 Melanormia veln- tina Kbr. (c. apoth. !) und endlich das bisher immer noch nicht genügend aufgeklärte S[)h lodiiun fuscopurpureuin Mass. — Botanischor JabresbericLt I, 10 146 ' Flechten. B. Stein. Proskau's Flechten. (Verhandlungen des botanischen Vereines der Provinz Brandenburg 14, Jahrg. 1872.) Es werden 1G7 Arten von I'lechten aufgezählt, die Stein während seines drei- jährigen Proskauer Aufenthaltes daselbst zu beobachten Gelegenheit hatte. Darunter be- findet sich eine neue Art Pertusaria phlyctidioides Kbr. n. sp. (mit Diagnose!) und ausser- dem 5 für Schlesien neue Arten: Cladonia incrassata Flk.; Amphiloma medians Nyl.; Ca- tillaria neglecta Kbr. ; Coniangium rugulosum Krmph.; und endlich Poetschia buellioides Kbr. ; (der zweite bekannte Standort !). — An selteneren Arten finden sich darunter Imbri- caria Acetabulum Neck; Candelaria vulgaris Mass; Lecidella Laureri Ilepp; Bactroapora dryina Ach.; Calicium alboatrum Flk.; Cyphelium melanophacum Ach.; Coniocybc crocata Kbr. (wohl eher zu den Pilzen zustellen!), Pertusaria leptospora Nitschke? (st.), Stvickeria Kochii Kbr. und Melauormia velutina Kbr. (st.). ~ B. Stein. Nachträge zur FlecMsn-Fiora Schlesiens, III. Seit dem Erscheinen von des Verfassers II. Nachtrag sind wieder einige neue Bürger für diese an Liclienen so reichhaltige und schon so vielfach durchforschte Provinz zugewachsen. Verfasser hatte sich der Mitwirkung mehrerer ausgezeichneter Licherologen, der Herren Prof. Dr. Körber, Dr. Stricker, Fritze, Hellwig und Roth zu erfreuen und ist daher vorliegende Arbeit eine werthvolle Bereicherung, sowohl für die Wissenschaft überhaupt als auch für die übrigens schon sehr ansehnliche Flora Schlesiens. Viele sel- tene in Körbcis Systema und Parerga beschriebene Arten, wurden jetzt erst wieder auf- gefunden, für andere wieder sind neue Standorte verzeichnet. Solche Seltenheiten sind, um nur Einiges anzuführen: Massalongia carnosa Dcks. ; Acarospora Veronensis Mass.; Rino- dina biatorina Kbr.; Secoliga biforrais Kbr. ; Thalloidima lamprophora Kbr. ; Lecidella nodu- losa Kbr.; Sphinctrina tubaeformis Mass.; Calicium gemcUum Kbr.; Mosigia gibbosaAch.; Belonia russula Kbr. ; Acrocordia scotophora Mass. Neu für die I'lora Schlesiens sind : Cladonia ccspiticia Autt., Aspicilia sanguinea Krmphb,, A. calcarea L f. ochracea Kbr., Thal- loidima Toninianuni Mass.; Toninia cincreo-virens Schaer; Biatorina Bouteillei D. C. ; Leci- della lactca Flk.; Lecidea coerulca Krmph.; L. tumida Mass.; Calicium byssaceum Fr.; Pertusaria chlorantha Zu.; Polyblastia intercedens Nyl.; P. Sendtneri Krmph.; P. fallaciosa Stzb. ; Verrucaria hiascens Kbr.; Arthopyrenia Laburni Leight; Microthelia macularis Hpe, ; Collema cheileum Ach, ß Metzleri Ilepp; Mallotium Ilildenbrandii Gar.; Pecconia corralloi- des Mass. ; Thyrca decipiens Mass.; Sarcosagium biatorcUum Mass.; (S, campestrc (Fr.) Poetsch!). Ganz neu sind: Abrothallus viduus Kbr.; (nomenl), Steinia luridescens Kbr, nov. gen. et spec! (eine biatorine Flechte mit vielsporigen Schläuchen!); Lecidea riphaea Kbr. ad int. Gongylia aquatica Stein n. sp., Psorotichia pelodes Kbr. n. sp. — Im Ganzen sind 120 Species aufgezählt, davon 20 für Schlesien, 5 überhaupt neu. F. Barth. Lichenes Tj;anssylvaniae exsiccati. Nr. 1—50. (1873.) Es sind meist nur gemeinere Strauch- und Laubflechten, die hier in guten Exem- plaren geboten werden. Immerhin hat die Sammlung namentlich dadurch Werth, weil aus jenem Lande, einzelne Beiträge bei Fuss, Körber und Rabenhorst abgerechnet, noch keine Exsicceaten bekannt geworden sind. Auch stellt der Herr Herausgeber die Fort- setzung dieses Werkes in Aussicht und wird hoffentlich später auch seltenere Arten, namentlich aber auch kleinere Stein- und Eindeu-Flechten bieten. Das Interessanteste ist unstreitig Ramalina carpatica Kbr.,' (Nr. 10) in den Grossauer Gebirgen an Felsen, August (1871), die bisher nur von Hausknecht und Fritze in der Tatra und von Referent auf der Kralowa Hola und Drurowa im Liptaucr Com. (Ungarn) gefunden wurde. (Nr. 24.) Imbrica- ria aspera Kbr. (?) med. K.— C— 29. Parmelia speciosa Wulff, (c. ap!) 30. Parmelia tribacia Ach.; med. K.— C— (st!) 36. „Callopisma luteoalbum Mass." ist unbedingt C. cerinum = Nr. 35. 48, Cellema furvum Acb.j in den Grossauer Gebirgen an Baum« atämmeu 1872. Flechten. U7 Dr. H. A. Weddell. Nouvelle Revue des Lichens du Jardin public de Blossac, ä Poiliers. (Extrait des Meuioires de la Sociöte Nationale des Sciences naturüUes de Cherbourg, tome XVII 1873.) Reine Luft, viel Licht, periodische Feuchtigkeit, Substrata verschiedenen Ur- sprunges, die aber zugleich im Stande sind, längere Zeit hindurch der Zerstörung zu widerstehen, dies sind nach des Verfassers treft'ender Ansicht die vorzüglichsten Bedingun- gen für die Entwickhuig einer reichhaltigen Liclienenflora. Bekanntlich hat schon Nylan- der in seinem „Lichens du Jardin du Luxembourg" darauf hingewiesen , dass die Flechten die Nähe grosser Städte zu meiden pflegen. Die Ursache wäre theils in der unreinen Luft, theils in dem Staube zu suchen. — Wenn daher der Verfasser aus der JMenge der auf dieser öffentlichen Promenade gedeilienden Flechten den Schluss auf eine recht gesunde Lage der untersuchten Partie macht, dürfte er wohl im Rechte sein. Eine kurze Be- schreibung der Locahtät ist der Aufzählung vorausgeschickt. Letztere richtet sich nach Nylandors System und Nomenclatur und sind auch die betreffenden Exemplare von Nylan- dcr revidirt worden. Es werden 92 Species und ausserdem noch eine Anzahl Varietäten aufgezählt, unter den letzteren einige neue. Auf die chemische Rcaction ist überall genaue Rücksicht genommen. Auf Seite 16 wird einer Lecanora subfusca mit zweierlei Sporen Erwähnung gethan. Nylander hat in Flora 1874 Nr. 4 die Sache dahin aufgeklärt, dass neben L. subfusca auch Apothecien von Physcia aipolia zerstreut aufsasseu und daher die braunen zweizeiligen Sporen zu letzterer Flechte gehört hatten. J. M. Crombie. Additions to the british Lichen-Fiora III. Journal of Botany 1873, p. 132-135. Verfasser zählt 47 für die britische Flora neue, theils überhaupt als neu aufge- stellte Arten und Varitäten auf; was die uova betrifft, so sind dieselben bereits von Herrn Nylander in den 3 letzten Jahrgängen der Regcnsb, Flora beschrieben. Ausserdem sind aber einige seltene Arten aufgezählt, die Erwähnung verdienen, als: Leptogium am- phineum (Ach.) Nyl.; Alectoria divergens (Ach.) Nyl. ; Ramalina intermedia (Del.) Nyl.; von den Stirpes der Lecanora varia finden sich Lecanora piniperda Kbr. ; L. symmictera Nyl.; L. sarcopis et' homopis Nyl.; L. subintricata Nyl. f. obscurior Nyl. in litt. L. varia et leptacina Smmf. Endlich noch Lecanora peliscypha (Wahlb.) Nyl. ; Ijccidea occnltav Fw. (Zu. Exs. 135.) (Buellia occulta Kbr. Par. p. 186 conf. Arn. fragm. XV p. 4, ist nach Nyl. in litt. = Lecidea leucocliuella (Nyl.) Leight Lieh. Fl. p. 310.) Lecidea misella Nyl., L. nie- taraorphea Nyl., Laenea Duf., L. lavata (Ach.) Nyl., Xylographa parallela v. pallens Nyl., Verrucaria aualeptella Nyl. Crombie. New British Lichens in Grevillea 1873, p. 141. Zählt 4 neue von Herrn Verfasser gesammelte und von Herrn Nylander in Flora 1873 p. 17—23 beschriebene Lichenenspecies auf und gicbt die Diagnosen. Crombie. Lichens of Sowerby's Herbarium Grevillea 1873, p. 158. Es ist in hohem Grade auerkeunenswerth , dass sich der Verfasser die Aufgabe gestellt, gewisse bisher nicht genügend aufgeklärte Spezies au den Originalexcmplarcn zu untersuchen. 1) Liehen pcrforatus E. B. t. 2423 = Parmelia perforata v. ciliata D. C. 2) Liehen physodes E. B. t. 126 = Parmelia physocles et ejus var. labrosa Ach. 8) Liehen incurvus E. B. t. 1375 ist nicht P. incurva Pers. sondern = P. Mou- geotii Schaer. 4) Liehen incaustus E. B. t. 2049 = Parmelia alpicola Th. Fr.; die echte P. cn- causta Sm. ist in Grossbrittanien sebr selten. 5) Parmelia ambigua E. B. S. t. 2796 := P. ambigua (Ach.) Nyl.; und P. alcurites (Ach.) Nyl. 6) Liehen ciliaris E. B. t. 1352 = Physcia ciliarls und deren Varietät actinota Ach.. 7) Liehen pulverulentus E. ß. t. 2063 = Physcia pulycrulenta var. laciniolata Cromb, 10* 148 Flecliteü, 8) Liehen stellaris E. B. t. 1697; nach der Figur zu urtheilen, stellt dieselbe eher Ph. aipolia vor und bildet einen Uebergang zwischen dieser und der Form anthe- lina Ach. 9) Parmelia erosa E. B, S. t. 2807 = Physcia erosa (Borr.) Leight, war von Borrer richtig getrennt von Ph. stellaris v. tribacia, mit welcher sie gewöhnlich ver- wechselt wird. 10) Liehen virellus E. B. t. 1G96 = Physcia obseura varr. virella et ulothrix Ach. 11) Liehen elaeinus E. B. t. 2158 = Physcia adglutinata (Flk.) minime Pannaria eläcina Wählb., welche nicht in Grossbritannien vorkömmt. 12) Liehen cändelarius E. B. t. 1794 = Physcia lychnea Ach. Die wirkliche Lecanora candelaria (Ach) Nyl. ist nicht der Liehen cändelarius der älteren englischen Lichen- ologen. 13) Liehen proboscideus E. B. t. 522 = Gyrophora cylindrica L. ejusque var. den- ticulata Ach. 14) Liehen pellitus E. B. t. 931 ~ Gyrophora polyrrhiza L. 15) Liehen deustus E. B. t. 2483 = Gyrophora floceulosa Iloifm. Das von Swartz abgebildete Fruehtexemplar fehlt im Herb. Sowerby; unter demselben Namen erscheint ein Exemplar von Gyrophora proboscidea aus Schottland, und scheint dasselbe den Liehen deustus Lghtft. Fl. Seot. 11. p. 8G1. darzustellen. J. M. Crombie. On the rarer Lichens of Blair Athole in Grevillea 1873, p. 170. Der Distriet von Blair Athole nimmt den nordwestliehen Theil des Hochlandes von Pertshire ein und ist durchzogen von der Centralkette der Grampians. Obgleich einige wenige Species Lichenon in den älteren englischen Sammlungen vom Ben-y-gloe, dem höchsten Berge dieses Gebirges, vorkommen, so scheint es doch, dass derselbe bis auf die jüngste Zeit von Liehenologen noch gar nicht systematisch durchforscht worden sei. Der Herr Verfasser, welcher dort im Herbste der Jahre 1871—1872 einige Wochen zugebracht, liefert durch die Aufzählung von 65 Species, von denen ein Theil neu, die andern bisher in Grossbrittanien nicht aufgefunden, einen willkommenen Beitrag zur Kenntniss der geogra- phischen Verbreitung der Inchenen überhaupt und für die Flora Grossbritanniens ins- besondere. Referent kann hier nur einige Namen anführen, als: Pyrenopsia fuseatula Nyl. und P. lecanopsoides Nyl., Obryzum dolichoteron Nyl. Pannaria nigra et triseptata Nyl,, Squamaria gelida f. dispersa Cromb., Placodium callopismum f. plicatum Wedd. Leeidea metamorphea Nyl., L. silacea Ach., L. plana Lahm., L. nigroglomerata Lght., L. Gevrensis Th. Fr., var. prolata Nyl., Lithographa tesserata D. C, Opegrapha Turneri Leight., Mela- notheca gelatinosa (Chev.) et cet. J. M. Crombie. New. British Lichens. (Grevillea 1873, vol. H., p, 89.) Bringt die Diagnosen von 15 neuen britischen Flechten, die Nylander bereits in der Flora 1873 p. 289—300 aufgestellt und beschrieben hatte. Hierbei werden nun die näheren Fundorte angegeben, ohne weitere neue Zusätze. W. A. LeightOü Lichenological Memorabilia Nr. 3: Hellbom's Lichens of Lule Lapmark. *) Dr. P. J. Hellbom hatte die Resultate -seiner 1871 nach Lule Lapmark in Gesell- schaft von E. V. M. Hellbom unternommenen Reise bereits anderwärts beschrieben. Von den damals gesammelten Lichenen ist auch Herrn Leighton eine Centurie zugekommen; dieselben werden nun einzeln aufgezählt und verschiedene Bemerkungen daran geknüpft. Ein Theil dieser grösstentheils sehr seltenen Arten ist auch bereits als Bürger der briti- schen Lichenenflora bekannt geworden, was bei den einzelnen Nummern erwähnt wird unter Anführung der speziellen Standorte. Hellbom hatte die Th. Fries'sche Nomenclatur benützt; Leighton giebt nun die in England gebräuchlichen Nylander'schen Namen hinzu. Ausser- dem finden sich eine Menge Citate von Exsiccaten und wird bei mehreren Arten die Prio- *) Cfr. Hellbom ia Botaniaka Notiser 1872 Nr. 4. Flecliten. 149 rität älterer Namen gewahrt, zugleich auch in vielen Fällen das Verhalten der betreffenden Pflanze den chemischen Reagentien gegenüber angegeben. Nr. 6. „Helocarpon crassipcs Th. Fries wird von Fries Lieh. Arct. 178 zu den Baeomycci gezogen; Leighton bemerkt wohl auch, dass sie nuch dem Habitus eine Lecidea mit gehäuften Apothezien zu sein scheine; Nylauder zieht diese Pflanze direct zu Lecidea als L. crassipcs (Th. Fr.) Nyl.; Referent war hocherfreut, diese bisher nur aus dem hohen Norden bekannte Flechte im Jahre 1873 auf dem Retyezät-Gebirge in Siebenbürgen auf- zufinden, ein Fund, der sich dem Nephroma arcticum aus der Tatra (dort von Wahlenberg, Hazslinszky, Kalchbrenner und Lojka gefunden), kühn an die Seite stellen lässt. — (16.) Par- melia lanata (L.) Wallr., soll zu Alectoria als A. lanata (Ach.), gestellt werden. (18.) Rama- lina calicaris Fr. ß. fastigiata minuscula (Nyl.) Th. Fr. = Ramalina minuscula Nyl. , Mon. Rarh. p. G6. — (34.) „Parmelia hyperopta Ach., ist nicht diese Species, sondern P. Aleu- rites (Ach.) Nyl. Flor. 1872, p. 248. — (44.) Pannaria elacina Wablenberg Fl. Läpp. 425 t. 28 f. 3. Dies ist die ächte Pflanze, während jene in E. Bot. 2158 und Leight Lieh. FI. G. Er. 165 wohl zu Physcia adgkitinata (Flk.) Leight 1. c. p. 149 gehört. — (49.) „Dime- laena oreina (Ach.)", durch Kali gelb, daher eher Lecanora Mougeotioides Nyl. , Flor. 1872 p. 3G4 und 427. — (52.) „Placodium melanaspis Ach.", dieser Name muss dem älteren P. alphoplaca (Wahlb.) Nyl. Scand. p. 152 weichen. — (53.) „Aspicilia cinereo rufescens (Ach.). Durch Kali gelb dann rotli dürfte zu Lecanora Myrini (Fr.) gehören ; die ächte A. cinereo- rufescens hat K. - C. — (55.) „Aspicilia pelobotrya (Wahlb.)" ist nicht diese Species, sondern L. panaeola (Ach.) Leight. Lieh. Fl. 280 exs. Smmft. — (51—58.) „Lecanora frustulosa (Dcks.)" gehört zu L. argophohs (Walilb.) Leight. Lieh. Fl. 196. — (63.) „Acarospora badiofusca (Nyl.)" dürfte mit Acarospora (Lecanora) cerviua (Pers.) zu vereinigen sein. — (71.) „Lecanora protuberans (Smmft.)" vereinigt den Habitus einer Lecanora mit den Sporen einer Pertusaria. — (84.) „Rhexopliiale corouata (Tli. Fr.)" = Lecidea rhexoblephara Nyl. Scand. 240. — (96.) „Normandina viridis (Ach.) Nyl." — Der ältere Name lautet N. laete- virens (Turn und Borr.) Leight Lieh. Fl. 408. W. Phillips. Lichens in North- Wales. (Grevillea 1873, vol. IL, p. 27.) Es werden 6 Flechten-Species aufgezählt, die in der unmittelbaren Nachbarschaft von Capel Curig, Nord- Wales, vorkommen, darunter Pilophoron fibula Tuck. , Calicium bys- saceum Fr. , Sphaerophoron coralloides Pers (c. ap. !) und Ijccidea carneola Ach. Intere^ant ist auch das Vorkommen der Opegrapha Chevallieri Leight., auf Knochen. Dr. J. Stirton. Two Lichens from Ben Lawers. (Grevillea 1873, vol. IL, p. 60.) Solorina bispora Nyl., bisher nur aus den Pyrenäen bekannt, hält Verf. für eine gute, sowohl von S. saccata als S. limbata verschiedene Art, welche Ansicht Crombie in Grev. 1873, vol. IL, p. 79 bestreitet. Uebrigens hat Arnold diese Pflanze in Tyrol ge- sammelt und sah Ref. ein Exemplar aus den niederösterreichischen Alpen (Kaxalpe oder Schneeberg) stammend im Herb. Glowacki. Lecidea didymospora Stirton., Verf. giebt die Beschreibung dieser neuen Species, die sonst ziemlich nahe zu L. sanguinaria zu stehen scheint, aber sich durch zweisporige Schläuche unterscheidet. Derselbe. Additions to the Liehen Flora of Great Britain (Grevillea 1873, vol. II., p. 71). Hier werden 6 neue Bürger der britischen Licheneuflora aufgezählt: Pyrenopsis haemalea Smmf. (Ben Lawers); Lecidea botryiza Nyl. n. sp. (mit Diagnose!) von Ben Voir- lich; Lecidea Brayeriana f. ochrodcs Nyl., (Glen Callatar); Lecidea cupreiformis var. leca- nodes Nyl. (Ben Lawers); Lecidea subincompta foribata Nyl. (Ben Lawers); und Lecidea persimilis Nyl. (auf Jungermannia von Carlochan), die Verf. zu Lecidea scapanaria (Car- rington) zu stellen geneigt wäre. Dr. A. V. Krempelhuber. Chinesische Flechten in Regensb. Flora 1873, Nr. 30, p. 465. Rabenhorst hatte in der Flora von 1873, Nr. 18, p. 286, 36 Nummern chinesischer Flechten, die sein Sohn Rudolf in Saison, Hongkong, Wampoa und Shangai gesammelt 150 Flechten. zum Kaufe angeboten. Krempelhuber hatte diese Lichenen bestimmt und giebt nun die Diagnosen zu den neuen Arten, indem er die Zahl der dort gesammelten I'iechten nach- träglich noch um eine vermehrt. An neuen Arten werden 10 heschriehcn. Wenn auch nur wenige Arten enthaltend, so ist dieses Verzeichniss doch ein Schätzenswerther Beitrag so- wohl für die Lichenographie als zur Kenntniss der Verbreitung der Lichenen. Sehr in- teressant ist das Vorkommen einer Anzahl europäischer Arten, a's: Buellia discolor Hepp., B. nigritula Nyl., Parmelia perlata Ach.; P. Mougeotii Schaer., P. couspersa Ehrh., Callo- pisma aurautiacum (Lghtf.) Kbr. f. flavovirescens Wulf; Limboria actinostoma Fr. Im Anhange beschreibt der Verf. noch 4 neue Arten aus Valdivia (ebenfalls von E. Kabenhorst gesammelt), als Nachtrag zu den von Dr. Rabenhorst in Flora 1872 Nr. 28 aufgezählten Flechten von Valdivia det. v. Krempelhuber. Dr. W. Nylander. Observata lichenologica in Pyrenaeis orientalibus. Extrait du Bulletin de la Societe Linueenne de Normaudie, 2e serie, tome VII, Seance du 8 janvier 1873. Caen 1873. Verf. brachte im Juli 1872 einige Tage auf den östlichen Pyrenäen, an der Grenze Spaniens zu und schildert in vorliegendem Werkchen die Lichenenvegetation jener Gegen- den, die bisher fast ganz unbekannt war. Die vorzüglichsten der besuchten Punkte waren: 1) For^a Eeal (c. 3— 500 M. über dem Meere); 2) Costabonne (1200— 2500 M.), unter welch letzterem Namen die Bergspitze zu verstehen ist, welche sich südlich von dem Berge Cani- gou erhebt; 3) die Berge bei Tourde Hassane und Col del Pall (6—900 M.); 4) die Felsen am Meeresstrande zwischen Colliaure und Cap Bearn ; 5) der Meeresstrand zwischen der Stadt Perpignan und dem Dorfe Canet. Die Ausbeute war, wie nicht anders zu erwarten ist, eine glänzende und zählt Nylander 316 Arten aitf (54 darunter neu); diese vertheilen sich nach den Fundorten folgendermassen : 1) ForQa-Real 61 (14 davon neu); 2) La Preste-Costabonne 104 (9 davon neu); 3) La Messane 147 (11 neue); 4) CoUioure 102 (20 neue Arten); 5) Perpignan 25 (darunter keine neue). Bei Untersuchung der Arten hat Nylander überall das Verhalten den Reagentien gegoiiüber, nebst andern Notizen verzeichnet. Ein Auszug aus gedachtem Werk eben würde allein schon die gesteckten Grenzen überschreiten und erlaubt sich daher Ref. nur einfach auf dasselbe zu verweisen, mit der Bemerkung, dass derselbe Aufsatz auch in der Regeusburger Flora 1873 Platz gefunden hat. Dr. W. Nylander. Addcnda nova ad licbenographiam eurftpaeam. (Coutiuuatio quiuta decima in Flora 1873, Nr. 2, p. 17 ss.) Die darin beschriebenen 17 neuen Ai-ten sind folgende: Pyrenopsis pleiobola, Pau- naria furfurascens, Lecanora subcircinäta (Thall. durch K. gelb, dann safranroth, hiedurch von L. circinata unterschieden; hicher zieht Verfasser als Varietät Squamaria circinata? var. farinosa Anzi Symb., p. 7), Lecanora cyrtellina, lividellä, praepostera, coniopta, pseudo- petraea, Lecidea leucophaeopsis, austerula, dolera, mesotropiza, phylliscina, praeuubila, subni- gra, platycarpiza, Arthonia chroolepida. — Der Beschreibung dieser durchgängig von Nyl. neu aufgestellten Specics sind noch folgende Notizen beigegeben: Calicium praestantius Nyl. ist wohl nur eine Form von Cal. parietinum (Ach.) Nyl. ; Parmelia subaurifera Nyl. steht der P. glabra Nyl. nahe, unterscheidet sich aber durch die gelben Soredien auf dem Thallus. Lecanora firma ist nach den nun aufgefundenen Spermogouien eine gute Species, ebenso Pertusaria amara Ach,, die neuester Zeit von Richard an Hainbuchen bei Lamothe mit gut entwickelten Früchten gefunden wurde; sie besitzt Isporige Schläuche. Lecidea lavata (Ach.) früher als Varietät zu L. petraea gestellt, wird als gute Species zu betrachten sein. Lecidea enalliza Nyl. fällt zusammen mit L. myriocärpoides Nyl. Celidium subfuscae Arnold wird in Leci- dea subfuscaria Nyl. umgetauft; Richard hat sie ebenfalls auf Lee, subfusca (campestris Schaer) in West-Frankreich gesammelt. Flechton. 151 Derselbe. Addenda nova ad lichenographiam europaeam. (Continuätio sexte de- c'mä. — Flora 1873, Nr. 18, p. 289 sqq.) Verfasser beschreibt hier wieder 31 neue Arten und (in notula) ein neues Genus TLelococcum, wohin Thelocarpon albiJum Nyl. Pyrenoc. p. 9 gezogen wird. Die neuen Arten sind folgende: CoUcmopsis fuliginascens, Lecanora fugiens, actaea, 'spodophaeiza, chlo"ophacodes , atrynella, rubiginans, päroptoides, anoptä, conglomerans, carneopallens ; Lecitlea tenuicula, leucophaeoterä, subiusequens, symmictiza, atropurpurascens , sub- sphäeroides, hemipolioides, carneoglauca, scotinoides, contiguella, deludens, subgyratula, confoelerans , delimis, subviridis, lutulata, Urceolariac; Endococcus subsordoscens, Myco- porum populncllum, physciicola. (Die beiden Genera Mycoporum und Endococcus haben keine Pyrenien, sondern Peridien, wären daher wohl richtiger bei den Pilzen unterzu- bringen.) Hieran schliessen sich wieder einige Notizen, die um so wichtiger sind, als einerseits nur Wenige unter den deutschen Lichenologen in der angenehmen Lage sind, Nylander'fcche Original-Exemplare zu untersuchen, andrerseits Nylander selbst eine grosse Anzahl der von deutschen und italienischen Autoren aufgestellten Arten bisher unbekannt geblieben waren und sich die Syuonymie bei der Unzahl neu aufgestellter Ai'ten von Tog zu Tag unentwirrbarer gestaltet. — Paraelia exasperatula dürfte als Subspccies zu P. exäsperata zu stellen sein. Cladonia deccrticata Flk. L. D. Nr. 75, Coera. Gl. Belg. Nr. 104 unterscheidet sich als selbstständige Species sowohl von C. pityrea Flk. (zu welcher auch C. acumiuata Ach. gezogen wird), als auch von C. macro]ihylla Schaer. Alle 3 haben offene, nicht geschlos- sene Becher. Cladonia decorticata Flk. unterscheidet sich von C. macrophylla Schaer, (= C. decorticatx Fr. Nyl.), durch viel grössere Sporen. Für Eiatora viridiatra Stcnh. wird der Name Lecideä luteo-atra Nyl. vorgeschlagen. Lecanora symmicta Ach. ist nicht zu symmicta Nyl., Flora 1872, p. 249. sondern zu symmictera Nyl zu ziehen. Lecanora xylitella gehört zu L. heterella Nyl.; Lecidea poly- carpa, var. soriata Bägl. u. Garest, ist eine gute Art, für die der Namen L. oonturmaus Nyl. aufgestellt wird. Aspicilia olivacea Bagl. u. Carestia ist Lee. cupreoatra Nyl.; Opc- grapha rufescens ist wegen der Spermogonien von 0. herpetica zu trennen. Pyrenula areo- lata Ach, Syn. p. 122 scheint Subspecies der Verr. clopimra. Der Name Verr. ana- leptoides Nyl. in FIcra 1867, p. 180 wird in V. analeptiza Nyl. zu verändern sein, da Baglietto und Carestia bereits 1864 eine gleichnamige Species aufgestellt haben, die auch Referent (teste Nyl. in litt.!) 1873 auf Corylus im Nuksoraer-Thal in Siebenbürgen gesammelt hat. Arnold. Lichenes exsiccati. (Nr. 480-526.) Die vorliegende Fortsetzung dieser ausgezeichneten Sammlung schliesst sich dem früher erschienenen würdig an. Nächst einer Anzahl neuer Species, wie Rinodina buelli- oides (Metzl. in litt.) Arn., Diplotomma porphyricum Arn., Sporodictyon clandestinum Arn., nebst mehreren neuen Varietäten sind viele Species ausgegeben, die bei uns bisher noch gar nicht oder sehr selten gefunden worden waren. Besonders interessant sind namentlich mehrere von Nylander aufgestellte Arten, die dem deutschen Publicum bisher unbekannt geblieben waren, wie Scoleriua bispora, Lecidella subkochiaua, Thelopsis melatholia, Mi- croglaena pertusariella. Durch Herausgabe der Nummer 480, ist nunmehr die Alectoria Umhausensis Auwd., aufgeklärt, welche sich als Leptogium lacerum Ach. v. fimbriatum Hoff, herausstellte. Die meisten Nummern stammen aus dem fränkischen Jura, den bay- rischen Alpen und sind von Arn. selbst gesammelt. Einzelne Beiträge lieferten aus West- phaleu: Lahm, aus Genf: Müller, aus Pommern Minks. — J. M. Cromble. Note on Lecanora Ralfsii. Grevillea 1873, p. 13. Der Herr Verfasser weist nach, dass Lecidea Ralfsii Salw. von dem Entdecker in Ann. Nat. Hist. Soc. Penzance (1853) beschrieben, später von demselben Autor (1860) in litt, mit dem Namen Lecidea Muddii belegt worden sei. Ein Exemplar der L. Ralfsii war früher im Penzance-Museum vorhanden und wurde seinerzeit von Mudd, zur Zeit, als er 252 Flechten. sein Manual schrieb, vou dort entlehnt, ohne jedoch wieder zurückgelangt zu sein. Aiu Grund neu aufgefundener Exemplare, die auch Nylandcr gesehen, und die ganz mit oben erwähnter Beschreibung der Lecau. Kalfsii stimmen und namentlich auch desshalb, weil dieselben mit Lecidea Muddii identisch erscheinen, fühlt sich der Verfasser veranlasst, (fem Namen Lecanora Ralfsii, als dem älteren, die Priorität zu vindiciren. Derselbe. Note on Solorina bispora (Nyl.). (Grevillea 1873, vol. IL, p. 79.) Schon Nylander sagt bei der Aufstellung dieser Specits (Syn. p. 331), „fd'sitan tantum varietas saccatae limbatae maxime propinqua, sed quiim transitum uullum viai, eam seorsira exponere debui." — Dieser erwähnte Uebergang zeigt sich eben nach Verf. in Anzi Exs, Langob. 46, wo die Schläuche sowohl zwei- als viersporig vorkommen und bei einem Exemplar, von räUiu, das sich unter dem Namen Solorina limbata in des "Verfassers Ilerbar befindet und fast durchgehends viersporige Schläuche zeigt. Es Hesse sich daher S. bispora schwerlich von S. limbata trennen und letztere müsste auch als Var'etät zu S. saccata gezogen werden: S. saccata (L.) mit viersporigem und häutigem Thallus; die Varie- tät limbata (Smmf.) mit vier, selten zweii^porigen Schläuchen mit untcrbrocheaem eigenen Thallus, der nur die Apothezieu umsäumt und sonst durch einen fremden (CoUema?) Thal- lus ersetzt ist. Dr. Arthur Minks. Leptogium cornicnlatum (Hoffm.) Mks. Eine Monographie in Flora 1873, Nr. 23, cum Tab. IV. Eine mit vielem Fleissc durchgeführte Ai-beit, die dem Verfasser nach mancher Richtung hin recht überraschende Resultate geboten hat. Dieses Pflänzchen hat eine sehr interessante Geschichte. 1795 wurde es von Hoffmann (Deutschi. Flora II., p. 105) als Collema cornicnlatum beschrieben, 1799 stellte Bernhardi (Schrad. Journ. f. d. Bot. L, 21) seinen Liehen palmatus auf. Es lässt sich bei der Neigung der vorliegenden Flechte, zu variiren, sehr leicht erklären, dass die verschiedensten Forscher in ihron Meinungen über dieselbe auseinander gingen. Was aber namentlich hiezu beigetragen tabeu mag, ist, dass die Flechte so äusserst selten mit Apothecien gefunden worden. Der Verf. war so glück- lich, fructificirende Exemplare auf dürrem Sandboden bei Höckendorf, nächst Altdamm in Pommern zu entdecken und gelangte bei d'er Untersuchung dieser Exemplare zu der Ueber- zeugung, dass die fragliche Flechte bisher mit Unrecht für angiocaip gehalten wurde, in- dem die Früchte, vom scheinbaren Perithecium angefangen, alle Stadien durchmachen, bis sie zu wirklichen Scheiben werden, ein Vorgang, der sich z. B. auch bei Pertusaria bryontha Ach. verfolgen lässt. Zudem findet Verf. den inneren Bau so übereinstimmend mit Lepto- gium, dass er die vorliegende Pflanze unter dieses Geiuis bringt. Herr Nylander (cfr. Flora 1872, p. 353) ist bekanntlich der Ansicht, dass die Obryzum-Arten i'arasitcn auf Collema seien. Auf der beigegebenen Tafel sind 4 verschiedene Abbildungen von Apothecien in verschiedenen Stadien, Paraphysen, "Sporen und Spermaticn, sowie der Ursprung der Apo- thecien aus dem Thallus recht anschaulicli dargestellt. E. Bornet. Recherches sur les Gonidies des Lichens. (Annales des Sciences Natu- relles 5. Serie, tome XVII., 1. Cahier.*) Der Verfasser beginnt mit einer Beschreibung des Lichenen-Thallus, bestehend aus Filamenten, den sog. Hyphen und aus gefärbten Zellen, den Gonidien, bemerkend, dass be- reits seit längerer Zeit die Aehnlichkeit der Gonidien mit gewissen Algen beobachtet wor- den sei. Neuere Untersuchungen haben viel Licht darüber verbreitet, namentlich um zu beweisen, dass diese Aehnlichkeit nicht nur oberflächlich, oder auf einige wenige Beispiele beschränkt sei. Schwendener hat in seinen Publicationen die Aehnlichkeit der Gonidien mit 8 Algen-Typen nachgewiesen. Zur Erklärung dieser nachgewiesenen Aehnlichkeit sind wohl verschiedene Wege eingeschlagen worden. Einige erblickten darin bloss einen Zufall, Andere hielten die betreftenden Algen für unentwickelte Stadien von Lichenen, während endlich noch Andere der Theorie huldigen, dass die Lichenen complicirte Gebilde seien, "•■'■) Cfr. Philipps: An Abstract of M. Bornets Paper on tho Gonidia of Lichens. (Vom Ref. benützt.) Flechten. 15 c» bestehend je aus einer besonderen Art von Pilz, ik-r parasitisch auf einer Alge lebt. De Bary war der Erste, der diese Theorie aufstellte, aber erst Schwendeuer führte dieselbe ncäher aus und bekleidete sie mit einem Schein von AVahrscheinlichkcit. Schwcndener giebt an, dass er die Hyphcn des Lichenen-Thallus in das Laub verschiedener Algen eindringen sah, so bei Sirosiphon, Nostoc und Gloeocapsa. Die Hyphcn umgeben die Gonidicn mit einem Netzwerk, ähnlich dem, womit eine Spinne ihre Beute umstrickt und bei einer be- stimmten Anzahl von Gattungen (Roccella, Arnoldia, Lempholerama und Pannaria) verbinden sie sich innig mit den Gouidien. Bornet neigt sich der Ansicht zu, dass die Theorie des Parasitismus allein es sei, welche zur Erklärung aller bisherigen Beobachtungen dienen könne. Andererseits aber schreibt er die Nichtanerkennung dieser Theorie von Seite der Lichenologen dem Umstände zu, dass Schwendeuer viel zu wenig Gewicht auf die Natur der Verbindung zwischen Hyphen und Gouidien sowohl, als auf die Art, in welcher dieselbe vor sich geht, gelegt habe. Der Kern der Frage ist daher, zu beweisen, dass das Gonidium mit einer Alge identisch sei, doch ist dies nicht entscheidend genug wegen der entgegen- gesetzten Interpretation der Thatsachen durch die HH. Famintzin und Baranetzky, welche zugleich mit Schwendeuer die Identität zugeben. Es ist daher unumgänglich nothwendig, zu erweisen, dass die Beziehungen zwischen Hyphen und Gouidien derartige sind, dass sie nothwendiger Weise auf dem Parasitismus beruhen, und dass andererseits diese Beziehungen gar nicht anders verstanden werden können. Auf diesen Punkt nun richtet Bornet sein Hauptaugenmerk, zugleich zugestehend, dass die einschlägigen Untersuchungen unter die schwersten der mikroskopischen Anatomie gehören. Bornet geht nun die Algengattungen durch, welche er in den Lichenen nachweisen zu können glaubt, vor Allem die Chlorophyll führenden (Trentepohlia, Phyllactidium, Protococcus), und in zweiter Linie die phycochrom- haltigen (Scytonema, Stigonema, Nostoc, Gloeocapsa). Algen gefärbt durch Chlorophyll : Trentepohlia Mart. , urafasst kleine mit Conferva verwandte Algen, die wie Cladophora verästelt sind, sich aber dadurch unterscheiden, dass sie nicht das Wasser bewohnen. Sie leben meist zerstreut auf Rinde, Holz, Felsen und Moosen und erreichen ihre höchste Entwicklung an feuchten und schattigen Orten. Ihre schöne Orangefärbung verändert sich im Herbar in Grau, ihr Geruch nach Veilchen oder richtiger nach Cantharellus cibarius erhält sich auch später noch und macht sie leicht kenntlich. Die grosse Aehnlichkeit der Trentepohlia umbrina mit den Gouidien vieler Graphideen und Verrucarieen erkannte schon De Bary. Schwendeuer hat dieselbe bestätigt und überdies noch für das Genus Roccella dieselbe Eigenthümlichkeit nachgewiesen. Bornet weist diese Aehnlichkeit au 13 Flechten-Gattungen nach: 1) Roccella tinctorea Ach., R. phycopsis Aeh., R. fuciformis Ach., 2) Lecanora (sp. pl.), 3) Dirina repanda Nyl. , 4) Coeno- gonium Linkii Ehrenb. , C. confervoides Nyl., 5) Byssocaulon niveum Montg. , 6) Lecidea lutea Schaer., L. microsperma Nyl., 7) Graphis elegans Ach., G. contexta Pers. , G. hete- rospora Nyl., 8) Opegrapha varia Pers., 0. Herbarum Mont., 9) Stigmatidium crassum Duby,, 10) Arthonia cinnabarina Wallr., 11) Melaspilea arthonioides Nyl., 12) Chiodecton myrticola Fee; C. nigrocinctum Montg., 13) Verrucaria nitida Schrad. Es wäre voreilig, die Spccies von Trentepohlia aufzählen zu wollen, die mit Lichenen im Zusammenhange stehen dürften, da einerseits ihre Species noch nicht genügend begrenzt und übrigens auch die Flechten in dieser Beziehung zu wenig bekannt sind. Gewiss ist nur, dass die Goni^ dien mehrerer ganz verschiedener Lichenen viel Aehnlichkeit mit Trentepohlia umbrina haben, daher sie vorläufig unter diesem Namen figuriren. Wenn man einen Schnitt durch eine Rinde führt, auf welcher Opegrapha varia (Pers.) wächst und hiebei jene Partie der Rinde aussucht, wo der weisse Fleck des Thallus nicht sehr bemerklich ist, sieht man, dass der Thallus aus einem lockeren Gewebe von Filamenten und aus gelblichen, ovalen Gonidien besteht, welch letztere rothbraune Körnchen enthalten. Bei näherer Untersuchung bemerkt man, dass die Hyphen sich über, den sicht- baren Thallus hinaus erstrecken, wobei dieselben derart an Zahl abnehmen, dass sich auch ganz isolirte Fäden nachweisen lassen. Auf derselben Rindenpartie zeigen sich auch andere Fäden von durchsichtigem Grün, viel breiter, als die Hyphen und gebildet aus aneinander- gereihten und an ihren Gliedern lose zusammenhängenden Zellen. Die Anordnung dieser 154 Flechten. Zellen und ihre Wachsthumsweise zeigt, dass sie zu Trentepohlia gehören. An den Gren- zen dieser awei Vegetationen finden sich Stellen, wo Hyphen und Trentepohlia derart ver- wischt sind, dass sie sich am besten zur Beobachtung eignen. Die Aeste der Hyphen hef- ten sich an irgend einen Theil der Alge — und zwar ist es ganz gleichgiltig, ob der Theil jung oder alt ist — und setzen sich mit den einzelnen Zellen in Berührung. Oft ist nur ein Theil des Algeufadeus oder r.ur eine Zelle von der Hyphe berührt, doch öfters legt sich die Hyphe ganz an und folgt allen Krümmungen ihrer Oberfläche, indem sie fort- während Aeste abgibt, welche Armen gleich, kleinere oder grössere Partien der Zellen, welche sie berühren, umspinnen. Das Wac;hsthum der Ilyphe wird angeregt durch die Berührung mit der Trentepohlia, an den Berührungspunkten schwillt sie an und breitet sich aus, ihre Zellen werden kürzer, verästeln sich stark und umschliessen zuletzt die Alge mit einem dichten Netzwerk. Die Hyphenfäden liegen oft in den Zwischenräumen, wo sich die Zellen der Trente- pohlia berühren; hiedurch entsteht eine Zusommenziehuug, welche ein Zerreisseu des Al- genfadens in Stücke von verschiedener Länge verursacht. Diese Stücke werden nun durch die Hyphen in Gonidien umgewandelt, ganz gleich jenen in dem ausgewachsenen Thallus der Opegrapha. In keinem Theile des Thallus und in keinem Stadium seines Wachsthums lässt sich etwas bemerken, was anzeigen würde, dass die Trentepohlia durch die Hyphen hervorgebracht würde. Yerrucaria nitida (Schrad.) und Rocella phycopsis (Ach.) liefern ausgezeichnete Beispiele von demselben Vorgänge. Von exotischen Lichenen wurden untersucht Chiodecton nigrocinctum Montg., Ivccidea microsperma Nyl., Pjyssocaulon niveum Montg., und Coenogonium. Sie enthielten Gonidien von einer Trentepohlia, die von der in unsern einheimischen Flechten vorkommenden verschieden ist. Coenogonium Liukii Ehrenb. bietet gerade ein sehr günstiges Objekt für einsthlägige Beobachtungen. Der Thallus besteht aus gegliederten Fäden, deren Farbe im Ilerbar graugelb ist, umgeben und zusammengehalten durch ein Netzwerk von farblosen und viel feineren Fäden , welche wohl Hyphen darstellen. Schwendener hält die gegliederten Fäden für eine mit Clado- phora verwandte Alge, während Herr Bornet sie als mit Trentepohlia verwandt erklärt und behauptet, er hätte beobachtet, dass dieselbe durch die Hyphen von unten nach oben angegriffen wurde. Die unteren Zellen waren von einem dichten Netzweik umhüllt, wäh- rend die oberen noch ganz frei waren. In einzelnen Fällen beobachtete er auch, dass die Hyphe den Algenfaden ziemlich entfernt von seiner Basis angreift und die unteren Zellen unberührt lässt. Zu Opegrapha filicina (Montg.) liefert Phyllactidium (Kütz.) die Gonidien, indem die Hyphen die Alge in einem bereits fortgeschrittenen Stadium ihrer Entwickelung an- greifen. Bornet machte eine Reihe von Versuchen mit Protococcus viridis (Ag.), auf welche er die Sporen von Parmelia parietina gestreut, in der Absicht, zu beweisen, dass die von diesen Sporen erzeugten Hyphen sich an die einzelnen Zellen oder eine kleine Gruppe der- selben anschliessen und andre Körper in der' Nachbarschaft verschmäht. Weiter untersucht Bornet phycochromhaltige Algen, welche sich von den chloro- phyllführenden nicht allein durch die blaugriine Farbe, sondern auch durch das constante Fehlen der Cellulose-Membran unterscheiden. Dieselben sind sehr weit verbreitet, liefern die sogenannten Glaucogonidien und bilden den grössten Theil des Phycolichencn-Thallus. Ihre Zellen sind zerstreut oder in Reihen, oder perlschnurartige Fäden gruppirt. Algen, gefärbt durch Phycochrom, liefern nach Bornet die Gonidien zu folgenden Lichenen und zwar: Calothrix (Ag.) liefert die Gonidien zu Lichina confinis und L. pyg- maea Ag. ; Scytonema (Ag.) zu Ephebella Hegetschweileri Itzigsohu ; Stereocaulon ramulosum Sw. (Cephalodien) ; Pannaria hypomelaena Nyl.; P..triptophylla, var. nigra Nyl., Coccocarpia molybdaea Pers., Erioderma unguigerum Nyl., Dictyonema scriceum Montg. — Lyngbya Ag. zu Stereocaulon ramulosum. — Nostoc Vauch. liefert die Gonidien zu den folgenden Gat- tungen Gallertflechteu : CollemaAch.; Arnoldia u. Physma, Mass.; Leptogium Fr.; Obryzum Wallr.; zu den Cephalodien von Stereocaulon, zu Nephromium Nyl., Stictina Nyl., und einer Anzahl von Pannaria-Artea unter den Flechten mit geschichtetem Thallus. — Stigo- Flechten. 155 nema Ag. liefert Gonidien für Lichenospliaeria Lenormandi Born., Spilonema paradoxuni Born., Ephebe pubescens Fr. und zu den Ccphalodien von Stcreocaulon furcatum Fr.; Gloeocapsa Ktg., für Synalissa und Ompbalaria D. R., Phylliscum Nyl., Cora Fr. und bei einer bestimmten Anzahl von Stereocaulon die Cephalodien. Bornct hat die Anwesenheit von Glaucogonidien in folgenden 23 Gattungen nachgewiesen: Ephebella Itzigs., Licheno- sphaeria Born. Mscr.; Spilonema Born.; Ephehe Fr., Lichinia Ag., Synalissa D. R., Paulia Fee., Omphalaria D. R., Phylliscum Nyl., Colloma Ach., Lcptogium Fr., Stereocaulon Schreb. (in den Cephalodien), Nephromiura Nyl., Peltigera Hoflfm., Stictina Nyl., Psoroma Fr., Paunaria Del., Coccocarpia Pers., Erioderma Fee., Heppia Nacg., Cora Fr., Dictyonema Ag. (=Dichonema Neos a. E.); Verrucaria Pers. — In einigen Arten herrschen die Hyphen im Thallus vor, indem nur eine dünne Gonidienschichte unter der Rinde zu finden ist, während in andern das Gonidial-Element vorherrscht. Diese Verschiedenheit hängt nach Bornet in der Regel mit der Art zusammen, wie das Gonidium durch die Hyphe angegriffen ist. In ersterem Falle schmiegt sich die Hyphe mehr an die Oberfläche der Alge, ohne in ihr Inneres einzudringen, indem sie ihre normale Form zerstört und ihr das Aussehen von Trentepohlia und Protococcus giebt, während im letzteren die Hyphe in den Aestchen der Alge selbst, d. i. ins Innere der Zelle oder in die Gallerthülle eingedrungen ist. welche die Zel- len zusammenhält. Nächst den angeführten Flechten, bei welchen sich die Hyphen auf die Oberfläche der Alge befestigen, kann noch Stereocaulon ramulosum Sw. erwähnt werden, in dessen Cephalodien Bornet beim Durchschnitte lange, gekrümmte Fäden fand, die von Hyphen umschlungen wurden. So auch Coccocarpia molybdaea Pers., in deren jungen Aes- ten perlschnurartige Gonidien gefunden wurden, an welchen man unbedingt die Aehnlich- keit mit Scytonema erkennen konnte, wie es zerstreut auf der Rinde gefunden wurde, auf welcher die Flechte wuchs. Unter den erwähnten Flechten, bei welchen die Hyphen in das Innere der Alge dringen, ist Arnoldia minutula Born. n. sp. erwähneuswerth. Diese Flechte ist sehr klein, dem blossen Auge kaum sichtbar, birnförmig oder länglich und wächst auf Erde. AVenn man dünne Schnitte untersucht, so zeigen die rosenkranzartigen Gonidienschnüre hin und wieder (unabhängig von den Heterocysten) Zellen, die grösser als die andern und von einer dickeren Membran umschlossen sind. An jeder dieser Zellen haf- tet ein kurzer Faden, welcher einen Theil des Hyphengewebes bildet. Die Veränderung, welche diese Zellen aufweisen, zeigt, dass die Berührung derselben mit dem Ende des ein- gebohrten Fadens keine zufällige sei, sondern dass die Hyphe am Gonidium eine starke Veränderung hervorruft. Unter ihrem Einflüsse wird die Zelle erweitert und mit einer dickeren Membran umgeben, Avelche die gewöhnliche Zelle nicht besitzt. Dies ist begleitet von einer Veränderung des Farbstoffes, welcher sich in eine körnige Substanz und in ein farbloses Fluidum sondert, während die dem Anheftungspuakte gegenüber liegende Partie der Zelle zusammenschrumpft, bis das ganze Gonidium eine todte Membran wird. Die Er- scheinung beginnt in dem Augenblicke, wo das Ende eines Hyphenfadens mit einer Algen- zelle in Verbindung kommt. Schliesslich glaubt Bornet folgende 2 Sätze bewiesen zu haben : 1) Jedes Gonidium einer Flechte kann als von einer Algenspecies stammend, auf dieselbe zurückgeführt werden. 2) Das Vcrhältniss der Hyphen zu den Gonidien ist ein derartiges, dass alle Mög- lichkeit ausgeschlossen ist, dass der eine Organismus durch den andern hervorgebracht werde und dass nur die Theorie des Parasitismus dieses Vcrhältniss zu erklären genügt. Dieser Abhandlung sind eine Menge prachtvoll gezeichneter und colorirter Tafeln beigegeben. Dr. II. A. Weddell. Las Lichens du masr.if granitique de Liguge au point de vue mineralogiqac. (Bxtrait du Bulletin de la Societö botanique de L'ranco 1873.) Idem. Sur le röle du substratum dans la distribution des Lichens saxicoles. (Comptes rend. 1873. Tome 76, p. 1247.) Der Eiufluss der chemischen oder mineralogischen Beschaffenheit des Bodens lässt sich in vielen Fällen nachweisen, während er in andern Fällen gleich Null zu sein scheint. 156 Flechten. Verfasser hat bezüglich des Verhaltens den Substraten gegenüber eine grössere Anzahl von Lichenen beobachtet und glaubt nun , die Beziehungen zwischen den Lichenen und dem von ihnen bewohnten Substrate erklären zu können. Das Aussehen der Flechtenflora gewinnt ein ganz anderes Ansehen beim Uebergange von einem mineralogischen Substrat zum andern, z. B. ändert es sich sehr, wenn man vom Kalk auf kieselreiches Terrain kommt. Dies beweist nun wohl, dass die meisten oder doch die auffallendsten Arten, die auf Kalk wachsen, diesem eigenthümlich sind und ebenso verhält es sich mit dem Kiesel. Doch kann man sehen, dass eine Anzahl der Flechten auf beiden Subsl raten gedeihen und endlich findet man auch, dass zahlreiche Arten, die nur auf Kiesel wachsen und den Kalk fliehen, dennoch auch auf organischem Substrat zu finden sind, z. B. auf Holz oder Baumrinde. Wieder andere findet man nie auf lebendem Substrat, dagegen aber sowohl auf Kalk als auf Kiesel. Endlich giebt es Flechten, die bezüglich der Unterlage ganz indiiferent sind, wie viele unter den Phanerogamen , welche in verschieden beschaffenem Boden gedeihen können. Nach dem Verfasser sind es zweierlei Ursachen , Avelche die besondere Vorliebe gewisser Flechten für ein bestimmtes Substrat erklären können, die einen hängen fast durchaus von der Entwicklungsdauer der Pflanze ab, die andern sind mehr oder weniger an die chemische Beschaffenheit des Substratums gebunden. Mit Rücksicht auf die Staudorte theilt Verfasser die steinbewohnenden Flechten in folgende 5 Categorien: 1) Flechten mit langsamem Wachsthum, die darum ein Substrat benöthigen, das den atmosphärischen Einflüssen fast unendlich widerstehen könne. Dies sind die Lichens silicicoles , kieselholde Flechten , von denen aber einzelne doch auch auf sehr hartem Kalk, nie aber auf organischer Unterlage vorkommen, z. B. Lecanora ventosa, Lecidea contigiia, Lecidea geograpjiica (kommt auch auf Rhododendron vor. Ref.). 2) Flechten mit schnellem oder langsamem Wachsthum, welche vor allem eine neutrale Unterlage verlangen, d. h. eine solche, die auf sie keinen schädlichen Einfluss ausüben kann. Diese Flechten sind ebenfalls kieselhold, kommen aber auch auf Rinden, nie aber auf Kalk vor; (Lichens silicicoles calcifuges), z. B. Parraelia saxatilis, P. caperata, Lecidea disciformis (Buellia leptocline (Fu.) Kbr.? Ref.!). 3) Lichenen, deren Apothecien die Eigenschaft besitzen, sich in die ihnen zur Unterlage dienenden Felsen zu versenken, so dass, um die Apothecien aufzunehmen, deren Oberfläche unter ihrem Einflüsse sich vertieft. Dies sind die calcivoren Flechten (Lichens calcivores); sie kommen nur auf Felsen vor, auf welche die Apothecien lösend einwirken können, oder auf einem Substrat, dessen Oberfläche weich genug ist, um ihrem Drucke nachzugeben, z. B. Lecidea exanthematica. Lecidea calcivora, Verrucararia immersa. 4) Lichenen, welche eine ausschliessliche Vorliebe für Kalk haben und sonst auf keiner andern Unterlage bestehen können. Dies sind die kalkholden Flechten (Lichens calcicoles), z. B. Lecanora candicans; Lecanora Callopisma; Lecanora teicholyta; (letztere kommt aber namentlieh gern auf Dachziegeln vor. Ref !). 5) Lichenen, welche fast indifferent auf allen Arten von Substratum wachsen, om- nicole Flechten (Lichenes omnicoles), z. B. Physcia parietina; Lecanora subfusca; Lecidea parasema etc. Diese Eintheilung der Flechten nach dem Substrate ist in beiden oben citirten Ar- beiten fast gleichlautend aufgenommen. In den Lieh, du massif granitique ist nun der Granit von Liguge, der sich inmitten eines sonst fast nur aus Kalk bestehenden Theils des Departements Vienne, nicht weit von Poitiers erhebt, zum Objekt des Studiums ge- macht und werden daselbst nach Nylanders System und Nomenclatur 146 Species Hech- ten aufgezählt, darunter wohl mehrere seltenere Arten, aber keine neuen. Bei jeder Spe- cies ist es eigens erwähnt, welcher der obenerwähnten Categorien sie angehöre. Die Be- stimmungen sind von Nylander durcligesehen worden. AVeitere diesbezügliche Untersuch- ungen dürften noch manche interessante Daten zu Tage fördern, namentlich ist es interes- sant, dass Arnold neuerer Zeit eine Menge Steinflechten auf Rhododendron gesammelt hat. Moose. 157 Moose. Referent H. Müller (Thurgau). I. Morphologie und Physiologie. 1. H. Leitgeb. Zur Morphologie der Metzgeria furcata. (Mittlieilungen des natunv. Vereins für Steiermark. Jahrg. 1872. 12 Seiten mit 2 Taf.) Die Sexualorgane von Metzgeiia sitzen auf der unteren Seite des Tliallns, zwischen diesem und besonderen Hüllen. Da nun die Angaben verschiedener Autoren über ihre Stellung und den morpliologischon Werth der sogenannten Hüllblätter sich widerspraclien. so unterzog der Verfasser diese Punkte einer gründlicheren Untersuchung. Die männlichen Hüllen kommen in zwei verschiedenen, jedoch durch Uebergänge verbundenen Grössen vor; die weiblichen stimmen im Wesentlichen mit ihnen überein. Beide lassen sich ganz leicht, ohne dass sie beschädigt würden, vom Thallus losreissen und tragen auf ihrer oberen, die- sem letzteren zugewendeten Fläche, die Geschlechtsorgane. An den männlichen Hüllen lässt sich besonders schön sehen, dass die Antheridien alternirend, auf beiden Seiten der Mittelrippe, in aki'opetaler Folge entstehen, ganz wie auf der anderen, der Unterlage zu- gewendeten Fläche der Hülle die Haare. Hiemit fällt aber auch jene Annahme hin, als wäre die Hülle ein Blatt und würden die Generationsorgane von einem verkürzten axillären Sprosse getragen. Noch schlagender zeigt dies die Entwicklung und der Bau der Hüllen, denn hierin stimmen diese ganz mit den Laubachsen überein: Es findet sich dieselbe zweiseitige Scheitelzclle und auch die Segmeute zeigen in ihren weiteren Theiluugeu ganz dasselbe Verhalten. Zudem finden sich zwischen den Hüllen, in gleicher Weise wie diese an derselben Frons inscrirt auch Laub- achsen, und der Verfasser hat sogar Bildungen entdeckt, welche das Aussehen und weitere Wachsthum vegetativer Sprosse zeigten, jedoch wie männliche Hüllen auf ihrer oberen Fläche Antheridienanlagen trugen. Hieraus folgt klar, dass die Geschleclitshüllen von Metzgeria den Laubsprossen der Pflanze morphologisch gleichwerthig sind , und dass die Geschlechtsorgane an der concaven Rückenfläche des Sprosses, nahe dessen Scheitel sich bilden (ähnlich wie bei Aneura und Pellia). Es entstehen zwar die vegetativen Adveutiv- sprosse gewöhnlich endogen aus der Rippe, die Hüllen dagegen meist aus einer oberfläch- lichen Zelle derselben; allein es können einerseits auch endogen entstandene Sprosse Ge- schlechtsorgane tragen, während anderseits vegetativ entwickelte Sprosse zuweilen auch exogenen Ursprung zeigen. Es scheint demnach die spätere physiologische Bedeutung der aus der Mittelrippe entspringenden Sprosse nicht schon durch die erste Anlage bestimmt zu werden, sondern erst nachträglich zur Geltung zu kommen. Die Entwicklung der Archegonion und Antheridien findet genau in derselben Weise statt, wie es Verfasser für Radula früher beschrieben hat. 2. F. Rienitz-Gerloff. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte des Lebermoossporogoniums. (Inaugural-Dissertation. Berlin. 40 Seiten mit Holzschnitten.) Das Sporogonium der Lebermoose, welches als Produkt der geschlechtlichen Fort- pflanzung auftritt, hat seit Hofmeisters „Vergleichenden Untersuchungen" keine Bearbeitung mehr gefunden und es entspricht desshalb diese Arbeit wirklich einem Bedürfniss. Es ist unmöglich, an dieser Stelle die Resultate der gemachten Untersuchungen ia ihrer Vollständigkeit wiederzugeben, da sie zum Theil in Feststellung von etwas compli- cirten Zellfolgen bestehen, ich verweise auf die Arbeit selbst, hingegen will ich noch an- führen, dass Entwicklung und Bau des Sporogoniums für folgende Species genauer unter- sucht wurden: Riccia glauca, Marchantia polymorpha, Pellia epiphylla, Metzgeria furcata, TruUania dilatata, Radula complanata, Liochlaena lauceolata, Jungcrmannia bicuspidata, Calypogeia Trichomanis. Besonders hervorgehoben werden die ersten Theilungen des Em« 158 Moose. bryo, sodanu die Differcnzirung von Fuss, Kapselwand und Sporeninhalt und auch die Ent- wicklung der Sporen und Elatereu. Als Schluss folgt eine Vergleichuug der Lebermoose bezüglich ihrer Fruchtbildung untereinander, wobei sich zeigt, dass der Bau der Sporen- frucht von den Riccieen an durch die Marchanticen bis zu den Jungermannieen hinauf allmählig an Complicirtheit zunimmt. Endlich zieht nun der Verfasser auch noch die Fruchtbildung der Laubmoose, Gefässkryptogamen und Phanerogamen in die Vergleichung hinein, und es soll namentlich der Embryo der Phanerogamen in seiner Entwicklung auf- fallend an die Jungermannieenfrucht erinnern. -'ö'- 3. R. Ruthe. Beobachtung zweier durch Bastardbefruchtüiig entstandener Laubmoos- früchte zwischen Orthotrichura anomaium Hedw. and CrtUotrichum stramineum Hornsch. (Hedwigia 1873, pag. 9—14.) Auf einem Weidenstamme fand Verfasser ein fast kreisrundes Moospolster, das einerseits von 0. anomaium, andererseits von 0. stramineum gebildet war. An der Berüh- rungslinie griffen die beiden Moose mit ihren Zweigen in einander hinein, und auf einem derartigen Zweige von 0. anomaium fand Verfasser eine Moosfrucht, die er als „Mittel- form" zwischen denjenigen von 0. anomaium und 0. stramineum betrachtet, und zwar näherte sie sich mehr der letzteren. Es wäre dies also ein Bastard, entstanden durch Be- fruchtung des 0. anomaium dui-ch 0. stramineum. Ebenso fand sich auf einem Zweige von 0. stramineum eine Frucht, die sich derjenigen von 0. anomaium näherte, doch war hier die Bastardnatur nicht so scharf ausgesprochen wie im ersten Fall. Kecht interessant wäre es gewesen, hätte der Verfasser mit den Sporen der betreffenden Bastardfrüchte Keimungs- versuche angestellt, was ihm ja nicht die geringste Schwierigkeit gemacht hätte. II. Systematik. 1. Dr. August Jäger. Genera et species muscorum .systematice disposita seu adumbratio florae muscorum totius orbis terrarum (Continuatio) ; (Bericht über die Thätigkeit der St. Gallischen uaturwiss. Gesellschaft während des Vereinsjahres 1871—72.) St. Gallen 1873, pag. 309—490.) Der vorliegende Jahrgang genannter Berichte enthält die Fortsetzung der bereits früher begonnenen Aufzählung sämmtlicher bekannter Moose und zwar umfasst dieser Theil die Tribus der Leucobryaceae, Seligeraceae, Pottiaceae und Calymperaceae. Der Verfasser giebt Literatur, Synonymen und geographische Verbreitung sämmtlicher Arten. 2. Dr. Venturi. lieber Orthotrichum. (Fortsetzung und Schluss; Hedwigia 1873, Nr. 1, 2 und 3.) In dem im Jahrgange 1873 erschienenen zweiten Theil dieser Arbeit giebt der Ver- fasser ausführliche Diagnosen der Species und Varietäten von Orthotrichum. Da die vor- geschlagene Eintheilung dieser Gattung systematischen Werth haben kann, so lasse ich sie hier folgen, führe aber von den angegebenen Varietäten nur diejenigen an, welche von anderen Autoren schon als besondere Arten aufgefasst worden sind. A. Folia ovato-oblonga vel elongato-lanceolata, apice homegenee areo- lata, non appendiculata, margine, omnino vel pro parte saltem, re- curvo vel reflexo, vel revoluto. a) Dentes cxterni 8 aut 16, siccitatc erccti vel patentes, lineo- lati, vcl grosse-papillosi, diaphani. L Stomata nuda. 1. 0. Sturmii Hoppe et Hornsch. (0. saxatile Wils. non Schimper = Vai*. « saxatilis.) % 0. rupestre Schleicher. (0. flaccum De Not. Bryoh ital. = Var. d flacca.) 3. 0. aetnense De Not. Bryol. ital. 4, 0. laevigatum in Lorentz Muse. Uü. itin, crypt. 1868. Moose. 159 II. Stomata periphrasta. 5. 0. cnpiilatum Iloffm. 6. 0. anonialum Hedw. (0. saxatile Scliimp. non Wils. = Var. ß saxatilis.) 7. 0. urnigonnn Myrin. 8. 0. Veuturii de Notaris Bryol. ital. 1») Deutes externi 8 aut IG, siccitate reflexi vel revoluti minutc et dense papillosi. I. Folia apice sine appeudicc diapliana et margine revoluto, vel recurvo, vel reflexo. a) Stomata periphrasta. 1. Deutes exterui 8 reflexi et ad capsulae parietem adpressi. 9. 0. rivulare Turu. 10. 0. Sprucei Moutaguc. 11. 0. teuellum Bruch. 12. 0. alpestre Hornsch. 13. 0'. stramineum Ilorusch (0. pätens Bruch et Schimp. = Var. 8 patens). 14. 0. pallens Bruch. 15. 0. Kogeri C. Müll. 16. 0. pumilum Swartz. 17. 0. fallax- Scliimp. 18. 0. straugulatum P.B. et Müll. Syn. 19. 0. Braunii Br. et Seh. 2. Dentes externi post operculi lapsura cito in 16 soluti, ad hasin usque hberi. siccitate reflexi. 20. 0. leucomitrium Bruch. 21. 0. pulchellum Smith. 22. 0. Wiuteri Schimp. h) Stomata nuda. 1. Dentes peristomii externi 8 interdum apice rimosi, sed nunquam omuino fissi, siccitate reflexi et ad capsulae parietes plus minus adpressi. 23. 0. arcticum Schmp. 24. 0. affine Schrad. 25. 0. Killiasi C. Müller. 26. 0. speciosum Nees ah Es. 2. Dentes peristomii externi post operculi lapsum cito 16 siccitate revoluti et ad capsulae parietem non adpressi. Cilia peristomii interni, vel deficientia vel 16 late et margine irregularia. 27. 0. Shawii Wilson. 28. 0. lycarpum Br, et Seh, 29. 0. Lyellii Hook. B. Folia ovata, oblongo-et elongato-lanceolata, apiculata, apiculo ex cellulis elongatisconformato, margine recurvo, reflexo vel revoluto. 30. 0. diaphanum Schrad. C. Folia ovata, aut ohlonga, apice ohtuse rotundata, margine in- voluta. 31. 0. ohtusifolium Schrad. 32. 0. gymuostomum Bruch. 3. R. Braithwaide, Recent additions to our nioss flora. (Part. VI, Journal of Botauy 1873, pag. 198-204.) Im diesjährigen Theil dieser Beiträge behandelt der Verfasser die Orthotri chaceae. Aus der Familie der Zygodonteae werden Zygodon gracilis Wils. und Zygodon viridissi- mus, ß. rupestris Liudberg beschrieben. Hierauf folgt eine tabellarische üebersicht der 2. Familie, der Orthotricheac. Die in derselben angeführten Species der ersten hieher ge- 160 Moose. hörigen Gattung Weissia Ehrh. erfahren in diesem Abschnitt noch eine genauere Behand- hing. (Aus vielleicht etwas zu weit gehenden Prioritätsrücksichten hat der Verfasser nach Lindberg die Gattung Ulota Mohr, Weissia Ehrh. genannt.) 4. M. le pasteur Duby. Nouveau genre de mousses pleurocarpes propre ä la Nouvelle- Caledonie. (Bulletin de la Soc. bot. de France (Tome 20 1873, pag. 150.) Der Verfasser giebt eine ausführliche Diagnose und Abbildungen eines auf Neu- Caledonien entdeckten Mooses, das er Bescherellia elegantissima nennt. Ueber die verwandt- schaftlichen Beziehungen der neu aufgestellten Gattung Bescherellia wird nichts Genaueres angegeben. 'a^b'- 5. Dr. Karl Müller Hai. Sechs neue Laubmoose Nordamerika's. (Flora 1873, pag. 481-484.) Diese sechs neuen Laubmoos-Species, für welche der Vorfasser genaue Diagnosen giebt, sind: Mnium Neevii, Catharinea xanthopelma, Bartramia Mohriana, Barbula cancellata, Grimmia Neevii, Hypnum homalostegium, 6. R. Ruthe. Eine neu unterschiedene Art der Laubmi/os-Gattung Dicranella. (Iledwigia 1873, pag. 147—149.) R. Ruthe trennt Dicranella varia y tenella Schpr. unter dem Namen Dicranella humilis als besondere Art von Dircanella varia. 7. Dr. Venturi. Ueber Orthotrichum Shawii. (Hedwigia 1873, Nr. 5.) Der Verfasser erhielt von R. Ruthe ein als Orthotrichum 'Shawii bezeichnetes, bei Bärwalde auf Pappeln gesammeltes Moos und weist nun nach, dass dasselbe nicht dem Orth. Shawii Wilson entspreche, sondern vielmehr dem von De Notaris in Bryol. ital. un- ter demselben Namen beschriebenen Moose, das jedoch von De Notaris selbst ursprünglich Orth. Franzonianum genannt wurde, welchen Namen es nun auch beibehalten müsse, da es ja von dem frülier beschriebenen Orth. Shawii Wilson verschieden sei. Das von Ruthe gesammelte Moos wäre demnach Orth. Franzonianum De Not, 8. R. Ruthe. Ueber Orthotrichum Shawii Wilson. (Hedwigia 1873, Nr. 12, pag. 177—182.) In Erwiderung auf den vorhin angeführten Aufsatz von Venturi wird nun von R. Ruthe angezeigt, dass das betreffende von ihm gesammelte Moos mit Originalexemplaren von Orth. Shawii Wils. vollständig übereinstimme, schwerlich aber mit Orth. Franzonianum De Not. 9. H. Doswell. Eurhynchium praelongum. (Journal of Botany 1873, pag. 19.) Der Verfasser glaubt nachweisen zu können, dass das Eurhynchium Stokesii der Bryol. Eur. identisch sei mit dem Hypnum praelongum Dillenius, während das Eurhynchium praelongum der Bryol. Eur. Eurhynchium Swartzii Turner heissen muss, das ächte Eurh. Stokesii Turner dagegen sei eine blosse Varietät von Hypnum praelongum Dillenius. 10. Dr, R. Draithwaite, Note on Sphagnum neglectum. (Grevillea T, pag. 109.) Es wird aus einem Briefe Lindbergs mitgetheilt, dass das Sphagnum neglectum Angstr. identisch ist mit Originalexemplaren von Sphagnum laricinum Spruce, sowie dass die von Lindberg in Rabenhorst's Bryotheca Nr. 712 als Sphagnum laricinum ausgegebenen Exemplare zu Sphagnum cuspidatum gehören. III. Verbreitung. a. Deutschland. 1. F. Hegelmaier in Tübingen. Ueber die Moosvegetation des schwäbischen Jura. (Würt- tembergische naturwissensch, Jahresheftc. 29, Jahrg., pag. 145—254.) Diese Abhandlung zerfällt iu zwei Theile, Im ersten, allgemeinen Thcil bespricht Moose. Ißl Verfasser in gründlicher Weise die Einflüsse, welche den Character der Moosvegetation des schwäbischen Jura bedingen und zeigt an der Beschaffenheit der Standorte, wie diese oder jene Gruppe von Moosen begünstigt ist und auch in reicher Fülle sich findet, anderntheils aber auch, warum andere Gruppen (z. B. sumpfbewohnende MooseJ zum grössteu Theil fehlen. In einer Vergleichung der Moosvegetation des schwäbischen Jura mit derjenigen des fränkischen, zählt der Verfasser zuerst eine ziemlich lange Reihe von (über 100) Arten auf, die beiden Gebieten angehören, wobei natürlich die allgemein verbreiteten Moose nicht mit inbegriffen sind, liierauf folgt eine kleine Reihe (14 spec.) von solchen Moosen, welche dem schwäbischen, nicht aber dem fränkischen Jura angehören und endlich über 100 Species, die der fränkische Jura vor dem schwäbischen voraus hat. Der Verfasser hat, wie mir scheint ziemlich glücklich, den Grund dieser Thatsachen in der verschiedenen geognostischen Be- schaffenheit der beiden Gebiete gesucht. Eine ganz ähnliche, ebenso interessante Parallele zieht er nun auch zwischen dem schwäbischen Jura und der westphälischen Haar. Sodann wird der schwäbische Jura bezüglich dieser Verhältnisse verglichen mit den drei anderen Florengebieten des „Vereins für vaterländische Naturkunde" in Württemberg, nämlich dem Hügelland, dem Schwarzwald und der oberschwäbischen Hochebene. Im zweiten Theil folgt eine Aufzählung der Moose für das Gesammtgebiet des Vereins und zwar von ca. 80 Ar- ten Lebermoosen und über 300 Laubmoos-Species mit ausführlichen, genauen Standorts- Angaben und zahlreichen interessanten Notizen über die Verbreitung. 2. C. Warnstorf, Beiträge zur märkischen Laubmoos-Flora. II. Theil. (Verhandl. des bot* Vereins der Prov. Brandenburg, XIV. Jahrg. 1872, pag. 80-97.) In diesem, 18 Seiten umfassenden zweiten Theil seiner Abhandlung giebt Verf. einö Uebersicht der in der Provinz Brandenbui-g gefundenen Laubmoose sammt Standorts-An- gaben. Als für die Mark neu entdeckte Species werden angeführt : Cynodontium polycarpum Schpr., das abweichend von seinem gewöhnlichen Vorkommen auf Felsunterlage von dem Verf. auf organischem Substrat gefunden wurde. Dicranum fuscescens Turn.? vorher als Dicranum fulvum angegeben. Fissidens decipiens De Ntrs. Verfasser glaubt jedoch, dass nach den Unter- suchungen Ruthe's diese Art als solche eingezogen werden müsse, und dass F. decipiehs höchstens als Form von F. adiantoides aufgefasst werden könne. Distichum capillaceum B. S. Bryum pendulum var. Rutheanum Warnst. Dieses Moos weicht von der typischen Pflanze nach dem Verfasser in folgenden Punkten ab: Die Rasen sind durchaus graugrün, die sterilen Aestchen ziemlich hoch und kätzchenartig rund; die Kapselhaut ist von viel zarterer Struktur; der Deckel wird stets links abgeworfen und die Fruchtreife tritt 4_6 Wochen früher ein. Hypnum cupressiforme ß ericetorum. Hypnum patientiae Lind. Sphagnum acutifolium y tenellum Schpr; Sphagnum acutifolium s fuscum Schpr. Sphagnum rigidum var. squarrosum Russ. Sphagnum moUuscum Br. 3» Adalbert Geheeh. Ueber Barbula sinuosa Wils; einen heuen Bürger der deutscheö Moosflora. (Flora 1873, pag. 504 und 505.) Nach dieser Mittheilung ist Barbu2a sinuosa in der Rhön gefunden. Der Verfasser giebt die Unterschiede dieses Mooses von dem ähnlichen Didymodon cylindricus an und fügt noch die im Journal of. Bot. 1871 sich findende Beschreibung bei. 4. J. Juratzka. Bryologische Notizen. (Hedwigia 1873, pag. 25.) Verfasser erweitert das Gebiet für folgende seltene Moose: Grimmia Ungeri Jur,, Encalypta spathulata C. M. Syn.j Voitia nivalis, Myurella Careyana Süll. BotaDiBcher Jahresbericht I. ll 162 Moose. 5. A. Geheeb. Kleine bryologische Notizen. (Hedwigia 1873, pag. 64.) Der Verfasser giebt Fundort folgender seltener Moose an: Webera Breidleri Jur., Dicranum fulvum Hook, Hypnum hamulosum Br. et Scb., Cinclidotus aquaticus L. b. Grossbritannien. 6. C. P. Holbirk. On the mosses of the west riding of the county of York. (Journal of Bot. 1873, pag. 327—331 und 358-363.) Der Verfasser zählt die Standorte von 294 Moosspecies im westlichen Theile der Grafschaft York auf. In der Einleitung finden sich auch einige Bemerkungen über die schwierigen Arten von Hypnum aus der Gruppe von H. aduncum. In die Liste der nicht vertretenen Gattungen haben sich, wahrscheinlich aus Versehen, Tetraplodon, Aulacomnion und Oligotrichum eingeschlichen, welche in der Aufzählung der vorhandenen Species sich vorfinden. 7. Dr. CarringtoD. New British Hepatice. (Grevillea 1873, IL, pag. 85-88.) Der Verfasser giebt ausführliche Beschreibungen und Abbildungen dreier in Eng- land erst kürzlich aufgefundener Lebermoose, nämlich Kiccia bifurca Hoffm., Riccia soro- carpa Bisch, und Nardia (Sorcoscyphus) revoluta Lindb. 8. Dr. R. Braithwaite. Ä. New British Riccia. (Grevillea 1873, L, pag. 144.) Es wird ein Fundort der Riccia sorocarpa Bisch, in England angegeben unter Bei- fügung einer kurzen Beschreibung. 9. D. Moore. Anthoceros laevis in Irland. (Journal of Eotany 1873, pag. 274.) D. Moore hat für Irland Anthoceros laevis entdeckt. 10. D. Moore. A. New Scotch Sphagnum. (Journal of Botany 1873, pag. 274.) Es ist dies eine kui'ze Notiz über das Vorkommen des amerikanischen Sphagnum Austiui SuUiv. in Schottland. Die gleiche Notiz nebst einer Beschreibung dieses Mooses steht auch in Grevillea 1873, IL, pag. 61. 11. Dr. R. Braithwaite. Bicranuui undulatum. (Grevillea 1873, L, pag. 108 u, 109.) Der Verfasser weist nach, flass das ächte Dicranum undulatum Ehrh. ein Bürger der englischen Moosflora ist und fügt noch Beschreibungen dieser Species und des ver- wandten D. Bonjeajiii De Not. (D. palustre Bryol. Eur.) bei. c. Aussereuropäische Gebiete. 12. Karl Müller Hai. Bericht der zweiten deutschen Nordpolfahrt. (Botanik; Laubmoose; pag. 62—74.) Die zweite deutsche Nordpolfahrt hat uns ein botanisches Material gebrächt, das von dem höchsten Interesse ist. Auch für die Kenntniss der Muscineen hoher Breiten wurde ein schöner Beitrag geliefert, und der Werth des gesammelten Materials wurde noch dadurch wesentlich erhöht, dass die Bearbeitung desselben einem so bewährten Bryologen übergeben wurde. Es liess sich erwarten, dass Ost-Grönland, wo diese Moose gesammelt wurden, eine ähnlich reiche und üppige Moosvegetation zeige, wie man sie im polarischen Skandi- navien zu finden gewohnt ist und wie sie auch auf West- und Süd-Grönland und auf Spitz- bergen gefunden wurde. Dem ist nun nach den von Dr. Pansch gesammelten Moosen keineswegs so, sondern diese machen vielmehr den Eindruck, als kämen sie aus einer dürren Wüste. In enge Rasen zusammengedrängt, zeigen diese bräunlich gefärbten Moose einen gestreckten, mageren Habitus. Es mag dieses gedrängte Wachsthum wohl daher rühren, dass die einzelnen Species bei der oft mangelnden Fruchtbildung darauf angewiesen sind, Moose. 163 sich durcli ungeschlechtliche Propagation vermittelst ihrer Khizoiden zu vermehren. Es zeigt sich dabei auch, dass die verschiedensten Species in gemeinsame Käsen sich zusammen- geflüchtet haben, und der Verfasser hat es verstanden, auch diesen Umstand sich zu Nutze zu machen, indem er aus den Rasen grösserer Moose oft noch Brocken anderer herausfand, die sonst beim Sammeln ihres unscheinbaren Wuchses wegen übersehen wurden. Wcährend für Spitzbergen 136 Arten beliannt geworden sind, konnten aus dem durch die zweite Nordpolexpedition gesammelten Material für Ost-Grönland nur 71 festgestellt werden. Verfasser glaubt aus diesem und auch andern Gründen annehmen zu können, dass diese 71 Species nur einen Theil der Moosflora Ost-Grönlands ausmachen, und dass sich noch eine namhafte Zahl anderer Arten werden finden lassen. Als Anordnung, in welcher die bestimmten Moose nun aufgeführt werden, ist zur Erleichterung einer Vergleichung diejenige gewählt, in welcher Lindberg die für Spitzbergen bis 1866 bekannt gewordenen Moose aufzählte. Die 71 Species vertheilen sich wie folgt: 20 Hypnum, 4 Mnium, 2 Timmia, 17Bryura, 2 Meesea, 3 Bartramia, 1 Conostomum, 2 Splachnum, 2 Polytrichum, 2 Encalypta, 5 Grim- mia, worunter Grimmia Panschii C. Müll, als neue Species beschrieben ist, 1 Gümbelia, nämlich G. arctica C. Müll. n. sp. mit Diagnose, 2 Barbula, 2 Trichostomum, 1 Distichium, 1 Leptotrichium, 1 Angströmia, 2 Dicranum und 1 Weissia. — Da die Aufzählung der be- treffenden Moose manches Interessante bietet, folgt dieselbe hierbei: 1) Hypnum L. 1. H. sarmentosum Wahlen bg. Sabine-Insel. 2. H. Schreberi Willd. Julianshaab im südlichen Grönland, von den Schiff brüchigeü der Hansa mitgebracht; jedoch im östlichen Grönland sicher vorhanden. 8. H. nitensSchreb. Sabine-Insel, unter Aulacomnion turgidum, Hypnum pratense, Bryum cernuum, Mnium affine und andern Moosen. Auch am Fjord unter Aulacomn, turgidum. 4. H. stramineum Dicks. var. laxifolium. Mit Hypnum fluitans am Fjord. Var. fluitans, foliis remotissimis caulibusque flaccidis intricatis; Wallross -Insel und Sabine-Insel unter andern Wassermoosen, meist mit Hypnum fluitans. 5. H. j ulaceum Vill. Unter Dicranum Homanni am Nordosthange des Heidelbeer- berges am Fjord, sehr spärlich. 6. H. apiculatumThed. Clavering-Insel, unter Bryum rutilaiis und Distichium capil- laceum. 7. H. cirrhosum Schw. Sabine-Insel, unter andern sterilen Moosen, besonders einer Brachythecium-Art. 8. H. plumosum Sw. Sabine-Insel. 9t H. salebrosum Hoffm.? Sabine-Insel, in einem Gletscherbache. 10. H. Mildeanum Schrp. Am Fjord und der Mackenzie-Bucht ; einigermaäSen zweifel- haft als steriles Moos, doch am besten noch hierher gehörig. 11. H. polygamum Schrp. Nordosthang des Heidelbeerberges am Fjord; Clavering- Insel. 12. H. tincinatuffl Sw. Mackenzie, Fjord, Sabine-Insel, südliches Grönland bei Julians- haab (Hansa). 13. H. fluitans, var. pseudostramineum C. Müll, vermischt mit H. stramineum, am Nordosthange des Heidelbeerberges am Fjord. 14. H. Wilsoni Schpr. Ebendaselbst. Auch auf Spitzbergen ganz ähnlich als forma Simplex minor. 15. H. revolvens Sw. Walross-Insel, Sabine-Insel, hier auch unter Aulacomnion tur- gidum. 16. H. pratense K. Sabine-Insel, nur brockenhaft unter Aulac. turgidum, Mnium affine und andern Moosen. 11* 164 Moose. 17. H. hamulosum, var. julaceum. Sabine-Insel und Klein-Pendulum-Insel , immer versteckt unter andern Moosen und steril; als völlig fadenförmige Form merkwürdig, doch am besten hierher gehörig. 18. H. revolutum L indb. (H. Heufleri Jur.) Sabine-Insel. 19. H. molle Dicks., var. Unter andern Moosen am Fjord auch mit H. stramineum vereint. 20. H. chriseum Hsch. Klein-Pendulum- und Sabine-Insel, gern mit andern Moosen verbündet und von kurzer, gedrungener Form. 2) Mnium L 21. Mn. affine Bland. Sabine-Insel, unter Aulacomnion turgidum und andern Moosen versteckt. Diöcisch. 22. Mn. subglobosum Br. Eur. var. pusilla foliis minoribus emargiuatis teaerius reti- culatis. Hermaphroditisch. Sabine-Insel, mit Aulacomn. turgidum, Hypnum sarmento- sum, Conostomum boreale und andern Moosen in dichten Rasen wachsend. Diese nur steril beobachtete Art weicht durch einige Merkmale so sehr von der ächten ab, dass mau sie, wenn auch die Früchte Verschiedenheiten zeigen sollten, als eigene Art betrachten kann. Die kleineren, stets röthlich anlaufenden Blätter entfernen sich besonders durch das Zellgewebe und den Blattrand. Jenes besteht am Grunde aus sehr grossen und lockern Zellen, während die Zellen der Blattspitze auffallend kleiner, in der Regel zusammengepresst sind und von der verschwindenden Rippe aus fast in einem Kreisbogen nach dem Blattrande hin ver- laufen. Der Blattrand besteht aus einem limbus incrassatus purpureus. Auch die Blattform weicht etwas ab, so nämlich, dass die Basis auffallend verschmälert ist, und der obere Blatttheil nun in Verbindung mit diesem Grunde eine weit gefälligere spateiförmige, oben etwas ausgeraudete Form annimmt. Dagegen weichen die Blätter der ächten Art ab durch gleichmässig grosse Zellen, einen nicht verdickten hellen, aus zwei Zelleureihen bestehenden lockern Rand, grössere Dimensionen und einen brei- tern Grund. Nur die Wahrnehmung, dass die Exemplare, welche Drummond auf feuchten Marschen und in feuchten Wäldern der Felsengebirge sammelte (Nr. 253 seiner Sammlung), durch röthliche Blätter, röthlichen Blattrand und obere Blatt- zellen eine Art Mittelform darstellen, hat mich bestimmt, die Art bei Mn. subglosum zu belassen, obgleich sie mehr nach Cinclidium stygium hinneigt. 23. Mn. (Aulacomnion) turgidum Wahlenbg. Als echtes nordisches Moos, wie es scheint, gemein an den verschiedensten Orten: Klein Pendulum, Walross-, Sabine-, Schannon-Insel und am Fjord. — Am Hange des Heidelbeerberges. 24. Mn. (Aulacomnion) palustre Hdw. Schannon-Insel und am Fjord Nordosthang des Heidelbeerberges, und gewiss auch anderwärts gemein. Var. compactum: Sabine-Insel. Aehnliche dichte Rasen bildend, wie man es in den Alpen, z. B. an Anöctangium compactum gewohnt ist. 3) Timmia Hdw. 25. T. Austriaca Hedw. Nur Spuren vom Nordostabhange des Heidelbeerberges unter an* deren Moosen. 26. T. Megapolitana Hedw. Unter Barbula ruralis auf der Sabine-Insel. Var. foliis brevioribus obtusioribus magis convolutis summe dorso rugulosis. — Am Cap Borlase Warren. 4) Bryum L. 27. Br. pseudotriquetrum Schw. Var. foliis ad alas longe decurrentes maxime ven- tricosis caulibusque elongatis gracilibus. Cap Borlase Warren. Eine ähnliche Form wie sie auch auf Spitzbergen vorkommt, die man als forma artica bezeichnen kann. Moose. 165 28. Br. calophylluin R. Br. Eine, wie es scheint, in vielen Formen im hohen Norden vorkommende Art, aber immer leicht erkennbar an den löthlichen stumpfen Blättern und dem weichen, röthlichen, aber doch chlorophyllüseu Zellgewebe, das bei den grossen schlaffen Formen bei wiederholtem Aufweichen leicht cyanescirt, wie ich das wenigstens an Spitzbergen'schen Exemplaren beobachtete. Wahrscheinlich ist diese grössere Form, welche an Br. cyclophyllum erinnert, das Br. obtusifolium Ldbg. in dessen oben genann- ter Abhandlung. Es giebt aber auch eine var. compacta caule gracili pusillo subjulaceo foliis minoribus, die ich typisch nicht von der grossen Hauptform zu trennen vermag. Letztere wurde auf der Sabine-Insel, erstere auf klein Pendulum am Germaniahafen gesammelt. 29. Br. teres Lindb. Hierher ziehe ich ein Moos, das auch aus Südgrönland be- kannt ist und von Hampe Br. crispulum Mss. genannt wurde. Es kommt sowohl in hohen als auch in niedrigen, aber stets compacten Rasen vor und characterisirt sich durch einen caulis subjulaceus foliis cochleariformi-concavis limbatis evamidinerviis sub- crispatis virentibus laxe cellulosis, ohne dass es mit dem vorwandten Br. Ferchelii zu- sammenfiele. Leider nur beobachtete ich das Moos ohne Früchte, so dass ich den Lindberg'schen Namen nur mit Einschränkung annehme, obwohl ich nach der Beschrei- bung nicht an der Richtigkeit meiner Bestimmung zweifeln kann. Das schöne Moos kommt, wie es scheint, an vielen Stellen als ein echtes Charactermoos des hohen Nor- dens vor und wurde gesammelt auf Klein-Pendulum , auf der Sabine-Insel, wo es auch mit Br. rutilans Brid. erscheint und am Nordostabhange des Heidelbeerberges am Fjord. 30. Br. Rutilans Brid. Auf Clavering-Insel in einem grossen compacten Rasen gesam- melt, sonst vermischt mit dem vorigen auf der Sabine-Insel. Obwohl das Moos leider auch steril gesammelt ist, so fällt es doch ganz mit einem Originalexemplare von der Melville-Insel aus Bridel's Herbar zusammen und verräth sich durch die röthlichen sehr locker gewebten kleinen Blätter. 31. Br. nitidulum Lindb. Dem vorigen nahe verwandt, aber durch den hermaphro- ditischen Blüthenstand schon abweichend. Auf der Sabine-Insel, mit andern Bryum- arten vermischt, in dichten compacten Rasen. Nach dem Blüthenstande und sonsti- gen Characteren zu schliessen, glaube ich die ächte Lindberg'sche Art vor mir zu haben. 32. Br. cernuum Br. Seh. Vereinzelt imd in Verbindung mit Aulacomnion turgidum, Hyimum pratense, Mnium affine und andern Moosen auf der Sabine-Insel. 33. Br. Archangelicum Schpr. Sabine-Insel, vermischt mit Weberen. Wahrscheinlich nur eine Form der vorigen Art, wie auch schon Lindberg vermuthete. 34. Br. Algovicum Sendtn. Sabine-Insel. Einigermassen an Br. subrotundum Bud. ermnernd, doch nach den bekannten Charakteren der Sendtner'schen Art hierher ge- hörig und wegen derselben von Br. cernuum getrennt zu halten. 35. Br. Arcticum Br. u. Seh. Clavering-Insel und auch sonst an andern nicht näher bezeichneten Orten. 36. Br. Browne! Schpr. Berg am Fjord, am Nordostabhange des Heidelbeerberges, unter Aulacomnion palustre höchst sparsam. 37. Br. bimum Schreb. Ebendaselbst mit Splachnum Wormskioldii , steril, auch auf Weidenstämmen daselbst. Zwitterblütig. 38. Br. cirrhatum H. u. IL Ebendaselbst und Makenzie-Bucht. 39. Br. Demissum Hook. Sabiue-Insel, mit Frucht; ganz ohne Veränderung die Form, welche wir auch in der Nähe unserer Gletscher sammeln, sogar gut entwickelt. 40. Br. Ludwigii Spr. Var, gracile elongatum luxurians, auf der Sabine-Insel. 41. Br. nutans Schreb. Ebendaselbst. 42. Br. annotinum Hdw. Ebendaselbst, mit Aulacomnion turgidum und Dicranum arc- ticum. 166 Moose. 43. ßr. crudum Schreb. Auf Klein-Pendulum in äusserst lockern und üppigen Rasen. 5) Meesea Hdw. 4.4. M. tristiclia Br. u. Seh. In sehr grossen Rasen, aber steril auf der Sabine-Insel. 45. M. lougiseta Hdw., var. luxurians. Ebendaselbst steril. 6) Bartramia Hdw. 46. B. ityphylla Brid. Ebendaselbst. 47. B. fontana Sw. Gemischt mit anderen Moosen und steril am Germaniahafen auf Klein-Pendulum, gewiss auch anderwärts, nur brockenhaft gesammelt. 48. B. cespitosa Wils., var. compacta. Auf Claveriiig-Insel mit Br. rutilans Brid., in grossen Rasen auf Sabine-Insel, weicht auf den ersteu Blick so sehr von der vorigen ab und nähert sich im Habitus so sehr der B. Marchica, dass ich das Moos vorläufig als gute Art betrachten möchte, obschou auch gewiss Uebergänge zu der vorigen bei uns nicht selten sind. 7) Conostomum Sw. 49. C. Boreale Sw. Nur in Spuren unter andern Moosen auf der Sabine-Insel gesammelt. 8) Splachnum L. 50. Spl. mnioides L. Var. compactum. Steril am Cap Borl. Warren mit Bryum bimum gesellschaftlich wachsend. 51. Spl. Wormskioldii Sw. In einem fruchtbaren Rasen am Fjord gesammelt. 9) Polytricham L 52. P. commune L. Clavering-Insel. 53. P. polare. C.Müll, in Bot. Zeit. 1859, S. 205. In sehr schönen Rasen, besonders auf der Sabine-Insel aufgenommen. Nach denselben muss ich die Selbstständigkeit der Art ganz besonders betonen, da die Kapsel stets eine geneigte Stellung, ganz nach Art der Psilopila hat und niemals die aufrechte cylindrische Form des P. alpinum, seines näch- sten Verwandten, annimmt. Nur ist sie eigentlich nicht eckig, wie ich sie zuerst be- schrieb; vielmehr wiederholt sie das unbestimmte Kantige des P. giacile, so dass sie fast an Conostomum boreale erinnert. Die Mütze an sic^i sehr klein und höchst zottig, bedeckt doch die ganze Frucht, aber so, dass das schiefe Deckelchen einen schiefen Schnabel durch sie hindurch biklet. Die Exemplare der Sabine-Insel besitzen sehr schlanke Stengel mit dicht angepressten Blättern; doch werden diese Stengel auf Klein- Pendulum auch dicker , behalten aber die dichte Imbrication der Blätter bei. Am meisten nähert sich dem P. alpinum eine Form aus Südgrönland, welche auch die Hansa-Schiff- brüchigen von Julianshaab mitbrachten, durch sparrigere Blätter. Jedenfalls ist die Art von den meisten Bryologen, welche gerade diese Form zur Hand hatten, mit P, al- pinum vereinigt worden. An und für sich dürfte das Moos zu den schönsten der Polar- welt gehören ; nur dürfte es zugleich im höhern Alter allein geschehen , dass es jenen merkwürdig tirnisartigen Glanz, und jene dunkle Färbung annimmt, die ich zuerst a. a. 0. beschrieb. Die vorliegenden Exemplare erfreuen sich eines lebhaften Grüns an den oberu, einer braunen Färbung an den untern Theilen, wie sie Polytricha zu zeigen pflegen. 10) Encalypta Schreb. 54, E. procera Br. Eur. In sehr schmutzigen Rasen auf Clavering-Insel steril gesammelt. Doch unterscheidet sich die schöne Art auch im unfruchtbaren Zustande leicht und sicher von der nahe verwandten E, streptocarpa durch grössere höchst papillöse und allmählich ohne Absatz in die Basilarzellen übergehende Zellen. 55. E. rhabdocarpaSchw. Auf Clavering-Insel brockenweise gesammelt, auch unter Distichium capillaceum Br. Eur. daselbst sonst ebenfalls aufgenommen. Moose. 167 11) Grimmia Ehrh. 56. Gr. apocarpa Hdw. Am Kaiser-Fraiiz- Josephs-Fjord und auf der Sabine-Insel mit Hypnum cinliosum. 57. Gr. unicolor Grev. Von unbekanntem Standorte, aber nach bestimmten Zeichen sicher von ^.^r Schannon-Insel, steril. 58. Gr. (Dryptodon) Panschii C. Müll. n. sp. Cespites robusti laxe coliaerentes sor- dide virides pollicares; cavilis robustiusculus strictus, ramis dense appressis superne furcatus vel simplex densifolius; folia caulina sicca et madefacta erecto-patentia aequa- lia nunqiiam torta vel crispula, inferiora sordida uigricantia, superiora saturate viridia vel lutescenti;! , laduscula, ex axillis radiculas paucas erectas hyalinas exmittentia, e basi subdecu'iente late ovalia in acumen breve ligulato-obtusum plus minus latiusculum producta, ai)iculo hyalino brevissimo lato denticulato aetate obsolete teiniinata, mar- gine e basi usque ad apiculum valde revoluta subpapillosa integerrima, hie illic com- pressa igitur plicatula profunde et latiuscule canaliculata , nervo depresso ex striis pau- cis composito supra medium dissoliito et saepius furcato ; celkilae series distinctas erectas sisteutes, alaies } areuchymaticae quadratae laxiores paucae, basilares (nervum cingentes) rectangulares angustae longiorcs, ad parietes pachydermos crenulatae, superiores indis- tincte hexagonae pachydermae juventute chlorophyllosae molles rotundatae. Caetera ignota. Locus. Insula Sabine ubi cespes singulus coUectus est sterilis. Ex habitu Griramiam acicularem perfecte refeiens, sed uotis typographice illustratis species insig- nis. A formis robustioribus Grimmiae apocarpae aliquantulum similibus primo visu distinguitur : foliis nunquam reflexis, late canaliculatis ovato-ligulatis, roargine ubique fere valde revoluto atque cellularum structura. 59. Gr. (Rhacomitrium) canescens C. Müll. Am Nordosthange des Heidelbeer- berges am Fjord, häufiger von der Walross-Insel. 60. Gr. (Rhacomitrium) lanigunosa C. Müll. In grossen festen Polstern zwischen den Felsen der Shannon-Insel, nahe am Strande auf fast gänzlich ausgedörrtem Boden in zwei Formen, von denen die eine die bekannte Tracht der fast wolligen Art be- sitzt, während die zweite die Tracht von Gr. microcarpa und ihren Verwandten amiimmt. Eine dritte höchst merkwürdige Form ist var. arctica caule rigidissimo flexuoso gracili subsimplice, foliis densc appressis incanibus. Diese ähnelt ganz und gar einer Grimmia elatior, funalis luzd- ihren Ver- wandten. Sie wurde auf der Payer-Spitze am Kaiser-Franz-Joseph-i'jord bei etwa 7000 Fuss gesammelt und bietet beim ersten Ansehen den Anblick eines völlig eigen- artigen Mooses. 12) Gümbelia Hpe. 61. G. arctica C. Müll. n. sp. Gümbeliae cespiticiae si.-fliUima, sed pulvinuli extensi humiles densi e viridi fuscesceutes, folia breviora e ba-si ovata longa latiuscula breviter • acuminata plus minus obtusiuscula , superiora acutiora et mucrone indistincto hyalino saepius terminata, nervo depresso apicem versus parum dilatato dorso vix lamelloso infra apicem dissoluto, plicis binis utrinque nervis indistinctis, cellusis ubique pottioideis majusculis moUibus chlorophyllosis promenentibus itaque veluti tuberculatis , basi pel- lucidis. Caetera ignota. Grimmia Jacquini, var. subimberbis Lindb. in Muscis Spitz- berg. Oefvers. af. K. Vet. — Akad. Förh. 1866, pag. 552? Locus: Kaiser-Franz- Joseph-Fjord inter 73—74 lat. bor., unde cespes singularis relatus est. Obgleich diese Art nur steril gefunden wurde, so stehe ich doch nicht an, sie als eigne gute Art und als Gümbelia aufzustellen. Denn so nahe sie auch mit G. cespiticia verwandt ist, so kenne ich doch keine zweite Art, die, G. molh's ausgenommen, ein so weiches grosszelliges Gewebe in allen Theilen des Blattes besässe. Die obigen Cha- ractere reichen hin, sowohl Verwandtschaft als Unterschied von G. cespiticia klar dar- zulegen, 168 Moose. 13) Barbala Hdw. 62. B. ruralis Hdw. In grossen Rasen auf der Sliaunon-Insel. Eine etwas schlankere Form als unsere landläufige Art, auch tiefer braun gefärbt als gewöhnlich. 63. R. leucostoma R. Er.? Unter andern Moosen von der Sabine-Iiiscl brockeulioft und steril, so dass die Bestimmung um so zweifelhafter bleiben musste, als die Diagnose von Robert Brown zu kurz gehalten ist, um endgültig zu entscheiden. 14) Trichostomum. 64. Tr. rubellum Rabenh. var. dentatum. Clavering-Insel unter anderen Moosen brockenhaft versteckt. Dieselbe Form mit gezähnten Blättern, wie sie auch in imse- ren Alpen vielfach vorkommt. 65. Tr. (Desmatodon) Laureri Schultz. Unter Encalypta rhabdocarpa vom Fjord und von einem unbekannten Standorte, wahrscheinlich von der Shannon-Insel. 15) Distichiam Br. Eur. 66. D. capillaceum Br. Eur. Clavering-Insel, mit Hypnum julaceum am Cap Borl. Warren, am Fjord und ebendaselbst am Nordostabhange des Heidelbeerberges; sonst auch in Brocken versteckt unter anderen Moosen an anderen Orten. 16) Leptotrichum Hpe. 67. L. flexi caule Hpe. Schannon-Insel unfruchtbar und tief grün. 17) Angströmia Br. Eur. 68. A. Wahlenbergii C. Müll. Sabine-Insel als forma genuina conipacta; in der Form des Dicranum Homanni Boek als forma gracillima compacta am Nordosthange des Heidelbeerberges. 18) Dicranam Hdw. 69. Dicr. strictum Sohl. Var. compactum. Steril von der Sabine-Insel, aber so dichte Rasen bildend, dass dieselben fast mit dem Messer durchschnitten werden müssen. 70. Dicr. arcticum Schpr. Walross-Iusel , unter Rhacomitrium canescens, ebenso von Klein-Bp.ndulum , unter sterilen Bryumarten am Nordosthauge des Heidelbeerberges, mit Bryuia annotinum und Aulacomnion turgidura auf der Sabine-Jnsel , überall steril. 19) Weisia Hdw. 71. W. curvirostria Syn. Muse. In dichten, dem Anöctangium compactum ähnlichen Rasen auf Klein-Pei4ulum, steril. 13. Emile Bescherelle. Florile bryologique de la Nouvelle-Caledonie. (Annales des sciences naturelles, Botanique. Tome XVIII. 1873, pag. 184-245.) Führte uns die vorhergeliende Arbeit in den höchsten Norden, so sehen wir uns in dieser „Florule" auf die südlich^ Hemisphäre versetzt. Auch hier haben erst die neue- ren Untersuchungen einiges Licht m die vorhandene Mooswelt gebracht. Das Material,- grösstentheils durch Balansa für das naturgeschichtliche Museum in Paris gesammelt, wurde dem Verfasser der „Florule" bereitwillig zur Verfügung gestellt, und es konnten auch die durch andere Forscher auf dieser Inselgruppe gemachten Funde berücksichtigt werden. So war Bescherelle in den Stand gesetzt 126 Species für Neu-Caledonien festzustellen. Auffallenderweise sind von dieser Zahl nur 33 Arten, die auch auf anderen Gebieten sich finden, und zwar hat Neu-Caledonien mit Java, Molluken und Celebes 18 Arten gemein, mit den Sandwichs-Inseln 1 Art, mit Australien, Tasmanien etc. 9 Arten, mit dem Cap der guten Hoffnung und der Insel Bourbon 4 Arten und endlich mit den Gruppen der Samoa- Inseln, Viti- und Schiffer-Inseln 13 Arten. Von den 93 Arten, die nur Neu-Caledonien an- gehören, sind einzelne sehr nahe verwandt mit Arten der genannten Gebiete, doch wurden sie Tom Verfasser als besondere Formen aufgefasst. Einige andere Arten sind so weit G^fässkryptogamen. 169 entfernt von den übrigen Species derjenigen Gattungen in die man sie allenfalls unterbringen könnte, dass es besser schien, neue Gattungen aufzustellen, wie Powcllia Mitt., Euptychium Seh., Bescherellia Dub. und die Untergattung Synodontia Dub. dem Genus Dicnemos Schgr. angehörig. Der Vertisser hat von über ein halb hundert neuer Species ziemlich ausführ- liche Diagnosen gegeben, er war auch lurch sein Material in den Stand gesetzt, einige ältere Diagnosen zu vervollständigen; zudem finden sich auch Beiträge von Duby und Schimper. Die Zahl der neu beschriebenen Species ist etwas zu gross, als dass ich die Namen sämmtlicher hier anführen könnte, obgleich eine solche Aufzählung manches Interessante böte. Ich muss auf die Arbeit selbst /erweisen. Gefäs^kryptogamen. Reierent M. Kuhn. 1. J. G. Baker. A new Genus of Ferns of the tribe Asplenieae from the Salomon Islands. (Journal of botany. New series. Vol. IL, Nr. 128, pag. 235.) Der Verfasser stellt hier ein neues Genus der Asplenaceen auf, welches von allen ächten Asplenumarten diu'ch einen ,.sorus scolopendroideus" verschieden sein soll. Die Pflanze wurde von Burnett auf den Srlomonsinseln gesammelt^ und von Baker als Diplora integrifolia beschrieben. Was zunächst das Genus anlangt, finden wir durchaus keinen Un- terschied von dem von Mettenius aufgestellten Genus Micropodium. Derselbe wies schon in semer ersten Publication dieser Gattung (Anuales Mus. Lugd. Batav., vol. IL, p. 232) nach, dass dasselbe durch lange kriechende Rhizome mit articulirten Wedeln von allen andern Asplenaceen verschieden sei, imd begriindet in der erst nach seinem Tode erschienenen Ar- beit über die auf der Novara-Expeditioii gesammelten Farne (Novara-Expedition, botanischer Theil I. Bd., p. 210), zu dem ihm ein reichlicheres Material zu Gebote stand, die früher nicht mit vollkommener Sicherheit aufgestellte Gattung auf's Neue. Diplora oder Micro- podium würde demgemäss aus der grossen Gruppe der Desmobrya nach der Eintheilung von J. Smith (Ferns. brit. for. p. 71) auszuscheiden sein und zur Unterabtheiliuig Eremobrya zu stellen sein, lediglich in Folge der Ar iculation der Wedel. Was ist nun aber Diplora integrifolia ? Auch hierfür wagen wir eine Interpretation. Mettenius bereits führt ein Micropodiim auf mit ungetheiltem Wedel als Micr. longifolium, welches von Prest in den Reliquiae Staenkeanae (I., p. 48, T. 9, F. 1) als Scolopendrium longifolium beschrieben und abgebildet ist. Wenn wir mit der Abbildimg die Beschreibung von Baker vergleichen, so müssen wir offen gestehen, dass sich uns die Ueberzeugung auf- gedrängt hat, dass Diplora integrifolia nichts weiter ist als Micropodium longifolium, zumal da diese Art auf Luzon, Neu-Guinea und den Molukken vorkömmt, — ein Verbreitungs- bezirk, welcher den Salomonsinseln doch nicht allzufern liegt. Scolop. longifolium Prest wird von Hooker (Synops. Filic. IV., p. 2) sowohl, wie auch von Baker (Hooker and Baker Synop. Filic, p. 247) als eine ungetheilte Form von Scolopendrium pinnatum J. Smith auf- geführt, welches ebenfalls vermöge seiner articulirten Wedel zu Micropodium gehört (Micro- podium piimatum Mett. msc), jedoch soweit das vorhandene Material ein Urtheil zu fällen gestattet, als eigene Art zu betrachten ist. 2. Charles Prentice. On Lindsaya linearis Sw. with descriptions of two new species. (Journal of botany. New Ser. Vol. E. (1873), Nr. 130, p. 295.) Der Verfasser beschreibt hier zwei neue Arten aus der nächsten Verwandtschaft von Lindsaya linearis. Die eine Art nennt er Li:ids. incisa und soll sich diese von der 1 70 Gefässkryptogaraefi. typischen Species durch eine gleichmässig blassgrüne Farbe , durch doppelt eingeschnittene, schmälere Segmente, durch unterbrochene Fruchthaufen imd durch einen viel weniger ro- busten Wuchs unterscheiden. Die Fruchtreife dieser Art fällt in den Monat Juni. — Die zweite neue Ait ist Lindsaya heterophylla, deren steji'ile Wedel eine Blattrosette bilden mit ebenfalls doppelt eingeschnittenen Segmenten, aus denen sich die fertilen Wedel fast einen Fuss hoch erheben. Diese Art, welcher das Rhizom fehlen soll, an dessen Stelle zahlreiche Wurzelfasern auftreten, reift im Monat Juli die Spren. Bei der genaueren Vergleichung der gegebenen Diagnosen haben wir uns niclit der Ansicht verschliessen können, dass die neu aufgestellten Species nichts weiter als Formen Ton L. linearis sind, deren äusserliche Verschiedenheit lediglich nur durch den Standort bedingt ist, wie dies auch vom Verfasser angegeben wird. Wir haben sowohl Pflanzen aus Neu-Seeland wie aus Australien auf diese Merkmale hin von Neuem untersucht und sind zu dem Resultat gelangt, dass die beiden neuen Arten lediglich Formen von L. linearis Sw. sibd. Hierbei will ich noch bemerken, dass der Name L. heterophylla bereits für eine indoiaustralische Art vergeben ist, die be- reits von Dryander (Account of Lmdsaya, a new |enus of Ferns in Transact. Linn. Soc. vol. III., p. 41, Tab. 8, Fig. 1) beschrieben und abgebildet ist. Zu dieser Art ziehe ich die von Hooker (Spec. Fil. I., p. 220, Tab. 70 B.) aufgeltellte Lindsaya Fraseri, welche in kei- nem wesentlichen Merkmale von L. heterophylla verschieden ist, wie dies auch Baker zu thun geneigt ist (Cf. Hook. Bak. Syn. fil., p. 112). -+ Bei dieser G-elegenheit will ich auch noch darauf aufmerksam machen, dass sämmtliche englische Pteridologen nach dem Vorgange von Dryander Lindsaea schreiben, während letzterer selber in jenem oben erwähnten Auf- satze angiebt, dass er die Gattung nach dem Dr. Joln Lindsay, einem um die botanische Erforschung von Jamaica sehr verdienstvollen Botaniker benannt habe. Nach ganz analogen Präcedenzfällen dürfte daher die Schreibweise Lindsaj's die allein berechtigte sein. • I 3. E. Fournier. Einige neae Farnpflanzen aus Nicaragua. (Botanische Zeitung 1873, Nr. 1, Spalte 6—9.) In der Umgegend von Chontala in Nicaragua, ungefähr 1200' Meereshöhe, wurden von Levy folgende neue Farne gesammelt und von E. Fournier beschrieben; leider aber ohne nähere Angabe, mit welchen Arten sie am nächsten verwandt sind; darunter befinden sich auch merkwürdigerweise zwei neue Hypoderris sowie eine neue Art von Amphiblestra- Gattungen, deren Verbreitung doch sonst nur eine sehr lokale ist : Phegopteris nicaraguensis (Nr. 460 bis.); Aspidium Francoanum (Nr. 506); Aspidium Levyi (Nr. 463); Aspidium Chontalense (Nr. 516); Bathmium (Cardiochlaena) niciraguense (Nr. 451); Asplenum Levyi (Nr. 474); Amphiblestra simplex (Nr. 452); Hypoderiis adnata (Nr. 501); Hypoderris mar- ginalis (Nr. 501 bis.). I 4, J. G. Baker. New Ferns from Lord Howe's Islanl (Journal of Botany. New Series, Vol. IL Nr. 121, p. 16, 17. London 1873. Raulen et Comp.) Lord Howe's Island, welches in der Mitte zvischen Norfolk und dem australischen Continente liegt, wurde dem botanischen Publikum zuerst durch Milne und Mac Gillioray erschlossen und finden sich in verschiedenen systematischen englischen Werken Pflanzen von jener Insel citirt, so unter anderen die hauptsächlich in Neu-Seeland vorkommende Cyathea dealbata. Bei Gelegenheit einer astronomischen Expedition im Jahre 1871 wurde diese Insel auch botanisch von Neuem untersucht und zwei neue Farne entdeckt, welche von J. G. Baker als Todea Moorei und als Aspleaura pteridoides beschrieben werden. Todea Moorei gehört zur Section Leptopteris und steht in der Mitte zwischen der poly- nesisch-australischen Todea Fraseri und der neuseeländischen Todea hymenophylloides, jedoch an letztere Art sich mehr anschliessend und von ihr durch viel breitere Segmente dritter Ordnung verschieden. — Asplenum pteridoides Baker gehört zur Section Darea und gleicht in der Farbe, Blatttextur und Wedeltheilung manchen Formen von Asplenum bulbi- ferum, von welchem es jedoch durch stets randständige Fruchthaufen, die in ihrer gegen- seitigen Lage an Scolopendrium erinnern, verschieden ist. Gefässkryptogamen . 171 5. Chr. Luerssen. üeber die Spaltöffnungen von Kaulfussia Bl (Botanische Zeitung 1873, Nr. 40, Spalte 625-628, Taf. VI., Fig. 2-0.) Die grossen bei Kaulfussia Bl. auftretenden Spaltöffnungen werden bereits von Griffith und von de Vries erwähnt und von Harting. der den anatomischen Theil der von de Vries herausgegebenen Monographie der Marattiaceen bearbeitet, ohne genauere De- tails zu geben, abgebildet. An einem im Leipziger botanisclien Garten cultivirten Exemplare hatte der Ver- fasser Gelegenheit, die Entwicklung der Spaltöffnungen genauer verfolgen zu können. Der Perus wird von zwei halbkreisförmigen Schliesszellen umgeben , um welche wiederum 2—4 Reihen Ringzellen liegen. Die beiden Schliesszellen gehen liervor aus einer Epidermis- zelle, die durch eine der Längsachse parallele Wand in jene zwei Zellen getreunt wird, wobei die umgebenden Zellen durch tangentiale Wände sich theilen. Sobald die Längswand der Schliesszellen sich gebildet hat, tritt die Trennung derselben unter gleichzeitigem tangen- tialen Wachsthum der umgebenden Ringzellen ein, wobei der ganze Zellcomplex sich über das umgebende Parenchym erhebt und dadurch beim Querschnitt ein kraterartiges Ansehen gewinnt. Durch ein zu schnelles Wachsthum der Ringzellen werden die Schhesszellen mit ihrer vorderen und hinteren Wand oft auseinander gerissen und umgeben dann die Spalt- öffnungen nicht mehr ringsum, wie dies vom Verfasser beobachtet wurde, oder es tritt auch noch der Fall ein, dass die äussersten Ringzellen parallel der Blattoberfläche sich theilen, wodurch die kraterartige Erhebimg der Spaltöffnung wohl verstärkt wird. In einer Anmerkung bemerkt der Verfasser, dass die von de Vries aufgestellten 4 Arten von Kaulfussia (K. aesculifolia Bl. , K. Lobbiana de Vries, K. Korthalsii de Vries und K. Assamica Griffith) in eine Art zu vereinigen seien, wie dies auch schon von Baker (Hook. Bak. Synops. filic. p. 444) geschehen ist; Referent ist mit der Vereinigung der 3 ersten Arten vollkommen einverstanden (cf. Annales Mus. Lugd. Batav. vol. IV. p. 299), dagegen möchte er sich für das Artrecht der 4. Species vorläufig noch verwenden, da die- selbe verschiedene Merkmale besitzt, die ihm hinreichend erscheinen, um sie von K. aesculi- folia Bl. zu trennen. 6. Chr. Luerssen. üeber centrifugales locales Dickenwachsthum innerer Parenchym-zellen der Marattiaceen. (Bot. Ztg. 1873, Nr. 41, Spalte 641—647, Taf. VL, F. 1, 2, 7-9.) Während centrifugales Dickenwachsthum bei Pflanzenzellen nur in dem Falle vor- kömmt, wenn Zellmembranen nicht im parenchymatischen Verbände mit anderen Zellen stehen, so begegnen wir bei den Marattiaceen dieser auffallenden Erscheinung, die bereits andeutungsweise von de Vries in seiner Monographie dieser Familie erwähnt wird. Bei Kaulfussia aescuHfolia finden wir unter den Spaltöffnungen ein schwammiges Parenchym- gewebe mit weiten Intercellulargängen , welche in verminderter Grösse bis zur Mitte des Dickendurchmessers der Wedelspreite sich erstrecken. Die der Spaltöffnung zunächst lie- genden Intercellularräurae zeigen auf den einschliessenden Zellwänden zahheiche kurze stachlige Verdickungen, die in den mehr nach innen zu gelegenen zu langen Fäden, die oft von einer Wand zur andern reichen, auswachsen. Der Gedanke an Pilzmycelien ist einer- seits durch die fehlenden Zelllumina und Scheidewände ausgeschlossen, wie andererseits diese Fäden unter Einwirkung von Reagentien alle Merkmale cuticularisirter Membranen zeigen. Dieselben grossen und langen Cuticularfäden finden sich in den Intercellularräumen des Grundparenchyms des Blattstiels bei Angiopteris evecta, meist sogar bis in die äusser- sten Blattspitzen hinein verbreitet, wo sie indessen zu dicken, keulenförmigen Protuberanzen oftmals auswachsen. An andern Stellen des Parenchyms bei Angiopteris treten wieder jene kurzen stachligen Verdickungen auf, und ein Gleiches gilt für die Gattungen Marattia und Danaea, so dass durch diese Merkmale die Familie der Marattiaceen vor den übrigen Farnen besonders ausgezeichnet ist. 7. Prof. Dr. P. Ascherson. Hymenophyllum tunbridgense Sm. (Botan. Zeitung 1873, Nr. 45, Spalte 705.) Nachdem vor einigen Jahren Hymenophyllum tunbridgense an seinem literarisch 1 73 Gefässkryptogamen. berühmten Standorte im Wehleuer Grunde (Säcbsisclie Schweiz) durch den jüngeren Rabenhorst wieder aufgefunden wurde, ist jetzt auch ein Standort an der Westgrenze von Deutschland im Grossherzogthum Lützeburg, der ebenfalls bereits auf älteren Angaben be- ruht, wieder constatirt worden. Herr Oberförster Iloltz in Lützeburg hat diesen Farn im Flussgebiet der schwarzen Ehrems in der Nähe von Befort und Berdorf an zwei ver- schiedeneu Stellen zwischen hohen Sandsteinfelsen, also in einer ganz ähnlichen Localität wie in der sächsischen Schweiz, glücklich wieder aufgefunden. 8. Ahles. üeber Ophioglossum vulgatum L. In den Jahresheften des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg (Jahrg. 29, Stuttgart 1873, pag. 121) macht Professor Dr. Ahles aufmerksam auf das in der Nähe von Stuttgart so häufig gesellige Vorkommen von Ophioglossum vulgatum, welches er aus der ungeschlechtlichen Vermehrungsweise dieses Farnes zu erklären sucht. Derselbe behält sich weitere ausführlichere Mittheilungen für eine spätere Abhandlung vor. Bei der Vertheilung grösserer Sammlungen exotischer Farne hatte Referent impier die Be- merkung gemacht, dass, wenn Ophioglossum-Arten in der Collection sich vorfanden, die- selben in unverhältnissmässig grossen Massen, ja selbst oft in ganzen Rasen vorhanden waren und dürfte daher die angeführte Thatsache noch einer genaueren näheren Unter- suchung bedürfen, 9. J. G. Baker. Ueber Cyathea insignis Eat. (Gardeners Chronicle 1873, Nr. 23.) Seit ungefähr 14 Jahren findet sich in europäischen Gärten ein Baurafani, über dessen Herkunft und systematische Stellung sehr verschiedene Ansichten laut geworden sind. Derselbe wurde zuerst von Linden unter dem Namen Cibotium princeps aus Mexico stammend, in den Handel gebracht J. Smith wies zuerst nach, dass die Pflanze kein Ci- botium, sondern eine Cyathea sei (J. Smith Ferns brit. for., pag. 291) und in dem oben angezeigten Artikel zeigt Baker, dass die Pflanze mit Cyathea insignis Eaton (Frl. Feudi. Wriglit, p. 215) identisch sei. Wir können uns dieser Deutung in vollem Maasse anschlies- sen, da die von C. Wright auf Cuba (Nr. 1064) gesammelten Exemplare in den wesentlich- sten Merkmalen mit der Gartenpflanze übereinstimmen, wenngleich letztere eine etwas stär- kere Bekleidung durch Borsten und Spreuschuppen zeigt und demnach wohl aus Guatemala eingeführt sein dürfte, wie dies durch Exemplare, welche von Salvin und Godman (Nr. 376) in Guatemala gesammelt wurden, sehr wahrscheinlich wird, da dieselben eine ebenso dichte Bekleidung sowie auch die stark blaugrüne Unterseite, die unsere Gartenpflanze so sehr auszeichnet, aufweisen. Die geographische Verbreitung würde sich also über Cuba und Ja- maica bis nach Mexico und Guatemala erstrecken. 10. Dr. Christ. Luerssen. Ein Beitrag zur Farnflora der Palaos- oder Pelew-Inseln. (Journal des Museums Godeffroy, vol. L Hamburg 1878. F. Friedrichsen. pp. 52—58.) Während in den letzten Jahren wiederholt Beiträge über die geographische Ver- breitung der Farne auf der südlichen polynesischen Liselwelt erschienen sind, liefert uns der Verfasser hiermit einen schätzenswerthen Beitrag zur Kenntniss der nördlichen Hälfte von Polynesien, welche seit dem Erscheinen von Kaulfuss Enumerativ filicum, der die von Chamisso auf Guahan (Carolinen) gesammelten Farne publicirte, bis jetzt sehr mangelhaft in pteridologischer Hinsicht erforscht worden ist. Die Sammlung wurde von Herrn Capi- tain A. Tetens auf den Palaos-Inseln angelegt und umfasst 42 Arten in 32 Gattungen. Hinsichtlich der geographischen Verbreitung der Arten schliesst sich die Flora der Inseln an die der Philippinen am meisten an, wobei ich noch bemerken will, dass Samar und Leyte, die nördlicher als Luzon liegen, einzelne sehr characteristische Farnformen zeigen, wie dies aus einer sehr reichhaltigen Sammlung, welche von F. Jagor auf jenen beiden Inseln gemacht wurde, hervorgeht, während auf den Palaos-Inseln solche Formen fehlen. Von rein polynesischen Arten ist nur Trichomanes peltatum Baker gesammelt worden, wie dies auch vom Verfasser hervorgehoben wird. Gef ässkryptogamen. 173 11. Derselbe, üeber die Farnflora der Cooks- oder Herveylnseln. (Joiu-nal des Museum Godeffroy. Vol. I. Hamburg 1873. F. Friedrichseu. 4", pj). 59—62.) Der Verfasser bietet uns hier in einer auf der Hauptiusel Karotonga gemachten und aus 25 Arten bestehenden Sammlung einen kleinen Beitrag zur Vergleichung seiner trefflichen Untersuchungen über die Farnflora der Viti-, Samoa- und EUice-Inseln mit den Farnen der Societäts-Inseln , die wir hauptsächlich aus französischen Quellen kennen. Die wenigen vorliegenden Arten stimmen einerseits überein mit den Farnen von den Viti- Inseln, sowie andrerseits mit denen von Tahiti und glauben wir nacli unseren bisherigen Untersuchungen nicht fehl zu greifen, wenn wir behaupten, dass die Farnflora von Neu- Caledonien, den Neuen Hebriden, Viti-, Samoa-, Cooks-, Societäts- und Mendanas-Inseln als eine besondere polynesische aufzufassen ist, ausgezeichnet durch eine ganze Anzahl ende- mischer Arten, wie auch andrerseits ein Theil der Arten dem indischen Monsungebiet an- gehört und daher vom Continente Ostafrika's bis zu den Marquesas-Insel verbreitet ist. 12. J. Fankhauser. üeber den Vorkeim von Lycopodium. (Botan. Zeitung 1873, Nr. 1, Spalte 1-6, Taf. I.) Während man über die Vorkeime der höheren Crj^ptogamen in den letzten Jahren durch Aussäten sehr genaue Aufschlüsse erhalten hat, entzog sich die Gattung Lyco- podium aus bis jetzt unbekannten Gründen bei den Aussaatversuchen der genaueren Unter- suchung ilu-es Vorkeims, und ist es daher um so erfreulicher, dass es Herrn Fankhauser gelang, Keimpflanzen mit anhaftendem Prothallium aufzufinden. Derselbe fand in einem Tobel beim Dorfe Langnau im Emmenthale junge Pflänzchen von Lycopodium annotinum, die beim Ausgraben an der Basalstelle der beblätterten Pflanze einen rundlichen Körper zeigten, der äusserlich gelblichweiss erscheint und mit Wülsten und Rinnen, sowie zahl- reichen Wurzelhaaren versehen ist. Ein Längsschnitt durch zwei solcher seichten Hervor- ragimgen ergab eine Blosslegung rundlicher Antheridiensäcke in grosser Zahl, die mit zahllosen Spermatoidmutterzellen erfüllt waren. Spermatozoiden selbst konnte der Verfasser nur in zwei Fällen deutlich wahrnehmen und scheinen dieselben wenig Windungen zu be- sitzen. Die die Antheridien umgebenden Zellen zeigten meist wenig Inhalt, und war Stärke überhaupt in den ganzen Zellen des Prothalliums nicht nachzuweisen. Die Arche- gonieu aufzufinden gelang dem Beobachter leider nicht, und glaubt er, dass dieselben in der Tiefe der Rinnen, die durch die Falten des Prothalliums gebildet werden, liegen. — Aus einem Prothallium scheint niu: immer ein Keimpflänzchen hervorzugehen, jedoch mit der Modification, dass, falls das erste Keimpflänzchen fehl schlägt, ein zweites Archegonium ein Neues hervorzubringen im Stande ist, welche Deutung an den beiden von Fankhauser aufgefundenen Prothallien zulässig erscheint. Der Verfasser kommt schliesslich zu folgenden Resultaten: Das Prothallium von Lycopodium ist unterirdisch sowie ohne Chlorophyll und ein und dasselbe Prothallium er- zeugt sowohl Archegonieu als auch Antheridien. Die Lycopodien haben nur einerlei Sporen, sind Isosporeeu und reihen sich demgemäss am ßatürlichsten an die Ophioglossen an. MOEPHOLOGIE DER ZELLE. Referent E. Pfitzer. 1. Briosi, G., Ueber allgemeines Vorkommen von Stärke in den Siebröhreu. Botan. Ztg. 1873, S. 305, 321, 337. — Vorl. Mittheilung von Kraus, ebendas. S. 207, Ref. S. 184, 185. 2. „ Ueber normale Bildung von fettartiger Substanz im Chlorophyll. Ebendas. S. 529, 545. Ref. S. 184. 8. Chautard, J., Examen spectroscopique de la chlorophylle dans les residus de la di- gestion. Compt. rendus hebdom. vol. LXXVL, pag. 103. Ref. S. 183. 4. „ Modification du spectre de la chlorophylle sous l'influence des alcalis. Ebendas. pag. 570. Ref. S. 183. 5. „ Influence des rayons de diverses couleurs sur le spectre de la chlorophylle. Ebendas. pag. 1031. (Siehe unter physikal. Physiologie.) 6. „ Examen des differences pr^sentees par le spectre de la chlorophylle selon la na- ture du dissolvant. Ebendas. pag. 1066. Ref. S. 183. 7. „ Classification des bandes d'absorption de la chlorophylle; raies accidentelles. Ebendas. pag. 1273. Ref. S. 183. 8. Drude, 0., Die Biologie von Neottia nidus avis uüd Monotropa hypopityg Göttinger Preisschrift. 1873. Ref. S. 183, 184. 9. Famintzin, A., Beitrag zur Kenntniss der Myxomyceten. Botan. Zeit. 1873. S. 662. Ref. S. 178. 10. „ und Woronin, M., Ueber zwei neue Formen von Schleimpilzen : Ceratium hyd- noides Alb. et Schw. und Ceratium porioides Alb. et Schw. Mit 3 Tafeln. Memoires de l'acad. imper. des scienc. de St. Petersburg. VII. Serie, Tome XX. Nr. 3. Uef. S. 178. 11. Finger, F., Anatomie und Entwicklungsgeschichte von Mirabilis Jalapa. Bonner Dissertation 1873. Ref. S. 176. 12. Gulliver, G,, On the crystals in the Testa and Pericarp of several Orders of Plants, and in other parts of the Order Leguminosae. Monthly microsc. Journ. X, pag. 259. Ref. S. 185. 13. „ On crystals in the testa of the elm. Quat. Journ. of microsc. Sc. XUL, pag. 290, 324. Ref. S. 185. 14. Hagen, C, Untersuchungen über Entwicklung und Anatomie der Mesembryanthemeen, Bonner Dissertation. 1873. Ref. S. 176, 185. Morphologie der Zelle, 175 .15. Hartsen, Sur la substance coloi'ante des baies rouges, Compt. rendiis LXXVI, pag. 385. Ref. S. 183. 16. Hilde br and, F., Die Sclileuderfrüclite und ihr im anatomischen Bau begründeter Mechanismus. Pringsheims Jahrbücher IX, S. 235. Ref. S. 185. 17. Janscewski, E., Etudes anatomiques sur les Porphyra et sur les propagules du Sphacelaria cirrhosa. Annal. d. sc. naturell. Bot. V Serie, T. XVII, Ref. S. 177. 18. Jürgens, H. , Ueber den Bau und die Verrichtung derjenigen Blüthentheile , welche Honig oder andere zur Befruchtung nöthige Säfte aussondern. Mitgetheilt von Hanstein im Sitzungsber. d. Niederrhein. Gesellschaft f. Natur- und Heilkunde. Bonn 1873. Botan. Zeit 1873, S. 398, 711. Ref. S. 184. 19. Juränyi, L., Beitrag zur Morphologie der Oedogouien. Pringsheims Jahrbücher IX, S. 1. Ref. S. 178. 20. 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Von Veiten (42 S. 101) wird angegeben, dass es sich für die Beobachtimg von Plasma- beweguugen in contrahirten Plasmakugeln sehr empfehle, das zur Contraction verwandte Glycerin sogleich wieder auszuwaschen, da trotzdem eine Anzahl Kugeln contrahirt blieben. Sanio wandte zweifach chromsaures Kali als langsam wirkendes Macerationsmittel zur Trennung der primären und secuudären Wandschichten an (37 S. 65). Hagen (14 S. 9) empfiehlt zur Nachweisung von Schleim dickere Schnitte zuerst mit essigsaurem Bleioxyd oder Zinnchlorür, und darauf mit Anilin, oder mit Kreosot und Anilin zu behandeln, worauf der Schleim sich intensiv rosa färbe. Bei Alcohol-Material seien die Schleimzellen sofort an der bräunlichen Farbe zu erkennen. Zur Nachweisung von Zucker und Dextrin wird, wie Finger (11 S. 7) mittheilt, von Hanstein das in einem Tropfen einer Lösung von essigsaurem Kupferoxyd liegende Präparat kurze Zeit auf etwa 30— 40" R. erwärmt und dann ausgewaschen, worauf die Zucker- oder Dextrin enthaltenden Zellen den bekannten braunen Niederschlag von Kupferoxydul zeigen. Für das Gelingen der Dextrinreaction muss das Material längere Zeit in Alkohol gelegen haben und die Erwärmung etwas stärker geschehen. Als Aufbewahrungsflüssigkeit für empfindliche Zellen empfiehlt Wood (44 S. 92) essigsaure Thonerde oder als noch besser carbolsäurehaltiges Wasser. 2. Protoplasma. Ueber Structur und Bewegung des Plasma's hat Veiten (42) Untersuchungen veröffentlicht, aus welchen wir Folgendes hervorheben: Veiten betont den von Nägeli aus- gesprochenen Satz, dass die Protoplasmaströme /^stets den längsten Weg in der Zelle ein- schlügen. Entsprechend fand er bei Elodea, dass der Srom au einer Läugskante hin, dann diagonal über die Querwand und wieder an einer Längskante zurück lief. Doch komme auch Rotation auf einer einzigen Seitenwand vor. Dieser längste Weg ist nach Veiten der- jenige, welcher die geringsten Widerstände darbietet. Er schliesst dies daraus, dass bei künstlicher Hemmung der Bewegung an emer Stelle der Querwand die Strömung die alte Bahn verlässt und eine nahezu rechtwinklige, aber immer noch der längsten Axe der Zelle parallele Bahn einschlägt, in der sie dies Hinderniss nicht zu überwinden hat. Veiten er- klärt sich dann gegen die Annahme, dass der Zellsaft in Ruhe sei, indem er bei Epider- miszellen von Elodea beobachtete, dass bei lebhafter Plasmaströmung alle im Zellsaft sus- pendirten Körnchen mit in Bewegung kamen, und zwar in derselben Richtung, wie der Plas- mastrom. Es widerspreche dies der von Nägeli und Schwendeuer ausgesprochenen Vor- stellung, wonach der wässerige Zellsaft dem Protoplasma den Stützpunkt für dessen Bewe- gungen darbiete, wie das Wasser dem Schiff, insofern diese Vorstellung das Entstehen einer gegenläufigen Strömung im Wasser fordern würde. '■■) Dia im Text iu ( ) stehenden Zahlen beziehen sich auf das vorstöhende TitelrerzeiChnisa, Morphologie der Zelle. I77 I)ass der Primordialschlauch bei der Kotation in Ruhe sei, folgert Veiten daraus, dass bei der Bewegung bisweilen Stellen der Wand vom ■Wandl)eleg frei würden — hier läge dann der Primordialschlauch allein der Zellmembran an und könne durch Contraction zur Anschauung gebracht werden. Da er eine zusammenhängende Schicht sei, so könne er sich nun als Ganzes drehen — , wenn also irgend welche der Wand anliegende Theile, wie nachweisbar, in Ruhe seien, so sei es auch der ganze Schlauch — ein Raisonnement , das doch wohl eine ausserordentliche I estigkeit des Plasmaschlauchs voraussetzt. Doch beobach- tete Veiten auch nach Contraction durch Glycerin an den contrahirten Kugeln, in denen die Rotation fortdauerte, dass die äusserste Schicht in Ruhe sei. Diese Kugeln lägen dabei nirgends fest auf, sondern seien durch Stoss- oder Centrifugalkraft aus ihrer Lage zu bringen. Veiten wendet sich dann gegen die Brücke-Hanstein'sche Auffassung, nach welcher bei den Plasmafäden eine relativ feste Membran von einer inneren strömenden Masse erfüllt ist. Veiten findet vielmehr in den Fäden mit Wasser erfüllte langgezogene Räume „In- succtions-Canäle", in welchen Körnchen sich molecular bewegen, während sie an und in dem diese Kanäle trennenden Plasma fortgeführt werden. Er fasst_ seine Ansicht, wie folgt, zu- sammen : „Für einzelne Fälle ist es erwiesen, dass das Protoplasma ein Kanalsystem ist. Die Plasmakörnchen bewegen sich in oder an den Wänden der wässrige Lösungen ein- schliessenden Kammern; niemals sieht man eine körnchenhaltige Flüssigkeit in dem Proto- plasma strömen; es sind nicht in sich zurücklaufende Kanälchen vorhanden, sondern die- selben sind vielfach unterbrochen durch Querwände. Die Configuration der Kammern wird durch die Bewegung der plasmatischen Wände fortwährend verändert; nur für kürzere Zeit kann eine Form festgehalten werden." ' Einwü-kung eines schwachen Inductionsstroms verbreitert die Plasmabändcr , indem die genannten Kanäle sich erweitern, wodurch die Molecnlarbewegung der Körnchen in denselben deutlicher hervortritt. In Zellen der Cucurbita-Haare bewirkte Veiten durch einen electrischen Strom eine „künstliche Rotation," deren Richtung mit dem Umwenden des Stroms umsetzte. Doch war das Protoplasma dabei schon todt und „schwamm in einzelnen Fetzen in der Zelle herum." Aus dem Stehenbleiben eines brückenartig verbindenden Fadens bei gleichzeitiger lebhafter entgegengesetzter Strömung in beiden Tragfäden schliesst Veiten, dass Theile des Plasmas plötzlich starrer werden können, wie hier die Ansatzpunkte der Brücke. Ueber Entstehung und Vergehen der Fäden äussert er sich wie folgt: „Ein Insucctionskanal schwillt in Folge von Wasseraufnahme an; liegt derselbe nahe an der Zellflüssigkeit, so hebt er das über ihm liegende Protoplasma wenig oder weit ab. Das Ganze sieht aus, als habe sich eine Falte abgehoben" (wie Hanstein schon angab), „da man nur den optischen Querschnitt des abgehobenen Theils sehen kann; befinden sich aber zufällig freie Körnchen innerhalb dieses ringförmig abgehobenen Theils und dem Wandbeleg, so sieht man, dass man es mit einer geschlossenen Blase zu thun hat, die sich erst später oben und unten öffnet, was nicht dkect wahrgenommen werden kann der Feinheit der Protoplasmaplatten halber. Ist der Faden gebildet, so stürmen neue Massen in ihn ein, und er kann so laug werden, dass er diagonal die längste Zelle durchsetzt. In letzterem Fall lässt er aber nur eine geringe Dicke zu und folgt bald dem dem Protoplasma eigenthümlichen Bestreben wieder zu verschmelzen. Die Verschmelzung geschieht äusserst rasch. Der Strang kann sich seit- lich an den Wandbeleg anlegen und mit einem Schlag wird derselbe der Länge nach in das- selbe aufgenommen. Em Zerreissen von Plasmasträngen kommt niemals vor. Daraus geht hervor, dass die Bewegung der das Innere der Zelle durchziehenden Fäden nicht bedingt ist durch ein einfaches Ziehen vom Wandbeleg her; eben so wenig kann gesehen werden, xlass die Bewegung bedingt sei durch ein Schieben von der anderen Seite der Wand aus." Von Einzelbeobachtungen ist zu erwähnen, dass Janszewsky auch bei Porphyra (17) amöbenartig bewegte Sporen auftand. Wood (44, S. 54) hebt hervor, dass die Makro- gonidien von Hydrodictyon sich ohne selbstständige Bewegung zu einem neuen Netz ver- einigen, entgegen älteren Angaben von Braun. Hinsichtlich der in der Zellenlehre eine so grosse Rolle spielenden Myxomyceten erklärte Rostafinski, dass dieselben mit den Pilzen nhd überhaupt mit pflanzlichen Organismen keine Verwandtschaft zeigen (35, S. 21) und Botanischer Jahresbericht I, 12 lyg Morphologie der Zelle^ dass ferner auf Capillitium, Columella u. s. w. das Zellenscliema nicht angewendet werden könne und dürfe. Als Plasmodien will Rostafinski (35, S. 17) nur solche Plasmamassen be- zeichnet wissen, „die durch massenhafte Verschmelzung von Schwärmern gebildet werden und in weiterer Entwicklung Sporen erzeugen, aus deren Inhalt wieder die Plasmodien bil- denden Schwärmer entstehen." Bei Ceratium hydnoides und porioides fanden Famintzin und Woronin (10 S. 2), dass die Plasmodien aus einer glashellen, in Wasser zerfliessenden Substanz und einem körnigen, die erste nach allen Richtungen hin netzartig durchziehenden und in steter Bewegung befindlichen Plasma bestehen. Beide Substanzen entstehen durch Differenzirung aus dem anfangs gleichmässig körnigen Plasma der Myxamöben. 3. Zellbildung. Es liegen hier zunächst vor schöne Beobachtungen von Famintzin über die Sporenbildung der Myxomyceten. Derselbe fand (9, S. GG5), dass die Sporen nicht durch freie Zellbildung , sondern durch Zelltheilung entstehen. An eben zerdrückten jungen Sporangien tritt das Sporenplasma als schleimige Masse hervor, wird immer zäher und fester, zeigt dann eine Anzahl von Lücken und sondert sich wenige Augenblicke darauf in eine Menge amöbenartiger Gebilde, welche bald in kleinere zerfallen, die sich ihrer- seits wieder theilen. Nach kurzer Zeit erscheint das ganze Sporenplasma in kleine Cong- lomerate zerfallen, deren jedes aus 4, 3 oder 2 auf die verschiedenste Weise unter einan- der verbundenen Sporenmassen zusammengesetzt ist. Diese Gebilde zerfallen dann in die einzelneu Sporen, deren Entwicklung Famintzin bei Lycogala selbst bis zur Reife zu beobachten vermochte. Anders noch verläuft dieser Vorgang bei Ceratium (10, S. 1 ff.). Hier wandert das Plasma die umgebende Gallerte über sich ausstülpend, nach oben und bildet so auf dem Plas- modium dichotomisch verzweigte Hörner, die anfangs durchweg einen Plasmastrang enthalten, später an der Basis und im Innern nur aus Gallerte bestehen. Das Plasma bildet schliess- lich dicht unter der Oberfläche der Hörner eine netzartige, von Maschen verschiedener Grösse durchsetzte Schicht, deren Maschen sich allmählig bis fast zum vöUigen Verschwinden verkleinern. Dann theilt sich die Plasmaschicht simultan in viele je einen Stern enthaltende Segmente, die pflasterartig neben einander liegen. Jedes Segment wächst zu einem anfangs cylindrischen , dann am Ende angeschwollenen, an der Basis stielartig verdünnten Körper heran, in welchem das Plasma schliesslich ganz in den kugeligen Endtheil hineiufliesst, wo es sich mit einer Sporenuiembran umgiebt (10, S. 3). In einem Tag, von Morgen bis Abend, ist der ganze Vorgang beendet. Reife Sporen lassen beim Keimen ihren Inhalt austreten, der sich dann unter amöboider Bewegung in zwei mit ihrem längsten Durchmesser kreuz- weise über einander liegende Theile trennt: bevor aber noch diese Theilung vollendet ist, wiederholt sie sich noch zweimal in den beinahe vollständig gesonderten Plasmamassen. Es entstehen so acht mit einem Stern und einer Vacuole versehene Schwärmer. Vor der defi- nitiven Trennung sind dieselben noch paarweise mit den bewimperten Enden verbunden. Die ganze Bildung der Schwärmer dauert etwa eine Stunde unter steter träger amöboider Bewegung. Bei Oedogonium hat Juranyi die Bildung gelb gefärbter Spermatozoidien und deren Verschmelzen mit der Eizelle genau beobachtet (19, S. 4 ff.) und nachgewiesen, dass die Oosporen ihren Inhalt bei der Keimung durch Quellung der Wand ausstossen, worauf er sich durch Einschnürung zunächst in drei Tochterzellen theilt, deren mittlere nochmals theilungsfähig ist (19, S. 21 ff.). Bei Sorastrum fand de la Rue analoge Zellbildungsvorgänge, wie sie bei Pedias- trum bekannt sind (36.). Ueber die Zelltheilung im Cambium hat Sanio (37) einige Mittheilungen gemacht: er nimmt an, dass bei jeder Theilung nicht eine Scheidewand, sondern zwei voll- ständige, innerhalb der Mutterzelle liegende Tochterzellmembrauen entstehen. Ein in Kichtung der Faser langgestreckter Zellkern, der den schmalen, radialen Durchmesser der Morphologie der Zelle. 179' Zelle ganz ausfüllt, ist vorhanden, — über sein Verhalten bei der Theilung äussert sich Sanio nicht. Uebcr die Zelltheilung der Bacillariaceen vgl. diesen Bericht S. 25—32. 4. Zellwand. Ueber das Längenwachsthmn der Zellen des Holzes liegen sehr genaue Angaben von Sanio (37, S. 125) vor, die derselbe in folgender Uebersicht bringt: I. Die Cambiumzellen nehmen in den auf einander folgenden Jahrringen allmäh- lig an Grösse zu, bis diese constant wird. 1) Die Grössenzunahme des Cambiums als solchen ist bedeutend, dagegen die Verläiigerung der jeweiligen Cambiumzelle bei ihrer Umänderung in eine Holzelementarzelle nur unbedeutend. Siimmtliclie Elemcntarorgane des Holzes nehmen an dieser Verlängerung in den auf einander folgen- den Jahrringen Theil. So die Conifcrn und viele Laubhölzer mit ra- dialer Anordnung der Holzelemente. (Die Verlängerung der Cambium- zellen dauert bei Pinus silvestris an der Stammbasis etwa bis zum 30sten Jahr. Die Länge der Cambiumzellen im einjährigen Trieb gieht Sanio zu 0,87 Mm., die Holzzellenlängc bei einem 55jährigen Ast zu 2,52 Mm. an.) 2) Die Grössenzunahme der Cambiumzellen in den auf einander folgenden Jahrringen ist nur unbedeutend, die Verlängerung derselben bei ilu'er Ausbildung zu Holzfasern liedeutend und desshalb die Holzfasern unregel- mässig angeordnet. (Bei Rhamnus cathartica masscn die Cambiumzellen im einjährigen Trieb 0,18 Mm., im 19jährigen Stamm 0,25 Mm. Die Libriformfasern dagegen 0,41 Mm., resj). 0,69. II. Die Länge der Cambiumzellen bleibt in den auf einander folgenden Jahrringen constant. 1) Sämmtliche Elemcntarorgane des Holzes behalten dieselbe Länge (Ma- honia Aquifolium, Berberis vulgaris ; bei ersterer bleibt auch der Quer- durchmesser unverändert.) 2) Gefässe und Tracheiden werden im innersten Jahrring am längsten, nehmen darauf nach aussen an Länge ab , bis sie auf die Länge der Cambiumzellen herabsinken; die Libriformfasern nehmen zuerst an Länge zu, dann wieder ab, worauf die Länge constant bleibt (Ochra- denus baccatus). 3) Gefässe und Tracheiden behalten dieselbe Länge (ebenso die Ersatz- zellen); das Libriform dagegen nimmt au Länge zu (Caragana arbores- cens, Sarothamnus scoparius, wahrscheinlich noch viele andere Legumi- nosen). Das unregelmässig angeordnete Libriform bildet sich aus kurzen Cambiumzellen durch beträchtliche (bei Cytisus Laburnum Ofache) Ver- längerung. Hinzuzufügen ist noch, dass Sanio zu all diesen Schlüssen zahlreiche Zahlen- angaben als Belege beigebracht hat, sowie, dass jede radiale Reihe nach ihm im Cambium nur eine eigentliche Cambiumzelle besitzt, die sowohl Holz als Bast abscheidet und selbst somit viele Jahre hindurch wachsen kann. In ein und demselben äusserstcn Jahresring waren bei einem alten Stamme von Betula pubescens die Holzfaserzellen bei 4 M. Höhe am längsten (1,43 Mm.) und nahmen von da nach Spitze und Basis an Länge ab. Sonst hat noch Kienitz-Gerloff nachgewiesen (20, S. 10), dass auch die Elatereu der Lebermoose ein erhebliches selbstständiges Längenwaclisthum besitzen, wie es schon von den Sklerenchymzellen und ISIilchsaftzellen bekannt ist. Das als Thyllenbildung bekannte locale Wachsthum der Zellmembran fand Kny (21, S. 422) auch bei den Floridecn-Gattungen Dasya und Hypnea, wo die jüngeren Eiuden- la* 130 Morphologie der Zelle. Zellen die Membranen älterer Zellen an der Basis des Stämmchens durchbohren und deren Innenraum mit ihren Verzweigungen ausfüllen (21, S. 435). In den Wurzeln von Cycadeen fand Reinke , dass zwei Lagen der Periblemrinde durch eine zwischen ihnen wuchernde Anabaena zur Bildung schlauchartiger Ausstülpungen veranlasst werden (32, S. 12). üeber das Dickenwachsthum der Zellmembran hat Sanio (37, S. 63 ff.) bei den Holzzellen von Pinus silvestris Beobachtungen mitgetheilt, welche zu der jetzt fast allge- mein angenommenen Nägeli-Hofmeister'schen Auffassung im schroffen Gegensatz stehen. Sanio findet, wie Mohl, dass die secundäre Verdickungsschicht als eine Neubildung durch Apposition entstehe, worauf dann primäre und secundäre Lage durch Intussuscep- tion wachsen (37,8.73). Für absolut beweisend hält Sanio die Fälle, wo die secundäre Membran erst nach Verholzung der primären sich bildet und trotzdem aus reiner Cellu- lose besteht. Auch sonst setzt sich die durch Chlorziukjod sich dunkelviolett färbende secundäre Schicht gleich bei ihrer Entstehung scharf gegen die mit demselben Reagenz hellblau werdende primäre Membran ab; Uebergänge der Farbe, wie sie bei einer Ent- stehung der secundären Lage aus der primären sich zeigen müsstec, kämen nie vor. Län- gere Einwirkung von doppelt chromsaurem Kali trennt beide von einander: die pi'imäre färbt sich nun mit Chlorzinkjod gelb, die secundäre umgiebt als durch dasselbe Mittel violett gefärbtes , zusammengeschrumpftes Häutchen den Zellinhalt. Dass beide Schichten durch Intussusception wachsen, schliesst Sanio aus der auch nach Bildung der secun- dären Lage erfolgenden Dickenzunahme der primären Membran (37, S. G6), da eine Umände- rung der äussersten Theile der ersteren in die Substanz der letzteren sich durch Farben- übergänge bei Behandlung mit Chlorzinkjod verrathen müsste, was nicht der Fall sei. Die Verholzung der primären Schiclit erfolgt im Frühlingsholz nach, im Herbstholz vor der Bildung der secundären Membran, zuerst an den Ecken, dann an den radialen, zuletzt an den tangentialen Wänden der Zellen (37, S. (j6). Die primären Membranen bilden dann das gelbliche Netzwerk zwischen den Zellen des fertigen Holzes. In der secundären Membran verändern sich zuerst die äussersten, nicht mehr durch Intussusception wachsenden Theile so, dass sie mit Chlorzinkjod statt violettblau zuerst violettroth, dann schmutzigroth und zuletzt gelb werden, jedoch in einem anderen, mehr bräunliclien Farbenton, als die primäre Membran. Inzwischen wachsen die inneren Theile weiter durch Intussusception; eine innerste, aber der Entstehung nach den übrigen Schichten der secundären Membran gleich- werthige Lage setzt sich nach vollendeter Ausbildung der Holzzellen als dünnes Häutchen (tertiäre Membran) ab, ist aber gleichfalls verholzt. Nur in den innersten Jahresringen gelingt die Blaufärbung dieser Schicht. Bei der Maceration wird nach diesen neuen Untersuchungen von Sanio das primäre Netzwerk nicht in Lamellen gespalten, sondern vielmehr vollständig zerstört (37, S. 68 f.). In dem namentlich an der Unterseite der Kiefernäste vorkommenden rothbraunen, harten und spröden Holz hatte Sanio schon früher nachgewiesen, dass in der secundären Schicht noch vier Lagen, eine äussere röthliche, durch Maceration zerstörbare, eine schmale gelbliche widerstandsfähige, eine breite, der sonstigen Beschaffenlieit der ganzen secundären Lage entsprechende und endlich ein mit der tertiären Innenauskleidung regulär vei-holzter Zellen identisches Häutchen sich unterscheiden lassen. Auch hiervon gibt er nun eine genauere Entwicklungsgeschichte, aus der hervorgeht, dass auch hier nur zwei nach einander ent- stehende selbstständige Membranen vorhanden seien, von welchen die innere durch chemische Modification und Differenzh-ung die vier unterschiedenen Schichten bildet (37, S, 71 f.) Ferner giebt Sanio eine von der herrschenden Vorstellung gleichfalls abweichende Darstellung der Entstehung des „Hoftüpfels" (behöften Tüpfels, behöfter Pore der Autoren). Zunächst wird nach Sanio stellenweise die zwischen den radialen Wänden der jungen Holzzellen nahe dem Cambium vorhandene lockere Zwischensubstanz resorbirt. Die eigentlichen pri- mären Membranen treten so in unmittelbare Berührung und verschmelzen. So entstehen rundliche verdünnte Stellen, Primordialtüpfel , auf der ein, aber auch mehrere Hoftüpfel entstehen können (37, S. 73—79). Die Höfe selbst treten auf dem Radialschnitt zuerst als Kreise von sehr zartem einfachen ümriss hervor, der dann doppelt wird, worauf der innere Kreis immer weiter nach innen rückt. Schon vorher hatte ^ich der mittlere Theil des Morphologie der Zelle. 181 „Primordialtiipfels" stärker verdickt und stellte eine kleine kreisförmige Scheibe dar, die, wenn nur ein Hoftüpfel sich bildet, in dessen Mitte zu liegen kommt. Die Hofgrenze bil- det sich nach Sanio am wahrscheinlichsten durch vermehrtes Wachsthum in Richtung einer Kreislinie und zwar sicher aus der primären Membran. Die erste Andeutung des Hofes hat die Form eines flachen grossen Tüpfels, dessen Raud ziemlicli scharfwinkelig nach der Scheidewand hin abfällt (37, S. 80). Nachdem die primäre Hofmcmbran ilire halbe Länge er- reicht hat, bildet sich die sccundäreHaut; beide Membranen wachsen dann nach der Tüpfelöffnung keilförmig zugescliärft vereinigt weiter (37, S. 81), bis das von ihnen umschlossene Loch die nor- male Verkleinerung erlangt liat. Die Verholzung der inzwischen noch erheblich durch In- tussusception hi die Dicke wachsenden primären Hofmemljran erfolgt später , als die des primären Netzwerkes — sie schreitet nach der Tüpfelöffnung hin fort. Durch stärkere Verdickung der secundären Schicht wird die Tüpfelöffnung in einen Tüpfelcanal verwan- delt. Die von Schacht und Dippel herrührende Angabe, dass die Scheidewand nach Aus- bildung des Hoftüpfels resorbirt werde, ist nach Färbungsversuchen von Sanio unrichtig. Die Scheidewand mit ihrer mittleren scheibenförmigen Verdickung bleibt stets erhalten, legt sich nur gewöhnlich an eine Hofwaudung an (37, S. 82—84). Die Tüpfelhöfe sind im Frühlingsholze grösser als im Herbstholz, ebenso nehmen sie in den verschiedenen Jalu-es- ringen nach aussen au Umfang zu. Auch von dem sehr complicirten Bau der den Tüpfel umgebenden Membranen bei der oben besprochenen differenzirten Verholzung giebt Sanio eine ausführliche, im Original (37, S. 87) zu vergleichende Darstellung. Bei den neben den grossen Markstrahlzellen entstellenden Hoftüpfeln senkt sich die tertiäre Schicht auch in den Tüpfelhof hinein, der somit hier nicht von der primären Membran ausgekleidet wird, wie sonst. Wie die Entwicklung dieser, erst nach den normalen entstehenden Mark- strahltüpfel zeigt, hört hier das locale Wachsthum der primären Membran ganz früh auf, und die secundäre Schicht erst beginnt nach innen in den ursprünglichen flachen Tttpfel- raum hinein überzugreifen (37,8.89—92). Zum Schluss giebt dann Sanio noch eine Ueber- sicht der bisherigen Arbeiten über die „Hoftüpfel" (37, S. 92— 9G). Reinke (32, S. 35) hat die ringförmigen Wandverdickungen im Laub von Pellia epi- phylla näher untersucht. Ein Querschnitt zeigt, dass sich die Wand der Zelle an der Ver- dickung in drei doppelt contourirte Lamellen sondert, eine mittlere, welche die Fläche der Zellwand fortsetzt und zwei seitliche, welche in das Lumen der beiden Zellen einbiegen. Da- zwischen liegt eine schwach lichtbrechende Substanz mit deutlicher Cellulosereaction (32, S. 38), welche an den rotheu Exemplaren der Pellia Träger des Farbstoffes ist. Die Entwicklungs- geschichte lehrt, dass die Wulste durch Quellung und starkes, nur durch Litussusception mögliches Wachsthum einer mittleren Zellhautlamelle entstehen. Aehnliche Verdickungen fanden schon van Tieghem, Klein und Strassburger an den Wurzeln von Taxineen und Cupressineen. — Reinke stu- dirte die Entwicklung bei Thuja occidentalis. Die „Füllmasse" der Wülste ist hier gi'ünhch gell) und stark lichtbrechend, was durch längere Einwirkung von Aether verschwindet, woraus auf die Einlagerung eines harzartigen Körpers zu schliessen ist, nach dessen Lösung tritt auch hier deutliche Cellulosereaction ein. Mit Alkanna oder essigsaurem Kupferoxyd ist das Harz nicht nachzuweisen. Die Entwicklung geschieht ebenso wie bei Pellia (32, S. 39 f.) Selir eigenthümliche centrifugale Wandverdickungen hat Luerssen bei den Marattia- ceen nachgewiesen (24, S. 641). Die unter den Spaltöffnungen von Kaulfussia gelegenen Paren- chymzellen sowie die Unterseite der Schliesszellen zeigen auf der Aussenfläche kurze dünne kleine Stacheln, weiter im Linern des Blattes gelegene Zellen aber förmliche dünne Fäden von beträchtlicher Länge, die in den Zwischenzellräumen ein wirres Geflecht darstellen und bald einfach, bald mit Seitenästen versehen sind. Manche derartige Fäden verbinden zwei einander gegenüberliegende Zellmembranen, " dabei bisweilen unterwegs sich gabelnd, so dass drei Ansatzstellen vorhanden siud. Mit Jod färben die Fäden sich schwach gelb, mit Jod und Schwefelsäure heller oder dunkler braun, letztere Färbung nehmen sie auch mit Chlor- zinkjod an, Concentrh'te Schwefelsäure löst sie langsam, heisse Kalilauge sofort. Marattia laxa hat wohl die kurzen stachelartigen Wandverdickuugeu (24, S. 644), nicht aber die Fäden, die Luerssen noch bei Marattia cicutifolia und bei Augiopteris erecta fand; in der ausser- 182 Morphologie der Zelle. sten Spitze der Rhachis der letztgenannten Pflanze gehen die Fäden in unregelraässige lap- pige oder knollige Protuberangen über (24, S. 645). Phillips (29, S. 44) fand, dass die Schläuche und Paraphyscn mancher Peziza-Arten mit einfacher alcoholischer Jodlösung blau werden, diejenigen anderer Arten derselben Gattung nicht, 5. Aleuron und Proteinkrystalloide. Prillieux fand, dass die braune Färbung von Neottia nidus avis au Protein-Krystall- loide von meist dreiseitiger Form und 0,010—0,015 Mm. Länge gebunden sei, die quellbar sind und deren Form durch Säuren, Alkalien, Aether, Benzin, Alkohol, siedendes Wasser zerstört wird. Die Krystalloide entstehen aus einem ursprünglich amorphen braunen Ueberzug der Stärkekörner, während die letzteren gleichzeitig verschwinden (31, S. 1530). 6. Chlorophyll und andere Farbstoffe. Die umfangreichsten Beobachtungen über das Chlorophyll (40) und die ihm ver- wandten Farbstoffe hat Sorby veröffentlicht, da jedoch ausser den bekannten Methoden auch Ammoniak, Eindampfen zur Trockne und andere stark wirkende Mittel benutzt werden, so fehlt die Garantie, dass die erhaltenen Farl)stoffe auch in der lebenden Pflanze vorkommen. Als Hauptresultat spricht Sorby aus, dass er ganz unabhängig den folgenden Satz von Stokes bestätigt gefunden liabe. Das Chlorophyll der Landpflanzen ist eine Mischung von vier Substanzen, zwei gelben und zwei grünen, alle mit deutlich verschiedenen optischen Eigen- schaften: die Lösung der grünen fluorescirt, die der gelben nicht. Grüne Seetange stimmen mit den Landpflanzen überein, abgesehen von dem relativen Verhältniss der vier Stoffe, in olivengrüneu Seetangen ist dagegen die zweite grüne Substanz durch eine dritte gelbe er- setzt, deren Anwesenheit die trübe Farbe der Pflanze bedingt." Die erste grüne Substanz von Stokes nennt Sorby „Blaues Chlorophyll", das er mit Schwefelkohlenstoff abtrennt; es stimmt wohl mit dem Cyanopliyll anderer Autoren überein, doch behauptet Sorl>y, ein Absorptionsstreifen im Grün sei ein Beweis eingetretener Veränderung durch Säuren. Den zweiten „grünen Stoff" von Stokes, den Sorby „gelbes Chlorophyll" nennt, stellte er aus Ulva oder grünen Fadenalgen dar — er hat ein scharfes dunkles Absorptionsband im Roth, jedoch weiter nach dem Orange hin, als beim „blauen Chlorophyll" — ausserdem soll letzteres nur einen Theil des Blau, ersteres alles Blau und noch einen schwachen Streifen im Orange absorbiren. Die „dritte grüne Substanz" nennt Sorby Chlorofucin, es wird aus Fucus dargestellt (40, S. 454) und giebt scharfe schwarze Ränder an den Grenzen von Roth, Orange und Gelb, absorbirt ferner das ganze Blau. Die beiden erstgenannten „gelben Farbstoffe" von Stokes sollen irgendwie diejenigen sein, die Sorby als Xanthophyll, gelbes Xanthophyll, orange Xanthophyll und Lichnoxanthine unterscheidet. „Xanthophyll" betrachtet Sorby als den Hauptbestandtheil des im Allgemeinen so genannten Farbstoffes (40, S.458), er stellte es aus Porphyra und Cheiranthus-Blüthen dar und fand zwei Absorptions- bänder zwischen grün und blau. Das „Orange Xanthophyll" kommt nach Sorby zwar auch in grünen Laubblättern vor, wird aber besser aus Peltigera canma oder Oscillatoi'ien, am besten aus den Spermatozoidien von Fucus dargestellt (40, S. 458). Das Spectrum zeigt zwei matte Absorptionsbänder in Blau und Grün. Auch das „gelbe Xanthophyll" findet sich in Laubblättern; rein erhielt es Sorby aus den Blüthen von Chrysanthemum segetum: es hat zwei Absorptionsstreifen im grünen Ende des Blau, so dass diese zwei Streifen am meisten nach dem Roth zu liegen beim „Orange Xanthophyll", etwas weiter davon beim „Xanthophyll", noch weiter beim „gelben Xanthophyll". Der von Stokes angenommene „dritte grüne Stoff" wird von Sorby Phycoxauthin genannt uml aus Peltigera canina dargestellt; die Lösung zeigt zwei Bänder im Grün, die bei einem ähnlichen in Peziza aurantia gefundenen „Peziza-Xanthin" noch etwas ferner dem Roth liegen, nicht ganz so weit, wie beim „Orange -Xanthophyll", so dass diese fünf Stoffe gewissermassen eine Reihe bilden. EmUich fand Sorby noch drei „Lichnoxanthine" in Pilzen und Flechten Morphologie der Zelle. 183 (Peltigera canina, Platysma glaucum, Ciavaria fusiformis, Physcia parietina), deren Lösungen keine scbarf begrenzten Absorptionsbänder, sondern nur eine allgemeine Verdunklung des Blau zeigen (10, S. 462 ff.)- Sorby giebt dann nach Beobachtungen über die Vertheilung und das quantitative Verhältniss der oben genannten sechs Substanzen in verschiedenen Pflanzen und auch in derselben Pflanze nach verschiedenen Standorten (z. B. bei Peltigera, Oscilla- toria) und nach der I)itensität der vorherigen Beleuchtung. — Chlorofucin findet er auch in einer Actinien-Varietiit. Ueber die Zerstörung der Chlorophyllfarbstoffe am Licht bemerkt Sorby, dass die Gegenwart von Luft die Zerstörung sehr befördere, ebenso kleine Mengen von Terpentinöl, während umgekehrt „oil of citronelle" sie lange verhindere. Bei der Zersetzung entsteht ein rother Farbstoff, den Sorby mit demjenigen der rothen Blätter in Beziehung bringt. Schneider bestätigte die von Com-ad 1872 veröffentlichten Bemerkungen über die Trennung der Chlorophyllfarbstoffe (38, S. 406). Chautard fand, dass durch Zusatz von 1 "/^ Jodkali zu Chlorophylllösung das schwarze Band in Koth verdoppelt wird; Zusatz von Säuren hebt die Trennung wieder auf (4, S. 570), ferner, dass Lösungen von Clilorophyll in fetten Oelen längere Zeit Tempera- turen von 225—250" C. widerstehen, und dass auch die Verdauung, wie Untersuchung der Excremente herbivorer und omnivorer Thiere lehrte, den Farbstoff nur zum Theil zerstöre. Chautard findet dann, dass auch kaltes Wasser einige Tausendstel Chlorophyll löse, wenn es neutral sei, alkalisches Wasser erheblich mehr (6, S. 1066). Im Allgemeinen nimmt Cliau- tard vier Absorptionsstreifen au, nebst;einigen „bandes accidentelles" (7, S. 1273). Demgegen- über weist Millardet (25, S. 105) auf die älteren Arbeiten von Krauss u. s. w. hin und hebt besonders hervor, dass in allen Pflanzenfamilien, Klimaten u. s. w. der Farbstoff derselbe sei, was Chautard in Frage gestellt hatte. Müller (26, S. 42) stellte theoretische Betrachtungen über das Verhältniss von Absorp- tion und Fluorescenz beim Chlorophyll an, und fand die von Lommel in dieser Richtung gezogenen Schlüsse nicht durchaus zutreffend. Ueber das Vorkommen von Chlorophyll in schmarotzenden oder saprophytischen Pflanzen liegen eine Reihe neuer Beobachtungen vor. Epipogon Gmelini und Monotropa Hypopitys haben nach Drude (8, S. 48) nur Xanthophyll ohne alles Cyanophyll: die letztere ausserdem einen braunen Farbstoff, über den Drnde (8, S, 48) spectroscopische Notizen giebt. Corallorhiza innata giebt nach Reinke (34, S. 152) einen tief grünen Extract, der aber nicht spectroscopisch geprüft wurde; die jungen Früchte dieser Pflanze erscheinen schon dem Auge lichtgrün. Bei Neottia nidus avis hatte schon Wiesner Chlorophyll gefunden; Drude (8, S. 21) bestätigt die Grünfärbung der ganzen Pflanze, namentlich der Perigonien kräftiger Pflanzen in Alkohol und siedendem Wasser und fand auch die 7 Absorptionsstreifen im Spectrum. Der vorher vorhandene braune Farbstoff zeigt im Spectrum nur nahe E. im Grün eine Verdunklung. Die Farbstoffkörper zeigen übrigens schon in der lebenden Pflanze die beiden Hauptbänder des Chlorophylls, welches demnach als solches in der Pflanze vor- kommt. Prillieux (31, S. 1530) fand den braunen Farbstoff an Protein-krystalloide gebunden. Da er eine Sauerstoffbildung im Sonnenlicht nicht wahrnahm, so bezweifelt er die Prä- existenz des Chlorophylls, welche Drude (8, S. 18 f.) durch Beobachtung einer geringen Koh- lensäurezersetzung auch von physiologischer Seite her nachwies. Aehnlich verhält sich Epipactis microphylla (8, S. 31), während Goodyera repens nur weniger Cyanophyll als ge- wöhnlich enthält, und durch eine im Absorptionsspectrum eintretende besondere Verdunk- lung im Grün auf die Anwesenheit des braunen Farbstoffs der Neottia hindeutet (8, S. 34). Ueber einen rothen Bacterienfarbstoft'(Bacteria-purpurin) gab Ray Lankester (22, S. 418) einige Notizen, auch das Absorptionsspectrum. Aus den Beeren von Solanum dulcamara, Tamus communis und Asparagus officinalis stellte Hartsen (15, S. 385) einen in Wasser unlös- lichen, in Alkohol, Aether und Benzol löslichen und aus dieser Lösung in Tafeln krystalli- sirenden Farbstoff dar. Schneider (39, S. 406) gewann aus Ciavaria- und Helvella-Arten einen orangerothen, roth fluorescirenden Farbstoff, der im Spectroscop eine düstere Verschleierung und eine Verdunklung nach dem Roth und Auslöschung des Violett zeigt. 184 Morphologie der Zelle. 7. Stärke, Zucker, Fette, Gerbstoff. Reinke faud reichliche Stärke in den durchaus chlorophyllosen Keimpflanzen von Corallorhiza innata , und wies dadurch die Entstehung des Amylums auch ohne Vermittlung von Chlorophyllkörnern nach (33,S.234, 34, S. 161). Drude bemerkte in der chlorophyllarmen Neottia nidus avis gleichfalls viel Stärke, die auch hier nach seiner Ansicht direct gebildet wird (8, S. 24 f.). Bei Monotropa Hypopitys ist dagegen die Stärke durch einen löslichen Stoif, Monotropin vertreten, der durch Alcohol in fester Form zu erhalten ist und dann mit Jod braun bis braunschwarz wird. Bisweilen kommt er auch schon in der lebenden Pflanze in Körnern vor (8, S. 49 f.). Das Grundgewebe führt ausserdem Rohrzucker, die Epidermis Traubenzucker oder Dextrin. Lindberg (23, S. 180) veröffentlichte gleichfalls einige Notizen über den Zellsaft von Monotropa. Briosi wies nach, dass von 149 untersuchten Pflanzen 129 auch in den Siebröhren Stärke zeigten, diese letzteren somit nicht ausschliesslich plasmatische Stoffe leiten (1, S. 308). Die Stärke findet sich in Form sehr kleiner rundlicher Körner, deren Durchmesser meist hinter demjenigen der Siebporen zurückbleibt, bald durch die ganze Röhre zerstreut, bald nahe der Siebi^latte in den etwas angeschwollenen Enden der Siebröhren, namentlich an der (gewöhnlich unteren) concaven Seite der Platten. Wo die Siebröhren keine Stärke führten, enthielten sie bisweilen doch kleine feste Körner von ähnlichem Aussehen, die aber mit Jod sich nicht färbten (1, S. 322), dagegen anscheinend mit Chlorzinkjod blau wurden. Als besonders reichlich in den Siebröhren Stärke führende Pflanzen nennt Briosi Dahlia variabilis, D. imperialis, Catalpa Bungei, Silaus tenuifolius, Asclepias con- sanguinea, A. exaltata, Helianthus tuberosus. Im Herbst verschwindet die Stärke in den Siebröhren bei den abfallenden Blättern zuletzt — in der Keirawurzel von Vicia Faba, im Keimling von Helianthus annuus tritt sie hier zuerst auf (1, S. 325). Künst- licher Druck vermochte die Stärkekörnchen durch die Poren der Siebplatten hindurchzu- pressen (1, S. 333). Derselbe Beobachter zeigte, dass bei mehreren Arten von Musa und Strelitzia in den Chlorophyllkörnern direct und normal als erstes wahrnehmbares Assimilationsproduct ein fettes Oel entstehe (2, S. 532) , ohne dass vorher Stärke vorhanden wäre. Auch in den von Trecul schon beschriebenen Tannin-Zellen von Strelitzia findet sich fettes Oel, das aber hier, wie bei den Chlorophyllkörnern, so lange kein Wasser zutritt, ausserordentlich fein vertheilt ist, und erst auf Wasserzusatz zu Tropfen zusammenfliesst. Da in den Siebröhren, der Stärkescheide und dem farblosen Parenchyra der genannten Pflanzen Stärke vorkommt, so nimmt Briosi eine spätere Umwandlung von Oel in Stärke an. Mit Jodlösung behandelt färbte sich auch bei manchen Stärkekörnern der äusserste Rand nicht blau, was dann erst nach längerer Behandlung der Körner mit Aether geschah (2, S. 549). Ueber die Oelbildung in den Oliven veröffentlichte Pasquale (27) Beobachtungen, die dem Ref. nur im Auszug zugänglich waren. Im August treten im Parenchym winzige Oeltröpfchen auf, neben grösseren bläschenförmigen Oelkörpern. Schliesslich fliessen die- selben zu grösseren Massen zusammen. Während der Fruchtreife zerfallen auch die Chlorophyllkörner zu formlosen Massen und werden gleichfalls zu Oeltropfen. Ueber die Nectarausscheidung hat Jürgens (18) einige Untersuchungen angestellt, aus denen hervorgeht, dass die aussondernden Zellen gewöhnlich klein und zart sind, oft auch Stärke enthalten, die sich im Maass der Zuckerbildung vermindert. Die Ausscheidung geschieht theils durch Pressung durch die Membran, theils durch Ablösung der Cuticula nach Art der Gummi und Harz absondernden Trichorae. Bei Mimosa fand Pfeffer (28, S. 14) die schon von Nägeli und Schwendener in man- chen Rinden beobachteten Tropfen einer sehr gerbstoffhaltigen Lösung auf und untersuchte dieselben näher. 8. Krystalle. Gulliver gab Beschreibung und Abbildung der bei Ulmus in der Samenschale sich findenden Krystalle, welche in ähnlicher Weise in Zellstoff eingebettet zu sein scheinen, wie Morphologie der Zelle. 185 es Ref. bei den dem Bast benachbarten Zellen mancher Bäume nachgewiesen hat (13, S. 290, 324). Auch bei Geranium, Acer, Tilia, Ribes, Anagallis, Tamus und Compositen fand Gul- liver (12, S. 259), bei Oxalis Hildebrand (16) Krystalle im Pericarp oder der Samenschale, ebenso längs der Gefässbündel Gulliver bei Mimosa pudica, Pisum. Vgl. dazu auch Quart. Journ. of mikrosk. Science XIII., pag, 321, 324, 439, wo noch weitere kleine Notizen hiezu gegeben sind, ebenso einen Aufsatz von Gulliver in Science Gossip Mai 1873, der dem Ref. nicht zugänglich war. Ferner machten Urban (41, S. 260) und Gulliver (12,8.259) auf das massenhafte "Vor- kommen von Kalkoxalatkrystallen in den Bracteen und anderen Theilen von Legumüiosen, Briosi auf denselben Umstand bei abfallenden Blüthen (1, S. 322) aufmerksam. Urban fand da- bei, dass auch hier die krystallführenden Zellen, welche sich durch Kleinheit, zarte Wände auszeichnen, die Gefässbündel begleiten. Auch in der Epidermis kommen die Krystalle vor. Vöchting fand bei Myriophyllum besondere in die Zwischenzellräume hineinragende kleine krystallführende Zellen. Die Krystalle erscheinen zunächst als eine rundliche An- häufung dunkler Körnchen, die sich dami in eine morgensternartige Druse umwandeln, deren Spitzen die Zellmembran durchbrechen und sich frei in die lufterfüllten Intercellularräume erstrecken (43, S. 14. Bot. Ztg. 1873, S. 797). Nach Gulliver soll auch kohlensaures Kali bei Cacteen und Urtica in krystallisirtem Zustand vorkommen, ebenso sollen sich die rauhen Höcker auf den Bryoriia-Blättern aus runden und ovalen Körnern zusammensetzen, die sich in Säuren unter Aufbrausen lösen (12, S. 262). ' Hagen (14, S. 9) giebt an, dass bei Mesembryanthemum die Zellen entweder Schleim oder Krystalle, nie beide zugleich führten, doch ist dies nicht allgemein, z. B. fand Reinke (32, S. 76) bei Gunnera Beides in einer Zelle. MORPHOLOGIE DER GEWEBE. Referent E. Loew. I. Allgemeine Vorbemerkungen. Unter den, die Morphologie der Gewebe betreffenden Arbeiten des Jalires 1873 ist die Arbeit Sanio's (1) über die Anatomie der Kiefer die umfangreichste und vielseitigste. Durch dieselbe wurden zunächst die cambialen Theilungsvorgänge, aus welchen Xylem- und Phloemtheil der Fibrovasalstränge hervorgehen, einer erneuten Prüfung unterzogen. Einen zweiten Gegenstand der Untersuchungen Sanio's bildete die sog. secundäre Verdickungsschicht der Holzzellmembran, welche Hofmeister als spätere üifferenzirung der ursprünglichen Cellu- losewand auffassen lehrte und die Sanio nun als Neubildung zu characterisiren sucht. Am meisten überraschend sind die Untersuchungsergebnisse Sanio's über die Entwicklung des gehöften Tüpfels. Ihre von diesem Forscher aufgefundenen, allerjüngsten Stadien haben weder Schacht noch Dippel gesehen. Ausserdem beweist Sanio, dass auch die behöften Tüpfel nicht offen, sondern durch die primäre Zellhaut geschlossen sind. Die Entstehung der Harzgänge, abnorme Jahresringbildung, das Verhältniss zwischen Herbst- und Frühlings- holz, die Grössenmaasse der Elementarorgane des Plolzkörpers sind die übrigen, von Sanio in den Bereich seiner Forschungen gezogenen Punkte. Eine zweite Gruppe von Arbeiten beschäftigt sich mit der Entwicklungsgeschichte der Haare. Hatten schon die grundlegenden Arbeiten von Rauter und Warming eine An- zahl von Uebergangsgliedern zwischen eigentlichen Trichomen und Phyllomen kennen ge- lehrt (die Emergenzen nach Sachs), so fanden dieselben an den Untersuchungen von Del- brouck (2) und Uhlworm (3) eine erwünschte Ergänzung. Ersterer wies sowohl zwischen Dermatogen- und Periblemstacheln, als zwischen Trichom- und Phyllomstacheln und zwischen Stacheln und Dornen eine Reihe von Uebergängen nach; letzterer hält auf Grund seiner Beobachtungen nicht bloss den Unterschied zwischen eigentlichen Trichomen und Emer- genzen, sondern auch den zwischen Trichom und Phyllom für werthlos. Von anderer Seite schliesst sich hieran die Dissertation Suckow's (4), der jedoch Haare und stachelartige Bil- dungen (Periblemstacheln, Delbrouck ^ Emergenzen, Sachs und Warming) scharf von ein- ander sondern will. Die das Hauptgewebe betreffenden Erfahrungen fanden durch die Arbeit von Zin- geler (5) über die Spaltöffnungen der Carices mannigfache Erweiterungen. Ebenso eröffnete die Arbeit von Stahl (6) über die Lenticellen neue und überraschende Gesichtspunkte. Er ?ieigte, dass dieselben in ihrer Entstehung theils an die Spaltöffnungen, theils an das Phel- Morphologie der Gewebe. 187 logen geknüpft sind, und nicht etwa partielle Korkwucherungen darstellen, sondern sich durch eigenartige histologische, von KorkzcUeu verschiedene Elemente als die Analoga der Spaltöffnungen hei'ausstellen , deren physiologische Aufgabe am alternden Stamm sie über- nehmen. Von Arbeiten, welche sich auf di^ Histologie der Fibrovasalstränge und des Grund- gewebes beziehen, liegen ausser der schon genannten von Sanio die von Duval-Jouve (7) über die Queranastomosen der Gefässbündel in den Diaphragmen monocotyler Wasserge- wächse und die von Reinke (8) über die Anatomie dos Rhizoms von Corallorhiza und Epi- pogon und der Orchisknolle vor. Kürzere Mittheilungen wurden von Finger (9) über die Fibrovasalstränge von Mirabilis gemacht. Wie sich die von Rinde cntblösste Cambium- schicht der Holzgewächse verhält, untersuchte Schumann (10). Briosi (11) bewies den Stärkeinhalt der Siebröhren. Ueber die übrigen Abhandlungen, welche histologisclie Thatsacheu enthalten, sind die bezüglichen Referate a. a. 0. zu vergleichen. n. Specielle Referate. 1. K. Sanio. Anatomie der gemeinen Kiefer (Pinus silvestris L.). (H. Jahrb. für wissensch. Butan. IX., pag. 50-127. Mit Tafel V— XIV.) Die vorliegende zweite Abtheilung dieser höchst detaillirten Untersuchungen be- handelt zunächst die Entwicklungsgeschichte der Holzzellen. Die erste Frage, welche zur Entscheidung zu bringen war, ist die, ob jede radiale Holz- und Bastzellenreihe eines Jahresringes aus zwei (Hartig) oder aus drei (nach Sanio's frühern Mittheilungen) oder aus einer Camhiummutterzelle durch tangentiale Theilung her- vorgeht. Bei Querschnitten junger Stammtriebe fehlt es an einer Handhabe, um das rela- tive Alter der Mutter- imd Tochterzellen genauer zu bestimmen. Verf. wählte desshalb das Cambium alter Stämme, beispielsweise die Stammbasis einer mehr als lOOjährigon Kiefer, zur Untersuchung; hier Hessen sich bestimmte Kriterien der Zelltheilungsfolge gewinnen. Als Hauptgesetz für die cambiale Zellbildung fand er, dass für Bast und Holz nur eine Camhiummutterzelle vorhanden ist : „von den beiden durch tangentiale Theilung der Cam- hiummutterzelle entstandenen Tochterzellen verbleibt entweder die obere als Camhium- mutterzelle, während die untere, sich noch einmal tangential theilend, als Zwilling zum Holze übertritt oder es verbleibt von den beiden durch Theilung der Camhiummutterzelle entstandenen Tochterzellen die untere als Camhiummutterzelle, während sich die obere noch einmal theilt und als Zwilling zum Baste übertritt." Als Erweiterung dieses Gesetzes kommt noch hinzu, dass sich von den beiden, zum Holz oder Bast übertretenden Zwillings- tochterzelleu die eine (entweder die innere oder die äussere) noch einmal oder gar zweimal theilen kann. Ausser diesen tangentialen Theilungen kommen radiale Theilimgen der Cam- biumzellen vor; in diesem Falle ist stets nicht allein die Holzreihe, sondern auch die sie fortsetzende Bastreihe verdoppelt. Die Hartig'sche Annahme von zwei Cambiummutter- zellen wird durch eine Reihe schlagender Gründe widerlegt. Die zweite Frage, welche die Untersuchung Sanio's zu entscheiden suchte, betrifft das Vorhandensein der sogenannten secvmdären Verdickuugsschicht der Holzzelleu, die be- kanntlich von Hofmeister (Physiol. Bot. L, pag. 211) und Sachs (Lclirbucli, 1872, pag. 73) nicht als Neubildung, sondern als spätere DiiFerenzirung der ursprünglichen Cellulosewand aufgefasst wird. Die erste Veränderung der zum Holze übertretenden Cambialzellen besteht nach Sanio zunächst in radialer Streckung. Dabei scdleu sich die anfangs dickeren radialen Wandstücke allnüüig verdünnen, indem die mittlere, zwischen je zwei eigentlichen Holz- zellwanduugen liegende, „lockere Substanz" allmälig resorbirt wird und die primären Mem- branen aneinander rücken und verschmelzen. Nur an den Stellen, wo 3 oder 4 Zellen sich berühren, bleibt die „lockere Substanz" , welche als „Rückstand der Mutterzellhäute" anzu- sehen ist, unresorbh't und füllt den 3- oder 4eckigen Raum als Zwickel aus. Häufig wird 188 Morphologie der Gewebe. indessen auch hier die ausfüllende Substanz resorbirt und es entsteht ein 3- oder 4eckiger Intercellularraum. Innerhalb der chemisch unveränderten, durch Chlorzinkjod hellblau ge- färbten Membran der jungen Holzzelle bildet sich nun eine neue, anfänglich äusserst zarte „secundäre" ZelUiaut , welche sich von der primären Membran durch Weichheit und durch die dunkel violette Färbung mit Chlorzinkjod auf das Schärfste unterscheidet. Beide Mem- branen verdicken sich durch Intussusception. Die durch gelbe Färbung unter Chlorzinkjod leicht erkennbare Verholzung der prhiiären Membran erfolgt im Frühlingsholze später als die Bildung der secundären Verdickung, im Herbstholz dagegen früher. Die Verholzung be- ginnt aus den Ecken, geht auf die radialen und zuletzt auf die tangentialen Wandstücke der primären Membran über. Die sich verdickende, in diesem Zustande mit Chlorzinkjod nicht violettblau, sondern violettroth sich färbende, secundäre Haut fängt von aussen nach innen an sich chemisch zu modificiren; ihr äusserer Theil färbt sich durch das genannte Beagens immer deutlicher gelb, aber in einer andern Farbennuance als die primäre Mem- bran. Der innerste Tlieil der secundären Verdickung !?etzt sich nach vollendeter Ausbil- dung der Holzzellen als dünnes Häutchen mehr oder weniger deutlich ab, ist aber gleich- falls verholzt. Sanio hält dies trotz des Widerspruchs von Dippel (Bot. Zeit. 1860, p. 361) fest. Während aber die secundäre Membran eine Neubildung ist, ist das tertiäre Häutcheu nur der optisch und chemisch, aber nicht genetiscli verschiedene, innerste Theil der secun- dären Haut. Bei der Maceration mit chlorsaurem Kali und Salpetersäure trennt sich die primäre Membran nach der gewöhnlichen Annahme*) in die beiden zu den Nachbarzellen gehörigen Blätter; eine solclie Trennung gelingt aber niemals. Die gegentheilige Angabe •von Wigand (Bot. Unters., p. 79) und von Sanio selbst (Bot. Zeit. 1860, p. 209) sind danach zu berichtigen. Durch vorsichtige Maceration, Zusatz von Chlorzinkjod, Zerrung mit der Nadel oder Druck auf das Deckglas gelingt es an feinen Quersclinitteu bisweilen, die primäre Membran als feines Netzwerk von der secundären Verdickung zu trennen ; die primäre Mem- bran färbt sich dabei hellviolett, die secundäre Ablagerung dunkelviolett. Bei den durch Maceration isolirten Zellen ist aber von der primären Membran nichts mehr vorhanden. Die von Sanio angegel)ene Bildungsweise einer primären und secundären Holzzell- membran steht, wie er selbst zugiebt, in schroffem Gegensatze zu der Theorie Hofmeisters (Phys. Bot. I., p. 211), der beide Schichten durch Differenzirung aus derselben Membran hervorgehen lässt. Mohl's Ansicht, dass sämmtliches Dickenwachsthum der Zellwand durch Apposition erfolge, ist auch für Sanio überwunden; aber er hält die Meinung fest, dass durch Neubildung zwei ineinander geschachtelte Membranen entstehen, welche durch Intus- susception in die Dicke wachsen und glaubt den absoluten Beweis dafür in jenen Holzzellen zu erblicken, deren secundäre Haut sich erst nach der Verholzung der primären bildet, trotzdem aber aus reiner Cellulose besteht. Dasselbe soll nach Sanio überhaupt bei allen verholzten und verkorkten Membranen, welche zwei verschiedene Lagen unterscheiden lassen, der Fall sein. Der dritte Hauptpunkt, mit dem sich Sanio's Untersuchimgen eingehend beschäftigen, ist die Entwicklungsgeschichte des behöften Tüpfels (des Hoftüpfels). Als Hauptmomente sind hier folgende Einzelheiten hervorzuheben. Die Cambium- und die allerjüngsten Holz- zellen haben anfangs glatte Wände; auf den radialen Wänden der etwas erweiterten Holz- zellen treten zunächst rundliche Stellen auf, welche dm-ch ihr optisches Verhalten als „Ver- dünnungen der Membran" charakterisirt sind. Dieselben gehen seitlich allmälig in den stärker verdickten Theil über und grenzen sich nach oben und unten scharf ab; hier sind sie sogar später doppelt contourirt. Diese „Primordialtüpfel" erscheinen auf dem Radial- schnitt als Kreissegmente, auf dem Querschnitt als dünnere Partieen der radialen Wände. Die Annahme, dass diese verdünnten Stellen durch eine lokale Verdickung ihrer Umgebung verursacht würden, wird widerlegt; ebenso die, dass sich die radialen Wände zuerst durch Ausdehnung bis zur Feinheit der Membranverdünnung verdüimten und dass sich dann die ='•■) Anm.: Diese Annahme scheint dem Eef. jedoch nicht die gewöhnliche zu sein, Vgl. Sachs Lehrb. III. Aufl., pag. 73. Morphologie der Gewebe. 189 jungen Holzzellen mit Ausnahme der verdünnten Stelleu von Neuem verdichten. Es bleibt zur Erklärung also nur die Resorption übrig. Die Verdünnungen entstehen dadurch, dass der mittlere, zwischen den benachbarten primären Membranen befindliche Theil der radialen Wandstücke, „der Rückstand der Mutterzellhäute", resorbirt, d. h. in die Zellmembran auf- genommen wird und dass dann die eigentlichen beiden Wände der Nachbarzellen aneinander rücken und sich in der Längsrichtung noch weiter verdünnen. Auf den verdünnten Stellen, der Primordialtüpfel, treten nun in der Mitte ihrer Fläche verdickte, scheibenförmige Stellen auf, welche auf dem Radialschnitt als runde Kreise, auf dem Querschnitt als scharf abge- setzte Verdickungen auf der dünnern Membran erscheinen. Der Hof, der also stets von Anfang an als ein rings geschlossener Kreis auftritt, ist oft kleiner, als die verdünnte Stelle der Wandung; auch finden sich nicht selten (im Frühlingsholz) zwei oder mehrere Hoftüpfel auf einem gemeinsamen Primordialtüpfel. Die randartig auf der Primordialtüpfelwand her- vortretende Hofgreuze bildet sich durch vermehrtes Wachsthum der primären Membran in der Richtimg einer Kreislinie, nicht diu'ch eine Faltenbildung dieser Zellhaut in der Rich- tung des Tüpfelhofes (wie Schacht und Dippel angegeben haben). Die erste Andeutung des Hofes hat die P'orm eines flachen grossen Tüpfels, dessen Rand ziemlich scharfwinklig nach der Scheidewand hin abfällt. Diesen Zustand haben weder Schacht noch Dippel ge- sehen. Erst bei dem folgenden Zustande, dem ersten bei Schacht und Dippel, wächst die an der Hofscheidewand rechtwinklig abgeschnittene Wand der jungen Holzzelle, sich von der Scheidewand entfernend, nach innen zu (die bekannte Ringfalte Schachts), was in der- selben Richtimg so lange fortdauert, bis der Hof fertig ist. Die Hofwandung ist, wie aus den Reactionen folgt, eine Fortsetzung der prhnären Membran, nicht wie Dippel angiebt, die jüngste Verdickungsschicht, welche nach Sanio zur Zeit, wo die Hofwandung verholzt, noch gar nicht vorhanden ist. Nach Schacht und Dippel wird die Scheidewand nach Ausbildung des Hoftüpfels resorbirt, der Tüpfel ist offen. Sanio fand dagegen durch Färbung mit Ani- lin, dass fast sämmtliche Tüpfelkanäle durch eine gefärbte Membran verschlossen sind. Die halbireude Schlicssmembran ist die primäre Zellhaut selbst. Nur bei solchen Höfen, bei denen durch den Schnitt der Hof der Fläche nocli halbirt ist, findet man zuweilen eine offene Communication. Auf dem Radialschnitt zeigt sich der Hof umgeben von dem bekann- ten Doppelt-Umriss ; ausserdem bemerkt man einen hellen Ring, welcher die Tüpfelöffnung umgiebt; er ist der Ausdruck der scheibenförmig an die Hofwandung angelegten Verdickimg der Hofscheidewand ; und einen zweiten hellen Ring, den Sanio für den Ausdruck verschie- dener Dichtigkeit der primären Hofmembranschichteu selbst hält. Die Form des Tüpfel- kanals ist im Frühlmgsholze rundlich oder breit-oval, im Herbstholze dagegen spaltenförmig länglich und linksläufig schief gestellt, bei differenzirter Verholzung, bei der stets eine „spi- ralige Streifung der innersten Verdickung" stattfindet, sogar lang spaltenförmig und den Hof überragend. Die tertiäre Innenauskleidimg der secundären Verdickungsschiclit senkt sich verdünnt in den Tüpfelkanal, tritt aber nicht in den Hofraum ein. Weitere Complica- tionen m dem Bau des Hof tupf eis werden durch die „differenzirte Verholzung" herbeigeführt; so nennt Sanio diejenige Umänderung, durch welche eine der secundären Schichten optisch und chemisch die Beschafl'enlieit der primären Membran annimmt. Durch die Verwechselung dieser secundären Schicht mit der primären Zellhaut wurde Dippel, wie Sanio darlegt, zu der unrichtigen Meinung veranlasst, dass die primäre, den Hof auskleidende Membran ihre Entstehung einer Faltenbildung der primären ZelUiaut verdanke. Der Bau der Holzzellentüpfel neben den Markstrahlen weicht bekanntlich in meh- reren 'wesentlichen Stücken von dem der gewöhnlichen Hoftüpfel ab. Bei jenen betheiligt sich nun nach Sanio die primäre Membran nicht an der Auskleidung des Tüpfelhofes; die tertiäre Verdickungsschicht kleidet den Tüpfelkanal und auch den Tüpfelliof aus. Auch in der Entwicklung unterscheiden sie sich. Die radiale, an dem Markstrahle liegende pri- märe Wand bildet m dem Winkel, den sie mit der tangentialen Wandung bildet, durch Ver- dickung zwei Gabeläste, die aber nicht wie beim gewöhnhchen Tüpfel nach innnen weiter fortwachsen, sondern in ihrem Anfangszustande verharren und entweder sogleicli (vor der Bildung der secundären Ablagerung im Herbstholze) oder erst nach Anlage der letzteren (im Frühlingsholze) verholzen. X9Ö Morphologie der Gewebe. In Betreff der vierten Frage, der Entstehung der Harzgänge, bestätigt Sanio, ab- gesehen von Einzelheiten, die Angaben von N. Müller; an der Bildung des Harzganges be- theiligen sich hiernach stets mehrere Zellen des cambialen Holzes; der harzführende Inter- cellulargang Ijildet sich durch Auseinanderweichen der umschliessenden Zellwände. Der dritte Hauptabschnitt der Untersuchungen Sanio's behandelt die Abnormitäten in der Bildimg der Jahrringe. Im Innern Theil des untern Stammendes oder an der Basis fingerstarker Stämme findet man mehr oder weniger breite, bräunliche, unvollständige, d. h. nicht ringförmig geschlossene Bänder. Dieselben bestehen aus stärker verdickten, gelb ge- färbten, in den innersten Jahrringen stets differenzirt verholzten und desshalb spiralig ge- streiften Holzzellen. Die Bänder finden sich sowohl unmittelbar neben der Herbstgrenze des vorhergehenden Jahrringes im Frühlmgsholz, das dann also auffallender Weise mit dick- wandigen Zellen beginnt oder etwas weiter nach aussen im Frühjalu^sholze oder im äussern Theil des Jahrringes vor den Zellen der Herbstgrenze. Auch in den äussern Jahrringen finden sich die Bänder ; ihre Zellen sind dann aber regulär und nicht differenzirt verholzt. Diese Abnormitäten entwickeln sich am stärksten in den untern, ersten Jahrtrieben; nach oben werden sie schwächer, doch kommen sie noch im Wipfel vor. Auch im Astholz treten sie auf und zwar reichlicher in den untern Aesten junger Pflanzen als in den AVipfel- ästen älterer Stämme. In der Wurzel seheinen sie fast ganz zu felilen. Bei den einheimi- schen Nadelhölzern hat nur Rossmann diese Bänder gesehen. Sanio theilt seine Beobach- tungen über ihre Verbreitung in den verschiedenen Jahrringen und Höhen desselben Stam- mes ausführlich mit. Ein vierter Abschnitt der Abhandlung Sanio's verbreitet sich über das Verhältniss zwischen Herbst- und Frülilingsholz im Hochstamme. Aus zahlreichen, in einer besonderen Tabelle zusammengestellten Messmigen geht hervor, dass die von Mohl angegebene Regel, nach welcher bei breiten Jahrringen das Frühlingsholz an Breite zunimmt, bei schmalen Jalirringen aber das Herbstholz einen desto grösseren Theil der Gesammtmasse bildet, auf einer unvollkommenen Induction beruht. Dagegen stellte Sanio das Gesetz fest, dass der Unterschied zwischen Herbst- imd Frühlingsholz bei ein und demselben Jahrrmg ganz un- abhängig von der Breite der Jahrringe ist und vielmehr von der Höhe abhängt. Die Breite des Herbstholzes nimmt von oben nach unten beträchtlich und stetig zu. Es geht das deut- lich aus folgenden Zahlen der Sanio'schen Tabelle hervor: Mittel des Verhältnisses zwischen Herbstholz zum Frühjahrsholz. (In den 15 jüngsten Jahrringen.) Mittlere Breite der betreffend. Jahrringe. In einer 105jährigen Scheibe vom Stammende 1 : 2,6 „ „ 72 „ „ „ Zopfende 1 : 4,6 „ „ 35 „ „ „ Wipfel 1 : 6,6 21 „ )i « n 1 : 9,1 n » 1,85 Mm. 1,28 „ 1,06 „ 0,82 „ Das Herbstholz ist also am stärksten unten am Stamm entwickelt und nimmt stetig nach dem Wipfel an Breite ab, während das Frühlingsholz an Breite zunimmt. Diese Thatsache steht mit der Verschiedenheit des Gewichts und der technischen Verwendbarkeit des Stamm- und Wipfelholzes in überraschender Uebereinstiramung. Auch die für das untere Stammende nothwendige grössere Widerstandskraft findet so in dem Bau des Holzes selbst einen interessanten Ausdruck. „Es stellen die nach oben sich verschmälernden Herbstlagen gewissermassen ein nach unten an Festigkeit zunehmendes Gerippe vor, an welches sich die düimwandigen imd schwachen Frühlingsholzlagen anlegen." In einer Nachschrift werden zuletzt die Fälle zusammengestellt, welche Sanio in Bezug auf die Grössenverhältnisse der Elemantarorgane im Holzkörper unterscheidet. Nach dem Verhalten des Cambiums zerfallen sie in zwei Hauptkategorien. Entweder nimmt die Länge der Canibiimizellen in den aufeinander folgenden Jahrringen an Grösse zu, bis sie Morphologie der Gewebe. 191 constant wird oder diese Länge bleibt constant. lu die erste Catogorle fallen zwei Unter- abtheilungon : bei der ersten ist die Grössezunabme der Cambiumzellen iselbst bedeutend, die Verlängerung dagegen, welche jede Cambiumzelle bei ihrer Umänderung in eine Holz- elemtarzelle erfährt, mu- unbedeutend. Die Holzzellen sind dann entsprechend ihrer cam- bialen Entstehung in radiale Reihen geordnet (Coniferen und viele Laubhölzer). Bei der zweiten Unterabtheilung hndet das umgekehrte Verhältniss statt; die Holzfasern sind dann unregelmässig angeordnet (bei Rhamnus cathartica). Die zweite Categorie , welche die constant langen Cambiumzellen umfasst, theilt sich in 3 Abtheilungen: entweder behalten sämmt- liche Elementarorgane des Holzes ihre Länge in den verschiedenen Jahrringen bei (Maho- nia) oder die Gefässe und Tracheiden nehmen nach aussen an Länge ab imd das Libriform schwankt in der Länge (Ochradernus), oder endlich Gefässe und Tracheiden sind constant und das Libriform nimmt an Länge zu (viele Leguminosen). Auf den reichen Inhalt dieser Arbeit Sanio's zurückblickend, scheint eine kurze Zusammenfassung wünschenswerth : 1) Jede radiale Holz- oder Bastzellenreihe geht (bei Pinus silvostris) durch tangen- tiale Zweitheilung aus einer einzigen Cambiummutterzelle hervor; von den beiden durch die Theilung entstehenden Tochterzellon wird entweder die obere oder die untere zur neuen Cambiummutterzelle; im ersten Fall tritt die zweite Tochterzelle, sich noch einmal theilend, zum Holz, im andern Fall zum Bast über. 2) Die sogenannte secundäre Verdickungsschicht der Holzzollen entsteht nicht durch Differenzirung der ursprünglichen Zellhaut, sondern ist eine von der primären Mem- bran zu unterscheidende Neubildung, was dadurch bewiesen werden soll, dass sie sich in bestimmten Fällen erst nach der Verholzung der primären Membran bildet. 3) Bei der Bildung des gehöften Tüpfels sind zwei aufeinander folgende Sta- dien zu unterscheiden: die Entstchimg des Primordialtüpfels und die des eigentlichen Hoftüpfels. Die Bildung des Primordialtüpfels wird durch Resorption und damit durch Ver- dünnung der Zellmembran an bestimmt localisirten Stellen eingeleitet. Das erste Auftreten der Hofbildung besteht in einer auf der Primordialtüpfelwand aufgesetzten, scheiben- förmigen Verdickung. Erst secundär, bei der weiter fortschreitenden Ausbildung des Hofes, tritt die schon von Schacht beschriebene, nach innen zu wachsende Ringfalte auf, welche den halbkreisförmigen Hofraum vervollständigt. Verdünnte Stellen der Primordial- tüpfel , scheibenförmige Verdickung derselben und die den Hof vollendende Ringfalte sind Bildungen der primären Zellmembran. Der Tüpfelkanal kommt durch die Entstehung der sekundären Verdickungsschicht zu Stande; die tertiäre Innenauskleidung setzt sich nicht bis in den eigentlichen Hof fort. 4) Die früher als offen angesehenen behöften Tüpfel sind allezeit geschlossen; die Schliessmembran ist die primäre Zellhaut. Die übrigen, oben dargelegten Resultate bedürfen keines Resume's. 2. C. Delbrouck. Ueber Stacheln und Dornen. (Sitzungsb. d. niederrhein. Gesellsch. f. Natur- und Heilkunde in Bonn. Sitz. v. 4. Aug. 1873.) Die Untersuchungsresultate des Verfassers sind auch als Promotionssclu'ift veröffent- licht worden. Verfasser nennt Stachel ein Organ, das einem selbstäntUgen Sprosse nicht gleichwertig ist, im andern Fall wird es als Dorn bezeichnet. Die Stacheln zerfallen nach ihrem morphologischen Werthe in Trichom- und Phyllomstacheln oder nach ihrer Bildungs- stätte in Dermatogen- und Periblemstacheln. Die einzelligen Trichomstacheln (Galiuni, Mol- lugo, Aldrovanda, Urtica dioica) hängen durch die Trichomgebilde von Hieracium Pilosella und Mimosa prostrata mit den Stacheln von Rubus zusammen. Ebenso führt eine lücken- lose Reihe von den Trichomstacheln zu den Periblemstacheln von Rosa. (Dipsacus, Urtica, Kumulus, Hohenbergia, Solanum, Erythrina). Echte Periblemstacheln finden sich bei Rosa, Ribes, Gunnera, Datura, Acacia, Smilax, bald mit, bald ohne . Gefässe. Bei den Periblemstacheln treten oft regelmässige Stellungsverhältnisse auf. Der Uebergang von Trichom- und Phyllomstachelü findet sich bei den Cacteen. Ilire Stacheln entstehen als die 192 Morphologie dei- Gewebe. ersten Producte secundärer Vegetationspunkte, isind also Niederblättern aequivalent. Der sie erzeugende Vegetationspunkt geht meist bald zu Grunde. Bei den sonst ähnlichen Sta- cheln von Xanthium spinositm bleibt er in Thätigkeit. Als Phyllomstachel kann sich jeder Bktttheil entwickeln (Carduus, Cirsium, Coulteria, Hex, Berberis, Astragalus). Bei Cara- gana ahmen die stacheligen Blattstiele die Gestalt von Dornen nach. Den Uebergang von Stacheln zu Dornen bUden die blattartigen Thallodien von Ruscus aculeatus. Die Dornen entstehen durch Verholzen eines sich längsstreckenden, nicht mehr blattbildenden Vegetations- punktes: entweder aus überzählig angelegten Knospen (Genista, Hex, Gleditschia), oder aus normalen Achselknospen (Crataegus, Prunus spinosa, Ononis) oder aus dem Endvegetations- punkte (Rhamnus, CoUetia). Bei Celastrus pyracantha entsteht der Dorn aus der ersten Blattachsel des Vegetationspunktes. Ein Verdornen der Blüthenstiele findet bei Mesembry- anthemum spinosimi, Alyssum spinosum, Trifolium subterraneum statt. 3. 0. Uhlworm. Beiträge zur Entvicklungsgeschichte der Trichome mit besonderer Berücksichtigung der Stacheln. (Bot. Zeit. 1873. Nr. 48, 49, 50, 51, 52. Mit Tafel IX u. X., 76 Fig.) Verfasser untersuchte — speciell an 15 Pflanzenarten — die Entwicklung der Tri- chome verschiedenartigster Bildung (eigentliche Epidermisbildungen, Stacheln mit oder ohne Fibrovasalstränge, Warzen, Blattstacheln etc.) und kam .zu folgenden allgemeinen Re- sultaten : 1) Der Unterschied zwischen Haaren, die ausschliesslich aus dem Dermatogen her- vorgehen, imd Emergenzen, die durch Zelltheilungen des Periblems entstehen (Sachs, Warming), ist kein qualitativer, sondern nur ein quantitativer, es finden sich alle möglichen Uebergänge von emer Form zur andern. (Vgl. die Entwicklung der in Haare auslaufenden Stacheln von Cucurbita, Ecbalium, Cucumis, Warzen von Bunias.) 2) Der durch die unregelmässige Stellung der Trichome bedingte Unterschied zwi- schen Trichomen einerseits und Caulomen oder Phyllomen andrerseits (Warming) ist ziem- lich werthlos, da Trichome mit regelmässigem Stellungsgesetz (Spreuschuppen, bebärtete Iris-Arten) bekannt sind und Blattzipfel (von Cirsium, Echinops, Echenais) sich zu Stacheln metamorphosiren können. 3) Die Anlage der Trichome geht entweder nur vom Dermatogen oder vom Derma- togen imter secundärer Betheiligung des Periblems oder nur vom Periblem aus. Im ersten Falle kann die Entstehung der Trichome nur von einer (Stacheln und Haare von Rubus Hofmeisteri, Stacheln von Rubus Idaeus, Haare von Gunnera scabra, wurmförmige imd verästelte Haare von Cucurbita Pepo und Ecbalium, einfache und Köpfchen- haare von Datura, Cy linder haare von Euphorbia aspera, einfache Haare von Aesculus Hip- pocastanum und die Trichome von Ribes ausser den Stacheln) oder von mehreren Epidermis- zellen (bei Echium vulgare (?) nach Martinet) ausgehen. Im zweiten Falle leiten ebenfalls entweder eine (Stacheln von Cucurbita, Ecbalium, Cucumis) oder mehrere Epidermiszellen (fächerförmige Blattrippenhaare von Gunnera, War- zen von Bunias Erusago und B. orientalis) die Bildung der Trichome ein. Im dritten Fall besitzt das ausgebildete Trichom entweder Fibrovasalbündel (Frucht- knotenstacheln von Datura und Aesculus , Blattzipfelstacheln von Cirsium, Echenais, Echinops) oder nicht (Stacheln von Gmmera, Ribes lacustre, R. Grossularia, Rosa pimpinellifolia, Warzen von Euphorbia aspera). 4. S. Suckow. lieber Pflanzenstacheln und ihr Verhältniss zu Haaren und Dornen. (Inau- gural-Dissert. Breslau 1873, 32 S.) Nach einer zwölf Seiten langen, historischen Einleitung geht der Verf. auf eigene Beobachtungen über, welche die Trichomentwicklung einiger Rosa- und Rubusarten, von Aralia spinosa, Dipsacus silvestris, Smilax China, Solanum ferox und Ribes Oxyacantha be- handeln. In einem darauf folgenden kurzen Abschnitt werden einige Bemerkungen über Dornen und Uebergangsgebilde (bei Berberis, Robinia, Acacia alba u. s. w.) mitgetheilt. Die ScUussbemerkuügen eathalten folgende Hauptresultate: Morphologie der Gewebe. 193 1. Haare sind alle die Anhangsgebilde, die nur aus der Epidermis resp. den Thei- lungen derselben hervorgegangen sind. Der Unterschied zwischen Köpfchenhaaren und solchen, die es nicht sind, ist hinfällig und darf daher als wesentlich unter- scheidendes Merkmal nicht benutzt werden. 2. Stachelartigc Bildungen sind solche, liei denen sich ausser der Oberhaut noch das darunterliegende Parenchym hetheiligt; sie sind selten metamorphosirte Blätter und werden vom Verfasser unterschieden als: a) Weichstacheln. Biegsam, „mit nicht erhärtender Zellhaut". (Solanum ferox, Ribes grossularia.) b) Hartstacheln. Stecliend, „mit spröde werdender Zellhaut". Dazu die eigentlichen Stacheln und Köpfchenstacheln von Rosa, Rubus, Smilax, Cactusarten,) 3. Dornen sind mit Gefässhündeln versehene Anhangsgebilde, welche meist umgebil- dete Blätter oder Zweige sind. Verf. lässt es dabei zweifelhaft, ob das Vorhan- densein oder Fehlen von Fibrovasalstr äugen in den Anhangsgebilden einen wesent- lichen Unterschied zwischen stachelartigen Gebilden und Dornen bedingt. Mittel- zustände zwischen Stacheln und Dornen sollen bei Aloe perfoliata, Cirsium lanceo- latum und Carduus acanthoides vorkommen. Die Arbeit bezweckt, wie der Schlusspassus lautet, „hauptsächlich die Nothwendig- keit einer scharfen Sondrung von Haaren und stachelartigen Bildungen noch zwingender her- vortreten zu lassen". 5. Zingeler. Spaltöffnungen der Carices. (Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, Herausg. v. N. Pringsheim. IX. B. 1. Heft.) Verfasser publicirt einige Untersuchungen über die Spaltöffnungen der Cariceg,'^ Nach einer Uebersicht über Vorkommen der Spaltöffnungen ün Allgemeinen giebt er eine morpholog. Beschreibung der Carexblätter; dann bespricht er Vorkommen und Lagerung der Spaltöffnungen bei den Carices au den Hüllblättchen, Stielchen, Scheiden, Blattflächen, wo sie in den Furchen in den verschiedensten Modificationen gelagert sind; geht demnächst zur Entstehung der Stomata über, welche mit der von den Gräsern viele Aehnlichkeit hat. Die Specialmutterzelle wird nach oben hin von der grösseren bleibenden Epidermiszelle abgetrennt; dann Averden die Nebeuzellen gebildet; während aber diese bei den Gräsern tiefer als die Epidermiszellen liegen, ist dies bei den Carices nicht der Fall, sie werden hier auch früher gebildet. Erst nachdem die Zellen sich verstärkt haben, tritt die Theilung der Mutterzelle ein und die Schliesszellen werden gebildet. Die Spalte bildet sich von innen und von aussen her. Die Athemhöhle wird früh angelegt. Was die späteren Formen der Neben- und Schliesszellen betrifft, ist das Verhältniss fast ganz wie bei den von Pfitzer so genau beobachteten Gräsern. In einem nächsten Abschnitte beschreibt Verfasser eigen- thümliche Ueberwucherungen der oberen Zellwand (Cuticula) der Epidermis, welche bei mehreren Species gefunden worden sind und auch bei Coniferen und Gräsern von Hilde- brandt imd Pfitzer beschrieben werden. Verf. beschreibt sie ausführlich bei Carex paniculata. Auch Kurzzellen beobachtete er; er hält sie für angelegte, aber nicht weiter entwickelte Specialmutterzellen. Es ist ein Gesetz, dass die Spaltöffnungszellen stets nur von 4 Epidermis- zellen imigeben sind, und dass diejenigen, welche mehr Grenzzellen haben, in der Jugend nicht zu Stomata entwickelt wurden, Abweichungen hiervon sind nur scheinbar. ZwiUings- spaltöffnuugen, dadurch entstanden, dass zwei ganz imabhängige Epidermiszellen die Mutter- zellen nebeneinander abscheiden, beobachtete Verfasser auch. Zum Schluss giebt Verfasser ausser einem Kapitel über Oeö'nen und Schliessen der Spaltöffnungen eine tabellarische Uebersicht über die Zahl derselben auf ein Quadrat-Mm., bei 33 Species beobachtet. Die, welche an feuchten Stellen wachsen, haben eine grössere Menge als die, welche an trocke- nen Plätzen stehen. Warmiug, Botanischer Jahresbericht I, 13 194 Morphologie der Gewebe. 6. E. Stahl. Entwicklungsgeschichte und Anatomie der Lenticellen. (Botan. Zeit. 1873. Nr. 36, 37, 38, 39. Mit Taf. V.) Nach einem Rückblick (in Abschnitt I) auf die Vorarbeiten von De Candolle, Du Petit-Thouars , Mobl, Unger, Trecul u. a. schildert Verfasser zunächst die Entwicklung der Lenticellen (Rindenporen). Er unterscheidet zwei hauptsächliche Bildungsmodi: ent- weder wird die Lenticellenbildung durch Thcilungen des um die Athemhöhle von Spalt- öffnungen liegenden Parenchyms eingeleitet (Abscbn. II) oder sie geht von dem Phellogen, den Korkmutterzellen aus (Abschn. III). Parallel mit der Bildung der Lenticellen verläuft die des Korkes. Zum Verständniss des Entwicklungsverlaufs diene die vom Verfasser aus- führlich dargelegte Lenticellenbildung von Sambucus nigra. Die Veränderungen, welche das Auftreten der Rindenporen einleiten, gehen von den der Athemhöhle der Spaltöffnungen zunächstliegenden, subepidermalen, chlorophyllhaltigen Parenchymzellen aus; diese fangen an, sich bedeutend zu vergrössern, theilen sich, verlieren ihren Chlorophyllinhalt und ver- wandeln sich in die für Rindenporen charactoristischen, farblosen, dünnwandigen Zellen, welche Verfasser mit dem Namen „Füllzellen" belegt. Die Veränderungen greifen auf wei- tere Kreise der Nachbarzellen über, schliesslich hören sie auf und die Füllzellbildung wird nun von einer im Bogen um die Spaltöffnung gelegenen Zellreihe übernommen, welche nach aussen Füllzellen, nach innen den Korkrindenzellen zu vergleichende Parenchymzellen bildet. Die so entstandene hyaline Gewebeschicht wölbt zunächst die Epidermis empor; es bilden sich die bekannten braunen Schwielen (durch das Durchscheinen der ältesten, verschrumpf- ten Füllzellen gefärbt); die Oberhaut reisst zuletzt durch einen der Achse parallelen Riss und die Füllsubstanz der Lenticellen tritt an die Oberfläche. Nach dem Aufreissen der Epidermis beginnt die Korkbildung von den an die Lenticellen grenzenden subepidermalen Collenchymzellen aus und greift auf die übrigen Stengeltheile über. Unter den Rinden- poren, zwischen Füllzellen und Phelloderm (den durch centrifugale Theilung der Kork- mutterzelle entstehenden Korkrindenzellen Sanio's) findet sich jetzt eine zartwandige „Ver- jüngungsschicht" (Stahl), welche sich seitlich in das eigentliche Korkcambium fortsetzt und aus der die rasch verwitternden FüUzellen fortwährend ersetzt werden. Von ihr gehen alle weitern Theilungen aus. Nach der winterlichen Ruheperiode der Lenticellen übernimmt die Verjünguugsschicht im Frühjahr alle Neubildungen. Die übrigen vom Verfasser detaillirten Fälle der Lenticellenbildung vereinigt Re- ferent in folgender kurzen Uebersicht: Lenticellenbildung: I, Unter Spaltöffnungen (aus dem subepidermalen Parenchym): A. Ohne Betheiligung der Epidermis: a. Jede Lenticelle unter je einer Spaltöffnung: Sambucus nigra, Prunus Cerasus, Ligustrum vulgare, Syringa persica, Salix fragiliSj Rhus typhina, Rh. cotinus, Fraxinus ornus, Robinia pseudo- acacia. b. Jede Lenticelle unter mehreren Spaltöffnungen: Juglans regia, Populus canadensis. B. Mit Betheiligung der Epidermis: Viburnum lantana, Crataegus oxyacantha, Pirus, Salix- Arten. IL Aus dem Phellogen: A. Mit Eintritt der Korkbildung in der primären oder secundären Rinde: Colutea arborescens, Coronilla emerus, Ribes nigrum, alpinum, aureum, rub- rum, Gingko biloba, Lonicera, Berberis, Sarothamuus. B. Mit Eintritt der Korkbildung in dem subepidermalen Parenchym: Abies pectinata. Bei L tritt die Korkbildung entweder in der Epidermis oder in dem subepidermalen Parenchym ein, bei II. in der Rinde (ausgenommen Abies). Morphologie der Gewebe. 195 In Bezug auf Structur (Abschn. IV) unterscheiden sich die Zellen der Verdickungs- schicht durch deutliche Intercellularräume von den Korkmutterzellen. Die Phelloderm- zellen haben das Ansehen der übrigen Rindenparenchymzellen. Die Füllzellen (durch cen- tripetale Theilungen ihrer Mutterzellen entstanden) bleiben entweder im Zell verbände oder trennen sich später, eine lockere pulverige Masse bildend, welche durch zwischengelagerte Korkschichten sich streifenweise loslöst. Die Membran der Füllzellen verhält sich gegen Reagentien wie Kork und Cuticula; sie enthalten niemals die feste braune Masse der Korkzellen, sondern einen „gegen zusammenziehende Mittel sehr empfindlichen Primordialschlauch (S, 598). Die Entwicklung der Riudenporen steht mit der Peridermbildung in engster Bezie- hung. (Abschn. V.) In der Mehrzahl der Fälle bilden sich die aus dem sub epidermalen Parenchym hervorgehenden Lenticellen kurz vor dem Periderm, und zwar bei früh eintreten- der Peridermbildung ebenfalls frühzeitig, bei später gleichermassen spät ; als Ausnahme folgt auf frühzeitige Lenticelleubildung ein viel späterer Eintritt der Peridermbildung (Sophora japouica, Acer Negundo, A. striatum). Die aus dem Phellogen hervorgehenden Lenticellen bilden sich entweder gleichzeitig mit dem Periderm (Lonicera, Berberis, Colutea, Ginkgo, Thuja) oder die Lenticellen entstehen bedeutend später als das Periderm (Abies pectinata, Larix europaea). Die Lenticellen können secundär dadurch verändert werden, dass das Korkcambium in ihrem Umkreise entweder statt Korkzellen FüUzelleu, oder statt Füllzellen Korkzellen erzeugt. Im Spätherbst werden in allen Lenticellen statt Fiillzellen einige ächte Korkschichten gebildet (^die „Verschlussschicht"). Bei Ginkgo biloba kann man sogar das Alter der Lenticellen aus der Zahl der abwechselnden Lagen von Füllsubstanz und achtem Kork abzählen. Im Frühjahr wird die Füllzellenbildung unmittelbar unter der Verschluss- schicht von der „Verjünguugsschicht" aufgenommen, deren Theilprodukte nach kurzer Zeit die verschliessenden Korkzellen sprengen. Das Verhältniss der Lenticellen am alternden Stamm ist verschieden, je nachdem ein lange persistirendes Periderm, Streifenborke, mit Längsrissen aufspringende Rinde oder Schuppeuborke vorhanden ist. Bei Peridermbildung bleibt die primäre Structur der Lenticellen oft lange Zeit erhalten (Cerasus, Fagus, Abies); bei Betula werden die Lenticellen durch das Periderm von den übrigen lebenden Theilen abgeschnitten. Die lange ausdauernden Lenticellen wachsen entweder beträchtlich in die Breite (Cerasus avium, Betula, Abies) oder nicht (Pirus malus, Ailanthus, Fraxinus ornus). Bei längsrissiger Rinde gehen die Risse von den Lenticellen aus; diese selbst bleibt in ver- stecktester Lage noch lange thätig. (Robinia, Ginkgo, Prunus domestica.) An schuppen- borkigen Stämmen fallen mit der ersten Schuppe die Lenticellen ab (Pirus Malus); später bilden sich secundäre Rindenporen (als exquisites Beispiel die in Längsstreifen angeordneten, über den Rindenstrahlen liegenden kleinen Höckerchen der scheckigen Platanenrinde). Die Lenticellen können auch an der Wui-zel auftreten; alle Bäume, welche Lenti- cellen am Stamm zeigen, besitzen sie nach St. auch an der Wurzel. Die Riudenporen sind, wie Abschn. VI erläutert, nicht etwa bloss partielle Kork- wucherungen, sondern die physiologischen Analoga der Spaltöifnungen : sie sind Durchbre- chungen des Periderms, welche der Durchlüftung dienen. Befestigt man einen Lenticellen- tragendeu Zweig luftdicht an den kürzern Schenkel eines U-förmig gebogenen Glasrohrs, bringt Zweig und kürzern Schenkel unter Wasser und füllt in den längern Schenkel des Rohrs eine geringe Menge Quecksilber, so tritt reichliche Luft allein aus den Lenticellen aus. Im Winter sind dagegen die Lenticellen dui'ch die Korkschicht geschlossen. Zum Schluss macht Verfasser auf das Fehlen der Rindenporen bei einer Reihe von Ilolzgewächsen, welche regelmässige Ringelborkenabsonderung zeigen (Philadelphus corona- rius, Deutzia scabra, Rubus odoratus, caesius) und auf die characteristischen Unterschiede der ächten Lenticellen mit Korkleisten, Rindenwarzen (Evonymus verrucosa) und andern lenticellen-ähnlichen Gebilden aufmerksam. 7. J. Duval-Jouve. Diaphragmes vasculiferes des Monocotyledones aquatiqaes. (Memoires de l'Academie de Montpellier 1873, T. VIII, pag. 157-176, Taf. VIII, — Recensirt in Bot. Zeit. 1873, Nr. 13.) Verf. hat schon früher in den Querplatten der fächerig getheilten Juncaceenblätter 13* 196 Morphologie der;^Gewebe. querverlaufende Gefässbündelanastomosen nacligewiesen. Es gelang ihm, eine ähnliche Struc- tur aucli in den Querscheidewänden (Diapliragmen) vieler andrer raonocotylcr Wasserpflanzen aufzufinden. Aus dem mitgetheilten Detail heben wir nur das Wichtigste hervor. Die Querplatten im Blattrande von Luzula maxima DC. werden von einem einzigen Fibrovasalstrang durchzogen, welcher die Stränge der Längsnerven unter sich vereinigt. Aelmliclies findet in den Blättern von Clodium Mariscus, C'arex vulpina, maxima, riparia, Scirpus silvaticus und maritimus statt. Von den Querplatten im Stengel von Scirpus palus- tris L., uniglumis Link und multicaulis Sm. , enthalten nur die nach der Peripherie zu lie- genden Querscheidewände Gefässbündelanastomosen ; die Zellen dieser Querplatten sind durch kleeblattartig dreitheilige Intercellularräume bemerkenswerth. In den Halmen von Scirpus lacustris L., littoralis Schrad., triqueter L., liegen zahlreiche Luftlücken nebeneinander; an den Punkten, wo die Trennuugswände der Luftlücken zusammenstossen , verlaufen symme- trisch gestellte Längsstränge; die Querplatten, deren Zellen an den Seitenwänden eine cha- rakteristische Intercellularraumbildung zeigen, enthalten einen querverlaufenden Fibrovasal- strang, der 2 oder 3, an den Ecken der Luftlücke liegende Längsstränge miteinander ver- bindet. Bei Cyperus Papyrus L. gehen die schiefen oder uhrglasförmig gewölbten Quer- platten über melirere Luftlücken fort; 4 oder 5 in der Platte verlaufende Quei-anastomosen verbinden die grossen und kleinen Längsstränge untereinander. (Aehnliches bei Acorus Ca- lamus L.) Die wasserbewohnenden Gramineen (Glyceria aquatica, G. fluitans, Oryza sativa L.) zeigen eine ähnliche Organisation wie Carex; so ebenfalls die Blätter von Typha und Spargauium, deren Diaphragmen sich aus sternförmigen Zellen zusammensetzen. In den Stengeln von Potamogeton fluitans und pectinatus haben die aus Sternparenchyra ge-' bildeten Querplatten keine Gefässanastomosen; in den Blättern sind dieselben vorhanden; ähn- lich bei Aponogeton distachyon. An den Blättern von Vallisneria sieht man die Nerven- anastomosen mit blossem Auge. Die Stengel von Posidonia Caulini Koenig haben keine Luftlücken, also auch keine Querplatten mit Fibrovasalanastomosen. Die Blätter besitzen Diaphragmen mit einem kleinen Querstrang. Die Rhizome von Zostera marma L. haben Luftlücken ohne Diaphragmen, während die Blätter auch liier die letztern besitzen, ähnhch bei Zostera nodosa Ucria. Die Blätter der landbewohnenden Iris germanica, pumila etr. haben keine Querplatten, während die der im Wasser oder an sehr feucliten Orten wachsen- den Iris foetidissima L., pseudo-acorus L. sehr deutliche Diagphragmen zeigen, die ausserdem an bestimmten Stellen durcli 2 Netze von Queranastomosen bemerkenswerth sind. Stengel imd Blattstiele von Pontederia cordata besitzen in den Querplatten der centralen Luftliöhle keine Fibrovasalstränge; die kleinen peripherischen Luftlücken enthalten in ihren Quer- scheidewänden 1 oder 2 Spiralgefässe. Den Diaphragmen dieser Pflanze sind eigenthümliche, grosse, frei in die Luftlücken hineinragende Krystalle eingelagert (Meyen Phj-t. Tab. V, F. 6. Van Tieghem, Ann. sc. nat. 5. ser. bot. t. Vi, pag. 132.) Verf. verfolgte ihre Bildungsweise. Sie entstehen innerhalb besonderer Zellen der Querscheidewand, indem die umgebende Zell- wand verschwindet, tritt der Krystall aus seinen freien Spitzen nach oben und unten hervor und wird von den benachbarten Zellen festgehalten. — Bei Strelitzia verlaufen die Anasto- mosen nicht quer, sondern umgeben die Querplatte an ihren Bändern. Musa ])aradisiaca hat in ihren Blattstielen zwei Arten von Diaphragmen, solche mit krystallführenden und solche mit zahlreichen Queranastomosen. Die Querplatten von Tlialia dealbata i rees. sind mit eigen tliümlichen feineu Haaren dicht besetzt. Letztere bestehen aus kleinen Faser- zellen, die an der Oberfläche mit kurzen Spitzen hervorragen. Das Haar steht auf der Querscheidewand senkrecht und setzt sich nach oben und unten von derselben aus fort. — Butomus und Sagittaria haben Anastomosen in den Querplatten. Die Melirzahl der unter- suchten wasserbewohnenden Dicotyledonen (Ceratophyllum , Hippuris, Myriophyllum, Stengel von Villarsia nymphoides) besitzen keine querverlaufenden Stränge. Dagegen nähern sich die Blattstiele von Villarsia im Bau den Monocotyledonen; sie besitzen Diapliragmen, an deren Rändern Fibrovasalstränge verlaufen. Auch zeigt diese Pflanze eine ähnliche Haarbildung in den Luftlücken wie Nuphar luteum. Letztere hat übrigens nur falsche Querscheidewände, die an 1—3 Punkten mit der Luftlückenwand zusammenhängen und gefässlos sind. Bei Nymphaea alba fehlen die Diapliragmen. Morphologie der Gewebe. 197 Von den allgemeinen Sätzen, mit welchen Verf. die Abhandlung schliesst, recapitu- liren wir nur einige: 1) Die Querplatten zeigen verschiedene Anordnung, sie erstrecken sich entweder nur über eine emzige Luftlücke (Luzula maxima DC, Scirpus lacustris L., Cyperus fuscus L,, serotinus Rottb.. oder sie gehen über mehrere Luftlücken fort, (Cyperus Papyrus L , Sa- gittaria sagittifolia und lancifolia L., Acorus Calamus L.), oder sie grenzen eine einzig vor- handene centrale Lufthöhle ab. (Inucus lampro-carpus. Erh.) 2) Die in den Querplatten verlaufenden Fibrovasalstränge legen sich ihnen auf der untern Seite an (Scirpus lacustris L.), oder unterbrechen die einzellige Querscheidewand (Sa- gittaria) oder liegen in der Mitte der mehrzelligen Querscheidewand (Cyperus Papyi-us L.), oder verlaufen an ihren Rändern. (Blattstiele von Strelitzia.) 3) Die Querscheidewände haben neben der Funktion der Durchlüftung die Aufgabe, Stützpunkte für die querverlaufenden Fibrovasalstränge darzustellen. 4) In ein und demselben Genus haben die wasserbewolmenden Arten Diaphragma mit Fibrovasalsträngeu . die landbewohnenden Arten dagegen nicht; der Einfluss des Me- diums zeigt sich hier nicht bloss in der äussern Form, sondern auch in der Innern Or- ganisation. Zum Schluss hebt Verf. die Annäherung hervor, welche zwischen dem inneren Bau der von ihm untersuchten wasserbewohnenden Monocotyledonen und der Dikotyledonen stattfindet. 8. J. Reinke. Zur Kenntniss des Rhizoiüs von CoraOorhiza und Epipogon. (Flora 1873, Nr. 10, 11, 12, 14.) Die Abhandlung enthält sowohl morphologische und biologische Bemerkungen als histologische Untersuchungen. Nur die letztei'u fallen in das Gebiet des Referenten. Der unterirdische, korallenartig verzweigte, mit rudimentären Niederblättern besetzte Stamm von Corallorhiza zeigt in seinen anatomischen Verhältnissen , wie Verfasser fand , eine grosse Annäherung an den Bau der normalen Wurzel. Er setzt sich aus folgenden Elementen zusammen : 1) Epidermis. Ihre Zellen sind wenig von dem unterliegenden Parenchym ver- schieden nicht cuticularisirt, aussen mit kegelförmigen Papillen besetzt, welche an ihren Spitzen lange schlauchförmige Wurzelhaare tragen (Irmisch). 2) Rindenkörper. Die Zellen derselben sind zartwandig, parenchymatisch und haben Intercellularräume ; die innerste, dem Centralcylinder anliegende Schicht zeigt den Cbarakter der Schutzscheide (wellige Wände). Je nach dem Zellinhalt zerfallen die Rindeu- zellen in drei Schichten: eine innere stärkeführende, eine mittlere schleimerfüllte und eine äussere, wieder Stärke enthaltende. 3) Axiler Fibrovasalkörper. Derselbe enthält im untern Theile der Inter- nodien zwei gegenüberstehende, durcli Grundgewebe von einander getrennte Gruppen von Spiralgefässen, welche den beiden BlattreUien entsprechen. Die aus engen Prosenchymzellen mit etwas verdickten Wänden bestehenden Bastgruppen stehen nicht, wie bei normalen Wurzeln, mit Fibrovasalsträngeu alternirend auf einer Kreisperipherie, sondern stehen bald vor, bald seitwärts von den Gefässgruppen; ihre Zahl beträgt auf dem Querschnitt 3—5. Das den Hauptspross des Rlüzoms rückwärts abschliessende, ein liakeuförmig ge- krümmtes Spitzchen darstellende Glied (von Irmisch primäre Keimaxe genannt, von R. als abortirte oder rudimentäre Pfahlwurzel aufgefasst) zeigt dagegen einen von der normalen Wurzel abweichenden Bau. Es fehlt die Wurzelhaube; im Uebrigen ist ein centrales, aus gestreckten zartwandigen Cambiformzellen gebildetes Bündel vorlianden, das im Iimern einige nicht abrollbare Spiralgefässe enthält; die innerste Schicht des Rindenkörpers entwickelt sich auch hier zur Schutzscheide. Die Blattrudimente sind einspurig; der ausbiegende Fibrovasalstrang besteht aus einem Gefässhündel mit umhüllenden Phloemzellen; vom Blattrudimeut durchsetzt es im Bogen die Rinde, legt sich an den axileu Fibrovasalcyliuder, läuft eine Strecke an ilim herab und verschmilzt dann mit demselben. Der Fibrovasalstrang der Achselknospe ver- schmilzt mit der Blattspur oberhalb der Stelle, wo sie nach unten biegt. jgS Morphologie der Gewebe. Im oberirdischen Spross sind die Fibrovasalstränge kreisförmig angeordnet, nach aussen von einer parenchymatischen Kinde umgeben, nach innen einen dicken, im Alter bohl werdenden Markkörper einschliessend. Die einzelnen Stränge sind geschlossen und enthalten 1—2, durch Phloemzelleii getrennte Gefässgruppen. Die zwischen den Strängen liegenden Zellen verholzen. Da die Inflorescenzen von Corall. durch direkte Umwandlung einzelner Aeste des Rhizoms entstehen, so lässt sich durcli eine Reihe successiver Querschnitte nach- weisen, dass der im oberirdischen Stengel vorhandene Kreis von Fil)rovasalsträngen durch Spaltung aus dem axilen Strange des Rhizoms hervorgeht und demselben morphologisch gleichwerthig ist. Der von dachziegelartig übereinanderschliessenden Blattspreiten bedeckte Vegetations- punkt zeigt eine Sonderung von Dermatogen und Meristem, aber keine deutliche Differenzi- rung von Periblem und Pier om; die axil gelegenen Meristemzellen strecken sich in die Länge und bilden den axilen Procambiumstrang, die peripherischen werden zur parenchymatischen Rinde. Obgleich die Verzweigung durch Theilung des Vegetationsscheitels selbst eintritt, so nennt Verfasser dennoch dieselbe eine seitliche, weil der Hauptspross seine Richtung nicht ändert. Epipogon Gmelini zeigt eine ähnliche Structur wie Corallorhiza. Der axile Strang des Rhizoms liat keine Gefässe (Scliacht); er besteht aus gleichartigen prosenchymatischen Cambiformzellen ohne Differenzirung in Phloem und Xylem. In der Inflorescenzenspindel findet sich dagegen ein Kreis von Fibrovasalsträngen mit Gefässen und Bast. Im Rhizom fehlen die Blattspurstränge. Zum Schluss erläutert Verfasser vergleichungsweise einige Structurverhältnisse der bandförmigen Orchisknollen. Er fasst dieselben (wie Irraisch) als Wurzeln auf und zeigt, dass ihre durch Dichotomie des Vegetationsscheitels entstehenden Gabeläste an der Spitze Wurzelhauben besitzen. Im Uebrigen sind die Knollen stammälinlich gebaut; sie werden von einer grossen Zahl geschlossener Fibrovasalstränge durchzogen, wie sie dem monocotylen Stamm eigenthüralich sind. Die neben und über den Knollen entspringenden Adventiv- wurzeln sind zweierlei Art: typische (mit stark entwickelter Wurzelhaube und scharf abge- setztem Pleromkörper) und Stengel ähnliche Wurzeln (mit schwacher Wiu'zelliaube und ohne scharfe Sonderuug von Periblem und Plerom), letztere sind den Knollen morphologisch äqui- valent. Beide entstehen endogen als adventive Glieder. Wälirend die typische Wurzel sich jedoch ebenso entwickelt wie die Beiwurzel anderer Pflanzen, also im Gewebe des Mutter- ßprosses bereits die Wurzelhaube aus dem Dermatogen gebildet hat, so zeigen die jungen Anlagen der Knollen und der stengelähnlichen Wurzeln im Gewebe des Muttersprosses einen Vegetationsscheitel wie der Stengel einer Orchis, ohne Sonderung von Plerom und Periblem und ohne Haubenbildung im Dermatogen. Erst an den in's Freie ausbrechenden Wurzeln sab R. eine Wurzelhaube. 9. F. Finger. Anatomie und Entwicklungsgeschichte von Mirabilis Jalapa. L. (Sitzungs- bericht der Niederrhein. Gesellsch. f. Natur- und Heilkunde zu Bonn. Sitzung vom 4. August 1873.) Der peripherische Embryo des ruhenden Samen von Mirabilis Jalapa L. schliesst nach den Untersuchungen des Verf. ein dünnwandiges, parenchymatisches, reichlich stärke- haltiges Endospern ein; der Embryo selbst ist stärkefrei, enthält aber Dextrin und Zucker. Er zeigt im Querschnitt Tmter den Cotyledonen 8 im Kreise stehende Procambiumstränge. Bei der Keimung tritt eine ringförmige, „aus korkförmigem Gewebe bestehende Wucherung" auf, welche die harte testa sprengt und später die Grenze zwischen Wurzel und hypocotylem Stengelgliede bildet. Zunächst finden sich 4, höher hinauf nochmals 4 Procambiumstränge. In der Wurzel tritt nach der Entwicklung des ersten, auf die Cotyledonen folgenden Blatt- paars zuerst ein centraler Gefässcylinder auf, der zwei schwache Aeste aussendet; später trennen sich die auftretenden Gefässe in der Art, dass 4 in einem Kreise liegende Gefäss- bündel vorhanden sind. Durch Theilung der Aeste in je drei bilden sich die 8, von Unger im Wurzelhals gefundenen Gefässbündel, von denen die 4 stärkeren mit den 4 schwächeren alterniren. Bei Mirabilis longiflora weichen die Resultate^von denen Ungers ab; die mark- Moi-phologie der Gewebe. 190 ständigen Gefässbündel derselben zerfallen in: centrale, stammeigne Bündel, in peripherische Blattspurstränge (bis 10), welche in einer Ellipse angeordnet sind und in 3—6 zerstreute, bald dem Holzkörper angehörige, bald der Verstärkung der Blattspurstränge dienende Bün- del. Die Entstehung der Fibrovasalbündcl ist, wie schon Sauio fand, eine exogene. 10. C. Schumann. Dickenwachsthum und Cambium. Historisch experimentelle Unter- suchungen. (Inaugural-Dissertation. Univers. Breslau. — Görlitz 1873. 40 S.) Auf den historischeu, 27 Seiten langen, ersten Theil dieser Arbeit folgen eigene Untersuchungen des Verfassers. Dieselben bestehen in der Beobachtung der Erscheiuuugen, welche Rindenringelung an Sträuchern (Philadelphus, Cornus, Taxus, Rhamnus) und Bäumen (Birke, Haselnuss, Weide, Esche, Rosskastanie, Acer Negundo) hervorbringt. Die vonRmde entblössten Ringelstellen der in normalem Wachsthum l)efindlichen Versuchspflanze wurden imter möghchst luftdichtem Verschluss (Glasröhren oder Wachstaflfet) gehalten und von Zeit zu Zeit mikroskopisch untersucht. Xach Entfernung der Rinde fahren die am Holz haften- den, von aussen durch die absterbenden Reste zerstörter Zellen bedeckten Cambiumzellen fort, die Zellvermehrung zu vermitteln; sie treiben nach der Aussenseite zu bisweilen „blasenförmige Erweiterungen". Auch erzeugen sie ein bis zwei Tage nach der Verwundung nach den verschiedenen Dimensionen des Baumes geneigte Theilungswände", und zwar so- » wohl an den Endigungen der Markstrahlen, als zwischen denselben. Die durch die Thätig- keit des Cambium zuerst gebildeten Elemente smd „parenchymatöser Natur" ; allmälig treten als knotenförmige Erhabenheiten der Wandoberfläche diiferenzirtere Partieen hervor, welche aus länger gestreckten, ziemlich stark verdickten, getüpfelten Zellen und aus 4—5 Reihen parallelepipedischer Zellen bestehen. In dem nach einigen Wochen auf der Riugwunde gebildeten, bis 2 Mm. dickem Schorf erkannte Verfasser die constituirenden Elemente der „normalen Rinde", nämlich: „Parenchym, Kork und Bast". Auch den Weichbast glaubt er in Form „zarter langgestreckter Zellen" auf feinen Längscbuitten gesehen zu haben. Die Cambiumzellen bringen also „isodiametrische Zellen hervor, die sich wiederum in die von den Zellen des Holzes so wesentlich verschiedenen Bast- und Korkzellen metamorphosiren." Ausser neuer Rinde nach aussen bilden die entblössten Cambiumzellen auch nach innen zu neue Holzschichten. Die Ansicht Trecul's, dass die Neubildungen nur „aus den Zellen der Markstrahlen hervorbrächen", sowie, dass dieselben in manchen Fällen im Splinte vor sich gingen, ist unrichtig. Wenn die Cambiurazellschicht der Ringwunde durch Abkratzen ent- fernt war, unterblieben natürlich die Neubildungen. Nicht alle Baumarten ertragen in gleicher AVeise die Rmgelung. Die Versuche gelangen am besten mit jugendlichen Stämmen von 2,5—3 Cm. Dicke. Bei Nadelhölzern unterblieb stets die Rindeuneubildung ; die ge- ringelten Zweige starben. Verfasser erklärt am Schluss der Arbeit die übliche Ansicht, dass die Ueberwallungen, welche gleichfalls eine Folge der Ringelung sind, „durch ein Auf- stauen der Nahrungssäfte hervorgerufen werden, für wenig stichhaltig" und meint, dass die durch den Ringelschnitt bewirkte Trennung des organischen Zellverbandes eine Steigerung der Funktionen in der Cambiumzellschicht erzeuge, durch welche die Ueberwallung zu Stande käme. Diese vermehrte Thätigkeit soll der hypertrophischen Zellvermehnmg in den Gallen verwandt sein. 11. Giovanni Briosi. üeber allgemeines Vorkommen von Stärke in den Siebröhren. (B. Z. 1873, Nr. 20, 21, 22. Dazu Taf. HL, Fig. 1-6.) Verfasser resumirt seine Untersuchungen, die er über den Stärkeinhalt der Sieh- röhren an 146 Pflanzen verschiedenster Familien anstellte, f olgendermassen : 1) Siebröhren sind in allen untersuchten Pflanzen gefunden worden. 2) Dieselben enthalten fast bei allen Pflanzen (629) ansehnliche Stärkemengen. 3) Stärke wurde m den Siebröhren aller Organe (Blätter, Stengel, Wurzel, Rhizome, Knollen) gesehen. 4) Dieselbe wurde m allen Entwicklungsstadien der Organe, von den keimenden Pflanzen und Frühlingssprossen bis zu den herbstlichen Blättern und ruhenden Stengeln imgetroffcQ. 200 Morphologie der Gewebe. 5) Bei der herbstlichen Entleerung der Theile, welche die Pflanze verliert (Blätter), verschwindet die Stärke eher aus dem Rinden- und Markparenchyraen und den Stärkeschei- den, als aus den Siebröhren, und daraus überhaupt nicht vollständig. 6) Die Stärke ist dem Plasma eingebettet, gewöhnlich gesammelt in den obern En- den der Siebröhren, mancliinal zerstreut durch das ganze Plasma. 7) In vielen Pflanzen, ^4 der gesammten Zahl (Compositen) , waren die Siebröbren die emzigen Organe (Chlorophyllkörner und Spaltöffnungen ausgenommen), wo man Stärke wahrnehmen konnte. 8) Die Stärke in den Siebröhren ist stets in Form von ausserordentlich kleinen Körnchen vorhanden; ihre Kleinheit fällt besonders auf, wenn man sie mit jener naheliegen- der Gewebe, Stärkescheide u. s. w. vergleicht. 9) Die Stärke der Siebröhren befindet sich nie in gelöstem Zustande; ihre Reac- tionen lassen keine Zweifel über ihre Amylum-Natur. 10) Seiner Form, Vertheilung und Verbreitung u. s. w. nach scheint das Amylum der Siebröhren für den Transport sehr geeignet und scheint es gerechtfertigt anzunehmen, dass die Stärkekörnchen durch die Poren der Siebplatten gehen, d. h. dass eine Wanderung der Stärkekörnchen als solcher in den Siebi'öhren stattfindet. 11) Durch künstlichen Druck kann man die Stärkekörncheu von einem Schlauche in den andern durchpressen. SPEZIELLE MORPHOLOGIE DER CONIFEREN, Referent E. Strassburger. 1. Dr. A. W. Eichler. Sind die Coniferen gymnosperm oder nicht? (Flora 1873.) Obiger Aufsatz Eichler's ist durch des Referenten Buch: „Die Coniferen und die Gnetaceen, eine morphologische Studie" 1872, veranlasst worden. Eichler beschränkt seine Erörterung auf die Blüthen der genannten Pflanzen und stützt sie auf des Referenten Un- tersuchungen. Nach einer kurzen historischen Einleitung hebt Verfasser hervor, dass in neuerer Zeit sich hauptsächlich zwei Anschauungen geltend machten. „Die eine — sie sei als Ovulartheorie bezeichnet — hält an der Gymnospermie fest und erklärt die kri- tischen Gebilde für perigon- und fruchtknotenlose Samenknospen, nur bekleidet von einem einfachen, selten doppelten Integumente. Der Nucleus hat den Charakter einer Axe, die Samenknospen sind mithin metamorphosirte Sprösschen und jede repräsentirt für sich allein eine ganze weibliche Blüthe. Diese Blüthen erscheinen je nach den Gattungen terminal oder axillar, im letzteren Falle gewöhnlich von schuppenförmigen Bracteen gestützt, mit denen sie zu zapfenförmigen Inflorescenzen vereinigt sind. Niemals aber haben die Zapfen- schuppen die Bedeutung offener Carpellblätter, auch nicht bei den Abietineen, deren innere, die Samenknospen tragende, Schuppe vielmehr einen secundären, aus der Achsel der äussern Schuppe entspringenden Blüthenstand repräsentirt. Ihr gegenüber steht die andere Auffassung — die Pistillartheorie — „nach welcher das, was dort als Ovulum gedeutet wird, einen Fruchtknoten vorstellen soll. Die Samen- knospe ist auf den nackten Nucleus reducirt, dem gleichfalls Axencharakter zuerkannt wird, und wonach jeder Fruchtknoten für sich eine ganze Blüthe repräsentiren muss; die Hülle stellt die Fruchtknotenwandung vor und besteht aus zwei verwachsenen Carpell- blättern, die am Grunde jener in den Nucleus auslaufenden Axe gebildet werden. Wo zwei Hüllen vorhanden sind, ist die äussere ein Discus." „Beide Theorieen unterscheiden sich hiernach wesentlich nur in der Auffassung der den Nucleus umschliessenden Hülle." „Die Ovulartheorie stützt sich hauptsächlich auf Analogieen." Bei den Cycadeen' sind die weiblichen Reproductionsapparate auf unzweifel- haften Blattorganen inserirt und nehmen an diesen, ähnlich wie die Fiederblättchen, ihren Ursprung. Sie stimmen mit den Samenknospen angiospermer Pflanzen überein und anderer- seits auch mit den axenbürtigen weiblichen Reproductionsapparaten der Coniferen, somit letztere auch mit den Samenknospen der Angiospermen. Bei den Gnetaceen haben wir bald zwei, bald drei Hüllen, von denen nur den inneren die Natur von Integumenten zu- kommt, die äusserste Hülle aber schien nach Analogie mit der männlichen Blüthe als Perigon gedeutet werden zu müssen. Ein Fruchtknoten fehlte hier durchaus. Wenn aber kein Fruchtknoten bei Gnetaceen, woher ein solcher bei Coniferen? Ist es auch nicht natürlicher anzunehmen, dass die Coniferen, wie in so vielen anderen Beziehungen, auch in ihrer nackten Samenknospe eine Mittelbildung zwischen Sporangium und Fruchtknoten 203 Morphologie der Conifereü. besitzen? Griffel- und Narbenbildung kommt hier auch nirgends vor, die Pollenkörner gelangen direct auf den Nucleus, die Blüthe ist meist von sehr einfacher Structur ; die zu- weilen vorkommende äussere Blüthe lässt sich unschwer als äusseres Integument denken, ihre erst nach der Befruchtung erfolgende' Bildung bei Taxus stimmt besser mit der Ent- wicklung eines Arillus als eines Discus überein. Dem umstände gegenüber, dass die Hülle der weiblichen Coniferen-Blüthe aus zwei Blättern gebildet wird, hebt Verfasser hervor, dass ja die Integumente der angiospermen Samenknospen auch Blätter sind, zwar wie Entwicklungsgeschichte und Missbildungen leh- ren, nur einblättrige Gebilde; doch könne der letztere Unterschied nicht wichtig genug sein, um der kritischen Hülle bei den Coniferen die Qualität eines Integumentes abzuspre- chen. Bleibt ja ein Fruchtknoten auch Fruchtknoten, mag er nun aus einem oder zwei Carpellen zusammengesetzt sein. Doch besonders scheinen dem Verfasser für die Ovular- theorie solche Fälle zu sprechen, wo eine doppelte Hülle um den Nucleus vorhanden ist. Bei der Gattung Podocarpus kommt noch die-Eigenthümlichkeit hinzu, dass die Blüthe umgewendet ist und dadurch ganz das Aussehen eines anatropen Ovulums gewinnt. Auch die vom Referenten gegebene Entwicklungsgeschichte soll diese Auffassung der weiblichen Podocarpusblüthe unterstützen, denn der organische Scheitel des zur weiblichen Blüthe Werdenden Sprosses krümmt sich nach unten und wird zum Nucleus, und von den beiden Süllen desselben erscheint die innere zuerst, dann die äussere. Also durchaus wie bei der Entwicklung einer anatropen Samenknospe mit zwei Integumenten, während Referent das Ganze als einen umgekehrten Fruchtknoten, die innere Hülle als Fruchtknotenwandung, die äussere als Discus gedeutet wissen wollte. Von dem Verhalten des Podocarpus chinen- ßis finden sich Uebergänge durch Dacridium mit halb gegenläufigen Blüthen bis zu Taxus, wobei stets zwei Hüllen um die wirkliche Blüthe vorhanden. Bei Taxus ist die äussere Hülle zur Blüthezeit nur angedeutet, nach der Befruchtung wächst sie zu einem rothen, fleischigen Becher aus; auch sie hält Verfasser für ein äusseres Integument, nicht für ein discoidales Gebilde , identificirt hierbei das, was bei Samenknospen als Integument bezeich- net wird, mit dem sogen. Arillus an denselben. Weiter wendet sich Verfesser zu den Gnetaceen und kommt zu dem Resultate, dass es natürlicher sei, die äussere Hülle der weiblichen Blüthe als Pcrigon und nicht wie Referent als Fruchtknoten zu deuten, dass übrigens das Verbältniss zu den Coniferen nicht klar genug vorliege, um eine Homologie dieser Hülle mit derjenigen der Coniferen anneh- men zu können. Auch die Cycadeen endlich [sprächen immer noch für die Ovulartheorie, denn es sei doch viel natürlicher, die Gebilde, die hier von Blättern getragen werden, als Samenknospen denn als blattständige Fruchtknoten anzusehen. Dass die hier in Frage stehenden Gebilde aber den weiblichen Blüthen der Coniferen analog seien, hätte ja auch Referent zugegeben. Referent hätte geäussert, dass die Cycadeen eine isolirte Gruppe seien, die gar keinen Zuzammenhang mit den Angiospermen besässen und daher nicht zu deren Deutung verwerthet werden könnte. Verfasser findet natürlicher, zu schliessen: dass die fertilen Blätter der Cycadeen oifeue Carpelle sind, die samenknospenartigen Gebilde auf derselben Ovula, und da diese Gebilde den weiblichen Blüthen der Coniferen homolog sind, auch letztere Ovula. „So wären die Cycadeen in gewissem Sinne das Prototyp der Angio- spermen mit blattbürtigen, die Coniferen das Prototyp dieser mit axenbürtigen Samen- knospen. Somit findet Verfasser die Gymnospermie als wahrscheinlicher für die Coniferen ; was die Gnetaceen anbetrifft, so Hesse sich immerhin die Deutung der äussern Hülle der- selben als Fruchtknoten vertheidigen. Alsdann wären allerdings die Gnetaceen nicht mehr gymnosperm,1 sie könnten jedoch bei der unvollständigen Metamorphose ihrer Carpelle als Uebergangsbilduugen^zwischen den| gymuospermen Coniferen und den Angiospermen an- gesehen werden. 2. Sind dielConiferen Gymnospermen oder nicht? Antwort von Dr. E. Strassburger. (Floia 1873.) Verfasser hebt zunächst hervor, dass die (seiner Auffassung nach) zwei Carpell- blätter von Taxus mit dem letzten Blattpaar ^am Blüthenspross alteruireiii^dieses folge so- Morphologie der Coniferen, ^03 wohl aus der Entwicklungsgeschichte als auch aus dem späteren Gefässbündelverlauf. Die Cupula werde noch nachträglich angelegt, sie heeinflussc durchaus nicht die Alternatinn der Fruchtblätter mit dem letzten Blattpaar, gebe sich überhaupt in jeder Weise als ein discoides Gebilde zu erkennen, das nicht durch Metamorphose vorhandener Blattkreise, son- dern durch nachträgliche Anschwellung der Axe gebildet wird. Solche discoide Anschwel- lungen seien, wenn auch nicht so stark als hier entwickelt, eben auch um den Frucht- knoten bei Metaspernien nicht selten. Doch dieses discoide Gebilde kann für die Frucht- knotentheorie nicht massgebend sein , da ja auch um die Samenknospen die Bildung eines Arillus vorkommt, Verfasser aber demselben, wenigstens für Evonymus, sicher auch einen discoiden Werth beilegen muss. Dagegen dürfe die Cupula der Taxinem nicht mit dem äussern Integumeute der Metaspermen identificirt werden, denn letzteres ist kein discoides Gebilde, sondern wirklich ein rnetamorphosirtes Blattgebilde. — Bei Torreya nucifera ist die Cupula ganz dasselbe Gebilde wie bei Taxus, wird nur frühzeitiger angelegt. Ebenso bei Phyllocladus und bei Dacridium Franklini, bei welcher letztern die Blüthe auf die halbe Höhe des Deckblattes hinaufrückt. Die ganze Blüthenanlage und mit ihr auch die Cupula zeigen auf ihrer Aussenseite eine bevorzugte Entwicklung. Durch noch stärkere Bevor- zugung des Wachsthums der Aussenseite wird endlich bei Podocarpus chinonsis die ganze Blüthe umgelegt und gewinnt dadurch die Aehnlichkeit mit einer anatropen Samenknospe. Das Verhältniss, und somit auch die Deckung der einzelnen Theile der Blüthe, bleibt aber das nämliche wie bei den vorher genannten Arten. In Folge der ümkehrung wird die Cupula ganz einseitig entwickelt, sie bleibt aber das discoide Gebilde, das sie war, und beeinflusst in keiner Weise, wie Podocarpus dacridioides zeigt die Stellung der beiden den nackten Nucleus einschliessenden Fruchtblätter. Die Eichler'sche „Puaphe" wird hier nicht von einem einfachen Bündel gebildet, sondern es durchlaufen die beiden sonst die vege- tative Knospe versorgenden Gefässbündcl den Blüthenstiel. Ein Fruchtknoten ist aber im Grunde genommen eben so eine Knospe wie die Samenknospe , warum sollte er sich nicht auch umkehren können? Der Vorgang ist ja an sich so einfach, kommt auch bei vegetativen Knospen vor (Orchideen, Ranunculus Ficaria, Colchicum, Gagea, Tulipa, Gla- diolus). Bei den Coniferen allein scheint die Umkehrung des Fruchtknotens in drei , ganz von einander unabhängigen Malen vor sich gegangen zu sein; so erstens bei den Podo- carpeen, dann zweitens beim Uebergang von den Cupressineen zu den Abietineen, dann drittens bei den Araucarien. Die Metaspermen schliessen aber allem Anscheine nach nicht an diese umgekehrten Bliithen an, vielmehr an die Gnetaceen mit atropem P'ruchtknoteu. Dort findet sich auch eine Annäherung in dem Verhalten der inneren Theile ein, während die äusserlich einer anatropen Samenknospe ähnliche Podocarpusblüthe, innerlich dem ex- tremen Coniferen-Typus angehört. Dann weist Verfasser noch einmal auf das Verhältniss zu den Gnetaceen hin und betont ausdrücklich, dass die Frage nach der Bedeutung der Coniferenblüthenhülle nur phylogenetisch zu lösen sei. Die Summe aller Erfahrungen drängte ihm die Ueberzeugung auf, dass die einzige Hülle der weiblichen Coniferenblüthc der äussersten Hülle der weib- lichen Gnetaceeublüthe homolog sei ; dann kann sie aber unmöglich den Integumenten an den Eiern der Metaspermen entsprechen. Die Cycadeen können nach des Verfassers An- sicht durchaus nicht mehr zur Entscheidung herbeigezogen werden, so lang nicht etwa ein genetischer Zusammenhang derselben mit den Metaspermen wahrscheinlich gemacht werden kann; dieses ist aber nach dem jetzigen Stande unseres Wissens kaum zu erwarten. Die fruchttragenden Blätter der Cycadeen sind also zunächst nur den Fruchtblättern der Me- taspermen ähnlich; dass Aehnlichkeit aber nicht ohne weiteres Verwandtschaft bedeutet, wird an einigen recht prägnanten Beispielen nachzuweisen gesucht. Wie auch die Stellung der Fruchtknoten bei den Cycadeen sei, bei den:Coniferen ist sie.Z,doch sicher axenständig, und an diese axeustänJigcn Knospen (nicht an die blattständigen der Cycadeen) -schliessen durch Vermittlung der Gnetaceen die homologens Gebilde der Metaspermen an. -: Dass ge- nannte Gebilde der Coniferen aber bei Cycadeen auf Blättern stehen können, darf nicht wundern, da es eben zu den morphologischen Charakteren der Knospen gehört .".^dass sie auch auf Blättern stehen können. Dass andererseits Samenknospen und Fruchtknoten, die 204 Morphologie der Coniferen. beide metamorphosirte Knospen sind, darin übereiustimmen, dass sie einmal auf Blättern, ein anderesmal auf Axen stehen, ist ebenfalls leicht verständlich. 3. lieber die Entwicklung des Embryo bei der Weymuthskiefer (Pinus Strobus L.) (Mit einer Tafel. Von Wladislaus Skrowiszewski. In russischer Sprache. Bulletin de la societe imperiale des naturalistos de Moscou. Annee 1873, Nr. 2, pag. 448—456.) Verfasser untersucht die Embryonalentwicklung bei der Weymuthskiefer und findet, dass dieselbe von den übrigen, d. h. bisher untersuchten Abietineen, in dieser Beziehung abweiche und sich vielmehr den Cupressineen anschliesst. Während die ande rn , unter- suchten, Abietineen zu keiner Zeit eine Scheitelzelle am Embryo aufzuweisen haben, findet Verfasser eine solche am Embryo der genannten Kiefer. Alle Einzelheiten der Entwick- lung würden, seiner Schilderung zu Folge, mit dem für die Cupressineenkeime Bekannten übereinstimmen, und wäre es immerhin wichtig, dass somit erst innerhalb der Abietineen- gruppe selbst der Uebergang von dem einen Typus zum anderen erfolgt wäre. In dem histologischen Bau des Vegetationskegels älterer Sprosse stimmt die Weymuthskiefer, nach des Verfassers Fig. 14 zu urtheilen, mit den andern Abietineen völlig überein. 4. StenzeL Beitrag zur Kenntniss des Blütbenbaaes der Nadelhölzer. (Sitzungsbericht der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. Botanische Section. 1873. Sitzung vom 23. Januar. Abgedruckt in der Bot. Zeitung 1873, p. 236.) An durchwachsenen Fichtenzapfen sucht Verfasser nachzuweisen, dass die Frucht- schuppe der Fichte aus den zwei äusseren Schuppen einer Knospe im Winkel der Deck- schuppe so entstehe, dass diese ihre ursprünglich nach vorn gewendeten Ränder nach aussen drehen und mit ihren nach hinten gewendeten Rändern verwachsen, so dass die Samenanlage auf* dem Rücken dieser Blattgebilde angeheftet ist. Dieselbe kann daher nicht 0,1s Blüthe, sondern nur als nacktes Eichen aufgefasst werden. Bei der Umbildung der Fruchtschuppe in eine gewöhnliche Knospe nimmt vor Allem noch die vordere Knospen- schuppe Theil, wesshalb es denn oft scheint, als wenn die Knospe nach innen von der Fruchtschuppe stehe, während sie doch in der That nach aussen von derselben sich befindet. 5. On numerical order in tho branching of some Coniferae by Thomas Meehan. (Procee- diugs of the Academy of Natural Scienceä of Philadelphia Part. I, Jauuary, April 1872.) Verfasser will an einigen Beispielen zeigen, (iass die Kraft der Axe (axial vigor) auch in manchen Fällen das Gesetz der Zweighildung bestimmt und dass diese Zweig- bildung in einem numerischen Verhältniss erfolgt. Beispiel: Bei Thuja occidentalis tritt bei sich gleich bleibender Kraft der Axe ein Zweig au dem je achten Knoten auf. Wer- den die Axen schwächer an dem je vierten; au den blattartigeu abgeflachten Zweigen an dem je zweiten etc. 6. Eugen De-La-Rue aus Charkow. Beitrag zur Histologie der Coniferen-Markscheide. (Bot. Zeitung 1873, pag. 289.) Bei Pinus sylvestris besteht nach des Verfassers Angaben die Markscheide, vom Marke beginnend, aus einigen wenigen Reihen „Spiralbildungen", dann aus noch weniger Reihen Spiralbildungen, deren Spiralen durch Ringe unterbrochen sind und deren Wände mit örtlichen Tüpfeln besetzt sind, dann folgen einige Reihen netzförmiger Bildungen, deren einige mit Tüpfeln versehen sind, diese gehen, indem sie sich dem Holze nähern, in treppen- artige Bildungen über, mit so regelmässiger Lage der Maschen des Netzes, dass dem Gitter- gewebe sehr ähnliche Bilder entstehen. Quere Scheidewände kommen am deutlichsten in den netzförmigen Bildungen zum Vorschein, doch trifft man sie auch besonders an jungen Zweigen oder „Sprösslingen", auch in den Spiralbildungenfder Markscheide. Die Zahl der Scheidewände in den Spiralbildungen nimmt mit dem Alter ab. Die Markscheide kann nur aus Spiralbildungen bestehen, alle die oben genannten andern können in manchen Fällen fehlen, — Bei Taxus baccata giebt Verfasser in der Markscheide an: zunächst mehrere Reihen Spiralbildungeu mit meist doppelter Spirale, in einigen Fällen auch Tüpfeln, und Morphologie der Couiferen. 205 dann einige Reihen netzförmiger Bildungen, die auch fehlen können und von verdickten Zellen, ähnlich dem Holz, aber ohne Tüpfel und Spirale, ersetzt werden. In den Spiral- l)ildungen sind an jungen Aesten und Sprösslingen oft sehr deutliche Scheidewände vor- handen. Bei Thuja occidentalis meist drei Reihen Spiralbildungen und drei Reihen netz- förmiger Bildungen, die zwei ersten, jüngsten Reihen der Spiralbildungen sind nicht selten mit Scheidewänden versehen; die dritte Reihe zeigt im Gegentheil sehr oft gar keine Spur Scheidewände xind hat demnach das Aussehen eines wahren üefässes. Die netzförmigen Bildungen können fehlen, aber auch die schraubenförmigen und dann durch Zellen, wie die oben bei Taxus erwähnten , ersetzt sein. Bei Thuja Wareana kommen die Scheidewände meistentheils nur in den netzförmigen Bildungen zum Vorschein, „demnach scheinen die Spiralbildungen das Aussehen wahrer Gefässe zu haben. Bei Thuja Nepalensis sollen in der Markscheide die Spiralbildungen oft ganz fehlen, nur netzförmige Bildungen vorhanden sein. Eine Anzahl noch anderer Coniferen wurde untersucht, überall fanden sich die Scheidewände iu den Elementen der Markscheide in jungen Zweigen sehr deutlich vor, mit dem Alter nehmen sie an Deutlichkeit ab, um manchmal völlig zu schwinden. Diese Ele- mente haben also in der Jugend deutliche „Zellenstructur" und nehmen mit dem Alter das Aussehen von wahren Gefässen an. Von früheren Meinungen verdient aber, nach des Ver- fassers Ansicht, diejenige von Schacht, dass diese Bildungen Zellen seien, „mehr Zutrauen". 7. Dr. J. Reinke. Morphologische Äl)hanöiii:ngen. Beiträge zur Kenntniss der Gymnospermen- Wurzel. (Leipzig. Wilhelm Engelmann 1873.) In der mit „Allgemeines" überschriebenen Einleitung spricht Verfasser zunächst die Ansicht aus: die neueren morphologischen Bestrebungen hätten dahin geführt, drei wesent- liche morphologische Ausbildungsstufen des Pflanzenkörpers zu unterscheiden; es sind dies a) das Phytom, wo noch kerne bemerkenswerthen Gegensätze der Ghederung hervortreten; b) das Thallom, wo solche Gliederung vorhanden, die Gheder jedoch ein relativ gleichwerthiges Gepräge tragen und c) der Spross, wo diese Glieder zwei sich gegenseitig bedingende, relativ scharf getrennte Formationen zeigen. Die morphologischen Charaktere der Wurzel seien aber durchweg identisch mit denen eines cylindrisch entwickelten Thalloms. Die specifi- schen, positiven Merkmale der Wurzel sind im Uebrigen vorwiegend anatomische; das Wesentlichste derselben ist die Wurzelhaube; von dieser Wurzelhaube abgesehen, soll es sich als erste Regel von allgemeiner Geltung herausstellen, dass bei derselben Pflanze Stamm- und Wurzelspitze ähnlich gebaut sind. Die Wiu-zelspitze bietet der Untersuchung weniger Schwierigkeit dar als die Stammspitze und dürfte daher mitunter zum Schlüssel für das Verständniss des Stammvegetationspunctes werden (p. 7). Der grösste Theil der Einleitung wird von der Literaturübersicht eingenommen. Verfasser stellt dann folgendcr- masseu das Resultat seiner eigenen Untersuchungen in vergleichend-anatomischer Hinsicht zusammen: In der Entwicklung der Wurzelhaube liegt ein charakteristisches Moment für die Definition von drei Wurzeltypen: Ij der Farne (im v/eiteren Sinne;; 2) der Gymno- spermen und oj der Angiospormen ; die Haube der ersteren entsteht aus den kappen- förmigen Segmenten der Scheitelzelle, die der Gymnospermen durch Spaltung der Periblem- schichten über dem Scheitel des Pleroms, der Angiospermen durch kappenförmige Abgliede- rung des Dermatogens. Der speciello Theil behandelt zunächst die Cycadeen. Jede der Gattungen derselben zum Wenigsten soll mit ziemlicher Sicherheit an der Gestalt der Haube zu erkennen sein. Während auf der einen Seite Zamia in der sehr entwickelten Wurzelhaube an die Coni- feren, speciell an Pinus erinnert, nimmt Cycas, dessen Wurzelhaube als solche kaum be- merkbar, das andere Ende der Reihe ein, deren mittleres Glied Ceratozamia bildet. Die Verzweigung der Cycadeeu-Wurzel ist racemös, die Anordnung der Seitenwurzeln entspricht der Anzahl der Vasalstränge der Mutterwurzel. Sie werden acropetal angelegt. Unter besonderen Bedingungen treten aus älteren Wurzeln Adventivwurzeln hervor, nicht selten in eine der normalen Orthostichen so eingeschaltet, dass sie mit den normalen Seiten- wurzelu verwechselt werden könnten. Auch Dichotomiruugen kommen an den Cycadeen- Wurzeln vor und erinnern an die analogen Vorgänge bei den Lycopodiaceen. Die Dicho« «jQg Morphologie der Coniferen. tomirimgen folgen in wechselnden Ebenen und zwar rasch aufeinander, so dass oft ganze Büschel von Wurzolästen entstehen, sie finden übrigens nur au solchen Wurzeln statt, die an die Bodenoberfläche kommen. Solche Wurzeln sind stets von fremden Organismen be- wohnt, namentlich von einer Alge, einer Anabaena, welcher in den intercellularen Räumen zwischen zwei mittleren Schichten der Peiiblemrinde wohnt, daher ist es nicht undenkbar, dass die Dichotomirung der Wurzeln bei Cycadeen überhaupt nur der Ausdruck eines krankhaften Zustandes wäre, ein Analogon zu den dichotomischen Auswüchsen der Erlen- wurzel. Das Meristem der Vegetationsspitze besteht aus den beiden Histogenen: dem Periblem und Plerom; das erstere bildet durch Spaltung nach vorwärts die Wurzelhaube, nach rückwärts die Rinde. Die innerste Rindenschicht wird zur Schutzscheide, die äusserste versieht die Funktionen der Epidermis und treibt in der Region, wo keine Spaltung nach vorwärts mehr vorkommt, Wurzelhaare. Uebrigens unterscheidet sich diese Epidermis von der aus einem Dermatogen entwickelten schon dadurch, dass sie sich, bei geeigneter Be- handlung, in einzelne Zellreihen zerfasern lässt. Das Plerom sondert sich nach rückwärts in Grundgewebe und in Procambiumstränge ; an den Procambiumsträngen gehen die Vasal- und Fibrovasalstränge hervor; diejenige Gruudgewebeschicht, welche die Stränge des Ske- lettes von der Periblemrinde trennen, sind als Pericambium zu bezeichnen. Die Zahl der Gefässe vermehrt sich in ceutripetaler Reihenfolge, so dass zwei ursprünglich sich diametral gegenüberstehende Vasalstränge in der Axe des Pleromcyliuders zusammentreffen und eine continuirliche Vasal-Lamelle darstellen. In vielen Wurzeln finden sich nur zwei Vasal- stränge, namentlich in den peripherischen; andere Wurzeln erhalten deren 3, 4, ja 5 bis 8. Mit den Vasalsträngeu alterniren die Fibralstränge (Baststränge). Später bilden sich nach Innen von diesen Fibralsträngen Cambiumplatten aus, die nach Aussen Phloem, nach Innen Xylem erzeugen. Bald nach Entstehung der Gefässe wächst das Pericambium durch tan- gentiale Theilungen seiner Zellen in ceutripetaler Richtung fort. Ursprünglich zwei bis fünf Schichten stark bei Ceratozamia longifolia, erreicht es nun eine Mächtigkeit von 10 bis 12 Zelllagen. In der äussersten Peripherie der Rinde entsteht später eine Korkschicht und schreitet centripetal fort, eine andere Korkschicht bildet sich an der Peripherie des Plerom- körpers und entwickelt sich centrifugal. Die Rinde sammt dem Riudenkork wird endgiltig gesprengt und abgeworfen, dann besteht der ganze Wurzelkörper nur noch aus Producten des Pleroms. — Die Dichotomirung der Wurzel geht von der Spitze des Pleromkörpers aus das Periblem folgt nur passiv dem durch das Plerom auf dasselbe ausgeübten Drucke. Die Haube wird an den dichotomirenden Wurzelenden meist sehr reduckt. Die Anlage der Seitenwurzeln geht aus den Pericambiumzellen hervor, welche zwischen den Vasalsträngen und der Rinde liegen, ausserdem betheiligt sich eine Gruppe von Zellen der innersten Rindenschichten (Ceratozamia longifolia etc.), darunter die Schutzscheide an diesem Bildungs- process. Hierin liegt ein bemerkenswerther Unterschied sowohl gegen die Farne, wo die Seitenwurzelanlagen allein aus der innersten Rindenschicat entstehen, als auch gegen die Coniferen, wo wenigstens bei Pinus nur die äussersten Schichten des Centralcylinders aus sich die Seitenwurzeln bilden. (Bei Taxus ninunt nach des Referenten Angaben auch die innerste Rindenschicht an den Wurzelanlagen Theil.) Verfasser untersuchte Ceratozamia longifolia, Cycas circinalis, Cycas revoluta (Hort. Gotting) , Cycas revoluta (Hort. Bonn), Dioon edule, Encephalartos horrida und Zamia integrifolia. Cycas revoluta (Hort. Gotting) zeigte eine merkwürdige Erscheinung au ihrem Plerom ; die Zellliuien desselben laufen bis zum Scheitel hinauf parallel, hier zeigen sie, durch Erweiterung der Zellen und durch Spaltung derselben eine entschiedene Divergenz, nur die axilen Linien bleiben gerade, die peripherischen nehmen eine schwach orthogonal- trajectorische Richtung an. Verfasser will dies Verhalten, bei der geringen Periblemhaube, als eine Reaction des Pleromscheitels auf den Druck des Erdbodens bezeichnen. Auf alle Fälle, fügt er hinzu, kann durch keine Wachsthumsform die Möglichkeit des Vorhandenseins einer Scheitelzelle vollständiger aus- geschlossen sein, als durch diese. Zu zweit werden im speciellen Theile die Coniferen behandelt; es sollen unter denselben zwei Wurzel-Typen zu unterscheiden sein. Als Repräsentant des ersteren wird Pinus Pinea ausführlich behandelt, es sollen sich derselben die Abietineeu anschliessen, als Morphologie der Coniferen. 207 Repräsentant des zweiten Thuja occidentalis, zu welcher sich die Taxineen und Cupressineen im weiteren Sinne halten sollen. Die Zahl der Vasalstränge ist bei dem Abietineen-Typus schwankend, durchschnittlich 3—5; mit diesen alterniren ebensoviel Buststränge, sie bilden die Fortsetzung der Fibrovasalstränge der hypocotylen Glieder. Die Fibrovasalstränge des hypocotylen Gliedes alterniren also mit den Vasalsträngen der Wurzel; die letzteren schie- ben sich bis in das hypocotyle Glied hinauf, vertheilen sich hier in zwei Aestc und lehnen dieselben an den Xylemtheil der rechts und links von ihnen stehenden Fibrovasalstränge. Daher iiuden sich im oberen Theil des hypocotylen Gliedes Fibrovasalstränge, deren Gefäss- theil in centrifugaler Folge sich ausbildet; auf tieferen Querschnitten findet eine tangentiale Ausbreitung der Gefässe statt, sie erstrecken sich in den Zwischenraum zwischen zwei Strängen hinein und werden gleichzeitig vor diesen letztern dünner; endlich verschmelzen die seitlichen Flügel zweier Gefässgruppen mit einander vor einem Harzgang und bilden hier einen primären Vasalstrang der Wurzel, während gleichzeitig die Gefässbildung vor den Spursträngen ganz authört, indem zwei halbe Gefässtheile der letzteren sich zu je einem Wurzel- Vasalstrang vereinigen. Der secuudäre Holz- und Bastkörper entsteht augh hier auf der Innenseite der P'ibralstränge und geht daher coutinuirlich aus der Pfahlwurzel in den Stamm über. Charakteristisch für die Abietineenwurzeln sind die Harzgänge, dieselbt;n fehlen den Wurzeln der Taxineen und Cupresineen, dafür kommt denselben ein eigenthüm- liches Gerüst von Verdickungsleisten in der Periblemrinde zu. Die Cotyledonen stehen hier in der Regel zu zweien und senden je eine Blattspur in das hypocotyle Glied hinab; die Pfahlwurzel besizt (normal) zwei opponirte Vasalstränge, welche die Fortsetzung der Fibrovasal- stränge der hypocotylen Glieder bilden; mit denselben alterniren zwei Baststränge, also um- gekehrt wie bei den Abietineen. Die Wurzelhaube ist an den Coniferenwurzeln meist stark entwickelt, in der Richtung der Wachsthumsaxe der Wurzel wird die Spaltung der Periblem- schichten am intensivsten, so dass die Mächtigkeit der Haube hier am beträchtlichsten ist und schliesslich zur Säule sich entwickelt. Verfasser schaltet in seiner Arbeit einen Excurs über die Beschaffenheit der Ver- dickungsleisten im Laube von Pellia und den Wurzeln einiger Coniferen ein. Diese Leisten treten bei PeUia erst im Laube älterer Individuen auf, besonders reichlich im sog. Nerv. Sie bilden durch Anastomosen Netzwerke, welche senlo-echt auf der Ebene des Laubes stehen; sie verleihen dem Laube eine starre Consistenz. An den Stellen, wo die Leisten vorhanden, sieht man die Wand der Zelle sich in drei sehr starke Lamellen spalten, eine mittlere grade und zwei seitliche, welche sich in das Lumen der beiden aneinander- stossenden Zellen einbiegen. Die füllende Substanz zwischen diesen Membranen zeichnet sich durch ein geringeres Lichtbreghungsvermögen aus, sie ist weicher, wenn auch nicht geradezu gallertartig und zeigt Cellulosereaction. Bei den roth gefärbten Exemplaren von Pellia ist gi-ade der Inhalt der Wülste der Träger dieses Farbstoffes. Die Entstehung der Wülste ist aber als Quellung bestimmter, gürtelförmiger Stellen im Innern der Zellhaut aufzufassen, und anzunehmen, dass dieselben nachträglich durch Intussusception neue Sub- stanzmolecüle aufnehmen und so an Starrheit gewinnen. Ganz ähnlich gebaute Gebilde zeigen nun viele Coniferen-Wurzeln in den Zellen ihrer Rinde und werden vom Verfasser bei Thuja occidentalis zunächst eingehender betrachtet. Verfasser zieht aus demselben einen in Aether schwer löslichen, in Alkohol unlöslichen harzigen Körper aus, wonach ein undeutliche Schichtung zeigendes Celluloseskelett zurückbleibt, das auch in der Fär- bung sich nicht mehr von den benachbarten Zellwänden unterscheidet. An der Grenze gegen das hypocotyle Glied hören die Wülste plötzlich auf. Von den Gnetaceen, die zu dritt behandelt werden, führt Verfasser nur Ephedra polystachya an. Sie stimmt in ihrem Bau mit den anderen Gymnospermen überein, und ist durch eine excessiv geförderte Säulenbildung in der Haube ausgezeichnet. 8. On the axial origin of socalled Pine needles bei Thomas Meehan. (Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. Part. IL May — September 1872.) Verfasser kommt zu dem Resultate, dass die Pinus-Nadeln (Pine needles) keine eigentlichen Blätter, sondern Zweige seien etc. MORPHOLOGIE DER MONOCOTYLEDONEN UNI) ßlCOTYLEDONEN. Referent E. Warming. Verzeiclmiss der Ibesprocheneu Arbeiten. 1. Aschcrson und Magnus. Schwimmblätter bei Ranunculus sceleratus, L. und FJam- mula. — Sitzungsberichte naturforschender Freunde zu Berlin, 1873, 20. Mai, cfr. Bot. Ztg. 1873, p. 631. Ref. S. 246. 2. Aschcrson, Magnus, Braun undBouche. lieber Knospeubildung auf den Blättern bei Cardamine. — Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin 1873, 20. Mai, cfr. Bot. Ztg. 1873, p. 629. Ref. S. 287. 3. Aschcrson. Trimorphie der Blätter von Populus cuphratica Olivier („Garab" der Bibel). Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin 1872, 19. Nov., cfr. Bot. Ztg. 1873, Nr. 17. Ref. S. 245. 4. Baillon, H. Recherchcs sur l'orgauogenie florale des Noisetiers. Comptes rendus 1873, vol. LXXVII, p. 61-64. Ref. S. 212. 5. Barcianu, D. P. Ueber den Fruchtknoten der Onagraceen. Sitzungsberichte der niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, 4. August 1873. Ref. S. 219. 6. Bentham, G. On the homology of tlie perigynium in Carex and Uncinia. Journal of Botany 1873, p. 123-124. Ref. S. 243. 7. Braun, AI. Ueber Darlingtonia Californica A.Gray. Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforscheuder Freunde zu Berlin, 17. Juni 1873, cfi-. Bot. Ztg. 1873, pag. 668-669. Ref. S. 211. 246. 8. „ Monöcische Form des Hanfes (Canabis sativa). Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin, 19. Nov. 1872, cfr. Bot. Ztg. 1873 , p. 268. Ref. S. 210. 9. Chat in. Ad. Sur l'organogenic de l'androcec des Labiees, des Globulariees et des Scrophularinees. Bulletin de la Societe bot. de France, vol. XX, 1873, p. 41. Ref. S. 214. 10, „ Organogenie comparee de l'androcee dans ses rapports avcc les affinites naturelles. Comptes rendus, vol. LXXVII, 1873, pag. 1531—1534, und Bulletin de la Societe bot. de France, vol. XX, 1873, p. 327. Ref. S. 214. 11. Glos, D. Du calice dans les Gentianees et les Portulacees. Bulletin de la Societö bot. de France, vol. XX, 1873, p. 72. Ref. S. 214. Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 209 12. Dickie, G. Note on the buds developed on the leaves of Malaxis. Kefer. Journal of Botany 1873, p. 27, Journ. of the Linneau Society, vol. XIV, Nr. 73. Ref. S. 237. 13. Drude, Oscar. Die Biologie von Monotropa Ilypopitys L. und Neottia nidus avis L. unter vergleichender Hinzuziehung anderer Orchideen. Mit 4 Tafeln. Göt- tingen 1873. Ref. S. 227. 228. 237. 241. 14. Duchartre, P. Quelques observations sur les caracteres anatomiques des Zostera et Cymodocea, ä propos d'une plante trouvee pres de Montpellier. — Bull, de la France, Soc. botan. de France, 1872, t. XIX., p. 289-301. Ref. S. 240. 15. „ (Lettre). Sur la fecondation du Zostera marina. — Bull, de la Soc. bot. de t. XX, 1873, p. 161-63. Ref. S. 220. 16. Duncan, M. On the development of the gyöcium and the method of impreg- nation in Primula vulgaris. — Mittheilung in der Linnean Society, cfr. Journal of Botany. 1873, p. 284. Ref. S. 219. 17. Duval-Jouve, J. Lette sur la fecondation du Zostera marina. — ibid. p. 164. Ref. S. 220. 18. „ Sur uue forme de cellules epidermiques qui paraissent propres aux Cyperacees. — Bull, de la Soc. bot. de France, XX, 1873, p. 91—95 (et Memoires de l'Acad. des Sciences et Lettres de Montpellier 1872, p. 227—234). Ref. S. 248. 19. „ Particularites des Zostera marina L. et nana Roth. — Bull, de la Soc. bot. de France, XX, 1873, p. 81—91 (und Revue des sciences naturelles, II, 1, m. 1 Taf.). Ref. S. 220. 229. 237. 247. 20. Eichler, A. W. üeber den Blüthenbau von Canna. — Bot. Ztg. 1873, no. 12 ff. mit einer Doppeltafel. Ref. S. 213. 243. 21. Finger, F. Anatomie und Entwickelungsgeschichte von Mirabilis Jalapa (L.) — Inaugural-Dissertation. Bonn 1873 , 25 p. und Sitzungsberichte der niederrheini- schen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Bonn, 4. August 1873. Ref. S. 2 12. 239. 22. Hierouymus, G. Beiträge zur Kenntniss der Centrolepideen. — Abhandlungen der naturf ersehenden Gesellschaft zu Halle, Bd. XII, 3. 4. 1873, und besonders ab- gedruckt, mit 4 Taf. Ref. S. 212. 216. 220. 221. 226. 227. 229. 237. 241. 244. 247. 249. 23. Hildebrand. Die Verbreitungsmittel der Pflanzen. Leipzig 1873. Ref. S. 224. 24. „ Die Schleuderflüchte und ihr im anatomischen Bau begründeter Mechanismus. — Pringsheiras Jahrbücher für Wissenschaft]. Botanik. Bd. IX, S. 235 ff. cfr. Nr. 23. 25. Hoffraann, H. Ueber eine merkwürdige Variation. — Bot. Ztg. 1873, Nr. 9, p. 129—134. Ref. S. 227. 26. Huisgen, Franz. Untersuchungen über die Entwickelung der Placenten. — Inaugural- Dissertation. Bonn 1873, 26 pg. Ref. S. 219. 27. Ir misch, Th. Einige Bemerkungen über Aconitum Anthora. — Abhandl. des natur- wissenschaftlichen Vereins zu Bremen, III, 1873, p. 365—72, m. Taf. Ref. S. 226, 28. Jürgens, H. Vorläufiger Bericht über die histologischen und physiologischen Ver- hältnisse der Nectarien. — Sitzungsberichte der niederrheinischen Gesellschaft für Natur und Heilkunde, 10. März 1873, cfr. Bot. Ztg. 1873, p. 398-99. Ref S. 249. 29. Kny, L. Ueber Äxillar-Knospen bei Florideen. Ein Beitrag zur vergleichenden Mor- phologie. Festschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin. 1873. Ref. S. 235. 30. Koehne, E. Bemerkungen über die Gattung Cuphea. — Bot. Ztg. 1873, Nr. 7, 8, 9, p. 110-111, p. 119-127, 133—139. Ref. S. 211. 236. 81. Lestiboudois, Th. Structure des heterogenes. — Comptes rendus, vol. LXXVI, 1873, p. 195-203. Ref. S. 238. 82. „ Sur quelques Lianes anomales. — Comptes rendus T. LXXVI 1873, p. 754. Ref. S. 238. 83. Magnus, P. Zur Morphologie der Sphacelarieen nebst Bemerkungen über die Ab- lenkung des Vegetationspunktes der Hauptachse durch den nahe am Scheitel angelegt werdenden Tochterspross. — Festschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Gesellschaft naturforschender Freimde. Berlin 1873. Ref. »S. 235. BotADischer Jahresbericht I. 14 210 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 34. Majewsky, P. Kurze Notiz über die gewebeartigen Pflanzeahäute, — Bot^ Ztg. 1873, Nr. 2, p. 24-28. Kef. S. 224. 35. Pedersen, R. Hvilkeu volle spiller väkstspidsens klövning ved forgreningen hos Blom- sterplanterne? (welche Rolle spielt die Theilung der Vegetationsspitze bei der Verzweigung der Phanerogamen?) — Botanisk Tidsskrift, redig. af H. Kiär- skov, Kjöbenhavn 1873, II R., 3 Bd., p. 33-96, mit 2 Taf., 8". Ref. S. 234. 86. Reinke, J. Ueber die Funktion der BlattziUme und die morpbologische Werthigkeit einiger Laubblatt-Nectarien. — Göttinger Nachrichten, Sitzung G. December 1873, abgedruckt Bot. Ztg. 1874, Nr. XI. Ref. S. 248. ' 37. „ J. Untersuchungen über die Morphologie der Vegetationsorgane von Gunnera. — In „Morphologische Abhandlungen". Leipzig 1873. Mit 4 Tafeln. Ref. S. 227. 228. 230. 236. 239. 244. 245. 246. 247. 248. 250. 38. „ Zur Kenntniss des Rhizoms von Corallorhiza und Epipogon. — Flora 1873 Nr. 10. 11., 12. 14. Ref. S. 230. 237. 39. Roper , F. C. S. Notes on the genus Lemna; vide Journal of Botany, 1873 p. 28, Ref. S. 221. 40. Scharlock. Ueber die dreifach gestalteten Saamen der Atriplex nitens Schkur. — Botanische Zeitung 1873. Nr. 20. p. 317—319. Ref. S. 222. 41. Schenk. Eine Berichtigung. Botanische Zeitung 1873, p. 297—300. Ref. S. 227. 42. Steinbrink, C. Untersuchungen über die anatomischen Ursachen des Aufspringens der Früchte. — Inauguraldissertation. Bonn, 1873, p. 52.- Ref. S. 222. 43. Townsend, Fr. On somc poiuts relating to the morphology of Carex and other monocotyledons. — Journal of Botany, 1873, Juni, p. 162-16G. Ref. S. 243. 44. Trecul, A. De la theorie carpellaire d'apres des Papaveracees. — Comptes rendus, vol. LXXVI, 1873, I. p. 139-145 et 181-89. Ref. S. 217. 45. „ De la theorie carpellaire d'apres des Renonculacees. — Comptes rendus, 1. c. I. p. 795-801; II. p. 402-9. Ref. S. 217. 46. „ De la theorie carpellaire d'apres des Amygdalees, - 1. c. II. p. 549—57. Ref. S. 218. 47. Urban, Ign. Prodromus einer Monographie der Gattung Medicago L. — Verhand- lungen des botanischen Vereins der Provinz Brandenburg. Bd. XV. 1873. Ref. S. 211. 221. 222. 226. 238. 241. 48. „ Ueber Blüthenentwicklung bei den Papiliouaceen. — Sitzungsberichte natur- forschender Freunde in Berlin, 19. November 1872, abgedruckt in „Botanische Zeitung", 1873, Nr, 17. cfr. Nr. 47. 49. Veiten, W. Vitis vinifera L. und Ampelopsis hederacea Michaux. — Eine morpho- logische Studie. — Ann. der Oenologie. III. Bd., 2-3 Heft, S. 149—165, mit 2 Tafeln. Ref. S. 235. 50. Warming, Eug. Untersuchungen über Pollen bildende Phyllome und Kaulome. — „Botanische Abhandlungen" , herausgegeben von Hanstein, Bd. II, Heft 2, mit 6 Tafeln. Bonn, 1873. Ref. S. 215. 242. 51. „ Forgreningsforhold hos Fanerogamerne betragtede med särligt Hensyn til Klöv- ning af Växtpunktet. — (Avec resume frangais : Recherchcs sur la ramification des Phanerogames principalement au point de vue de la partition du point vege- tatif) Det. Kgl. danske Videnskabernes Selskabs Skrifter, Ser, 5, vol. X, I., 1872. Mit 11 Tafeln und 15 Xylographien. Ref. S. 211. 214. 217. 219. 230. 236. 242. 245. 250. 1. Blüthen. Blüthenbau, Blüthenentwickelung, Genetische Untersuchungen einzelner Blüthentheile. Androeceum, Stamina und Pollen, Nectarien, Gynaeceum, Pistill, Placenta, Ovula, Befruchtung. 1. Braun, M. Monoecische Form des Hanfes. (Nr. 8.) Braun machte eine Mittheilung über eine monoecische Form des Hanfes, welche jia August, als der übrige Hanf abgeblüht war, beobachtet wurde. Der untere Theil jedes Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. * QU Zweiges trug ausschliesslich männliche Blüthen, der ohcre nur weihlicho. Die Spitze des Haupttriebs ist weiblich, während weiter rückwärts männliche Blüthcnbüschel sich finden. — Die beiden beobachteten monoecischen Stöcke trugen nur spärliche Samen. 2. Braun, A. üeber Darlingtonia Californica. (Nr. 7.) Aus der Beschreibung von A. Braun von Darlingtonia Californica dürfte hervor- zuheben sein, dass bei der von ihm untersuchten Blüthe, die Deckung der Kronblätter metatopisch, nicht eutopisch, wie bei der von A. Gray abgebildeten, war; er fand 15 Staub- blätter, je 3 vor einem Blumenblatte; die fünf Fächer des Fruchtknotens entsprechen in ihrer Lage den Blumenblättern (abweichend von Sarracenia) ; die Eiknospe ist anatrop mit 2 Integumenten. — 3. Koehne, E. Blüthenbau und Blüthenentwickelung bei Cuphea. (Nr. 30.) lieber den Blüthenbau und die Blüthenentwicklung von Cuphea gab Koehne sehr interessante Aufschlüsse. Bei der Entwickelung erscheinen die Kelchzipfel zuerst in absteigender Kichtung von dem hinteren ausgehend ; ursprünglich frei, werden sie bald auf gemeinsamer ringförmiger Basis emporgehoben. Der merkwürdigste Punkt ist nun der, dass nach dem Kelche zuerst die beiden median gestellten Fruchtblätter angelegt werden, und zwar wenn die Kelchröhre schon ziemlich gross ist. Danach erscheinen erst die inne- ren G Staubblätter, dann die äusseren 5, und zwar ebenso in absteigender Richtung; von dem hinteren Staubblatte des äusseren Kreises ist zu keiner Zeit auch die geringste Spur zu finden; es zeigt sich hier nur eine breite Lücke im Kreise. Lange nach allen anderen Theilen erscheint die Krone. Die accessorischen Kelchblätter werden gleichzeitig mit den Fruchtblättern angelegt; sie werden als Nebenblattbildungen, denen der Rosaceen homolog, betrachtet. Verfasser hebt die Unzulänghchkeit der Entwicklungsgeschichte und die Noth- wendigkeit der vergleichenden Untersuchungen hervor. Pfeffer gegenüber behauptet er das Vorkommen einer ursprünglich zur Unkenntlichkeit verschmolzenen Anlage der Organe und will er die röhrenföi'migen Blüthentheile und unterständigen Fruchtknoten nicht ohne Weiteres als Achsenorgane betrachten. Die vergleichende Betrachtung der Formen eines Kreises wird oft zu sichereren Schlüssen führen können als die Entwickelungsgeschichte. Verfasser führt demnächst selbst eine vergleichende Untersuchung der zahlreichen Species dieser Gattung aus; hervorzuheben ist, dass sie zeigt, wie apetale Blüthen in einer Gattung zu Stande gekommen sein können. Die definitive kräftigere oder schwächere Ausbildung der Blüthentheile geht der absteigenden Entwicklungsfolge keineswegs parallel. — 4. Warming. Blüthenentwickelung bei Daucus Carota und Hypericum. (Nr. 51.) In seiner Untersuchung über das Euphorbia-Cyathium giebt und bildet Warming auch die Entwicklung der Blütbe von Daucus Carota ab, um zu zeigen, dass die Ent- wicklung dieser von jener ganz verschieden ist, obgleich man nach den Worten Sielers das Gegentheil erwarten könnte. Die Zeichnungen Sielers stimmen aber mit seinen Worten nicht überein, und die Zeichnungen sind naturtreu. Die Kelchblätter werden nach Spirale 2/5 angelegt; parallel mit ihrer Entstehung geht die der Staubblätter um ein wenig später nach; sie bilden auch nicht in Verbindung mit ihnen Doppel-Körper, jenen des Cyathiums ähnlich. Die Kronblätter fangen ihre Bildung an, nachdem die ersten Staubblätter schon zum Vorschein gekommen sind; die Entstehungsfolge ist anders als die der Staubblätter und Kelchblätter. — Ueber die Blüthenentwicklung von Hypericum hircinum publicirte derselbe eip Paar Beobachtungen. Es scheint, dass die den Krön- und Staubblättern gemeinsamen Pri» mordien in spiraliger Folge entstehen. Die Entstehungsfolge der Zipfel der einzelnen Staubblätter ist an seinen Abbildungen zu sehen; sie weicht von der der Staubträger im Euphorbia-Cyathium vollständig ab. 5. ürban. Entwickelung der Blüthe bei Medicago L, (Nr. 47.) Urban fand folgende Entwicklungsfolge der Blüthentheile bei Medicago (sativä, lupulina etc.). Die Sepala erscheinen folgendermassen: zuerst das vordere, dann die seit« 14* ^13 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. liehen, endlich die hinteren. Wenn sie alle angelegt sind, erheht sich das Carpell, welches in dieser Entwicklung eine überraschende Aehnlichkeit mit der ersten Anlage des auf die Cotyledonen folgenden ersten Blattes hat. — Dann kommt der äussere Staubblattkreis, und nun folgt der zweite Wirtel. Es ist wahrscheinlich , dass die äusseren Staubblätter in der selben Reihenfolge wie die Kelchblätter, die inneren umgekekrt, erscheinen. Zu allerletzt erscheinen die Ki'onblätter ; in welcher Reihenfolge liess sich auch nicht constatiren. Diese Resultate weichen bedeutend von denjenigen ab, welche andere Beobachter bei anderen Papüionaceen erhielten, und lassen vermuthen, dass fernere Untersuchungen noch andere Modificationen hervorziehen werden. Das Fruchtblatt behält nur kurze Zeit die Form eines halbmondförmigen Wulstes. Der Griffel wird angelegt, die Carpellränder biegen sich nach innen, um die Placenta zu bilden; die Verwachsung derselben findet von unten nach oben statt. Der Griffel legt sich erst der ßauchnaht fast parallel an, aber biegt sich später aufwärts. Die Ovula ent- stehen von der Mitte der Placenta aus in sowohl acrofugaler als acropetaler Folge. „Unter der etwas abgeflachten Spitze des jungen Ovulum wird der Eikern angelegt." Das innere Integument entsteht kaum merklich vor dem äusseren. Der Embryosack verdrängt das Zell- gewebe des Eikerns mit seinem oberen Theile fast vollständig, während der untere in den sich erweiternden Hohlraum des äusseren Integumentes hinein wächst. — Während die Mikro- pyle auf der oberen, der CarpeUspitze zugekehrten Seite des Funiculus, bei den meisten Papilionaceen sich befindet, sitzt bei Medicago, Melilotus, Pockockia und Trigonella das Würzelchen an dem der Hülsenbasis zugekehrten, also dem unteren Theile des Samens und strebt gegen die Cotyledonen eingekrümmt mit der Spitze aufwärts. Eine Ausnahme macht Medicago circinnata L., bei welcher Micropyle und Radicula oberhalb des Funi- culus liegen. Ein paar andere Arten bieten andere kleinere Abweichungen. 6. Finger, F. BlütheneiitwickelaQg von Mirabilis Jalapa. (Nr. 21.) Die Blüthenentwicklung von Mirabilis Jalapa wurde von Finger beobachtet. Zuerst werden vier oder fünf Protuberanzen auf dem Blüthenboden difl'erenzirt , welche das „invo- lucrum calyciforme" bilden, darauf zwei fünfgliedrige alternirende Kreise („Corolla" und Androeceum). Der Vegetatiouspunkt bildet sich nach Differenzirung des Carpells zum ana- tropen Ovulum aus. In der Achsel eines Blattes vom Involucrum, das, wenn f ünfgliedrig , mit den Gliedern der Corolla alternirt, bildet sich oft eine Tochterblüthe; man hat also hier ein Uebergangsgebilde zwischen Kelch und Involucrum. 7. Baillon, H. Rechcrches sur l'organogenie fiorale des Noisetiers. (Nr. 4.) Die Entwicklungsgeschichte der Haselstaude und der Weissbuche bietet nach Baillon besondere Eigenthümlichkeiten. Im Monat Juni werden die weiblichen Blüthen des erstem angelegt, welche erst im Herbste des nächsten Jahres Früchte bringen. In den Achseln der alternirenden Bracteen erscheint ein Körper, welcher in seiner ersten Ent- wicklung grosse Aehnlichkeiten mit den Schuppen des Coniferenzapfeus bietet; er wird flach, in drei Lappen getheilt, von denen die beiden lateralen, Receptacula für je eine weibliche Blüthe werden. Erst zeigt sich auf diesem der Kelch als Ringwall, dann zwei Fruchtblätter. Die Spitzen dieser wachsen aus, bedecken sich mit Haarpapillen. So weit ist die Blüthe erst im Februar, zur Zeit des Blühens, gekommen. Im Februar und März bildet sich die Fruchtknotenhöhle, Ende dieses Monats die beiden Placenten, mit den Griffeln alternirend. Dann entstehen an der Basis jeder Placenta zwei collaterale Ovula. Gewöhn- lich abortiren früh 1—2—3 ovula; wenn zwei, gewöhnlich eins von jeder Placenta. Der Kelch, ursprünglich hypogyn, wird nach und nach durch die Aushöhlung des Recep- taculum erst perigyn, dann epigyn. Bei der Weissbuche verläuft die Entwicklung fast ganz ebenso. 8. Hieronymus. Entwickeiung der Blüthen bei den Centrolepideen. (Nr. 22.) Nicht weniger merkwürdig als das vielbesprochene Euphorbia-Cyathium (siehe später unter „Blüthenstand") und, nach des Referenten Meinung, seine Auffassung dieses Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 213 in hohem Grade bestätigend ist die Centrolepis-Infloresceuz und BUithe, welche Hierony- mus ausgezeichnet untersucht hut. Die Blüthen (bei Centrol. tenuior) stehen in ZiclizackHnieu (Wickel) in der Blattachsel. Jede Blüthe hat 3 Bracteolcn, 1 ,Stam(;n, welches eigentlich schief nach hinten fällt , durch Drehung aber mehr nach vorn gewendet wird , und 5 Carpelle hauptsächlieh in zwei gegen das Stamen verlaufende Eeihen gestellt. Die Entwicklung ist ganz merkwürdig. Die Bildung der Blüthenanlagcn wird bei den Inflorescenzen erwähnt. Ursprünglich halbkugolförmig bildet diese sich bald zu einem langgestreckten, nach einer Seite sanft abfallenden .Zellrüeken um. Das Stamen verbraucht ungefähr die (obere) Hälfte des vorhandenen Urme ■is(em3 zum eigenen Bildungsgewebo. „Nicht unrichtig wird man diese Entwicklungsweise als durch Theilung des Vegetationspunktes erfolgend bezeichnen können", obgleich nicht gleich anfangs eine trennende Furche deutlich erscheint. An der dem Stamen gegenüberliegenden Seite des in die Länge gedehnten Zellrückcns, also in der Stellung 1/2 , erscheint demnächst das erste Carpell. Gleichzeitig ungefähr entstehen ans dem Dermatogen die drei Bracteolen. Nach diesen treten an den langen Seiten des Vegetations-Zellrückeus die anderen Carpelle hervor, zwischen der ersten Carpellaranlage und dem Stamen, aber von jener gegen dieses, indem es abwechselnd nach links und rechts hervortritt, hinschreitend und immer höher inserirt. Die Stellungsverhältnisse sind genau bestimmt; verschiedene Drehungen der Organe finden unter der ferneren Aus- bildung statt. Ebenso wie Stamen und Carpelle verdanken auch die Ovula Allwärtstheilungen im Periblem der Achse ihre Entstehung; es entsteht ein solches jeder Carpellaranlage genau superponirt. Von anderen Centrolepideen wurden entwicklungsgeschichtliche Fragmente mit- getheilt. Bei Cent, fascicularis Lab. (und wahrscheinlich anderen Arten) wird der Vegetationspunkt wie bei C. tenuior durch die Stamiual-Anlage zwar schief gestellt, er- scheint aber als ein dieser gleich grosser Höcker. Umgekehrt scheint bei anderen mehr als die Hälfte des vorhandenen Meristems in die Staub blattanlage aufzugehen, und in den eingeschlechtlichen einmännigen Blüthen von Brizula wird der ganze Vegetationspunkt zur Bildung des Stamens verbraucht (Analogien: Casuarina, Najas, Festuca sect. Vulpia, Zannichellia). — Bei Gaimardia besteht die Blüthe regelmässig aus 3 zweigliedrigen Kreisen (Sta- mina, Carpelle, Ovula). Die Stamina stehen rechts und links, die übrigen Organe damit decussirt. Bei den übrigen Centrolepideen sind die Blüthen uuregelmässig und die Stellungs- verhältnisse solche, dass ein theoretisches Diagramm nach dem zwei- oder dreigliedrigen Typus gegenwärtig noch nicht sich konstruiren lässt. Die einfachste Blüthe hat Brizula. Jede männliche (in Wickel gestellte) Blüthe besteht aus einem terminalen Stamen, jedoch mit Vorder- und Rückenseite; jede weibliche (einzeln stehende) aus einem Carpell; bei jeder Blüthe befinden sich 1 (—2) trichomatische Bracteolen; die Stellungsverhältnisse giebt Ver- fasser genau an. Aphelia cyperoides hat hermaphr. Blüthen, aus einem Stamen, welches schief nach der Mutterachse zu gewendet ist, und einem gegenüberstehenden Carpell be- stehend; auch hier sind 1(— 2) Bracteolen vorhanden. Von den Centrolepis-Arten , deren Blüthenentwicklung und Bau im Allgemeinen oben referirt wurde, haben einige keine, andere 2 — 3 Bracteolen. Die obenstehende Entwicklungsgeschichte giebt uns zugleich die Stellungsverhältnisse. Das merkwürdige Alepyrum pallidum konnte leider nicht genügend untersucht werden. Zwischen den zwei Floralbracteen befindet sich ein Receptaculum mit, wie Verfasser annimmt, einer hermaphroditen und einer weiblichen Blüthe. — 9. Eichler. üeber den Blüthenbau von Canna. (Nr. 20.) Die Cannablüthe wurde von Eichler genau untersucht. Er giebt ihre Formel fol- gendermassen an: K^ . C . A (O)-j-(O . 1^ . 1) . G^; sie hat 3 sepala und 3 petala; der äussere Staubblattkreis abortirt, aus dem inneren ist ein Glied nicht entwickelt und von den beiden anderen Gliedern bildet das eine (dem 2ten Petalum anteponirte) das Labellum und dem anderen (welches dem Isten Petalum anteponirt ist) gehört die fertile 2fächerige Anthere nebst ihrem kronblattartigea Anhängsel (die andere Hälfte des Staubblattes) und deu ge- 214 Morphologie der Monocotylea und Dicotylen. wohnlich vorkommenden Flügeln. Endlich giebt es noch drei Fruchtblätter, von denen nur eins, das dem Sepalhm 1 anteponirte, zum Griffel auswächst. Rücksichtlich der Stellungsverhältnisse muss auf die schönen Diagramme hingewiesen werden. Die Flügel, welche bisweilen in Zahl von 2—3 vorhanden oder auch ganz fehlen können, sind neben- blattartige Anhängsel des dem Petalum 1 anteponirten Staubblattes. Die Entwickelungsgeschichte der Cannablüthe bietet nach Eichler's Untersuchung mehrere ganz merkwürdige Seiten. Sofort nach Erscheinung der acropetal entstehenden Bracteen bildet sich in deren Achseln ein median zusammengedrückter Höcker, aus welchem nächstdem die Priman- und Secundanblüthe mit zugehöriger Bractee gebildet wird. Erstens werden die Kelchblätter in spiraliger Folge angelegt; dann entstehen mit ihnen alternirend gleichzeitig 3 Primordien, alle von ungleicher Grösse; unmittelbar nach der Anlage zer- fallen die beiden grössten dm-ch eine tangential verlaufende Furche in einen äusseren schmaleren Theil und einen inneren dickeren. Das eine von diesen Doppelorganen ent- wickelt sich nun ganz einfach weiter und wird zum Petalum 2 und dem demselben antepo- nirten, als Labellum ausgebildeten Staubgefäss. Im zweiten dagegen theilt sich der innere Höcker durch eine radiale Furche in zwei collaterale rundliche Höcker; dadurch ist aus diesem ursprünglich einfachen Primordium nach aussen das Petalum 1 entstanden, nach in- nen das anteponirte Staubblatt mit seinen beiden Hälften: die Antherc und ihr steriles Anhängsel. Die Flügel kommen erst später zum Vorschein als kleine Vorsprünge am Grunde dieses Staubblattes; in den dreiflügeligen Blüthen bleibt die an der linken Seite des Staubblattes stehende Flügelanlage einfach, die andere zerfällt in zwei. P'ast gleich- zeitig mit den Flügeln kommen die drei Carpelle zum Vorschein, aber nur eins wächst zum Griffel aus. In der folgenden Ausbildung entwickeln die angelegten Organe sich mit äusserst ungleicher Schnelligkeit. — Die Theilung der zwei ursprünglichen mit den Kelch- blättern alternirenden Primordien in Petalum imd Staubblatt betrachtet Verfasser als das Aufhören eines ursprünglichen Verbundenseins zweier, übrigens ganz selbstständiger Organe und parallelisirt sie mit ähnlichen bei den Primulaceen, Plumbagiueen, Hypericineen vor- kommenden Verhältnissen; davon zu trennen ist das ächte Dedoublement (oder Verzwei- gung) und als solches betrachtet er die Theilung des dem Petalum 1 anteponirten Staubblattes. 10. Glos, D. Du Calice dans les Gentianees et les Portulacees. (Nr. 11.) Glos publicirte einige unbedeutende Bemerkungen über den Kelch der Gentianeen und Portulacaceen, rücksichtlich der „folio-florale Metamorphose" der ersteren und des Mangels des Kelchs bei den letzteren. ••&"- 11. Warming. Blüthenentstehung bei den Compositen. (Nr. 51.) In seinen Untersuchungen über Verzweigungsverhältnisse gab Warming auch neben- bei einige Bemerkungen über die Blüthenentwickelung der Compositen. Das Receptaculum hat anfangs, ehe die Blüthenbildung noch begonnen, einen regelmässigen Bau, und eine deutlich ausgeprägte Plerominitialgruppe. Ungefähr beim Anfang der Blüthenbildung hört der Vegetation«punkt auf zu fungiren, interkaläres diffuses Wachsthum besorgt jetzt alle Vergrösserung, es bleibt gewöhnlich nur eine scharfe Periblemschicht zurück. Die Bildung der Blüthen findet vorzugsweise unter dieser Schicht statt. Wo Bracteen vorhanden sind, ent- stehen sie bisweilen (Anthemis) nach und auf ihrer Achselknospe, mit der sie dann deutlich verbunden sind , bisweilen vor dieser (Rudbeckia). In der . Knospe vermehren die Zellen der ersten Periblemschicht sich nur durch radiale Wände bis zu der Zeit, wo die Bildung des becherförmigen Ringes anfängt, auf welchem die Kronzipfel später hervortreten. Die- ser Becher hat in seinem Bau die grösste Uebereinstimmung mit gewöhnlichen Blattanlageu und wenn man der Entwickelungsgeschichte trauen könnte, müsste man der Ansicht Köhnes beitreten. In diesem becherförmigen Organ entstehen die Staubblätter durch Neubildung, d. h. durch Zelltheilung in bestimmten Zellgruppen. — Die ausgebildete Krone vieler Compositen besteht in ihrem mittleren Theile oft nur aus den beiden Epidermislagen, aus- genommen doch die Partien zwischen den einzelnen Kronblättern, wo die schwachen Fibro- vasalstränge liegen. Morphologie der Mouocotyleu und Dicotylen. 215 12. Chatin, A. Organogenie de l'androcee des Labiees, des Globulariees et des Scrophu- larinees und Organogenie comparee de l'androcee. (Nr. 9 uud lo.) lieber die Genese des Androeceum bei deu Labiaten, Globulariaccen und Scrophula- riaceen hat Chatin einige Beobaehtungen geliefert, welche die von Payer theils bestätigen, theils korrigiren. Bei den Labiaten erscheinen die beiden vorderen Staubträger zuerst, dann die beiden lateralen, vom fünften bat er keine Spur gefunden (8 Gattungen unter- suchte er); die Antheren öffnen sich übereinstimmend mit dieser Genese; die jüngst entstanden, sind dem Abortus am meisten ausgesetzt. Die Globulariaceen verhalteu sich den Labiaten gleich. Von 11 Gattungen von Scrophulariaccen zeigten 11 folgendes Ver- halten: die 5 Staubträger erscheinen gleichzeitig; bei Digitalis ist die Genese wie bei den Labiaten, nur dass das unpaare Staubblatt zum Vorschein kommt. Bei Paulownia wird dieses nie angelegt, die übrigen sonst gleichzeitig; bei Gratiola erscheinen die lateralen zuerst, dann die vorderen, zuletzt das unpaare hintere. Chatin versuchte auch die Verwandtschaftsverhältnisse anderer Pflanzenfamilien aus der Organogenese des Amlroeccmns herauszufinden. Nach den Untersuchungen Payer's muss- ten die Ericaceen sich zu den Epacrideen verhalten wie die Limnantheen zu den Gerania- ceen, indem die Staubblätter bei den ersten Gliedern sich centripetal entwickeln , während bei den letzten Gliedern der den Sepalen opponirte Staubblattkreis zuerst, der den Petalen opponirte nachher, aber ausserhalb des ersten zum Vorschein kommen sollte. Es ist aber .nicht so: bei Erica und anderen untersuchten Gattungen steht wie bei Epacris der innere Staubblattkreis den Sepalen anteponirt. Die Epacrideen und Ericaceen sintl daher nahe Verwandte; Verschiedenheiten finden sich in der späteren Ausbildung des Androeceum. — Die Terebinthaceen sind den Rutaceen und nicht den Leguminosen verwandt, denn bei die- sen letzten ist die Entwicklung des Androeceums centripetal, der den Sepalen oppo- nirte Kreis erscheint zuerst, und Hegt aussei'halb dem 2ten oppositisepalen, welcher Ent- wickelungsgang bei den Dicotylen nur ziemlich ausnahmsweise vorkommt. Bei den Rosa- ceen kommt dasselbe vor, was als ein Verwandtschaftszeichen gehalten werden muss. Bei den Terebinthaceen dagegen erscheint der oppositi-sepale Kreis zuerst aber innerhalb des nachfolgenden oppositipetalen Staubblattkreises. — Die Dilleniaceen haben unter allen polystemonen Familien centrifugale Entwickelung des Androeceum ; dieses sowohl , wie andere Besonderheiten in der Entwickelung, giebt einen Berührungspunkt zwischen dieser Familie und den Clusiaceen, Hypericineen, Ternströmiaceen, Tiliaceen, Malvaceen. Die Berberineen dagegen nähern sich den Rtinunculaceen uud Papaveraceen durch die centripetale Entwickelung des An,droeceum, entfernen sich aber el)en durch dasselbe von den Cruciferen. 13. Warming. Untersuchungen tioer Pollen bildende Phyllome und Kaulome. (Nr. 50.) Die Eutwickeluugsgeschichte der Antheren, Ausbildung der Wand und Anlegung der PoUen-Urmutterzellen wurden von Warming untersucht, im ersten Abschnitte studirt er Datura, Scopolia und einige andere Solanaceen, Chrysanthemum, Doronicum und mehrere Compositen, Verbeua, Mentha, Scrophularia, Symphythum, Cerinthe, Galium, Campanula, Plantago, Melilotus, Lupinus, Epilobium, Arabis, Malva, Acacia, Zauichellia, Eschholtzia, Ranunculus, Bryonia, Tropaeolum u. m. a. Als Resultate erhielt er: Die junge Anthere besteht aus einem ziemlich unordentlichen Meristem, in dem ausser der Epidermis gewöhn- lich nur eine Periblemschicht scharf differenzirt ist. Die Bildung des Fibrovasalstranges fängt früh an; die erste Periblemschicht der Anthere ist in fast allen Fällen deutlich die Mutterschicht des Pollens; in einigen Fällen scheinen auch Zellen des innerhalb liegenden Parenchyms Theil zu nehmen. Die in jener ersten Periblemschicht zuerst auftretenden tangentialen Zellwände haben die Bedeutung, die Scheide zwischen den Urmutterzellen des Pollens und denen der Antherenwand zuconstituiren; in einigen Fällen ist die Zahl dieser Zellwände sehr gross und die Periblemschicht wird dann (an den vier Ecken) in grösserer Ausstreckung in zwei Schichten gespalten, welche auf Querschnitten mehr oder weniger halbmondförmig sind (Extreme bieten z. B. die Solanaceen), die Zahl der Mutterzellea ist dann auch sehr gross; in anderen Fällen ist sie sehr klein; z. B. bei den Compositen uud Malvaceen tritt oft nur eine einzige Zelle auf jedem Querschnitt als Urmutterzelle des Pollens auf, so dass die gewöhnliche Ur- 316 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. mutterzellen-Schicht hier auf einen senkrechten Strang beschränkt wird; es tritt dann der Fall ein, den Nägeli als Regel angegeben hat. Ganz abweichend sind die Mimoseen, wo ver- einzelte Zellen als PoUenurmutterzellen auftreten, aber auch diese scheinen durch Zell- theihmgen von einer der Epidermis angrenzenden Zelle abzustammen. In den PoUenur- mutterzellen finden fast immer Zelltheilungen statt, bevor die Tetradentheilung anfängt; die Zelltheüung ist eine mehr oder weniger unregelmässige Würfeltheilung; ob sie in einer be- stimmten Richtung fortschreitet, ist noch unermittelt. Durch diese Zelltheüung entsteht in Uebereinstimmung mit ihrer Lebhaftigkeit oft ein mehr oder weniger mächtiger, oft fast cylindrischer Strang von Pollen-Mutterzellen. In den äusseren primären Tochterzellen, der Iten Periblemschicht von denen die wichtigsten Elemente der Antherenwand abstammen, tritt dagegen eine sehr regelmässige Würfeltheilung ein, hauptsächlich in centrifugaler Richtung fortschreitend, d. b. die jederseitige äussere Zelle wird zur Mutterzelle und ihre nach innen liegende Schwester- zelle wird Dauerzelle. Die innerste der so gebildeten Zellschichten nimmt gewöhnlich einen eigenthümlichen Charakter an, sie wird zur tapezirenden Schicht. Sowohl diese wie ge- wöhnlich auch die grössere Menge der übrigen Wandschichten werdra schliesslich aufgelöst; die äusserste der Epidermis angrenzende (bisweilen auch mehrere der nach innen folgenden) Schicht wird erhalten und zur fibrösen Schicht ausgebildet; die Epidermis theilt sich ge- wöhnlich nur durch Fläch entheilung; tangentiale Theilungen werden an der Aufspringungs- Naht ausgeführt. Uebrigens scheint die Epidermis keine Rolle bei der Aufspringung zu spielen. An der Aufspringungsnaht bleibt die erste Periblemschicht oft lange Zeit ungetheilt. In anderen Fällen werden die Zellen auch hier ziemlich früh durch tangentiale und andere Wände getheilt, so dass ein klemzelliges Gewebe entsteht. Innerhalb der ersten Periblem- schicht findet bei mehreren Pflanzen (besonders Labiatifloren) eine lebhafte Zelltheüung statt und zwar in den gerade nach innnen vor dem Antherenfache liegenden Zellen ; dadurch entsteht ein placentaähnlich in das Antherenfach hineinspringendes Gewebe („placentoide" bei Chatin) und das Antherenfach erscheint auf Querschnitten stark lialbmondförmig. Im zweiten Abschnitte behandelt Verfasser die Pollen bildenden Kaulome, speciell bei Euphorbia und Cyclanthera. Seine Anschauungen über den morphologischen Bau des Cyathium bei Euphorbia behandelt er zugleich hier ausführlich. (Vgl. unten.) Die An- therenentwickelung ist ganz wie bei den oben genannten Staubblättern; die Zelltheilun- gen in der ersten Periblemschicht finden auf ganz die nämliche Weise statt, wie bei jenen, was er durch Zeichnungen in einer anderen Abhandlung (Nr. 51) genauer erklärt hat. Riicksichtlich der anderen Pflanze, Cyclanthera, betrachtet er in dieser eben genannten Abhandlung die ersten Stadien der Blüthenbildung; in dieser hier specieUer referirten da- gegen, die weiteren Entwickelungsstadien der Anthere. Diese hebt sich in der Mitte der Blüthenanlage als ein erst unbedeutender niedriger Hügel, welcher nach und nach grösser, halbkugelförmig, dann mehr cylindrisch wird und schliesslich einen dicken, mehr oder we- niger cylinderfürmigen Körper darstellt, welcher auf einem kurzen, wenig umfangreichen Fusse befestigt ist. Die Zelltheilungen, welche zur Bildung der Pollen- und Wand- Urmutterzellen führen , finden ganz wie sonst statt , in der ersten Periblemschicht , aber in zwei horizontal und übereinander liegenden ringförmigen Partiecn jenes cylindrischen Körpers. Die Anthere enthält daher auch zwei horizontal liegende ringförmige Räume. Dieses Staubgefäss muss er als eine Staub entwickelnde Achse betrachten , und zieht er den Schluss, dass die Fähigkeit, Pollen zu produciren und eine Antherenwand auszubilden, sowohl Kaulomen wie Phyllomen zukommen kann, und dass diese Arbeit von beiden auf ganz gleiche Art ausgeführt wird. Im dritten Abschnitte giebt er eine historische Uebersicht über die Entwickelung unserer Kenntnisse rücksichtlich der Frage über Entstehung der Pollen-Urmutterzellen und Entwickelung der Antherenwand. 14. Hieronymus. Anthere der Centrolepideen. (Nr. 22.) Die Anthere der Centrolepideen ist nach Hieronymus einfächerig (nach der älteren Betrachtungsweise). Unter der Epidermis findet sich um die ganze Anthere herum eine Lage fibröser Zellen. — Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 317 15. Warming, E. Dichotomisch verzweigte Staubblätter. (Nr. 51.) Die Staubblätter von Ricinus sind nach Warming echt dichotomisch verzweigt. Sie entstehen unter der ersten Periblemschicht ; die Scheide zwischen den einzelnen Blatt- theilen liegt genau in der Mittellinie des Staubblattes; der beobachtete Vorgang entspricht der Beschreibung Hegelmaiers von der Dichotomie der Ceratophyllum-Blätter. 16. Trecül. De la theorie carpellaire d'apres d3S Papaveracees. (Nr. 44.) Bemerkungen über die Entstehung des Papayer-PistiH's gab Trecul. Dasselbe er- hebt sich als ringförmiger, etwas krenulirter Wulst um einen Centralhöcker, auf seiner Innenseite mit vorspringenden Partieen, den jungen Placenten, versehen. Die Lappen des Randes heben sich stärker als die zwischenliegenden Partieen, biegen sich nach innen über, verschmelzen mit ihren Rändern und bilden so die strahlenförmige Narbe. Die Eier er- scheinen in centrifugaler Folge von den Rändern der Placenta aus beginnend, über die Seiten der Placenten sich ausbreitend; sie empfangen ihre Gefässstränge von einem Ge- flecht, welches mit den Seiten der Placenten parallel läuft und von den Pistillsträngen ent- springt. Die Eier scheinen dem Verf. daher keine Zipfel oder Zähne von Fruchtblättern sein zu können und sowohl hierin als im anatomischen Bau findet er Stützen für seine Meinung, dass das Pistill hier (wie auch anderswo, vergl. die Ranunculaceen unten) nicht aus Fruchtblättern zusammengesetzt ist, sondern dem axilen System gehört. Mit Rücksicht auf den anatomischen Bau der Papaver-Blüthe theilt Trecul folgende Beobachtungen über den Gefässbündelverlauf mit, aus welchem er Schlüsse über den morphologischen AVerth des Fruclitkuotens ziehen will. Der Blüthenstengel von Papaver sonmifei'um, Orientale und bracteatum hat 3—5 concentrische Schichten von Fibrovasal- strängen, während P. Rhöas u. hybridum nur eine hat. Im Blüthenboden leiten sie ver- schiedene Verbindungen unter sich ein; und von dem Flechtwerke gehen Stränge zu den Blüthenblättern aus, was genauer beschrieben wird. Bei den letztgenannten zwei Arten sammeln die Fibrovasalstränge sich, nachdem die Kelchstränge abgegeben sind, in vier grosse Bündel, von denen das Netzwerk der Kronblätter ausgeht, und die sich demnächst in ein neues Netzwerk auflösen, von dem die Staubblattstränge ausgehen. Solche vier grosse Bündel finden sich bei den drei anderen Arten nicht. Die Stränge des Androeceum-Netz- werkes vereinigen sich zu einer kleineren Zahl im Grunde des Ovarium, welche der der Carpelle gleich ist. Sie verlaufen in der Fruchtknotenwand den Placenten gegenüber; unter der Narbe bilden sie brückenförmige Verbindungen. Die Carpelle haben keine Mittelnerven, ein grossmaschiges Netzwerk durchzieht sie zwischen den „cordons pistillaires", in ver- schiedenen Ebenen liegend, was weder dem Arrangement der Fibrovasalstränge im Stengel entspricht, noch weniger dem einfacheren Geflecht des Blattes. Das Pistill ist eine Modi- fikation des Stengels. In einem zweiten Aufsatze (1. c. p. 181—189) behandelt Trecul den Pistillbau der Gattungen Glaucium und Eschscholtzia , und beschreibt detaillirt die Gefässbündelverzweigungen im Pistill. Die Existenz z. B, der vier Narbenzipfel beweist nicht, dass es auch vier Fruchtblätter giebt; denn in nahestehenden Gattungen giebt es deren nur zwei; aber die anatomischen Charaktere für sich allein können uns mit Sicherheit zeigen, ob wir einen umgebildeten Stengel oder Blätter vor uns haben; nun list der Bau der Fruchtklappen gar nicht und noch Aveniger dw von den Placenten dem Baue einer gewöhnlichen Blatt- lamma, ja bei Eschscholtzia nicht einmal dem eines Blattstieles ähnlich. Dagegen hat die Frucht rücksichtlich der Form, Vertheilung und Beschaffenheit ihrer Gefässbündel grosse Aehnlichkeit mit dem Stengel, und zeugt somit hier, wie bei Papaver, dafür, dass 'das Pistill ein modificirter Stengeltheil ist. 17. Trecul. De la theorie carpellaire d'apres des Renoncolacees. (Nr. 45.) In zwei anderen Aufsätzen behandelte Trecul die Gefässbündelverzweigungen in den Carpellen der Ranunculaceen. Er hat unter den mit vielsamigen Carpellen versehenen Gattungen folgende in vielen Arten untersucht: Eranthis, Helleborus, Aquilegia ,' Delphi- 218 Morphologie der Monocotylen imd Dicotylen. nium, Aconitum, Nigella, Garidella, Caltha, Trollius, Paeonia, Isopyrum und Cimicifuga. Die van Tieghem'schen Unterscheidungsmerkmale zwischen Achse und Blatt sind nicht stichhaltig, und aus dem Umstände, dass die Cärpelle ihre Gefässbündel symmetrisch in Bezug auf einen Plan arrangirt haben, lässt sich nicht schliessen, dass sie Blätter sind; es giebt Achsen, die sich theilweise oder ihre ganze Länge hindurch wie Blätter verhalten. — Dagegen glaubt er in den Verzweigungsverhältnissen der drei Hauptstränge der Cär- pelle genannter Gattungen, welche denjenigen gewöhnlicher Blätter nicht gleich sind (nur die beiden seitlichen zu den Placenten gehörenden Stränge schicken gewöhnlich Seiten- zweige gegen den medianen Rückenstrang aus) und zum Theil auch in der Anwesenheit von einem Stratum fibrosum supravascularc bei einigen, oder einem endocarpium fibrosum bei anderen, Beweise dafür zu haben, dass die Cärpelle nicht metamorphosirte Blätter, sondern Stengelgebilde sein müssen. Die einsamigen Cärpelle der Ranunculaceen erhalten nur einen Fibrovasalsträng, welcher sich in eine bauch- und eine rückenständige Partie theilt ; bei einigen Arten theilt jene sich wieder gabelförmig, in verschiedener Höhe bei den verschiedenen Arten, und zwischen den Gabelzweigen entspringt der Ovularstrang. Früher oder später vereinigen die bauch- und rückenständigen Stränge sich unter der Narbe. Ausser kleinen Zweigen, von den hier erwähnten Strängen ausgehend, giebt es bei einer anderen Zahl von Arten laterale Stränge, die Seiten der Cärpelle durchsetzend, oft Anastomosen bildend und sich mit den anderen Zweigen auf verschiedene Weise in Verbindung setzend. Aus diesem Baue zieht Verfasser den Schluss, dass die Frucht eine besondere morphologische Bildung ist, oder dass sie aus transformirten Blättern oder aus einem dreitheiligen Blatte gebildet ist, nicht aber aus einem einzigen. Ueber die Zeitfolge in der Entstehung der verschiedenen Fibrovasalstränge macht er einige Bemerkungen, von denen hervorgehoben zu werden ver- dient, dass die Enden eines Stranges bisweilen isolirt ihre Entwickelung beginnen, noch in der Mitte von einander getrennt. — Eine Menge Arten der Gattungen Rauunculus, Ane- mone, Clematis , Ceratocephalus, Thalictrum , wurden untersucht und die verschiedenen Modifikationen bei denselben erwähnt. 18. Trecul. Sur la theorie carpellaire, d'apres des Amygdalees. (Nr. 46.) In einer späteren Abhandlung gab derselbe Verf. eine Uebersicht über den Bau der Pistills der Amygdalaceen. Der Blütheustiel hat gewöhnlich 10 (—12—13) Fibrovasal- stränge, welche sich in den napfförmigen Blüthenboden begeben ; vom obersten Ende des Stieles entspringen 10—20 Stränge, welche gegen das Centrum verlaufend sich im Ovarium verbreiten; dieses findet sich bei allen Gattungen, welche sonst im Baue beträchtlich ab- weichen vor und dieses Arrangement schon, dass das Ovarium seine Stränge vom ganzen Um- kreise des Stengels erhält, scheint ihm zu beweisen, dass das Carpell kein Blattorgan ist. Von den Ovarialsträngen sind drei (wie bei den Ranunculaceen) stärker; der eine rücken- ständig, die anderen neben der Commissur verlaufend. Die drei (verzweigten) Stränge liegen immer dem Steine der Frucht eng auf oder werden in denselben eingeschlossen ; sie sind die ersten , welche zum Vorschein kommen , gleichzeitig fast wird die Differenzirung in den zwei Schichten der Frucht ausgeführt, von denen die innere ungefärbt, die äussere chlorophyllhaltig ist. Uebrigens ist der erste Ring von Fibrovasalbündeln bei Amygdalus in der Steinschicht eingeschlossen, während er (die drei grossen ausgenommen) bei Cera- sus, Prunus und Armeniaca in der Mitte der Fleischschicht hegt. Verf. geht dann zu Ce- rasus über, dessen Bau der einfachste ist; ein Gefässbündelnetz erscheint an jeder Seite zwischen den grossen Strängen und ist von dessen Zweigen gebildet. Das Parenchym ausserhalb dieses Netzes und zwischen ihm und dem Kerne bildet sich verschieden aus. Darauf studirt Verf. verschiedene Arten von Prunus und Armeniaca, bei denen das Netz noch complicirter wird durch zahlreiche Zweige auch der kleineren vom Blüthenstiele ausgehenden Stränge und geht endlich zu den Arten von Amygdalus über, über welche er ebenso ver- schiedene Detailuntersuchungen bringt. Alles zeugt dafür, dass das Pistill und die Frucht keine Modification des Blattes sind; dieses geht auch aus den monströsen Blumen, deren Pistill blattartig geworden ist, hervor; von einem solchen nuisste man verlangen, dass es Morphologie der Mouocotyleu und Dicotyleu. 219 deu Bau des normalen Blattes hätte; das ist aber nicht der Fall, das monströse Carpell hat nocli fast den Bau des nicht veränderten. Es ist fast liandnervig. während das nor- male Ijauhhlatt fiedernervig ist; es hat drei Hauptnerven und mehrere sonstige Eigenthüm- lichkeitcu. 19. Duncan. On the Development of the Gynoccium and the method of impregnation in Primula vulgaris. (Nr. 16.) Duucan untersuchte die Entwickelung des Pistils von Primula vulgaris; er meint, dass Duchartre hei seiner Untersuchung eine Monstrosität vor sich gehabt habe. Die freie Placenta (oder „Stroma") hat nur an dem Grunde Verbindung mit dem Ovarium; gar keine mit dem Griffel; dieses ist solid. Die Eier werden beschrieben und der Weg der Staub- röhren verfolgt; sie folgen erst der Ovarialwand abwärts, biegen dann aufwärts, in der Placenta selbst, bis sie auf einen Fibrovasalstrang stosseu, durch welchen sie nach aussen geleitet werden zur Micropyle. 20. D. P. Barciana. üeber den Fruchtknoten der Onagraceen. (Nr. 5.) Barcianu wies nach, dass bei deu Onagraceen (Epilobium und Oenothera) auch andere selbstständige Blastem-Individualitäten in der Bildung des Fruchtknotens Theil nehmen als die meist allein aufgestellten Fruchtblätter. Aus der Entwickelungsgeschichte der Blüthe, die er bespricht, ist Folgendes hier hervorzuheben : die den petalis opponirten Staubblätter ent- stehen nach den deu sepalis opponirten, aber durch localisirte Zelltheiluug, im Gewebe der „Primordien", aus denen auch die Petala hervorgehen. Diese Staubblätter betrachtet er daher als Dependenzen der Blumenblatt-Höcker. Die Fruchtknoten-Anlage erscheint als Ringwulst; aus diesem treten vier Zipfel, den Petalis opponirt, hervor; nachher kommen vier den Sepalis opponirte Wülste im Fruchtbecher zum Vorschein: „die als selbstständige Blasteme angelegten Placenten, welclie sich mit dem in der Mitte sich erhebenden Scheitel des Vegetatiouskegels vereinigen." Dieser Untersuchung reiht sich eine Anzahl anderer über dasselbe Thema au, welche wie diese auf Anregung Hansteins angestellt worden sind, z. B. die folgende. 21. F. Huisgen. Untersuchungen über die Entwickelung der Placenten. (Nr. 26.) Franz Huisgen beschäftigte sich mit der Entwickelungsgeschichte der Placenten. Nach einem historischen Ueberblick über die Anschauungen der Botaniker über diese Bil- dungen theilt er seine eigenen Resultate, zugleich verschiedene Zusätze zu und Bestätigungen von den anthogenetischen Untersuchimgen Payers mit. Beobachtet wurden folgende Pflanzen : Bei Viola tricolor, Indigofera dosua und Monocotyledonen sind die Placenten Wucherungen der Fruchtblätter. Bei den ersten betrachtet er die Placenten als Wucherungen der Mitte dieser; bei den anderen bilden die Fruchtblattränder ganz einfach die Placenten. Bei Reseda luteola und Cheh-anthus Cheiri sind die Placenten selbsständige Blasteme, selbst- ständige Blattkreise, welche mit den Fruchtblättern alterniren und verwachsen; sie entwickeln sich früher und kräftiger und erhalten früher ihr Procambium als diese. Bei Cheiranthus verwachsen die beiden Placenten wirklich mit einander. Bei Lysimachia ephemerum, So- lanum dulcamara, Lobelia, Calluna vulgaris, Lavatera trimestris, Hypericum und Pelar- gonium zonale fand Verf. axile Placenten. Bei den Solaneen, Lobeliaceen und Ericaceen entstehen die Aushöhlungen vor den angelegten Fruchtblättern eben dadurch, dass die Axe und die diese mit den Fruchtblättern verbhadenden Scheidewände, die man nöthigenfalls als selbstständige Blasteme betrachten könnte, in die Höhe wachsen. Die Sameidinospe der Malvaceen betrachtet Verfasser als die Axillarknospe des betreffenden Fruchtblattes. Ueber die Hypericmeen smd seine Untersuchungen nicht vollständig und auch über die Deutung der Pelargonium-Placenta ist Verf. etwas unsicher, setzt sie jedoch am Schluss seiner Abhand- lung unter die axilen. 22. Warming. Entwickelung einiger Ovula. (Nr. 51.) Ueber die Entwickelung einiger Ovula gab Warming einige in seiner Abhandlung über Verzweigung der Phanerogamen eingestreute Beobachtungen. Bei Euphorbia entstehen 220 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. zuerst die drei Fruchtblätter in der äussersten Periblemschicht ganz wie es sonst schwache Blätter thun; nach ihnen und ihnen opponirt zeigen sich dann die Ovula, und zwar ent- stehen sie in der zweiten Periblemschicht durch tangentiale Thcilungen einer kleinen Zellen- zahl. Die Zellen der ersten Periblemschicht, welche später an der Spitze des nucleus zu liegen kommen, werden durch eine grosse Zahl tangentiale (und einige radiale) Wände ge- theilt, wodurch eine dicke Zellenkappe gebildet wird. Eine ähnliche Kappe, durch Thei- limgen der Zellen der ersten Periblemschicht, findet sich bei vielen anderen Pflanzen, doch nicht so mächtig (Chrysoslpenium, Myogalum, Zanichellia). Der Keimsack scheint bei Euphorbia von den Zellen der zweiten Periblemschicht abzustammen*). Die Integumente entstehen bei Euphorbia oft in acropetaler Kichtung und das Dermatogen spielt hierbei wie bei vielen anderen Integumenten eüie wesentliche Rolle. Die Ovula von Euphorbia hält Verf. für homolog den Achselknospen der Fruchtblätter; die Integumente für Phyllome. Die Ovula von Ranunculus entstehen auf den Carpellarblättein (docii näher zu untersuchen) ganz wie die Axillarknospen der Deckblätter von Amorpha, Sedum Fabaria, Salix (weibliches Kätzchen) ; bei Zanichellia dürfte es ebenso sein. Die spätere Stellung der Ovula auf den Carpellen, von deren Basis entfernt, hat ihr Analogen in der Verschiebung von Axillar- knospen auf ihre Mutterblätter hinaus. Bei Chrysosplenium und Scrophularia entstehen die Ovula unter der ersten Periblemschicht; bei Ranunculus dagegen in dieser sell)st. Bei Chryso- splenium scheint der Keimsack eine Zelle der ersten Periblemschicht zu sein. Diese Beob- tungen sind durch einige Abbildungen näher illustrirt. 23. Hieronymus. Das Ovulum der Centrolepideen. (Nr. 22.) Das Ovulum der Centrolepideen, von Hieronimus untersucht , ist orthotrop und ent- steht durch AUwärtstheilungen im Periblem der Achse. Der Kern wird als ein metamorplio- sirtes selbstständiges Blatt betrachtet; könnte doch auch, memt Verf., den Werth einer Neben- blatt-Bildung haben. Der Keimsack entsteht aus einer centralen, einer axilen Zellreihe ge- hörenden Zelle, verdrängt die übrigen in der Richtung der Micropyle liegenden Zellen dieser Reihe; die Integumente sind aus zwei Zellschichten gebildet, gehören somit den Blätter er- setzenden Trichombildungen; das innere bildet die harte Testa. Im zugespitzten Keimsack- ende sind zwei Keimbläschen, von denen das unbefruchtete vordere mit der Membran des Keimsackes verwächst. Die Endospermzellen entstehen nach der Befruchtung frei allwärts im Protoplasma; später tritt Zelltheilung ein. Die Wanderung des Pollenschlauches wurde ebenfalls verfolgt. 24. Duval-Jouve. Sur la fecondation du Zostera marina. (Nr. 17.) und 25. Duval-Jouve. Particularites des Zostera. (Nr. 19.) lieber die Befruchtimg von Zostera marina und nana hat Duval-Jouve eine merk- würdige Beobachtung mitgetheilt. Die Anthere öffnet sich und bestäubt nicht die Narben des Pistills der eigenen Blüthe, sondern des der unterhalb stehenden; aber die faden" förmigen Pollenkörner bleiben in der Anthere liegen, ohne ihren Platz zu ändern, ohne ihren ursprünglichen Parallelismus zu verlieren. Sie öffnen sich an dem einen Ende, die fovilla wird ausgetrieben und breitet sich über die Narbe aus; von Pollinarröhren ist also keine Rede, obgleich solche von Hofmeister erwähnt werden und auch Bornet sie bei Phucagrostis major erwähnt und abgebildet hat. Nachher lösen die Antheren sich von der Spatha ab und treiben auf dem Wasser herum. 26. Duchartre. Sur la fecondation du Zostera marina. (Nr. 15.) Ducharte wies später auf die Beobachtungen von Grönland und Hofmeister hin, nach welchen Befruchtung durch PoUmarröhren unbestreitbar ist; dem gegenüber behauptete Duval-Jouve die Richtigkeit seiner Beobachtungen. ••■■) Was doch näher untersucht werden muss. Bei vielen anderen Pflanzen stammt der Keimsack von der ersten Periblemschichte ab, und der ganze Nucleus ist eine Neubildung, durch Zeilentheilungen in der Isteu Periblemlage an der Spitze des ursprünglichen Ovularhöckors entstehend, (Nachträgl. Bern.) Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 221 27. Roper. Notes on the genus Lemna. (Nr. 39.) Kurze Bemerkungen über Lemna gibba theilte Roper mit. Nur die völlig ent- wickelte blülireife Pflanze hat die charakteristische gibböse Form. Verf. hat blühende Exemplare gefunden imd auch die Kcimimg beobachtet. Es ist ein Ii-rthum, wenn die Ver- fasser diesem Genus eine Spatha zugeschrieben haben; die Infloresccnz besteht aus zwei Stamina und einem Pistill. Weun der eine Staubträger seinen Pollen entleert, ist der andere noch unreif, was wahrscheinlich eine grössere Sicherung der Befruclitung zum Ziel hat. Die Kapsel schhcsst vier Samen ein, welche beschrieben werden. Am oberen Ende der Samen befindet sich „eine kleine kreisrunde Haube", welche bei der Keimung losgerissen dem jungen Laube angeheftet bleibt (vergl. tab. 6, fig. OE, bei L. C. Richard in Archives de Botauique, vol. I). 2. Keimbildung. Frucht. Bau und Aufspringen der Früchte. 28. Urban. Keimbildung bei der Gattang Medicago. (Nr. 47.) Die Bildung des Embryo bei Medicago bietet eine merkhche Abweichung von der von Hanstein beobachteten Regel, wie Urban wahrgenommen hat. Die erste Längswand, welche in der Luiigsaxe der Zellrcihe des Vorkeims hegt, ist nicht so wie sonst in die durch denFuniculus gelegte, das Ovulum halbirende Ebene gelegt, sondern gegen dieselbe um 45—700 geneigt. Die Commissiu" der beiden Kelchblätter hegt in Uebereinstimmuug hiermit ebenfalls nicht in diesem Hauptschnitte des Ovulums; wird aber bei fortschreitender Ent- wickelung weniger und weniger gegen dasselbe geneigt, bis sie zuletzt dem Funiculus zu- gewendet ist. Das Endosperm wächst schichtenweise von der Wand aus in das Innere des Keim- sackes hinein. Mit der Fortentwickelung des Embryos verschwindet es fast ganz. Das erste einfache Blatt der Plumula wird schon im Keim angelegt. 29. Hieronymus. Keimbildung von Centrolepis. (Nr. 22.) Die Keimbildung von Centrolepis ist besonders interessant und die Untersuchung derselben durch Hieronymus hat wesentlich zur Erweiterung der durch Hanstein erworbenen Kenntnisse der Keimbildung beigetragen. Die Entwicklung hat mit der bei den Dicotyle- donen herrschenden, grosse Uebereinstimmungen, geht aber fast noch regelmässiger von statten; bietet dann nebenbei besonders in der Wurzelbildung Eigeuthümlichkeiten , die bei keinem anderen Angiospermenkeime bisher gefunden worden sind. Von den durch die erste Theilung der Keimzelle entstandenen beiden Zellen wird die der Mikropyle entferntere zur Keimkugel, die andere theilt sich in Vorkeimzelle und Hypophysenzelle. Die Theilungen der Keimkugelzelle in 8 Zellen und die folgende Schältheilung (Dermatogenbildung) erfolgt wie hei den Dicotylen, wobei doch zu bemerken ist, dass Hanstein eine Meridiantheilung übersehen hat. In der ersten Periode der Entwicklung tritt keine äussere Ghederung her- vor, das Dermatogen ist von der inneren Ilistogenform , welche Periblem und Plerom zu- sammengenommen entspricht, getrennt. In dieser Periode finden auch eigenthümliche Theilungen in der Vorkeimzelle statt.' In der zweiten Periode difierenzirt sich der Keim in Hauptwurzel, Stammtheil mit Vegetationspunkt und Kotyledon, welche Differenzirungen zuerst im Inneren eingeleitet, später auch äusserlich zum Vorschein kommen. Es entsteht durch zahlreiche ,Läng'S- theilungen em axiler Pleromstrang, welcher später zum eüizelnen Gefässbündel des Kotyle- dons wird. Die geometrische Mittellinie des Keimkörpers läuft mitten durch den Kotyledon, der sich aus dem oberen Keimkugelstockwerke entwickelt , wie bei den von Hanstein unter- suchten Monokotyledoneu, während der Vegetationspunkt der Stammknospe aus dem unteren Stockwerke sich bildet; er ist bis zur Keimung äusserst unbedeutend. Es scheint, dass die den Vegetationspunkt und die Kotyledonarscheide bildenden Zellen Derivate einer Keim- kugel-Quadrantenzelle sind. Am Radicularende hat sich indessen Folgendes gezeigt: die 322 Morphologie der MonOcotylen und Dicotylen. Hypophysenzelle und Vorkeimzelle haben sich dergestalt getheilt, dass sie ^eine, eine Hypophysenbinnenzelle umschliessende Schicht bilden. Diese Hypophysenbinnenzelle zer- legt sich durch fernere Theilungen in Zellen, von denen eine, „die kalyptrogene Zelle", als Wurzelhaubenbildner fungirt , während von der anderen dagegen ein Theil des Wurzeldermatogens und zugleich des Periblems abgeleitet wird, durch Zellth eilungen, die näher bezeichnet werden. Die Keimung bezeichnet die nächste Periode der Entwicklung der jungen Pflanze. 30. Scharlock, lieber die dreifach gestalteten Samen von Atriplex nitens. (Nr. 40.) Die schon früher (durch Glos, 1857, Lange, 1865, und Ascherson) bekannt gemachte Thatsache, dass Atriplex nitens und A. hortensis heteromorphe Früchte haben, wurde durch Scharlock bestätigt. Er fand bei A. nitens dreifach gestaltete Früchte , kleine schwärzUche, die mit ihrer Breitseite am Grunde einer fimftheiligen Blüthenhülle befestigt sind, und in den zweiblättrigen Blütheuhüllen eine Form, die grünlich, gelblich oder bräunlich, hoch und scharfkantig ist, dann eine andere schwärzliche, hochkantig gebildete, aber nicht scharfkantig, sondern unregelmässig linsenförmig. Auch die Grösse ist verschieden. 31. ürban. Frucht der Gattung Medicago. (Nr. 47.) Die Frucht von Medicago ist bekanntHch spiralig zusammengerollt. Nach Urban drehen die Mehrzahl der Arten ihre Hülsen rechts; die Ausnahmen sind nur wenige, welche genannt werden. Nur wenige haben ihm Früchte mit verschiedener Drehung gezeigt. Die Drehung scheint nicht von äusseren Einflüssen abhängig zu sein. In dem von der Bauch- zur ßückennaht hin mehr oder weniger gleichmässig zunehmenden Wachsthume des Legumen, durch welches eine überwiegende Vergrösserung der dorsalen Partieen bedmgt ist, findet Verf. allein den Grund der Drehung. Dieses beweist er durch eingehendere Beschreibung und Untersuchung emzelner Beispiele und durch Messungen der Bauch- und Rückennähte. Vor der Bestäubung zeigen sechs Arten keine Spur von Drehung, alle übrigen, welche er unter- suchen konnte, zeigen nach Entfernung des Tubus stamineus eine deutliche Drehung des Fruchtblattes. Eine Anzahl Einzelfälle, wo in der Spirale selbst oder m der Art und Weise, wie diese zu Stande kommt, sich etwas Abweichendes darbietet, wird ebenfalls genauer beschrieben. Bei der merkwürdigen Diploprion medicaginoides scheint die Spirale dadurch zu Stande zu kommen, dass bei gleichmässiger Entwickelung der beiden Nähte die eine Hülsenfläche hinter der anderen im Wachsthume zurückbleibt. Die Stacheln der Hülse in der Gattung Medicago sind von zwei Gefässbündeln durchzogen. Von der Bauchnaht laufen zahlreiche Gefässbündel , welche als Adern aus der Fläche hervortreten, gegen die Rücken- naht hin, sich jedoch in einen, dieser parallelen, Randnerven vereinigend; diesen etwas dickeren Nerven verbinden viel weniger zahlreiche Adern mit der Rückennaht. „Die letzteren sind es, welche zu Stachehi auswachsen." Wenn der Randnerv sich der Rücken- nalit mehr nähert und die Windungen fester zusammengezogen Averden, erscheinen die Stacheln zuletzt auf dem Rande. In der Gruppe Intertextä Urb. verlaufen die Gefäss- bündel zuletzt unter sehr spitzem Winkel gegen die Rückennaht hin und gehen von dieser unmittelbar in Stacheln über. Bei M. radiata sind sie Auswüchse der Rückennaht selbst. 32. Steinbrink. Ueber die anatomischen Ursachen des Aufspringens der Früchte. (Nr. 42.) Eine Abhandlung über die anatomischen Ursachen des Aufspringens der Früchte lieferte Steinbrink. Nach einer historischen üebersicht über die betreffende Literatur geht er zu den eigenen Untersuchungen über, mit den Papilionaceen begimiend, von welchen Lupinus albus L., Lathyrus montanus Brnh., Vicia colorata Des., Caragana Chamlaga Lam., Pisum sativum L, und Spartium scoparium untersucht wurden. Die wesentlichste Eigen- thümlichkeit ist der von Kraus schon beobachtete schiefe Verlauf der Hart- und Epidermis- zellen. Die Hartschicht besteht bei allen aus porösen bastfaserähnlichen Prosenchymzellen von starker Verdickung; der Winkel, den sie mit der Fruchtaxe machen, beträgt 30—400. Sie bilden theils eine dicke Lage dhect unter der ditanwandigen Innenepidermis, theils eine schmälere Zone, welche von dieser Epidermis durch dümiwandig gebliebenes Prosenchym ge- Morphologie der Moiiocotylen und Dicotylen, 223 trennt wird. Die Zellen der Aussenepidermis schneiden diejenigen der ILartfasern in nahezu rechtem Winkel. Nur an den Nähten gehen sie in eine senkrechte Stellung über (d. h. eine der Längsaxe der Frucht parallele); sie sind dort zugleich dünnwandiger. Bei Lupinus albus und Vicia colorata zeigte sich, dass die Verdickungen kurz vor dem Aufspringen ausgebildet werden, und eben, um dieses zu bewirken. Beim Austrocknen rollt sich die Klappe sclu-aubeivförmig zusammen; der Winkel dieser Schraubenlinie mit der Lilngsaxe der Klappe ist 30—40". Wie dieses von der Hartschicht abhängig ist, wurde ferner durch Quellungs- versuche bestätigt. Die Schraubenkriimmung beruht darauf, dass die Hartfasern in der Quere im Verhältniss zu den Aussenschichten stärker sich contrahiren als in der Länge. Jede Klappe bei Viola tricolor L. faltet sich beim Austrocknen zusammen und wird zugleich rückwärts herabgekrümmt. Nach der Aussenepidermis und einer dünnen Chloro- phyllparenchymschicht folgt eine Schicht von 2—3 Lagen bastfaserähnlicher quer-tangential gestreckter Zellen, die kaum verholzt und stärker quellbar sind als die Hartzellen der Hülsen. In den Flügeln der Klappen verdünnt sich diese Schicht. Unter ihr folgt im Mitteltheil eine andere von quer-radial gestreckten, wenig verdickten, wenig quellbaren Zellen. Die Placenta ist von schwachen Gefässbündeln durchzogen; sonst besteht das übrige Gewebe fast nur aus CoUenchymzellen. Auf der Grenze zwischen ihnen und den Radialzellen stehen mehrere Reihen senkrecht gestreckter verholzter Zellen. Die CoUenchymzellen bewirken die Zusammenfaltung, was verschiedene Versuche beweisen, und ebenso wird bewiesen, dass die übrigen Bewegungsphänomene von dem beschriebenen Baue bedingt sind. Verf. bespricht danach die Balgkapseln von Cynanchum Vincetoxicum R. Br., Aqui- legia vulgaris, Caltha palustris, Paeonia officiualis, Delphinium Ajacis, die älteren Unter- suchungen Kraus' bestätigend; alle die aufgeführten Details hier wiederzugeben, würde zu weit führen. Die Auswärtskrümmung der Balgkapsehi von Cynanchum wird durch das starke Schrumpfen der äussern senla-echten Faserzellen und des Collenchyms bewirkt. Eine Krümmung einwärts in senkrechter Richtung wird, wie verschiedene Versuche beweisen, durch die Hartschicht und Innenepidermis veranlasst. Bei den Ranunculaceen findet sich weder Hartschicht noch Faserbündel. Die Contractionsschicht wird gebildet durch die Aussenepidermis, zum Theil auch durch die zunächst darunter liegenden Parenchymreihen. Dass die Frucht sich in der Quere auseinander schlägt, hängt mit der Stellung der äussern und Innern Zellen zusammen, — aussen senkrecht, innen wagrecht verlängerte Zellen. Die Kapseln von Syringa, Scrophularia (bei welchen Verfasser vorzugsweise die Untersuchungen Kraus' benützt) und ebenso die von Iris, Gladiolus, Funkia, Colchicum können neben einander gestellt werden. Die Spannungen, welche wirksam sind , haben ihren Sitz in derselben Schicht. Die Trennungsflächen der Scheidewände streben convex zu werden; häufig, aber nicht immer, wird die Trennung der Klappen durch eine unabhängige Aus- wärtskrümmung jeder Klappe in der horizontalen Richtung erleichtert. Bei Funkia, Iris und Gladiolus bilden die Innenepidermiszellen die am stärksten entwickelten Gewebe; die Zellen sind sehr stark verdickt und ihre Stellung der der Elemente der Hartschicht von Syringa und Scrophularia ähnlich. Der Bau der Kapsel von Colchicum ist nahezu derselbe wie bei jenen; Bau und Stellung der Innenepidermiszellen ist fast dieselbe. Die Orchideen verhalten sich dagegen ganz anders (viele Arten wurden untersucht). Der Bau zeigt hier eine Verkürzung der drei Klappen gegen die drei Halbringe; in den äusseren und imieren Schichten der Klappe finden dagegen keine Stellungsunterschiede statt ; daher sind die Aussenepidcrmiszellen, abweichend von den vertical stehenden der Liliiflorcn, ebenso quer gelegt wie die der Innern Epidermis. Die Unterschiede zwischen Schoten und Schötchen im anatomischen Bau, welche von Kraus schon angegeben sind, wurden vom Verfasser bestätigt. Die ersteren haben eine mehrreihige, aus lauter senkrecht verlaufenden Fasern bestehende Hartschicht, die letzteren eine einreihige in Plättchen geordnete, die eine sehr verschiedene Richtung haben. Das Aufspringen beruht daher bei beiden auf ganz verschiedenen Spannungen. — Verfasser unter- suchte Thlaspi arvense und Lepidium campestre. Das Aufspringen der Schötchen wird theils bewirkt durch Spannungen zwischen verschiedenen Schichten (Auswärtskrümmung der Bänder), theils und hauptsächlich durch solche in der Hartschicht allein (Convexwerden der ^24 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. Ränder). Ferner untersuchte er Brassica oleracea, Cheiranthus Cheiri L, und Matthiola annua, üherall die allgemeinen Angaben von Kraus bestätigend. Trotz der starken Ausbil- dung der Hartschicht schemt diese keinen directen Einfluss bei dem Aufspringen zu haben. Die Spannungen scheinen im Schnabel zu liegen, dessen äusseres Gewebe stärker schrumpft als seine mneren. Nur Matthiola wurde in dieser Hinsicht untersucht. Das äussere Gewebe des Schnabels ist hier auch quellungsfähig und bewirkt, wie die Epidermis, durch Schrumpfen das Aufspringen. — Rücksichtlich des Baus der Früchte von Papaver, Linaria vulgaris und mehreren anderen verweist er auf Kraus; über andere theilt er eigene Untersuchungen mit, so z. B. Lychnis vespertina, Priraula officmalis, Hyoscyamus und Impatiens. Verfasser ordnet die untersuchten Früchte folgendermassen : 1) Spannung zwischen ganzen ungleichartigen Theilen: Orchideen, Hyoscyamus, Umbelliferen; 2) Spannung zwischen äusseren und inneren Schichten derselben Theile: Hülsen, Balgkapsehi, mit Zähnen aufspringende (Viola, Papaver, Chelidonium) Schoten?; 3) Spannung zwischen den Elementen Einer Schicht: Liliifloren, Schötchen, Syringa, Scrophularia. 33. Majewsky, P. lieber gewebeartige Pflanzenhäute. (Nr. 34.) Die bisher nur bei wenigen Pflanzen beobachteten Zelllagen-Kreuzungeu wurden von Majewsky bei noch folgenden Pflanzen beobachtet. Bei Astragulus bracticeras besteht das Pericarpium aus zwei starken Lagen von Zellen; in der einen gehen die proseuchy- matischen Zellen der Längsrichtung der Frucht parallel, in der andern kreuzen die Zellen sich mit diesen unter rechtem Winkel. Bei A. Cicer ist das Pericarpium ähnlich gebaut, aber schwächer und die Zellen breiten sich in Form von Wellen aus, Aehnlich verhalten sich A. glycyphyllos, Orobus luteus L., Ornithopus ebracteatus Brot., Qrnith. Caput galli Lam., Hedysarum genuflexum. Ferner finden sich Kreuzungen der Hartschicht- Zelllagen bei Medicago orbicularis, aber diese sind bei weitem nicht so regelmässig, wie bei obengenannten Arten. Die Struktur der Hartschicht bildet hier den Uebergang zu den Fällen, wo keine Kreuzung der Zelllagen stattfindet, sondern die Zellen der Hartschicht nur ihre Richtung ändern, wobei sich nur Büschel an den Punkten dieser Aenderung kreuzen. So bei Securigera coronilla DC, wo durch die Mitte jeder Klappe alle Zellen der Längsachse parallel laufen, zu ihren beiden Rändern jedoch sich bogenförmig krümmen und eine Querrichtung annehmen. Bei Anthyllis vulneraria L. gehen die Zellen längs der hinteren Naht der Fruchtachse parallel , verändern aber diese Richtung gegen die vordere Naht hin. Bei Lathyrus-Arten gehen alle Zellen schräg parallel zu einander und durchflechten einander erst bei der vorderen Naht. Auf diese Weise können die gewebeartigen Hartschichten durch Zwischenstufen mit den einfachen verbunden werden. Bemerkungen über die physiologische Bedeutung der Hartschicht der Pericarpien wurden ferner beigefügt; durch sie wird auch das Aufspringen der Früchte bedingt, 34. Hildebrand. Ueber den Bau der Schleuderfrüchte. (Nr. 23.) Ueber den Bau der Schleuderfrüchte erhielten wir eine Abhandlung von Hildebrand. Er theilt sie in zwei Hauptabtheilungen: 1) solche, die saftig sind, und bei denen der Me- chanismus auf Zellschichten beruht, welche in stärkerer Turgescens und Spannung sind, als andere benachbarte und 2) solche, wo bei Eintrocknung bestimmte Zellschichten stärker oder schwächer sich zusammenziehen. Von der ersten Gruppe wurden untersucht: Oxalis, Impatiens Balsamina, Cardamine hirsuta, Cyclanthera pedata, Momordica Elaterium, von der zweiten: Viola, Lupinus luteus, Hamamelis virginica, Coleonema album. Ricinus, Collo- mia, Acanthus mollis, Eschscholtzia californica, Erodium gruinum, Geranium sanguineum, Scan- dix, Avena sterilis. — Oxalis ist die einzige, bei welcher der Schleudermechanismus im Bau des Samens beruht, indem in einer durchsichtigen saftreichen Aussenschicht aus 4—5 Zelllagen die inneren Zelllagen sich in einem weit stärkeren Turgescenszustand befinden als die äusseren, wodurch die Schicht schliesslich mit grosser Kraft sich loslöst, so dass die Frucktknotenwand durchbrochen wii'd. Zm- Zeit der Reife richten sich die big N Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 235 dahin umgebogenen Kapselstiele auf. Bei Impatiens liegt die Schwellschicht unmittelbar unter der Epidermis, die Fruchtwände werden nach innen, nach dem Centrum der Frucht hin, unigeroUt, wobei die Samen losgerissen und fortgeschleudert werden. Bei Car- daniine und Cyclanthera geschieht das UmroUen nach aussen; die Schwellschicht liegt in Uebereinstimmung hiermit an der Innenseite der I'ruchtwand , und ist bei beiden verschieden gebaut. Bei Momordica liegt die Schwellschicht nach aussen, drückt an das Innere der Frucht , wodurch der Fruchtstiel schliesslich losgestossen wird , und die Samen heraus spritzen. Von den trockenen Schleuderfrüchten giebt es einige, bei denen die Samen allein fortgeschleudert werden. Von diesen bespricht Verfasser erst Viola, Die Klappen der Kapsel üben hier durch Eintrocknen einen Druck auf die Samen, bis diese herausgepresst werden. Dieser Druck wird durch einen komplicirten anatomischen Bau hervorgerufen, welcher wesentlich in einem Wechsel von dickwandigen und dünnwandigen Zellen besteht. Bei den Arten, bei welchen ein Fortschleudern der Samen nicht stattfindet (z. B. V. odo- rata) sind alle Zellen dünnwandig. Auch bei vielen Leguminosen werden die Samen allein weggeschleudert. Verfasser bespricht besonders Lupinus luteus, den eigenthümlichen Bau der beiden Nähte und der Hülsenklappen. In diesen findet sich eine mehrschichtige Lage von stark verdickten proseuchymatischen Zellen, welche mit ihrer Längsrichtung zur Längs- richtung der Klappen schief gestellt sind. Diese Hartschicht bewirkt das Oeffiien und Auf- rollen der Klappen. Ebenso bei anderen Papilionaceen. Ferner gehört hierher die Frucht von Hamamelis virginica, dessen Aufspringen beschrieben wird , von der aber eine anatomische Untersuchung nicht ausgeführt werden konnte. Bei einer anderen Reihe trockener Schleuderfi'üchte wird nicht der einzelne Samen allein, sondern die Fruchthülle wenigstens zum Theil mit losgelöst. Von diesen giebt es wieder ein Theil, bei dem die Samen aus dem geschleuderten Fruchttheil selbst hinaus- fliegen, indem entweder die ganze Frucht sich loslöst und die Samen wegschleudert, oder indem bei dem Schleudern noch Theile der Frucht sitzen bleiben. Zu letzteren Fällen gehören die Diosmeen, von denen Coleonema album und Dictamnus Fraxinella näher besprochen werden, und Euphorbiaceen, von denen Ricinus untersucht und der anatomische Bau der Früchte dieser Pflanzen beschrieben wird. Zu den ersten Fällen, wo die ganze Frucht mit den Samen davon springt, gehört die Gattung Collomia, die Acanthaceen, Eschscholtzia und Geranium, bei welchen allen die Samen zugleich herausgeworfen werden. Bei Collomia übt der Kelch einen Druck auf die Klappen, welche, in Folge der Austrocknung, mit ihren Flügelrücken sich nach aussen nähern wollen, bis die Kapsel an ihrem Grunde abreisst und hervorgeschnellt wird. Die bei Eintrocknung sich stark zusammenziehende Verdickungsmasse liegt daher auch auf der Aussenseite der Kapselwaud und besteht in starken, leicht quell- baren Verdickungen der Zellwäude. Mit dieser Frucht wü-d die von Gilia verglichen, welche ähnlich gebaut ist, bei welcher aber die verdickten Theile der Kapselwände in directer Ver- bindung mit denen des Stengels stehen, ein Abreissen daher unmöglich ist. Bei den Acan- thaceen wird der Schleudermechauismus allein durch die Scheidewand hervorgebracht; in den Placenten tritt eine starke Spannung hervor, welche zuletzt die Kapsel losreisst, die Placenten von einander loslöst und die Samen in entgegengesetzter Richtung fortschleudert. Bei Eschscholtzia californica strebt die Spannung in den Klappen danach, diese von unten nach aussen umzubiegen. Dies wird durch den Bau der Kapsel bedingt, wobei besonders der Bau des Kapselgrundes von Wichtigkeit ist. Diese Verhältnisse müssen in der Abhand- lung selbst gelesen werden. Mit Eschscholtzia wird auch Glaucium luteum verglichen, wel- ches keinen Springmechanismus besitzt. Zu diesen Fällen gehören auch die Gattung Geranium, deren Fruchtbau fast ganz mit dem von Erodium übereinstimmt und nur in der, eine verschiedene Aufrollung der Schnabelklappen und das Wegschleudern der Samen verursachenden anderen Construction abweicht. Denn bei Erodium werden wohl die Früchte losgelöst und rings herum zerstreut, aber die Samen bleiben fest in den Fruchtwänden eingeschlossen. Bei dieser Pflanze wer- den die Fruchtklappen spiralig aufgerollt. In dem Schnabel des Fruchtknotens lassen sich die 5 Fruchtknotenhöhlungen fast zum Gipfel verfolgen. Nach aussen, vor diesen Höhlungen, Botanischer Jahresbericlit I. 15 226 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. bilden sich 5 aus sehr stark verdiclcteu Zellen bestehende dicke Stränge, von einer Paren- chymschicht bedeckt. Beim Eintrocknen entsteht eine Spannung zwischen dem Parenchym und den Strängen; es folgt eine Losreissung der ganzen vor den Höhlungen liegenden Par- tien von der zurückstehenden Mittelsäule, und diese 5 Partien rollen sich zugleich schraubig auf, weil die Schnabelklappen schon früh deuthch (rechtsj gedreht sind. Der Fruchtbau von Pelargouium zonale und Geranium sanguineum ist sehr ähnlich, zeigt aber, wie Verfasser nachweist , nebenbei sehr interessante Abweichungen eben in den Punkten , welche mit dem verschiedenen Aufspringen der Früchte und Samen in Verbindung stehen. Kurz bespricht Verfasser dami die Theilfrüchte von Scandix und endhch den Be- wegungsmechanismus von Avena sterilis, welcher in der Drehung des unteren Grannentheils um seine eigene Achse beruht. Der Bau der Granne aus zwei verschiedenen Gewebetheilen und deren Anordnung sowie hygroskopische Eigenschaften derselben werden besprochen. Ausser den eigenthümlichen Spannungsverhältnisseu der verschiedenen Schichten spielt auch der Umstand eine grosse Rolle, dass die Fruchtwände an bestimmten Stellen so gebaut sind, dass ein Kiss leicht entsteht, und dass oft die harten Theile der Kapsel nicht mit denen des Fruchtstieles in directem Zusammenhange stehen. Bei Viola, Dictamnus, Oxalis haben die Früchte zur Reifezeit eine andere Lage als vorher, wodurch bezweckt wird, die Ausstreuung der Samen zu erleichtern. 35. Hieronymus. Bau der Früchte von Centroiepis. (Nr. 22.) Der anatomische Bau der Carpelle und Früchte von Centroiepis wird von Hierony- mus erwähnt. Die Epidermiszellen der Innenseite sind eigenthümlich ausgebildet, stark ver- dickt und scheinen das Aufspringen der Frucht zu vermitteln. Die Frucht öffnet sich durch einen am medianen Nerv verlaufenden Spalt; der Nerv läuft zur Spitze der Narbe hinaus. t 3. Keimung, Bau der Keimpflanze. 36. Urban. Keimung von öledicago. (Nr. 47.) * üeber die Keimung bei Medicago berichtet Urban Folgendes: Entweder fallen die Samen aus den an der Mutterpflanze hängen bleibenden Hülsen heraus, oder diese bleiben geschlossen, fallen ab oder gelangen mit den absteigenden Zweigen zur Erde. Der erste Fall tritt nur bei denjenigen Formen von Medicago falcata em, deren Hülsen wenig gebogen sind. Der Samen überwintert auf dem Boden; bei der Keimung durchbricht die Radicula die Testa, und erst wenn sie eine ziemliche Länge erhalten hat, beginnt das Wachsthum der hypocotylen Axe. Die Trigonella-Arten verhalten sich im Allgemeinen ebenso. Bei den übrigen Medicago-Arten ist die Keimung um so mehr abweichend, je fester die Windungen, je dichter das Aderuetz. Verfasser beschreibt die Keimung bei M. orbicularis. Die in der Hülse eingeschlossenen 4—5 Samen führen einen erbitterten Kampf um's Dasein. Das Durch- brechen der Testa, Streckung der hypocotylen Axe, selbst Zersprengen der Samenhaut findet im Innern der Hülse statt. Die (1—2) stärkeren Keimpflanzen vernichten die schwächeren, ihre Würzelchen biegen sicli hin und her, bis sie ehien Ausgang finden; viel später bahnen die Cotyledonen sich einen Weg. In den Cotyledonen fand Verfasser den einzigen Unter- schied, durch welchen Medicago sich von allen übrigen Trifolieeu abgrenzen lässt. Die nachfolgenden Blattformen werden auch besprochen. 37. Irmisch. Keimung etc. bei Aconitum Anthora. (Nr. 27.) Die biologischen Verhältnisse von Aconitum Anthora wurden, besonders was die Keimung, Wurzelbildung und vegetative Vermehrung betrifft, von Irmisch untersucht und beschrieben, indem er nebenbei verschiedene Bemerkungen über biologische Verhältnisse bei anderen Ranunculaceen gab. Die Haupteigenthümlichkeiten bei jener sind folgende: Die Scheidentheile der Keimblätter sind zu einer langen, sehr engen cylindrischen Röhre ver- wachsen; ein hypocotyles Achsenglied fehlt, indem die Hauptwurzel unmittelbar unter der Abgangsstelle der Keimblätter beginnt. Sie ist m.it Haaren dicht besetzt und schwillt in der ersten Vegetationsperiode rübenförmig an; ihre Zweige stehen in zwei Reihen, den beiden Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 227 Gefässsti'ängen entsprechend. Die kleine Plumula kommt erst jin jder zweiten Vegetations- periode zur Entwickeluug, uaclidem die Keimblätter am Ende der ersten ganz verschwunden sind, in der Achsel der zunächst auf die Keimblätter folgenden Niederblätter erscheinen in der zweiten Vegetationsperiode Sprosse, welche, wie bei den Ophrydeen, mit emer kuollen- oder rübenförmigen Nebenwurzel versehen und nach dem im Laufe des zweiten Sommers erfolgten Tode des Keimsprosses frei werden. Alte blühreife Exemplare verhalten sich wesentlich ebenso, nur sind die Knospen und rübenförmigen Wurzeln im Ganzen viel kräf- tiger. Diese Wurzeln haben mehrere l'ibrovasalstränge. Nur aus den Achseln der im Boden beliudlichen Blätter treten Sprossen mit Knollenwurzeln hervor. 38. Drude. Keimung bei Moüotropa Hypopitys L. (Nr. 13.) Die KeimpÜauzen vuu Monotropa scheinen nach Drude sehr merkwürdig zu sein. Den Keimungsact hat er nicht beobachtet, aber im Monat März fand er kleine, braune, etwas verzweigte Wurzeln, die ;nach ihrem Bau, Zelleninhalt etc. nur Monotropa-Keimhnge sein konnten. Sie vegetirten saprophytisch und bieten von .Stengelbildung durchaus keine Spur. Verf. vermuthet, dass die Plumula ganz abortirt, während allein die Radicula sich ausbildet, bis die Wurzeln adventive Stengelknospen bilden können. 89. H. Hofmann. Keimung üei haphäiius. (Nr. 25.) Ueber die Entwickelungsweise der Wurzel bei Raphanus sativus berichtete H. Hoffmann. Verf. giebt an, dass die beiden Lappen der jungen Wurzel nicht der Rinde gehören, wie Caspary angegeben hat, sondern die gesprengte Blattscheide der beiden Cotyledonen ist. Bei R. Raphauistruni ist die Entwickeluug dieselbe. Die Rübe ist also „ein hypocotyles Stengel- glied". Aehnlich ist die Sache bei Beta vulgaris, doch ist eine Cotyledonar - Blattscheide nicht zu unterscheiden mrd reisst nicht auf. 40. Sclienk. Berichtiguüg zu Obigem. (Nr. 41.) Schenk machte hiergegen folgende Einwendungen: die beiden Lappen entstehen durch Zerreissen der primären Rinde, indem die umschlossenen Partieen stark aufschwellen; von einer Blattscheide ist keine Spur vorhanden. Die Rübe des Rettigs und Radieschen ist da- gegen richtig ein hypocotyles Stengelglied. Zwar geht der axile Gefässstraug bis gegen die Mitte der Anschwellung hinauf, aber die Entwickeluug der Wurzeihaare und die endogen entstehenden SeitenM'urzelu halten eine scharfe Grenze em, welche dicht unter der rüben- artigen Anschwellung hegt. Die Anschwellung wird durch die Entwickeluug des Parenchyms bedingt, die an zwei gegenüberliegenden Stellen stärker ist. Von den innersten Zelllagen der primären Rinde wird eine secundäre Rinde nach der Zerreissung gebildet. 41. Hieronymus. Keimung bei Centroiepis. (Nr. 22.) Bei der Keimung von Centroiepis tenuior; erfolgt erst eine Längsstreckung des ganzen Keimlings, welche aber nicht gleichmässig überall vor sich geht. Der terminale Gotyledon entwickelt sich zum ersten Laubblatte. Der bisher äusserst unbedeutende wenig- und grosszellige Vegetationspunkt beginnt zu arbeiten, wü'd viel- und kleinzellig; die unter dem Dermatogen folgende Zellschicht bildet durch tangentiale und andere Theilungen das Periblem, welches ein ungeordnetes Pierom umfasst. Weder eine gemeinsame Scheitelzelle, noch solche für die einzelnen Histogene finden sich. An der Wurzel wird die von der Hypophysen- und Vorkeimzelle abstammende Haube als ein Ganzes abgeworfen und aus der Grenzreihe des Wurzel- und Stammdermatogens, welches noch der Keimkugel angehört, so- wohl, wie aus der an der Radicularseite anüegenden Ringreihe, entsteht ein Kranz von langen Wurzelhaaren. Die fernere Ausbildung der Wurzel wird auch beschrieben. 42. Reinke. Keimung bei Gunnera. (Nr. 37.) Das Keuuptiäuzchen der Gunnera chilensis zeigt eine Merkwürdigkeit. Das hypocotyle Stengelglied zeichnet sich vor der Pfahlwurzel nicht nur dadurch aus, dass es bedeutend dicker ist und sich plötzlich in diese verengt, sondern noch mehr dadurch, dass es mit ziem- 15* 228 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. lieh langen hyalinen Borstenhaaren bedeckt ist; der Pfahlwurzel dagegen fehlen die gewöhn- lichen Wurzelhaare. Jene Borsten reichen zur Grenze der ächten Wurzel hinab. Schon die Keimpflanze besitzt zwei der für Gunnera eigenthümliciien Drüsen. 4. Wurzel. Entwickelung, Bau, Verzweigung, Stellungsverhältnisse, Uebergangspunkt zwischen Wurzel und Stengel. 43. Reinke. Wurzeln von Gunnera. (Nr. 37.) Der Vegetationspunkt der Hauptwurzel bei Gunnera chilensis zeigt den normalen Bau des Angiospermeutypus , sowohl was die Haubeubildung betrifft als die Lagerungs- verhältnisse des Dermatogens, Pleroms und i'eriblems. Die innerste Schicht des Periblems differenzirt sich als Schutzscheide, die äusserste Lage des Pleroms als Pericambium. Die ausgewachsene Ilauptwurzel hat ein binäres P'ibrovasalsystem. Die Gefässe entstehen centri- petal, lassen einen Markkörper im Centrum übrig. Von der gewöhnlichen Dicotyledonen- wurzel weicht die in Rede stehende aber darin ab, dass sie keines secundären Dicken- wachsthums fähig ist. Die Verzweigung der Wurzel geschieht durcli Bildung neuer Wurzeln in der Pericambialschicht vor den Vasalsträngeu; die Medianebene der zwei Vasalstränge der Seitenwurzel fällt mit der Wachsthumsaxe der betretfeuden Mutterwurzel zusammen. Harz- gänge fehlen. Die Beiwurzeln des Stammes sind jener ähnlich, enthalten aber eine grössere Zahl Vasal- und Fibralstränge; ilu- Insertiousraum umtässt nicht einen einzigen Vasalstrang, son- dern 2—5. Die Anordnung der Beiwurzeln steht in Relation zu der der merkwiu'digen Drüsen und der Blätter, erhält somit eine eigenthümliche Regelmässigkeit; sie werden in den peripherischen Zellen der Procanibiumsträngc und in den sie verbindenden Grundgewebe- zelleu angelegt und zwar selir frülizeitig, dicht unter dem Vegetationspunkte. Die Bei- wurzeln von G. Perpensum haben im axilen Grundgewebe-Cyünder einzelne Zellreihen mit erweitertem Lumen, welche den grossen Gefässen der Vasalstränge entsprechen. Gerade bei dieser Art ist besonders deuthch, dass die Beiwurzeln im Urmeristem, im Plerom angelegt werden und zwar gleichzeitig mit dessen Souderung in Grundgewebe und Procambiumstränge. Die Wurzelhaube wird insofern ebenso wie die von G. chilensis augelegt, als die durch tangentiale Theilungen in einer Gewebeplatte entstandene äussere primäre Sclücht das Dermatogen und durch fortgesetzte Theilungen die Wurzelhaube bildet; aber die Theilungen dieser Dermatogenschicht folgen gleich so lebliaft, dass es mitunter den Anschein hat, als entsprängen die innersten Schichten dem Periblera. Die Beiwiu-zeln von G. Perpensum entwickeln gleich aus dem Theile, welcher im Parenchym der Mutteraxe eingeschlossen liegt, Seitenwurzelu und es hat dann oft den Schein, als brächen mehrere gieichwerthige Wurzeln aus dem Stengel hervor. Die Wurzeln von Gunnera magellanica weichen bedeutender von den beiden vorigen Arten ab, konnten aber nicht genügend untersucht werden. Das Rindenparenchym zerfällt in zwei Theile durch stärkere Verdickung der Zellwände der äusseren Partie. Die Gefäss- bildung der Vasalstränge lässt kein axiles Grundgewebe übrig. Die des vierten Typus, G. monoica, sind die einfachsten; eine axile Zelkeihe wird von einem Zellenringe umgeben, der abwechselnd aus einzelnen Gefässen und Bastelementen besteht. Diesen Centralcylinder scliliesst das Rindenparenchym ein. 44. Drude. Wurzein von Monotropa Hypopitys L. und Neottia nidus avis L. (Nr. 13.) Die Wurzeln, welche das Rhizom von Neottia nidus avis bedecken, schlägt Drude vor, Rhizoraseitenwurzeln zu nennen; denn sie sind keine Adventivbildungen; sie entstehen streng acropetal, sind spiralig, die Rhizomepidermis wird von ihnen nicht durchbrochen. Diese Wurzeln entstehen an der Grenze zwischen oberirdischem Stengel und Rhizom, wo ein zweiter (also intercalü-ender) Vegetationspunkt vorhanden ist. Nach den drei äussersten Zell- schichtea (Epidermis mitgerechnet) folgt eine Doppelschicht vou Zellen mit dem brauneu Mori)hoIogie der Monocotylpn und Dicotylen. 229 Stoffe gefüllt, welcher auch im Rhizom vorhanden ist (die Zellen verdanken ihre hrauue Farbe einem Pilzmycelium). Der centrale, von einer Gefässbündelscheide umgebene Fibro- vasalstrang hat zerstreute Xylemgruppen , parenchymatische stärkefiihrende Zellen im Cen- trum, und engmaschiges Phloem bildet die Peripherie des Stranges. Die Epidermis bildet die etwa vierschichtige Wurzelhaube. Die Wurzeln haben keine Haare und sind unverzweigt ; die Pflanze ist kein Parasit. Verf. verneint die von mehreren Botanikern beobachtete Knnspenbildung auf der Wurzelspitze. lieber die Knosj^enbildung auf der Wurzel von Monotro])a gab Drude einige durch Abbildungen erläuterte Zusätze zu dem früher Bekannten. Entwickelungsgeschichtliche anatomische Aufschlüsse fehlen aber. Ebenso publicirte Verf. in dieser Monographie von Monotroi)a wichtige Zusätze zu den durch frühere Beobachter gegebenen Aufschlüssen ülter deren Wurzelleben und Wurzelhau. Der axile, von einer regelmässigen Gefässbündelscheide umgebene Fibrovasal- strang hat mehrere zerstreute Xylemgrupiien, aus Gefässen allein bestehend ; nach der Zeich- nung und Beschreibung scheint ein zartes Mark vorhanden zu sein; alles Uebrige aber scheint Phloem zu sein. Die Wurzelhaube ist ganz merkwürdig unbedeutend in ihrer Entwickelung, besteht bei M. glabi'a aus nur einer Schicht, bei M. hirsuta aus 2 — 3 Zellschichten, was wohl damit im Zusammenhang steht, das erstere parasitisch, letztere saprophytisch sich er- nährt. Das Periblem ist am Scheitel 3 — 5 Schichten stark. Die Verzweigung ist eine ausser- ordentlich reiche; die adventiven Seitenwurzeln entstehen am Fibrovasalstrang; das Pleroni der jungen Wui-zel schliesst sich an die Gefässe, das Periblem mit den innersten Parenchym- schichten jenem der Mutterwurzel innig an, die äusseren Schichten dieser sind dagegen durchbrochen. Die Wurzeln von M. glabi'a treten mit Wurzeln von Pinus, I'agus und Abies in parasitische Verbindung, welche durch Abbildungen erklärt wird; die Gefässe legen sich an den Holzkörper der Fichtenwurzel an und enden dort; die Holzzellen der letzteren weichen vor ihnen bogenförmig zurück. Das Parenchym der Wurzel verschmilzt mit dem Rindeu- parenchym der Fichte. 45. Duval-Jouve. Wurzeln von Zostera marina L. et nana Roth. (Nr. 19.) Duval-Jouve hat . die konstanten Stellungsverhältnisse der Nebonwurzeln bei Zostera erwähnt, indem er übrigens eine vollständige morpliologische Beschreibung der beiden Ai'ten marina und nana giebt; die Nebenwurzeln stehen in zwei Grnpi)en an jedem Nodus. Die Wurzel von Zostera hat nach demselben einen ähnlichen Bau wie der Stengel; Aveicht von diesem aber in Folgendem ab: der centrale Fibrovasalstrang hat keine Hohlräume, die excentrischen zwei Fibrovasa Istränge fehlen, die in der Rinde zerstreuten Bastfibern fehlen, die grossen Interzellularräume fehlen ebenfalls und sind von einem regelmässig geordneten Parenchym ersetzt; die Rinde wird collenchymatisch. Bei Cymodocea aquorea Koen. ist die Wurzel ähnlich gebaut, aber nach dem regelmässig (strahlenförmig) geordneten Parenchym folgt eine Zone mit grossen radial gestellten Luftlücken, deren Scheidewände von einer Zellenschicht gebildet sind; die Rinde endlich hat Intercellularräume und ist nicht collenchymatisch. 46. Hieronymus. Wurzeln der Centrolepideen. (Nr. 22.) Ueber den Bau und das Wachsthum der Wurzeln der Centrolepideen gab Hierony- mus genaue Aufschlüsse, und verfolgte besonders schön die Bildung der Haube, der Der- matogen und Peribleminitialen (bei C. tenuior [R. Br.]), worüber oben berichtet wurde. Aus einer Zelle, welche von der oberen Hypophysenbinnenzelle abstammt, entstellt durch Theilung eine Dermatogen- und Peribleminitiäle. Das Pleroni entsteht aus einer Zellgruppe am unteren Ende des axilen durch den Kennling verlaufenden Stranges, bald findet sich nur eine Initiale in demselben. Die innere Schicht des Periblems wird Schutzscheide. An älteren Wurzeln hören die Initialen plötzlich auf sich zu theilen, und das Spitzen wachsthum wird gewissermassen interkalar, ehe es ganz aufhört. Die ältere Wurzel 230 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. besitzt die gewöhnlichen Elemente; zu erwähnen sind zwei Zellformen in der Epidermis , eine Art Schutzscheide, welche durch Verholzung und dunkle Farbe ihrer verdickten Zellen ausgezeichnet ist; ferner der Mangel eines Pericambiummantels. Ein Mark fehlt, und der axile Fibrovasalstrang ist aus Weichbast und 2 (bei anderen 3, selten mehreren) Xylemtheilen (Schraubengefässe) gebildet. Die Seitenwurzeln entstehen aus den äusseren Schichten des an zwei peripherischen Stellen endenden Phloems. Leider ist es dem Verfasser nicht gelungen, ihre Anlage genauer zu Studiren. — Verfasser hält es für wahrscheinlich, dass jede Wurzel ans einer einzelnen Weichbastcelle entsteht. Das ganze Verzweigungsystem einer Wurzel üeg-t in einer einzigen Ebene. Die Stellung der Beiwurzeln ist folgende: es steht je eine an jeder 'Seite des Insertionspunktes eines Blattes; ob sie bei allen Blättern angelegt ay erden, ist unsicher; die eine ist gewöhnlich früher entwickelt als die andere. Die anderen Arten von Centrolepideen weichen nur wenig hiervon ab; es werden so viele Specialia darüber gegeben, wie es das Material erlauben wollte. 47. Reinke. Knollen der Ophrydeen. (Nr. 38.) Die Knollen der Ophrydeen sind auch nach Reinke Wurzeln, aber von einem Bau, wie der eines monocotylen Stammes. Von den Beiwurzeln, welche über und neben den Knollen entspringen, haben einige den typischen Wurzelbau, während andere den Knollen gleichen („stengelähnlich" sind), alle sind aber mit Wurzelhauben versehen, jedoch ist die der stengelähnlichen schwach entwickelt. Der Vegetationspunkt dieser ist auch wie der der Stammvegetationsspitzen gebaut, während die anderen Wurzeln einen typischen Wurzelbau haben. Die Scbleimzellen sind bei jenen zwischen den Fibrovasalsträngen eingeordnet, bei diesen liegen sie in der Rinde. Die Knollen und stengeläbnlichen Wiu'zeln sind somit homolog , aber von den typischen Wurzeln sehr abweichend, Sie entstehen alle endogen. 5. Stengel. Knospenbildung, Verzweigung, Anatomischer Bau des Stengels. 48. Reinke. Debergang zwischen Stengel und Wurzel von Gunnera. (Nr. 37.) Der Uebergang zwischen Stengel und Hauptwurzel ist bei Gunnera chilensis folgender: Die Schutzscheide hört allmählig auf, indem die Zellwände ihre Wellung ver- lieren. In der Region, wo die beiden Cotyledonarstränge schon völlig verschmolzen sind, hat der axile Fibrovasalstrang denselben Bau, wie sämmtliche Stränge des Stammes; etwas tiefer dagegen einen Bau wie die Stränge der Wurzel. Die Uebergangsstelle ist kurz und liegt in der Mitte des hypocotylen Gliedes. „Der Uebergang findet in der Weise statt, dass in dem ursprünglichen Procambiumstrange die Gefässbildung im Centrum aufliört, dass das Procambium hier sich nur in Dauergewebe (Dauercamliium) verwandelt und dagegen die Gefässe sich in zwei opponirte peripherische Bündel gruppiren. Ebenso zieht die Phloem- bildung sich auf zwei peripherische mit den Gefässbündeln decnssirte Stränge' zurück; die peripherische Procambiumschicht wird zum Pericambium." 49. Warming. Recherches sur le ramification des Phanerogames. (Nr. 51.) Die Form der Stengelspitze ist bei den Phanerogamen sehr verscliieden , bei einigen hoch mit schroffen Seiten, bei anderen niedriger, kupiielförmig; in der vegetativen Region ist sie gewöhnlich niedriger als in der floralen; bei Digitalis pauciflora ist sie niedrig konisch in jener, aber kraterförmig vertieft bei dieser. Gekrümmt ist sie bei Uticnlaria, und bei den Pseudomonopodien einiger Asperifoliae (Tiaridium) nähert sie sich derselben Form. Den Bau der Stengelspitze fand Warming im Allgemeinen mit den Haustein'schen An- gaben völlig übereinstimmend. Ueberall fand er ein Dermatogen wie es dieser beschreibt; in einigen Fällen findet sich unter diesen ein chaotisches Meristem, in dem Periblem und Plerom nicht zu trennen sind (ex. Digitalis); in den meisten Fällen finden sich regelmässige und deutliche Periblemkappen und deutliche Pleromreihen; bisweilen ist die Regel- r Morphologie der Mouocotylen und Dicotylen. 231 mässigkeit durchgehend und deutlich diiferenzirte Peiiblemkappen gi'enzen au deutlich differenziite Pleromi-eihcn, in vielen anderen dagegen gelang es dem Verfasser nicht, eine solche scharfe Trennung zu finden; zwischen Periblem und Plerom liegen ^\eniger regel- mässige Zellenmassen, von denen man nach dem Arrangement allein nicht entscheiden kann, welchem von den beiden Histogenen sie gehören. Eine kryiitogamische monarchische Scheitel- zelle hat er ebensowenig entdecken können (selbst bei Utricularia nicht) wie eine Scheitel- zelle fiü- jede Meristemkappe oder für das Plerom (ausgenommen z. B. das Plerom von den dünnen „Banken" der Utricularia). In hohen und schlanken Stengelspitzen ist die regel- mässige Ordnung gewöhnlich deutlich hervortretend; aber auch bei breiten und niedrigen kann man grosse Regelmässigkeit finden. Ueber die Entstehung der Knospen bei den Phanerogamen machte er folgende Be- obachtungen. (Pflanzen aus fidgenden Familien wurden untersucht: Cruciferae, Compositae, Papilionaceae, Graminaceae, Cyperaceae, Salicineae, Grossulariaceae, Umbelliferae, Banuncula- ceae, Scrophulariaceae, Orchidaceae, Plantaginaceae , Polygonaceae, Amarantaceae , Valeria- naceae, Cuciu-bitaceae, Hydrodiaridacoae, Utriculariaceae, Amiiehdaceae, Asclepiadaceae, Solana- ceae, Crassulaceae , Asperifoliae, Hydrophyllpae , Cistaceae, Saxifragaccae , Euphorbiaceae; bei allen hat er die betreifende Literatur, so weit ihm bekannt, zusammengestellt.) Die vegeta- tiven Knospen entstehen fast immer weit unterhalb der Stengelspitze, lange nach ihren Stützblättern und durch mehrere Blätter von der Stengelspitze getrennt; die Zahl dieser letzteren ist sehr verschieden. In den Blütlienständen ist bisweilen dasselbe der Fall (Araor- pha, Salix [obgleich Hofmeister das Gegentheil angegeben hat] , Lupinus, Veronica etc.) , aber die Zahl der die Knospe von deren Stengelspitze trennenden Blätter ist weniger gross; sie wird bei anderen noch geringer, und zuletzt findet sich eine Menge Fälle, in welchen die Knospe immittelbar auf der Stengelspitze entsteht. Verschiedene Fälle bieten sich hier dar. Entweder entsteht die Knospe unmittelbar nach dem Stützblatte (Plantago, Orchideen etc.) oder gleichzeitig mit diesem (mehreren Gramineen, Plantago, Ribes etc.) oder die Knospe entsteht vor dem stützenden Blatte (Sisymbrium und andere Cruciferae, C'ompnsiten, Um- belliferae, cyma von Valeriana Phu, Blüthenständen von Asclepiadaceae, Cucurbitaceen etc.); endlich kommt auch der Fall vor, dass die Knosisenbildung stattfindet, ohne dnss Spuren der stützenden Blätter zu entdecken sind: so beobachtet man in den Blütlienständen von Sisymbrium und Gramineen, dass die Blatthildung, welche noch am Grunde des Blüthen- standes stattfand, höher hinauf allmählich aufhört, ohne dass dieses die Stellung und Ent- wicklung der Knospen beeinträchtigt. Dasselbe Resultat giebt die Vergleichung verschiedener Compositen-Blüthenstände, von denen einige Blüthen ganz ohne Stützblätter haben (Inula, Doronicum), andere mit solchen (Anthemis etc.). In den Umbellen verschiedener Umbelli- feren haben die äusseren Axen Stützblätter, die inneren keine; in den männlichen Blüthen- ständen von verschiectenen Cucurbitaceen finden sich die Stützblätter bald, bald nicht, ohne dass ihre Abwesenheit Stellungs- oder andere Veränderungen hervorruft. Die stützenden Blätter sind ganz und gar nicht zur Entwicklung gekommen, die Knospenbildung setzt sich ungestört und auf die nämliche Weise weiter fort. In den meisten Fällen sind diese Knospen, welche auf der Stengelsidtze entstehen, laterale Bildungen und der Vegetationspunkt (die Scheitel- zellgruppe) bleibt ganz unberührt von deren Bildung (Cruciferae, Graminaceae, Compositae, Papilionaceae, Grossulariaceae, Umbelliferae, Polygonaceae etc ). In anderen Fällen rückt die Knospenbildung so weit auf die Stengelspitze hinauf oder so weit nach deren Mittellinie hinein, dass Zellen des Vegetationspunkts in Mitleidenschaft gezogen werden; eine „Theilung" findet dann statt; und endlich kann die Knospenbildung so weit hineinrücken, dass die Tlieilungs- ebene zwischen dem Vegetationspunkte der Knospe und dem Vegetationspunkte des Mutter- sprosses in das Centrum dieses letzteren fällt; dieser Fall muss aber dann so aufgefasst werden, dass eine Dichotomie stattgefunden hat, der alte Vegetationspunkt ist zu Grunde gegangen, weil das Centrum des lebhaftesten Wachsthums in relative Trägheit übergegangen ist und zwei neue Vegetationspunkte entstanden, beide excentrisch, relativ zum alten. Eine ächte Dichotomie hat Verfasser gefunden bei Hydrocharis, Vallisneria, bei der Verzweigung der Ranken, und weniger typisch bei der Bildung dieser letzteren auf der Ilauptaxe von Vitis vulpina (bei Vitis vinifcra und Ampelopsis hcdcracca fand Verfasser dagegen aus-. 232 Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. geprägte laterale Verzweigung sowohl der Hauptaxe als der Ranken), bei den Asclepiadeen, wenn der Blüthenstand angelegt wird, bei den beblätterten und einem Theile der nackten Wickel der Asperifolien , Solanaceen, Hydrophylleen , Cistaceen; in einigen Fällen, in den Blüthentrauben von Cyclantlaera und bei den Axillarknospen der relativen Hauptsprossen anderer Cucurbitaceen , wenn die cymöse Verzweigung derselben nicht stattfindet , und eine der beiden Seitenacbsen sich nicht entwickelt. Uebergänge zwischen Dichotomie und lateraler Verzweigung, also unegale Theilungen des Vegetationspunktes, bei welchen das Centrum dieses mehr oder weniger ungestört bleibt und in dieselbe Richtung arbeitet wie vorher, finden sich z. B. bei denselben Pflanzen. Es giebt die allmähliclisten Uebergänge zwischen lateraler Verzweigung unterhalb des Vegetationspunktes, von diesem durch zwischenliegende Blätter getrennt, und wahrer Dichotomie. Man merke als Beispiele: verschiedene Gattungen der Compositen, Blüthenstände von Bryonia und Cyclanthera, wo sowohl Dichotomie als laterale Verzweigung vorkommt, die Verzweigung der Solaneen, welche bald lateral, bald dichotomisch ist und bei welchen die Knospe des zweiten Vorblattes auf der Stengelspitze gebildet wird, die des ersten nach jener und also unterhalb dieser und dem zweiten Vor- blatte; die Wickel der Borragineen; die Knospenbildung von Hydrocharis, von den Ampe- lideen, bei welchen die Ranken bald durch Dichotomie, liald als seitliche und extraaxilläre Neubildungen entstehen, und wo die Ranken selbst sich sowohl dichotomisch als lateral verzweigen, während die vegetativen Knospen von der Stengelspitze durch ältere Bildungen getrennt entstehen etc. Bestimmend für die Art der Verzweigung scheint zum Theil die Energie des Wachsthums und der Verzweigung zu sein. Selbst wenn das Wachsthum eines vegetativen Stengels noch so kräftig vor sich geht, entstehen die Knospen dennoch nicht früher oder relativ höher auf dem Stengel. In der floralen Region dagegen, avo die Bil- dung der Blüthenknospen eine Hauptaufgabe ist, scheint das mehr oder weniger rapide Auf- treten der Knospen im Verhältniss zur Wachsthumsenergie der ganzen Inflorescenz zu stehen. In den schwachen wenigblüthigen Inflorescenzen findet man oft laterale Verzwei- gung, in den kräftigeren Dichotomie« Endlich findet man eine so merkwürdige Inflorescenz wie die von Tiaridium indicnm, bei welcher die Dichotomie in eine pseudomonopodiale Ver- zweigung überschlägt; die Blüthen entstehen als Seitenknospen einseitig in zwei Reihen auf einer Achse, welche man, wenn die vergleichende Betrachtung gelten soll, als aus einer Reihe Axengenerationen immer höherer Ordnung zusammengesetzt betrachten muss. Bei anderen monopodialen Inflorescenzen scheint die Verzweigungsenergie keinen Einfluss auf die Entstehungsart der Knospen zu haben; sonst hätte man bei der abnormen Inflorescenz von Brassica oleracea var. botrytis, bei welcher Knospen in Unzahl hervorquellen, und jede Knospe sogleich Mutter einer Anzahl anderer wird, die Dichotomie erwarten können; die Knospenbildung ist aber eine ausgeprägt laterale. Dass Fasciationen nicht von einer Thei- lung des Vegetationspunktes abhängig smd, geht aus Celosia cristata hervor; die Blüthen entstehen wie in einer Compositeninflorescenz , nur ist das Receptaculum abnorm aus- gebreitet, unregelmässig zusammengedrückt imd buchtig. Die Knospen der Phanerogamen entstehen gewöhnlich durch tangentiale und andere Theilungen mehrerer Zellen in der dritten und vierten Periblemschicht ; schwächere Knospen bilden sich auch in den weiter nach aussen liegenden Schichten; bei Utricularia ist es die äusserste Periblemschicht, welclie die einzig wirksame ist. In einigen Fällen scheint auch das Plerom in Mitleidenschaft gezogen zu werden (besonders bei der Dichotomie); da Verf. aber weniger diesem Punkte als der Frage nach dem Orte der Entstehung seine Aufmerksamkeit zugewendet hat, dürften neue Untersuchungen nothwendig werden. Gewöhn- lich hat er, besonders bei den auf der Stengelspitze gebildeten Knospen, einen sehr regel- mässigen Bau in dem oberen Theile der Knospen gefunden; die periblematischen Zellen- schichten schliessen sich hier den Pleromreihen eng an. In der unteren Hälfte der Knospe ist der Bau weniger regelmässig. Bei der Dichotomie fand er immer eine Anzahl quer- liegender Zellem-eihen in der Mitte der Mutteraclise, welche Zahl grösser ist als die damit am Stengel vorkommenden Periblemreihen (Hydrocharideae, Ampelidaceae etc.) ; diese Zellenreihen kommen eben dadurch hervor, dass das Längenwachsthum , d. h. die Theilungen der Zellen durch zur Längsachse des Organs senki-echte Wände, aufgehört hat und dass um so Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 933 reichlichere tangentiale Theilungen, welche eine Ausbreitung der Stengclspitzen bewirken, hervortreten. Die Erklärung der so häufig vorkommenden „Verschiebungen" der Knospen auf ihre stützenden Blätter hinüber (oder Verwachsungen mit diesen) sucht Verf. besonders in einer ungewöhnlich lebhaften Zellenvermehrung der für Blatt und Knospe gemeinsamen basalen Partie; dieses Phänomen hängt gar nicht von einer Theilung des Vegetationspunktes ab. Das Verhältniss zwischen Blatt und Achselknospe betreffend, spricht Verf. sich so aus: „Die innerliche Relation , welche zwischen Blatt und Achselknospe besteht , äussert sich darin, dass beide constant an einander gebunden sind, in constanter Weise sich gegen einander stellen, dass sie ferner eine interessante gegenseitige Abhängigkeit in ilirer Entwickelung zeigen, so nämlich, dass die Knospen erst, in der vegetativen Region, den Blättern weit zu- rückstehen, lange nach deren Bildung zum Vorschein kommen, später jedoch, in der floralen Region, an Kraft und früher Entwickelung zunehmen, während die Blattbildung zurücktritt, bis eine neue Welle mit überwiegender Blattbildung beginnend, in der Blüthe anfängt; end- lich äussert das Zusammenhören von Blatt und Achselknospe sich darin, dass sie fast immer an ihrem Grunde mit einander melir oder weniger zusammenhängen. In einigen Fällen ent- steht die Knospe auf dem inneren Grunde des Blattes (Amorpha, Salix nigricans, Sedum Fabaria; bei allen in der floralen Region); womit auch die Bildung einiger ovula auf ihren Carpellen zu vergleichen ist; in anderen Fällen entstehen die Blätter auf ihren so- genannten „Achselkuospen", die Deckblätter der Blüthen entweder ganz (Anthemis, Sisym- brium, Umbelliferen etc.), oder doch zum grossen Theile (Blüthenstände von Cruciferen, Vale- rianaceeu etc. etc.). Die Blätter, welche in diesem Falle sehr schwach entwickelt sind, er- scheinen dann oft als schwielenförmige Anschwellungen auf dem Grunde der Knospen. Zwischen diesen Extremen liegen die meisten anderen Fälle. Es versteht sich dann leicht, wie eine "Verschiebung" des Mutterblattes auf ihren axillären Zweig hinaus zu Stande kommen kann. Von solchen Verschiebungen nennt Verf. eine nicht geringe Menge. Die sogenannten extraaxillären Knospen sucht Verf. in Zusammenhang mit den nor- malen zu bringen. Was man oft extraaxilläre Knospen genannt hat, sind solche, welche ohne Stützblätter sind , sonst aber in dieselbe continuirliche Spü-ale gestellt sind, wie die weiter unten an der Axe stehenden, aber mit Mutterblättern versehenen Knospen ; dass diese von jenen nicht zu trennen sind und dass der Mangel des Stützblattes eben durch das einfache Schwinden desselben hervorgerufen ist, ward oben erwähnt. Eine andere Sorte extraaxillärer Knospen sind solche, welche wie diese exogen entstehen, aber ausserhalb der normalen Spi- rale der Axe oder selbst wenn sie dieser folgen, dennoch nicht in den Blattachseln stehen. Solche Knospen sind die Ranken von den Ampelideen und Cucurbitaceen, die Inflorescenzen der Asclepiadeen. Die Entstehung jener ersten ist oben erwähnt; von der Entstehung der Cucurbitaceen-Ranke giebt Verf. eine durch mehrere Abbildungen genauer erklärte Darstellung dessen, was er schon früher („Videnskabelige Meddelelser" des naturhistorischen Vereins zu Kopenhagen, 1870) vorläufig publicirt hatte. Die Ranke entsteht an der anodischen Seite der Blattachsel, ganz ausserhalb dieser imd am 4.-5. Blatte unterhalb der Stengelspitze. Die halbkugelige Anlage wird bald mehr konisch; bei der mehrarmigen Ranke erhält sie bald das Aussehen eines Blattes mit ihrer Achselknosj)e, bei der einarmigen entwickelt sich oft nur das Blatt; in andei-en Fällen ist jene Knospe zuerst sichtbar, verschwindet aber unter der weiteren Entwickelung des Blattes. Bei der mehrarmigen Ranke entstehen ferner Blätter nach einander auf dieser Knospe, und zwar s])iralig. Danach fasst er jede Ranke auf als einen Zweig, der im einen Falle mehrere Blätter producirt, im anderen aber nur ein einziges, welches den erlöschenden Vegetationspunkt zur Seite drängt und ganz über- wältigt (Näheres hierüber siehe auch Warming Nr. 50, pag. 60 und in dieser Abhandlung, wo die Entwickelungsgeschichte aller Zweigsysteme und eine Zusammenstellung der Literatur gegeben ist). Die Blüthenstände der Asclepiadeen entstehen auf der Stengelspitze, durch gleiche oder ungleiche Theilung dieser und sind auch nicht in Blattachseln gestellt; später werden sie durch Auswachsen des übrigen Theils der Stengelspitze zur Seite gedrängt. Für alle diese Knospen ist das gemeinsam, dass das erste Blatt nach aussen und unten gekelirt ist (bei den Cucurbitaceen weniger genau als bei den beiden anderen); es entspricht seiner 234 Morphologie dei' Monocotylen und Dicotylen. Stellung nach also dem Stützblatte einer gewöhnlichen Knospe, nicht einem Knos])enkeim- blatte einer solchen. — Wo sich Knospen in anderen Fällen ausserhalb einer Blatt- achsel oder Spirale entwickeln, wird man fast immer, doch weniger constant, dasselbe Stellungsverhältniss finden ; als Beispiele besiu-icht Verf. die abnormen Knospen von Calliopsis tinctoria, die Knospen der Blattachsel von luglans und endlich die hypocotylen Knospen, welche (wohl zum grössten Theile) endogen entstehen. Nur bei den extraaxillären (exogenen) Knospen von Utricularia scheint das erste Blatt constant nicht nach unten .^u liegen. Diese Stellung sucht Verf. nun so zu erklären, dass jenes erste Blatt wirklich dem Stützblatte einer gewöhnlichen Knospe homolog ist, es ist aber noch höher oberhalb des Knospengrundes gestellt als die Blätter, welche sonst bei ihrer Entstehung auf den Knospengrund hinauf- gerückt erscheinen; der einzige Unterschied ist ein „plus" oder ein „minus". Dieses erste Blatt betrachtet Verf. ja als mit der Knospe ein Do!>pelorgan bildend und es scheint ihm also das Richtige, nicht die Knospenkeimblätter als die ersten Blätter einer Knos})e zu be- trachten, sondern das Stützblatt, welches zugleich das einzige Blatt der Knospe ist; die Knospenkeimblätter und alle folgenden Blätter bilden dann jedes für sich in Verbindung mit einer potentia anwesenden, faktisch vielleicht aber nie zur Entwickelung kommenden Knospe, eben so viele neue selbstständige Doppelorgane. lieber die accessorischen Knospen siehe unten pag. 236. 50. Pedersen, R. Theilung der Vegetationsspitze bei der Verzweigwng der Phanerogamen. (Nr. 35.) Gleichzeitig mit dem Referenten stellte Verfasser Untersuchungen über Verzweigung der Phanerogamen an. Er giebt zuerst eine kurze geschichtliche Uebersicht über die An- schauungen der Autoren und schlägt den Namen „Verzweigung oder Knospenbildumg von dem Vegetationspunkte" vor als Benennung für die Verzweigungsart, bei Avelcber eine Knospe die oberste Neubildung ihrer Mutterachse ist. Er knüi)ft hieran verschiedene mathematische Sätze, welche die verschiedenen Möglichkeiten des Verhallens zwischen der zeitlichen Er- scheinung der Blätter und der Knospen ausdrücken sollen; praktischen Werth scheinen sie eigentlich nicht haben zu kömien. — Im zweiten Kajiitel behandelt er die Frage über die Entstehung der Ampelideen-Ranke. Eine Uebersicht der verschiedenen Erklärungen wird vorausgeschickt. Nach Untersuchung von Vitis vinifera, Ampelopsis hederacea und Cissus Orientalis kommt er zu den Resultaten, dass die Zweige Monopodien sind, die Ranken stationäre extraaxilläre Sprosse, durch Verzweigung von dem Vegetations punkte entstanden, nicht aber durch Theilung desselben im Sinne Prillieux's, und dass die axillären Knospen unterhalb der Vegetationsspitze gebildet sind. Zu bemerken ist, dass er sich (hier wie sonst immer) hauptsächlich auf die Resultate der Entwickelungsgeschichte stützt, in so weit die Betrachtung der rein äusserlichen Formen sie giebt. Die Frage über die Verzweigung des Borragineen- Wickels wird auf ähnliche Weise behandelt. Erst giebt Verf. eine Uebersicht über die verschiedenen Auffassungsweisen, dann die eigenen Untersuchungen: von Cerinthe major und contorta, Borrago officinalis, Echium plantagineum, Nonnea lutea und N. nigricans, Symphytum officinale, Omphalodes linifolia und Myosotis palustris. Seine Resultate sind, dass der Wickel durch wiederholte Verzwei- gungen der Vegetationsspitze gebildet wird , und dass ächte Dichotomie bei den Borragineen vorkommt, d. h. eine Verzweigung, bei welcher die Entwickelung der Mutterachse durch Neubildungen (Gabelzweige) gehemmt wird, welche simultan entstehen und zur Zeit ihrer Entstehung die oliersten (und zugleich die letzten) Neubildungen der Muttersprossen sind. Auch bei Vaillantia hispida fand er Dichotomie, indem die beiden dreiblüthigen Dichasien der Blattachsel durch solche Verzweigungsart entstehen. Von den Cucurbitaceen untersuchte er Bryonia alba und dioica, Cyclanthera pedata und elastica, Echinocystis lobata. Aus der Entwickelungsgeschichte schliesst er, dass der männliche Blüthenstand eine Traube ist, unter deren Blüthen neue Trauben gestellt ' sein können; dass die Achselprodukte (die Ranke nicht mitgerechnet) ein cymöses Ver- zweigungssystem bilden; dass die Ranke ein Seitenspross der Hauptaxe mit konstanter Stellung ist; die unverzweigte, eine Axe ohne Seitenbildimgen (worin er also vom Referenten Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 235 abweicht), die verzweigte, eine Axe mit solchen, welche entweder Blätter oder neue Axen sind. Die Achselknospen der T^anhaxen entstehen nicht dui-ch Verzweignng der Vege- tationsspitze. Die Lauhknospe und der männliche Blüthenstand entstehen durch Verzweigung der Vegetationsspitze dieser Achselknospen ; die männlichen Blüthon durch monopodiale Verzweigung ihrer mütterlichen Vegetationsspitze , die Ranke dagegen nicht durch Verzwei- gung der Vegetationsspitze. — Die serialen Knospen bei Cyclanthcra und Echinocystis entstehen selbstständig auf der Mutterachse, nicht durch Verzweigung der Vegetationsspitze auseinander (auch hierin weicht er also vom Referenten ab). Die Anschauungen der anderen Autoren werden dargestellt und kritisch betrachtet. Von den Solanaceen untersuchte er Datura, Scopolia, Atropa, Anisodus, Petunia und Solanum nigrum. Seine Resultate sind folgende: dass die zAvei Vorblätter nach einander zum Vorschein kommen; dass eine Knospe in der Achsel, auch des ersten Vorblattes, bei Datura, Solanum und den ersten Sprossen von Petunia angelegt und diese Knospe nicht durch Verzweigung der Vegetationsspitze gebildet wird; bei allen M'ird in der Achsel des zweiten Blattes eine Knospe durch solche Verzweigung gebildet und ihr Vorblatt auf sie hinaus verschoben (ausgenommen bei Petunia); bei Datura und Solanum nigrum wird auch das erste Vorblatt verschoben; die floralen Sprossen sind (ausgenommen Datura) zu monopodial gebil- deten Scheinaxen vereinigt; der Blüthenstand bei Solanum nigrum ist ein durch wieder- holte Verzweigungen der Vegetationsspitze monopodial gebildeter Wickel. Theilung der Vegetationsspitze im Sinne Glos' existirt nicht. Als allgemeine Schlussresultate führt er auf, dass Theilung der Vegetationsspitze bei den Blüthenpflanzen vorkommt, wenn man dadurch eine solche Verzweigung versteht, bei welcher die Knospe im Augenblick ihres Erscheinens die oberste Seitenbildung ihrer Mutter- achse ist. Diese Theilung der Vegetationsspitze spielt keine Rolle bei abweichenden Stel- Inngsverhältnissen der Axen, was eine Vergleichung der Vitis-Ranke mit der Cucurtitaceen- Ranke zeigt. Ebenso ist Verschiebung des Stützblattes nicht von der Theilung der Vege- tationsspitze bedmgt, und Knospenbildung ohne Stützblatt scheint ebenso wenig, besonders von dieser Verzweigungsweise, abhängig zu sein. Bei den Dichotomien (Borragineae, Vaillantia) spielt die Theilung eine Rolle; Verfasser lässt dagegen dahingestellt, ob dasselbe der Fall ist bei Bildung von accessorischen Knospen. Bei Echinocystis, Cyclanthera, Gleditschia und Aristolochia Sipho fand er, dass die accessorischen Knospen alle aus einer gemeinsamen Axe entspringen. 51. Veiten. Vitis vinifera und Ampelopsis hederacea. (Nr. 49.) Veiten hält den Stammaufl^au der Rebe für monopodial; die Abhandlung ist dem Referenten nur aus der Anzeige in der Bot. Ztg. 1873, p. 592 bekannt. 52. Eny. üeber Axillarknospen bei Florideen. (Nr. 29.) In seiner Arbeit über die Axillarknospen bei Florideen bespricht Kny auch die Knospenbildung der Phanerogamen ; er giebt eine literar-historische Zusammenstellung rück- sichtlich der accessor. Knospen, avo mehrere vom Referenten oben nicht angeführte Citate zu finden sind, bespricht (mit reichen I^iteraturangaben) die sekundären AbA\'eicluingen (Verschiebungen) der Knospen von ihrer normalen Stellung, sowohl am Muttersprosse wie auf das Stützblatt hinüber. Bei Hydrangea arborescens imd Verwandten kommen beide Ver- hältnisse im Blüthenstande vereinigt vor; ebenso bei Spiraea callosa, Sambucus Ebulus u. s. w., M'orauf Braun den Verfasser aufmerksam machte. Ueber die sogenannten „Ver^ wachsungen" spricht er im Allgemeinen die Ansicht aus, dass alles Avas im entwickelten Zustande vereinigt ist, sich schon von seiner ersten Entstehung an als zusammengehörig herausbildete, wofür er Specielleres als Beweise anführt. 53. Magnus. Zur Morphologie der Sphacelariaceen. (Nr. 33.) In seiner Abhandlung über die Sphacelariaceen theilt Magnus auch einige Bemer- kungen über Verzweigung bei Blüthenpflanzen mit. Er spricht sich gegen die Deutung des Refer. von der Verzweigung bei Vitis vulpina, gegen die Schmitz's von Verhuellia, 236 Morjilioloeie der Monocotylen und Dicotylen. (Flora 1872) (als Dichotomieen) aus; sieht darin nur eine Ablenkung der Hauptachse durch den kräftig auswachsenden Achselspross. — Nebenbei verdient angeführt zu werden, dass bei Humulus Lupulus die Scheitel der im Frühjahr schnell anwachsenden Achsen weit schlanker sind als im Sommer, wo die Achsen die I^aubblätter mit den sich rasch in deren Achseln entwickelnden Blüthenständen anlegen. 54. Reinke. Axelknospen von Gunnera. (Nr. 37.) Die Blätter von Gunnera haben nach Keinke alle Axelknospen, welche aus einem Vegetationspunkt und der Anlage des ersten Blattes, dem Tragblatte gegenüber gestellt, be- stehen; aber in diesem Stadium verharren die meisten. 55. Warming. Accessorische Knospen. (Nr. 5i.) In seiner neuen Untersuchung über Bau und Entwickelung des Euphorbia-Cyathium bespricht Warming auch die Entstehung der Stamina, welche er mit der der serialen Knos- pen vergleicht. Das zweite Stamen (s. männliche Blüthe) jeder der 5 Gruppen entspringt deutlich zum grossen Theile aus dem Grunde des ersten; bei dem dritten und folgendem ist die Entstehung in dem Gewebe jedes vorhergehenden Stamen weniger deutlich und zum grösseren Theile scheinen die Stamina in dem Gewebe der Hauptaxe des Cyathium ihren Ursprung zu nehmen; später zeigen sie sich doch alle am Grunde mehr oder weniger ver- wachsen. Die Entstehungsfolge ist aus des Verfassers früheren Untersuchungen be- kannt. Dieselbe Unklarheit mit Rücksicht auf die Frage, ob hier eine Anzahl Schwester- knospen vorliegen oder ein System von von einander abstammenden Sprossen, Avelche einen Wickel mit äusserst reducirter sympodialer Achse bilden, tritt uns bei der sogenannten „cyma serialis" entgegen, von anderen auch „gemmae accessoriae" benannt. Bei einer grossen Anzahl Pflanzen ist die Stellung der Knospen in diesen Bildungen ganz wie bei Euphorbia, in einer Zickzackreihe, z. B. Aristolochia Clematitis, Cuscuta, Gentiana lutea, Papilionaceen, u. V. a. (siehe des Verf.'s Literaturübersicht); bei anderen stehen sie dagegen in einer senk- rechten Linie und während jede Knospe bei Verbascum nigrum (im Blüthenstande) deutlich aus dem Grunde der vorhergehenden entspringt, sind sie alle bei Aristolochia Sipho so in das Ge- webe der Hauptaxe hineingesenkt, dass es fraglich bleibt, ob nicht von echten Schwester- knospen die Rede sein muss. (Diese Knospen sind abgebildet vom Verf.). Die in der Inflorescenz von Cyclanthera entwickelten accessorischen Trauben entstehen ebenfalls (in welchem Punkte Verf. von Pedersen abweicht) auf den Axen der Blüthen der Hauptinflorescenz ; sie ent- stehen dagegen nicht, wie Rohrbach meint, durch Theilung der Axe, sondern deutlich lateral. Auf die Nothwendigkeit fernerer genauer Untersuchungen über das gegenseitige Verhalten mehrerer in eine Blattachsel gestellten Knospen hinweisend, schliesst Verf., dass die Staubträger jenen in Zickzack gestellten Knospen homolog sind. Ref. muss hier auch auf die unten referirten Untersuchungen von Hieronymus hinweisen, welche ihm die Auffasung des Cyathiums als Blüthenstand, jedes Staubträgers als Knospe bestätigt. 56. Koehne, Verzweigung von Cuphea (Nr. 30.) Die eigenthüm heben Verzweigungsverhältnisse von Cuphea wurden von Koehne untersucht; seine durch die vergleichende Untersuchung, die Stellungsverhältnisse und die Entwickelungsgeschichte gewonnenen Resultate stimmen mit der älteren Anschauung über- ein, welche nur durch die beiden ersten Methoden erworben waren (Hochstetter , Wydler). Die Stellung der Blüthen wird als durch AnMachsung um ein ganzes Internodium erklärt. Die Blüthe wird sehr früh angelegt, meist schon am zweiten Blattpaare unterhalb der Stamm- spitze als grosser axillärer Höcker; der Stengel streckt sich dann zwischen dem Blatte und seiner Achselknospe; die den Blüthen opponirten Achselsprosse werden viel später angelegt unterhalb des schon in Streckung begriffenen Internodiums. Die Stammspitze wird durch den Druck der Blüthe schief zur Seite gedrängt. Durch das grosse Material, welches dem Verf. zu Verfügung stand, sind seine comparativen Untersuchungen viel umfassender und die daraus gezogenen Resultate zuverlässiger als die der früheren Beobachter. Dass die Stellungs- verhältnisse aller Theile genau erläutert werden, ist selbstverständlich. Morphologie der Monocotylea und Dicotyleii, 237 57. Hieronymus. Verzweigung der Centrolepideen. (Nr. 22.) Eine interessante Sprossfolge hat Centrolepis tenuis. Erst in den Achseln der obersten Laubbliitter der primären Achse erscheinen (bis vier) Achselknospen; diese ent- wickehi blühende Seitenzweige. In acrofugaler Folge treten demnächst andere Zweige her- vor, welche sich dem Hauptspross älinlich ausbilden (Inuovationssprosse) und mit Beiwurzehi versehen sind. — Die beiden ersten Blätter einer Seitenachse stehen lateral ; das erste ist an allen Zweigen einer Achse nach der nämlichen Seite gekehrt; die Zweige sind also sämmt- lich homodrom, aber mit der Mutterachse antidrom. Auch von anderen Arten wurden die Sprossverhältnisse untersucht; erhebliche Differenzen zeigten sich nicht. Länge und Formen der Internodien werden kurz erwähnt. 58. Duval-Jouve. Verzweigung bei Zostera marina L. et nana Roth. (Nr. 19.) Die abweichenden Verzweigungsverhältnisse von Zostera, die übrigens schon früher bekaimt waren (siehe z. B. Warming : Forgreningen hos Pontederiacedae og Zostera, Videnskabelige Meddelelser fra den naturh. Forening i Kjöbenhavn, 1871, mit französischem Resume) werden genau von Duval-Jouve beschrieben und erklärt. Durch basiläres Wachsthum der Inter- nodien werden die Axillarzweige von ily,-em Mutterblatte entfernt und finden sich oft un- mittelbar unter dem nächst höheren Blatte. In derselben Abhandlung giebt er eine voll- ständige genaue morphologische Beschreibung von Z. marina und nana. 59. Reinke. Verzweigung von Corallorhiza und Epipogon. (Nr. 38.) Ueber die Verzweigung von Corallorhiza sprach sich Beinke aus. Die Zweige des Rhizoms entstehen nach den stützenden Blättern, aber ehe ein neues Blatt gebildet wird; die Linie, durch welche sie von dem Vegetationspunkte getrennt werden, geht nicht genau durch die Axe des Stengels. Obgleich der Vegetationshügel sich somit theilt, betrach- tet Verfasser diese Verzweigung doch als eine seitliche, denn die Hauptachse ändert ihre Richtung nicht. Bei Epipogon weicht auch die Hauptachse von der alten Wachsthums- richtung ab; daher bildet diese Pflanze einen Uebergang vom Verzweigungsmodus Coral- lorhizas zur ächten Dichotomie. 60. Drude. Enospenbildung von Neottia nidus avis. (Nr. 13.) Die vegetative Beproduction von Neottia beruht nach Drude nicht auf der von Reichenbach, Prillieux (und auch Andern wie Irmisch, Hofmeister) angegebenen Enospen- bildung aus dem Vegetatiouspuidite der Wurzel selbst. Referent kann ihm hierin nicht bei- stimmen , und wenn Verfasser nur die von Irmisoh angegebene sympodiale Verzweigung dui'ch Knospenbildung in den Achseln der Rhizomblätter annehmen kaim, muss Referent hervor- heben, dass er alle beide Vermehruugsweisen beobachtet hat. Die Rhizomverzweigung wird genau dargestellt. In der Regel wu-d nui- eine Tochterpflanze gebildet; Verfasser hat aber auch bis vier jmige Rhizome als Tochterpflanzen einer älteren beobachtet. 61. Ascherson, Magnus, Braun, Bouche. Enospenbildung auf den Blättern von Cardamine pratensis. (Nr. 2.) Dass sich Adventivkuospen auf den Blättern von Cardamine pratensis L. bilden, ist schon lange bekannt. Dieses Verhältniss wurde wieder von Ascherson, Magnus, Braun und Bon che in den Sitzungsberichten der Gesellschaft naturforscheuder Freunde zu Berlin besprochen und weitere Aufschlüsse gegeben. Die mit der Knospenbildung in innigem Zusammenhange stehende Ablösung der Seitenblättchen wurde nicht nur auf den Grundblättern, sondern auch bei den Stengelblättern beobachtet; nur das Eudblättchen bleibt stehend. Auch auf dem Mittelstreif wurde eine Knospe beobachtet. Ausser oben genannter Art ist Kuospenbildmig auch auf den Blättern von C. impatiens und C. hirsuta bemerkt worden. 62. Dickie. Notes on the Buds developed on the leaves of Malaxis. (Nr. 12.) An der Blattspitze bei Malaxis beobachtete Dickie (die übrigens früher bekannten) Knospen, welche einem flaschenähnlichen Sacke mit enger Oeffnung und einem gelbgrünen 238 Morphologie der Monocotylen und Dicotyleu. Nucleus bestehen; sie sahen den ovulis von gewissen Orcliideen sehr ähnlich, und der Ver- fasser schHesst von dieser Uebereinstimmimg, dass die beiden Bildungen auch gleichwerthig sind. Das Ei ist für ihn eine Knospe, indem der j^ucleus die Axe und die Integamente, wenn zwei vorhanden sind, zwei Blätter repräsentiren. Prof. Mc. Nah machte später eine Ein- wendung gegen diese Annahme (Joui-n. of Bot. p. 49j, und hielt nur eine Analogie zwi- schen den Knospen und den Eichen für wahrscheinlicli. 63, ürban. Perennirea der «attüüg Medicago. (Nr. 47.) lieber das Perennhen der Medicago-Ai-ten theilte Urban Beobachtungen mit, indem er übrigens auf che Untersuchungen Irmisch's hinweist. Einen Unterschied in den Längenverhältnissen der unterh-dischen Sprosse von M. sativa L. und M. falcata L,, wie Irmisch augiebt, fand er nicht. Die Beschaffenheit des Bodens scheint Verscliiedenheiten hervorrufen zu köimeu. Diesen beiden Arten schliesst sich eine Anzahl anderer an. Von den Spirocarp OS -Arten untersuchte er M. Carstiensis Jacy.; dieser unterscheidet sich von jenen durch die langen Ausläufer, und ein Stück Land mit dieser bepflanzt, hat ein ganz anderes Aussehen, als ein mit jenen bepflanztes. 64. Lestiboudois. Stracture des heterogenes. (Nr. 31) Lestiboudois hat seine Studien über abweichenden Stengelbau fortgesetzt (cfr. Comptes rendus, 1872). Bei den Portulaceen, Mesembryanthemeen und Crassula- ceen fand er bei allen untersuchten Arten den gewöhnlichen Dicotyledonenbau. Die auf dem Querschnitt hervortretenden Hinge rühren nur von der versclüedenen Vertheilung der einzelnen Elemente der Fibrovasalstränge her; specielleres hierüber whd im Texte zu suchen sein. Von den Calycantheen bietet der alte Stamm von Calycauthus floridus ein Beispiel der Bildung von Fibrovasalsträngen ausserhalb des gewöhnlichen Holzringes dar; es treten hier vier auf, die kreuzweise gestellt sind, der Blattstellung entsprechend, welche ein kleines der äusseren Seite genähertes Mark haben, wie es auch bei Sapindaceen vorkommt. Bei Dianthus Carthusianorum soll das Mark der ausserhalb des Holzringes liegenden Gefässbündel dagegen ihrer Innenseite genähert liegen. Leider giebt er hier, wie auch sonst, keine Entwicklungsgeschichte. Zuletzt macht er der Holzbildungen von einigen Legu- minosen Erwähnung, nämlich von drei Bauhinia -Arten und der Glycine sinensis; er beschreibt den Bau der ausgebildeten Stämme, aber nicht so auf die vorhandenen Zellfor- men eingehend, wie es erwünscht Aväre. Während er bei einer der Bauhinien keine „hetero- gene" Holzbildung fand, war dagegen eine solche bei anderen vorhanden; dazu kommt noch, dass die Holzbildung vorzugsweise nach zwei Seiten stattfindet, oder sogar zuletzt nur nach einer; es werden auf dem Querschnitt keine Ringe, sondern vielmehr Halbmonde von Holz zum Vorschein kommen, durch Binde von einander getrennt. Die jungen Zweige von Gly- cine haben einen völlig normalen Bau, welchen er beschreibt; in den älteren bilden sich dagegen Holzbündel (faisceaux Mgneux), deren speciellere Zusammensetzung aber nicht hin- reichend genau augegeben wird, successive, das eine ausserhalb des andern, auf dem Quer- schnitt entweder ringförmige oder nur unvollständige Bogen bildend. Auch die Wurzeln sind auf die nämhche Weise organisht; sie haben em rudimentäres Mark. Eme eingehende entwicklungsgeschichtliche Untersuchung wird nöthig sein, um diese Stammbildung recht verstehen zu können. Schliesslich resumirt er seme Untersuchungen über „heterogene" (d. h. endogene und exogene) Gefässbündelbildung. Eine solche findet sich in allen grossen Abtheilungen der Dicotyledonen , selten bei allen Arten einer Familie. Die Fibrovasalbündel wachsen noch eme geraume Zeit in die Dicke, selbst nach der Bildung von exogenen. Diese erschemen bald gleich nach den normalen, bald sehr spät. Bisweilen smd sie von einer vollständigen Rinde umgeben und können sich vom Hauptstengel trennen. Bald haben sie nur eine em- seitige Rindenbildung und bilden mehr oder weniger concentrische vollständige oder unvoll- ständige Ringe (auf Querschnitt). 65. Lestiboudois. Sur quelques Lianes anomales. (Nr. 32.) In einem spätem kleiaen Aufsatze theilte Lestiboudois einige Zusätze zu diese» Morphologie der Monocotylen und Dicotylen. 239 Abhandliuig mit, hindern er die Arbeit von Ladislao Netto über die „Structure anomale des